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	<title>Hobby-Korrespondent &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Hobby-Korrespondent &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Hobby-Korrespondenten erobern die Redaktion Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kriefler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Während viele Journalisten in Deutschland dem Phänomen Bürger Journalismus noch achselzuckend gegenüberstehen, wird andernorts bereits die dritte Form des Citizen Journalism umgesetzt: Etablierte Medien initiieren ein ganz neues Produkt, an dem Laien und professionelle Journalisten gemeinsam arbeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Während viele Journalisten in Deutschland dem Phänomen Bürger Journalismus noch achselzuckend gegenüberstehen, wird andernorts bereits die dritte Form des Citizen Journalism umgesetzt: Etablierte Medien initiieren ein ganz neues Produkt, an dem Laien und professionelle Journalisten gemeinsam arbeiten.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Die Mischung aus Google und dem neu aufkommenden Bürgerjournalismus könnte sich als Giftmischung erweisen. Das meint Dr. Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der österreichischen Styria Medien AG, die unter anderem die „Kleine Zeitung&#8221; verlegt. Die Redaktion werde überflüssig, der Großteil der Inhalte im Internet werde künftig von den Nutzern selbst erstellt. „Die Zukunft wartet nicht auf die Zeitungen&#8221;, erklärte er beim BDZV-Internetkongress „Zeitung online 2005&#8243; in Berlin. Dan Gillmor, ehemals Technologie-Kolumnist der „San Jose Mercury News&#8221;, hat gar seinen Job an den Nagel gehängt, um Bayosphere.com zu gründen, ein Citizen-Journalism-Projekt für das technologiegeprägte San-Francisco-Bay-Gebiet.</p>
<p class="fett">Neue Bindung schaffen</p>
<p>Das Versprechen des Internets war simpel, aber extrem machtvoll: ein Medium zu sein, durch das wir zusammenkommen und zusammenarbeiten können, zum Wohle aller. Genau das passiert jetzt&#8221;, erklärte Gillmor beim Weltkongress der Chefredakteure 2005 in Seoul. Doch auch traditionelle Medien ergreifen ihre Chancen: Steve Yelvington, bei der US-Zeitungsgruppe Morris verantwortlich für neue digitale Strategien, sieht eine Renaissance der Bindung zwischen Medien und ihren Nutzern. Proof of Concept bei Morris:<br />
                            <a href="http://www.blufftontoday.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„BlufftonToday&#8221;</a>, eine Mischung aus kostenloser Tageszeitung (Auflage: 16.500 Exemplare) und Internetangebot für die Gemeinde Bluffton, dessen Inhalte zum allergrößten Teil von den Einwohnern selbst erstellt werden.</p>
<p>
                              <strong>Laien sind näher dran</strong>
                            </p>
<p>Amerikanische Zeitungen werten „Citizen journalism&#8221; gerne als Trend zu gesellschaftlichen Engagement. Das Internet gebe den Bürgern die Mittel an die Hand, hyperlokale Inhalte zum Thema zu machen und sich selbst um ihre Angelegenheiten zu kümmern. Medien wie die britische BBC, das Internetportal MSN oder auch die norwegische Boulevardzeitung „VG&#8221; setzen dagegen ganz pragmatisch auf den Aktualitätsvorsprung, den ein Heer von mit Digitalkameras und Mobiltelefonen ausgerüsteten potentiellen Hobby-Korrespondenten im Vergleich zu einem professionellen Korrespondentennetz hat: Es waren Laien, nicht Profis, die kurz nach den Terroranschlägen Bilder aus der Londoner U-Bahn liefern konnten. Ähnlich war es bei der Tsunami-Katastrophe in Südostasien oder den Überschwemmungen in New Orleans.</p>
<p>
                              <strong>Großes Spektrum</strong>
                            </p>
