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	<title>Howard Dean &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Howard Dean &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Online-Fundraising im Wahlkampf – Segen für gebeutelte Parteienfinanzen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl05-fundraisingimwahlkampf050630-shtml-2890/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Präsidentschaftswahlkampf in den USA im vergangenen Jahr hat online-Fundraisiung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Kai Fischer untersucht für politik-digital.de, welche Schlussfolgerungen sich hieraus für den Wahlkampf deutscher Parteien ziehen lassen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Im Präsidentschaftswahlkampf in den USA im vergangenen Jahr hat online-Fundraisiung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Kai Fischer untersucht für politik-digital.de, welche Schlussfolgerungen sich hieraus für den Wahlkampf deutscher Parteien ziehen lassen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Neueste Zahlen aus den USA belegen einen starken Anstieg im Online-Fundraising: 8,6 Mio. amerikanische Haushalte haben 2004 über drei Milliarden US$ online gespendet. Dies entspricht 12% aller amerikanischen Haushalte, die 2004 mindestens einmal online gespendet haben. Bezogen auf 2003 ergibt sich ein beachtlicher Anstieg von 50% bei den amerikanischen Online-Spenden.</p>
<p>Auch amerikanische Parteien haben von Online-Spenden im letzten Präsidentschaftswahlkampf stark profitiert. Allein die Kampagne von Howard Dean, welche als die erfolgreichste Online-Spenden-Kampagne überhaupt gilt, hat in nur einem Quartal über 7,4 Millionen US$ im Internet erbracht. Das waren immerhin 50% aller in diesem Quartal von Howard Dean gesammelten Spenden von 14,8 Millionen US$.</p>
<p>Aber auch in Deutschland sind in diesem Jahr die Online-Spenden stark angestiegen. So erbrachten die Hilfeaufrufe nach der Tsunami-Flutkatastrophe in Südasien Weihnachten 2004 allein bei Unicef in den ersten sieben Tagen 20% aller in dieser Zeit gesammelten Spenden über das Internet.</p>
<p>Für die Schatzmeister aller Parteien ist dies eine verlockende Aussicht: Einfach auf die bestehende Website ein Spenden-Tool integriert und schon können die Spenden aus dem Internet in die Kassen sprudeln. Nur: Tun sie das denn auch wirklich? Die Erfahrungen sehen leider ganz anders aus. Angesichts einiger weniger Online-Spenden, die die Parteien in den letzten Wahlkämpfen erreichten, muss man die Frage stellen, ob es sich finanziell überhaupt lohnt, ein Tool für Online-Spenden auf der Website anzubieten. Einige Landesverbände haben hierauf schon eine Antwort gefunden und auf die Möglichkeit zur Online-Spende schon wieder verzichtet.</p>
<p>Hier stellt sich jedoch doch die Frage, wo der Denkfehler ist. Schaut man sich nämlich die Kampagne von Howard Dean etwas genauer an, dann wird schnell klar, wo die Fehler der Parteien liegen. Statt die Wähler traditionell mit mehr oder weniger guten und wohlklingenden Slogans und Wahlversprechen zu mobilisieren oder Politik als Marke zu verpacken und zu verkaufen, hat Dean und sein Team eine dezidierte Online-Kommunikationsstrategie entwickelt, die starke Bezüge zu Grasswurzel-Kampagnen aufwies.</p>
<p>Statt einer zentralen Kommunikation, bei der die Partei bzw. der Kandidat dem Volk und den Unterstützern Wahrheiten und Weisheiten verkündet, die diese motivieren sollen, basierte die Kampagne von Howard Dean auf der Idee, eine Gemeinschaft zur Erreichung eines Ziels (Präsident Bush aus dem Weißen Haus zu verjagen) zu bilden. Kennzeichnend war, dass jeder Unterstützer und jeder Förderer Teil der Gemeinschaft wurde und seinen Anteil am Erfolg hatte.</p>
<p>Eine derartige Gemeinschaft konstituiert sich, wenn das Ziel und die emotionale Basis klar definiert und von den Unterstützern geteilt wird. Ferner ist notwendig, dass zwischen den Akteuren (dem Wahlkampfteam von Dean) und den Unterstützern eine enge zweiseitige Kommunikation stattfindet: Das Team informiert permanent und äußerst aktuell über alle Ereignisse in Bezug auf die Kampagne. Gleichzeitig erhalten alle Unterstützer die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. In Online-Umfragen werden sie um ihre Einschätzung gebeten, in Blogs und Foren können sie mit anderen Unterstützern und Mitgliedern des Wahlkampfteams diskutieren und sie erhalten die Möglichkeit, direkt mit Mitgliedern des Teams Kontakt aufzunehmen. House-Parties, zu denen Unterstützer andere Unterstützer, Freunde und Bekannte in die eigene Wohnung einladen, um für Dean zu werben, verstärken das Gefühl einer Gemeinschaft anzugehören.</p>
<p>Neben der permanenten Kommunikation wurde der Wahlkampf geschickt dynamisiert. Durch Zeit- und Zielvorgaben wurden sportliche Elemente in den Wahlkampf eingeführt. Wenn es zum Beispiel einem politischen Gegner gelang, an einem Tag 200.000 US$ einzuwerben, dann forderte das Team von Dean die eigenen Unterstützer auf, bis zum nächsten Tag 300.000 US$ zu sammeln, was häufig gelang.</p>
<p>Man muss sich die Zahlen anschauen, um ermessen zu können, welche Dynamik und welcher Aufwand in der Kampagne von Dean steckte:</p>
<ul>
<li>Bis Ende des 3. Quartals 2003 wurden mehr als 6,5 Millionen E-Mails an Unterstützer geschickt</li>
<li>Ende Nov. 2003 gab es mehr als 509.000 E-Mail-Abonnenten</li>
<li>Im 3. Quartal 2003 gab es 110.786 Online-Spenden von 84.713 Spendern</li>
<li>358 Online-Umfragen erbrachten 388.000 Antworten</li>
<li>2.600 Unterstützer haben eine eigene Unterstützer-Website für Dean kreiert</li>
<li>9.300 Menschen haben sich als Veranstalter oder Teilnehmer an privaten Fundraising-Parties online registriert.</li>
</ul>
<p>Welche Schlussfolgerung lässt sich hieraus für deutsche Parteien ziehen?</p>
<ul>
<li>Zum einen besteht sicherlich in Deutschland auch ein Potenzial für Online-Spenden an politische Parteien. Es liegt an den Parteien, dies zu erschließen.</li>
<li>Die politische Arbeit und die politische Aktivierung der Wähler und Unterstützer sind nicht vom Fundraising zu trennen, sondern sind zwei Seiten derselben Medaille. Unterstützer wollen immer auch den politischen Erfolg und die politischen Unterstützer sind immer eine erste Adresse für die Ansprache von finanziellen Förderern.</li>
<li>Die Kommunikation mit den Wählern und Unterstützern sowie den Förderern sollte eingehend überdacht werden. Statt Verlautbarungen und der Verkündung von Wahlversprechen wäre ein ernsthafter Dialog, bei dem Parteien und Politiker auch zuhören, eine gute Voraussetzung für erfolgreiches (Online-) Fundraising.</li>
<li>Menschen geben anderen Menschen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Stiftung einer Gemeinschaft zwischen Parteien und Kandidaten auf der einen und Wählern und Förderern auf der anderen Seite wäre ein interessantes Projekt, nicht nur um die Finanzen zu stabilisieren, sondern auch um die Politik- und Politikerverdrossenheit etwas abzubauen. Denn Menschen, die Politikern nicht trauen, werden keine Förderer, weder online noch offline. Da helfen leider keine Tools und auch keine tollen Websites und Wahlkampagnen.
