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	<title>Ilse Aigner &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Ilse Aigner &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Deine Daten im Netz&#8221; &#8211; Chat mit Bundesministerin Ilse Aigner</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 16:33:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Datensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ilse Aigner]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem einstündigen Internet-Chat hat die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), am 16. Juni 2009 Fragen rund um das Thema &#34;Sicher surfen –Deine Daten im Netz&#34; beantwortet. Dabei ging sie u.a. auf Fragen zum sicheren Umgang mit dem Internet im Hinblick auf Datensicherheit, Seitensperren und Mobbing ein.<br /><p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem einstündigen Internet-Chat hat die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), am 16. Juni 2009 Fragen rund um das Thema &quot;Sicher surfen –Deine Daten im Netz&quot; beantwortet. Dabei ging sie u.a. auf Fragen zum sicheren Umgang mit dem Internet im Hinblick auf Datensicherheit, Seitensperren und Mobbing ein.</p>
<p><!--break--><br /><b></b></p>
<p><b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen zum Chat mit Bundesministerin Ilse Aigner zum Thema &quot;Sicher surfen &#8211; Deine Daten im Netz&quot;. Frau Aigner ist jetzt bei uns eingetroffen, der Chat kann also pünktlich beginnen. Vielen Dank, Frau Ministerin, dass Sie uns heute Fragen zum Thema &quot;Sicher surfen &#8211; Deine Daten im Netz&quot; beantworten. Können wir anfangen?<b></b></p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Ja! Wir können anfangen. Ich bin wirklich sehr überwältigt über die große Resonanz, die der erstmalig stattfindende Internet-Chat gefunden hat. Es ist eigentlich in einer Reihe zu sehen mit unserer Informationskampagne &quot;Watch your web&quot;, die wir letzte Woche gestartet haben. Kernpunkt ist die Frage „Sicherheit im Netz und wie gehe ich mit meinen Daten um“? Ich freue mich auf Ihre und Eure Fragen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Vor dem Chat hatten die Nutzerinnen und Nutzer bereits einige Tage Zeit, Fragen zu stellen und darüber abzustimmen, welche heute den Chat eröffnen. Das Interesse war überwältigend. Wir werden versuchen, so viele Fragen wie möglich zu beantworten. Hier ist die erste:</p>
<p><b>Kuri:</b> Frau Aigner, wie beurteilen Sie die Pläne Ihrer Kollegin Frau von der Leyen, das Internet zu zensieren?</p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Ich würde hier nicht die Frage der Zensur in den Vordergrund stellen, sondern die Frage, wie wir mit so schweren und katastrophalen Fragen wie Kinderpornographie umgehen. Und in der Abwägung finde ich es einen Schritt in die richtige Richtung, mit der Sperrung von solchen Seiten das Problem einzugrenzen. Ansonsten würde ich am liebsten die Seiten mit Kinderpornos gelöscht haben. Dazu brauchen die Polizisten aber auch die Möglichkeit.</p>
<p><b>MsMiaWallace:</b> Wie beurteilen Sie als Verbraucherschutzministerin eine Vorratsdaten-speicherung?</p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Mit dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung hat die Bundesregierung eine EU-Richtlinie umsetzen müssen. Dabei war mir als Verbraucherschutzministerin aber sehr wichtig, dass die Datenspeicherung unter klaren Regeln und eng begrenzt bleibt.</p>
<p><b>Lichtgestalt:</b> Ist wirksamer Verbraucherschutz im Internet überhaupt zu leisten?</p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Ja, ich denke schon. Allerdings ist das aufgrund der Internationalität mit Sicherheit nicht ganz so einfach. Die Rechtsdurchsetzung bei ausländischen Unternehmen ist unter Umständen schwieriger. Daher ist gerade in diesem Bereich eine Zusammenarbeit zumindest auf europäischer Ebene so wichtig.</p>
<p><b>Sindy:</b> Was halten Sie von den Unterzeichnern der Internetpetition gegen die Zensur im Internet?</p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Die Frage der Petition &#8211; egal ob auf schriftlichem oder auf Internet-Weg &#8211; ist eine begrüßenswerte Form der Ausübung der Bürgerrechte, in der man seine Meinung deutlich zum Ausdruck bringen kann.</p>
