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	<title>Informationskrieg &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Propagandakrieg im Netz: Europa fast unbewaffnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2015 15:16:54 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die moderne Kriegspropaganda macht schon längst auch vor dem Internet nicht mehr halt. Auf Facebook, Twitter und Co werden die Konflikte der Gegenwart ebenso hart ausgetragen wie in der analogen Welt. Über YouTube wird Bildmaterial der aktuellen Konflikte verbreitet, um Stimmung zu machen. Wie sind die Armeen der Welt auf diesem Schlachtfeld aufgestellt?</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die starke Ausdehnung des selbst ernannten Islamischen Staates (IS) im Irak und in Syrien macht auch vor dem Internet nicht halt. Seit einigen Monaten ergießt sich ein Strom von Videos ins Netz, die Enthauptungen, Massenerschießungen oder Selbstmordanschläge der radikalen Islamisten zeigen. Auch die Bilder von gekreuzigten Menschen, geschändeten Leichen oder um ihr Leben flehenden Geiseln sind beispiellos grausam. Die Betreiber sozialer Netzwerke und Plattformen schaffen es angesichts der schieren Masse der propagandistischen Inhalte nicht, gegen die Verbreitung vorzugehen, und auch staatliche Institutionen scheinen bisher machtlos. Zwar können Accounts in sozialen Netzwerken aufgrund ihrer Inhalte gesperrt und gelöscht werden, doch IS-Anhänger finden immer neue Wege, diese zu verbreiten. Sie eröffnen Accounts unter anderem Namen oder weichen auf andere Internetseiten aus.</p>
<p>Darauf reagiert nun das britische Militär und gründet <a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2015/jan/31/british-army-facebook-warriors-77th-brigade" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine 1.500 Personen starke Einheit</a> an „Facebook-Kämpfern“: das 77. Bataillon. Angelehnt ist der Name an die 77. Einheit, die im Zweiten Weltkrieg mit kleinen Einheiten Guerillaangriffe auf japanischem Territorium durchführte und die japanische Armee dadurch zum Strategiewechsel nötigte. Die neu gegründete Einheit ist damit beauftragt, einerseits ein positives Bild der britischen Armee im Internet zu zeichnen und Zustimmung und Unterstützung zu generieren. Darüber hinaus sollen sie gegen Inhalte wie die des Islamischen Staates vorgehen. Grundlegende Erfahrungen dafür wurden aus der Aufstandsbekämpfung während des Afghanistankrieges gesammelt. Ziel der Strategie ist eine gewaltfreie Kriegsführung in den sozialen Medien durch gezielte Informationspolitik.</p>
<h3>Deutsche Bundeswehr: Ein Jahrzehnt ohne Erfolg in der Gegenpropaganda</h3>
<p>Bereits seit 2002 betreibt auch die deutsche <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/propaganda-die-psychokrieger-der-bundeswehr-a-163995.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeswehr das Zentrum für Operative Kommunikation</a>. Dessen Aufgabe besteht darin, auf das Verhalten der gegnerischen Streitkräfte einzuwirken – auch bekannt als psychologische Kampf- oder Kriegsführung. Zu seinem Aufgabengebiet gehört nicht nur die Information der eigenen SoldatInnen und OffizierInnen, sondern auch die gezielte Einflussnahme auf gegnerische Konfliktparteien oder ZivilistInnen im entsprechenden Kampfgebiet. Zwar ist die Bedeutung des modernen digitalen Informationskrieges bei der Bundeswehr erkannt worden, doch bisher scheint sie wenig gegen die öffentlichkeitswirksame Propaganda des IS unternehmen zu können. Das hat auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erkannt und eine <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/thomas-de-maiziere-will-aufklaerungsoffensive-gegen-islamisten-13277369.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufklärungsoffensive gefordert</a>. Einen konkreten Plan dafür gibt es bisher jedoch noch nicht.</p>