</li>
</ul>
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		<title>Das Internet im US-Wahlkampf &#8211; Teil VI World Wide Wahlkampf- American Style &#8217;04</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-internetuwahlkampfus046-shtml-2470/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mvoigt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der webbasierte World Wide Wahlkampf geht 2004 in eine neue Runde. Seit Anfang der 90er Jahre wird das Internet im US-Wahlkampf eingesetzt, aber erst im 1998er Gouverneurswahlkampf von Jesse Ventura und in den 2000er Vorwahlkampagnen von John McCain und Bill Bradley nutzte man das gesamte strategische Anwendungspotential.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Der webbasierte World Wide Wahlkampf geht 2004 in eine neue Runde. Seit Anfang der 90er Jahre wird das Internet im US-Wahlkampf eingesetzt, aber erst im 1998er Gouverneurswahlkampf von Jesse Ventura und in den 2000er Vorwahlkampagnen von John McCain und Bill Bradley nutzte man das gesamte strategische Anwendungspotential.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">2004 positioniert die Präsidentschaftskampagne um Howard Dean unter dem Motto „The revolution will not be televised“- das Internet endgültig unter den Standardelementen einer modernen Kampagne. Ob „Post-Broadcast Era“, „Guerilla- Wahlkampf“ oder einfach nur „Revolution“, an Begriffen über die Internettrends im amerikanischen Wahlkampf 2004 mangelt es nicht. Die Vorteile von Online-Kommunikation sind offensichtlich: Sie ist preiswert, schnell, ungefiltert. Durch eine Verknüpfung von Text, Audio und Video sowie der mögliche interaktive Ansatz machen es zu einem attraktiven und wirkungsvollem Instrument. In einem Medium, dass auf dem Konzept des „infinite channel surfing“ fußt, besteht die Herausforderung für politische Wahlkämpfer in der Gestaltung eines Angebotes mit hoher Praktikabilität und Anziehungskraft. Die Web Sites der Präsidentschaftskandidaten haben sich zu Politportalen entwickelt und sind voll in die Medienstrategie der Wahlkämpfe integriert. Innerhalb der amerikanischen Kampagnen herrscht ein eindeutiges Bekenntnis zum Internet als Forum für Information, Mobilisierung und Koordination von Sympathisanten, direktem politischen Dialog und erfolgreicher Spendengewinnung. Es findet eine enge Vernetzung von Online- und Offline-Angeboten statt, bei der es zu einer Fusion von „high-tech“ (Internet) und „high-touch“ (persönlicher Kontakt) kommt. Die Online- Kampagnen erreichen hohe Interaktivität und Beteiligung und lösen starre Informationsplattformen ab. Die Durchdringung des Wahlkampfes mit Online-Campaigning-Elementen führt zu einer extremen Beschleunigung der politischen Kommunikation und des Wahlkampfprozesses. Während im Fernsehzeitalter für jeden Tag möglichst eine Botschaft in den Medien versucht wurde zu platzieren, werden durch das Online-Campaigning fast stündlich Themen vorgegeben und beworben. Zugleich erweist es sich als Herausforderung, in einer auf zentrale Kommunikation angelegten Wahlkampfkampagne, dass dezentrale Medium Internet weiter nutzbar zu machen. Während das Fernsehen die Kommunikation zentralisiert habe, schaffe das Internet die Voraussetzung für Einflussnahme von unten, so der Wahlkampfmanager von Howard Dean, Joe Trippi. In den Worten des früheren Clinton- Wahlkämpfers Dick Morris: „[…] era of TV-dominated politics is coming to a close after 30 years. […], the 30-second ad and the seven-second soundbite are losing their power to control the political dialogue. Taking their place is grassroots organizing, made possible by the Internet […]”. Es bleibt fraglich, ob das „Einweg Push- Medium“ Fernsehen durch das „Pull-Medium“ Internet jemals vollständig ersetzt werden kann. Weiterhin müssen Online-Kampagnen massiv offline beworben werden. Dafür sind nach wie vor die traditionellen Werbemittel und Medien entscheidend. Dennoch setzt das Internet im Wahljahr 2004 seinen Siegeszug als Medium für direkte politische Kommunikation weiter fort.</p>
<p>Das Internet entwickelt sich immer stärker zu einem universalen Wahlkampftool. Es vereint Wahlkampfkommunikation und -organisation. Weiterhin gilt jedoch, dass traditionelle Massen-Werbemittel kann es noch längst nicht ersetzen. Dennoch eignet es sich hervorragend für die Zielgruppenansprache und für spezifische Aufgaben.</p>
<p>Im Bemühen das Internet für eine 24- Stunden-Berichterstattung über den Kandidaten und seine Kampagne zu nutzen, der Zwang, die Homepage täglich zu aktualisieren, Online-Anfragen binnen 24 Stunden zu beantworten und Sympathisanten-, Freiwilligen- oder fundraising- Datenbanken permanent zu pflegen, kommt es auch auf einen großen Personal- und Ressourcenaufwand. Vorbei sind die Zeiten, wo ein Informatikstudent eine bilderreiche Homepage programmierte. Heute sind 5-15 Vollzeitkräfte und ebenso viele Freiwillige damit beschäftigt, Online und Offline sinnvoll miteinander zu vernetzen. Zu einer erfolgreichen Online-Strategie zählen amerikanische Online-Consultants unterschiedliche Komponenten. E-Mail, Homepage, Blog und (in)offizielle Nebenseiten ergeben ein gemeinsames kommunikatives Bild. Ihr Erfolg basiert auf schneller Kommunikation, d.h. eine Internetseite muss sich sehr schnell aufbauen, der Inhalt sollte sich mehrfach täglich erneuern, oder eine E-Mailanfrage muss umgehend beantwortet werden. Die Online-Nutzer sollten nicht das Gefühl bekommen, die Informationen entstammten der letzten Besprechung der „Spin Doctors“. Vielmehr gilt es in der Ansprache, personalisiert, dialogisch und interaktiv zu bleiben.</p>
<p>Wer im weltweiten Netz der Information bei dem Kampf um Stimmen, Stimmungen und Unterstützer die Nase vorn haben will, der sollte drei übergeordnete strategische Ziele verfolgen.</p>
<ul>
<li>Sign-Up! – Erfasse die Daten Deiner Nutzer genau und bediene Dich der Informationen.</li>
<li>Give money! – Versuche durch Deine Nutzer zum Geldgeben zu animieren und probiere es immer wieder.</li>
<li>Take action! – Rege Deine Nutzer immer wieder zu konkreten Aktionen an und gib Ihnen spezifische Handlungsanweisung, was sie on- und offline für die Kampagne tun können.</li>
</ul>
<p>Das Internet revolutioniert nicht den Wahlkampf, aber es revolutioniert die Möglichkeiten Wahlkampf effektiver und zielgruppenspezifischer zu organisieren und zu kommunizieren.</p>
<p>
                            <br />Mario Voigt war Wahlkampfbeobachter der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er arbeitet am Zentrum für Politische Kommunikation Jena und schreibt seine Doktorarbeit ueber den Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Voigt ist Mitbegründer von www.poli-c.de .</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gewinner im Netz, Verlierer an der Urne</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-us04internet-shtml-2673/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                              Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine "Graswurzel"- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine &#8220;Graswurzel&#8221;- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.<!--break--></p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine &#8220;Graswurzel&#8221;- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.</strong>
                            </p>
<p>Der aus dem Wahlkampf der Demokraten bereits ausgeschiedene Howard Dean hat zwar die Vorwahlen am „Super Tuesday“ in seinem Heimatsstaat Vermont gewonnen. Aber John Kerry gewann in neun von zehn Bundesstaaten und wird der Herausforderer von George W. Bush bei der US-Präsidentschaftswahl am 2. November 2004. Sein letzter Konkurrent, John Edwards, gibt das Rennen auf.</p>
<p>
                            <strong>Ein Rückblick mit Wehmut</strong><br />
                            <br />Über zwei Jahre bereiste das Wahlkampfteam von Howard Dean die USA und führte eine Internetkampagne, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Doch trotz akribischer Planung der &#8220;größten Graswurzelaktion der Moderne&#8221;, kam Howard Deans Kandidatur zu einem frühen Ende. Im Gegensatz zu Amtsinhaber George W. Bush oder zu John Kerry hatte Dean das Geld dafür aber nicht bei Großspendern, sondern bei vielen Kleinspendern im Internet gesammelt. Noch nie war es einem demokratischen Kandidaten gelungen, bereits im Vorjahr der Wahl 41 Millionen US-Dollar einzunehmen. Mit Deans Kandidaturniederlage wird eine seit 1984 gültige Regel widerlegt: Die Vorwahlen wurden jeweils von demjenigen gewonnen, der zu Beginn der Kampagne am meisten Geld hatte.</p>
<p>
                            <strong>Die Internet-Echokammer</strong><br />
                            <br />Viele begeisterte Dean-Anhänger stellen sich selbstkritische Fragen. So wie John Perry Barlow, der die Weblogs gegenüber der<br />
                            <a href="http://www.latimes.com">&#8220;Los Angeles Times&#8221;</a> als &#8220;Echokammer&#8221; bezeichnet hat, in denen selbstgefällige Aktivisten den Kontakt zur Außenwelt verlieren: &#8220;Vielleicht haben wir zu stark an unseren Monitoren geklebt um zu merken, dass Wahlen nicht nur mit Geld, sondern auch durch reale Wahlkämpfer gewonnen werden&#8221;. Doch Barlow, Mitgründer der zivilgesellschaftlichen<br />
                            <a href="http://www.eff.org">Electronic Frontier Foundation</a>, hat in seinem<br />
