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	<title>Inklusion &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Drei Mythen zur inklusiven Schule</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Sep 2017 07:50:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[eDeutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>e<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg" alt="wheelchair-538138_1920" width="640" height="309" /></a>Deutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Dazu gehört der gemeinsame Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung. Allerdings verläuft die Umsetzung sehr schleppend; an vielen Stellen regt sich Widerstand, der sich zum Teil auf strittige Annahmen stützt. Mythen zum Thema gibt es viele, doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Drei Mythen zur inklusiven Schule.</p>
<h3>Mythos 1: ‚Inklusion ist teuer&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Dass schulische Inklusion erstmal mit Mehrkosten verbunden ist, liegt auf der Hand: zusätzliche Sonder- und Sozialpädagogen werden gebraucht, Baukosten fallen an. Und auch die Praxis zeigt: Inklusion kostet Geld. In Nordrhein-Westfalen haben die Grünen für den Zeitraum 2010-2019 1,2 Milliarde Euro für die Umsetzung angesetzt. In Hamburg hat man seit 2010 viele zusätzliche Lehrkräfte angestellt: 450 direkt für die Inklusion, 950 allgemeine zusätzliche Lehrer und 30 für spezielle Förderschulen.</p>
<p dir="ltr">Doch die Kostenfrage ist komplizierter als oft angenommen. So ist der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems teuer, doch nehmen die Kosten mit der Zeit ab. Am Beispiel Nordrhein-Westfalen sind etwa 37,8 Millionen Euro pro Jahr angesetzt, doch ergeben sich nach einigen Jahren finanzielle Handlungsspielräume. Jede Förderschule, die mit der Zeit nicht mehr gebraucht wird, setzt 200.000 Euro frei.</p>
<p dir="ltr">Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat sich den Kosten verschiedener Inklusions-Ansätze gewidmet. Die Studie zeigt: Der Erhalt der bisherigen Doppelstruktur kostet zusätzliche 660 Millionen Euro, während die Umverlagerung der Ressourcen und Kompetenzen der Förderschulen an die allgemeine Schulen mit keinem zusätzlichen finanziellen Mehraufwand verbunden wäre. Die Lösung scheint auf der Hand zu legen: Die Doppelstruktur abschaffen. Allerdings gilt auch das Wahlrecht der Eltern, das Eltern entscheiden lässt, ob sie ihre Kinder in separate Institutionen oder in Inklusionsschulen schicken wollen. Eine komplette Abschaffung der Doppelstruktur ist deshalb nicht möglich.</p>
<p dir="ltr">Zu beachten ist, dass bei den Kosten oft  die außerschulischen Folgen von sonderpädagogischen Schuleinrichtungen unberücksichtigt bleiben. Ein Großteil der Schüler_innen an sonderpädagogischen Einrichtungen verlässt die Schule ohne Abschluss. Fehlende Bildung erhöht die Wahrscheinlichkeit, später von Transferleistungen abhängig zu sein. Vor allem Schüler_innen mit Lernproblemen, die größte Gruppe in sonderpädagogischen Einrichtungen, profitieren von der inklusiven Schule. Mit Schulabschluss haben sie bessere Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Der erschwerte Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Arbeitsmarkt mindert das Bruttoinlandsprodukt. Das bedeutet, dass Inklusion sowohl volkswirtschaftlich sinnvoll, als auch sozial nachhaltig ist.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion bedeutet finanzielle Ausgaben, doch verringert sie gleichzeitig auch die Abhängigkeit von sozialen Hilfesystemen und bringt mehr ausgebildete Arbeitskräfte hervor. Eine Frage, auf die wir als Gesellschaft in diesem Zusammenhang eine Antwort finden müssen, ist, ob Geld in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein ausschlaggebender Faktor bei der Schaffung einer inklusiven Gesellschaft sein sollte. Wichtig ist, dass das Wahlrecht der Eltern in der Frage der Doppelstruktur berücksichtigt werden muss.</p>
<h3>Mythos 2: “Inklusion wird auf dem Rücken leistungsfähiger Schüler_innen umgesetzt&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Für diesen Mythos ist es hilfreich, die Annahmen hinter der Aussage anzuschauen. Die Aussage setzt erstens voraus, dass es im “regulären&#8221; Klassenzimmer generell zwei Gruppen gibt: eine große, homogene Gruppe, die im Unterricht mehr oder weniger gut mitkommt, und eine zweite, die Leistungsfähigen, die mehr können. Unser aktuelles Schulsystem selektiert Schüler_innen in verschiedene, vermeintlich homogene Leistungs-Gruppen, wodurch Lernen effektiver möglich sein soll. Es wird angenommen, dass alle in ihrem passenden Lernumfeld gut mitkommen und die Leistungsfähigen zumindest mit guten Noten belohnt werden. Bei der Inklusion, so die zweite Annahme, wird das Leistungsniveau aller Schüler_innen “nach unten” an die Hilfsbedürftigen angepasst.</p>
<p dir="ltr">Die erste Annahme deckt ein falsches Inklusionsverständnis auf. Die Annahme von fächerübergreifend mehr oder weniger homogenen Gruppen leugnet fachspezifische Stärken und Schwächen von Schüler_innen. Schüler_innen, die in manchen Fächer nicht mitkommen und sich in anderen langweilen oder mehr wissen wollen. Die Segregation in verschieden Schulformen verstärkt diesen Effekt. Inklusion sollte als Chance gesehen werden, individuelle Förderung in einem gemeinsamen Raum zu ermöglichen. Leistungsfähige Schüler_innen würden hier nicht weniger gefördert werden, sondern ganz im Gegenteil: jeder Schüler wird im angemessenen Niveau unterrichtet, somit bietet inklusiver Unterricht gerade für leistungsfähige Schüler_innen die Möglichkeit, ihre Talente und Interessen zu entfalten.</p>
<p dir="ltr">Die zweite Annahme ist die berechtigte Befürchtung, dass sich das allgemeine Leistungsniveau an den Schwächsten ausrichtet. Die Praxis zeigt aber, dass dies nicht unbedingt geschieht. Eine durchwege Vereinfachung des Schulstoffes sollte vermieden werden. So sind ein leistungsfähiges Schulsystem und Inklusion kein Widerspruch in sich, wie das folgende Modell zeigt:</p>
<p dir="ltr">Auf Rügen wird seit 2010 das <a href="https://www.rim.uni-rostock.de">Rügener Inklusionsmodell</a> (RIM) umgesetzt. Es verbindet Prävention und Integration. Die Schüler_innen werden über das Schuljahr hinweg gescreent, um Risiken in einzelnen Schulfächern oder Kernkompetenzen zu identifizieren. Wöchentliche Tests helfen beim Erfassen des Wissenstandes der Kinder. Anhand dessen werden Kinder in drei Förderebenen eingeteilt, die auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes eingehen. Die Intensität und Spezifität der Fördermaßnahmen unterscheidet sich in allen drei Ebenen und ermöglicht individuelles Lernen im gemeinsamen Raum. Das System hat bisher positive Ergebnisse hervorgebracht. Während keine negativen Auswirkungen auf die schulische Leistung der anderen Schüler_innen zu beobachten waren, wirkte es sich positiv auf die Leistungen der förderbedürftigen Kinder aus. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung traten ebenfalls positive Effekte auf. Ein <a href="https://www.papilio.de/papilio_sozial-emotionale-kompetenz.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bereich</a>, der erst in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Stimmt so nicht. Die Daten zeigen, dass Inklusion keine negativen Auswirkungen auf die Schulleistungen von Kindern hat. Sie kann eventuell auch positive Auswirkungen haben, da individueller gefördert werden kann. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung scheint Inklusion ebenfalls positive Auswirkungen zu haben.</p>
<h3>Mythos 3: “Das ist mit unserem Bildungssystem nicht vereinbar”</h3>