<p><b>HumanBeing: </b>Sehr geehrte Frau Aigner, sicherer Umgang mit den eigenen Daten muss erst erlernt werden. Ist das ein Thema für die Schule, Seminare für Firmen und Behörden?<b></b></p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Natürlich ist es auch ein Bestandteil, den man meines Erachtens auch in bestehende Lehrpläne gut integrieren kann. Die Frage der Medienkompetenz ist gerade bei der umfassenden Informationsflut des Internets ein wichtiges Anliegen. Wir haben ein ganzes Paket zur Information der Nutzer des Internets auf den Weg gebracht. Wie zum Beispiel die Kampagne &quot;Watch your web&quot; letzte Woche. Außerdem bereiten wir gerade ein neues und sehr umfassendes Portal vor, das &quot;Verbraucher sicher online&quot; heißen soll.<b></b></p>
<p><b>Nadine: </b>Können Erwachsene auch ins SchülerVZ (sich als Schüler ausgeben)?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Im Internet ist die Frage der wirklichen Identität schwieriger festzustellen als im realen Leben. Genau deshalb empfiehlt sich ja auch eine gewisse Vorsicht. Bei SchülerVZ ist ja aber noch ein weiterer &quot;Filter&quot; eingebaut, mit dem eine Einladung zur Teilnahme ausgesprochen werden muss. Und man kann &#8211; wenn man den Verdacht auf falsche Identität hat &#8211; denjenigen auch melden und dann kann das Profil gesperrt werden.</p>
<p><b>It92: </b>Werden soziale Netzwerke (SchuelerVZ, MeineVZ,&#8230;) darauf überprüft ob sie mit Daten fahrlässig umgehen oder diese sogar verkaufen ?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Es gibt eine Überwachung durch die Datenschutzbehörden, die auch soziale Netzwerke überprüfen können.</p>
<p><b>Hangahanga: </b>Was sollte man tun, wenn man als Jugendlicher im Internet gemobbt wird?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Als erstes ist es immer sehr wichtig, mit einer Vertrauensperson über die Situation zu sprechen und sich auch Rat und Hilfe zu holen. Wir haben auf unserer Internetseite (www.bmelv.de) dazu Infos eingestellt. Ganz speziell dazu dient auch die Internetseite www.klicksafe.de. Hier findet man Tipps und Ansprechpartner oder man ruft die &quot;Nummer gegen Kummer&quot; an unter 0800 &#8211; 111 0 333.</p>
<p><b>Joker: </b>Frau Ministerin, wurden sie im Internet schon einmal gemobbt?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Zumindest ist es mir nicht bekannt. Ansonsten ist man es als Person des öffentlichen Lebens vielleicht auch mehr gewohnt, öffentlichen Angriffen ausgesetzt zu werden. Dies hat aber nichts mit gezieltem Mobbing zu tun &#8211; das für mich inakzeptabel ist. Und gerade im Internet ist es besonders unangenehm.<b></b></p>
<p><b>Julian: </b>Sollte ich gar keine Fotos mehr hochladen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Ich würde hier sehr differenziert vorgehen. Zum einen gibt es bestimmt Daten, die im Internet eigentlich nichts verloren haben. Dazu zählen Adresse, Telefonnummern, Kontendaten. Bei Fotos würde ich immer zu Vorsicht raten. Man muss sich ja vergegenwärtigen, dass die Fotos über lange Zeit im Internet abrufbar sind und sich die persönliche Situation auch sehr verändert.</p>
<p><b>Demokrat: </b>Warum öffnen sich die Ministerien in Deutschland nicht mehr für digitale Bürgerbeteiligung? Wieso gibt es keine Möglichkeit, Ideen zielgerichtet an Ministerien zu kanalisieren?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Heute haben wir die neue Homepage des Ministeriums freigeschaltet (www.bmelv.de). Ich habe heute damit begonnen, mit dem Chat neue Wege der direkten Kommunikation zu gehen. Und wir wollen in den kommenden Monaten dieses auch weiter ausbauen, weil uns der Dialog über das Netz wichtig ist.</p>
<p><b>Elli: </b>Liebe Frau Aigner, gibt es eine Möglichkeit, nachzusehen, welche Daten von mir im Netz stehen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Als erstes würde ich die gängigen Suchmaschinen überprüfen, was über mich im Internet zu finden ist. Es gibt auch noch spezielle Personensuchmaschinen, die man nutzen kann.<b></b></p>
<p><b>Landei: </b>Wie erfahren Jugendliche z.B. von der Kampagne &quot;Watch your web&quot;? Werden sie über die sozialen Netzwerke wie z.B. SchülerVZ informiert?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Wir haben als Kooperationspartner „SchülerVZ“, „Wer kennt wen?“ und „Lokalisten“ gewonnen &#8211; die diese Informationen auf ihren Internetseiten eingestellt haben. Es war ein voller Erfolg &#8211; bei YouTube waren die Videos unter den besten dreißig weltweit &#8211; und bei SchülerVZ haben wir mittlerweile 10.000 &quot;Freunde&quot; und wir sind im Gespräch mit weiteren Kooperationspartnern.<b></b></p>
<p><b>Batman:</b> Was kann die EU beim internationalen Problem Datensicherheit machen?</p>
