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	<title>Initiative &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Facebooks Umgang mit Hasspostings: Zwei Initiativen, ein Ziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Kastner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2016 15:16:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook_Initiative_Fotor.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-148341 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook_Initiative_Fotor.jpg" alt="Facebook Initiative Gisela Giardino CC by SA 2.0 via flickr" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Facebook hat zwei Initiativen angekündigt, um dem stark in die Öffentlichkeit gerückten Problem von „Hasskommentaren“ in sozialen Netzwerken entgegenzuwirken. Das soziale Netzwerk fährt dabei eine Doppelstrategie: Verstärkte Kontrolle im Netz und gezielte Gegenrede. Dazu wurde ein in Deutschland ansässiges Team gebildet, das gemeldete Kommentare untersuchen und gegebenenfalls löschen wird. Zum anderen wurde die Gründung der &#8220;Initiative für Zivilcourage Online&#8221; bekanntgegeben, die effektive Strategien zum Umgang mit Hasskommentaren entwickeln soll.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Initiative I: Zivilcourage Online</h3>
<p>Für allgemeine Überraschung sorgte die von Facebook gegründete &#8220;Initiative für Zivilcourage Online&#8221;. Die Initiative setzt sich aus Mitgliedern der Amadeu Antonio Stiftung, des International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) sowie des Institute for Strategic Dialogue (ISD) zusammen. „Es handelt sich um ein großartiges Konzept, weil es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt“, so Judith Rahner, Bildungsreferentin bei der Amadeu Antonio Stiftung. Diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgt die Initiative vor allem mit der gezielten Förderung von Nichtregierungsorganisationen zur effektiven Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus um Netz. Dazu wurde ein Fördervolumen von mehr als einer Million Euro eingesetzt. Die Förderung setzt sich zusammen aus freien finanziellen Mitteln und der Unterstützung von Marketing-Aktivitäten auf Facebook.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image002.png"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-148384" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image002-305x408.png" alt="image002" width="305" height="408" /></a><br />
Hierbei gelte es bei dem Übergang von interaktiven Hasskommentaren und etwaigen realen Aktionen anzusetzen, so Rahner. Das zeige sich konkret bei Jugendlichen bzw. in der Jugendarbeit, wie sie Rahner in dem Projekt ju:an täglich erlebt: „Einige Jugendliche laufen Gefahr, sich schnell in einer virtuellen, ideologischen Welt zu verlieren“. Hasskommentare begünstigen die virtuelle Spirale von Gewalt und Hass gegen andere Menschen und Personengruppen. Gerade bei Jugendlichen muss der Hass hierbei nicht an erster Stelle stehen. Vielmehr dient er als Katalysator für eigene Probleme und ungelöste Konflikte.</p>
<h3>Hasskommentare: (K)ein Jugendproblem</h3>
<p>Soziale Netzwerke bieten Jugendlichen wie auch fremdenfeindlichen Personen und Gruppen (z.B. Pegida) die Möglichkeit eine Gemeinschaft zu finden, auch wenn diese sich manchmal nur durch Hass gegen Andere definiert. Hier könnte die neue Initiative für Zivilcourage Online ansetzen und effektiv entgegensteuern. Was es zum Counterspeech aber braucht, sind „coole Leute, die Jugendliche glaubhaft ansprechen und mitziehen“, betont Rahner. Zudem müssten den digitalen Maßnahmen in jedem Fall ergänzende Ansätze zur Seite gestellt werden. Zielführend sei eine Strategie langfristig nur dann, wenn sie u.a. Jugendliche nicht nur online abfängt. Auf der einen Seite sei es vor allem wichtig, mit präventiven Maßnahmen der Gefahr entgegenzutreten, dass sich Personen und Jugendliche in einer virtuellen Blase verlieren, sagte Rahner. Es käme darauf an, den Betroffenen die Auswirkungen von Hatespeech nahezubringen. Sie mit ihren Postings zu konfrontieren, stellt eine Möglichkeit dar, wobei es darauf ankommt, niemand vorzuführen. Vielmehr können die betroffenen Kommentatoren auf diese Wiese für den Inhalt und die Wirkung ihrer Postings sensibilisiert werden.</p>
<p>Vor allem aber braucht die &#8220;Initiative Zivilcourage Online&#8221; die Unterstützung der Facebook-Community. Bei einem Blick auf die Facebook-Seite der Initiative wird schnell das allgemeine Problem deutlich: Hasskommentare. Den nachhaltigen Forderungen an Facebook, effektive Maßnahmen gegen die Hasskommentare zu ergreifen, müssten nun auch Taten folgen. Das erstreckt sich nicht nur auf das soziale Netzwerk, auch dessen Nutzer müssen aktiv werden. Hierbei gilt: Rassistischen, rechten und anderen Hetzern nicht das Feld überlassen – sondern gemeinsam einzustehen.</p>
<h3>Initiative II: Verstärkte Kontrolle im Netz</h3>
<p>Bereits im Herbst 2015 kündigte Facebook an, dass es nun vermehrt gegen Hass-Postings vorgehen wolle. Dazu wurde nun eigens ein Arbeitskreis gegründet, der künftig für die Löschung anstößiger Kommentare zuständig sein wird. Dass es nun mehr Kontrolleure gibt, heißt noch nicht, dass die Regeln darüber, was gepostet werden darf, nun verschärft werden. Lediglich wie schnell gemeldete Posts überprüft werden, kann von den Kontrolleuren direkt beeinflusst werden. Die Grundlagen, nach denen sich die neuen Kommentar-Überprüfer richten sollen, sind die Gesetze des jeweiligen Landes und die Facebook Community Standards. Danach ist immer noch eine Menge möglich – auch das, was nicht jedem gefällt.</p>
<p>Auf Anfrage danach, nach welchem Verfahren genau die Posts überprüft werden, verwies die von Facebook beauftragte Agentur APCO auf die Community Standards. Aufgrund des Fehlens anderer Informationen lohnt sich also ein Blick in eben jene Community Standards und Gesetze um zuerkennen, nach welchen Regeln ein Post gelöscht werden kann.</p>
<h3>Löschung nach den Community Standards</h3>
<p>Facebooks Community Standards sind in Bezug auf Hass-Postings auf den ersten Blick ziemlich eindeutig. Demnach verpflichtet sich Facebook „sämtliche Hassbotschaften, d.h. Inhalte, die Personen aufgrund der folgenden Eigenschaften direkt angreifen: Rasse, Ethnizität, nationale Herkunft, religiöse Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Geschlecht bzw. geschlechtliche Identität oder schwere Behinderungen oder Krankheiten“ zu entfernen.</p>
<p>Für diese Regelung gibt es aber auch Ausnahmen. So ist es beispielsweise kein Löschgrund, wenn Nutzer Inhalte mit Hassbotschaften zitieren, um darüber aufzuklären und sich dabei eindeutig von ihnen abgrenzen. Weniger eindeutig ist diese Formulierung: „Humor, Satire oder soziale Kommentare zu diesen Themen sind zulässig.“ Leider konnte uns auf Anfrage nicht genau beantwortet werden, was ein „sozialer Kommentar“ ist, daher lässt sich nur spekulieren, was darunter fällt. Unklar liegt der Fall ebenfalls bei dem Aspekt &#8220;Humor&#8221;, denn auch Humor kann ja bekanntlich rassistisch sein. Darf man also als Witz posten wie: „Was haben Schwarze und Pokemon gemeinsam? Man fängt sie und lässt sie Illegal gegeneinander kämpfen.“? Und ist es erlaubt ein Bild von einem Baseballschläger zu teilen mit der Aufschrift „Dolmetscher“ und dem Text „Wer uns nicht versteht…wir haben einen Übersetzer dabei“ (Beides sind auf Facebook gefundene Beispiele)? Wahrscheinlich liegt es dann im Ermessen des Prüfers, ob so etwas gegen die Community Standards verstößt oder nicht.</p>
<h3>Löschen nach deutschen Gesetzen</h3>
<p>Eigentlich ist Facebook, als US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Irland, nicht an deutsches Recht gebunden. Trotzdem hat es sich verpflichtet, bei Kommentaren aus Deutschland auch nach deutschem Recht vorzugehen. Was bedeutet das für die Kommentare? Es gibt mehrere in Bezug auf Hasskommentare relevante Gesetze, die eine Löschung und strafrechtliche Verfolgung möglich machen können.</p>
<p>Gerade Verfasser von umstrittenen Kommentaren zitieren oft einen Teil des Artikels 5 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten(…) Eine Zensur findet nicht statt“, weit seltener zitiert heißt es dort jedoch im nächsten Absatz: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“ So kann also nicht argumentiert werden, dass das Recht auf Meinungsfreiheit über allen anderen Gesetzen steht und uneingeschränkt alles geäußert und veröffentlicht werden kann.<br />
Hasskommentare können gegen verschiedene Gesetze verstoßen. Wenn eine Person direkt beleidigt oder angegriffen wird, kann der Strafgesetzbuchartikel zur Beleidigung zum Tragen kommen. Das gilt aber nur dann, wenn eine einzelne Person direkt angesprochen wird, und nur diese kann dann Strafanzeige stellen oder die Löschung fordern. In der Debatte um Hasskommentare trifft das am ehesten zu, wenn etwa ein Politiker oder eine Person, die öffentlich Stellung bezieht, beleidigt wird, aber nicht auf große Gruppen wie „die Flüchtlinge“.</p>
<p>Dort kommen andere Gesetze zum Tragen. Wenn abwertende oder falsche Aussagen über Einzelpersonen oder abgrenzbare Gruppen verbreitet werden, kann das als Verleumdung oder üble Nachrede verfolgt werden. Da liegt aber das Problem in der Definition der eingrenzbaren Gruppe und der Beschuldigung. „Die Asylanten aus dem Asylantenheim X haben ein junges Mädchen vergewaltigt“ fällt auf jeden Fall darunter. „Alle Flüchtlinge sind Verbrecher“ eher nicht.</p>
<p>Das Gesetz, das bei der Beleidigung von Volksgruppen oder anderen Minderheiten am ehesten eingesetzt werden kann, ist Volksverhetzung. Der Tatbestand der Volksverhetzung besteht, wenn „gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung“ gehetzt wird, wenn jemand gegen diese „zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert“ oder sie „beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet“. Dieses Gesetz gilt also für große Gruppen und viele Tatbestände. Dies wird allerdings wieder eingeschränkt, denn es muss sich um eine sehr drastische Aussage handeln die „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören“. Ob eine bestimmte Aussage den öffentlichen Frieden stören kann hängt damit wieder vom Einzelfall ab und bedarf einer juristischen Untersuchung.</p>