<p>Ein ,,Citizen-Journalism&#8221;-Projekt zu sein, nehmen derzeit die unterschiedlichsten Initiativen für sich in Anspruch. Das Spektrum reicht von gemeinschaftlich betriebenen, auf Weblog-Technologie beruhenden Plattformen unabhängiger Online-Anbieter über die Einbindung von Bürgerzusendungen in traditionelle Medien bis hin zu wirklich neuen Angeboten, bei denen engagierte NichtJournalisten von einer professionellen Redaktion unterstützt und motiviert werden. Zur ersten Gruppe gehören neue Online-Angebote, die sich um Themen kümmern, die nach Einschätzung der jeweiligen Website-Betreiber von den „etablierten&#8221; Medien vernachlässigt werden. Meist sind die Initiatoren unabhängige Individuen oder eine kleine Gruppe mit journalistischem Anspruch. Sie schreiben viel selbst und animieren „ihre&#8221; Gemeinschaft, aktiv an der Gestaltung des Webangebots mitzuwirken &#8211; entweder durch eigene Beiträge oder durch Kommentare oder die Bewertung von Beiträgen anderer. Wer sich beteiligen will, muss sich registrieren. In der Regel werden Beiträge von Mitgliedern nicht redigiert &#8211; jeder Autor ist für die eigenen Texte und Bilder verantwortlich.</p>
<p>Die Angebote wachsen durch Mundpropaganda und werden mit minimalem technischem und finanziellem Aufwand betrieben. Die technischen Systeme unterstützen den Gemeinschaftscharakter des Angebots. Die neuesten, beliebtesten oder meistgelesenen Artikel werden häufig als eigene Kategorie geführt. Hierbei handelt es sich um Gegengründungen zu bestehenden Medien. Ein Beispiel hierfür ist<br />
                            <a href="http://www.ibrattleboro.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iBrattleboro.com</a>, eine im März 2003 gegründete Plattform für die 12.000 Einwohner-Stadt Brattleboro. Einzelne Beiträge ziehen schon einmal 50 Kommentare nach sich &#8211; eine unerhört hohe Quote, wenn man die mögliche Grundgesamtheit der potenziellen Nutzer für ultralokale Themen heranzieht. Das Angebot wird ehrenamtlich von Christopher Groke und Lisa LePage betrieben. Nennenswerte Einnahmen gibt es nicht. Als Mitglied registrieren kann sich jeder Bürger von Battleboro. Die Einträge werden ohne redaktionelle Kontrolle online gestellt.</p>
<p>Gillmors<br />
                            <a href="http://sf.backfence.com/bayarea/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Bayosphere&#8221;-Projekt</a> ist ebenfalls der Kategorie des Gemeinschaftsangebots zuzuordnen, obwohl es hierbei nicht nur um hyperlokale Inhalte geht, sondern auch um neueste technische Entwicklungen, die eben die Einwohner von Silicon Valley in besonders hohem Maße interessieren. „Bayosphere&#8221; startete im Juni 2005. User, die nicht nur Kommentare abgeben wollen, werden angehalten, sich mit vollem Namen zu registrieren und Kontaktinformationen zu hinterlegen. Außerdem verpflichten sie sich, bei eigenen Beiträgen spezielle Standards einzuhalten, insbesondere fair zu berichten, ihre Quellen zu nennen, Fakten soweit möglich nachzuprüfen und eigene Interessenkonflikte offen zu legen.</p>
<p>
                              <strong>Weblogs als Gegengewicht</strong>
                            </p>
<p>Emanzipierte Nutzer, wie sie Horst Pirker als Schreckgespenst an die Wand malt, haben mit den Mitteln des Internets tatsächlich die Instrumente an der Hand, kollektiv etwas zu verändern und ein Gegengewicht zu den etablierten Medien zu bilden. Die Technologie bietet heute durch die vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten solchen Einzelinitiativen auch viel bessere Chancen, bekannt zu werden und sich durch Werbung zu finanzieren. Allerdings sind diese auf Idealismus gegründeten Initiativen bislang alle wirtschaftlich noch wenig erfolgreich. Die Abgrenzung von Citizen-Journalism-Projekten zu gemeinschaftlich betriebenen Weblogs, die es schon länger gibt, ist fließend und eigentlich nur durch das Ausmaß gegeben, in dem sich die Community beteiligen kann. Im einen Fall ist jedermann aufgerufen, eigene Beiträge zu schicken. Im anderen schreibt ein fester Autorenkreis, die User können nur kommentieren (siehe<br />
