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	<title>ICANN Studienkreis &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>ICANN Studienkreis &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Klassentreffen für Eingeweihte</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
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		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
In Leipzig trafen sich vergangene Woche Mitglieder der deutschen und internationalen Internet-Community zum
Workshop des <a href="http://www.icann-studienkreis.net/">ICANN-Studienkreises</a>. Neulinge konnten dabei
fast den Eindruck gewinnen, auf ein Ehemaligen-Klassentreffen geraten zu sein. Man kannte sich, man unterhielt
sich über alte Zeiten - und man stritt sich.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
In Leipzig trafen sich vergangene Woche Mitglieder der deutschen und internationalen Internet-Community zum<br />
Workshop des <a href="http://www.icann-studienkreis.net/">ICANN-Studienkreises</a>. Neulinge konnten dabei<br />
fast den Eindruck gewinnen, auf ein Ehemaligen-Klassentreffen geraten zu sein. Man kannte sich, man unterhielt<br />
sich über alte Zeiten &#8211; und man stritt sich.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Workshop des ICANN-Studienkreises am 30./31. März 2000 in Leipzig </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch wenn sich durchaus neue Gesichter im Tagungssaal des Marriott Hotels einfanden, machte die Konferenz<br />
eines deutlich: Diejenigen, die sich mit der Internet-Regulierungsorganisation<br />
<a href="http://www.icann.org/">ICANN</a> und der &quot;Governance&quot; des Internets befassen, sind zumeist auch<br />
professionell im Bereich Internet tätig. Der enge Kreis der Internet-Community wirkt wie eine eingeschworene<br />
Gemeinschaft, in der der einfache User kaum vertreten ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Eine Klasse für sich?<br />
</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieses Erscheinungsbild ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die Teilnahme an der Debatte ein<br />
erhebliches technisches Wissen voraussetzt. Siegmar Mosdorf, SPD, Parlamentarischer Staatssekretär im<br />
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, warnte daher davor, die Informationsgesellschaft mit einer<br />
informierten Gesellschaft gleich zu setzen. Und seine Parteigenossin, die Europa-Abgeordnete Erika Mann fügte<br />
hinzu: &quot;Die Diskussionen nehmen Eigendynamiken an, die Outsider nicht mehr nach vollziehen können.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie eingefahren Strukturen und Beziehungen sind, illustrierte Siegfried Langenbach, Gründer von<br />
<a href="http://www.csl-gmbh.net/homepage.htm">Computer Services Langenbach</a> (CSL), einem deutschen<br />
Internet Service Provider, und Mitglied des <a href="http://www.icann.org/macbios.html">ICANN Membership<br />
Advisory Committee</a>. Er sei in die Arbeit des Committees involviert worden, so Langenbach, weil ihm ein<br />
Bekannter von der (prinzipiell jedem offen stehenden) Möglichkeit berichtet habe, sich in den Entstehungsprozess<br />
von ICANN einzubringen. Dass es scheinbar vor allem darauf ankomme, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu<br />
sein, um  Kenntnis von diesen Prozessen zu erlangen, habe ihn stutzig gemacht und sein Interesse geweckt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Langenbach ist kein Unbekannter in der Cyberwelt. Seit der Gründung von CSL 1972 ist er in der Computer- und<br />
Internetbranche aktiv. Er war an der Gründung der Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft<br />
<a href="http://www.denic.de/">DENIC</a> beteiligt und deren erster Aufsichtsratvorsitzender. Zudem ist<br />
Langenbach (als Person oder durch CSL) Mitglied des Réseaux IP Européens<br />
(<a href="http://www.ripe.net/">RIPE NCC</a>), des Internet Council of Registrars<br />
(<a href="http://www.corenic.org/">CORE</a>) und der Internet Engineering Task Force<br />
(<a href="http://www.ietf.org/">IETF</a>).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Viele, die sich in der Netzpolitik engagieren, verfügen über ähnliche Lebensläufe, sei es in Verbänden oder in<br />
wirtschaftlichen Unternehmen. Allerdings bedeutet dies keinesfalls, dass sie alle mit Langenbachs Ansichten<br />
konform gehen würden. Der gehörte in Leipzig nämlich zu der eher kleinen Fraktion derer, die sich nicht<br />
bedingungslos für eine Selbstregulierung des Internet einsetzten und durchaus politische Aspekte in den<br />