<p><b>Dennis G.: </b>Was wollen sie gegen Internetseiten, die einen abzocken, machen? Es gibt ja die Seiten, wo man sich kostenlos anmeldet und sich später herausstellt, dass dies ein Abo ist, wo man 49,- Euro im Monat zahlen muss. Wie wollen sie da vorgehen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Wir wollen, um dieses künftig zu verhindern, auf europäischer Ebene eine Lösung vorschlagen, die wie folgt aussieht: Bevor ich künftig eine kostenpflichtige Leistung im Internet abschließe, muss der Anbieter mich deutlich auf die Entgeltpflicht hinweisen &#8211; und nur nach Bestätigung mittels eines Buttons wird der Vertrag wirksam.</p>
<p><b>Schmidt: </b>Dürfen Arbeitgeber im Internet nach Ihren Mitarbeitern schnüffeln oder diese bei bevorstehenden Bewerbungsgesprächen berücksichtigen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Ich will mich hier jetzt nicht juristisch endgültig festlegen. Tatsache ist auf alle Fälle, dass für jeden &#8211; und damit auch für einen Arbeitgeber &#8211; das Netz zugänglich ist und er oder sie sich mittels einer Internet-Recherche ein Bild über einen Bewerber machen kann. Deshalb noch einmal: Wenn man Informationen und/oder Bilder ins Internet stellt, muss man immer damit rechnen: Das Netz vergisst nichts!</p>
<p><b>Cindarella: </b>Eltern wollen ja immer wissen, was da drin los ist in den Netzwerken. Nun meine Frage: Sollen Eltern wirklich überprüfen können, was ihr Kind in den einzelnen Netzwerken macht oder fällt das unter die Verletzung unser Privatsphäre?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Eigentlich sollte ja zwischen Eltern und Kindern ein so großes Vertrauensverhältnis bestehen, dass auf der einen Seite kleine Geheimnisse auch gewahrt bleiben und auf der anderen Seite auch offen über Probleme gesprochen wird. Vielleicht ist es ganz sinnvoll, sich gemeinsam mal auf den Internetseiten zu tummeln.  Dann nehmt ihr Euren Eltern vielleicht auch die Ängste.</p>
<p><b>Sophie: </b>Wenn man jemandem Bilder von sich schickt (z.B. Freunden aus dem Chat) und diese dann im Internet auftauchen &#8211; was kann man da tun?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Jeder hat das Recht am eigenen Bild &#8211; dies gilt auch für das Internet. Falls also jemand ohne Einwilligung ein Foto ins Internet stellt, kann man auch die Löschung verlangen.<b></b></p>
<p><b>Moderator: </b>Ein weiteres wichtiges Thema ist Onlineshopping. Hier stellvertretend eine Frage:</p>
<p><b>Sören Ebbeck: </b>Sehr geehrte Frau Ministerin. Wie sicher sind Daten, die z.B. beim Onlineeinkauf angegeben werden, und wie versuchen Sie als Ministerin des Verbraucherschutzministeriums, diese zu schützen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Es gibt verschiedene Qualitätsstandards &#8211; das ist abhängig vom Anbieter und zum Beispiel dessen Verschlüsselungstechnologie. Die Gütesiegel im Internet geben einen gewissen Aufschluss über die Sicherheit. Hier beteiligt sich mein Haus in Kooperation mit Anbietern und Verbraucherverbänden an der weiteren Verbesserung.</p>
<p><b>Tuxi: </b>Sollten die Banken Online-Banking aus Sicherheitsgründen abschaffen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Ich bin selbst Online-Banking-Nutzer und finde diese Möglichkeit auch sehr praktisch. Ich stelle fest, dass die Standards immer weiter verbessert wurden. Dies ist auch wichtig. Generell gilt: Nie im Internet TANs oder PINs speichern. Eine Haftung des Kunden wird in Zukunft nur bestehen, wenn der Bankkunde vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.<b></b></p>
<p><b>Peter B.: </b>Frau Aigner, was halten sie davon, alle Internetverbindungen über einen zentralen Server laufen zu lassen, um so zum Beispiel ausländische Websites sperren zu können?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Das wäre nach meiner Ansicht höchst bedenklich. Der Schritt zur „Rund-um-Zensur“ ist hier nicht weit. Das kennen wir leider aus anderen Ländern.</p>
<p><b>iPhone: </b>Tun sie auch eigentlich etwas gegen Pro-Ana Seiten? Ich habe leider schon viele, viele angesehen. Man muss etwas dagegen tun!</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Wenn das Ziel dieses Forums wäre, sich wie bei einer Selbsthilfegruppe mit der Krankheit positiv auseinander zu setzen, um auch einen Weg aus der schwierigen Lage zu finden, wäre es gut. Sich aber gegenseitig im Abmagern zu übertreffen, halte ich für unakzeptabel. Gerade weil es auch im Internet steht. Es gibt aber die Möglichkeit, diese Seiten löschen zu lassen, in dem man sie an den Netzwerkbetreiber meldet.</p>