                            <a href="http://www.minga.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">minga.de</a>, ein Blog für München).</p>
<p></p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Weiter zum<br />
                                <a href="kriefler_buergerjournalisten_060420_2.shtml">zweiten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hobby-Korrespondenten erobern die Redaktion Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-kriefler_buergerjournalisten_060420_2-shtml-2699/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kriefler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Laien vorne dabei]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Laien vorne dabei</p>
<p><!--break--></p>
<p>Initiativen etablierter Online- und Offline-Medien, die das aufkommende Engagement der Bürger für ihre bestehenden Angebote nutzen wollen, machten bislang bei uns die meisten Schlagzeilen und am meisten Schule: An publikumswirksamen Katastrophen, bei denen Laienfotos und Augenzeugenberichte richtig zur Geltung kamen, herrschte 2005 wahrlich kein Mangel. Das Interesse der Medien an derartigen Inhalten erklärt sich von selbst. Wer sein Selbstverständnis als Medienhaus über die Rolle als „erste beziehungsweise beste Informationsquelle für seine Nutzer&#8221; definiert, kommt nicht umhin, das Informationsbedürfnis seiner Leser oder Nutzer ernst zu nehmen. Wenn dann eben Informationen aus erster Hand in unserer digital vernetzten Welt am schnellsten, besten und billigsten von Laien zu bekommen sind, weil keine professionellen Mitarbeiter in zumutbarer Zeit vor Ort sind, warum diese Möglichkeit nicht nutzen? Derartige Beiträge von Bürgerjournalisten werden in der Regel jedoch selten unredigiert veröffentlicht.</p>
<p>
                              <strong>Ich und der Papst</strong>
                            </p>
<p>Der Kabelnetzanbieter MSNBC in den USA beispielsweise ermuntert seine Nutzer, eigene Texte, Fotos und Videos einzusenden. Nach dem Tod des Papstes beispielsweise fragte der Sender direkt nach Erinnerungen, Augenzeugenberichten und Fotos von Begegnungen ihres Publikums mit Johannes Paul II., wie Jeanne Rothermich, Vice President of Interactive Strategy, berichtet. „Das ist eine zusätzliche, authentische Stimme&#8221;, sagt sie. Allerdings werden nur etwa ein Prozent der zugesandten Beiträge überhaupt veröffentlicht.<br />
                            <br />Mit zwei Prozent veröffentlichter Einsendungen lag die britische BBC nur geringfügig über dieser Quote &#8211; doch dies könnte sich bald ändern, wie BBCs Director of New Media and Technology, Ashley Highfield, konstatierte. Er sieht eine signifikante Verlagerung hin zu nutzergenerierten Inhalten voraus. Bislang liegt der Anteil dieser Inhalte nur bei ein bis zwei Prozent. Zehn bis 20 Prozent könnten es jedoch schnell werden.</p>
<p>Am 17. Oktober 2005 fiel dann bei der BBC der Startschuss für eine komplette Neuausrichtung des seit den Londoner Bombenattentaten populären Online-Ressorts<br />