<p>Was in diesem Bereich möglich ist, zeigt die Israelische Armee (IDF). Bereits seit 2008 ist diese auf insgesamt 30 Plattformen – Twitter, Facebook, YouTube, Instagram und vielen weiteren – und in sechs Sprachen unterwegs. Über die sozialen Netzwerke hat die IDF eine breite Basis, mit der sie im Internet ihre Standpunkte verbreiten kann. Im Sommer 2014 während des Gaza-Konflikts zwischen den radikalislamischen Kassam-Brigaden und dem israelischen Militär gipfelte dieser <a href="http://www.cnbc.com/id/101861248#." target="_blank" rel="noopener noreferrer">auch in einer öffentlichkeitswirksamen Schlacht auf den sozialen Plattformen</a>. Beide Konfliktparteien verbreiteten primär über den <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/gazastreifen-twitter-krieg-zwischen-israel-und-der-hamas-a-981310.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kurznachrichtendienst Twitter Informationen über den Konfliktverlauf</a> und veröffentlichten Bilder und Nachrichten, die den Gegner in ein schlechtes und die eigenen Taten in ein gutes Licht rücken sollten.</p>
<p>Man mag von den vielseitigen Maßnahmen des modernen Propagandakrieges halten, was man will. Es zeigt sich jedoch am oben beschriebenen Beispiel, dass er effizient ist und man sich offenkundig nur mit den gleichen Mitteln dagegen wehren kann. Doch die europäischen Staaten und Institutionen sind bei der Bekämpfung des Islamischen Staates bisher kaum erfolgreich und können keine wirksame Strategie vorweisen. Eher ungewollte Unterstützung erhielten sie hingegen Anfang Februar vom Hackerkollektiv Anonymus, <a href="http://www.nzz.ch/mehr/digital/is-anonymous-grammys-tony-abbott-1.18479215" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Accounts von vermeintlichen IS-UnterstützerInnen in sozialen Netzwerken hackte und kurzfristig abschaltete</a>.</p>
<h3>Asien: Netzpropaganda durch Geheimdienste und Hackergruppen</h3>
<p>Der moderne Informationskrieg bleibt jedoch häufig nicht mehr nur bei Online-Propaganda, sondern wird nicht selten durch Hacking und Sabotage der gegnerischen (Digital-)Infrastruktur unterstützt. In China unterhält der Geheimdienst beispielsweise die sogenannte <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article113766122/Cyberangriff-aus-China.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Einheit 61398</a>“ und greift gemeinsam mit der chinesischen Hackergruppe „Shanghai Group“ gezielt amerikanische und andere relevante Ziele an. Seit 2009 besitzt auch das südkoreanische Militär eine eigene Einheit für psychologische Kriegsführung. Ursprünglich gegründet, um im Internet Regierungspropaganda gegen Nordkorea zu betreiben, nutzen Mitglieder der Einheit ihre Ressourcen derweil auch, <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/suedkorea-seouls-cyberkrieger-machen-regierungspropaganda-12719930.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um die Präsidentschaftskandidatin Park Guen-Hye zu loben und über die Opposition zu lästern</a>.</p>
<p>Gruppen von Hackern und Netzaktivisten, die Online-Propaganda für Regierungen betreiben, gibt es auch in Syrien und Ägypten. Diese agieren paramilitärisch, ihre Verbindung zu den offiziellen Militärstrukturen ist nicht eindeutig belegbar. Die „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/syrian-electronic-army-hacker-unterstuetzen-assad-regime-a-919036.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Syrian Electronic Army</a>“ etwa unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad durch Hacker-Angriffe auf Oppositionsgruppen und Medien. Bekannt wurden die Hacks von Twitter-Accounts der Presseagenturen <a href="http://www.reuters.com/article/2012/08/06/net-us-reuters-syria-hacking-idUSBRE8721B420120806" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reuters</a> und <a href="http://www.telegraph.co.uk/finance/markets/10013768/Bogus-AP-tweet-about-explosion-at-the-White-House-wipes-billions-off-US-markets.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AP</a> und die Versendung von falschen Tweets. In Ägypten lehnt sich die „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/egyptian-electronic-army-hacker-angriff-gegen-is-a-1004700.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Egyptian Electronic Army</a><span style="text-decoration: underline;">“</span> nicht nur namentlich an den die Syrian Electronic Army an, sondern geht auch mit ähnlichen Mitteln vor. Dabei unterstützt sie das ägyptische Militär und den neuen Machthaber Abdel Fattah el-Sisi. Auf Facebook und weiteren sozialen Netzwerken beziehen sie Stellung gegen die Muslimbruderschaft und den IS.</p>