<p>Es zeigt sich, wie bei den Community Standards, gibt es auch bei den Gesetzen einen weiten Auslegungsspielraum und es ist zumindest bezweifelbar, dass alle neu angestellten Kommentar-Prüfer Volljuristen sind. Und da es sowohl bei den Community Standards wie auch bei den Gesetzen weniger eindeutige Formulierungen gibt, wird viel von dem, was nun gelöscht wird, von einzelnen Personen und deren Ansichten und Einstellungen abhängen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image001.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148383" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/image001.png" alt="image001" width="158" height="23" /></a></p>
<p>Artikel in Zusammenarbeit mit <a href="http://politik-digital.de/user/khellmys/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katja Hellmys</a></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/gi/127555697/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gisela Giardino</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Digitale Willkommenskultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2015 09:32:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
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		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
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					<description><![CDATA[Zahlreiche Online-Initiativen erzeugen eine Willkommenskultur für Asylsuchende in Deutschland. Allerdings kommt es auch immer öfter zu Diffamierungen und gezielten Fehlinformationen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10329928973_8a02d57c58_z.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146557 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10329928973_8a02d57c58_z.jpeg" alt="10329928973_8a02d57c58_z" width="640" height="280" /></a>Zahlreiche Online-Initiativen erzeugen eine Willkommenskultur für Asylsuchende in Deutschland. Allerdings kommt es auch immer öfter zu Diffamierungen und gezielten Fehlinformationen über Flüchtlinge, die Ressentiments gegen Asylbewerber erzeugen sollen. Auch hierfür ist das Internet eine Plattform. Hilfs-Initiativen lassen sich davon aber nicht abschrecken und sind dennoch zahlreich zu finden. politik-digital.de stellt einige Online-Initiativen vor, die Flüchtlingen bei der Integration helfen können.</p>
<p>Laut dem UNHCR ist ein Flüchtling eine Person, die wegen ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat“. Flüchtlinge sind Menschen in Not, die keinen anderen Ausweg sehen als ihre Heimat zu verlassen. Eine Heimat, die sie lieben und nur schweren Herzens hinter sich lassen, um sich auf eine oftmals lebensgefährliche Reise zu begeben.</p>
<p>Die hohe Zahl an Flüchtlingen hat sich zu einer enormen Herausforderung für Europa entwickelt. Insbesondere betroffen sind Staaten wie Griechenland oder Italien. Auch Deutschland muss einen Weg finden, richtig mit der Situation umzugehen. Doch was ist „richtig“? Im Jahr 2014 stellten 172.945 Flüchtlinge einen Asyl-Erstantrag in Deutschland. Damit liegt Deutschland absolut gesehen vorne im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Relativ zur Einwohnerzahl liegt Deutschland mit 2,1 Asylbewerbern auf 1000 Einwohner jedoch hinter Staaten wie beispielsweise Schweden mit 7,8 Asylbewerbern auf 1000 Einwohner.</p>
<p>Dennoch streiten sich zurzeit die Geister darüber, wie die Politik mit dieser komplizierten Situation umgehen soll. Während die einen am liebsten allen Flüchtlingen Asyl gewähren würden, hätten andere am liebsten schon überall Zäune, um nur ja keine „Schmarotzer“ vor der eigenen Haustüre zu haben. So auch im Netz. Zahlreiche Online-Initiativen für Flüchtlinge tragen zur deutschen Willkommenskultur bei. Das macht Hoffnung. Wie immer gibt es jedoch auch die Kehrseite, die uns Tag für Tag am gesunden Menschenverstand unserer Mitbürger zweifeln lässt.</p>
<h3>Online Flüchtlinge begrüßen</h3>
<p>„1000 mal Willkommen“ möchte Lutz Staacke Asylsuchenden sagen. Daher startete er den gleichnamigen <a href="http://1000malwillkommen.tumblr.com/ask" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> als Reaktion auf ausländerfeindliche Attacken auf Flüchtlingsheime. „Wer Flüchtlinge willkommen heißen mag, ist herzlich eingeladen mitzumachen“. Die Idee eines Selfie, auf dem Menschen ein Schild mit freundlichem Willkommensgruß in den Händen halten, stieß auf positive Reaktionen. Knapp 100 von gewünschten 1.000 Selfies wurden bereits gepostet. Mitmachen kann man auch auf Twitter unter #1000malwillkommen.</p>
<p>Zugang zum Internet – eine Selbstverständlichkeit im 21. Jahrhundert? Nicht so für Flüchtlinge. Flüchtlinge, die ein Smartphones besitzen, haben in der Regel keinen Datentarif, der ihnen Zugang ins Netz verschafft. Durch entsprechende Ausbesserungen in Asylunterkünften wäre Flüchtlingen kostenloser Kontakt zu Angehörigen möglich, sie könnten Informationen über die neue Stadt sammeln, sich z. B: auf der <a href="http://www.workeer.de/">Online-Jobbörse</a> für Flüchtlinge umsehen und auf lokale Informationsangebote sowie Informationen aus der Heimat zugreifen.</p>
<p>Um dieses Ziel von freien, unabhängigen und nichtkommerziellen Computerfunknetzen zu erreichen, hat <a href="http://freifunk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunk.net</a> eine Idee entwickelt. Freifunk-Nutzer können Flüchtlingen ihre WLAN-Router über ein sogenanntes Mesh-Netzwerk zur Verfügung stellen. So werden Flüchtlinge aus ganz Deutschland über zahlreiche Freifunk-Gruppen vernetzt. Obwohl die Bürokratie dem Projekt immer wieder Grenzen setzt, konnte die Freifunk-Initiative schon in vielen deutschen Städten aktiv werden.</p>
<h3>Wenn das Radio zur Sammelstation wird</h3>
<p>Das Internetradio <a href="http://detektor.fm/blog/spendenaufruf-deutschunterricht-und-hilfe-fuer-fluechtlinge" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detektor.fm</a> setzt bei seiner Initiative beim Grundproblem der Integration an: der deutschen Sprache. Für das Projekt “Deutsch für Asylbewerber_innen” der Leipziger Gruppe des Vereins Weitblick rief der Sender kürzlich zu Spenden auf und erklärte sein Studio bis zum 14. August zur offiziellen Sammelstation. Begrüßt wird alles, was beim Lernen hilft: Wörterbücher, Stifte, Schulmaterial, Rucksäcke, Möbel und Bücher. Doch auch Tickets für den Nahverkehr, Kleidung, Hygieneartikel, Baby- und Kinderprodukte u.v.m. – und weitere Freiwillige sind hilfreich. Das Projekt besucht Heime im Leipziger Umland und Familien in Wohnungen, wo die Gruppe kostenlosen Deutschunterricht gibt und Hilfe bei Alltagsproblemen leistet. Wer es nicht mehr rechtzeitig zum Sender schafft, kann das Projekt auch finanziell unterstützen.</p>
<p>Obwohl sich Länder und Kommunen große Mühe geben, sind Flüchtlingsheime oftmals überfüllt, unzureichend ausgerüstet und fremdenfeindlichen Angriffen ausgesetzt. Die Aktion <a href="http://www.fluechtlinge-willkommen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Flüchtlinge Willkommen“</a> möchte geflüchtete Menschen aus dieser misslichen Lage befreien und in Wohngemeinschaften unterbringen. Freiwillige können ihr freies Zimmer auf die Homepage stellen Anschließend stellt das Projekt den Kontakt zur asylsuchenden Person her. Für die Miete müssen weder die Mieter selbst noch die Anbietenden aufkommen. Stattdessen wird sie u.a. durch Mikrokredite oder Crowdfunding finanziert. Erfolgreich vermittelt werden konnte beispielsweise der Flüchtling Sebastian, der als evangelischer homosexueller Christ nicht im Iran leben konnte. Der Medizinstudent lebt nun mit Jan in einer WG in Berlin. Zu seinem Glück, so sagt er, fehle ihm nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung, um wieder studieren zu können.</p>
<h3>Jobbörse für Flüchtlinge</h3>
<p>Geflüchtete Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung dürfen eine Arbeitserlaubnis beantragen. Für geduldete Menschen gilt das Gleiche, jedoch unter gewissen Zugangsbedingungen. Leider ist es für Flüchtlinge dennoch sehr schwierig Arbeit zu finden. In der Regel können sie die Sprache kaum, ihre Ausbildungen werden in Deutschland nicht anerkannt und Arbeitgeber sind ihnen gegenüber skeptisch gesinnt. <a href="http://www.workeer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">workeer.de</a> bietet eine Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, die sich speziell an Flüchtlinge richtet. Es können Praktika, Ausbildungsplätze und feste Arbeitsstellen angeboten werden von Arbeitgebern, die Flüchtlingen bewusst eine Chance bieten wollen.</p>
<p>Erfreulicherweise gibt es viele Menschen, die nicht nur Verständnis für Flüchtlinge aufbringen, sondern auch aktiv helfen wollen. Oftmals fällt die Entscheidung jedoch schwer, welche Initiative man unterstützen will. Der Blog <a href="http://wie-kann-ich-helfen.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-kann-ich-helfen.info</a> stellt Hilfsprojekte vor, die aus der Bevölkerung gemeldet werden oder die die Bloggerin der Seite, Birte Vogel, selbst recherchiert. Die Seite bietet eine Übersicht aller möglichen Projekte sowie die passenden Links, Zeitungsartikel oder Facebook-Seiten dazu.</p>
<h3>Fehlmeldungen über Flüchtlinge</h3>
<p>Dass uns das Internet heutzutage eine Plattform bietet, um unsere Meinung kundzutun und Menschen zu helfen, ist eine tolle Entwicklung. Oft wird es jedoch missbraucht. Mit einer perfiden Strategie versuchen Hetzer aktuell Flüchtlinge im Netz zu diffamieren. Es ist ihnen ein Dorn im Auge, wenn positive Meldungen über Asylanten veröffentlicht werden. Auf ihren fremdenfeindlichen Blogs und Facebook-Seiten setzen sie deswegen auf Desinformation. Ganz bewusst werden positive Berichte lanciert, in denen Asylbewerber beispielsweise Portemonnaies oder Reisekoffer finden und diese anschließend an ihre Besitzer zurückgeben. Die Geschichten beruhen allerdings fast nie auf wahren Begebenheiten. Sie sollen später als Falschmeldung entlarvt und so als „Beweis“ für vermeintliche „Asylpropaganda“ verwendet werden.</p>
<p>Auf dem islamfeindlichen Blog „Politically Incorrect“ finden sich dann zum Beispiel Berichte über die deutsche „Lügenpresse“, die „die Massenansiedlung von kulturfremden jungen Männern schmackhaft“ machen möchte. Eine absurde Verdrehung von Tatsachen, die zum einen Ressentiments gegen Asylbewerber erzeugt und zum anderen das Vertrauen in die objektive Berichterstattung deutscher Medien zerstört.</p>
