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	<title>Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Algorithmen, Fallpauschalen und Entfremdung – eHealth im Digitalen Salon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 10:15:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 30.09.2017 lud das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) zur 55. Ausgabe des Digitalen Salons in Berlin. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DigitalerSalonBühne.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153176" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DigitalerSalonBühne.jpg" alt="DigitalerSalon" width="640" height="427" /></a>Am 30.09.2017 lud das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) zur 55. Ausgabe des Digitalen Salons in Berlin. Der Titel der fünfjährigen Jubiläumsausgabe: Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Algorithmus. Doch geht es hier um nur Diagnostik oder vielmehr um die Frage, wie die Digitalisierung die Medizin und das Gesundheitssystem als Ganzes verändert?</p>
<p>Katja Weber von Radio 1 moderierte mit Charme und Geschick die offene Veranstaltung. In der Runde begrüßte sie Miriam Jenny, leitende<a href="https://www.harding-center.mpg.de/de/personen/mirjam-jenny-0"> Risikoforscherin am Harding-Zentrum für Risiko-Kompetenz</a>, Wolfgang Schulz, Rechtswissenschaftler und hauseigener Direktor des HIIG und des <a href="https://www.hans-bredow-institut.de/de/mitarbeiter/wolfgang-schulz">Hans-Bredow Institut</a>s, sowie den Gründer der Software<a href="http://fuse-ai.de/de/startseite/"> FUSE-AI</a>, Maximilian Waschka aus Hamburg.</p>
<h3>Was ist Deep Learning und welche Vorteile bringen Algorithmen?</h3>
<p>Zum Einstieg stellte Maximilian Waschka die Software FUSE-AI vor: eigens entwickelt als Diagnosehilfe zur Erkennung von Prostatakrebs, läuft das Produkt in einer Testphase in einer radiologischen Klinik in Wuppertal. Mit komplexen Analysen im Magnetresonanztomographen (MRT) ortet die Software den Krebs genauer und assistiert dem behandelnden Arzt so bei der Diagnose. Dabei setzt das Programm auf Deep Learning. Bisher noch mit anonymisierten Daten radiologischer Befunde von klinikinternen Patienten. Doch was kommt nach der Testphase? Und ist dies nicht ein Einstieg, dass der Arzt sich zunehmend auf die Diagnose des Algorithmus verlässt? Rechtlich kann er das wohl nicht: „FUSE AI ist ein<a href="http://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Abgrenzung/_node.html"> Medizinprodukt der Klasse 1.</a> – es ist keine Technologie zur Diagnostik, sondern soll lediglich diese unterstützen“, so Waschka.</p>
<h3>„Jede Diagnose ist zuallererst eine Annahme, die mit einem Risiko verbunden ist.“</h3>
<p>Nach dieser Darstellung eröffnet Moderatorin Katja Weber die Diskussion: Was passiert, wenn Deep Learning zum Standard in der Diagnostik wird – entstehen so neue Risiken, wo doch die digitalisierte Optimierung der Medizintechnologie Risiken einzudämmen scheint? Risikoforscherin Miriam Jenny betont die Vorteile, da das „Entscheidungstrauma“ in dem sich unter anderem viele Ärzte in der Notaufnahme befinden, gemindert werden könnte. Software Agents könnte Problempatienten mit besonders diffusen und undurchsichtigen Symptomen schneller deuten. Die Furcht vor einem möglichen Haftungsrisiko durch diese Kompetenzabgabe müsse man dabei nicht haben – so auch einzelne bestätigende Wortmeldungen von Ärzten im Publikum.</p>
<h3>Solidaritätsprinzip und Fallpauschalen</h3>
<p>Doch wer sammelt die enorme Menge an Patientendaten? „Es sei illusorisch anzunehmen, dass diese nur für Deep Learning-Prozesse genutzt würden”, argumentiert der Rechtswissenschaftler Schulz. Die neu erhobenen Daten der Software Agents oder medizinischer Software werden jetzt bereits in Big-Data-Analysen von<a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/darf-google-mit-patientendaten-forschen-15019915.html"> Tochterunternehmen von Google</a> oder den Krankenkassen gesammelt. So kann anhand der Daten ein sogenannter virtueller Zwilling des Patienten erstellt werden: ein Avatar, anhand dessen man aus den Patientendaten ein Gesundheitsszenario für den Betroffenen errechnet. Die Kassen könnten dann ihre tariflichen Bezüge anhand der Wahrscheinlichkeitsrechnung des virtuellen Zwillings sowie des Lebensstils des Patienten individuell vereinbaren. Vereinbar mit dem Solidaritätsprinzip der Kassen ist das nicht. Handelt es sich hierbei um die Gleislegung zur Gesundheitsdiktatur? Wolfgang Schulz verweist auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die soll ab 2018 einen europaweiten Standard für datenschutzrechtliche Rahmenbedingen der Krankenkassen konzipieren. Ob dies ausreicht, bleibt als Frage jedoch offen im Raum stehen.</p>