                            <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/talking_point/default.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Have You Say&#8221;</a>. Eine neue Software und ein neues Konzept erlauben den Usern nun, ihre Kommentare schneller online zu sehen und zu bestimmten Themen Beiträge online zu stellen, ohne dass diese zuvor von der Redaktion editiert werden. Vicky Taylor, eine der Redakteurinnen, erklärt, dass sich „Have You Say&#8221; in einem Maße und Tempo entwickelt habe, die der Redaktion letztlich keine andere Wahl gelassen hätte: „Wir hatten ständig Leser am Telefon, die sich darüber beklagten, dass ihre Zusendungen nicht veröffentlicht wurden. Aber bei 10.000 E-Mails am Tag hatten wir einfach nicht mehr die Manpower, alle Beiträge zu lesen!&#8221; Künftig gibt es bei „Have You Say&#8221; zwei Arten von Debatten. Bei potenziell heißen Themen wie Irak, Rassenfragen oder Mittlerer Osten soll auch künftig ein Journalist die Zusendungen vor der Veröffentlichung auf Beleidigungen etc. prüfen, allerdings nicht wie bisher auch Rechtschreib- und Grammatikfehler korrigieren &#8211; hier werden sich die Leser umstellen müssen. Bei anderen Debatten behält sich die BBC nur vor, unpassende Beiträge im Nachhinein zu löschen. Hier werden die User auch explizit gebeten, Missbrauch zu melden. „Wir wissen vom Feedback unseres Publlikums, dass unsere Nutzer sich wünschen, dass wir ihnen mehr vertrauen und uns weniger als „Big Brother&#8221; aufführen, wenn es darum geht, ihnen Platz für ihre eigenen Meinungen einzuräumen&#8221;, sagt Vicky Taylor.</p>
<p>
                              <strong>Bürger als Exklusivreporter</strong>
                            </p>
<p>Spätestens nach den Verwüstungen, die der Hurrikan Katrina im Süden der USA angerichtet hatte, war US-Medien klar, welche Bedeutung authentische Augenzeugenberichte haben und wie wichtig diese für eine glaubwürdige Berichterstattung sind. Dennoch sind noch immer gewisse Berührungsängste zu spüren, die Larry Kramer, verantwortlich für Digitale Medien bei CBS, stellvertretend für andere formuliert: „Wenn Yahoo Blogs einbindet, ist das seine Sache. Wir als Nachrichtenmedium müssen damit leben, dass die Menschen von uns glaubwürdige Informationen erwarten.&#8221;</p>
<p>Bürger in die Nachrichtenbeschaffung einzubeziehen bedeutet aber nicht unbedingt Verzicht auf journalistische Qualität &#8211; das jedenfalls lebt die norwegische Boulevardzeitung<br />
                            <a href="http://www.vg.no/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Verdens Gang&#8221;</a> (VG) vor. Vor gut zwei Jahren strandete ein Tanker weit entfernt von Oslo an der Westküste Norwegens — und die größte Zeitung des Landes hatte keine Fotografen vor Ort. Mit einer breit angelegten Telefonaktion gelang es VG, Anwohner mit digitalen Kameras zu rekrutieren, die die Redaktion mit aktuellem exklusivem Bildmaterial versorgten. Dieses Ereignis war für VG der Anstoß, die Leser systematisch in die Nachrichtenbeschaffung einzubinden.</p>
<p>                            <strong>Spektakuläre Geschichten</strong></p>
<p>Die Redaktion ließ ein „Hinweis-Portal&#8221; programmieren und startete eine Marketingkampagne für die Nummer „2200&#8243;, unter der die Redaktion per SMS, MMS, Telefon oder E-Mail jederzeit für nachrichtenrelevante Hinweise erreichbar ist. Alle von Nutzern eingehenden Nachrichten — mehr als 70.000 in den ersten 18 Monaten &#8211; landen jetzt unmittelbar auf dem Bildschirm des Dienst habenden Redakteurs. „40.000 davon waren Schrott, aber das ist nicht das Problem &#8211; die sind schnell aussortiert&#8221;, erläutert Torry Pedersen, Managing Director von VG Multimedia, „viel lästiger sind Hinweise, die sich erst bei genauem Nachprüfen als irrelevant erweisen.&#8221; Der Aufwand lohne sich trotzdem. Die Redaktion habe durch die Mitarbeit ihrer Leser laufend aktuelle und exklusive Geschichten in der Zeitung und auf der Website. Spektakuläres Beispiel Tsunami: Die erste MMS-Nachricht mit einem Foto der „Monsterwelle&#8221; erreichte VG aus Phuket eine Stunde bevor die erste Meldung über einen Agenturticker lief. Die Redaktion stellte die Nachricht sofort auf die Website und hatte fortan einen einzigartigen Kontakt mit allen Norwegern in Thailand und dem gesamten Katastrophengebiet. Hunderte von Fotos wurden eingesandt, Interviews mit Betroffenen führte die Redaktion über Instant Messenger auf Mobiltelefonen. „Jeder hat heute ein Mobiltelefon in der Tasche&#8221;, betont Pedersen, „lassen Sie sich von Ihren Lesern dabei helfen, eine viel bessere Zeitung zu machen.&#8221;</p>