<p>Neben derartigen Meldungen ist es dennoch beeindruckend, wie viele Menschen sich um das Wohl der Asylsuchenden sorgen. Dieser Artikel stellt nur eine grobe Auswahl dar von all den Initiativen, die tatsächlich im Internet zu finden sind. Allein auf der Seite <a href="http://wie-kann-ich-helfen.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-kann-ich-helfen.info</a> sind unzählige Optionen aufgelistet, sich aktiv für Flüchtlinge einzusetzen. Von fremdenfeindlichen Blogs sollten sich weder Flüchtlinge nach ihrer Ankunft, noch wir als Deutsche einschüchtern lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Update vom 24.08.2015</h3>
<p>Neben den bereits genannten, möchten wir zwei weitere Online-Hilfsprogramme für Flüchtlinge vorstellen:</p>
<p>Ähnlich wie das Blog wie-kann-ich-helfen.info bündelt das Netzwerk <a href="https://netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Berlin hilft!“</a> Berliner Initiativen für Flüchtlinge. Auf der Seite soll Bedarf gezielt koordiniert und aufgelistet werden. So lassen sich, sofern die entsprechenden Informationen verfügbar sind, für jede Initiative spezifische Bedarfslisten finden. Auch Standorte, Kontakt und Spendenkonten sind, wenn möglich, für jedes Programm abrufbar. Unter „Links“ sind darüber hinaus weitere Internetseiten angegeben, die Flüchtlingen bei der Integration helfen können, wie beispielsweise unter der Kategorie „Medizin/Frauen/Seelsorge“.</p>
<p>Erst vor drei Tagen hat Paul H. den Spendenaufruf <a href="https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlinge">„Blogger für Flüchtlinge &#8211; Menschen für Menschen“</a> auf betterplace.org gestartet. Weil die Resonanz so positiv war, erhöhte er bereits nach drei Tagen das Spendenziel auf 10.000€. Neben den Spenden selbst geht es jedoch vor allem darum, die Idee zu verbloggen und so weiterzuverbreiten. Die ersten 3.000€ waren schnell gesammelt und gingen an die Initiative „Moabit hilft“. Die Projekte, die das Geld erhalten, wechseln in regelmäßigen Abständen. Aktuell wird für „Bie Bie One – Nähwerkstatt für Flüchtlinge“ gesammelt. Ausgesucht werden die Projekte in enger Abstimmung mit Betterplace, um diejenigen Programme zu identifizieren, die am dringendsten Unterstützung benötigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/10329928973/in/photolist-gJPzZF-kGVMwZ-wX5bFy-vr8ES1-w1WEKk-8AWJv8-qu8KQq-a8goyR-a8guR6-a8jkMf-a8kzCG-siCfUB-a8gF9T-a8joub-a8gv7v-a8gp4Z-a8jnBj-a8jnmy-a8jmmJ-a8jpKC-a8jbeo-a8gu2Z-a8jfRE-a8j9n5-a8je6f-a8jpwG-a8grvK-a8gxgD-a8gy12-a8jbxf-a8gi8K-a8guzP-a8jfkJ-a8grdR-a8gpSk-a8j9V7-a8j9Df-a8jc9q-a8gnfK-a8jkeA-a8gmwp-a8gyv8-a8jnRS-a8gtuT-a8j8Nm-a8jqfb-a8gs3K-a8gfZn-a8gkZK-a8j7HQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bluenews.org </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<div></div>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mobiles Internet: Tor zur digitalen Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Thielscher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 16:56:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Handy-Messe]]></category>
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					<description><![CDATA[Bis Donnerstag läuft die weltgrößte Handy-Messe in Barcelona und präsentiert die Zukunft der mobilen Internetnutzung. Eine aktuelle Studie zeigt, dass [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/mobiles-internet-tor-zur-digitalen-gesellschaft/smartphones/" rel="attachment wp-att-12254"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-12254" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/smartphones.png" alt="Smartphones © Ben Smith" width="195" height="119" /></a>Bis Donnerstag läuft die weltgrößte Handy-Messe in Barcelona und präsentiert die Zukunft der mobilen Internetnutzung. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Nutzung von Smartphones und Tablet-Computern auch der digitalen Gesellschaft in Deutschland einen enormen Schub verleiht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit gestern werden in Barcelona auf dem Mobile World Congress die neuesten Geräte zur mobilen Internetnutzung vorgestellt und versprechen rosige Zeiten Auch im Fokus der diesjährigen <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2012/02/PI_mobile-Internetnutzung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> der <a href="http://www.initiatived21.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a> stand die Frage, ob die mobile Internetnutzung einen Entwicklungsschub für die digitale Gesellschaft mit sich bringen wird. Dafür wurden mehr als 1.000 Telefoninterviews durchgeführt, thematisiert wurde die Nutzung mobiler Endgeräte, Dienste und Zugangsarten.</p>
<p>Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung machen deutlich, dass die deutsche Bevölkerung zunehmend auf das mobile Internet zugreift. So ist mittlerweile jeder vierte Deutsche über Smartphones oder Tablet-Computer online. Zwar ist Deutschland damit im Vergleich zu anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und den USA noch „unterentwickelt“, jedoch sehen Experten ein hohes Wachstumspotenzial in diesem Bereich. So wurde bereits im letzten Jahr die klassische PC-Industrie deutlich von der Mobilfunk-Branche überholt. Nach Branchenschätzungen gibt es bisher weltweit rund sechs Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse. Allein im Jahr 2011 wurden insgesamt 1,8 Milliarden Mobiltelefone verkauft, davon waren rund ein Drittel Smartphones.</p>
<p>Der Trend zum mobilen Internet wird durch die zunehmende Verbreitung mobiler Geräte unterstützt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Rund 24 Prozent der deutschen Bevölkerung ist bereits im Besitz eines Smartphones, fünf Prozent nutzen einen Tablet-Computer, wobei dieser gerade einmal seit zwei Jahren erhältlich ist.</p>
<p>Die D21-Studie zeigt weiterhin, dass Internet-Nutzer, die über das entsprechende Equipment verfügen, deutlich häufiger online sind und auch möglichst viele der damit verbundenen Möglichkeiten nutzen. 40 Prozent der für die Studie Befragten sagten dementsprechend aus, sie würden häufiger online sein, wenn ihnen höhere Übertragungsgeschwindigkeiten zur Verfügung stünden. Auch Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Nachfrage nach Möglichkeiten der mobilen Internetnutzung weiter steigen werde. „Das mobile Internet ist extrem im Kommen“, so der IT-Experte Thomas Magedanz vom Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme. Der Untersuchung zufolge könnte sich knapp die Hälfte der Befragten vorstellen, gänzlich auf einen PC zu verzichten, um stattdessen nur noch mobil im Internet zu surfen. Dass die Geräte immer schneller werden, befördert diese Entwicklung weiter.</p>
<p>Olaf Reus und Robert Wielandvon der Initiative D21 erklärten bei der Vorstellung der Studie in der vergangenen Woche in Berlin: „Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland ist ganz entscheidend davon abhängig, wie wir den Zugang zur mobilen Internetnutzung weiter gestalten werden.“. Durch die Vielzahl von Möglichkeiten, die mobile Geräte mit sich bringen, lasse sich deutlich erkennen, dass „die digitale Gesellschaft von morgen“ eine „mobile digitale Gesellschaft“ sein werde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>i2010: Digitales Wachstum in Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                              Erklärtes Ziel der Initiative „i2010: Europäische Informations-gesellschaft 2010“ der Europäischen Kommission ist es, die Informationsgesellschaft und Medienindustrie in Europa zu stärken. Dieses Anliegen ist verständlich, denn dieser Sektor wird weltweit als der zukunftsträchtigste Wirtschaftsfaktor angesehen. Seine ökonomischen und technischen Verheißungen machen die Initiative i2010 zu einer Schlüsselkomponente der erneuerten 
                              Lissabon-Strategie der Kommission. Gleichwohl ist i2010 nicht nur ökonomisch motiviert. Beabsichtigt ist auch die Verbesserung der Partizipation und Vernetzung der Bürger und Regionen Europas.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Erklärtes Ziel der Initiative „i2010: Europäische Informations-gesellschaft 2010“ der Europäischen Kommission ist es, die Informationsgesellschaft und Medienindustrie in Europa zu stärken. Dieses Anliegen ist verständlich, denn dieser Sektor wird weltweit als der zukunftsträchtigste Wirtschaftsfaktor angesehen. Seine ökonomischen und technischen Verheißungen machen die Initiative i2010 zu einer Schlüsselkomponente der erneuerten<br />
                              <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lissabon-Strategie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lissabon-Strategie</a> der Kommission. Gleichwohl ist i2010 nicht nur ökonomisch motiviert. Beabsichtigt ist auch die Verbesserung der Partizipation und Vernetzung der Bürger und Regionen Europas.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wachstum und Konvergenz</strong>
                            </p>
<p>Die Lissabon-Strategie ist ein EU-Programm, das zum Ziel hat, die EU bis zum Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Sie basiert zu einem großen Teil auf dem Kommunikations- und Informationssektor, da in diesem Bereich erhebliches Wachstums- und Beschäftigungspotential steckt. Laut EU-Kommission beträgt sein Anteil am europäischen BIP-Wachstum 25% und am Produktivitätswachstum 40%. Deutlich wird die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auch daran, dass sich die unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Industrieländern nicht zuletzt durch den jeweiligen Anteil der IKT-Wirtschaft am BIP erklären lässt.</p>
<p>
                            <a href="http://europa.eu.int/information_society/eeurope/i2010/docs/launch/broadband_memo.doc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchungen der EU</a> für den Zeitraum 1995-2000 verweisen auf einen Zusammenhang zwischen diesem Anteil und der Produktivität: So verzeichneten etwa Finnland und Irland bei einem Anteil von über 10% mit 2,5 bzw. 5,3 % ein Produktivitätswachstum weit über EU-Durchschnitt (1,4%), wohingegen Länder wie Frankreich, Deutschland und Italien mit einem Anteil um 5% ein unterdurchschnittliches Produktivitätswachstum aufwiesen.</p>