                            <a href="http://blog.barlowfriendz.net">Blog</a> noch eine andere Variante anzubieten, die vor allem Verschwörungstheoretiker ansprechen dürfte. TV-Sender hätten Dean wiederholt lächerlich gemacht, da sie den regen Gebrauch des Internets in Deans Kampagne als Angriff auf ihre bisherige Vorrangstellung unter den Medien betrachteten. Das er eigene Fehler gemacht halt, ist halt schwer zuzugeben. Das Dean-Team habe keine politische Perspektive auf das Internet, sondern eine ökonomische, schreibt Internet-Altmeister<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04dean.shtml">Christoph Bieber</a>. Zu viel eBusiness, zu wenig ePolitics ist seine Schlussfolgerung.</p>
<p>
                            <strong>Wer tritt Deans Erbe an?</strong><br />
                            <br />Der ehemalige Dean-Berater Markos Moulitsas Zuniga ist sich indes sicher, &#8220;dass Dean abstürzte, hatte nichts mit dem Internet zu tun&#8221;. Insofern sei es kein Wunder, dass die verbleibenden Kandidaten ebenfalls auf Online-Spenden, meetups und blogging setzten. &#8220;Letzten Endes ist das Internet jedoch nur eines von vielen Tools in der Kampagnen-Box&#8221;, so Markos im<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/webloginterview.shtml">Interview</a> mit politik-digital.de, der Deans Strategen beim Aufbau der Internetkampagne unterstützte.</p>
<p>Von besonderem Interesse ist jetzt die Frage, ob der erfolglose Dean vielleicht noch zum Köngismacher taugt und wen seine vielen Anhänger in Zukunft unterstützen werden. Doch bei diesen handelt es sich nicht um die Verfügungsmasse des Kandidaten. Besonders mit John Kerry tun sich viele der begeisterten Dean-Aktivisten schwer. Einige von ihnen haben bereits eine Internet-<br />
                            <a href="http://www.petitiononline.com/DFAforUS/petition.html">Petition</a> gegen die Weiterverwendung ihrer Daten durch andere Kandidaten gestartet. Andere haben gemerkt, dass der Name Dean auch weiterhin auf dem Wahlzettel stehen wird: &#8220;Die Medien und das Washingtoner Establishment waren so unfair zu Dean, dass wir aufstehen und uns weigern, einen so großen Mann ziehen zu lassen&#8221;, schreibt Wenmay im DFA-Blog. Doch die Mehrheit hat eingesehen, an welcher Front gekämpft werden muss. Vorherrschend sind Statements wie die von Kevin: &#8220;So geschmacklos es auch sein mag, für Kerry zu stimmen – Bush muss so schnell wie möglich abgewählt werden&#8221;. In dieser Stimmung wird es auch für Verbraucheranwalt Ralph Nader schwer werden, der als unabhängiger Kandidat ins Rennen eingetreten ist. &#8220;Eine Stimme für jeden anderen als den demokratischen Kandidaten ist eine Stimme für Bush&#8221;, schreibt ein Aktivist aus Virginia.</p>
<p></p>
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		<item>
		<title>Dean verändert moderne Wahlkämpfe</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/dean-veraendert-moderne-wahlkaempfe-2491/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.<!--break--></p>
<p>
<b>Zwar hat das Internet Dean gefunden, aber Dean nicht die Wähler. Im Interview erläutert Rick Ridder, US-Wahlkampfmanager und ehemaliger Dean-Berater, die Erfolge und Fehler der Dean-Kampagne.</b>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/salon/photos/rridder85x104.jpg" alt="Rick Ridder" align="left" height="104" width="85" />Rick Ridder ist politischer Berater und Mitgründer der Beratungsfirma<br />
<a href="http://ridder-braden.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ridder/Braden Inc</a>. in Denver. Er war als Berater in drei US- Präsidentschaftskampagnen involviert, u.a. in der Kampagne von Bill Clinton. Daneben hat er zahlreiche Kandidaten in Senats-, Repräsentanten- und Gouverneurswahlen beraten. Von November 2002 bis März 2003 war er als Kampagnenmanager für Howard Dean tätig, bis er sich aus privaten Gründen von der operativen Leitung zurückzog und die Kampagne beratend begleitete.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Herr Ridder, der Kampagne von Howard Dean wird der Verdienst zugeschrieben, neue Internettools in den Wahlkampf eingebracht zu haben: z.B.<br />
<a href="http://dean2004.meetup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MeetUp.com</a>,<br />
<a href="http://www.blogforamerica.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogs</a> oder<br />
<a href="http://www.deanforamerica.com/site/cg/index.html?type=page&amp;pagename=audio_video_archive" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DeanTV</a>. Was war Ihrer Meinung nach die größte Innovation der Dean Kampagne und was war am wichtigsten für den anfänglichen Erfolg der Kampagne?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Die größte Innovation der Dean Kampagne war die interaktive Anlage der Website. Die Leute, die uns unterstütz haben und sich engagieren wollten, hatten mehrere Wege sich einzubringen. Sie konnten handgeschriebe Unterstützungsbriefe an Wähler in Iowa schicken (der Ort des strategisch sehr wichtigen ersten regionalen Wahlparteigremiums, Anm.), zu einem MeetUp gehen, Poster und Flugblätter runterladen, ihre Meinung im Blog posten oder eine Unterstützungsparty organisieren. Es gab kein einzelnes, besonderes Tool, das für den Erfolg der Dean Website verantwortlich war; es war die Summe aller Teile!
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Howard Dean hat einmal gesagt:&quot; Nicht wir haben das Internet gefunden, das Internet hat uns gefunden!&quot; Nachdem Tools wie MeetUp oder Blogs bei Dean so erfolgreich waren, wurden sie sofort von den anderen Kandidaten kopiert, allerdings ohne großen Erfolg. Warum haben diese Tools gerade für Howard Dean so gut funktioniert?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Das Internet war das Medium, das die potentiellen Unterstützer der Kampagne am meisten angesprochen hat. Sie haben das Internet durchsucht und haben mit Howard Dean den Kandidaten gefunden, der ihren Ansichten am meisten entsprochen hat. Deans Botschaft hat mit den Internetaktivisten harmoniert, während die Botschaften der anderen Kandidaten dieser Gruppe weit weniger entsprochen haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Wenn Sie sich an Ihre früheren Kampagnen zurückerinnern, beispielsweise für Bill Clinton oder Bill Bradley, welchen grossen Unterschied hat das Internet dieses Mal für die Kampagnenführung gemacht?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Der Hauptunterschied lag darin, dass uns das Internet erlaubt hat, eine große Anzahl an freiwilligen Unterstützern schnell und günstig zu mobilisieren. Auch die Möglichkeit beim Spendensammeln, derart schnell eine so große Summe an Geld für die Kampagne aufzustellen, hat im Unterschied zu früher die Art und Weise Kampagnen zu führen entscheidend verändert.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Das Internet als Instrument von politischen Kampagnen folgt dem Bottom Up-Prinzip (von unten), z.B. Bloging. Konventionellerweise sind politische Kampagnen als Einwegkommunikationsfluss mit einer Top Down-Struktur (von oben) organisiert. Wie sind sie damit umgegangen?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Ich habe die Kampagne schon vor dem Einführen der Bottom Up-Struktur verlassen. Sie gab dem Management aber die Möglichkeit, die Meinungen der Unterstützer und Wähler zu hören. Besondere Aufmerksamkeit genossen dabei die Meinungen und Anregungen in den Blogs.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Grundideen der Dean Website waren Interaktion und die Vernetzung ihrer Unterstützer und Aktivisten, z.B. mittels des<br />
<a href="http://commons.deanforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DeanLink</a>. Kann das Internet ein Ersatz für persönlichen Kontakt in Kampagnen werden?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Es ist kein Ersatz für persönlichen Kontakt. Persönlicher Kontakt ist noch immer die wertvollste Form der politischen Kommunikation. Das Internet ist aber ein wertvolles Medium für die Interaktion mit einem Kandidaten.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Spendensammeln ist in amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfen enorm wichtig. Howard Dean hat mehr Geld über das Internet gesammelt als jeder andere Kandidat zuvor. Was ist das Geheimnis?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Da gibt es kein Geheimnis. Frage einfach so viele Leute wie möglich nach so viel Geld wie möglich, so oft und auf so viele verschiedene Arten wie möglich. Wir haben dabei mit dem Internet gearbeitet, mit Briefen, persönlichem Kontakt, Veranstaltungen bei Unterstützern zu Hause, großen öffentlichen Events, Telemarketing und starken Finance Committees, um Geld zu sammeln. Es gab keinen einzelnen Weg, um Geld zu sammeln, sondern eine ganze Reihe von Aktivitäten.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Die Kampagne von Howard Dean hat über das Netz mehr Geld gesammelt, mehr Unterstützer mobilisiert und mehr Medienaufmerksamkeit bekommen als alle früheren Internetkampagnen. Dean galt lange Zeit als Favorit für die demokratische Präsidentschaftsnominierung. Er konnte alle diese Vorteile aber zumindest vor dem ersten Supertuesday (bis zum 16.02, Anm.) nicht in Wählerstimmen und Wahlsiege bei den Vorwahlen verwandeln. Was ist schiefgelaufen?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Seine Botschaft in den Wochen vor den ersten Vorwahlen war auf den Kampagnenprozess an sich konzentriert: Unterstützungserklärungen von Prominenten, die Internetkampagne, die Gewinnchancen; aber es wurden keine inhaltlichen Positionen zu Themen kommuniziert, wie z.B. die Krise im Gesundheitssystem oder die Wirtschaftslage.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Zum Abschluss ein Kommentar zu den Internetkampagnen der anderen Kandidaten: Was hat Ihnen bei den anderen am besten gefallen und was fanden Sie am schlechtesten?