<p>
                              <strong>Redaktion als Dienstleister</strong>
                            </p>
<p>Die Verschränkung von Internetaktivitäten und gedruckter Zeitung ,,Verdens Gang&#8221; ist beeindruckend, jedoch thematisch auf die klassischen journalistischen Nachrichtenwerte fixiert. Im Entstehen ist eine dritte Form von Bürgerjournalismus, die auch bei der Themenwahl den Usern mehr Freiheit lässt: Es geht hier um Initiativen etablierter oder unabhängiger Medien, in bestimmten Regionen oder zu bestimmten Themen ein ganz neues Produkt zu schaffen, das auf einer gemeinsamen Anstrengung von Redaktion und Bürgern beruht.<br />
                            <br />Diese Citizen-Journalism-Projekte erreichen durch die Zusammenarbeit zwischen Laien und professionellen Journalisten eine hohe Glaubwürdigkeit und eine hohe Bindung der Nutzer. Die Redaktion wird zum Moderator und Dienstleister. Der Wert einer Veröffentlichung steigt in den Augen der Nutzer, wenn eine professionelle Kontrolle vorgeschaltet wird. Der Wert des jeweiligen Beitrags steigt ja auch tatsächlich, wenn eine Redaktion (Schreib-) fehler beseitigt und bei der Auswahl von Fotos hilft. Das neue journalistische Gemeinschaftsprodukt profitiert von kostengünstigen, interessanten Inhalten und kann durch das neue Publikum auch neue Anzeigenkunden erreichen. Vielfach wird parallel zur Website ein neues Printprodukt geschaffen, dessen Inhalte ganz oder zum Großteil aus Online-Beiträgen bestehen. Zwingend erforderlich ist eine gedruckte Ausgabe aber nicht. Regionale, lokale oder ultralokale Inhalte sind vielfach, aber nicht ausschließlich der Kern dieser Publikationen.<br />
                            </p>
<p class="fett">
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Weiter zum<br />
                                <a href="kriefler_buergerjournalisten_060420_3.shtml">dritten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p class="fett">
                            <strong>Zurück</strong><br />
                            <span class="normal"><br />
                              <strong>zum<br />
                              <a href="kriefler_buergerjournalisten_060420_1.shtml">ersten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
                            </span></p>
<p class="fett">
                              <strong>Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
<p class="fett">
                              
                            </p>
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			</item>
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		<title>Hobby-Korrespondenten erobern die Redaktion Teil 3</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-kriefler_buergerjournalisten_060420_3-shtml-2700/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bedeutende Kraft]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Bedeutende Kraft</p>
<p><!--break--></p>
<p>Vielleicht das beste Beispiel für ein Bürgerjournalismusprojekt dieser Art ist die südkoreanische Website<br />
                            <a href="http://english.ohmynews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OhmyNews</a>, die am 20.02.2002 um 2 Uhr nachmittags ins Netz ging und sich mittlerweile zu einer so bedeutenden und unabhängigen Kraft unter den südkoreanischen Nachrichtenmedien entwickelt hat, dass der 2003 gewählte neue Präsident Roh Moo Hyun sein erstes Interview nach der Wahl nicht einer südkoreanischen Zeitung oder Fernsehstation gab, sondern OhmyNews.</p>
