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	<title>IG Metall &#8211; politik-digital</title>
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	<title>IG Metall &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Google als Wahlkampfhelfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 13:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Partei]]></category>
		<category><![CDATA[IG Metall]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Suchmaschinendienst Google bietet den Parteien enormes Potential
für den Online-Wahlkampf. Per Google Adwords wollen sie gezielt User
auf ihre Seiten lenken. Und plötzlich führt dann das Suchwort
Atomausstieg zur FDP.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Suchmaschinendienst Google bietet den Parteien enormes Potential<br />
für den Online-Wahlkampf. Per Google Adwords wollen sie gezielt User<br />
auf ihre Seiten lenken. Und plötzlich führt dann das Suchwort<br />
Atomausstieg zur FDP.<br />
<!--break--></p>
<p>
Mit bestimmten Suchwörtern kaufen sich die Parteien in die Spitzenposition bei den Trefferlisten der Suchamschine Google ein:<a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2008/09/25/deutsche-stellen-drei-milliarden-suchanfragen-an-google.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Mehr als 100 Millionen Suchanfragen verzeichnet Google pro Tag</a>.<br />
Nicht nur Unternehmen wollen dabei mit den richtigen Schlagwörtern in<br />
Verbindung gebracht werden. Auch einige der im Bundestag vertretenen<br />
Parteien haben es auf die enormen Nutzerzahlen abgesehen. Das Mittel<br />
der Wahl: Google AdWords.
</p>
<p>
Mit einem Marktanteil zwischen 80 und 90 Prozent ist Google die<br />
dominierende Suchmaschine im Internet. Monatlich verzeichnet der<br />
Konzern drei Milliarden Suchanfragen in Deutschland. Den Großteil der<br />
Einnahmen generiert Google aus dem Verkauf von kontextbasierten<br />
Werbeanzeigen, den sogenannten AdWords. Bezahlt wird vom Auftraggeber<br />
per Klick.
</p>
<p>
Genutzt werden sie von SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen. Bei der<br />
Union als auch bei der Linkspartei hat politik-digital.de bei der<br />
Recherche keinen Gebrauch von Adwords feststellen können. Die<br />
angesprochenen AdWords waren allesamt bei der Suchmaschine geschaltet,<br />
keine Partei baute sie auf die eigenen Homepages ein.
</p>
<p>
<b>Die SPD<br />
</b>
</p>
<p>
Die Sozialdemokraten belegen intensiv spezielle Politikfelder mit<br />
großformatigen Anzeigen. Für die Suchbegriffe &quot;Rentenpolitik&quot;,<br />
&quot;Familienpolitik&quot;, &quot;Parteiprogramm SPD&quot; und &quot;Atomausstieg&quot; hat man sich<br />
an die Spitzenposition der Suchergebnisse eingekauft. Aber auch<br />
&quot;feindliche&quot; Begriffe will man zum eigenen Vorteil nutzen. So findet<br />
sich beim Suchbegriff &quot;Parteiprogramm CDU&quot; ein Link zur Seite <a href="http://www.spd.de/start/portal/start.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spd.de</a> in den AdWords-Anzeigen.
</p>
<p>
Als einzige Partei neben der FDP bewirbt die SPD per AdWords ihren<br />
Spitzenkandidaten. Wer bei Google &quot;Frank Walter Steinmeier&quot; eingibt,<br />
bekommt direkt eine große Anzeige zur Seite <a href="http://www.team-steinmeier.de/">team-steinmeier.de</a> eingeblendet.