</p>
<p>
<b>Rick Ridder:</b> Die Kampagne von Wesley Clark hat da sehr gut gearbeitet. Wichtiger ist allerdings, dass alle Kandidaten die Tools und Ideen der Kampagne von Howard Dean übernommen haben &#8211; Blogs, MeetUps etc. In gewisser Weise, auch wenn er nicht zum Präsidenten gewählt werden sollte, wird die Kampagne von Howard Dean die Art und Weise, wie moderne Wahlkämpfe geführt werden, verändert haben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Herr Ridder, vielen Dank für das Interview!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Deans Fehler im Online-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert - aber nicht das Internet als Politikarena]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert &#8211; aber nicht das Internet als Politikarena<!--break-->.<br />
                  <strong>Eine kritische Würdigung des US-Internet-Wahlkampfes von Dr. Christoph Bieber.</strong><br />
                  </p>
<p>Dean, Dean, Dean &#8211; Internet, Internet, Internet. Eine Vielzahl von Berichten über die Frühphase der &#8220;primaries&#8221; zur Kür des demokratischen Präsidentschaftskandidaten befasste sich mit der innovativen Kampagne des ehemaligen Gouverneurs Howard Dean aus Vermont, der mit einer cleveren Kombination angesagter Online-Formate offenbar spielend leicht die Konkurrenz aus der eigenen Partei an die Wand zu drücken schien. Die Eckpfeiler der &#8211; inzwischen gescheiterten &#8211; Kampagne waren eine Mischung aus zeitgemäßem Online-Journalismus und moderner &#8220;p2p&#8221;-Kommunikation. Und außerdem waren sie ein weiteres Lehrstück in der an Missverständnissen nicht gerade armen Geschichte der spannungsreichen Beziehung von Politik und Internet.</p>
<p>
                  <strong>Wahlkampagnen und Daily Soaps</strong><br />
                  <br />Deans mit bis dahin ungekanntem Aufwand produzierter &#8221;<br />
                  <a href="http://www.blogforamerica.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog for America</a>&#8221; zielte auf die Erschließung der Ressource Aufmerksamkeit, die das parteipolitische Leichtgewicht zur Popularisierung auf den Bühnen der amerikanischen Öffentlichkeit nutzen konnte. Erreicht hat Dean damit nicht nur eine große Zahl lese- und schreibbegeisterter Anhänger, sondern auch die Etablierung von<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04trend.shtml">Weblogs</a> als anerkanntes Kommunikationstool für mitteilungswillige Politiker. Im Grunde tat Dean dabei nur das, was längst getan werden musste &#8211; die Gestaltung des Wahlkampfs als politisches &#8220;In-den-Tag-Hineinleben&#8221;, das Reisen von Marktplatz zu Marktplatz mit gelegentlichen Zwischenstopps in geeigneten (oder nicht-geeigneten) Talk-Shows sowie die Inszenierung der privaten als öffentliche Person eignen sich hervorragend für die Übertragung in das digitale Tagebuchformat.</p>
<p>Schon die Kandidatenseite von Gerhard &#8220;dranbleiben&#8221; Schröder im Jahr 2002 war im Grunde nichts anderes als ein Weblog, nur ohne die Funktionalität der heutigen Angebote &#8211; die eigens zur Wahl neu gestylten Seiten bildeten die heiße Wahlkampfphase des Schröder-Teams tagesaktuell ab und garnierten das Angebot mit kleinen Info-Häppchen. In seiner<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/schroeder.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rezension der Kanzler-Site</a> für politik-digital schrieb Martin Bewert im Juli 2002: &#8220;&#8230;im Zentrum steht eine Deutschlandkarte mit den Hauptwahlkampfauftritten, die sogenannte &#8220;Schröder-Deutschland-Tour&#8221;, zu der die Nutzerinnen und Nutzer multimedial eingeladen sind. Bis zur Wahlentscheidung am 22. September wird jeder der 40 Schröder-Auftritte per Videostream nachvollziehbar sein.&#8221; Natürlich funktionierte die Schröder-Site nur in der klassischen &#8220;top-down&#8221;-Variante, eine Kommentierungsoption war in der für Weblogs typischen Breite nicht vorgesehen. In der Strukturierung der Wahlkampfgestaltung als politische &#8220;Daily Soap&#8221; liegt die wohl größte Affinität von Kampagnen und Weblogs &#8211; die Abbildung des politischen Tagesgeschäfts lässt sich in kaum einem anderen Format besser darstellen als mit den Infobytes direkt aus dem Bus der Kandidaten-Entourage.</p>
<p>                  <strong>Wechsel der Kommunikationsrichtung</strong><br />
                  <br />Der zweite digitale Meilenstein der Dean-Kampagne war die frühzeitige Nutzung der &#8220;Mitmach-Plattform&#8221;<br />
                  <a href="http://meetup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meetup</a> zur Organisation der gerade in den USA so wichtigen &#8220;supporters&#8221;. Als zunächst einmal inhaltsleere Infrastruktur ermöglicht meetup den &#8220;kostenlosen Service zur Organisation lokaler Treffen über alles, irgendwo&#8221;. Die &#8220;Deaniacs&#8221; erkannten als erste die Potenziale zur internet-gestützten Vervielfältigung und Verbreitung der Botschaften ihres Hoffnungsträgers, der daher im vergangenen Spätsommer den passenden Beinamen &#8220;people-powered Howard&#8221; erhielt. Der Schlüssel für das frühzeitige Durchstarten der Dean-Kampagne lag in der Einbindung netztypischer &#8220;peer-to-peer&#8221;-Kommunikation, die vom professionellen Input aus Deans Kampagnen-Team angefeuert und unterstützt wurde. Bemerkenswert war dabei vor allem der Wechsel der Kommunikationsrichtung &#8211; das Kampagnen-Team agierte in der bewährten &#8220;top-down&#8221;-Manier, überließ aber auf der lokalen Ebene den Unterstützergruppen die Regie. Entstanden sind dadurch Horte der horizontalen Kommunikation, die Rekrutierungsbilanz der Politiker liest sich beeindruckend: Dean weiß Mitte Februar 2004 mit etwa 188.000 Registrierungen bei weitem die meisten &#8220;activists&#8221; hinter sich, Platz zwei behauptet der bereits ausgeschiedene Wesley Clark, John Kerry rangiert mit mehr als 47.000 Unterstützern erst auf Rang drei &#8211; und dem amtierenden Präsidenten geben bisher wenig mehr als 3.000 registrierte Meetup-Nutzer Rückhalt im digitalen Datenraum.</p>
<p>                  <strong>Erfolgsmodell Geldsammeln</strong><br />
                  <br />Nun darf diese Nabelschau an der Online-Front auch nicht überbewertet werden, denn schließlich verlaufen die Qualitätsgrenzen zwischen digital organisiertem Debattierklub und neumodischem &#8220;Stammtisch 2.0&#8221; fließend &#8211; doch kann die gelenkte digitale Kommunikation auch ganz reale Erfolge vorweisen: so sammelte mit Howard Dean ein Ex-Gouverneur aus der randständigen Ostküsten-Idylle Vermont bis Jahresende 2003 die mit Abstand größte Menge Spenden unter allen demokratischen Kandidaten zur Finanzierung der landesweiten Polit-Tournee &#8211; mit 41 Millionen US-Dollar sogar mehr als Fundraising-Legende Bill Clinton.</p>
<p>Mitverantwortlich für diesen Erfolg war die via Internet lancierte &#8220;100-Dollar-Revolution&#8221; als basisorientierte Akkumulation von Klein- und Kleinstspenden in Kontrast zu der nach umfangreichen Spendenpaketen schielenden Konkurrenz. Beim Online-Fundraising setzte Dean auf ein Mittel, das bereits im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf für Furore gesorgt hatte. Auch vor vier Jahren lehrte ein Außenseiter die etablierte Konkurrenz im Vorwahlkampf das Fürchten &#8211; allerdings im Lager der Republikaner: Senator John McCain sammelte im Millenium-Wahlkampf als erster hohe Spendensummen via Internet und ärgerte so den späteren Präsidenten George W. Bush. Jedoch musste sich auch McCain am Ende geschlagen geben &#8211; damals wie heute ermöglichte das digitale Säbelrasseln zwar einen guten Start ins zehrende Rennen um die Kandidatur, am Ende obsiegte jedoch der politisch &#8220;gewichtigere&#8221; und stärker im Partei-Establishment verankerte Bewerber.</p>
<p>                  <strong>Zu viel eBusiness</strong><br />
                  <br />Grund dafür könnte eine Art &#8220;Kategorienfehler&#8221; der neuen Online-Kampagnen sein &#8211; Howard Deans Online-Auftritt funktioniert in mancher Weise perfekt, nur leitet das Dean-Team keine politische Perspektive auf das Internet, sondern eine ökonomische. Die Wahlkampfmaschine &#8220;Dean Inc.&#8221; führt einen grandiosen Online-Wahlkampf, nur betreibt sie dabei nicht &#8220;e-politics&#8221;, sondern &#8220;e-business&#8221;: die Räderwerke der Online-PR laufen dank des &#8220;Blog for America&#8221; wie geschmiert, Spenden fließen dank &#8220;Online-Fundraising&#8221; ohne Unterlass und dank &#8220;Meetup&#8221; stimmt auch die &#8220;Customer Relationship&#8221;. Doch leider sind all dies Benchmark-Posten aus dem Bereich des digitalen Kommerzes und nicht aus dem Feld der digitalen Politik &#8211; dass es zwischen diesen beiden Feldern offenbar Unterschiede gibt, machen die angesichts der Vorschusslorbeeren bescheidenen Primary-Resultate Deans mehr als deutlich.</p>