<h3>Europa verliert Anschluss im Informationskrieg</h3>
<p>Den westlichen Armeen mangelt es hingegen bisher nicht nur an ausreichendem Personal, sonders es fehlt vor allem eine Strategie im Kampf gegen die Deutungshoheit des Islamischen Staates. Auch auf supranationaler Ebene beim Verteidigungsbündnis NATO und in der Außen- und Innenpolitik vieler europäischer Staaten scheint keine Strategie ersichtlich. Ob paramilitärische Hacker-Gruppen und ihre Aktivitäten die Lösung für die britische Armee sind, bleibt abzuwarten. Der ambitionierten Ankündigung des 77. Batallions müssen schnell Taten folgen, damit es nicht vollends den Anschluss im Informationskrieg verliert.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/icedsoul/3041770422" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teymur Madjderey</a><br />
<img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Der Feind in meinem Netzwerk: Social Bots</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-feind-in-meinem-netzwerk-social-bots-144563/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 14:38:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In sozialen Netzwerken tauchen vermehrt falsche Accounts und Profile auf. Diese zu erkennen, wird zunehmend schwieriger, denn dahinter stecken immer seltener Menschen und immer häufiger Software-Programme: sogenannte Social Bots. Was ist das, was können sie und welche Folgen wird diese Automatisierung haben?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Plötzlich blinkt es auf bei Facebook. Christiane möchte mit dir befreundet sein. Das Profilbild zeigt eine gutaussehende junge Frau mit freundlichem Gesichtsausdruck. Soweit alles in Ordnung. Doch bei genauerem Betrachten fällt auf: Das Profil ist lückenhaft, ihr habt keine gemeinsamen Freunde. Wer ist diese Person, woher kennt sie dich?</p>
<p>Hinter dem Profil steht vermutlich keine Frau namens Christiane – ja, es liegt sogar die Vermutung nahe, dass es sich nicht einmal um einen echten Menschen handelt, sondern um einen sogenannten Social Bot. Hinter solchen Bots – das Wort kommt vom englischen „robot“ – steckt eine automatisierte Software. <a href="http://www.techopedia.com/definition/27811/socialbot" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Bots</a> kontrollieren Accounts in sozialen Netzwerken. Ein Programm wird dadurch zum Social Bot, dass es versucht, andere Menschen davon zu überzeugen, dass es eine echte Person ist. Die Verhaltensmuster unterscheiden sich abhängig vom sozialen Netzwerk, in dem sich der Bot bewegt. Grundlegend ist jeder Bot so programmiert, dass er beispielsweise auf bestimmte semantische Strukturen in gewisser Weise reagiert.</p>
<p>Fake-Profile wie bei Facebook werden auch auf anderen Seiten eingerichtet, <a href="http://www.netzpiloten.de/tinder-fake-profile-locken-die-abo-falle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beispielsweise bei der Dating-App Tinder</a>. Ziel der Bots ist es, in Kontakt mit Menschen zu kommen, um diese im Chat über Links auf bestimmte Seiten zu schicken – zum Beispiel um arglose ChatteilnehmerInnen in Abofallen zu locken. Social Bots auf Facebook hingegen fangen direkt nach Annahme der Freundschaftsanfrage damit an, Informationen und Daten über die betreffenden Personen zu sammeln. Genau das macht Social Bots interessant für Unternehmen, die diese Informationen für ihre Arbeit nutzen.</p>
<h3>Freunde kaufen für ein paar Cent</h3>
<p>Die künstlichen Freunde, die sich einem ungefragt nähern, werden für ihre Freundschaft oder Wertschätzung in Form von Likes oder Retweets von Anderen teuer bezahlt. Im Netz gibt es verschiedene Anbieter entsprechender Dienste. Der Kunde kann dabei zwischen den verschiedenen sozialen Netzwerken und Angeboten wählen: Man kann Freunde für Facebook, Google+ und viele andere Netzwerke kaufen. Ebenfalls käuflich zu erwerben sind Likes oder Twitter-Retweets. 1.000 Facebook-Freunde sind schon für 30 Dollar zu haben, für 10.000 Retweets werden nur 15 Dollar fällig.</p>