<p dir="ltr">Durch den deutschen Föderalismus ergibt sich die Situation, dass Inklusion auf das jeweilige Schulsystem angepasst und neu durchdacht werden muss. In den Bundesländern sind verschiedene Schulformen für die Inklusion verantwortlich. So übernehmen in Baden-Württemberg die Gemeinschaftsschulen Inklusion, während gleichzeitig ein mehrgliedriges Schulsystem erhalten bleibt. In Hamburg gibt es seit 2010 die Stadtteilschule, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen und die Aufbaugymnasien zusammengeführt wurden. Dort lernen schon länger alle Schüler_innen gemeinsam. Inklusion geht daher immer mit dem Abbau von separaten Institutionen einher. Es ist richtig, dass Inklusion schwer vereinbar ist mit einem Schulsystem, das früh versucht, Schüler_innen in vermeintlich homogene Gruppen zu separieren. Dies zeigt sich auch in der Exklusionsquote: während in Hamburg 4.2% aller Schüler_innen in separaten, sonderpädagogischem Institutionen unterrichtet werden, sind es in Baden-Württemberg 5,0%.</p>
<p dir="ltr">Wenn konsequent umgesetzt, hat Inklusion daher auch tiefgehenden Einfluss auf die Organisation des Regelschulsystems. Wann und unter welchen Umständen gemeinsames Lernen hilfreich ist, muss im spezifischen Fall behandelt werden. Erfolg kann Inklusion nur haben, wenn eine ausreichende Finanzierung für die Übergangsphase bereitgestellt wird. Fest steht aber, dass eine Zusammenlegung der beiden Systeme Vorteile für die Schüler_innen haben und im Endeffekt sogar kosteneffektiv sein kann (siehe Mythos 1 + 2).</p>
<p dir="ltr">Oft wird angenommen, dass ein leistungsfähiges, mehrgliedriges Schulsystem und ein inklusives Schulsystem widersprüchlich sind. Doch Beispiele wie auf Rügen (siehe Mythos 2) zeigen, dass dies nicht der Fall sein muss. Vielmehr stellt sich insgesamt die Frage, welche Werte und Einstellungen mit einem mehrgliedrigen Schulsystem aufrechterhalten werden und welche gesellschaftlichen Folgen das hat. Selektion schafft exklusive, kostenaufwändige Räume. Der Mythos ihrer einzigartigen Effizienz wird von vielen Seiten weiterhin verteidigt, auch wenn immer mehr inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen unter den richtigen Konditionen funktionieren kann.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion ist nicht mit einem selektiven Bildungssystem vereinbar. &#8220;Unser&#8221; Bildungssystem gibt es aber so erstmal nicht. Wer Inklusion umsetzen will, muss exklusive Räume abschaffen. Inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen funktionieren kann und dass sie leistungsfähige Schüler_innen hervorbringen können.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/Stefan_Schranz-594890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan_Schranz</a> on <a class="external" href="https://pixabay.com/de/rollstuhl-behindert-sport-aktiv-538138/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: HelveticaNeue;"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Das PIKSL Projekt als Beispiel digitaler Inklusion</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Aug 2017 07:36:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153095" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg" alt="13392052_920387604754009_9001369434041649745_o" width="640" height="315" /></a>Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein solcher Raum aussehen und wie kann man ihn nutzen? Das PIKSL-Labor in Düsseldorf macht es vor.</p>
<p>&#8220;Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben&#8221;, kurz <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a>, ist ein Projekt der <i>In der Gemeinde leben gGmbH</i> (IGL). Das PIKSL-Labor ist ein offener Raum, in dem Menschen mit geistiger Behinderung Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien bekommen. Dies soll ihnen selbstbestimmte, digitale Teilhabe ermöglichen. Laborant_innen erlernen bei PIKSL zum einen den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien, bringen aber auch Senior_innen und Einsteiger_innen in Computerkursen den Umgang mit digitalen Medien bei. Ein weiterer Bestandteil des Projekts PIKSL ist die Zusammenarbeit  von Laborant_innen  mit Fachleuten, um neue Lösungsansätze zu entwickeln. Zusammen wollen sie Komplexität und Barrieren abbauen.</p>
<p>Das PIKSL-Labor ist Ort der Begegnung und der Interaktion. Durch menschliche Nähe sollen hier innovative Kommunikationskonzepte entstehen. Dies zeigt sich unter anderem im Design des Raumes im Düsseldorfer Stadtteil Flingern, der von Multifunktionalität und Design mit inklusivem Charakter geprägt ist.</p>
<h3>Der Inklusive Raum: vom Konzept zur Umsetzung</h3>
<p>Beim Betretenen des Raumes erinnert das puristische Design von PIKSL an ein Coworking Space. Der Raum ist hell, schlicht und einladend. Er soll stigmatisierungsarm sein, also keine stereotypen und negativen Assoziationen hervorrufen. Wenn man einen Ort schaffen will, der inklusiv ist, ist das auch eine praktische Angelegenheit, in der Mobiliar, Ausstattung und Architektur in Betracht gezogen werden müssen.</p>
<p>Der selbst entwickelte fahrbare und höhenverstellbare Computer-Arbeitstisch ist ein Beispiel für Multifunktionalität. Das Universal Design-Produkt <a href="http://www.mo-der-tisch.de/piksl-labor.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mo</a> wurde in einem Design-Workshop mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Er wird in Handarbeit von Menschen mit Behinderung produziert und wird jetzt auch online verkauft. Universales Design beschreibt die Gestaltung eines Raumes oder eines Produktes,sodass ihn viele Menschen ohne weitere Unterstützung oder Anpassung nutzen können. Der Tisch ist so gestaltet, dass er sich auch für Menschen im Rollstuhl eignet.. Die Tische kann man individuell zusammenstellen- der Raum ist dadurch flexibel nutzbar: ob für Workshops, Kurse oder einfach nur als sozialer Treffpunkt.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-153143 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg" alt="piksl_labor_raumansicht" width="640" height="301" /></a></p>
<p>Zur Ausstattung des Raumes gehören auch Computer mit drei verschiedenen Betriebssystemen: Windows, OS X und Ubuntu. Jeder soll entscheiden können, womit er am besten zurecht kommt. Jedes Betriebssystem hat Vorteile: so sind bei OS X die Benutzerhilfen wie zum Beispiel die Vorlesefunktion leicht zu finden, während Ubuntu ein Open Source-Produkt ist. Wichtig ist, dass die Leute bei PIKSL mit einem Betriebssystem arbeiten, das sie auch zuhause benutzen können.</p>
<p>Die L-Form des Raumes ermöglicht, dass es auch einen separaten Offline-Bereich gibt. In diesem sozialen Raum wird geredet,  Kaffee getrunken oder zusammen gegessen. Der Standort von PIKSL ist ebenfalls kein Zufall: nicht am Stadtrand, sondern mitten im bunten Düsseldorfer Stadtteil Flingern befindet sich das Gebäude. Das ehemalige Arbeiterviertel ist von einer heterogenen Bevölkerungsstruktur geprägt. Hier treffen sanierte Altbauten, besetzte Häuser, Studenten-WGs und deren Bewohner_innen aufeinander. Die Integration in einen belebten Stadtteil bedeutet, dass eine Vielzahl an Menschen das PIKSL-Projekt wahrnehmen und selbst ein Teil davon werden: Schüler_innen machen hier ihre Hausaufgaben, Anwohner_innen kommen vorbei, um etwas auszudrucken oder gucken einfach nur neugierig beim Vorbeilaufen.</p>
<h3>Menschen mit Lernbehinderung im Mittelpunkt</h3>