</p>
<p>
<b>Die FDP<br />
</b>
</p>
<p>
Die Liberalen nutzen das Konzept der AdWords auch im Service-Bereich.<br />
Um umständliches Suchen nach lokalen FDP-Vetretern zu ersparen, muss<br />
der User nur noch FDP und die eigene Postleitzahl bei Google eingeben.<br />
Anschließend führt in eine AdWord-Anzeige direkt auf die Homepage<br />
seines Direktkandidaten. Insgesamt sicherte sich die FDP dafür <a href="http://www.liberale.de/FDP-startet-Wahlkampf-Offline-und-Online/3239c5218i1p18/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nach eigenen Angaben</a> knapp 16.000<br />
Begriffe bei Google. Der Spitzenkandidat Guido Westerwelle wird mit<br />
einer Anzeige auf <a href="http://www.Guido-Westerwelle.fdp.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seine Homepage</a> verlinkt.
</p>
<p>
Kurioserweise stieß man bis vor Kurzem auch beim Suchwort<br />
&quot;Atomausstieg&quot; auf die FDP. Und das obwohl sie eigentlich <a href="http://www.wir-klimaretter.de/content/view/3784/70/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">für eine Laufzeitverlängerung plädiert</a>. Die Liberalen hatten sich in die<br />
Suchmaschine eingekauft um den Leuten zu zeigen, &quot;was Sie wirklich<br />
wissen müssen&quot;.
</p>
<p>
<b>Die Grünen<br />
</b>
</p>
<p>
In der letzten Woche vor der Wahl haben die Grünen<br />
ihr AdWords-Programm stark zurückgefahren. So wurde die Buchung von<br />
Begriffen wie &quot;Atomausstieg&quot;, &quot;Atomkraftwerke&quot; und &quot;Netzsperren&quot;<br />
eingestellt. Anzeigen schaltet man noch für die Begriffe<br />
&quot;Parteiprogramm Gruene&quot; und &quot;Bildungspolitik&quot;.
</p>
<p>
<b>Die IG Metall<br />
</b>
</p>
<p>
Eine weitere Auffälligkeit tritt bei den Begriffen CDU, FDP, Angela<br />
Merkel und Guido Westerwelle zutage. Hier bekommt man jeweils <a href="http://www.igmetall.de/wahl">eine Seite</a> der IG Metall eingeblendet. Die Thematik: Schwarz-Gelb als die schlechtestmögliche Koalition für Deutschland.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Jeden Tag eine neue Parole macht die Basis ziemlich ratlos&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[IG Metall]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /> 
SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles, am 26. Februar 2003 </b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de 
</b></span><b>im ARD-Hauptstadtstudio</b>.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /><br />
SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles, am 26. Februar 2003 </b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
</b></span><b>im ARD-Hauptstadtstudio</b>.</span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
Heute ist Andrea Nahles, SPD-Vorstandsmitglied und Sprecherin des Forums<br />
Demokratische Linke 21 ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Eine Stunde<br />
haben wir Zeit, kann es losgehen Frau Nahles?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Ja, gerne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Liebe Frau Nahles: was machen Sie jetzt eigentlich genau, seitdem Sie<br />
aus dem Bundestag ausgeschieden sind? Ist das nicht bitter, jetzt in der<br />
zweiten Reihe zu stehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich arbeite für die IG Metall in Berlin und arbeite weiter ehrenamtlich<br />
in der Politik. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Löns:<br />
</b>Warum besinnt sich Schröder in schwierigen &#8211; und für<br />
ihn unpopulären &#8211; Zeiten so oft auf die linke Tradition der SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt zur Zeit eine große Verunsicherung in der eigenen Anhängerschaft.<br />
Hat man auch bei den Landtagswahlen gesehen. Deshalb versucht Schröder<br />
da sicher Vertrauenskapital aufzubauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hillu: </b>Sie<br />
kritisieren die Wirtschaftspolitik von Minister Clement. Wie sehen ihre<br />