<p><b>Foreigner: </b>Man kann das Internet und soziale Plattformen ja durchaus auch zur positiven Selbstdarstellung nutzen (Business-Plattformen). Wo sehen Sie die Grenze zwischen nützlicher und risikobehafteter Nutzung des Internets?<b></b></p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Das ist eine sehr persönliche Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Wer auch im beruflichen Zusammenhang viel persönliches von sich freigibt, wird auch im Internet mehr von sich selbst erzählen, was private Belange betrifft.</p>
<p><b>Tracky: </b>Ich kann nicht verstehen, warum Menschen, die &quot;illegal &quot; downloaden, bestraft werden. Sicherlich haben sie eine Teilschuld. Aber sollten nicht jene, welche diese Daten erst zur Verfügung stellen, bestraft werden? Ich hoffe, sie nehmen hierzu Stellung. Ich freue mich auf ihre Antwort.</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Nicht alles, was im Internet veröffentlicht wird, ist kostenlos zugänglich. Es gibt das Recht an Wort und Bild und am geistigen Eigentum. Die Verfasser leben letztendlich von den eigenen Ideen. Die Anbieter dieser Inhalte müssen klar kennzeichnen, was frei verfügbar und was kostenpflichtig ist. Richtig ist, dass man als erstes eigentlich bei denjenigen ansetzen muss, die &quot;geklaute&quot; Inhalte ins Netz stellen. Aber jedem Nutzer muss eigentlich auch klar sein, dass neue Filme und neue Musik eigentlich nicht umsonst zu haben sind. <br />In der Vergangenheit gab es durchaus Abmahnanwälte, die sehr schnell übers Ziel hinausgeschossen sind. Deshalb war es mir wichtig, dass die Gebühren für eine Erstabmahnung im Urheberrecht begrenzt wurden.</p>
<p><b>Webbie: </b>Frau Aigner, wie stellen Sie die Sicherheitsstandards für das Web in Deutschland sicher? Haben Sie eine eigene Abteilung &quot;Internetsicherheit&quot; oder so etwas?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Die Bundesregierung hat hierzu eine eigene Einrichtung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: www.bsi-fuer-buerger.de.</p>
<p><b>Henne: </b>Kann es nicht auch sein, dass das Internet die Gesellschaft zu mehr Toleranz führt? Bald dürfte es ja von jedem Bilder in unschönen Situationen geben, also eine größere Akzeptanz und weniger Skandalwert.<b></b></p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Ich würde so etwas prinzipiell positiv bewerten. Man kann gut und schnell Kontakt aufnehmen. Aber nochmal: Man muss immer damit rechnen, dass jeder im Internet alles einsehen kann. Vielleicht ist dieses ja auch ein Beitrag zur Toleranz.</p>
<p><b>Opfer:</b> Frau Aigner, warum wird gegen Abzockerseiten im Netz [URL von Redaktion gelöscht] (es gibt Hunderte davon) nicht sofort rigoros vorgegangen?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Die Verbraucherzentralen und andere klagebefugte Verbände haben die Möglichkeit dagegen vorzugehen. Bei Verstößen können die Unternehmen daher zunächst abgemahnt werden. Sollten sie daraufhin ihre Geschäftspraxis immer noch nicht ändern, werden Unterlassungsansprüche geltend gemacht und Gewinne abgeschöpft. Die Verbraucherzentralen sind hier wirklich sehr aktiv<b>.</b></p>
<p><b>Hola: </b>Hallo Frau Aigner, kann man Sie auch in einem sozialen Netzwerk finden?</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Ja, na klar. Sowohl bei Xing, Lokalisten und Facebook. Aber auch dort werden Sie nur das von mir finden, was ich auch will, dass es im Netz steht.<b></b></p>
<p><b>Moderator: </b>Wir haben während des Chats eine Umfrage gemacht: „Kennst Du jemanden, der schon mal im Internet fertig gemacht wurde?“ Schätzen Sie das Ergebnis.</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>30 Prozent kennen jemanden.</p>
<p><b>Moderator: </b>Fast richtig: 24 Prozent kennen jemanden. Das waren 60 Minuten Chat mit Bundesministerin Ilse Aigner. Vielen Dank an die Nutzerinnen und Nutzer für die intensive Beteiligung und natürlich an Frau Aigner für die Antworten. Leider konnten aufgrund der hohen Anzahl an Fragen nicht alle gestellt werden, dafür bitten wir um Verständnis. Das Schlusswort hat  unser Gast. Bitte, Frau Ministerin:</p>
<p><b>Ilse Aigner: </b>Vielen Dank für die interessanten Fragen. Leider konnte ich nicht alle beantworten. Aber es war für mich sehr spannend!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich bin eben ein überzeugter Anhänger von Wettbewerb&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ilse Aigner]]></category>