<p>Bei PIKSL sind Menschen mit geistiger Behinderung unter anderem Expert_innen. Zum Beispiel in den 8-wöchigen Computerkursen, die das PIKSL-Labor anbietet. Dort bringen sie Senior_innen und PC Einsteig_innen den Umgang mit Computern bei. Am Anfang des Kurses wird gemeinsam ein Plan erstellt, der auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer_innen abgestimmt ist. In einer 15-minütige WDR Doku über PIKSL erzählt die Teilnehmerin Helga Sökefeld von einem VHS-Kurs, sich an Anfänger_innen richtete, aber nicht das richtige Tempo für sie hatte. Wenn jemand weiß, wie schwierig die ersten Schritte mit einem Computer sein können, wenn Dinge zu schnell, zu umständlich oder kompliziert erklärt werden, dann die Menschen vom PIKSL-Labor. Hier brillieren sie durch ihre Geduld und ihre Fähigkeit, älteren Menschen Schritt für Schritt den Computer näher zu bringen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153145 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7-305x145.jpeg" alt="Werbung_Senioren_7" width="305" height="145" /></a>Diese Computerkurse sind nur ein Beispiel von vielen Projekten, welche die Laborant_innen ins Zentrum der Lernkultur bei PIKSL stellen. Ein solcher Ansatz möchte nicht nur Teilhabe an digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen, sondern auch interdisziplinär Barrieren abbauen. Das PIKLS-Labor ist ein Ort, an dem sich Menschen mit Lernbehinderungen in verschiedenen Rollen erleben können: mal als Vermittler_in, mal als Nutzer_in, mal als Expert_in. Sie sollen am Erfolg des Projekts teilhaben, gleichzeitig aber auch bei der Forschungs- und Entwicklungsarbeit dabei sein. Begleitet werden sie dabei von weiteren Expert_innen, die ihr spezielles Fachwissen situativ einbringen. Ob ein Glossar für leichte Sprache, bei dem die Nutzer_innen mitmachen und komplexe Wörter melden können, oder die Entwicklung eines Content Management Systems, das Menschen mit geistiger Behinderung das digitale Publizieren vereinfacht: nie sind die Menschen, um die es geht, an der Peripherie. Nie ist ihre Behinderung Teil des Problems, sondern wird als Ressource verstanden, die bei der Entwicklung von Lösungsansätze eine zentrale Rolle spielt. Die Laborant_innen sind zum ersten Mal direkt in Gestaltungsprozessen involviert. Darin unterscheidet sich PIKSL-Labor von anderen Projekten und Initiativen.</p>
<h3>Anhaltende Positive Entwicklungen</h3>
<p>Die Einzigartigkeit von PIKSL zeigt sich auch am erfolgreichen Projektverlauf: 2015, nur 5 Jahre nach Start des PIKSL-Projektes und vier Jahre nach der Eröffnung in Düsseldorf, entstand ein zweites in Bielefeld. Zahlreiche Preise hat das Projekt gewonnen: zwei internationale Auszeichnungen der Vereinten Nationen für &#8220;Innovative Practise 2016&#8221;, vom Land Nordrhein-Westfalen wurde es als &#8220;Ort des Fortschritts&#8221; ausgezeichnet. Um mehr Menschen digitale Teilhabe zu ermöglichen, sollen nun noch mehr PIKSL-Labore entstehen. Die SKala-Initiative fördert deshalb seit November 2016 die Skalierung von PIKSL-Laboren. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bis zum Jahr 2020 etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Kulturen sowie Katastrophenhilfe. Nach dem ersten Schritt einer Machbarkeitsstudie, wird nun auch die Verbreitung von PIKSL-Laboren gefördert.</p>
<h3>Nachhaltiges Konzept, auch außerhalb des Labors</h3>
<p>Der Erfolg des Projektes ist nicht überraschend: der Lösungsansatz von PIKSL ist genauso nachhaltig wie ermächtigend. So sind ethische Fragestellungen und Datenschutz individuell immer wieder Thema. Das offene WLAN bei PIKSL ist für jede_n zugänglich. Die Teilnehmer_innen werden über die Netiquette, die Regeln des Miteinanders aufgeklärt und lernen, damit umzugehen oder darüber zu diskutieren. Sie sollen selbst Kompetenzen erwerben, die ihnen ein selbständigen und selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien ermöglichen. Barrieren abbauen bedeutet eben auch, die Abhängigkeit von professionellen Hilfesystemen zu reduzieren.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153153 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor-305x145.jpeg" alt="Besprechung im PIKSL Labor" width="305" height="145" /></a>Der Ansatz des PIKSL-Labors zielt nicht nur auf die dort beschäftigten Laborant_innen ab. Das Labor bietet auch inklusive Firmen-Trainings an, die Einfühlungsvermögen, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen und Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit eines Teams stärken sollen. So wirkt das PIKSL-Projekt als transformative Kraft nach außen. Das Projekt ist wichtiges Beispiel dafür, wie Inklusion aussehen und wie die Wahrnehmung und das Selbstverständnis einer marginalisierten Gruppe durch ein Projekt zum Positiven verändert werden kann. Es zeigt außerdem das gesamtgesellschaftliche Potential, das inklusive Räume haben können, denn am Ende profitieren alle Seiten von Inklusion.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten.</p>
<p>Bilder: Copyright by <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000;font-family: HelveticaNeue"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Ein Gespräch über barrierefreie Kommunikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 11:11:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8220;Teilhabe für Alle ist eine utopische Vorstellung&#8221; &#8211; diesen Satz hört man häufiger, wenn es um Inklusion geht. Doch wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016_inklusion_tourismus_weiland_highres_225.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152993 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016_inklusion_tourismus_weiland_highres_225.jpg" alt="Mit Gebaerdensprache im Deutschen Historischen Museum" width="640" height="315" /></a>&#8220;Teilhabe für Alle ist eine utopische Vorstellung&#8221; &#8211; diesen Satz hört man häufiger, wenn es um Inklusion geht. Doch wie sehen Betroffene das? Wir haben uns mit Wille Felix Zante, Aktivist und Autor bei der Deutschen Gehörlosenzeitung getroffen, um über barrierefreie Kommunikation zu reden und die Möglichkeiten der digitalen Inklusion zu konkretisieren.</p>
<p>Inklusion ist ein häufig verwendetes und gleichermaßen unscharfes Konzept &#8211; oft wird es widersprüchlich und unterschiedlich verwendet. Der Begriff ist ebenso vielfältig und wandelbar wie die Gruppen, denen eine gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden soll. Hinzu kommen unter dem Stichwort digitale Inklusion neue Möglichkeiten, die durch die digitale Revolution entstanden sind. <strong><span style="font-weight: 400">Doch ist es überhaupt sinnvoll, Inklusion und digitale Inklusion zu unterscheiden? Wann ist Inklusion &#8220;digital&#8221; und wann nicht? Welche Akteure müssen zusammenkommen, damit Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann? Ein Gespräch über digitale Inklusion und barrierefreie Kommunikation.</span></strong></p>
<h3>Gehörlosenzeitung &#8211; Sprachrohr der Gehörlosen-Community</h3>
<p dir="ltr">Gebärdensprache als gemeinsamer Nenner: Seit 1950 publiziert <a href="http://gehoerlosenzeitung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Zeitschrift unter dem heutigen Namen</a> rund um das Thema Gehörlosenkultur. Ob Geschichten über gehörlose Menschen, politische Aktionen oder die Aktivitäten des Deutschen Gehörlosenbunds: die Zeitschrift berichtet über Themen, die zur Zeit in der Community wichtig sind. „Die Gehörlosenzeitung richtet sich an alle, die sich für Gebärdensprache interessieren“, erläutert Zante die Zielgruppe. „Ich denke, wir werden hauptsächlich von Gehörlosen gelesen. Aber auch von Hörenden, die zum Beispiel Gebärdensprachpädagogik oder Gebärdensprachdolmetschen studieren. Oder von Leuten, die durch ihr Umfeld davon betroffen sind.“ Seit Januar diesen Jahres gibt es die Zeitschrift nun auch als e-paper. Die Überlegung, die Zeitschrift teilweise als Übersetzung in Gebärdensprache in Videoform sowie Teile der Zeitschrift in vereinfachter Sprache anzubieten, wurden intern diskutiert, so Zante. „Ideal wäre es gewesen, das Ganze im kompletten Heftumfang umzusetzen, aber das ist nicht möglich mit unserem Budget, höchstens mit Unterstützung von außen“. Die Ablehnung der Video-Idee hatte mehr praktische Gründe: für eine Seite Text werden ganze 5 Minuten Video benötigt. „Meine Erfahrung ist, dass sich Leute das Video für drei Minuten angucken, länger nicht. Man kriegt dann nicht den gleichen Tiefgang, es ist ein komplett anderes Medium.“. Das schlüge sich auch produktionstechnisch in einem viel höherem Aufwand nieder.</p>