Vorschläge zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Wir brauchen in erster Linie Investitionen &#8211; vor allem auf der kommunalen<br />
Ebene. Dafür ist es nötig, die Finanzpolitik umzustellen. Clement<br />
verzettelt sich in Einzelfragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>In welchen Einzelfragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Kündigungsschutz ist sicher die Prominenteste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:</b><br />
Unterstützen Sie den Sparkurs von Hans Eichel oder sollte der Staat<br />
die Wirtschaft mit mehr Geld ankurbeln?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Sparen ist o.k., wenn die Konjunktur gut läuft. Zur Zeit würgen<br />
wir die Wirtschaft damit ab. Deshalb bin ich für eine vorübergehende<br />
Lockerung der Sparpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie lange soll die Lockerung denn dauern, eine Besserung der Wirtschaftslage<br />
ist ja nicht in Sicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Alle treten zur Zeit auf die Bremse: Die Konsumenten, der Staat,<br />
die Wirtschaft. Dann kommt mit Sicherheit nix in Gang. Deshalb müssen<br />
wir diesen Teufelskreislauf nach unten durchbrechen und jetzt im öffentlichen<br />
Bereich ankurbeln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Sie sagen, dass &quot;Die Kommunikation unserer Politik hat doch um ein<br />
Vielfaches zu wünschen übrig gelassen, es ist oft nicht so rüber<br />
gekommen, es gab zu viele Irritationen, da müssen wir einfach besser<br />
werden.&quot; Was hätte besser laufen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Tatsache ist, dass wir zur Zeit jeden Tag eine neue Parole von der Parteispitze<br />
hören, das ist nicht mehr nachvollziehbar und macht die Leute an<br />
der Basis ziemlich ratlos. Man kann nicht Steuererhöhungen vorschlagen,<br />
die man im Bundesrat absehbar nicht durchbekommt, sich dafür öffentlich<br />
prügeln lassen und sich wundern, dass man Wahlen darüber verliert.<br />
Mist ist auch, dass es Kurswechsel gab bei der Vermögenssteuer, wo<br />
alle in der SPD dafür waren und einige Ministerpräsidenten das<br />
machen wollten und dann hat Schröder das in letzter Minute verhindert.<br />
Nicht glücklich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>&quot;Parole&quot; &quot;Mist&quot; &#8211; harte Worte für die<br />
eigenen Genossen &#8211; die SPD krebst in den Umfragen bei 30 Prozent herum,<br />
ist es da taktisch klug, als Parteilinke die eigene Regierung abzuwatschen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Wir haben hohe Solidarität im Wahlkampf 2002 und auch vor<br />
den Landtagswahlen gezeigt, aber das hat dann seine Grenze erreicht, wenn<br />
die Politik, die vorgegeben wird nicht erfolgreich verläuft und es<br />
Änderungen braucht. Im übrigen: Die SPD hat zwei Flügel,<br />
damit sie fliegen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch mal zur Person und zur IG Metall:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Was ist denn Ihre Aufgabe bei der IG Metall?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich kümmere mich um die Kommunikation mit den politischen Entscheidungsträgern<br />
und mache politische Einschätzungen für Zwickel &amp; Co. und<br />
habe da noch so ein paar Sonderprojekte, die ich nicht unbedingt hier<br />
ausbreiten will :-))</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:<br />
</b>Wo ist für die IG Metall die Grenze der Reformen? Die Gewerkschaften<br />
wollen &quot;ohne Tabus&quot; und &quot;offen&quot; über alles reden.<br />
Aber wo ist beim Kündigungsschutz Schluss?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Einerseits werden wir in der Öffentlichkeit als totale Reformverweigerer<br />
gebrandmarkt, als Traditionalisten beschimpft. Andererseits gibt es natürlich<br />
Bereitschaft der Gewerkschaften zu Reformen, z.B. Gesundheitspolitik.<br />
Beim Kündigungsschutz sehe ich nicht viel Spielraum, da haben sich<br />