technischen Entscheidungen von ICANN erkennen konnten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Keine Sympathie für den Teufel<br />
</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Staatliche Eingriffe erscheinen vielen Internet-Aktivisten immer noch als Sakrileg. Denn zum  verbreiteten<br />
Selbstverständnis der Internet-Community gehört nach wie vor ein traditioneller Argwohn gegenüber Regierungen.<br />
Ihre Repräsentanz innerhalb von ICANN ist denn auch auf einen einzigen Schnittpunkt begrenzt: Das Governmental<br />
Advisory Committee (<a href="http://www.icann.org/gac/gac.htm">GAC</a>).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieses Gremium nimmt im institutionellen Gefüge von ICANN eine Sonderstellung ein. Es stellt den einzigen Ort<br />
dar, an dem sich staatliche Vertreter bei ICANN einbringen können. Die Kompetenzen des GAC sind dabei eng<br />
auf beratende Tätigkeiten begrenzt. Es verfügt über keinerlei Handlungsbefugnisse für ICANN und darf sich lediglich<br />
zu regierungsrelevanten Angelegenheiten äußern. Das Gewicht der abgegebenen Ratschläge ist zudem völlig<br />
unklar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Michael Leibrandt, Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und Mitglied im GAC<br />
berichtete in Leipzig, mit welchem Mißtrauen das GAC zunächst zu kämpfen hatte. Einige Mitglieder der<br />
Internet-Community hätten anfangs wohl gedacht, das GAC bestehe aus kleinen roten Männchen mit Hörnern auf<br />
der Stirn und einem langem Schwanz, die hinter verschlossenen Türen darüber berieten, wie sie ICANN unter ihre<br />
Kontrolle bekommen könnten. Dass das GAC als einziges ICANN-Gremium gewöhnlich nicht-öffentliche Sitzungen<br />
abhält, hat die Vertrauensbildung sicherlich nicht gefördert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">ICANN selbst weist zur Rechtfertigung ihrer Unabhängigkeit stets auf ihr rein technisches Mandat hin.<br />
<a href="http://www.icann.org/biog/blokzijl.htm">Robert Blokzijl</a>, Mitglied im ICANN-Direktorium, wehrte sich<br />
wiederholt dagegen, aus der Organisation mehr zu machen als sie tatsächlich darstelle. Dies gelte sowohl für<br />
die Gegenwart als auch für die Zukunft. Soll heißen: Ihre Aufgabe ist eng begrenzt und so soll es auch bleiben.<br />
Dem stimmt zwar auch ICANN-Finanzchef<br />
<a href="http://www.icann.org/biog/mclaughlin.htm">Andrew McLaughlin</a> zu. Andererseits gesteht er aber<br />
ein, dass mit den anfallenden Aufgaben durchaus politische Implikationen einhergehen. Diese Fragen lägen aber<br />
nicht in der Zuständigkeit von ICANN, die keine politische Organisation werden dürfe und könne. Wenn man das<br />
Internet politisch regulieren wolle, müsse dies an anderem Orte geschehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Konsens herrschte darüber, dass kein einzelner Akteur allein in der Lage ist, diese Aufgabe zu bewältigen. Das<br />
Internet zwinge zu rechtlicher Internationalisierung, notwendig sei daher eine einheitliche Gesetzgebung, so der<br />
Tenor. Diese hinke der technologischen Entwicklung bisher aber stets hinterher. Einige, wie etwa der Vertreter der<br />
Bertelsmann AG und Abgeordnete des Europäischen Parlaments Elmar Brok (CDU), zogen daraus die<br />
Konsequenz, staatliche Regulierung müsse auf ein Minimum zurückgeführt und durch privatwirtschaftliche<br />
Selbstregulierung ersetzt werden. Selbst Brok gestand aber zu, dass in der gegenwärtigen Situation<br />
technologische Entwicklung und demokratische Legitimierung teilweise nur noch schwer in Einklang zu bringen<br />
seien.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Damit werden sich die Nationalstaaten kaum einfach so abfinden. Erika Mann wies darauf hin, das die Frage, wie<br />
Internet-Governance aussehen könnte, durchaus auf der Tagesordnung bei internationalen Zusammenkünften<br />
stehe. So habe das Thema beispielsweise  auf dem WTO-Gipfel in Seattle Beachtung gefunden, wenn auch nur<br />
für den Bereich e-commerce. Auch im Rahmen der OECD diskutiere man darüber. Internationale Gesetzgebung<br />
sei aber ein mühsamer Prozess, der zudem fast ausschließlich zwischen Regierungsvertretern ablaufe.<br />
Parlamente fielen aus der Diskussion oft heraus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wer tatsächlich das Internet reguliere werde sich letztendlich wohl erst im Konfliktfall zeigen, prognostizierte<br />
Volker Leib vom <a href="http://www.mpi-fg-koeln.mpg.de/inhalt/index.html">Max-Planck-Institut für<br />
Gesellschaftsforschung</a> in Köln. Bis dahin darf munter weiter diskutiert werden. Hoffentlich nicht nur unter<br />
Insidern.<br />
</span></p>
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