<p>Oh Yeon Ho, der heute 40-jährige Präsident und Chefredakteur, startete OhmyNews zusammen mit drei Journalistenkollegen. Der Name ist eine Variation der Phrase „Oh my god&#8221;, die um diese Zeit in Korea im Rahmen einer Komödie sehr bekannt wurde. Journalistischer Anspruch des jungen Mediums war, den rechtskonservativen Medien des Landes im Internet Paroli zu bieten. Das kleine Team betrieb knallharten investigativen Journalismus &#8211; und lud die Bevölkerung zur Mitarbeit ein. „Keine Meinung ist irrelevant&#8221;, betonte Oh Yeon Ho von Anfang an und propagierte das Recht jedes koreanischen Bürgers, diese auch zu sagen. OhmyNews wurde hierfür die Plattform. Nach nur zehn Monaten hatte OhmyNews 727 freie Mitarbeiter, die die Redaktion mit eigenen Texten und Bildern versorgten. Heute beschäftigt OhmyNews 54 fest angestellte Journalisten und wird von mehr als 40.000 Citizen Reporters unterstützt, von denen „mehr als die Hälfte mindestens einmal selbst einen Beitrag verfasst haben&#8221;, wie Oh Yeon Ho erklärt.</p>
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                              <strong>Mit Dualität zum Erfolg</strong>
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<p>Thematische Einschränkungen gab es und gibt es nicht: Jeder kann bei OhmyNews über die Themen schreiben, die ihn bewegen oder interessieren. Mindestanforderungen an Faktentreue und Informationsgehalt stellt die Redaktion allerdings. Rund 30 Prozent der eingereichten Beiträge werden abgelehnt. Mittlerweile gibt es auch eine internationale Version von OhmyNews in englischer Sprache. Rund 500 Citizen Reporter liefern dazu Beiträge. Wer nicht selber schreibt, kann Kommentare verfassen oder Anregungen liefern. Die Gemeinschaft ist sehr aktiv. Der Rekord liegt derzeit bei 3-500 Kommentaren und 100.000 Abrufen für einen einzelnen Artikel &#8211; unkommentiert bleibt kaum etwas.</p>
<p>Der Erfolg von OhmyNews beruht auf der Dualität zwischen professionellem Nachrichtenjournalismus und Beiträgen aus der Leserschaft. 700.000 bis zwei Millionen Besucher erreicht OhmyNews täglich. Rund 200 Beiträge werden pro Tag veröffentlicht. 70 Prozent davon stammen von Bürgerreportern. Die Redaktion kümmert sich dabei in erster Linie um die aktuelle Nachrichtenlage und versteht sich als „liberaler Gegenpol zu den 80 Prozent rechtskonservativen Medien Koreas&#8221;. Die Beiträge der User sind häufiger „Soft News&#8221;. Seit Mitte 2005 hat OhmyNews eine in Fachkreisen hoch angesehene Chefredakteurin. Myung Sook Seo leitete zuvor mehrere Jahre das Sisa Journal, eine einflussreiche politische Wochenzeitung.</p>
<p>                            <strong>Bürgerreporter werden bezahlt</strong></p>
<p>Die Motivation für die User ist in erster Linie die Möglichkeit, die Öffentlichkeit mit eigenen Themen zu erreichen. Doch mittlerweile geht es um mehr als die Ehre. Wer gut ist, kann mit seiner Arbeit Geld verdienen &#8211; sogar 30.000 US-Dollar in drei Tagen &#8211; wie Oh Yeon Ho berichtet, Doch dieses imposante Ausnahmebeispiel macht sich wohl besser in den Promotion-Unterlagen des Unternehmens, als dass es angehenden Journalisten als Maßstab für eine realistische Einschätzung der Verdienstmöglichkeiten an die Hand gäbe.<br />
                            <br />Citizen Reporter werden bei OhmyNews bezahlt -allerdings nur, wenn die Redaktion den Beitrag für so gut hält, dass er auf der Startseite angekündigt wird. Fünf bis zehn usergenerierte Beiträge nehmen diese Hürde pro Tag. Je nach Platzierung erhalten die Autoren dafür zwischen zwei und 20 US-Dollar. Zwei bis drei Jahresgehälter eines Redakteurs gibt OhmyNews jährlich für seine Bürgerreporter aus. Die eigentliche Einnahmequelle für die Autoren sind „Trinkgelder&#8221;, die User für besonders gelungene Beiträge spenden. Bis zu zehn Dollar kann ein Leser seinem Lieblingsautor für einen Artikel zukommen lassen.</p>