<h3>Entfremdung der Ärzte</h3>
<p>Aber nicht nur die systemische Veränderung ist kritisch zu betrachten, auch die Auswirkungen auf, die Mediziner selbst sei besorgniserregend, gibt ein Urologe zu bedenken. Die Rationalisierung und Digitalisierung der Medizin habe eine „Erosion des Arzt-Patienten-Verhältnis“ zur Folge. Wenn Fallpauschale und Sonderentgelt zum Status quo werden, ist das Zurückgreifen auf Automatisierungsprozesse und eine schnelle Abwicklung der Behandlung zu befürchten.</p>
<h3>Gegenmaßnahmen und Sicherungsansätze</h3>
<p>Wie können diese Entwicklungen substantiell aufgefangen und auf ihre drohenden Konsequenzen reagiert werden? Man spricht über <a href="http://www.itwissen.info/trusted-third-party-TTP-Vertrauenswuerdige-Dritte.html">Trust-Center</a>  aus unterschiedlichen Experten des Ethik-Rats und der Kassen. In der Schweiz können Privatpersonen ihre Daten in einer genossenschaftlich-organisierten Datenkooperative anlegen. In diesem Delta-Trust würden die Daten käuflich nutzbar sein und ihr Erlös in Forschungsinitiativen fließen. Ist die Vorlage gesamtgesellschaftlich realistisch? Und die Ökonomisierung des Arztberufes? Ausbildungssysteme müssen darauf reagieren und auszubildenden Ärzte verdeutlichen, dass Algorithmen nur eine Diagnosehilfe sein sollen. Das Arzt-Patienten-Verhältnis müsse wieder in den Vordergrund geraten, lautet ein Vorschlag aus dem Publikum. Zur Not müsse dies dadurch verstärkt werden, dass die persönliche Zuwendung im Arzt-Patienten-Gespräch zusätzlich vergütet werden.</p>
<p>Dass man die Ökonomisierung der Medizin durch wirtschaftliche Anreize verhindern soll, klingt allerdings auch nicht plausibel. Zementiert die Nutzung von Deep Learning Software wie FUSE-AI also den Wandel hin zu einer ökonomisierten Medizin? Ein Raunen geht durch die Anwesenden – „Radiologen verdienen eh am meisten!“, spöttelt ein Arzt. Ganz ohne Ökonomie geht es in der Medizin wohl dann doch nicht.</p>
<p>Titelbild: Copyright by <a href="https://www.hiig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIIG</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook-Check-deutscher-Politiker_TERRITORYwebguerillas.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Google-Institut: Wohin geht die Reise?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 13:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><img src="/sites/politik-digital.de/files/direktoren-google-institut.jpg" width="320" height="213" /></b><br />
Vergangene Woche wurde das von Google finanzierte Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft offiziell in Berlin eröffnet. Neben viel Lob für die erste wissenschaftliche Einrichtung dieser Art in Deutschland gab es auch kritische Töne, die die Unabhängigkeit des Instituts in Frage stellten. Im Interview mit politik-digital.de tritt Gründungsdirektorin Jeanette Hofmann dieser Befürchtung entgegen und skizziert die zukünftige Arbeit.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><strong><img decoding="async" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/direktoren-google-institut.jpg" alt="" width="320" height="213" /></strong><br />
Vergangene Woche wurde das von Google finanzierte Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft offiziell in Berlin eröffnet. Neben viel Lob für die erste wissenschaftliche Einrichtung dieser Art in Deutschland gab es auch kritische Töne, die die Unabhängigkeit des Instituts in Frage stellten. Im Interview mit politik-digital.de tritt Gründungsdirektorin Jeanette Hofmann dieser Befürchtung entgegen und skizziert die zukünftige Arbeit.</p>
<p>Das neu gegründete <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft</a> (HIIG) will die Wechselwirkungen zwischen Internet und Gesellschaft und die Bedeutung des Lebensraums Internet untersuchen sowie allen gesellschaftlichen Gruppen die Mitgestaltung der digital vernetzten Zukunft ermöglichen. Im Mittelpunkt sollen insbesondere Forschungsvorhaben zu Themen wie Innovation, Internet Policy, Medienpolitik sowie Rechtsphilosophie und Verfassungsrecht stehen. Ermöglicht wird dies durch eine über drei Jahre verteilte Anschubfinanzierung von 4,5 Millionen Euro durch den Internetgiganten Google, der dies natürlich <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/lobbyarbeit-googles-lehre-11505885.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht völlig uneigennützig tut</a>.</p>