<p>Zur US-Präsidentschaftswahl 2012 <a href="http://www.amerikawaehlt.de/tag/fake/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichteten Medien</a> darüber, dass einige republikanische Kandidaten wie Matt Romney sich Twitter-Follower gekauft hatten und teilweise nicht mehr als acht Prozent reale Fans hatten. Etwas <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2012/07/das-wundersame-follower-wachstum-der-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zur selben Zeit wurde bekannt</a>, dass der CDU Twitter-Account innerhalb von vier Tagen 5.000 neue Follower erhalten hatte. Die CDU bestritt den Kauf falscher Fans, konnte dies jedoch nicht beweisen. Denn der Käufer einer solchen Dienstleistung lässt sich nicht ermitteln. Der Kauf kann ebenso vom politischen Gegner genutzt werden, um den vermeintlichen Käufer in Verruf zu bringen. Längere Zeit wurden solche Dienste von <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/gekaufte-facebook-und-twitter-profile-falsche-freunde-fuer-ein-paar-cent-1.1422712" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agenturen</a> angeboten, die Menschen dafür bezahlten, die Fake-Accounts zu steuern. Doch längst wird diese Aufgabe zunehmend von Social Bots übernommen. Hinter diesen steckt eine immer komplexere Programmierung, die sich auf die Spam-Filter der Netzwerke einstellt, um so der Enttarnung zu entgehen.</p>
<p>Social Bots können weit mehr als nur Daten sammeln und sich als Freund oder Interessent ausgeben. Sie greifen auch aktiv in die sozialen Netzwerke und die dort stattfindende Kommunikation und Meinungsbildung ein. Besonders präsent als ferngesteuerte Meinungsmacher sind Social Bots auf Twitter. Abseits von simplen Spam-Posts, die zumeist von den Spam-Filtern und NutzerInnen der sozialen Netzwerke relativ schnell erkannt werden, agieren Social Bots komplexer. Um nicht aufzufallen, verhalten sie sich zu Beginn eher passiv: Sie posten selbst wenig und folgen anderen. Erst nach einiger Zeit in dem Netzwerk beginnen sie eigene Nachrichten zu versenden – und verhalten sich damit übrigens nicht andersals die meisten menschlichen Twitter-NutzerInnen.</p>
<p>Twitter ist bei Bot-ProgrammierInnen deshalb besonders beliebt, weil die Nutzung sehr niedrigschwellig ist. Ein Account ist schnell erstellt und es müssen nicht viele Daten eingespeist werden. Auf der anderen Seite nutzen viele PolitikerInnen und journalistische Medien den Dienst, um Meinungen zu verbreiten und Informationen zu sammeln. Das machte sich die südkoreanische <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-12/Twitter-Cyberskandal-Suedkorea" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Präsidentin Park Geun Hye im Wahlkampf zu Nutze</a>: GeheimdienstmitarbeiterInnen legten eine Vielzahl von Twitter-Accounts an und verbreiteten mehr als 1,2 Millionen Tweets, in denen die Kandidatin gelobt und ihre KonkurrentInnen diffamiert wurden.</p>
<h3>Social Bots als Meinungsmacher</h3>
<p>Indem Social Bots Einfluss auf den Verlauf von Diskussionen nehmen, ist eine subtile Meinungsbeeinflussung möglich. Diese Möglichkeit steht nicht nur Regierungen offen, sondern allen Akteuren, die über genügend Ressourcen zur Erstellung eines entsprechend großen und gut programmierten Bot-Netzwerkes verfügen. Die Gefahr, dass Regierungen unliebsame Meinungen durch eine bloße Welle an gegenteiligen Informationen bis zur Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen und somit Zensur betreiben, ist sehr real. Aktuell lässt sich das gut am Beispiel der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/propaganda-aus-russland-putins-trolle-1.1997470" target="_blank" rel="noopener noreferrer">russischen Außenpolitik</a> verfolgen, die zwar noch eine Agentur mit menschlichen MitarbeiterInnen für solche Dienste bezahlt. Auf Facebook und Twitter werden jedoch vermehrt pro-russische Nachrichten veröffentlicht und Andersdenkende verbal angefeindet.</p>