<p>                  <strong>Politikarena Internet</strong><br />
                  <br />Ist also &#8220;das Internet&#8221; doch nicht in der Lage, ein politisches Erdbeben auszulösen? Ja und nein. Wie stets bei solchen Kardinalfragen werden schnell jene Stimmen laut, die das Netz auf ein normales Maß zurecht stutzen wollen und ihm jeglichen oder zumindest größeren Einfluss auf politische Prozesse absprechen. Doch ganz so ist es nicht &#8211; nimmt man allein die Zahlen der eingeschriebenen Unterstützer einzelner Kampagnen und wertet sie als eine Art &#8220;Schnuppermitgliedschaft&#8221; im politischen Fitness-Club, so dürften den Parteistrategen hierzulande die Tränen in die Augen schießen. Auch Inhalte, Reichweite und Feedback politischer Weblogs geben angesichts einer immer trister werdenden Medienlandschaft zwischen Konzentration und Boulevard Anlass zur Hoffnung. Und schließlich sind auch die ganz manifesten Veränderungen im Beteiligungsverhalten nicht aus den Augen zu verlieren &#8211; bei den diesjährigen Primaries sind mitunter beträchtliche Mobilisierungseffekte zu beobachten und gleich in mehreren Bundesstaaten wurden Rekorde bei der Bewerberauswahl gemeldet.</p>
<p>Wenngleich ein Kurzschluss zwischen lebhaften Online-Kampagnen und gesteigertem Interesse an der innerparteilichen Vorauswahl vermieden werden sollte, ist der Anteil der politik-orientierten Online-Kommunikation an einer Renaissance des komplizierten Auswahlverfahrens kaum zu leugnen. Dass das Internet dabei gelegentlich nicht über die Rolle des medialen Erfüllungsgehilfen bei der Inszenierung einer politischen Daily-Soap hinaus gekommen ist, darf nicht dem Medium selbst angekreidet werden &#8211; sondern nur seinen auf einem Auge blinden Nutzern: den &#8220;dotcom-Politikern&#8221; nämlich, die sich exzellent auf politisches E-Business verstehen, das Internet als genuinen Raum für politische Aushandlungsprozesse jedoch zunehmend verstellen.<br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 18.02.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                          <em><br />
                            <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                          </em></p>
<p>                          <em><br />
                            <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                          </em><br />
                          
                        </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                  </p>
<p>
                    <strong>Weiterführende Artikel:</strong><br />
                    
                  </p>
<ul>
<li>
                    <strong>Dossier</strong><br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#us04">US-Präsidentschaftswahlen 2004</a><br />
                    </li>
</ul>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
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		<title>Erfolg der Blogosphäre wird steigen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-webloginterview-shtml-2632/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.<!--break--></p>
<p>
                      <strong>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.</strong>
                    </p>
<p>
                    <img decoding="async" height="117" alt="Markos Moulitsas Zúniga" src="/salon/photos/mmulitsas85x117.jpg" width="85" align="left" />Markos Moulitsas Zuniga ist der Kopf des politischen Weblogs<br />
                    <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daily Kos</a>, einem der erfolgreichsten in den USA. Er ist ein typischer Vertreter seiner Zunft. Begonnen hat alles in San Francisco, wo er nach dem Jurastudium in Boston hinzog um seine ersten dot.com Millionen zu machen. Der Traum des 1971 geborenen Sohnes eines griechischen Vaters und einer salvadorianischen Mutter wurde durch den Zusammenbruch des New Economy Booms zerstört. Daraufhin gründete er seine eigene politische Unternehmensberatung und beschäftigt sich mit dem Aufbau von Online-Communities für Kampagnen auf House-, Senats- und Gouverneursebene. Seine Firma war beratend in der Dean Kampagne tätig und Teil der &#8220;Draft Clark&#8221; Bewegung. Während seiner Armeezeit von 1989 bis 1992 hat Markos in Bamberg, Bayern gelebt. &#8220;Ich hatte einen Computer während ich in der Armee war. Dieser war jedoch nicht ans Internet angeschlossen. Ich habe ihn zum Briefe schreiben und Spiele spielen benutzt&#8221;, schildert Markos seine Zeit in Deutschland. Sein Spitzname während der Armeezeit &#8220;Kos&#8221; stand bei der Namensgebung des Netztagebuches Pate.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Daily Kos ist ein politisches Weblog. Was ist der Kerngedanke des Projekts? Wird es nur von dir in Berkeley, Kalifornien umgesetzt?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Daily Kos besteht nur aus mir, obwohl ich inzwischen zahlreiche Gastbeiträge benutze, um meine Arbeitslast zu erleichtern. Ich habe die Website direkt nach dem Krieg in Afghanistan im Frühjahr 2002 aufgebaut, als sich Amerika mitten im Patriotismus-Fieber befand. Bush zu kritisieren wurde als unpatriotisch bezeichnet. Ich konnte jedoch sehen, dass die Bush-Politik in unserem Land großen Schaden verursachte. Daher ereiferte ich mich bei meinen Kollegen über den Horror der Bush Administration, obwohl ich wusste, dass diese genug von meinem Gerede hatten. Deshalb suchte ich nach einer anderen Möglichkeit meine Frustration auszudrücken und startete Daily Kos. Ich habe nicht erwartet, dass es so ein Erfolg werden würde. Am Anfang wollte ich einfach nur schreiben, um mit der politischen Situation unseres Landes klarzukommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ich habe gelesen, dass du als bezahlter Berater für Dean arbeitest. Ist Daily Kos Teil der offiziellen Kampagne und in welcher Art und Weise arbeitest du zur Zeit für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Im Moment machen wir nichts für die Kampagne von Dean. Meine Firma hat zu Beginn des Wahlkampfes für Dean gearbeitet (Ende 2002 und Frühjahr 2003). Kurz gesagt haben wir sie hinsichtlich des Aufbaus einer Online Community unter zu Hilfenahme von Blogs und Meetups beraten. Diese Tage liegen lange zurück.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Was ist der Unterschied zwischen deinem Blog und dem offiziellen &#8220;Dean For America&#8221; Blog (DFA)?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das DFA Blog ist ein offizielles Kampagnen-Kommunikations-Tool. Daily Kos war nie und ist nicht mit der Dean Kampagne verbunden. Es ist einfach nur mein kleiner Beitrag. Obwohl ich ein Befürworter von Dean bin, kommen einige der Gastbeiträge meiner Site von Clark oder Edwards oder Gephardts Unterstützern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ändert das Internat als Kampagnen-Tool die Art der Politik? Oder ist dies nur ein Mythos und Dean ein dot.com Crash? Handelt es sich um einen Kampf zwischen altmodischer und moderner Kampagnenführung, zwischen alten Massenmedien und neuen Medien?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das Internet brachte Dean 40 Millionen Dollar und Hunderttausende freiwillige Unterstützer. Die Kampagne verschwendete das Geld an unwirksamen Fernsehspots und missbrauchte die Unterstützer. Die Tatsache, dass Dean abstürzte, hatte nichts mit dem Internet zu tun. Wir haben unsere Rolle sehr gut erfüllt. Die Wahlkampfleiter und Medienbeauftragten haben jämmerlich versagt. Tatsache ist, dass jeder Kandidat heutzutage ein Blog hat. Jeder Kandidat versucht eine Online Community aufzubauen. Es ist ein wesentliche Vorraussetzung, um jeden großen Wahlkampf voranzubringen. Anders gesagt: Gore benutzte im Jahr 2000 Fernsehwerbung und verlor. Fernsehwerbung wird also überbewertet. Das scheint absurd, nicht wahr? Ist es. Das Internet ist nur ein Tool. Es kann bei einer Wahl eine große Rolle spielen (sieh, was es Dean gebracht hat). Letzten Endes ist das Internet jedoch nur eines von vielen Tools in der Kampagnen-Box. Wenn die anderen Tools nicht richtig genutzt werden, wird die Kampagne misslingen. Es gibt eine Menge Berater und politische Insider, die sich an Dean´s Fall ergötzt haben. Sie verstehen das Internet nicht und wollen lieber, dass alles so bleibt wie es ist. Sie sprechen nicht die Sprache des Internets mit &#8220;Blogs&#8221; und &#8220;Meetups&#8221;, mit &#8220;Comment Threads&#8221;, &#8220;Trolls&#8221; und &#8220;Flames&#8221;. Wenn diese Leute Dean diskreditieren, denken sie, damit die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf zu bringen. Solche Leute werden enttäuscht werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Warum benutzt du ein Weblog und nicht eine normale Website? Was ist der Vorteil deines Weblogs?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Weblogs benutzen eine Software, die auf einfache und schnelle Weise Aktualisierungen ermöglichen. Ich hatte vor langer Zeit (in den späten 90ern) schon einmal ein &#8220;Blog&#8221;. Damals musste ich dieses jedoch jeden Tag per HTML aktualisieren. Das war extrem anstrengend.</p>