		<category><![CDATA[Ländersache]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Donnerstag, 29. Juni, 
war Ilse Aigner, bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der 
CDU/CSU-Fraktion, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation 
mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern über 
Studiengebühren, die Bedeutung von Bildung und die Kompetenzverteilung 
zwischen Bund und Ländern.</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Donnerstag, 29. Juni,<br />
war Ilse Aigner, bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der<br />
CDU/CSU-Fraktion, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation<br />
mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern über<br />
Studiengebühren, die Bedeutung von Bildung und die Kompetenzverteilung<br />
zwischen Bund und Ländern.</span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b><b><b>Moderator:</b></b></b></b><br />
Liebe Bildungs-, Forschungs- und Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen zum tagesschau-Chat. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist heute Ilse Aigner, Bundestagsabgeordnete und bildungspolitische<br />
Sprecherin der Unions-Fraktion. Vielen Dank fürs Kommen, Frau<br />
Aigner. Neben Bildung und Forschung, Gentechnik und Schulbank darf<br />
es natürlich auch um andere interessante Themen gehen und Ihre<br />
Fragen können Sie natürlich wie immer jederzeit stellen,<br />
sie werden gesammelt. Eine Bemerkung noch: Im Bundestag hat sich<br />
der Zeitplan verschoben. Frau Aigner muss uns daher bereits nach<br />
40 Minuten verlassen &#8211; es kommt bei der Abstimmung auf ihre Stimme<br />
an.
</p>
<p>
<b>Benjamin Stierl:</b> Werte Frau Aigner, sind Sie persönlich<br />
für Studiengebühren, oder sind Sie dagegen?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/iaigner%20webcam1.jpg" align="right" height="130" width="127" />Ilse<br />
Aigner:</b> Ich bin für Studiengebühren, weil es<br />
zu einer Verbesserung der Studienbedingungen führen wird und<br />
es eine Gleichbehandlung gibt mit denjenigen, die die berufliche<br />
Weiterbildung durchlaufen.
</p>
<p>
<b>peterm:</b> Mit welchen Argumenten könnte man<br />
mich dafür begeistern, für mein letztes Semester an einer<br />
bayerischen Hochschule noch 500 Euro zu zahlen – die Bedingungen<br />
werden sich nicht von heute auf morgen verbessern!
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Doch. Weil diese Mittel zusätzlich<br />
eingesetzt werden und deshalb wird es auch zu Verbesserungen für<br />
Sie kommen.
</p>
<p>
<b>scully:</b> Wie sollen Studiengebühren die Studienbedingungen<br />
verbessern, wenn das Geld die Institute nicht erreicht?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich weiß nicht, wie Sie zu<br />
der Erkenntnis kommen, dass die Mittel die Hochschulen nicht erreichen.<br />
Mein Kenntnisstand ist, dass die Länder ihre Mittel aufrecht<br />
erhalten und die Mittel zusätzlich den Hochschulen zur Verfügung<br />
stehen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Wissen Sie, ob das<br />
in allen Bundesländern so gehandhabt wird oder gibt es Unterschiede?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Meines Wissens ist es in allen Bundesländern<br />
so.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Nachfrage von:
</p>
<p>
<b>arzt-im-streik:</b> In wie fern bedeuten denn 500<br />
Euro im Semester eine Gleichbehandlung der Studierenden mit Auszubildenden?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Da muss ich missverstanden worden<br />
sein. Es ist nicht um die Auszubildenden gegangen, sondern um die<br />
berufliche Weiterbildung wie z.B. Meister oder Techniker. Ich selbst<br />
bin so ein Beispiel. Hier müssen Schulgeld und Lebensunterhalt<br />
selbst bestritten werden. Nur über das so genannte Meister-BAföG<br />
gibt es mittlerweile eine teilweise Entlastung bei den Lebenshaltungskosten<br />
auf Darlehensbasis.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Sie sprechen von sich<br />
als Beispiel &#8211; können Sie das ein bisschen näher erklären?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich habe ich eine Berufsausbildung<br />
als Radio- und Fernsehtechniker durchlaufen. Nach fünfjähriger<br />
Berufserfahrung dann eine zweijährige Weiterbildung zur staatlich<br />
geprüften Elektrotechnikerin. Meine Mitstudierenden und ich<br />
waren aber immer der Meinung, dass eine Investition in die Ausbildung<br />
sich langfristig rechnet.