die Vorsitzenden der Gewerkschaften ja klar geäußert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>SPD-Fraktionschef Franz Müntefering liegt derzeit auf ihrer<br />
Linie. Er will beim Kündigungsschutz nichts verändern, allenfalls<br />
über die Abfindungen reden. Bei Wirtschaftsminister Clement sieht<br />
das anders aus. Sie haben erklärt, sie wollten sich nicht mehr &quot;erpressen&quot;<br />
lassen. Wie sah er denn aus, der Erpressungsversuch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Wenn ein Minister mit hoher Öffentlichkeitswirkung seine<br />
politische Glaubwürdigkeit an einem einzigen Punkt, der zu verhandeln<br />
ist, festmacht, dann ist das so, als würde er diejenigen, die das<br />
begründet anders sehen, in den Schwitzkasten nehmen. Dann wird jeder,<br />
der sachlich anderer Meinung ist zu jemanden, der ihm persönlich<br />
schadet. So kann eine Willensbildung nicht laufen. Ich habe mich auch<br />
deshalb geärgert, weil es längst auch vernünftige Gespräche<br />
gegeben hat, wie man da ohne Provokation vorgehen kann. Clement neigt<br />
leider zu heftigen Auftritten, das ist nicht immer hilfreich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sideshow:</b><br />
Finden Sie nicht, das Interessensgruppen (wie die IGM) in diesem Land<br />
viel zu sehr auf die Bremse treten und einen bedenklichen Kurs (mit Modellen,<br />
die den heutigen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden) fahren,<br />
was das wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortkommen behindert? Und<br />
das obwohl die Gewerkschaften nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung<br />
überhaupt vertreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Die deutschen Gewerkschaften organisieren derzeit 6 Millionen<br />
Arbeitnehmer<br />
das ist keine Minderheit; oft ist das &quot;wording&quot; der Gewerkschaften<br />
ein wenig unzeitgemäß, so empfinde ich es jedenfalls, aber<br />
es ist völlig überzeichnet was da an Negativimage in der Presse<br />
über Gewerkschaften zu lesen ist. In den Betrieben vor Ort werden<br />
ungeheuer flexible und zeitgemäße Lösungen miteinander<br />
verabredet. Ich finde, dass die Gewerkschaften eine sehr gute Arbeit machen,<br />
was die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt angeht. Sie sind oft<br />
einfach eine Anlaufstelle und eine Stütze für die Interessen<br />
der Beschäftigten; wenn das diskreditiert wird, dann frage ich mich,<br />
welche Interessen dahinter stehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Haben Sie das Gefühl, dass die Gewerkschaften im Moment eine besonders<br />
&quot;schlechte Presse&quot; bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jüppchküsch:<br />
</b>Sie vertreten eher den linken, gewerkschaftsnahen Flügel<br />
in der SPD. IG-Metallchef Zwickel wir nachgesagt, dass er an der Übernahme<br />
von Vodafone bei Mannesmann persönlich kräftig mitverdient hat.<br />
Steinkühler musste vor einigen Jahren aufgrund von Aktien-Insiderwissen<br />
zurücktreten. Was meinen Sie: Jeder von uns bereichert sich doch<br />
mehr oder weniger, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. So hat der Sozialismus<br />
doch keine Chance oder sehen Sie das anders?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Zwickel hat nichts an der Übernahme verdient, er hat zugegeben, dass<br />
es besser gewesen, mit „Nein“ zu stimmen, als es um die hohe<br />
Abfindung von Esser ging. Aber er hat sich (als einziger übrigens)<br />
nur enthalten. Immerhin! Eine persönliche Bereicherung hat es zu<br />
keinem Zeitpunkt gegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Glaube ich gerne, aber eine Frage an die Insiderin: Wie ist das Feedback<br />
in der Gewerkschaft angesichts dieser immens hohen Abfindungen. Das sind<br />
für &quot;normale&quot; Arbeitnehmer ja schon Traumzahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die Abfindungen sind lächerlich hoch und nicht zu rechtfertigen.<br />