<h3>Barrierefreiheit &#8211; Aufgabe der Gesellschaft oder der Politik?</h3>
<p dir="ltr">Bei dem Begriff Barrierefreiheit denken viele Leute an bauliche Maßnahmen, zum Beispiel Rollstuhlrampen oder Ampelschaltanlagen für blinde Menschen, aber weniger an Gehörlose, die auf sprachliche Inklusion angewiesen sind. Fehlende Untertitel bei Videos, Sprachnachrichten über WhatsApp: digitale Medien sind für Gehörlose nicht per se inklusiv. Zante erinnert sich an Pager, die ersten digitale Kommunikationsmittel noch vor dem Handy. Dann das Internet: „Ich hab ’96 meinen ersten Internetzugang gehabt, da war ich 13 Jahre alt und das hat mir die Welt geöffnet.“ Das vermehrte Auftauchen von Audio-und Videoinhalten im Internet war dann wieder eine starke Ausgrenzung. „Das Internet ist aber nach wie vor sehr schriftlich“ – das hat Vor-und Nachteile, denn für einige Gehörlose stellt Schriftsprache eine Barriere dar. Doch auf Youtube gibt es immer mehr Videos in Gebärdensprache. Film und Fernsehen haben heutzutage Untertitel, auch wenn diese oftmals von schlechter Qualität sind. Seitdem Instagram auch Videos zulässt, ist die App auch ein visuelles Medium für Gehörlose geworden. Das Internet ist also Raum des Austauschs und der Kommunikation für Gehörlose, auch wenn nicht jeder Bereich gleich zugänglich für alle ist.</p>
<p dir="ltr"><div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto-wille-felix-zante.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152983" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto-wille-felix-zante.jpg" alt="foto-wille-felix-zante" width="152" height="179" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Matthias-Storath_Potrait_Interview1.jpg"><br />
</a>Wille Felix Zante, Jahrgang 1984, studierte Gebärdensprache und Amerikanistik. Heute arbeitet er als freier Autor für die Deutsche Gehörlosenzeitung und bietet Studienhilfe, Beratung und Workshops rund um die Themen Gehörlosigkeit, Behinderung und Gebärdensprache an.</p>
<p dir="ltr">Bild von Hannes Wiedemann</div></div>
<p dir="ltr">Wie kann man dieser Ungleichheit entgegenwirken? Entweder die Gesellschaft für digitale Barrierefreiheit sensibilisieren, oder mehr Regulierung vom Staat einfordern? „Ich glaube, am effektivsten wäre eine gesetzliche Verpflichtung. Beziehungsweise eine ganz harte Vorschrift.“ Zante verweist auf die USA, wo der gesamte öffentliche Bereich barrierefrei sein muss. Eine Behörde organisiert dort einen Dolmetscher oder stellt eine Art barrierefreier Kommunikation bereit und übernimmt die Kosten. In Deutschland hingegen lastet es auf der Einzelperson. „In Deutschland ist es so, dass ich ganz unterschiedliche Kostenträger habe und es an mir als Betroffener hängen bleibt, mich darum zu kümmern.“ Den Dolmetscher beim Arzt übernimmt die Krankenkasse, aber gegebenenfalls muss noch ein Antrag bei einer Behörde oder einem Kostenträger gestellt werden; ein großer Aufwand, der an den Individuen hängen bleibt. „Also einfach mal spontan Ausweis abholen geht nicht… also das geht in Berlin sowieso nicht“, lacht Zante. „Aber es ist einfach nochmal schwieriger.“ Es ist deshalb nicht überraschend, dass Zante im Bereich der digitalen Barrierefreiheit klare und strikte gesetzliche Vorschriften fordert. Zwar verpflichtet die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung die Behörden zur digitalen Barrierefreiheit, doch gilt dies nicht für private Internetseiten. Ansonsten gibt es nur Richtlinien, doch diese allein reichen ohne gesellschaftliches Bewusstsein nicht aus.</p>
<p dir="ltr">Einen wesentlichen Grund für dieses mangelnde Bewusstsein sieht Zante in der Schule. „Das Schulsystem ist ja von Natur aus selektiv… es gibt auch Berührungsängste, die nur durch Begegnungen abgebaut werden können.“ Ein inklusiver Ansatz für Gehörlose sieht vor, dass Gehörlose an ‚reguläre‘ Schulen gehen und dort ein Dolmetscher bereitgestellt wird. Das ist ein hoher Kostenaufwand, doch könnte dies sehr effektiv sein: wenn Menschen mit Gebärdensprache in Kontakt kommen, kann das ein Anreiz sein, die Sprache zu lernen, für Schüler, sowohl auch für Lehrer.</p>
<p dir="ltr">Hinzu kommt ein Mangel an Dolmetschern. Auf einen Dolmetscher fallen heute fast 100 Gehörlose, mehr Ausbildungsstellen werden benötigt. Die Inklusion von Gehörlosen an Schulen und Universitäten kann nur gelingen, wenn sich auch das Handeln politischer Institutionen ändert. Dazu muss die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Zum Beispiel die Videotelefonie, die gehörlosen Menschen die digitale Kommunikation durch Gebärdensprache ermöglicht. Auch Video-Dolmetschdienste existieren schon. Leider sind mobile Daten und Internet sehr teuer in Deutschland. „Jetzt gibt es die Möglichkeit. Da muss die Infrastruktur gelegt werden und die Kostenfrage geklärt werden“, fordert Zante. Auch hier zeigt sich: Ohne das entsprechende Handeln politischer Institutionen kann das inklusive Potenzial digitaler Medien nicht voll ausgeschöpft werden.</p>
<h3>Neue (Digitale) Räume</h3>
<p dir="ltr">Durch neue, digitale und nicht-digitale Inklusionskonzepte fällt auch der Raum der Gehörlosenschule als Ort der Begegnung für Gehörlose weg. Dies sehen einige sehr kritisch, Zante vertritt eine andere Position: es gehe auch darum, in der Mehrheitsgesellschaft zu leben und Strategien zu entwickeln, damit umzugehen. Gerade die Inklusion in ‚reguläre‘ Schulen ist ein wichtiger Aspekt. „Ich glaube, es wird eine sehr selbstbewusste Generation heranreifen in den nächsten 10 Jahren, die sich darüber bewusst sind, was sie sind, was sie brauchen.“ Ob das Digitale in diesem Prozess helfen könne? Sie können vieles vereinfachen, man kann mehr Leute erreichen, aber digitale Medien sind keine Zaubertricks, betont Zante. Allem geht ein Bewusstsein und die Bereitschaft voraus, dass man sich für Barrieren sensibilisiert und dann barrierefreie Kommunikationswege schafft. Das Digitale ist ein Tool hierfür, kein Garant. So könne eine WhatsApp Gruppe hilfreich sein, wenn sich alle in der Schriftsprache sicher und wohl fühlen und keine Sprachnachrichten verwendet werden. Allerdings ist ein Medium nicht per se inklusiv &#8211; es ist die Art und Weise, wie es angewandt wird. So fühlen sich viele Gehörlose in der Gebärdensprache wohler. Ähnliches gilt für die Zusammenführung von gehörlosen Schülern und hörenden Schülern: Inklusion beschreibt keine abstrakte Idee, sondern eine Praxis, die sowohl strukturell als auch zwischenmenschlich umgesetzt werden muss. Die Frage, ob gemeinschaftliches und kollektives Denken in einem Schulsystem möglich ist, das auf Selektion und Leistungsdenken aufbaut, ist eine andere. Klar ist aber auf jeden Fall, dass wenn Inklusion erfolgreich umgesetzt werden will, ein kollektiver Wandel stattfinden muss. Dieser muss in der Schule, aber auch in der gesamten Gesellschaft stattfinden.</p>