<p><a href="http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6184_-_de_-_saal_g_-_201412271715_-_mein_bot_der_kombattant_-_josch_-_arche3000.html#video&amp;t=1572" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Linguisten Joachim Scharloth und Noah Bubenhofer von der Technischen Universität Dresden </a>haben gezeigt, dass die Erstellung von Social Bots simpel und äußert erfolgreich für den Einsatz im Informationskrieg genutzt werden können. Diese erkennen auf Twitter bestimmte semantische Strukturen und können – entsprechend ihrer Programmierung – darauf reagieren. Auch die Wirtschaft kann diese Mittel nutzen, um positive Bewertungen und Kommentare über eigene Produkte oder diskreditierende über die der Konkurrenz zu verbreiten, was auf Plattformen wie Amazon oder Vergleichsportalen <a href="http://www.stern.de/digital/online/produktbewertungen-im-onlinehandel-krieg-der-falschen-sterne-1895968.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bereits geschehen ist</a>.</p>
<p>In den sozialen Netzwerken entbrennt derzeit ein Wettlauf zwischen Plattform-BetreiberInnen und Bot-ProgrammierInnen. Auf Twitter sind aktuellen Schätzungen zufolge circa <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-laut-statistik-ist-jedes-zwoelfte-profil-ein-bot-a-985852.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">8,5 Prozent der aktiven User Bots,</a> Tendenz steigend. Weil Bots gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook und Co. verstoßen, arbeiten die BetreiberInnen von sozialen Netzwerken stetig daran, ihren Spamschutz zu verbessern und Bots zu enttarnen und zu verbannen.</p>
<p>Wissenschaftler der Texas A&amp;M University haben sich auf die Suche nach Social Bots im Netz gemacht und einen <a href="http://www.technologyreview.com/view/529461/how-to-spot-a-social-bot-on-twitter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmus</a> entwickelt, der die Erkennung von Bots erleichtern soll. Die Entwicklung von Bot-Erkennungssoftware steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Denn die sozialen Roboter sind extrem anpassungsfähig. Ein guter Weg, um Social Bots zu erkennen, bleiben daher zum Glück immer noch eine gewisse Skepsis und der gesunde Menschenverstand.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/christophaigner/5853275494" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Aigner</a><br />
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>Mehr Transparenz, kaum Beteiligung und neue Liebe &#8211; Digitale Presseschau 12/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 16:48:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was macht der Internetkonsum mit uns und mit den jüngeren von uns? Nicht nur gutes, wenn wir Adriana Radus kurz [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht der Internetkonsum mit uns und mit den jüngeren von uns? Nicht nur gutes, wenn wir Adriana Radus kurz gefasste Lebensgeschichte lesen. Genervt vom Transparenzdrang im Internet ist Kristina Schröder (CDU), die ab jetzt keine indirekten und unpersönlichen Anfragen mehr beantworten will. Den US-Geheimdiensten kann das egal sein, denn für sie ist sowieso fast alles transparent. Die National Security Agency (NSA) kann offenbar Telefonate ganzer Länder abhören, wie diese Woche bekannt wurde. Erstmals kam es zu einer Art Diskussion zwischen Edward Snowden und dem stellvertretenden NSA-Chef. Im Europawahlkampf sollte dies doch eigentlich auch Thema sein. Zur Interaktion über das Internet kommt es bisher aber kaum.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=zLNXIXingyU" title="Richard Ledgett: The NSA responds to Edward Snowden&#039;s TED Talk" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/zLNXIXingyU?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der stellvertetende NSA-Chef Richard Ledgett stellt sich öffentlich Fragen zur NSA-Affäre. Bei Minute elf räumt Ledgett ein, dass die NSA transparenter werden muss.</p>
<h3><a title="Permanent Link zu Sieben Jahre Hassliebe zu Google, Facebook und Co." href="http://berlinergazette.de/hassliebe-zu-google-facebook/">Sieben Jahre Hassliebe zu Google, Facebook und Co.</a></h3>