<p>Wie unabhängig von Google kann und wird das HIIG also agieren? Wie bereits <a href="http://www.politik-digital.de/jeanette-hofmann-das-internet-braucht-regulierung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem früheren Interview</a> mit politik-digital.de angesprochen, stellt sich dieses Problem für die Gründungsdirektorin Jeanette Hofmann nicht. Nicht nur deshalb, weil sie selbst im Instituts-Boot sitzt. Schließlich kritisiert auch sie selbst den US-Internetkonzern z. B. für die Ausgestaltung des Projekts Google Books. Zudem verweist sie auf den Jahresumsatz des Internetriesen und setzt diesen ins Verhältnis zu den jährlich 1,5 Millionen Euro, die davon ans HIIG fließen werden.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/IztEwTSdpLQ" width="480" height="315" frameborder="0"></iframe></div>
<div align="center"><strong>(Bericht von der ersten Pressekonferenz im Juli 2011)<br />
</strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tatsächlich wäre es äußerst dumm von Google, würde es die Institutsforschung direkt beeinflussen wollen. Schließlich profitiert der Konzern schon genug von der Existenz und Förderung des Instituts im Hinblick auf Imagegewinn und Lobbyarbeit. Der Verdacht der Einflussnahme wird natürlich trotzdem im Raum stehen bleiben. Viel bedeutungsvoller scheint jedoch die Frage zu sein, warum erst ein US-Unternehmen wie Google kommen muss, damit die deutsche Wissenschafts- und Hochschullandschaft eine solch wichtige Forschungsarbeit institutionell verankert? Auf internationaler Ebene sind uns da andere Länder bereits weit voraus. Das kommt geradezu <a href="http://philipbanse.de/wp/googles-institut-fur-internet-und-gesellschaft-ein-armutszeugnis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einem Armutszeugnis gleich</a>. Die Chance der deutschen Forschergemeinde besteht jetzt also darin, unter Beweis zu stellen, wie ernst es ihr mit der Institutsarbeit ist, und dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeit des HIIG auch über die dreijährige Anschubfinanzierung hinaus gesichert ist und unabhängig von Google geschultert werden kann. Das wird sich natürlich nur lohnen, wenn das Institut selbst einen guten Job machen wird.</p>
<p>Im Interview erläutert Jeanette Hofmann, was vom HIIG zu erwarten ist:</p>
<p><strong>Wie können wir uns den Aufbau und die Struktur des Instituts vorstellen?<br />
</strong></p>
<p><img decoding="async" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/jeanette_hofmann_0.png" alt="" width="262" height="175" align="left" />Interdisziplinär, offen und verteilt. Vier DirektorInnen bringen ihre Forschungsperspektiven ein, entwickeln daraus ein Forschungsprogramm. Dort, wo Überlappungen vorliegen oder sinnvoll erscheinen, entwickeln wir gemeinsame Projekte. Zu den größeren Vorhaben gehört ein Graduiertenkolleg, das von uns allen getragen wird. Die Struktur des Instituts ist noch im Werden begriffen. Klar ist aber, dass wir es mit zwei Instituten zu tun haben werden: eines für die Finanzierung, eines für die Forschung.</p>
<p><strong>Warum musste erst ein US-amerikanischer Internetkonzern wie Google kommen, damit das Medium Internet auch hierzulande in den Fokus des akademischen Interesses rückt und zum Gegenstand wissenschaftlich-institutioneller Forschung wird? Was lief da bisher falsch? </strong></p>
<p>Diese Frage bekommen wir dauernd gestellt. Ich bin nicht sicher, ob wir die richtige Adresse für diese Frage sind. Was die Universitäten betrifft, ist es sicherlich so, dass man bei knappen Mitteln nicht unbedingt dazu tendiert, neue Themen aufzugreifen, sondern zunächst mal dafür sorgt, dass die Lehre in den Kernbereichen sichergestellt ist. Die großen Internetforschungsinstitute in den USA und Großbritannien beruhen auf Schenkungen oder Stiftungen von privaten Wohltätern. Im Prinzip unterscheidet sich das nicht so sehr von unserer Finanzierung.</p>
<p><strong>Welche Themen werden im Mittelpunkt der Institutsarbeit stehen? Und gibt es schon ganz konkrete Projekte, die Sie in Planung haben? Was wird Ihr Institut leisten können?<br />
</strong></p>