<p dir="ltr">Inklusion und digitale Medien verändern die Gehörlosen-Community genauso tiefgreifend wie die den hörenden Teil der Gesellschaft. Die Räume, die existieren, verändern sich, ebenso die Art der Kommunikation. So seien Zante zufolge rückläufige Zahlen beim Treffen im Gehörlosen-Clubheim zu beobachten, weil Leute nun über digitale Medien kommunizieren. „Dadurch geht auch der politische Aspekt ein bisschen verloren. Weil das Gehörlosen-Clubheim auch immer eine Interessenvertretung ist.“ Die Gehörlosen-Community organisiert sich im Rahmen der digitalen Revolution neu. Es ist Aufgabe von politischen Entscheidungsträgern, diese Organisation zu unterstützen und mit Gehörlosen neue inklusive Lösungsansätze zu entwickeln und sie mit neuen technischen Entwicklungen zu verbinden.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p dir="ltr">
<p>Titelbild, &#8216;<a href="http://gesellschaftsbilder.de/photo/1349/Mit-Gebaerdensprache-im-Deutschen-Historischen-Museum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Gebaerdensprache im Deutschen Historischen Museum</a>&#8216; by Andi Weiland on <a href="http://gesellschaftsbilder.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesellschaftsbilder.de</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000;font-family: HelveticaNeue"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Auf der Suche nach zeitgemäßer Teilhabe</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 13:28:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153002" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg" alt="7011885443_57667f9640_k" width="640" height="313" /></a><br />
Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; ist es in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit Chancen der Digitalisierung populär geworden. Was aber ist Inklusion eigentlich genau? Welche Konzepte verbergen sich dahinter und welche Veränderungen ergeben sich seit Aufkommen des &#8220;Digitalen&#8221;? Diese Fragen sind der Anlass für eine Artikelreihe, in der wir uns verschiedenen Dimensionen von digitaler und nicht digitaler “Inklusion” anschauen, um einem zeitgemäßen Inklusionsbegriff näher zu kommen.</p>
<p dir="ltr">Wenn man von einer intuitiven Beschreibung hin zu einer treffenden Definition will, merkt man schnell, dass &#8220;Inklusion&#8221; sehr Verschiedenes und teils Widersprüchliches meint. Allgemein betrachtet zielt Inklusion darauf ab, alle möglichen Dimensionen menschlicher Vielfalt wie Gender, Alter, Kultur, sozialer Status oder körperlich-geistige Verfassung anzunehmen und dabei aufkommende Hürden zu bewältigen. Inklusions-Konzepte möchten anerkennen, dass für verschiedene Gruppen verschiedene Herausforderungen bestehen. Dabei wird “Inklusion” oft normativ als ein Ziel verstanden, an das es anzukommen gilt. Diese Konzeption limitiert den Begriff aber auf einen erreichbaren Idealzustand und lässt außer Acht, dass es sich bei Inklusion letztlich vielmehr um einen dynamischen Prozess handelt. Versteht man Inklusion als gesellschaftlichen Prozess, geht es dabei um eine kontinuierliche Aushandlung von Einstellungen und Handlungen einer Gesellschaft, einschließlich ihrer politischen Institutionen, gegenüber bestimmten Gruppen.</p>
<h3>Inklusion und das Digitale</h3>
<p dir="ltr">Durch die digitale Revolution sind neue Formen der Teilhabe entstanden, doch haben haben nicht alle gesellschaftliche Gruppen gleich davon profitiert. Die digitale Inklusion ist ein relativ neuer Begriff, der in diesem Kontext entstanden ist. Der Kommunikationswissenschaftler und Bildungsforscher Bastian Pelka differenziert in <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/217272/digitale-inklusion-digitale-exklusion-teilhabe-in-einer-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Vortrag</a> zwischen Inklusion mit digitalen Medien und Inklusion in die digitale Gesellschaft. Dabei unterscheidet er zwei Ebenen. Zum einen die Möglichkeiten zur Gestaltung von Inklusion, die sich durch die digitale Medien geöffnet haben, zum anderen aber die gesamtgesellschaftliche Veränderung, die die digitale Revolution hervorgebracht hat. Die Fragen, die aufkommen, sind: welchen Missständen hat sie entgegengewirkt, welche verschärft und wie können neue technologische Errungenschaften inklusiv genutzt werden?</p>
<h3>Inklusion, Integration, Partizipation &#8211; was nun?</h3>
<p dir="ltr">Oft wird “Barrierefreiheit“ als zentraler Bestandteil von Inklusion angebracht. Barrierefreiheit bedeutet die Gestaltung der Umwelt, sodass sie von allen Menschen ohne zusätzliche Hilfen genutzt werden kann. Der Begriff der digitalen Barrierefreiheit überträgt das Prinzip auf den digitalen Raum. Barrierefreiheit meint nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern kann auch der Auftritt einer Webseite in leichter Sprache sein. Oft wird der Begriff Inklusion als Gegenentwurf verwendet, wenn von Exklusion im Sinne von mangelnder Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder fehlender politischer Partizipation die Rede ist. Bei der Antwort auf exkludierende Ausgangssituationen muss zwischen Inklusion und Integration unterschieden werden. Während es bei Integration darum geht, dass Menschen in eine vermeintlich homogene Gruppe integriert werden, versteht sich Inklusion als Schritt hin zu einer Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt und lebt. Die Betonung liegt immer auf der Abkehr von der normativen Vorstellung eines einheitlichen Ideals, hin zu einer Vorstellung, die menschliche Vielfalt akzeptiert. Dieses Prinzip gilt erstmal für alle Gruppen, die von der Norm abweichen, doch erfahren manche Gruppen mehr gesellschaftliche Barrieren als andere. Deshalb wird der Begriff vermehrt in Bezug auf Menschen mit Behinderungen verwendet.</p>
<h3>Rechtliche Lage für Menschen mit Behinderungen</h3>
<p dir="ltr">In den letzten Jahren gab es einige rechtliche Meilensteine, die das Leben von Menschen mit Behinderungen stark beeinflusst haben. Auch medial ist das Thema präsenter geworden. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wurde 2002 erlassen und soll die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) ergänzt das BGG: seit 2006 müssen alle Internetauftritte des Bundes barrierefrei sein. Doch gelten beide Gesetze nur für staatliche Institutionen wie Behörden und Ämter, der verbleibende öffentliche und private Raum ist nicht reguliert.</p>
<p dir="ltr">Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die Ende 2006 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde. 2009 trat sie in Deutschland in Kraft. Inklusion ist seitdem ein Menschenrecht. Das bedeutet, dass jede/r das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen hat. Die Konvention sieht vor, dass Kinder mit und ohne Behinderungen nach Möglichkeit nicht mehr in separaten Institutionen unterrichtet werden. Seitdem wird das Thema häufiger öffentlich thematisiert und ist zu einem entscheidenden Wahlkampfthema geworden. Im Fokus steht dabei meist die <a href="http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hamburg-schulfrust-wegen-inklusion-eltern-rechnen-mit-der-politik-ab-a-1151378.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überforderung der Schulen und eine nicht ausreichende Finanzierung</a>. Sind solche strukturelle Veränderungen, das was es braucht um inklusive Prozesse zu fördern? Oder geht es am Ende nicht auch um eine <a href="http://www.zeit.de/kultur/2017-05/inklusion-bildungssysteme-haltungsproblem-sozialpaedagogie-10nach8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frage der Haltung</a>?</p>