Das ist auch die Grundstimmung in den Gewerkschaften</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der Zauber<br />
von Madeira:</b> Was halten Sie denn konkret von Michael Sommer.<br />
mit der IG Metall ist der ja auch nicht immer auf einer Linie, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Michael Sommer macht seinen Job öffentlichkeitswirksamer<br />
und moderner als sein Vorgänger und das finde ich gut. Das er sich<br />
mit der Mehrwertsteuer an einer Stelle mal vergaloppiert hat, nun ja.<br />
Ansonsten sehe ich aber eine große Übereinstimmung zwischen<br />
DGB und IGM.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:</b><br />
Hans Eichel sagte im &quot;Wahlbetrugs-Ausschuss&quot;, dass in der Politik<br />
nicht um Fakten gehe, sondern um Meinungen und politische Entscheidungen.<br />
Teilen sie seine Ansicht von Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es geht nicht nur um Faktenhuberei. Es geht auch darum, ob man Tendenzen<br />
in die eine oder andere Richtung verstärkt. Wenn man in eine abschwächende<br />
Konjunktur auch noch mit Horrorzahlen reinhaut kann das den Abschwung<br />
befördern. Wirtschaft ist zu 50% Psychologie hat mal jemand Schlaueres<br />
gesagt als ich. Das heißt nicht, dass man frei erfinden sollte.<br />
Aber es heißt doch, dass es auch um Abwägungen geht</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie ehrlich kann Politik dann noch sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Politik wird von den Entwicklungen immer eingeholt und geprüft<br />
und in einer Demokratie steht sie immer im Kreuzfeuer der Demokraten.<br />
Sie hat die Verpflichtung zur &quot;Ehrlichkeit&quot;, aber das ist eben<br />
kein Begriff, der im privaten wie im politischen Spielräume von Entscheidungen<br />
ausschließen würde. Wo es Spielräume auszuloten gibt,<br />
gibt es auch Fehlentscheidungen, Irrtümer, bewusste Täuschungen,<br />
Ungenauigkeiten, oder man nennt das auch &#8211; LEBEN</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Welcher politischer Flügel schlägt ehrlicher, der rechte oder<br />
der linke?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Keiner von beiden, keine taugliche Kategorie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sideshow:<br />
</b>Wie glauben Sie ist der &#8211; von allen Seiten unbestritten notwendige<br />
&#8211; Reformprozess nun anzupacken? Ist es nicht so, dass die politisch Verantwortlichen<br />
immer mehr Ihr Vertrauen verspielen, nicht den Mut haben, über Parteigrenzen<br />
hinweg endlich aktiv zu werden und gemeinsam das Land für die Zukunft<br />
fit zu machen? Und ganz konkret &#8211; da Sie ja nun nicht mehr ein Mandat<br />
der SPD-Bundestagsfraktion haben: Ist die aktuelle Regierung aus Ihrer<br />
Sicht gescheitert, wenn nicht bis zum Sommer endlich mehr passiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich bin zuversichtlich das wir einen guten Batzen Reformumsetzung bis<br />
zum Sommer haben werden. Ich finde aber auch, dass die Ungeduld sehr unpassend<br />
ist. Wir haben die mit Abstand größte arbeitsmarktpolitische<br />
Reform mit Hartz angepackt. In den Arbeitsämter ist derzeit ein Umbruch,<br />
ein Neuanfang wie noch nie. Davon habe ich mich erst letzte Woche selber<br />
überzeugt bei mir vor Ort. Und bevor überhaupt etwas sichtbar<br />
wird, etwas wirken KANN, schreien alle schon nach neuen Reformen. Demokratie<br />
und auch Reformen brauchen Zeit. Aktionismus &#8211; und danach scheint es manchmal<br />
zu gehen -hilft überhaupt nicht. Ich stimme Ihnen jedoch zu: es muss<br />
in der Gesundheitspolitik Strukturreformen geben. Da sind wir dran. Und<br />
wir brauchen auch neue Impulse bei der Investitionspolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Aber Hartz wurde doch &#8211; wie er selbst bemängelt – verwässert&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
&#8216;Tschuldigung. Aber Hartz ist nicht Buchstabe für Buchstabe umgesetzt<br />