<p>Um die wirtschaftlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen und die gebotene Erhöhung von Investitionen in den IKT-Bereich zu erreichen möchte die Kommission mit der Strategie i2010 der technologischen Entwicklung zur digitalen Konvergenz Rechnung tragen. Dieses Zusammenwachsen der zuvor getrennten Sphären des Inhalts, der Netze und der Geräte verlange, so die<br />
                            <a href="http://europa.eu.int/eur-lex/lex/LexUriServ/site/de/com/2005/com2005_0229de01.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommission</a>, entsprechende „politische Konvergenz“.</p>
<p>
                            <strong>Politischer Handlungsbedarf</strong></p>
<p>Doch was ist unter einer „politischen Konvergenz“ zu verstehen? Welche Rolle spielt die Politik hierbei und wie weit sollte die Politik das Projekt unterstützen? In ihrer<br />
                            <a href="http://www.euractiv.com/29/images/Reding_Munich_tcm29-151856.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede</a> am Digital Lifestile Day 2006 in München hat die zuständige Kommissarin Viviane Reding darauf hingewiesen, dass Entwicklung und Innovation im IKT- und Mediensektor in erster Linie Unternehmern und Wirtschaft vorbehalten bleiben müssten. Gleichwohl komme auch der Politik eine bedeutende Aufgabe zu. Dies ergebe sich schon aus den Hindernissen für eine optimale Entwicklung der IKT in Europa. Ein Grundproblem ist demnach die mangelnde industrielle Verwertung von Innovationen, die nach Reding ihre Ursache in der häufig durch Bürokratismus fehlgeleiteten öffentlichen Finanzierung von Forschung und Entwicklung hat.<br />
                            <a href="http://europa.eu.int/information_society/eeurope/i2010/docs/launch/broadband_memo.doc" target="blank" rel="noopener noreferrer">Der von EU und OECD angestellte Vergleich</a> mit anderen Industrienationen zeigt neben den Ausführungen der Kommissarin ein Defizit in der Höhe der Forschungsförderung. Während in den USA und Japan im Jahre 2002 350 bzw. 400 Euro pro Einwohner für Forschung und Entwicklung im IKT-Bereich ausgegeben wurden, waren es in Europa (EU 15) lediglich 80 Euro. Der Anteil an der Gesamtforschung war mit 18% nur etwa halb so hoch wie in den USA und Japan.</p>
<p>Aufholbedarf für Europa z.B. gegenüber Japan erkennt Reding in der genanten<br />
                            <a href="http://europa.eu.int/information_society/eeurope/i2010/docs/launch/broadband_memo.doc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede</a> zudem in Hinblick auf die Schnelligkeit der Netze: ein wesentlicher Faktor der Attraktivität digitaler Angebote für die Konsumenten. In der Tat liegt Europa mit einer Verbreitung der Breitband-Technologie bei 9% der Bevölkerung (Jan. 2005) hinter den USA (11,5%/2004) und Japan (14,6%), vor allem aber hinter Südkorea (26,8%) zurück.</p>
<p>Die inhaltliche Attraktivität wiederum sei durch ein strukturelles Problem der EU beeinträchtigt. Denn Voraussetzung für gute, attraktive Inhalte ist nach Reding der Schutz geistigen Eigentums. In diesem Bereich gebe es aber trotz aller Harmonisierungs-bemühungen nach wie vor 25 verschiedene Rechtslagen. Von einem einheitlichen Markt für Inhalte wie in den USA ist Europa folglich noch weit entfernt. Wie man sieht, eine ganze Menge Hürden, die politisch zu beeinflussen sind.</p>
<p>
                              <strong>Einheitlicher Informationsraum, Forschung und Integration</strong>
                            </p>
<p>Es besteht politischer Handlungsbedarf, der rechtliche und verwaltungsmäßige Rahmenbedingungen, den Ausbau der Infrastruktur sowie Umfang und Art der Forschungsförderung betrifft. Vor diesem Hintergrund zielt die Strategie i2010 auf die Schaffung eines einheitlichen europäischen Informationsraums sowie die finanzielle Erhöhung und qualitative Verbesserung der EU-Forschungsförderung ab. Als dritter Schwerpunkt wird darüber hinaus die „Förderung einer Informationsgesellschaft“ genannt, „die alle Menschen einbezieht.“ i2010 räumt also neben den ökonomischen auch den partizipatorischen Aspekten des digitalen Zeitalters Platz ein.<br />
                            <br />Der einheitliche Informationsraum soll zwischen 2005 und 2007 durch eine effektivere Fequenzverwaltung, eine Modernisierung der Vorschriften für die audiovisuellen Mediendienste sowie für elektronische Kommunikation, schließlich durch die Etablierung einer sicheren Informationsgesellschaft und einer effektiven und interoperablen Verwaltung digitaler Rechte vorangetrieben werden.<br />
                            <br />Zur Behebung der Unzulänglichkeiten im Forschungsbereich setzt die Kommission zum einen auf die Erhöhung der Forschungsausgaben. Diese sollen um 80% steigen. Finanziert werden soll das Vorhaben durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (7.RP) sowie das Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Relevant ist insbesondere das 7. RP mit jährlichen Mitteln von 1,8 Milliarden Euro, während das zweite Programm zwischen 2007 und 2013 800 Millionen Euro bereitstellt. Zum anderen wird die Art der Förderung modifiziert. Vorgesehen ist eine Konzentration auf die wichtigsten Technologien im IKT-Sektor, etwa die Nanotechnologie. Erster Maßstab der Förderung soll stets ihre Relevanz für die Behebung von Engpässen für die weitere Entwicklung der digitalen Wirtschaft sein.<br />
                            <br />Die Teilhabe aller Menschen in Europa an den Vorzügen der Informationsgesellschaft ist Ziel des dritten Schwerpunkts der Strategie. Die Kommission hat diesbezüglich einen Aktionsplan für elektronische, bürgernahe Behördendienste vorgeschlagen. Digitale Bibliotheken sollen allen Bürgern den Zugang zur multilingualen europäischen Kultur ermöglichen. Die demographischen Entwicklung in Europa wird ebenso berücksichtigt: etabliert werden sollen Technologien für eine alternde Bevölkerung. Ab 2008 ist eine Initiative für die digitale Integration vorgesehen, mit dem Ziel geographische und gesellschaftliche Unterschiede zu überwinden.</p>
<p>Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert worden, bis Oktober in ihren nationalen Reformprogrammen Prioritäten im IKT-Bereich zu setzen, um die Ziele der Kommissionsstrategie zu unterstützen. Bis zum 29.11. 2005 lagen entsprechende Ausführungen aus den meisten Mitgliedstaaten vor. Deutschland beschrieb seine Bemühungen im Dezember 2005. Das Programm soll eng mit der „High-Tech-Strategie Deutschland“ aus der<br />
                            <a href="http://www.spd.de/servlet/PB/show/1589444/111105_Koalitionsvertrag.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvereinbarung</a> abgestimmt sein. Die Bundesregierung verweist im Zusammenhang mit der Strategie 2010 zudem auf das noch von der alten Regierung erstellte Aktionsprogramm „<br />
                            <a href="http://www.bmbf.de/pub/aktionsprogramm_informationsgesellschaft_2006.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Informationsgesellschaft 2006</a>“ aus dem Jahre 2003.<br />
                            </p>
<p class="fett">
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schily in der Top Ten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-studien-topten-shtml-2954/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[BundOnline 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Die eGovernment-Initiative BundOnline 2005 hat laut Innenminister Otto Schily das Klassenziel erreicht. Er zeigt sich zufrieden mit dem Erreichten und verkündet den Beginn einer neuen Phase. Doch Studien und Experten sehen die derzeitige Situation lange nicht so positiv.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die eGovernment-Initiative BundOnline 2005 hat laut Innenminister Otto Schily das Klassenziel erreicht. Er zeigt sich zufrieden mit dem Erreichten und verkündet den Beginn einer neuen Phase. Doch Studien und Experten sehen die derzeitige Situation lange nicht so positiv.<!--break--><br />
                    
                  </p>
<p>Am 11.Dezember 2002 hat Innenminister Schily in Berlin dem Bundeskabinett einen Bericht über die Entwicklung der eGovernment-Initiative BundOnline 2005 vorgelegt. Mit dieser Jahresbilanz wird der Umsetzungsplan fortgeschrieben, den das Kabinett im November 2001 verabschiedet hatte. Der Plan legt fest, in welcher Reihenfolge die mehr als 350 internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung realisiert werden sollen. Schily selbst äußerte sich zufrieden über die Entwicklung des E-Government-Projekts: &#8220;Ende dieses Jahres bieten die Bundesbehörden bereits mehr als 160 Dienstleistungen im Internet an. Damit haben wir das im Umsetzungsplan festgelegte Ziel für 2002 erreicht.“.</p>
<p>
                  <strong><br />
                  <br />Stärkere Vernetzung mit Ländern und Kommunen</strong><br />
                  <br />Nun plant der Bund verstärkt, eGovernment-Projekte gemeinsam mit Ländern und Gemeinden in Angriff zunehmen. Dazu erteilte das Kabinett dem Bundesinnenministerium am 11.12.2002 den Auftrag. &#8220;Länder und Kommunen sollen von unseren Erfahrungen profitieren können. Wir treten jetzt in eine neue Phase des E-Government ein, indem wir die erfolgreiche Initiative des Bundes mit den Aktivitäten der anderen Verwaltungsebenen in Ländern und Kommunen verbinden. Für die Bürgerinnen und Bürger ist es unerheblich, wer eine Dienstleistung im Internet erbringt. Sie möchten ihre Verwaltungsangelegenheiten schnell und unkompliziert erledigen, unabhängig davon, ob der Bund, ein Land oder eine Kommune ihr Ansprechpartner ist. Deshalb wollen wir die Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen schnell überwinden. Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger&#8221;, so der Bundesinnenminister. Wobei der größte Teil der Kommunen in großer Finanznot ist und in der Hinsicht vom Bund mit Geldmitteln unterstützt werden müsste.</p>
<p>
                  <strong><br />
                  <br />Kosten = Nutzen?</strong><br />
                  <br />Durch<br />