</p>
<p>
<b>Mike S:</b> Aber Weiterbildungen können doch<br />
nicht mit einer universitären Erstausbildung verglichen werden?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich glaube, das ist genauso eine<br />
Investition in die Zukunft. Der Arbeitslosenanteil von arbeitslosen<br />
Akademikern ist weit geringer als der Durchschnitt.
</p>
<p>
<b>Finity:</b> Studierende aus Arbeiterfamilien sind<br />
ohnehin an Unis stark in der Minderzahl. Wird diese soziale Selektion<br />
nicht noch weiter vorangetrieben durch die Studiengebühren?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Hier muss natürlich von den<br />
Ländern (die auch zuständig sind) ein Stipendiensystem<br />
aufgebaut werden, andererseits kann ich auch sagen, dass eben diese<br />
besprochenen Arbeiter über die Steuermittel eine universitäre<br />
Ausbildung bisher voll finanzieren, um anderen damit eine bessere<br />
Aussicht auf potentiell höhere Verdienste zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>hanss:</b> Wird mit der Erhebung von Studiengebühren<br />
auch das BAföG erhöht werden, um die finanzielle Mehrbelastung<br />
finanzschwacher Studenten auszugleichen?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Die Frage der Studiengebühren<br />
ist Sache der Länder und sie müssen auch ein Stipendiensystem<br />
gewährleisten, das jungen Menschen mit geringen finanziellen<br />
Mitteln die Aufnahme eines Studiums ermöglicht. Unabhängig<br />
davon haben wir ein Studienkreditprogramm auf den Weg gebracht,<br />
das es auch denjenigen, die nicht BAföG-berechtigt sind, ermöglicht,<br />
ihre Lebenshaltungskosten über einen Kredit mitzufinanzieren<br />
(ohne Bonitätsprüfung).
</p>
<p>
<b>lenita:</b> Sind Studiengebühren nicht nur ein<br />
Tropfen auf den heißen Stein? Ein Dozent der Ruhr-Uni sagte<br />
mir, dass diese lediglich einen Anteil von 1,5 Prozent ausmachen.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/iaigner%20webcam2.jpg" align="left" height="137" width="150" />Ilse<br />
Aigner:</b> Ich kann die Zahl nicht nachvollziehen. Wichtig<br />
ist aber auch, dass durch eine Mitfinanzierung der Studenten eine<br />
stärkere Erfolgskontrolle von diesen eingefordert wird &#8211; gegenüber<br />
dem Lehrbetrieb.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Stichwort Generation<br />
Praktikum:
</p>
<p>
<b>DanielS:</b> Halten Sie es für richtig, dass<br />
man gerade in Zeiten unsicherer Arbeitsbedingungen &#8211; auch für<br />
Akademiker &#8211; mit einem Schuldenberg in sein Berufsleben starten<br />
soll?
</p>
<p>
<b><b>Ilse Aigner:</b></b> Es ist eine Frage<br />
auch der Rückzahlungsmodalitäten, die die Länder<br />
auch so regeln müssen, dass bei geringem oder keinem Verdienst<br />
die Rückzahlung ausgesetzt oder gegebenenfalls erlassen werden<br />
muss. Dieses trifft übrigens genauso auf diejenigen zu, die<br />
eine berufliche Ausbildung durchlaufen. Bei den Studiengebühren<br />
noch einmal der Hinweis, dass dies alleinige Angelegenheit der Länder<br />
ist und in ihrem alleinigen Verantwortungsbereich. Dies wurde durch<br />
ein Bundesverfassungsgerichtsurteil bestätigt. Der Bund hat<br />
hier keine Handlungskompetenz.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Die Kompetenz bei<br />
Bildungsangelegenheiten liegt aber ganz sicher bei Ihnen. Darum<br />
weiter:
</p>
<p>
<b>jojo:</b> Warum werden keine zinslosen Kredite für<br />
Studierende diskutiert, sonder von 7 Prozent geredet, also einem<br />
Mehrwert, den z.B. die KFW plant und viele Banken. Weshalb wird<br />
an der von Ihnen richtig benannten Investition in die Zukunft dieser<br />
Mehrwert vorausgesetzt? Warum sind zinslose Kredite nicht diskutabel?