worden. Da finde ich, dass der Manager etwas gekränkt reagiert hat.<br />
Die Kernpunkte Zeitarbeitsfirmen (PSA) und Mini-Jobs und Umbau der Bundesanstalt<br />
laufen doch auf vollen Touren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zu einem anderen Thema, beginnend mit einer &quot;Glaubens&quot;-Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Glauben Sie, dass der Krieg kommt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Ja, leider.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt nur noch ein kleines Fenster für eine friedliche Lösung<br />
und daran arbeitet Deutschland im Verbund mit Frankreich auf Hochdruck.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>joe333:</b><br />
Halten sie einen US-Angriff auf den Irak ohne weitere UN-Resolution für<br />
völkerrechtswidrig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sozenfreund:<br />
</b>Frau Nahles, warum liefert die Bundesregierung nicht die Waffen<br />
an die Türkei, welche von der Nato angefordert wurden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die UN-Resolution ist für einen Krieg die einzige legitime Grundlage.<br />
Die Türkei wird von uns materiell unterstützt um ihre Verteidigung<br />
aufrechtzuerhalten. Für mehr haben wir keine Kapazität da wir<br />
massiv im Kosovo, Bosnien und Afghanistan engagiert sind</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">j<b>oe333:</b><br />
Wie stehen sie zu den Überflug- und Nutzungsrechten der US-Truppen<br />
in Deutschland im Falle eines Angriffs auf den Irak ohne eine neue UN<br />
Resolution?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die müssen und sollten wir gewährleisten. Deutschland hat mit<br />
seinem klaren Nein zu einer Beteiligung an dem Krieg und zu seiner konsequenten<br />
Diplomatie viele Chancen auf eine KRIEGSVERHINDERUNG ermöglicht.<br />
Da wiegt für mich diese Frage gering.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Trotzdem: Wäre es nicht völkerrechtlich konsequent,<br />
diese dann zu verweigern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Nein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonnenlicht:</b><br />
Hat Frau Merkel in den USA mit ihrer Kritik an der Regierung einen Tabubruch<br />
begangen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja, aber schlimmer ist, dass Frau Merkel sich an den Rockzipfel der Bush-Administration<br />
hängt</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Was sagen Sie zu den Vorschlägen der CDU, wonach die Bundeswehr nun<br />
auch im Inneren eingesetzt werden soll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Panikmache.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lunabar:</b><br />
Die Koalition der Antikriegsgegner ist ja einen ziemlich unhomogene Gruppe:<br />
Rechte treffen auf Linke, Antisemiten auf Philosemiten, Globalisierungsgegner<br />
auf Labelträger&#8230; ist es überhaupt eine Bewegung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich glaube, dass es nicht eine so kohärente Bewegung ist wie in den<br />
80ern. Es sind auch keine rein pazifistischen Strömungen dominant.<br />
Es ist eine Koalition der Vernunft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie unterstützen Schröders Kurs in der Irak-Frage in vollem<br />
Umfang. Keine Bedenken wegen des zerbrochenen deutsch-amerikanischen Porzellans?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Wir sollten nicht unnötig eskalieren, aber ich sage: Bush hat sich<br />
mit seiner Präventivschlag- Strategie sehr weit vom bisherigen vernünftigen<br />
außenpolitischen Konsens entfernt, dass da was dagegen gesetzt werden<br />
musste und muss. USA ist nicht gleich Bush-Administration.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Was passiert, wenn der irakische Diktator Saddam Hussein nicht<br />
wie vom Waffeninspektor Blix gefordert, seine El-Samud 2-Raketen vernichtet<br />
&#8211; und Blix die nötige Kooperation des Irak als nicht vorhanden feststellt<br />