<p>Im Mittelpunkt steht sie selbst: Adriana Radu, die schon mit 22 Jahren eine rumänische Website für Sexualaufklärung gründete, erzählt von ihrem Leben als Digital Native. Von neuen Formen der Liebe und Zuneigung und alten Formen der Verzweiflung und Unsicherheit. Wer braucht die Therapie – das Individuum oder doch die Gesellschaft? Einen bewegenden Einblick in eine neu heranwachsende Generation gab es diese Woche in der Berliner Gazette.</p>
<h3><a href="http://www.kristinaschroeder.de/aktuelles/standpunkt-abgeordnetwatch/">Wird durch „Transparenzinitiativen“ die interne Organisation des Bundestages unterlaufen?</a></h3>
<p>Die Bundestagsabgeordnete und Ministerin a. D. Kristina Schröder (CDU) hat sich entschlossen, keine Anfragen auf Internetplattformen wie <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/">Abgeordnetenwatch</a> zu beantworten. Dies gab Schröder auf ihrer Website – auch in Form eines Podcasts – am Mittwoch bekannt. Da es immer mehr vergleichbare Angebote im Internet gibt, sei der personelle Aufwand, um diesen nachzukommen, schlicht zu groß. Einer ihrer beiden Referenten sei nur noch damit beschäftigt gewesen, Anfragen zu teilweise fachfremder Materie zu beantworten. Sie kritisierte zudem das Geschäftsmodell von Abgeordnetenwatch. Diese würden Geld dafür verlangen, dass zu Wahlkampfzeiten ein Bild der Kandidierenden auf ihrem „eigenen“ Profil erscheine. Sie betonte gleichzeitig, dass sie um Transparenz in ihrer Arbeit bemüht und eine direkte Kontaktaufnahme zu ihr stets möglich sei.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ted-konferenz-in-kanada-naechste-runde-im-informationskrieg-zwischen-nsa-und-snowden-1.1918381">Nächste Runde im Informationskrieg zwischen NSA und Snowden</a></h3>
<p>Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, kam es beim Ideenfestival der Ted Conference in Kanada zu einem indirekten Schlagabtausch zwischen Whistleblower Edward Snowden und Richard Ledgett, dem stellvertretenden Chef der US-amerikanischen NSA. Am Dienstag bekräftigte <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yVwAodrjZMY">Snowden in einer Videokonferenz</a> seine Vorwürfe gegen die NSA und forderte von den Menschen, sich zu überlegen, welche Art Internet und welche Art Staat sie für sich wollen. Am Donnerstag kam dann die Videoantwort von Ledgett (siehe oben), der Snowden vorwarf, Halbwahrheiten zu verbreiten und damit US-Geheimdienstmitarbeiter in Gefahr zu bringen. Gleichzeitig räumte er ein, dass Geheimdienste transparenter arbeiten müssten. Snowden hatte angekündigt, dass die wichtigsten Enthüllungen noch kommen würden. Die NSA behauptete diese Woche, dass Netzunternehmen wie Google und Facebook von den Ausspähaktionen gewusst hätten, wie die <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/google-yahoo-co-nsa-anwalt-internetfirmen-wussten-von-ausspaehaktionen-12855553.html">Frankfurter Allgemeine</a> berichtete.</p>
<h3><b><a href="http://www.bpb.de/apuz/180375/ep2014-europawahlkampf-im-netz?p=0">#Europawahlkampf im Netz</a></b></h3>
<p>Es scheint, als würde der Europawahlkampf langsam anlaufen. Um der sinkenden Wahlbeteiligung der letzten Jahre entgegenzuwirken, versucht das EU-Parlament mit einer 16 Millionen Euro teuren Kampagne, das Wahlvolk zu mobilisieren. Viel Kosten hat sich die EU damit nicht aufgebürdet aber immerhin fließen mindestens 4,4 Millionen Euro in die Online-Kommunikation. Und nutzen die Kandidaten das Internet im Wahlkampf? Sehr detailreich beschreibt und bewertet der Beitrag von Martin Fuchs und Anne Laumen den Einsatz von Sozialen Medien beim Europawahlkampf in Deutschland. Dabei schneiden die Kandidaten nicht gut ab, denn sie würden das Potential der Medien nicht ausnutzen. Statt Dialoge über Inhalte zu führen, würden eher belanglose Statusmeldungen verkündet. Auch für die Parteienverbände gelte, dass, bis auf wenige Ausnahmen wie z. B. die <a href="http://politik-digital.de/europawahlkampf-2-0-das-projekt-green-primary/">Vorwahlen von Spitzenkandidaten bei den Europäischen Grünen</a>, die Kommunikation weitestgehend einseitig bleibe.<br />
Hinweis: Beitrag zum Europawahlkampf wurde am 26.03.2014 geändert.<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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