                  <a href="/egovernment/bund/bundonline.shtml">BundOnline 2005</a>, initiiert im September 2000, hat sich die Bundesregierung verpflichtet, alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung bis zum Jahr 2005 online bereit zu stellen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Dem stehe nach der Umsetzung ein jährliches Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Euro<br />
                  <a href="/egovernment/bund/bundonline.shtml">gegenüber</a>. Diese Rechnungen gehen aber nur dann auf, wenn einerseits die Kosten für die Anschaffung der IT-Technologie und für die Schulung des Personals nicht zu hoch ausfallen. Und andererseits die Bürger und die Wirtschaft die Systeme dann annehmen. Das<br />
                  <a href="http://www.bmi.bund.de/dokumente/Rede/ix_40112.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innenministerium</a> geht laut<br />
                  <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,206676,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel online</a> hoffnungsvoll von einer „alltäglichen“ Internetnutzung des größten Teiles der Bürger aus. „Ziel ist das Internet für alle“. Doch laut der internationale<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egov2.shtml" target="_top" rel="noopener noreferrer">Studie</a> zu Government Online von<br />
                  <a href="http://www.emnid.tnsofres.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emnid</a> nutzen bis jetzt nur 18 Prozent die Dienstleistung von Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen sowie von Verwaltungen der Bundesländer oder des Bundes. Beim persönlichen Datenaustausch mit den virtuellen Behörden nutzen nur 4 Prozent die Angebote. Und da die<br />
                  <a href="/egovernment/studien/buerger.shtml">Bürger</a> „Alles“ wollen – eGovernment und persönliche Beratung – ist es schwierig zu beantworten, ob sich die Kosten wirklich mit dem Nutzen bezahlt machen. Zu den 160 bereits verfügbaren Online-Dienstleistungen gehören zum Beispiel die elektronische Beschaffung für die öffentliche Hand (<br />
                  <a href="http://www.bescha.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beschaffungsamt</a> des BMI), die<br />
                  <a href="http://www.zoll.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zollauktion</a>, die<br />
                  <a href="http://www.bundesverwaltungsamt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bafög-Rückzahlung</a> und<br />
                  <a href="http://www.elster.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elster</a>, die Elektronische Übertragung von Steuererklärungsdaten.</p>
<p>
                  <strong>Auf dem Weg, aber noch lang nicht am Ziel</strong><br />
                  <br />„Unabhängige Studien bescheinigen der deutschen eGovernment Initiative deutliche Verbesserungen und einen Platz unter den Top Ten&#8221;, sagte Schily nach der Kabinettssitzung. Damit spielt er wahrscheinlich auf die<br />
                  <a href="/egovernment/studien/vision.shtml">Accenture</a> Studie an. Allerdings haben zwar die Bundesdienstleister Fortschritte gemacht, doch dieselbe Studie bemängelt die weiterhin schleppenden Dienste der Kommunen. Für die finanzschwachen Kommunen rechnen sich große Investitionen in die Erweiterung des Online-Angebots erst bei einer signifikant höheren Nutzung des Webangebots. Holger Bill, Geschäftführer von Accenture rät dazu in einem Interview gegenüber politik-digital.de: &#8220;Regionale Zusammenschlüsse können hier viel möglich machen.“<br />
                  <br />Auch gibt es von Seiten der Bürger laut der oben genannten Emnid Studie immer noch<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egov2.shtml">Berührungsängste</a> gegenüber diesen Angeboten. Laut dieser Studie liegt Deutschland auch nur auf dem 18. von 31 Plätzen. Dr. Antje Stobbe von der Dresdener Bank kam ebenfalls zu dem<br />
                  <a href="/egovernment/studien/egovdb.shtml">Ergebnis</a>, daß zwar „im vergangenen Jahr große Fortschritte erzielt worden sind“, die Virtualisierung des Staates vielfach aber noch in den Kinderschuhen stecke. Die Autoren der eEurope-Benchmark-Studie von &#8221;<br />
                  <a href="http://www.de.cgey.com/servlet/PB/menu/1003528/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cap Gemini Ernst &amp; Young</a>&#8221; kamen zu dem<br />
                  <a href="/egovernment/studien/eu2.shtml">Ergebnis</a>, dass die besten Dienste von Behördendiensten erzielt wurden, die wenig komplex strukturiert sind und zugleich durch eine zentrale Organisation koordiniert werden. „Zuviele Köche verderben den Brei“ sagte in diesem Sinn Willi Kaczorowski, Leiter des Geschäftsbereichs Public Services bei &#8220;Cap Gemini Ernst &amp; Young&#8221; Zentraleuropa im<br />
                  <a href="/egovernment/bund/kaczorowski.shtml">Interview</a> mit politik-digital.de. Das Fehlen einer nationalen Strategie ist für ihn einer der Hauptkritikpunkte. Er schlägt ein Bündnis Deutschland Online vor, um die eGovernment Vorhaben der Kommunen und des Bundes zu koordinieren. Ob<br />
                  <a href="http://www.bundonline2005.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BundOnline 2005</a> dazu in der Lage sei, vermag er bis jetzt nicht zu erkennen.</p>
<p>Trotz all dieser Einwände sieht der Bundesinnenminister das Projekt BundOnline 2005 als Erfolg: „Wir sind auf einem guten Weg, Bürgerinnen und Bürgern Verwaltungsdienstleistungen einfacher, schneller und kostengünstiger anzubieten.“ Und um diesen Glauben an die Zukunft der Kundenfreundlichkeit des Projektes zu demonstrieren, verschickt das ans Bundesinnenministerium angekoppelte<br />
                  <a href="http://www.bsi.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesamt für Sicherheit</a> in der Informationstechnik seit kurzem das<br />
                  <a href="http://www.knopper.net/knoppix/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KNOPPIX-Softwarepaket</a> per Post. Diese Zusammenstellung zahlreicher Programme rund um GNU/Linux kann ohne großes Hantieren auf der Festplatte einfach von der CD aus gestartet werden kann.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 16.1.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Netz gegen Kinderpornografie&#034; erfolgreich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netz-gegen-kinderpornografie-erfolgreich-940/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Meldestelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Hannover, 10. November 1998 &#8211; Aufgrund von Hinweisen, die bei der Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot;<br />
eingegangen sind, hat die Staatsanwaltschaft Hannover bereits über 300 Ermittlungsverfahren eröffnet und weitere<br />
Vorgänge an die zuständigen Behörden in anderen Bundesländern weitergeleitet. Über 450 Hinweise sind bisher bei<br />
der provisorischen neutralen Meldestelle eingegangen, die seit Anfang August unter<br />
<a href="http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno">Netz gegen Kinderporno</a> im Internet erreichbar ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei den gemeldeten Fundstellen handelt es sich weniger um Newsgroups und Internet Relay Chats (IRC), die als<br />
Hauptumschlagsplätze für Kinderpornographie gelten, sondern hauptsächlich um das World Wide Web. Dort wird das strafbare<br />
Material zwischen harmlosen Angeboten versteckt; es handelt sich bei den Meldungen also um Zufallsfunde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Landeskriminalämter eröffnen<br />
nach eigener Aussage generell keine Ermittlungsverfahren gegen<br />
Zufallsfinder, die<br />
Kinderpornographie zur Anzeige bringen. Liegen jedoch Anhaltspunkte<br />
dafür vor, daß der Hinweisgeber mit der Anzeige von<br />
seinem eigenen strafbaren Verhalten ablenken will, so wird auch gegen<br />
ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Dies war in vereinzelten<br />
Fällen geschehen und hat potentielle Hinweisgeber stark verunsichert.<br />
Die provisorische Meldestelle leitet die eingegangenen<br />
Hinweise daher anonymisiert an die Behörden in Hannover weiter. Der<br />
dort zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Finke hatte die<br />
Einrichtung der neutralen Meldestelle ausdrücklich befürwortet,<br />
&quot;solange Zeugen verunsichert sind und vor einer Anzeige<br />
zurückschrecken&quot;.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot; wurde von heise online zusammen mit dem Forum InformatikerInnen für Frieden und<br />
gesellschaftliche Verantwortung (FifF), dem Deutschen Kinderschutzbund, Spiegel Online und Stern Online ins Leben gerufen. Sie<br />
steht nicht in Konkurrenz zu anderen Aktivitäten im Internet, sondern will lediglich durch die Link-Logos einen Knotenpunkt<br />
schaffen, der bestehende Aktionen miteinander verbindet. Unter anderem verweist die Initiative auch auf Online-Meldestellen der<br />
zuständigen Behörden.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Sing when you are winning&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz
herrscht.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des<br />
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion<br />
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer<br />
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig<br />
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm<br />
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz<br />
herrscht.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Interview mit Thomas Krämer, Initiative pro15:30</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/images/PRO1530.gif" alt="Initiative Pro15:30" /><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Die Initiative pro15:30</a> hat zwar keinen &quot;Chef&quot; aber<br />
Thomas Krämer ist einer der Sprecher der Protestkampagne. Der FC-Fan setzt sich bei pro15:30 für die<br />
Verlegung der Sonntagsspiele auf den familien- und arbeitnehmerfreundlicheren Samstag ein. Im &quot;echten&quot; Leben ist<br />
Thomas Krämer, der in Köln auch in der &quot;Bunten Liga&quot; kickt, Unternehmer. Und da er sich als solcher mit<br />