<p>OhmyNews arbeitet profitabel und finanziert sich zu 70 Prozent aus Werbung, zu 20 Prozent aus dem Verkauf von Nachrichteninhalten an andere Medien und zu zehn Prozent aus sonstigen Einnahmen. Dazu gehören auch freiwillige Abonnementgebühren von Nutzern für die Zustellung der kostenlosen Ohmy News-Printausgabe, die einmal wöchentlich in einer Auflage von 150.000 Exemplaren erscheint.</p>
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                              <strong>Konkurrenz oder Ergänzung?</strong>
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<p>Sind diese „Bürgerjournalisten&#8221; nun Journalisten? Machen sie den Beruf kaputt und die Redaktion überflüssig? Das Beispiel OhmyNews zeigt, dass sich beide Welten sinnvoll ergänzen können. Neugegründete Websites wie Spymedia, Scoopt oder Celljournalist versuchen jedermann dabei zu helfen, spektakuläre Fotos professionell an Medien zu vermarkten. Bei Journalisten weltweit überwiegen allerdings Berührungsängste. Vielleicht liegt das auch an der Wortwahl. Nicht nur in der deutscher Übersetzung schwingt bei „Bürgerjournalismus&#8221; unterschwellig ein ethischer und politischer Anspruch mit, den die meisten „Bürgermedien&#8221; nicht einlösen &#8211; vielleicht nicht einlösen können, vielleicht aber auch gar nicht wollen. Alltagsthemen sind dort wichtig, Fotos, „Kleinkram&#8221;. „Diese Inhalte bringen eine Dimension des Lebens in das Produkt, die in unserer Betrachtungsweise von kommunalen Geschehnissen oft verloren geht&#8221;, verteidigt Steve Yelvington diese Herangehensweise mit Blick auf „BlufftonToday&#8221;. „Würden Sie zu einem Bürger- Hirn-Chirurgen gehen?&#8221;, zitierte dagegen die britische Journalisten-Website journalism.co.uk Anfang Oktober Simon Bucks von Sky TV News, der bei einer Veranstaltung zur Redaktion der Zukunft in London referiert hatte.</p>
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                              <strong>Windmühlen bauen</strong>
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<p>Irgendwie erinnert dieses Gerangel an die Auseinandersetzung von Geschwistern, bei denen der Ältere dem Jüngeren den Joystick zu entringen versucht, weil der „nicht richtig&#8221; damit zu spielen verstehe. Die Bedeutung von Weblogs lässt sich beispielsweise daran ablesen, dass sie bei den Ergebnissen von Suchmaschinen sehr weit oben gelistet werden. Wie wichtig Weblogs innerhalb der kurzen Zeit ihres Bestehens geworden sind, zeigt überdeutlich, dass das Internet die Regeln der Kommunikation tatsächlich verändert. In welche Richtung dies führen könnte, zeigt exemplarisch der Flash-Film „Epic 2015&#8243; von Robin Sloan und Matt Thompson, der spielerisch eine aldous-huxley-artige „schöne neue Welt&#8221; entwirft in der das riesige Konglomerat „Googlezon&#8221; alle Informationswünsche erfüllt und herkömmliche Medien vom Markt verdrängt hat. Ein Sprichwort sagt, dass bei aufkommendem Sturm ein Teil der Menschheit Schutzhütten baut, der andere Windmühlen. Journalisten sollten sich für die zweite Variante entscheiden.<br />
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                                <a href="kriefler_buergerjournalisten_060420_2.shtml">zweiten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
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                              <strong>Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
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