<p>Wie viele Beobachter festgestellt haben, wird es einen Schwerpunkt im Bereich der Regulierung und der Innovation geben. Das hat auch mit der Ausrichtung der beteiligten Personen zu tun. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass wir uns ein Profil geben wollen. Wir können nicht alle Bereiche der Internetforschung bedienen. Dazu ist das Forschungsgebiet zu groß &#8211; und wir sind zu klein. Ein konkretes Projekt betrifft „regulation watch“. Hierbei handelt es sich weniger um ein Forschungsprojekt als um eine informationelle Dienstleistung. Die Idee ist, europäische Regulierungsinitiativen im weiteren Sinne darzustellen und, soweit vorhanden, mit wissenschaftlichen Analysen zu verlinken.</p>
<p><strong>Das Institut wurde durch eine Anschubfinanzierung von 4,5 Millionen Euro durch Google ins Leben gerufen. Da stellt sich die Frage, wie unabhängig es sein wird? Wird das Institut vielleicht nur ein verlängerter Arm des Internetkonzerns? Und wenn nicht: Wie räumen Sie derartige Bedenken aus? Wie stellen Sie sich die Finanzierung nach Ablauf der ersten zwei bis drei Jahre vor?<br />
</strong></p>
<p>Zunächst einmal: Meine Bedenken sind anderer Art. Zwischen Google und uns gibt es ein klares Einverständnis darüber, dass die Forschung getrennt sein muss von der Finanzierung &#8211; institutionell wie auch intellektuell. Weder Google noch wir würden davon profitieren, wenn es anders wäre. Man muss ja hier auch einmal die Größenordnungen berücksichtigen: wir operieren mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr &#8211; und wie viel setzt Google pro Jahr um? Ich habe eher Bedenken, ob es uns gelingt, den Spagat zwischen Politiknähe und Grundlagenforschung zu bewältigen. In der Netzpolitik passiert inzwischen nahezu täglich so viel, dass es immer schwieriger wird, sich zu distanzieren, um Abstand und Zeit zu gewinnen, um grundlegend über die Verfasstheit der digitalen Gesellschaft und ihre Herausforderungen nachzudenken. Müssen wir mit Kritik rechnen, wenn wir sagen: wir äußern uns jetzt mal zu einem brandheißen Problem nicht, weil wir gerade über andere Fragen forschen? Insofern: Der Einfluss von Google erscheint mir derzeit weniger ein Problem. Das Problem sehe ich in den Erwartungen der Öffentlichkeit, die wir womöglich selbst mit geweckt haben. Es ist unser Ziel, weitere Förderer zu finden, sowohl für einzelne Projekte als auch für die Organisation. Zudem wollen wir Drittmittel von öffentlichen Einrichtungen einwerben. Wenn das klappt, läuft unsere Finanzierung in zwei bis drei Jahren nicht aus, sondern sie beruht allenfalls auf anderen Quellen.</p>
<p><strong>Welches Fazit ziehen Sie zum 1. Berliner Symposiums Internet und Gesellschaft? Welche Erkenntnisse haben Sie daraus für Ihre zukünftige Institutsarbeit als auch für Sie persönlich gezogen?<br />
</strong></p>
<p>Dass die Trennung zwischen Internet und Gesellschaft, die unser Institutsname impliziert, früher oder später verschwunden sein wird. Die gesellschaftliche Begrifflichkeit ist immer noch sehr stark von der Vorstellung geprägt, dass wir uns in den digitalen Raum hinein begeben. Faktisch durchdringen sich Internet und Gesellschaft jedoch in einem Umfang, die nach neuen Bildern und Konzepten ruft. In einem der Workshops wurde das so auf den Nenner gebracht: Wir beobachten gleichzeitig eine Territorialisierung des Cyberspace und eine Virtualisierung oder Informatisierung der Gesellschaft. Desweiteren ist mir klar geworden, dass der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit#Public_Domain" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Begriff der public domain</a> nochmal überdacht werden muss, bevor wir ihn zum Gegenstand von Forschungsprojekten machen. Näher besehen ist er nämlich fast immer negativ definiert: als Abwesenheit von Ausschließlichkeitsrechten, wie sie das Urheberrecht beinhaltet. Wie sollte man sich die commons (Gemeingüter) stattdessen vorstellen? Das ist eine der Fragen, über die ich gerne zusammen mit anderen nachdenken würde. Ein Ansatz könnte sein, von dem auszugehen, was die Menschen tun, wenn sie teilen, nachahmen und kopieren und damit etwas Neues schaffen.</p>
<p><strong>Ist eine Fortsetzung des Berlin Symposiums für die kommenden Jahre geplant? In welcher Form?<br />
</strong></p>
<p>Zunächst mal sieht es so aus, als ob sich die verschiedenen Internetforschungsinstitute in den USA, Japan, Italien und Großbritannien stärker miteinander vernetzen. Das finde ich einen wichtigen Schritt. Darüber hinaus werden wir auch Veranstaltungen planen und mittelfristig sicher die eine oder andere Konferenz veranstalten. Der Maßstab wird aber wohl etwas bescheidener ausfallen als bei unserer Eröffnungskonferenz.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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