Softwareentwicklung und Seitenkonzeption bestens auskennt, kümmert er sich auch um die Internetsite der<br />
Fußballaktivisten.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Ziele verfolgt die Initiative 15:30?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Unsere<br />
Hauptforderung ist die Abschaffung des Sonntagsspiels. Zur Zeit finden<br />
ungefähr 40% der Spiele abhängig von dem UEFA-Spiel Donnerstags am<br />
Sonntag statt, aber ungefähr 50% der Spiele sollen so bald wie möglich<br />
Samstags stattfinden. Weiterhin wollen wir eine Ausgeglichenheit der<br />
Spieltage zwischen den Vereinen erreichen. Eine grundlegende Forderung<br />
ist auch, dass ein Fanbeauftragter bei der Terminplanung dabei ist,<br />
genau wie jemand von der Polizei, den Stadionbetreibern und dem Verein<br />
dabei ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Leute engagieren sich bei 15:30? Wie ist die Organisation aufgebaut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Da lässt<br />
sich keine spezielle Gruppe nennen, das geht durch alle Gruppen durch.<br />
Wir haben auch keine festen Hierarchien. Jeder Verein stellt einen<br />
Ansprechpartner für die Initiative und wir checken nur, ob diese<br />
Ansprechpartner jeweils ok sind. Wir müssen ja sicherstellen, dass<br />
beispielsweise die emails sorgfältig behandelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Organisation?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die<br />
Ansprechpartner sind in einer seperaten e-group, die zur internen<br />
Abstimmung eingerichtet wurde, organisiert. Daneben haben viele der<br />
Ansprechpartner eine eigene e-group für ihre Vereine eingerichtet. Das<br />
Internet spielt also, vor allem vor den Aktionen, eine wichtige Rolle<br />
bei der Abstimmung und Koordinierung. Im Moment lassen wir es<br />
allerdings ruhig angehen. Bevor im Mai der runde Tisch stattfindet<br />
wollen wir keine neuen Aktionen starten. Dementsprechend ruhig ist es<br />
auch im Netz. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Entfaltet die Initiative dabei im Netz ein Eigenleben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Thomas Krämer:</b> Zunächst spiegelt das Netz die Initiative. Und<br />
sie zieht im Netz immer weitere Kreise. Sollte der Protest nach dem<br />
Runden Tisch noch weiter gehen müssen, dann wird das Netz eine noch<br />
zentralere Bedeutung erlangen. Es gibt beispielsweise schon<br />
Überlegungen, die Unterschriftslisten mit Digitaler Signatur<br />
durchzuführen und dadurch gültig zu machen. Das wäre eine<br />
flächenwirksame Ergänzung zu den Unterschriftenlisten vor den Stadien.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Aktionen gab es denn bereits im Netz? Was ist noch geplant?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir haben<br />
Unterschriftenlisten und Banner im Netz. Das Logo haben sich über 300<br />
Seiten heruntergeladen. Ansonsten planen wir die Aktionen weiterhin für<br />
die reale Welt. Der Protest soll dort ja bewusst moderat bleiben, wir<br />
sind ja nicht gegen unsere Vereine. Eine Verschärfüng des Protests käme<br />
einer Kluft zwischen Fan und Verein gleich. Sollte weiterer Protest<br />
nötig sein, dann werden wir am 3. oder 4. Spieltag der neuen Saison<br />
sicher Demonstrationen organisieren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was können Sie über die Resonanz auf die Seite sagen? Gibt es Nutzerzahlen? Wieviele sind im Diskussionsforum aktiv?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> So ganz<br />
genau weiss ich das gar nicht, aber über 200.000 Zugriffe werden es<br />
inzwischen sein. Das Diskussionsforum müsste inzwischen in Aktionsforum<br />
umbenannt werden. Schliesslich sind sich die gut 1000 registrierten<br />
Mitglieder inzwischen weitgehend einig über die Ziele und koordinieren<br />
sich da eher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Warum muss man sich für das Forum registrieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Das hat<br />
Sicherheitsgründe. Wenn Sie sich mal das Forum auf Sport1.de anschauen,<br />
dann finden Sie da jede Menge gewaltverherrlichende und auch<br />
rechtsradikale Parolen. Das wollten wir vermeiden, indem die Leute ihre<br />
Anonymität aufgeben mussten. Mitlesen kann ja trotzdem jeder. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zunächst wurde pro15:30 über www.stadionwelt.de abgewickelt. Warum entschlossen Sie sich zu einem eigenständigen Angebot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die ganze<br />
Diskussion wurde ja in einem Forum auf der Site von Stadionwelt<br />
angetreten. In einem Forum namens &quot;Stimmung im Stadion&quot; haben sich<br />
immer mehr Leute gefunden, die die gleichen Kritikpunkte teilten.<br />
Daraus wurde dann Anfang des Jahres eine eigenständige Aktion. Wir<br />
wollten mit dem Namen, dem Slogan pro15:30 Aufmerksamkeit erlangen.<br />
Ausserdem sollte die Initiative leicht im Netz zu finden sein, deswegen<br />
die Site. www.stadionwelt.de hat aber immer noch sehr viel mehr<br />
Besucher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Worin besteht die Verbindung von Internet und Fußball? Gibt es eine Fankultur im Netz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Im Netz<br />
wird die Fankultur gespiegelt. Es gibt ja leider auch Hoolgigan-Seiten<br />
im Netz. Insgesamt gehen wir davon aus, dass 10-15% der Fußballfans<br />
online sind. Die Themen die im Netz diskutiert werden finden meist<br />
Eingang in die Fanzines und Fangruppen und werden so verbreitet. Die<br />
Zustimmung zu pro15:30 dürfte in der Fanwelt bei 90% liegen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es durch das Internet eine Möglichkeit, beispielsweise die Schlägereien zwischen den Vereinen in den Griff zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Zunächst<br />
kann man feststellen, dass das Verhältnis der Fans untereinander besser<br />
wird. Und über das Netz ist ein größerer Austausch da. Im Netz reden<br />
die Fans meist vernünftiger miteinander. Natürlich bleibt trotzdem eine<br />
gesunde Rivalität bestehen. Mit 15:30 ist uns auch über das Netz die<br />
größte Protestaktion der Fußballgeschichte gelungen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Einige Fans haben ja aus Protest ihre Premier-Decoder zurückgegeben. Ist das sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, davon<br />
habe ich auch gehört&#8230;. Besonders sinnvoll ist das nicht, denn die<br />
Kirchgruppe ist nur mitschuldig. In Wirklichkeit gibt es eine<br />
Kausalkette, in der auch die Liga und letztlich sogar die UEFA<br />
vorkommt. Für das Problem gibt es mehere Ansprechpartner<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Sie ja auch an dem Runden Tisch Mitte Mai zusammenführen wollen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, die<br />
Teilnehmer sind: Herr Straub (Geschäftsführer der Bundesliga), Herr<br />
Hackmann (Präsident der Bundesliga und Präsident des HSV), Dr. Liegl<br />
(Kirch-Media Gruppe), Vertreter des BKA und des Innenministeriums, der<br />
Vertreter der FAnbeauftragten Herr Mendel und sechs Vertreter von<br />
unserer Initiative. </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was sind ihre Erwartungen an diesen Runden Tisch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir hoffen,<br />
dass das Problem Ernst genommen wird und das man uns anbietet, an der<br />
Lösung zu arbeiten, eine Perspektive zu entwickeln. Ich habe das<br />
Gefühl, das ein Umdenken stattgefunden hat: bekannte Persönlichkeiten<br />
wie Karl-Heinz Rumenigge und sogar der Bundespräsident Rau haben sich<br />
für uns ausgesprochen, auch die Grünen unterstützen uns. Ich glaube,<br />
dass es in der nächsten Saison kein Sonntagsspiel Freiburg-Rostock mehr<br />
geben wird, zu dem die Fans 1000 Kilometer reisen müssen. Falls der<br />
Runde Tisch die gewünschte Perspektive nicht bringt, werden wir weiter<br />
sehen. Unser Fannetzwerk ist inzwischen sehr intensiv. Und es kann<br />
weiter und wieder genutzt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Gespräch.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;You&#039;ll never walk alone&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Schwier]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerzialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
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		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen
zum Mediensport nach.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel<br />
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der<br />
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.<br />
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen<br />
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen<br />
zum Mediensport nach.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ein Gespräch über Fußballfans und Mediensport mit Professor<br />
Jürgen Schwier</b></span></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.uni-giessen.de/%7Eg51039/index.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Jürgen Schwier</a> ist seit März<br />
2000 Professor für Sportsoziologie an der Universität Giessen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im<br />
Bereich der Sportpädagogik, der Jugendforschung, der kulturellen Analyse des Sports und der populären<br />
Kultur. Zur Zeit steht das Thema &quot;Mediensport&quot; bei ihm ganz oben auf der Agenda. <i>Theorie meets Praxis</i>:<br />
Dem Fußball ist Jürgen Schwier  sowohl als &quot;Aktiver&quot; wie auch als Fan seit frühster Jugend verbunden&#8230;<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Professor Schwier, wie medial ist der Sport?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Wenn man<br />
über Medien und Sport spricht, spricht man eigentlich über sehr wenige<br />
Sportarten. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass es einigen<br />
wenigen ökonomisch sehr viel besser geht als früher, es führt auf der<br />
anderen Seite aber zu einer Konzentration auf sehr wenige Sportarten.<br />
Handball oder Leichtatlethik beispielsweise scheinen nicht mehr<br />
stattzufinden. Dieser Prozess führt zu einer Sättigung. Inzwischen ist<br />