<p>Außerdem hat das Blog-Format &#8211; mit ständig aktualisierten Nachrichten auf der Homepage &#8211; eine großartige Nutzeroberfläche. Die Nutzer finden die gesuchten Informationen ohne durch eine Vielzahl von Seiten klicken zu müssen. Sie können sofort sehen, ob die Website aktualisiert wurde. Zusätzlich erlaubt die Kommentar-Funktion den Nutzern inhaltlich zur Seite beizutragen. Daily Kos ist daher nicht ein einseitiger, langweiliger Kommunikationsstrom. Es gleicht eher einer Gemeindesitzung, in welcher alle über ihre Anliegen berichten können. Ich bin so eine Art Bürgermeister, welcher die Regeln und die Tagesordnung bestimmt. Daily Kos ist jedoch sehr viel größer als ich.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer nutzt Daily Kos? Jung, männlich &#8230;? Wie viele Besucher hat die Website am Tag?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Die Altergruppen sind überraschender Weise sehr gleichmäßig verteilt. Es besuchen nicht nur junge Leute die Site, jedoch sind es überwiegend männliche Nutzer. Männer sind den Frauen 60 Prozent zu 40 Prozent zahlenmäßig überlegen. Der Besucherdurchschnitt liegt bei 100.000 Besuchen pro Tag. Während der Woche kommt die Website täglich auf ca. 120.000 Besuche. An Wahltagen haben wir sogar ca. 150.000 Besuche.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Gibt es irgendwelche schmutzigen Tricks in den Kampagnen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Außer Push-Polling wurde nicht viel über schmutzige Tricks berichtet. Jede Kampagne benutzt Tricks und es wird sehr schmutzig in der landesweiten Wahl gegen die Republikaner werden. So weit ich weiß, war Kerry´s Organisation als einzige in schmutzige Tricks verwickelt, aber ich habe keine Beweise.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Du beobachtest die etablierten Medien. Möchtest du eine Gegen-Öffentlichkeit schaffen und die öffentliche Meinung beeinflussen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das ist die Idee. Die USA basierte auf politisch verfärbten Medien. Erst seit kurzem versuchen die etablierten Medien fair und ausgewogen zu sein. Das ist jedoch nicht möglich. Mir wäre es lieber, wenn Nachrichtensender ihre politischen Ansichten öffentlich kund tun würden, so wie in der britischen Presse. Das ist ehrlicher und erlaubt dem Leser die Informationen aufzunehmen, um die politische Ausrichtung ihrer Quelle wissend. Jeder bei Daily Kos weiß, dass ich ein Demokrat bin und Dean unterstütze. Sie können meine Beiträge daher unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Sie können gerne unterschiedlicher Meinung sein und mich &#8220;vernichten&#8221;, wenn sie wollen.<br />
                    <br />Letztendlich glaube ich an den steigenden Erfolg der &#8220;Blogosphäre&#8221; &#8211; auf der rechten und linken Seite &#8211; , als Beweis dafür, dass sich die Leute nach klar positionierten Informationen sehnen. Dies führt vielleicht dazu, dass die großen Medienvertriebe (Zeitungen und Fernsehstationen) ihre politische Gesinnung stolz zeigen werden. Ich denke, dass damit unserem Land besser gedient wäre.<br />
                    <br />Noch eine Bemerkung. Ich bin nicht so sehr daran interessiert, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, sondern das Washington DC Insider Establishment. Ich möchte den politischen Prozess für Leute öffnen, die momentan desillusioniert und teilnahmslos sind. Ich denke, dass wir durch das Öffnen des Establishments und den Einbezug der Parteibasis entlang des Modells der Dean Kampagne die demokratische Partei neu beleben können &#8211; kleine Spender, aktive Unterstützer, die hart am Wahlerfolg der Demokraten arbeiten und die Richtung des Landes ändern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer wird gewinnen? Dean, Kerry, oder Edwards? Gibt es noch eine Chance für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Wer weiß. Kerry liegt an der Spitze, aber auch Edwards ist gut dabei. Dean scheint ab vom Schuss, wird aber über mehr Geld als jeder andere verfügen. Ich gebe ihm eine 20prozentige Chance. Kerry 50 Prozent. Edwards 25 Prozent. Diese Zahlen werden sich höchstwahrscheinlich ändern, wenn die Ergebnisse weiterer Vorwahlen bekannt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Vielen Dank für das Interview!<br />
                    </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Linkliste USA-Wahlen 2004</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[demokratische Partei]]></category>
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		<category><![CDATA[John Kerry]]></category>
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		<category><![CDATA[Wesley Clark]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.johnkerry.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">John Kerry</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Kerrys Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten galt nach den Erfolgen am &#8220;Super Dienstag&#8221;, an dem in zehn Bundesstaaten gewählt worden war, nur noch als Formalität. So kam es dann auch, dass Kerry auf dem Konvent der Demokraten in Bosten gewählt wurde.</p>
<p>Jüngste Umfragen zeigen, dass er sogar bei der Wahl im November Bush schlagen könnte. Prominenter Unterstützer ist Ted Kennedy. Die aktuellen Inhalte seiner Website sonnen sich im Schein seines Erfolges. Das Design fällt vor allem durch Schlichtheit auf und unterstützt sein Image als wählbaren Staatsmann. Neben einem Weblog ist natürlich das Online-Spendensammeln prominent platziert. Seine Frau Teresa Heinz-Kerry spielt im Wahlkampf eine wichtige Rolle. Die Witwe des Heinz-Ketchup Gründers hat daher ein eigenes Netztagebuch.</p>
<p>
                              <strong>Die ausgeschiedenen demokratischen Kandidaten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.johnedwards2004.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>John Edwards</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Update: John Edwards geht als Vize-Präsidentschaftskandidat mit John Kerry ins Rennen gegen Bush.<br />
                            <br />Der jugendlich-smarte Anwalt aus dem Süden der USA wechselte erst vor fünf Jahren in die Politik und gilt vielen als der &#8220;neue Bill Clinton&#8221;. Sein jugendliches Aussehen macht ihn für die Fernsehkameras zu einem beliebten Objekt. Aber gegen John Kerry hatte auch er keine Chance und ist am 4.3. offiziell aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen. Offen ist, ob er für das Amt des Vizepräsidenten an der Seite von Kerry bereitstehen wird. Eine Unmenge von Informationen sowie die Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen lassen die Seite überfrachtet wirken. Rote Überschriften und viel Blau nutzt die Seite im Unterschied zum „staatsmännischen“ Grau der Seiten von Kerry und Clark.</p>
<p>
                            <a href="http://www.deanforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Howard Dean</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter linken Demokraten war Howard Dean äußerst populär, und das nicht nur wegen seiner radikalen Kritik an Bushs Außenpolitik. Seine starke Medienpräsenz und die intensive und innovative Internetnutzung sorgte für<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04dean.shtml">Schlagzeilen</a>, in letzter Zeit vermehrt für Negative. Prominenter Unterstützer war Al Gore. Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen in Wisconsin am 18. Februar gab er seine Bewerbung um die Kandidatur auf.<br />
                            <br />Auf seiner Internetseite findet sich ein wildes Farbengemisch, für dass sich der gelernte Arzt Howard Dean eventuell entschieden hat, um auch Menschen mit Rot-Grün-Blindheit einen barrierefreien Zugang zu gewähren. (Check der Website mittels des<br />
                            <a href="http://www.vischeck.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Farblindheits-Simulator Vischeck</a>). Die Seitennavigation ist andernorts besser gelungen. Wiederholt weiß man nicht, wo man sich gerade befindet, zumal die Seite in zwei verschiedenen Layouts gestaltet ist.</p>
<p>