</p>
<p>
<b>anna.adb:</b> Ich studiere in Großbritannien<br />
und dort gibt es bereits Studiengebühren. Dort existiert aber<br />
ein funktionierendes Bildungskreditsystem mit keinen oder geringen<br />
Zinsen. In Deutschland fehlt ein entsprechendes Angebot bis jetzt.<br />
Was gedenken Sie hier zu tun?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Zum einen sind mir die Kreditkonditionen<br />
der KfW mit 5 bis 5,5 Prozent bekannt und nicht 7 Prozent. Zum anderen:<br />
Wenn zinslose Kredite bereit gestellt werden müssen, bedeutet<br />
dies indirekt eine weitere Verschuldung des Staates. Bei einer momentanen<br />
täglichen Zinslast des Bundes von 100 Millionen Euro können<br />
wir uns dies nicht mehr erlauben. Der Bund zieht sich aber nicht<br />
aus dem Bereich der Forschung und Hochschulen zurück, sondern<br />
setzt in diesem Bereich Akzente. Wir investieren bis zum Jahr 2009<br />
zusätzlich 6 Milliarden Euro. Unter anderem wird dabei der<br />
Einstieg in eine Overhead-Finanzierung (Aufschlag von bis zu 20<br />
Prozent für die Hochschulen auf eingeworbene Drittmittel der<br />
DFG) vollzogen.
</p>
<p>
<b>Anders:</b> Bisher ist es allerdings so, dass die<br />
Studenten an den Universitäten immer weniger politische Macht<br />
ausüben können / dürfen. Wie könnte ein effizientes<br />
Evaluationssystem der Lehre an den Unis aussehen? Können studentische<br />
Kommissionen Professoren, die eine schlechte Lehre bieten, abmahnen?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich kann mir vorstellen, dass die<br />
Länder ihre Hochschulen auch dahingehend modernisieren müssen,<br />
dass eine Evaluation auch die berechtigten Interessen der Studierenden<br />
mit einbezieht.
</p>
<p>
<b>sabine:</b> Hätten Sie sich bei der Föderalismusreform<br />
noch mehr Kompetenzen für die Länder gewünscht? Wenn<br />
ja, in welchen Bereichen?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich finde es richtig, dass die Länder<br />
eine eindeutige Kompetenz aber auch die volle Verantwortung für<br />
die Bildung haben. Bei den Hochschulen war mein Wunsch die jetzt<br />
geplante Regelung im Paragraph 91b, die Länder wollten dies<br />
ursprünglich nicht. Ich bin froh, dass im Sinne der Hochschullandschaft<br />
dieser Kompromiss geglückt ist. Im Gegensatz zur Bildung ist<br />
eine strikte Trennung zwischen Forschung an Hochschulen (Kompetenz<br />
des Bundes auch schon bisher) und der Lehre in der Praxis schwierig<br />
gewesen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Noch mal zu den Studiengebühren.<br />
Kritik von:
</p>
<p>
<b>gkztgui:</b> Angeblich kommen Studiengebühren<br />
den Unis zusätzlich zugute. Spätestens beim nächsten<br />
Haushaltsloch wird die Politik Fördermittel abziehen, denn<br />
kaum jemand wird den Unis mehr geben als unbedingt nötig. Woran<br />
liegt es also, dass die Politiker uns diese absehbare Reduktion<br />
verschweigen? Sind die wirklich so naiv und unfähig in die<br />
Zukunft zu schauen oder verschaukeln sie den Bürger absichtlich?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Diese Unterstellung kann ich so nicht<br />
teilen. Die Länder sind sich, glaube ich, sehr wohl ihrer Verantwortung<br />
für die Studierenden bewusst. Wir hatten am Montag erst eine<br />
Diskussion mit dem zuständigen hochschulpolitischen Sprechern,<br />
die uns dies versichert haben.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Kommentar dazu:
</p>
<p>
hanss: Dies ist teilweise schon indirekt geschehen. In NRW wurden<br />
die Fördermittel für die Studentenwerke gekürzt!