die Ware Fußball so teuer, dass die Sendezeit immer länger werden muss:<br />
ein Spiel dauert nicht mehr 90 Minuten, sondern wird auf drei Stunden<br />
gedehnt, und das passiert dann sechs mal wöchentlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Die Initiative 15:30 protestiert auch gegen diese Kommerzialisierung<br />
des Fußballs. Überrascht Sie das Protestpotential der Fußsballfans?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b><br />
Überraschen? Nein. Das Klima hat sich seit Mitte der 90er Jahre durch<br />
eine breite Welle von Fanzines verändert. Diese oft von wenigen Leuten<br />
semiprofessionell hergestellten Fanzeitschriften kamen einem<br />
Zusammenschluss &quot;von unten&quot; gleich. Das hängt auch damit zusammen, dass<br />
der Fan für den Verein immer weniger wichtig ist. Wenn die Spieler<br />
sagen, dass sie für die Fans spielen, ist das medienwirksam. Fans sind<br />
Folklore im Stadium. Die Fans haben das gemerkt und fühlten sich wie<br />
das fünfte Rad am Wagen &#8211; daher rührt der Ursprung des Protests. Eine<br />
Vorreiterrolle haben in diesem Zusammenhang die studentischen Fans<br />
gespielt, die leichter politisiert sind und beispielsweise das Thema<br />
Antirassismus in die Stadien und Fanclubs getragen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hat der Fußball dadurch eine neue, eine politische Dimension gewonnen, die sich in 15:30 manifestiert? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, und<br />
dabei haben die Medien auch wieder eine Rolle gespielt. Bisher war die<br />
Szene wie gesagt höchstens semiprofessionell, die breite Öffentlichkeit<br />
hat die Aktionen zum Beispiel gegen Rassismus oder gegen die<br />
Abschaffung von Stehplätzen nicht wahrgenommen. Eine Ausnahme war da<br />
vielleicht Schalke, die mit den Antifa-Initiativen zusammengearbeitet<br />
haben und den Antirassismus sogar in die Vereinssatzung geschrieben<br />
haben. Inzwischen bekommt eine Initiative wie 15:30 große<br />
Medienaufmerksamkeit und das ganz ohne Kosten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und das Internet? Was für eine Rolle spielen die Neuen Medien bei der Konstituierung von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bei der<br />
Initiative 15:30 konnte der Grad der internen Vernetzung viel höher<br />
getaktet werden. Das Internet bietet solchen Initiativen eine<br />
Verbreitung im Schneeballsystem. Ausserdem öffnet sich hier eine neue<br />
Möglichkeit der Rekrutierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es in der Fußballgeschichte eigentlich ähnliche Beispiele von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bis vor<br />
10, 15 Jahren war das Fußballfan-Millieu konservativ und unkritisch.<br />
Den Fans wurde auch schon damals viel zugemutet, nur hat sich keiner<br />
öffentlich beschwert. Das hat sich erst in dem Maße geändert, in dem<br />
andere gesellschaftliche Schichten in das Fanmillieu Eingang gefunden<br />
haben. Die besser ausgebildeten Fans erhöhen das Protestpotential.<br />
Inzwischen haben es beispielsweise Neonazis schwer, in der<br />
Fußballfan-Szene Fuß zu fassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und wie sieht es mit anderen Sportarten aus? Wäre da eine solche Protestwelle denkbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Zunächst<br />
ist dieser Protest kulturell abhängig. Fußball ist ein<br />
geschlechtsspezifischer Sport aber kein schichtspezifischer. In so fern<br />
gibt es keine vergleichbare Sportart für eine derartige<br />
Protestkommunikation. Der Vergleich liesse sich eher auf der Ebene von<br />
sportlichen Großereignissen ziehen: Formel 1, oder Olympia: da werden<br />
auch regelmäßig breitere Schichten protestierend aktiv.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kommen wir mal vom strukturellen aufs programmatische: warum braucht der Fußball das Geld der Kirchgruppe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Warum<br />
braucht Herr Kirch den Fußball? Es meinen ja alle, auch Leo Kirch, man<br />
bräuchte den Fußball, als Fernsehmarkt-Eintrittsticket. Und da die<br />
Nachfrage das Angebot bestimmt, ist der Fußball entsprechend teuer. Im<br />
internationalen Vergleich nimmt Deutschland da eine durchschnittliche<br />
Rolle ein. Der Grund, warum Leo Kirch nicht reüssiert, ist dass Fußball<br />
immer noch frei zugänglich gesendet wird. Eigentlich gibt es inzwischen<br />
einen ökonomischen Zwang, die Spiele nur noch kodiert zu senden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sehnen sich also die Aktiven von 15:30 nach einer Utopie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Fußball<br />
ist beides: Big Business und Traumwelt. Ohne die Idee von der<br />
Fan/Verein-Idylle funktioniert der Fußball nicht. Die Sehnsucht nach<br />
authentischem Sport ergänzt sich ja durch den Wunsch der Fans,<br />
möglichst gute und entsprechend teure Spieler in &quot;ihrem&quot; Verein zu<br />
haben. Die völlige Fußballidylle hat es so auch früher nie gegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Manager und Fernsehleute argumentieren der Initiative 15:30 gegenüber,<br />
dass die Gruppe der reisenden Fans im Vergleich zu den<br />
Fernsehzuschauern verschwindend ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, es<br />
gibt zwei Fangruppen. Aus rein ökomomischen Gruppen spricht nichts für<br />
die Fan-Folklore. Aber der Fußball lebt auch ganz stark von der<br />
Inszenierung und welcher Fernsehzuschauer will schon Spiele sehen, bei<br />
denen niemand mehr im Stadion sitzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was kann man von dem im Mai stattfindenden runden Tisch erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Runde<br />
Tische haben in Deutschland ja eine sehr positive Tradition&#8230;<br />
Interessanterweise gab es schon vor 3-4 Jahren mal eine Kampagne gegen<br />
die Montagsspiele. Kirch hatte die Rechte für die 2. Bundesliga gekauft<br />
und um diese zu vermarkten, gab es ein fanunfreundliches<br />
Montagabendspiel. Über die Fanzines wurde zum Protest der Produkte<br />
aufgerufen, die diese Spiele über Werbung finanzierten. An einem runden<br />
Tisch überredete man damals die Fans, den Boykott einzustellen, weil er<br />
&quot;ihren&quot; Vereinen ökonomisch schadet. Ich sehe diesen Runden Tisch als<br />
ein Zeichen. Man signalisiert den Fans, dass man sie wichtig nimmt und<br />
hofft, dass es damit getan ist. Was dann passiert, hängt davon ab, wie<br />
lange die Initiative das Niveau durchhält.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und was glauben Sie?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Es handelt<br />
sich ja um &quot;après-le-travail-Protest&quot;, also um Feierabendprotest. Da<br />
kann es sein, dass einige Leute wegbrechen. Dafür spricht, dass die<br />
Initiative es schon geschafft hat, sehr massenwirksam zu sein. Dadurch<br />
identifizieren sich viele mit dem Protest. Übrigens hat die Initiative<br />
15:30 auf jeden Fall etwas ganz neues geschafft: es ist die erste große<br />
vereinsübergreifende Initiative. Eine Tendenz, die übrigens aus<br />
Großbritannien kommt, dort haben solche Fanorganisationen eine etwas<br />
größere Tradition. Hierzulande hatten sich die Fans der einzelnen<br />
Vereine verbal eher wenig mitzuteilen, das hat sich mit der Initiative<br />
15:30 erstmals geändert. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Interview. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Gerne&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aktive Bürgergesellschaft &#8211; mehr Mensch, weniger Staat?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/aktive_buergergesellschaft_mehr_mensch_weniger_staat-680/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[shirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Stangl]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Einsatz, Einfallsreichtum und Entschlossenheit contra wachsende soziale Kälte?<br />
Die CSU- Landtagsfraktion will mit ihrer Initiative &#34;Aktive Bürgergesellschaft&#34; dem
zunehmenden Egoismus und der steigenden Gewaltbereitschaft durch mehr Partizipation
des Einzelnen im alltäglichen Leben entgegenwirken.<br />
Am Freitag fällt in München der Startschuß, doch auch diejenigen, die sich nicht in
der Nähe des &#34;Weißwurst- Äquators&#34; befinden, können den Einführungskongress unter
<a href="http://www.aktive-buergergesellschaft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Aktive Bürgergesellschaft</a>
live verfolgen.<br />
Das Netz, oft als zu anonym
verschrien, ermöglicht hier, dass jeder seinen Teil zu dieser &#34;menschlichen&#34; Aktion
beitragen kann.<br />
politik-digital hat mit Franz Stangl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der CSU
Landtagsfraktion, über das Projekt geredet.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Einsatz, Einfallsreichtum und Entschlossenheit contra wachsende soziale Kälte?<br />
Die CSU- Landtagsfraktion will mit ihrer Initiative &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; dem<br />
zunehmenden Egoismus und der steigenden Gewaltbereitschaft durch mehr Partizipation<br />
des Einzelnen im alltäglichen Leben entgegenwirken.<br />
Am Freitag fällt in München der Startschuß, doch auch diejenigen, die sich nicht in<br />
der Nähe des &quot;Weißwurst- Äquators&quot; befinden, können den Einführungskongress unter<br />
<a href="http://www.aktive-buergergesellschaft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Aktive Bürgergesellschaft</a><br />
live verfolgen.<br />
Das Netz, oft als zu anonym<br />
verschrien, ermöglicht hier, dass jeder seinen Teil zu dieser &quot;menschlichen&quot; Aktion<br />
beitragen kann.<br />
politik-digital hat mit Franz Stangl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der CSU<br />
Landtagsfraktion, über das Projekt geredet.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kam die Idee &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; zu stande?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Entstanden ist die Debatte durch tiefgründige Überlegungen von Herrn Glück<br />
vor einigen Jahren, warum trotz immer höheren Mittel- und<br />