                            <a href="http://www.sharpton2004.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Al Sharpton</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter dem Motto &#8220;Keep the Dream Alive&#8221; präsentierte sich mit Al Sharpton der einzige schwarze Kandidat der Demokraten. Dem Pfarrer werden allerdings kaum Chancen eingeräumt. Die wichtigsten Forderungen und Vorhaben Sharptons sind auf der Startseite zu finden. Im „Eckenbrüller“ (Bereich der Seite, der statistisch die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht) wird der User gefragt, was die wichtigsten Themen für die Bürger Amerikas sind. Im Gegensatz zu den Websites der anderen Kandidaten ist keine spanische Version der Website vorhanden.</p>
<p>
                            <a href="http://www.kucinich.us" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Dennis Kucinich</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Kongressabgeordnete aus Ohio mag Gewerkschaften und alternative Energien. Atomwaffen und die Welthandelsorganisation (WTO) lehnt er ab. Dem bekennenden Veganer werden keine Chancen eingeräumt. Ganz im Sinne der amerikanischen Nationalfahne ist die Website in Rot und Blau gehalten. Kucinich erläutert ausführlich seine Ansichten zu den zehn wichtigsten Themen der Politik.</p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.clark04.com/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wesley Clark</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Ein ernstzunehmender Bewerber um die demokratischen Präsidentschaftskandidatur war der Ex-NATO-General Wesley Clark &#8211; bis zum 11. Februar, dann gab er das Rennen auf. Zwei Tage später machte er seine Unterstützung für John Kerry öffentlich. Sein militärischer Hintergrund gab seiner Gegnerschaft zum Irak-Krieg zusätzliches Gewicht. Der aus dem Süden stammende Clark erfreute sich der Unterstützung durch Ex-Präsident Clinton. Die in dezenten Farben gehaltene Seite ist übersichtlich und soll seine Seriösität und Wählbarkeit (electability) unterstreichen. Clark präsentierte sich als militärischer &#8220;Leader&#8221; mit einer Vision für die nächsten 100 Jahre. Wer es gerne konkreter mag, kann sich auf der Seite die persönliche Steuerersparnis ausrechnen lassen, die ihm Clarks Steuerreform bringen würde.</p>
<p>
                            <a href="http://www.joe2004.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Joe Lieberman</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen zog er sich aus dem Rennen zurück. Nach seiner Kandidatur als Vizepräsident unter Al Gore im Jahr 2000 tratt Lieberman dieses Jahr erneut an und wollte erster jüdischer Präsident der USA werden.</p>
<p>
                              <strong>Der amtierende Präsident:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.georgewbush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>George W. Bush</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Angesichts des massiven Erfolges seines Herausforderers startet US-Präsident George W. Bush früher als geplant seinen Wahlkampf. Ungemach droht ihm innenpolitisch: Das Haushaltsdefizit und die Untersuchung der Irak-Kriegsursachen bringen Bush in Bedrängnis. In Umfragen liegt der Demokrat John Kerry um wenige Prozentpunkte vor George W. Bush. Der Internetauftritt des Präsidenten unterscheidet sich kaum von den Websites seiner möglichen Konkurrenten. Der einzige auffallende Unterschied ist, dass Bush bereits Präsident ist und sein Konkurrent es erst werden will.</p>
<p>
                              <strong>Die Parteien:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://rnc.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Republikaner</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Internetauftritt der Republikaner widmet sich ausführlich der politischen Konkurrenz. Allein die Auswahl der Photos der demokratischen Kandidaten verweist auf eine intensive Recherche nach unvorteilhaften Aufnahmen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.democrats.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Demokraten</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die nationale Plattform der Partei bietet Links zu den Kandidaten, Informationen zur Präsidentschaftswahl und Argumente gegen George W. Bush. Im Vergleich zu den großen deutschen Parteien nimmt sich die offizielle Internetseite der Demokraten eher bescheiden aus.</p>
<p>
                              <strong>Informationen über die Wahl:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.bpb.de/publikationen/PF2R8N,1,0,Institutionen_im_politischen_System.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Wie wird gewählt?</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Für Europäer ist das US-amerikanische Wahlsystem häufig ein Buch mit sieben Siegeln. Was sich hinter Begriffen wie &#8216;Primaries&#8217;, Wahlmännern und &#8216;Caucus&#8217; verbirgt, erklärt die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.</p>
<p>
                            <a href="http://www.amazon.com/gp/misc/flag.html/104-2324282-9488749" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Präsidenten kaufen bei Amazon</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Amazon hat eine neue Kategorie: &#8220;Presidential Candidates&#8221;. Die Nutzer können über das Portal kleine Spenden bis zu 200 US-Dollar an den Wunschkandidaten überweisen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.pollingreport.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Meinungsumfragen</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Ergebnisse aktueller und älterer Meinungsumfragen zur Präsidentschaftswahl sind auf dieser Seite einzusehen.</p>
<p>
                            <strong>Aktuelle Informationen&#8230;</strong><br />
                            <br />&#8230;sowie Hintergrundberichte liefern<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID2826302_REF1_NAVSPM1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> sowie die<br />
                            <a href="http://www.dw-world.de/german/0,3367,1454_A_1016315,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Welle</a></p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="/archiv/edemocracy/usa/index.shtml">Ein lohnender Rückblick &#8211; Die Präsidentschaftswahlen 2000</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Die Milleniumswahlen in den USA waren in allen Belangen eine weltbewegende Angelegenheit. Alle wichtigen Hintergründe und damaligen Trends des Online-Wahlkampfes finden Sie in unserer Sammlung von Wahl-Dossiers.</p>
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		<item>
		<title>Neuer Wahlkampfmanager für Dean</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-dean-shtml-2878/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rekrutierung]]></category>
		<category><![CDATA[Howard Dean]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[Präsidentschaftskandidat Howard Dean wechselt nach den Vorwahlniederlagen seinen Wahlkampfmanager aus. Eine Niederlage für den Internet-Wahlkampf behaupten Kritiker Deans.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Präsidentschaftskandidat Howard Dean wechselt nach den Vorwahlniederlagen seinen Wahlkampfmanager aus. Eine Niederlage für den Internet-Wahlkampf behaupten Kritiker Deans.<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Entlassen&#8221;, &#8220;ausgetauscht&#8221; oder &#8220;vorgesetzt bekommen&#8221; berichten deutsche Medien &#8211; je nach Auslegung der Tatsache: Joe Trippi ist nicht mehr Wahlkampfmanager von US-Präsidentschaftskandidat Howard Dean. Neuer Chef-CEO-Wahlkämpfer ist Roy Neel, erfahrener Wahlhelfer des letzten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore. Dean galt lange Zeit als aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Nach den Niederlagen in den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire gegen John Kerry soll eine neue Strategie bei den Vorwahlen und Parteiversammlungen am kommenden Dienstag zu dringend benötigten Erfolgen verhelfen. Ein Sieg muss her. Für Simon Rosenberg, Präsident des New Democratic Network, habe Dean mit dem Personalwechsel das &#8220;Ende des rebellischen Wahlkampfes&#8221; eingeläutet. Das Problem sei, das Dean den Imagewechsel vom rebellischen Aussenseiter zum seriösen Kandidaten nicht geschafft habe. Er sei Trippi sehr dankbar, der entschieden habe, die Kampagne zu verlassen, schreibt Dean in seinem Netztagebuch<br />
                    <a href="http://www.blogforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">blogforamerika.com</a>. Dort bestätigt Trippi, dass er sein Amt aufgegeben habe und fordert die Anhänger auf, Dean die Treue zu halten, &#8220;um Amerika zu verändern&#8221;.</p>
<p>
                    <strong>Masse macht Kasse?</strong><br />