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Haben Sie den Eindruck,<br />
dass die Bildungspolitik einen größeren Stellenwert in<br />
der Politik bekommen hat?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Allein durch die Diskussion um die<br />
Föderalismusreform und die Frage der Kompetenzverteilung ist<br />
aktuell dieser Politikbereich mehr in den Fokus gerückt. Ich<br />
glaube aber, insgesamt ist die Erkenntnis auf allen Ebenen mittlerweile<br />
ausgeprägter, dass wir hier ein sehr wichtiges Themenfeld finden.
</p>
<p>
<b>Herodot:</b> Als Dozent eines Massenfaches sehe ich<br />
den Studiengebühren skeptisch entgegen. Wie soll man bei einem<br />
Schlüssel von 80 Studierenden pro Dozent eine angemessene Ausbildung<br />
gewährleisten. Die Studiengebühren sind da nur ein Tropfen<br />
auf den heißen Stein, zumal ein Großteil im Hochschulbau<br />
und der Verwaltung versickert. Müsste nicht parallel zu den<br />
Gebühren auch ein deutliches Signal von Bund und Ländern<br />
zur finanziellen Aufstockung erfolgen?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich habe schon darauf hingewiesen,<br />
dass der Bund 6 Mrd. Euro in diesen Bereich in den nächsten<br />
Jahren zusätzlich investiert. Das ist für meine Begriffe<br />
ein deutliches Zeichen, wenn man die Rahmenbedingungen der Haushaltslage<br />
berücksichtigt. Ich appelliere auch an die Länder, dies<br />
zu tun.
</p>
<p>
<b>Emjay:</b> Die zusätzlichen 6 Mrd. werden aber<br />
als Aufstockung der Drittmittel verwendet und kommen daher bestenfalls<br />
der Forschung, nicht aber der Lehre zugute.
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Wenn die Länder gerade im Bereich<br />
der Forschung vom Bund etwas entlastet werden, besteht umso mehr<br />
die Möglichkeit, in Bereich der Lehre einen Handlungsspielraum<br />
der Länder zu eröffnen.
</p>
<p>
<b>anna.adb:</b> Wie wollen Sie sicherstellen, dass es<br />
aufgrund der Länderhoheit nicht zu unterschiedlichen Studienbedingungen<br />
bezüglich der Finanzen in den einzelnen Bundesländern<br />
kommt? Wird auf diese Weise nicht ein Marktwettbewerb begünstigt,<br />
der sich nicht mehr an der Studienqualität, sondern am Preis<br />
orientiert?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Ich glaube ganz im Gegenzug, dass<br />
sich die Studenten sehr wohl an der unterschiedlichen Qualität<br />
der Lehre und den unterschiedlichen Bedingungen an den Hochschulen<br />
orientieren werden. Ich glaube, dass Wettbewerb immer zu besseren<br />
Lösungen führt als eine Nivellierung.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Und noch einmal auf<br />
das alte Problem zurück &#8211; Frage an die Bundespolitikerin.
</p>
<p>
<b>MartinS79:</b> Sie verweisen hier sehr viel auf die<br />
Länder, die dies oder jenes sollten&#8230; Hätten Sie sich<br />
hier nicht mehr Kontrollmöglichkeiten gewünscht?
</p>
<p>
<b>Ilse Aigner:</b> Natürlich wäre einem Politiker<br />
immer eine größtmögliche Regelungsfreiheit immer<br />
lieber, weil der persönliche Einfluss größer ist.<br />
Ich bezweifle aber, dass generell zentralistische Lösungen<br />
zu einem besseren Ergebnis führen. Ich bin eben ein überzeugter<br />
Anhänger von Wettbewerb und ich würde mir auch wünschen,<br />
dass eben die Hochschulen selbst mehr Kompetenzen erhalten um in<br />
einen direkten Wettbewerb einzusteigen. Wir konkurrieren nicht nur<br />
auf nationaler Ebene, sondern müssen immer bedenken, dass wir<br />
mittlerweile praktisch weltweit im Wettbewerb liegen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Das war unser tagesschau-Chat,<br />
heute nur 45 Minuten, der geänderte Bundestagsterminplan ist<br />
schuld. Vielen Dank Frau Aigner, dass Sie sich Zeit genommen haben.<br />
Das Protokoll des Chats ist wie immer in Kürze zum Nachlesen<br />
auf den Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de zu finden.<br />
Das Tagesschau-Chat-Team dankt allen Teilnehmern für Ihr Interesse<br />
und die zahlreichen Fragen und wünscht noch einen angenehmen<br />
Tag.
</p>
<p><b>Ilse Aigner:</b> Auf Wiedersehen und einen schönen<br />
Tag. Und hoffentlich einen Sieg der deutschen Mannschaft morgen<br />
nachmittag.</p>
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