<p dir="ltr">Die digitale Revolution hat die Gesellschaft verändert. Wenn zeitgemäße Inklusion nicht etwas ist, an dem eine Gesellschaft ‚ankommen‘ kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess,  steht nun zwingend die Frage im Raum, wie dieser digitale Wandel für verschiedene Gruppen gestaltet werden kann. Diese Artikelreihe versucht verschiedene Dimensionen und deren Gestaltungsmöglichkeiten von zeitgemäßer Inklusion zu greifen. Wie können inklusive Räume heutzutage aussehen? Kann man überhaupt von ‚digitaler Inklusion’ reden? Welches inklusive Potential haben digitale Medien in und außerhalb der Schule? Und welche Rolle spielen Staat und Gesellschaft bei der Inklusion?</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt</a> on <a href="https://pixabay.com/de/social-media-personen-2457842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay.com</a> // <a class="external" href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, Eigene Bearbeitung</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Digitale Inklusion &#8211; Das Internet als Motor einer inklusiven Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2016 13:41:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Behindertenrechtskonvention]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie fühlt es sich an die Welt anders wahrzunehmen, als andere Menschen? Welche Anforderungen und Herausforderungen stellen sich dadurch – [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148182" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor.jpg" alt="subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor" width="640" height="280" /></a>Wie fühlt es sich an die Welt anders wahrzunehmen, als andere Menschen? Welche Anforderungen und Herausforderungen stellen sich dadurch – gerade im digitalen Bereich? Das Internet ist der wichtigste Informations- und Kommunikationspool der Gegenwart. Viele Informationen sind nur noch oder wesentlich einfacher durch das Internet zugänglich. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Internet auch für Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung zugänglich zu machen, Stichwort Inklusion.</p>
<h3>Was ist Inklusion</h3>
<p>Mit Inklusion ist das <a href="http://www.inklusion-schule.info/inklusion/definition-inklusion.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autonome und gleichberechtigte Zusammenleben</a> aller Menschen gemeint. Der Mensch wird dabei als Individuum und die Gesellschaft als eine heterogene Mischung vieler Individuen verstanden. Außer Acht bleiben dabei gesellschaftliche Normen, durch welche Menschen kategorisiert und zum Teil stigmatisiert werden. Das bezieht sich vor allem auf die Einteilung von Menschen nach ihren Eigenschaften, Besonderheiten oder anderen Merkmalen. Eine solche Einteilung birgt die Gefahr des gesellschaftlichen Ausschlusses. Eine inklusive Gesellschaft versucht, diese individuellen Unterschiede zwischen den Menschen nicht zu beseitigen, sondern zu einem heterogenen Ganzen zu verbinden.</p>
<p>Damit stellt sich Inklusion den Forderungen nach einer homogenen Gesellschaft entgegen und tritt für ein gemeinsames Zusammensein in allen Lebensbereichen ein. Das spiegelt sich nicht nur in Schulen, Universitäten oder Ausbildungsstätten wider: neben diesen institutionellen Formen der Inklusion ist sie auch fester Bestandteil des Alltags geworden. Das zeigt sich beim Einkaufen, Kino- oder Theaterbesuchen, die Menschen mit verschiedenen körperlichen und geistigen Anforderungen ermöglicht werden müssen. Inklusion setzt demnach bei der Tatsache an, dass jeder Mensch ein Recht auf ein gleichberechtigtes Leben hat ohne sich einer Norm anpassen zu müssen.</p>
<h3>Inklusion im Internet: Wo anfangen?</h3>
<p>Im Rahmen der Inklusion gibt es vielfache Fragen und Herausforderungen, die aus den konkreten Anforderungen entstehen. Wie erleben zum Beispiel Menschen mit <a href="http://www.inklusion.bayern.de/erleben/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seh- oder Höreinschränkung</a> das Internet? Wie muss die Schriftgröße sein? Wie können Kontraste besser wahrnehmbar gemacht werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Musik „hörbar“ zu machen oder Texte „sichtbar“?</p>
<p>Weitere Aufgaben stellen sich bei Menschen mit geistigen oder anderen körperlichen Behinderungen. Einige Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen können beispielsweise teilweise nur die Pfeil-Tastatur nutzen. Bei geistigen Beeinträchtigungen besteht ein Defizit in der Rezeption von Texten. Daraus ergibt sich die Frage, wie Texte gestaltet sein müssen, damit sie diesen Ansprüchen gerecht werden?</p>
<p>Bereits dieser kurze Überblick, zeigt, welche unterschiedlichen Probleme bei der Inklusion im Internet auftreten. Ziel ist die <em>Barrierefreiheit im Internet</em>. Mögliche Maßnahmen müssen sich also gegen konkrete Zugangsbarrieren richten.</p>
<h3>Erste Schritte in die richtige Richtung</h3>
<p>Die Studie „<a href="https://www.einfach-fuer-alle.de/studie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chancen und Risiken des Internets der Zukunft aus Sicht von Menschen mit Behinderungen</a>“ setzt sich in Interviews und Online-Befragungen mit dem Thema Inklusion und Web 2.0 auseinander. Der Großteil der Befragten hatte eine Seh- oder Hörbehinderung. Die Studie zeigte, dass Menschen mit Beeinträchtigung das Internet überdurchschnittlich oft nutzen. Es erleichtert ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und kann zum Teil auch behinderungsbedingte Nachteile kompensieren.</p>
<p>Als relevanteste Barriere im Umgang mit dem Internet wurden folgende Aspekte genannt: Captchas, Sprache, Inkonsistenz, Nutzerführung.</p>
<p>Diese Barrieren umgehen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/LeichteSprache/leichteSprache_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentliche Einrichtungen</a>, indem sie beispielsweise Texte auch in leichter Sprache anbieten. Zugleich werden Gebärdensprache und eine Vorlese-Option angeboten. Jedoch bezieht sich das Angebot weitestgehend auf die Seiten öffentlicher Einrichtungen. Offen bleibt weiterhin, wie eine umfassende Lösung zu einem barrierefreien Internet aussehen kann.</p>
<h3>Inklusion auf europäischer Ebene</h3>
<p>Diese Herausforderungen der Inklusion im Internet stellen sich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer Ebene. In der Europäischen Union leben knapp <a href="http://fra.europa.eu/de/theme/menschen-mit-behinderungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">80 Millionen Menschen</a>, die mit den Problemen eines nicht-barrierefreien Zugangs konfrontiert sind. Die Bedeutung der Inklusion für die EU kommt in der UN-<a href="http://www.un.org/disabilities/convention/conventionfull.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Behindertenrechtskonvention</a> (CRPD) zum Ausdruck. Die CRPD legt den Fokus auf die Selbstbestimmung und Teilhabe aller Menschen an einer gemeinsamen Gesellschaft.</p>
<p>Auf der Grundlage der Konvention erarbeitete die Europäische Kommission ein Strategiepapier zur Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es bezieht sich auf acht Felder, die den Zugang, Teilhabe, Gleichheit u.a. betreffen. Ein Programm zur Inklusion ist <a href="http://www.eucrea.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EUCREA</a>, mit dem das kreative Handeln von Menschen mit Behinderung gefördert wird. Das Ziel von EUCREA ist, Programme zu entwickeln und zu fördern, die sich mit inklusiven Formaten in der Kunst beschäftigen. Dazu gehört auch die Unterstützung von Weiterbildungsmöglichkeiten für professionelle KünstlerInnen mit Behinderung.</p>
<p>Ein weiteres europäisches Netzwerk ist <a href="http://personcentredplanning.eu/index.php/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neue Wege zur InklUsion</a>, an dem 20 Partnerorganisationen beteiligt sind. Dazu gehören Universitäten wie auch Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Auch mit diesem Programm sollen Angebote für ein selbstbestimmtes Leben aller BürgerInnen entwickelt und implementiert werden.</p>
<h3>Lösungen finden – Lösungen umsetzen</h3>