Steuergeldereinsatz die Gesellschaft nicht zwangsläufig &quot;wärmer&quot; sondern<br />
eher als noch &quot;kälter&quot; empfunden wird. Also die Einsicht, dass der Staat<br />
nicht alles regeln und lösen kann. Im Prinzip eine Rückbesinnung auf die<br />
Leistungsfähigkeit der kleineren Einheiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was beinhaltet die<br />
&quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; genau und welches Ziel<br />
wird primär verfolgt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Herr Glück &#8211; der ja auch der Vorsitzende der Grundsatzkommission der CSU ist,<br />
hat sich dann in vielen Gesprächen (in der CSU, in Verbänden, in<br />
Hilfsorganisationen, mit Ehrenamtlern und bei Symposien zu diesem Thema) ein<br />
Grundkonzept zurecht gelegt, dass jetzt wiederum in breiten Schichten der<br />
Gesellschaft diskutiert werden soll. Der Freitag ist sozusagen der<br />
Startschuss. Das neue  Internetangebot soll denen, die sich engagieren wollen, Motivation<br />
und Unterstützung sein. Das soll sich dynamisch zu einem<br />
Portal entwickeln, bei dem man Ideen für eignes Engagement,<br />
Fortbildungsangebote, rechtliche Tips und so weiter abrufen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wurde die &quot;mehrjährige Diskussion<br />
über ein gesellschaftspolitisches Konzept&quot;<br />
nur CSU-intern geführt oder waren auch Bürger beteiligt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Ziel der &quot;Aktiven Bürgergesellschaft&quot; ist es, die Menschen zu<br />
Eigenengagement und<br />
Übernahme von Verantwortung anzuregen. Gleichzeitig muss der Staat<br />
überlegen, wie er sich beschränken kann und die nötigen Freiräume schaffen<br />
kann. Es kann nicht nur jede(r) Büger(in) partizipieren, es sollte im<br />
Idealfall sogar jeder.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Soll es dieses Dialog- Forum nur in Bayern geben oder ist geplant,<br />
es auch auf Bundesebene auszuweiten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Ob das ein Modell für eine bundesweite Inititiative ist? Wir denken schon.<br />
Herr Glück arbeitet seit 1997 konzentriert an diesem Thema. Wir stellen<br />
fest, dass es jetzt eine solche Debatte auch bei der CDU (am Montag hat dort<br />
das Präsidium ein Papier &quot;Zur Stärkung der kleineren Einheiten&quot; beschlossen),<br />
Gerhard Schröder hat in &quot;Der Zeit&quot; einen langen<br />
Namensartikel zur &quot;Zivilgesellschaft&quot; geschrieben und auch die FDP hat<br />
ähnliche Ansätze entwickelt. Sie sehen, das Thema ist im Kommen. Aber wir<br />
erheben schon den Anspruch, bei der Debatte am weitesten zu sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kann jeder interessierte Bürger partizipieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl</b> Der Kongress mit Live-Stream am Freitag soll &#8211; wie unser geliebter Roman<br />
Herzog das sagen würde &#8211; einen &quot;Ruck&quot; geben. Wir wünschen uns eine breite<br />
Debatte und setzen dabei besonders stark auf das Internet. Denn gerade das<br />
Internet ist im Prinzip das Ideal für eine &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot;:<br />
Gleichberechtigung, Vernetztes Denken, starke kleine Einheiten statt<br />
Zentralismus, Eigeninitiative statt obrigkeitliche Strukturen &#8230;<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Football&#039;s coming home: Die Pro 15.30 Initiative</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/mitten-ins-netz-die-initiative-pro1530/footballs_coming_home_die_pro_15_30_initiative-658/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kwahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht
der Sonntags-Fußball.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans<br />
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.<br />
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der<br />
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht<br />
der Sonntags-Fußball.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;DFB, Du Hure Kirchs &#8211; Gib uns unser Spiel zurück&quot; oder &quot;Schalke und<br />
Bayer 04 wollen wir samstags um halb vier&quot; schallt es neuerdings aus<br />
den Fußball-Stadien. Landesweit haben sich Fußball-Fans aller Vereine<br />
organisiert und der Kommerzialisierung ihres Lieblingssportes den Kampf<br />
angesagt. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen der Deutsche Fußball-Bund<br />
(DFB) sowie der Fernsehsender Premiere, Inhaber der Übertagungsrechte,<br />
die für die Zerstückelung der Spieltage verantwortlich gemacht werden.<b> </b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dass es plötzlich überall gut<br />
organisierte Protestaktionen gegen die Handhabung von<br />
Bundesliga-Spielen und ihre Übertragung gibt, kommt nicht von ungefähr.<br />
Auch wenn es um Volkssport Nr. eins geht, wissen die Betroffenen sich<br />
übers Internet zu organisieren. Aus vereinzelten Aufrufen in den<br />
Diskussionsforen von <a href="http://www.stadionwelt.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.stadionwelt.de</a> entstand im Januar 2001 die Website <a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.pro1530.de</a>,<br />
mit deren Hilfe seit dem 20. Spieltag bundesweit Protestaktionen<br />
organisiert werden. Seit einigen Wochen geistert die Pro-15.30 Bewegung<br />
auch durch die traditionellen Medien. Die Süddeutsche Zeitung etwa<br />
widmete den Aktionen bereits mehrere Artikel. Macht sich eine weitere<br />
Form von Protestkultur im Netz bemerkbar?<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Forderungen der Fans finden<br />
sich auf der Homepage: Abschaffung des Sonntags als regulären Spieltag,<br />
Festsetzung des Anpfiffs auf 15.30 Uhr, frühzeitige Bekanntgabe der<br />
Spieltermine und Einbezug der Fanbeauftragten der bei der Ansetzung der<br />
Spieltage. Grundsätzlich wollen die Fans erreichen, dass Abend- und<br />
Sonntagstermine nicht mit Spielen belegt werden, die eine Anreise von<br />
mehr als 200 bis 300 km erfordern.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei vielen Begegnungen auf dem<br />
Rasen sind neuerdings Plakate der Pro1530-Bewegung zu sehen. Die<br />
Initiative hat eigentlich keine führenden Köpfe, die die Aktionen<br />
zentral planen. Sämtliche Aktivitäten werden über das Internet<br />
organisiert und dann lokal durchgeführt. So gibt es etwa Logos der<br />
&quot;Bewegung&quot; zum Herunterladen. Was die Anhänger konkret mit ihnen<br />
anfangen, bleibt ihren selbst überlassen. Ob sie sich T-Shirts drucken<br />
lassen oder Flugblätter verteilen, primäres Ziel ist es, die Blicke der<br />
Öffentlichkeit auf sich zu lenken.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bisheriger Höhepunkt waren die<br />
Proteste zum 27. Spieltag, an dem in vielen Stadien auf den Unmut der<br />
Fans aufmerksam gemacht wurde. Beim Spiel des FC Bayern gegen Bremen<br />
waren 20 000 Papptafeln im Münchner Stadion ausgelegt worden. Sie<br />
wurden während des Spiels hochgehalten und ergeben so den Schriftzug<br />
&quot;15:30&quot;. Häufig sind auch Kooperationen verschiedener Fanklubs durchs<br />
Netz zustande gekommen. Bielefelder Arminia-Fans wurden etwa mit<br />
Flugblättern aus Hamburg unterstützt.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und das Konzept scheint<br />
aufzugehen. Mittlerweile haben sich führende Köpfe aus Politik und auch<br />
die Fußballgötter mit den Pro1530ern beschäftigt: Selbst<br />
Bundespräsident Johannes Rau äußerte sich in einem Interview mit dem<br />
Fußball-Magazin im Kicker: &quot;Die Bundesliga ist für mich das Herz des<br />
Fußballs! Sie lebt von den Besuchern im Stadion. Sie lebt von den<br />
Ereignissen, nicht von der Wiedergabe der Ereignisse. Die Stimmung im<br />
Stadion ist durch nichts zu ersetzen. Wenn man aber glaubt, nur das<br />
Fernsehen mache den Fußball zum Ereignis und bringe ihm seine<br />
gesellschaftliche Rolle, dann irrt man.&quot;<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einem Interview mit der<br />
Zeitschrift Hörzu meinte Karl-Heinz Rummenigge: &quot;Wir alle [&#8230;] haben<br />
in den letzten Jahren zu sehr ans Geld gedacht&quot;. Uli Hoeneß betonte im<br />
Münchner Merkur:&quot;Der Fan im Stadion ist für mich das Wichtigste. Wenn<br />
sich herausstellt, dass durch die Samstagabend- und Sonntagsspiele<br />
weniger Zuschauer ins Stadion kommen, muss das zurückgeschraubt werden,<br />
auch wenn der Sender den Vereinen wichtiges Geld gibt.&quot; Noch dratischer<br />
formulierte es Rudi Völler, Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft:<br />
&quot;Wir müssen diesen Protest sehr ernst nehmen. Die Fans sind die Kunden.<br />
Ohne sie geht nichts!&quot;. Und in der Tat haben einige ganz konsequente<br />
Fans auch bereits ihre Premiere-Decoder aus Protest an der Kirch-Gruppe<br />
zurückgegeben.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der zweiten Maiwoche sollen Vertreter des Initiative, des Deutschen Fußball-Bundes und der Kirch-Gruppe an<br />
einem Runden Tisch zusammentreffen und einen für alle Beteiligten akzeptabeln Kompromiss erzielen. Um den Ausgang<br />
der Gespräche nicht zu beeinflussen, wird der genaue Termin und Ort der Gespräche nicht bekanntgegeben.<br />
Dass hinter Pro1530 wirklich eine Massenbewegung steckt, bezweifeln jedoch noch einige wichtige<br />
&quot;Fußball-Köpfe&quot;.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Borussia Dortmunds Manager<br />
Michael Meier beurteilte die Initiative Anfang April im Spiegel wie<br />
folgt: &quot;Hier haben ein paar Leute auf eine sehr intelligente Weise im<br />
Internet Forderungen aufgestellt, hinter denen wahrscheinlich die<br />
wenigsten Fußballfans wirklich stehen. Da ist eine Lawine losgetreten<br />
worden, die Fans wurden instrumentalisiert. Und jetzt machen viele nur<br />
mit, weil alle das tun, und denken nicht mehr nach, was sie eigentlich<br />
erreichen wollen.&quot; Ob sich diese Einschätzung nicht als nicht eine<br />
Abseitsfalle entpuppt, wird sich nach dem Runden Tisch zeigen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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