&#8211; ist dann das &quot;letzte Mittel Gewalt&quot; nicht notwendig? Könnte<br />
das von der SPD nicht mitgetragen werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Im Memorandum, das Deutschland und Frankreich dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt<br />
haben, ist als letztes Mittel Gewalt angeführt. Es ist aber doch<br />
so, dass es den Anschein hat, als sei die Gewalt schon beschlossene Sache<br />
für einen Teil des UN-Sicherheitsrat und die andere Seite versucht,<br />
die friedlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das beantwortet nicht ganz meine Frage: Alle drücken sich<br />
gerne vor den „was-wäre-wenn“ &#8211; Szenarien, aber trotzdem<br />
muss man sich die Frage als Politiker doch mal stellen, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Deutschland wird sich nicht an einem Krieg beteiligen. Wie die<br />
genaue Abstimmungssituation ist &#8211; auch wenn das ausweichend klingt &#8211; kann<br />
ich nicht sagen. Es ist für mich nur klar, was Schröder erklärt<br />
hat, wird er auch halten: Eine den Krieg legitimierende Resolution wird<br />
Deutschland nicht zustimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peter_licht:</b><br />
Warum glauben Sie zieht Blair mit? Er hat davon keine innenpolitischen<br />
Vorteile &#8211; weder von den Bürgern, noch von der eigenen Partei. Was<br />
treibt ihn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt sicher auch den seltenen Fall :-)), dass ein Politiker einfach<br />
das tut, was er für richtig hält. Das unterstelle ich Blair<br />
&#8211; obwohl ich seine Meinung nicht teile &#8211; durchaus. Es kommt Geltungsbedürfnis<br />
und mittelfristige – „Wir sind die besten Partner der USA<br />
in Europa“-Überlegungen dazu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch eine „was-wäre-wenn“-Frage: Wie schätzen<br />
sie den Schaden ein, wenn die USA und Großbritannien ohne UNO-Mandat<br />
gegen Irak ziehen. Ist die UNO dann eine &quot;Ruine&quot;, wie es jüngst<br />
mehrfach in der Presse zu lesen war?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich glaube im Gegenteil, dass sich die mangelnde Legitimation höchst<br />
negativ für die USA und Großbritannien auswirken werden. Meine<br />
Befürchtung ist, dass die Welt durch so ein Verhalten insgesamt unsicherer<br />
wird. Die UN ist allerdings ohne die USA immer in einer schwierigen Situation.<br />
Deshalb muss versucht werden, beieinander zu bleiben. Es kann aber nicht<br />
sein, dass die UN für die USA immer nur dann funktioniert, wenn sie<br />
die Meinung der USA voll umsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch mal zur Person:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hillu: </b>Wo<br />
sehen Sie denn Ihre politische Zukunft? wollen Sie 2006 wieder in den<br />
Bundestag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja, ich werde kandidieren. Ich bin weiter politisch sehr aktiv, es ist<br />
nicht so,<br />
dass ich da einen größeren Bruch ausmache.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Liebe Chat-Freunde, eine Stunde ist vorbei. Herzlichen Dank Frau<br />
Nahles, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind und herzlichen<br />
Dank an alle User/innen für das Interesse. Noch ein Terminhinweis:<br />
Am Dienstag, 4.März, kommt der Leiter des Aspen Institute, Jeffrey<br />
Gedmin, zum Chat. Das Aspen Institute ist vermutlich die wichtigste amerikanische<br />
Denkfabrik in Deutschland. Gedmin ist Experte für die deutsch-amerikanischen<br />
Beziehungen und den Nahen Osten. Wir würden uns freuen, wenn Sie<br />
wieder dabei sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie<br />
auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de<br />
sowie des Unterstützers tagesspiegel.de. Die Website von Andrea Nahles<br />
erreichen Sie unter http://www.andreanahles.de. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen noch einen schönen Abend.</span></p>
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