<p>Abseits dieser Programme fehlt es jedoch oftmals an praktischen Ansätzen und einer generellen Umsetzung. Als wichtigste Punkte gelten die Vereinfachung der Sprache wie auch der Einbezug von Bildern. Das wird auch von der Aktivistin Petra Groß betont, die sich bereits seit langem für die Einbeziehung <a href="https://www.aktion-mensch.de/blog/beitraege/wahlprogramme-in-leichter-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leichter Sprache in der Gesellschaft einsetzt</a>. Viele Sätze seien aufgrund ihres langen Satzbaus oder der verwendeten Fremdwörter nur schwer verständlich. So sind z. B. Wahlprogramme für einige Menschen unverständlich. Ein Lösungsansatz ist die Verwendung von Bildern, die dem Leser einen vereinfachten Zugang zum Text bieten, erläutert Groß.</p>
<p>Beide Aspekte von Inklusion müssen sowohl für Soziale Netzwerke wie auch für Verkaufsportale gelten, die zu den wichtigsten Formen der Internetnutzung gehören. Insbesondere „müsste es einen rechtlichen Schutz bei dem Einkauf“ auf verschiedenen Verkaufsportalen geben, betont Groß. Hier liegen rechtliche Lücken, da sich der Nutzer der Tragweite seines Handelns nicht bewusst ist oder Verkaufsprozesse zu intransparent gestaltet sind.</p>
<p>Insgesamt fehlt es noch immer an einer umfassenden Umsetzung von Inklusion im Internet, die mehr die Ausnahme als die Regel ist. Der Zugang zu Webseiten muss jedem Menschen offenstehen – unabhängig von den persönlichen Voraussetzungen. Es bedarf also keiner abstrakten Generierung neuer Programme oder Webseiten für Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern einen inklusiv gestalteten Zugang der bestehenden Angebote. So kann das Internet nicht nur Plattform, sondern auch Motor einer inklusiven Gesellschaft sein.</p>
<p>Bild: <a href="http://www.muenchner-trichter.de/mt/wp-content/uploads/2013/11/subsidiaritaet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Werth</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>„Bring Your Own Device“: Bildungsgerechtigkeit 2.0?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bring-your-own-device-bildungsgerechtigkeit-2-0-144074/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2015 16:21:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Bring Your Own Device]]></category>
		<category><![CDATA[School IT Rhein Waal]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>An deutschen Schulen kommen elf Schüler auf einen Schulcomputer – ein schlechter Schnitt für das IT-Land Deutschland im 21. Jahrhundert. Dabei gibt es seit Längerem innovative Konzepte zur Integration digitaler Endgeräte in den Unterricht. Eines ist „Bring Your Own Device“ (BYOD), mit der Kernidee, dass Schüler ihr eigenes Gerät am besten kennen und seine Potenziale voll ausschöpfen können. Der Mediendidaktiker Richard Heinen berichtet im Interview über erste Erfahrungen mit dem Konzept an Schulen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><b><i>politik-digital.de:</i></b>Seit wann gibt es in der Schule die „Bring Your Own Device“-Bewegung? Wo kam BYOD zuerst auf?</p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Seit 2010 hat es international schon größere Projekte vor allem in den USA gegeben. Unser Projekt „<a href="http://www.school-it-rhein-waal.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">School IT Rhein Waal</a>“, das vom <a href="http://mediendidaktik.uni-due.de/learninglab" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Learning Lab</a> der Universität Duisburg-Essen initiiert wurde, war das erste systematisch angelegte Schulentwicklungsprojekt zu diesem Thema in Deutschland. 2011 startete die Projektkonzeptionsphase, angefangen haben wir im Jahr 2012. Das Projekt wurde von der <a href="http://www.euregio.org/seiten/index.cfm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Euregio Rhein Waal</a> gefördert. So hatten wir die Gelegenheit, mit Schulen in Deutschland und den Niederlanden zu arbeiten. Es gab aber natürlich davor auch einzelne Lehrer, die BYOD im Unterricht eingesetzt haben.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche pädagogischen Ziele kann man mit BYOD besser verfolgen?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Das Entscheidende ist, überhaupt pädagogische Ziele zu haben. Eine Schule muss sich zunächst Gedanken darüber machen, was sie pädagogisch erreichen möchte und im zweiten Schritt überlegen, wie BYOD dabei sinnvoll eingesetzt werden kann. In unserem Forschungsprojekt wurde deutlich, dass BYOD beziehungsweise das Lernen mit mobilen Endgeräten für die individuelle Förderung, Inklusion, Schüleraktivierung und kooperative Arbeit entscheidende Vorteile bringt.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche Vor- und Nachteile ergeben sich beispielsweise für die Inklusion?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Im Sinne der Inklusion sollen ja SchülerInnen mit Besonderheiten integriert werden. Im Projekt haben wir einerseits gesehen, dass Kinder mit Hörschädigungen mithilfe von Software, die Tonbeiträge untertitelt, wunderbar ihre Aussprache trainieren können. Andere Kinder mit Knochenkrankheiten, die einen Stift nicht halten</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class="size-full wp-image-160759 alignleft" src="https://politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/RHeinen.jpg" alt="" width="160" height="240" /></p>
<p><strong>Richard Heinen</strong> ist Mediendidaktik-Forscher und Mitarbeiter am Learning Lab (<strong>Lehrstuhl für Mediendidaktik</strong>) der Universität Duisburg-Essen. Dort initiierte er das Projekt “School IT – Rhein Waal” mit.</div></div> können oder Probleme mit dem Bedienen einer Tastatur haben, kommen gut mit Touchscreen aus – das sind nur zwei von vielen Beispielen. Wo vorher viele teure und aufwändige Geräte notwendig waren, reicht auf einmal ein Tablet aus, um SchülerInnen mit Besonderheiten besser in den regulären Unterricht zu integrieren.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Mit BYOD hat man ganz verschiedene Geräte zur Verfügung. Wie geht man mi</i><i>t der Gerätevielfalt um?</i></p>
<p><b>Richard Heinen:<i> </i></b>Das ist eine der Hauptherausforderungen, aber auch einer der großen Vorteile. Vorteilhaft ist es, weil die Schüler lernen zu überlegen, welches Gerät welche Lernsituation am besten unterstützt. Ein anderer Vorteil dieser Heterogenität ist natürlich auch, dass jeder Schüler sein eigenes Gerät hat, es besonders gut kennt und auch gut damit umgehen kann. Für den Lehrer bedeutet es, dass er nicht mehr die Übersicht haben kann, was in seinem Unterricht passiert. Es geht bei BYOD also nicht nur um das Gerät, sondern auch darum, Schüler zum selbstbestimmten Arbeiten zu motivieren.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Muss ein Lehrer sich also mit dem Kontrollverlust abfinden?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Genau. Einerseits ist das ein Kontrollverlust. Ein Lehrer muss in diesem Zuge lernen, sich darauf zu verlassen, dass der Schüler die richtige Software und das richtige Gerät für seine Zwecke auswählt. Die Rolle des Lehrers als Ansprechpartner in allen Fragen wandelt sich – er wird vielmehr zum fachlichen Berater.</p>
<p><b><i>politik-di</i></b><b><i>gital.de: </i></b><i>Der Lehrer als Lernbegleiter </i>–<i> was bedeutet BYOD dann für die Organisati</i><i>on des Unterrichts? Braucht man vielleicht sogar neue Strukturen, eine neue Form des Unterrichts?  </i></p>