                    <br />Spiegel Online berichtet, Dean sei in Geldnöten und könne Gehälter nicht zahlen. Das verwundert, wurde doch gerade Deans geschicktes Spendensammeln im Internet als vorbildlich gewertet. Mittels vieler Kleinspenden, der &#8220;$ 100 Revolution&#8221;, wurden Millionen an Spendengeldern online gesammelt. Das erklärte Ziel ist auch hier Präsident Bush zu besiegen. Der wolle 200 Millionen Dollar sammeln. Wenn also 2 Millionen Amerikaner 100 Dollar spenden, hätten viele Kleinbeträge wenige Großspenden besiegt, heißt es in Deans Weblog. Doch die Niederlagen haben ihn viel Geld und Sympathien gekostet. Dean-Anhänger sind sauer über die schlechte Anzeigenkampagne und über den Umstand, dass der gefeuerte Trippi bis zu 15 Prozent Provision für jeden verkauften Wahlwerbespot bekommen habe. Im Weblog<br />
                    <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dailykos.com</a> fragt man sich, warum nur die eCampaigning-Legende Trippi entlassen wurde und nicht der ebenfalls für die schlechten Spots mitverantwortliche Dean-Berater Steve McMahon. Wenn schon ein Austausch der Verantwortlichen, dann aber alle ist der Tenor vieler Kommentare.</p>
<p>Ob die Rechnung der Grasswurzel-Revolution aufgeht, werden die nächsten Wochen zeigen, wenn die Vorwahlen in den bevölkerungsreichen US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New York und Florida stattgefunden haben. &#8220;Der Wahlkampf ist kein Sprint, sondern ein Marathon&#8221;, sagt Dean.</p>
<p>
                    <strong>Online ins Weiße Haus</strong><br />
                    <br />In der Startphase des Wahlkampfes der Demokraten zog vor allem Howard Dean die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Besonders über seinen Wahlkampfstil wurde berichtet. Trippi war für den intensiven Einsatz des Internets im Wahlkampf verantwortlich, was nicht zuletzt den Bekanntheitsgrad von Dean vergrößert hat. Deans Kampagne verfügt über eine breit angelegte Organisationsstruktur, gekennzeichnet durch eine hohe Vernetzung vieler Wahlhelfer. Selbstbewusst heißt das im Dean-Jargon: &#8220;The largest grassroots campaign in modern era.&#8221;</p>
<p>Kritiker Deans sehen in dem Personalwechsel ein Scheitern der Internetstrategie. Die beiden Pleiten in den Vorwahlen hätten gezeigt, dass viele dezentrale Unterstützer nicht zu Stimmen bei den Wählern führen. Die Ereignisse im US-Präsidentschaftswahlkampf der nächsten Monate werden zeigen: Bleibt das Fernsehen das Medium des US-Wahlkampfes und eine traditionelle zentrale Wahlkampfführung der Weg zum Erfolg?<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 29.01.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Wer wird US-Präsident?</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wahlkampf in einer geteilten Nation: Der USA-Experte Prof. Filzmaier kommentiert die Ausgangslage. Was brauchen Clintons Erben, um Bush ins Weiße Haus zu folgen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wahlkampf in einer geteilten Nation: Der USA-Experte Prof. Filzmaier kommentiert die Ausgangslage. Was brauchen Clintons Erben, um Bush ins Weiße Haus zu folgen?<!--break--></p>
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                        <strong>Wahlkampf in einer geteilten Nation: Der USA-Experte Prof. Filzmaier kommentiert die Ausgangslage. Was brauchen Clintons Erben, um Bush ins Weiße Haus zu folgen?</strong>
                      </p>
<p>Noch nie waren die USA politisch so tiefgehend gespalten wie im Wahljahr 2004. Alle Wahlergebnisse der letzten Jahre ergaben einen nahezu ausgeglichenen Stimmenanteil der Republikaner und Demokraten. In den Präsidentschaftswahlen 2000 entschieden 0,0005 Prozent der Stimmen. Die Mehrheiten im Kongress stützen sich seit 1998 auf wenige Sitze. Sogar eine Addition aller Wahlen für den einzelstaatlichen Kongress in 50 Einzelstaaten ergibt eine Pattstellung.</p>
<p>
                      <strong>Lagerbildung und ideologischer Graben<br />
                      <br /></strong>In Meinungsumfragen deklarieren sich jeweils etwa ein Drittel der Bevölkerung als Anhänger der Republikaner, der Demokraten oder als unabhängige Wähler. Bemerkenswert ist, dass auch ideologisch eine starke Grenzziehung zwischen der Republikanischen Partei als konservativ und der Demokratischen Partei als relativ liberal festzustellen ist. Das führt zu heftigen Konfrontationen und weniger Zusammenarbeit im Kongress, vom republikanischen Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Clinton nach der Lewinsky-Affäre bis zu demokratischen Protesten gegen den von Bush errichteten Ordnungsstaat auf Kosten individueller Freiheiten.</p>
<p>Die Empfindungen in der Bevölkerung sind ähnlich. Die Zustimmungsraten für die Politik von Präsident Bush betragen bis zu 60 Prozent. Unter Republikanern erzielt er aber Werte von über 90 Prozent, mehr als Ronald Reagan je erreichte. Zugleich befürworten unter 25 Prozent der Demokraten seine Amtsführung. Das ist weniger als Richard Nixon am Höhepunkt des Watergate-Skandals aufwies.</p>
<p>Dieselbe Kluft prägt alle Politikbereiche von Wirtschaft bis Außenpolitik. Republikaner begrüßen die Wirtschaftspolitik des Präsidenten und sehen sich subjektiv in einer gegenüber 2000 verbesserten ökonomischen Situation. Demokraten glauben sowohl an eine allgemeine Wirtschaftskrise des Landes als auch empfinden sie eine persönliche Verschlechterung. 82 Prozent der republikanischen Wähler und weniger als 50 Prozent der demokratischen Anhänger sprechen sich für präventive Militärschläge im Ausland aus.</p>
<p>Zur verschärften Polarisierung der Parteien und in der Bevölkerung kommt eine regionale Spaltung der Einzelstaaten. All das führt dazu, dass die Kongress- und Präsidentschaftswahlen 2004 richtungweisenden Charakter haben, weil wenige Stimmen einen grundsätzlichen Politikwechsel der USA bewirken würden.</p>
<p>
                      <strong>Wer gewinnen wird?<br />
                      <br /></strong>Es laufen die Vorwahlen der Demokraten, wer George Bush im Präsidentschaftswahlkampf herausfordern soll. In Wahrheit ist das egal. Weil sich der Amtsinhaber einer Wiederwahl stellt, zählt für die Bevölkerung nur eine Frage: „Verdient es Bush, Präsident zu bleiben?“</p>
<p>Die demokratischen Vorwahlkandidaten sind fast der Hälfte der Amerikaner noch unbekannt. Das ändert sich erst im Sommer 2004, wenn die Bundesparteitage stattfinden und am Labor Day der Intensivwahlkampf beginnt.</p>
<p>Aber auch dann gilt: Nur wer die Frage nach den Verdiensten von Bush verneint, ist neugierig genug, um mehr über den Herausforderer zu erfahren. Das gab es zuletzt 1980 und 1992, als die Präsidenten Carter und Bush senior unerwartete Schwächen zeigten, und die Wähler sich plötzlich für die späteren Wahlsieger Ronald Reagan und Bill Clinton interessierten.</p>
<p>Die aktuellen Meinungsumfragen sind irrelevant. Es besteht bis Juli kein Zusammenhang zwischen der Beliebtheit des Präsidenten und dem Wahlergebnis. Frühestens dann lässt sich sagen, ob Zustimmungsraten von über 55 Prozent eine Wiederwahl von Bush wahrscheinlich machen, oder er in Schwierigkeiten ist.</p>
<p>
                      <strong>Wer fordert George Bush heraus?<br />
                      <br /></strong>Die Wahl des Herausforderers verläuft allerdings überraschend. Howard Dean müsste chancenlos sein, weil er trotz des Hurra-Patriotismus seit dem 11. September stets den Irak-Krieg kritisierte und das Partei-Establishment ihn nicht mag. Als Gouverneur des kleinen Vermont verfügt Dean aber über den Vorteil, eine radikale Protestrolle gegen die offizielle Politik in Washington D.C. glaubhafter zu vertreten als langjährige Kongressabgeordnete wie Senator John Kerry.</p>
<p>Entscheidender Nachteil eines rebellisch von außen antretenden Kandidaten sind meistens unzureichende Wahlkampfmittel. Nicht zuletzt durch die Nutzung des Internets als Fundraising-Instrument könnte Dean jedoch bald einen dreistelligen Millionenbetrag in seiner Kriegskasse haben. Das ist das meiste Geld, das jemals einem Herausforderer in den Vorwahlen zur Verfügung stand.</p>
<p>Die Eigendynamik der Unterstützung von Favoriten führte dazu, dass immer mehr Geldgeber sich frühzeitig für Howard Dean aussprachen. Die Gefahr ist, dass seine Popularität zu früh einen Höhepunkt erreichte. An sich achtbare Ergebnisse in der einen oder anderen Vorwahl könnten als Niederlage interpretiert werden, die sein Siegerimage in Frage stellt. Umgekehrt verschafft jeder Teilerfolg gegen Dean den anderen aussichtsreichen Kandidaten der Demokraten (Clark, Edwards, Gephardt, Kerry und Lieberman) ebenfalls den Flair von Gewinnern, so dass jeder Ausgang noch möglich ist.<br />
                      </p>
<p>Unabhängig davon wird aber jeder Herausforderer von Bush nur Erfolg haben, wenn eine Mehrheit dessen Sicherheitspolitik im Inland und das militärische Vorgehen im Ausland als Affront empfindet. Ist das nicht der Fall, wäre auch Franklin D. Roosevelt chancenlos. Kippt die Stimmung gegen Bush, hätte sogar Donald Duck gute Chancen.</p>
<p>Der Autor Prof. Peter Filzmaier ist Politikwissenschaftler an der Universität Klagenfurt.</p>
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