<p><b>Richard H</b><b>einen<i>: </i></b>„Braucht man“ ist eigentlich die falsche Frage. Die Frage muss sein, was BYOD für einen modernen Unterricht bringen kann. In Unterrichtsbeobachtungen haben wir gesehen, dass es Lehrer gab, die mit BYOD die einen sehr klassischen Frontalunterricht gemacht haben, in dem die Geräte dann auch weniger genutzt worden sind. Andere haben einen stark schülerzentrierten Unterricht gemacht, in dem die Schüler selbstbestimmt überlegt haben, was sie machen wollen und die Geräte auch sehr intensiv genutzt haben. Das heißt, BYOD oder mobiles Lernen alleine verändert Unterricht nicht. Wenn Lehrer ihren Unterricht aber verändern wollen, kann es ihnen dabei sehr helfen.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Eine der wichtigsten Fragen ist auch die nach dem Zugang. Wie lässt sich verhindern, dass finanzschwächere Schüler durch schlechtere Hardware benachteiligt w</i><i>erden? Gibt es da neue Lösungswege,  außer dass Schulen oder Fördervereine einspringen könnten?</i></p>
<p><b>Richard He</b><b>inen<i>: </i></b>Wenn wir in die <a href="http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JIM-Studie</a> gucken, die im Dezember erschienen ist, stellen wir fest, dass die 12-19-Jährigen in Deutschland zu 90 Prozent ein Smartphone besitzen, die 14-19-Jährigen nahezu zu 100 Prozent. Schulen müssen also größere Geräte bereitstellen, die dann stundenweise ausgeliehen werden können. Zu betonen ist, dass BYOD nicht die schulische Ausstattung ersetzt, sondern ergänzt. Bei BYOD soll zudem individuell an unterschiedlichen Themen gearbeitet werden: Die Gleichwertigkeit von Geräten ist somit gar nicht so wichtig. Beim Recherchieren im Internet kann es mit einem schwächeren Gerät natürlich sein, dass es mal ein bisschen länger dauert, das ist aber kein großes Problem. Das viel entscheidendere Problem ist ja eigentlich, dass wir Bildungsungerechtigkeit durch die verschiedenen sozialen Schichten haben. Bildungsgerechtigkeit entsteht erst dadurch, dass man die Geräte in die Schule bringt. Das scheint um die Ecke gedacht, ist aber eine ganz logische Schlussfolgerung.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Welche anderen Aspekte haben sie im Projekt erforscht?</i></p>
<p><b>Richard He</b><b>inen:<i> </i></b>Einer der wichtigsten Aspekte war es herauszufinden, welche Rahmenbedingungen für das Lernen mit mobilen Geräten vorhanden sein müssen. Es ging also weniger um den einzelnen Unterricht als um Schulorganisationsfragen.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Wie muss die Netzwerkinfrastruktur aussehen, damit BYOD überhaupt gelingen kann?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Zunächst einmal muss vernünftiges WLAN vorhanden sein, idealerweise ein möglichst breitbandiger Anschluss der Schule ans Internet. Da muss man kreativ sein und sich beispielsweise mit einer sogenannten Richtfunkstrecke weiterhelfen oder auf Angebote von Kabelanbietern zurückgreifen, denn oft reichen die Verbindungen der Telekom nicht aus. Internet für Schulen muss offen und sicher sein. Offen heißt, dass möglichst viele Seiten erreichbar sind und dass möglichst viele Apps funktionieren. Sicherheit ist gewährleistet, wenn ein Contentfilter geschaltet ist, damit die SchülerInnen nicht auf gewaltverherrlichende oder jugendgefährdende Seiten gelangen. Und es sollte grundsätzlich möglich sein, durch individuelle Anmeldeinformationen Logfiles anzulegen, damit im Falle eines Gesetzesverstoßes der einzelne Nutzer und nicht die Schule in die Verantwortung genommen wird. Diese Logfiles dürfen aber auch nur dann ausgewertet werden, wenn eine Anfrage der Staatsanwaltschaft vorliegt. In unseren Projektschulen ist das so gelöst worden.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><i>Gibt es weitere rechtliche Bedenken oder Hindernisse, die die Entwicklung von BYOD behindern?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>In der Anfangsphase ist die Frage um Schadensfälle immer sehr präsent. Die ist aber insofern geklärt, als die Verantwortung bei den Eltern verbleibt. Der Schulträger kann keine Haftung übernehmen. Wir haben aber auch in Projekten die Erfahrung gemacht, dass wir in acht Klassen in zwei Jahren keinen einzigen Schadensfall gemeldet bekommen haben. Mit den privaten Geräten gehen die Kinder meist sehr sorgfältig um. Falls etwas kaputt gegangen sein sollte, wurde es nicht gemeldet, und die Eltern haben die Kosten übernommen.</p>
<p><b><i>politik-digital.</i></b><b><i>de: </i></b><i>Wie wird das Projekt fortgesetzt?</i></p>
<p><b>Richard Heinen<i>: </i></b>Grundsätzlich hat sich im Projekt gezeigt, dass BYOD ein gangbarer Weg ist, Medienarbeit in Schulen zu integrieren und zu intensivieren. Wir wollen in Zukunft immer Schulen einer Kommune miteinander vernetzen. Die technische Infrastruktur bereitzustellen ist Aufgabe des Schulträgers, die haben ein großes Interesse daran, dass ihre Investitionen auch sinnvoll sind und von den Schulen genutzt werden. Durch die Vernetzung der Schulen können diese gemeinsam konkrete Rechtsfragen und Versicherungsfragen klären und Nutzungsordnungen entwickeln. Wichtiger aber noch ist die Zusammenarbeit, um den Austausch in den Kollegien anzuregen. Zunächst werden die engagierten Lehrkräfte unterstützt, die sich in einer Erprobungs- oder Pilotphase engagieren. Später können gute Beispiele besser vermittelt werden, wenn man auf die gebündelte Erfahrung des Kollegiums zurückgreifen kann. In Duisburg hat diese Zusammenarbeit von fünf Schulen bereits im Dezember begonnen. Im neuen Jahr folgen weitere Kommunen am Niederrhein und im Ruhrgebiet.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.flickr.com/photos/eriksimages/6387992479/in/photolist-aJu8Bn-4m5ojv-29drWm-2991TV-fKkZKS-298Xer-e3StDP-e3XZyu-e3RYhV-e3SfKZ-e3SxQD-6x7YTS-bmxgnq-9zGBmS-tCqYS-tCqYZ-mSmeDr-X23T7-Gxrer-c3mZUo-66Z9BS-GxreP-29dnTS-dZau8h-WXdQk-7Hxk7G-298Zy4-5GUsYb-NeZxR-8vBW7x-8vBW22-3bbsTp-drKSyb-oSxTfL-8vHsBS-7M6JDi-aecKj8-e4hh57-bGdNcn-cdaEDL-dU9XbG-5Zt2Wy-asTXM7-eqxQSg-e1sXyr-fK4qHg-fKkZYL-26zVJr-drKHMX-drKSod" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erik Tjallinks</a>, <a href="https://www.flickr.com/photos/96218136@N08/9127629271/in/set-72157634331784093" target="_blank" rel="noopener noreferrer">richardhe51067</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sprache und Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sprache-und-politik-5231/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 May 2011 16:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenpolitischer Sprecher]]></category>
		<category><![CDATA[Leichte Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/leichte_sprache_rand.jpg" align="left" height="137" width="154" />Bisher veröffentlichen Betreiber amtlicher Webseiten nur sehr zögerlich Teile ihrer Internetauftritte in Leichter Sprache. Kann man mit dieser vereinfachten Ausdrucksweise mehr Menschen erreichen? politik-digital.de hat bei Politikern aller Fraktionen nachgefragt.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/leichte_sprache_rand.jpg" align="left" height="137" width="154" />Bisher veröffentlichen Betreiber amtlicher Webseiten nur sehr zögerlich Teile ihrer Internetauftritte in Leichter Sprache. Kann man mit dieser vereinfachten Ausdrucksweise mehr Menschen erreichen? politik-digital.de hat bei Politikern aller Fraktionen nachgefragt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Warum gibt es Leichte Sprache und für wen ist sie gedacht? Welche Form des Dialogs ermöglicht sie? Für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gibt es neben Treppen oft Auffahrten. Ein ähnlicher barrierefreier Zugang sollte Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen geboten werden. politik-digital.de hat bei behindertenpolitischen Sprechern aller Bundestagsfraktionen  nachgefragt und sich deren Internet-Seiten angesehen. Die Qualität der Umsetzung variiert stark. Auf unsere Fragen geantwortet haben Abgeordnete von FDP, SPD, den Grünen sowie der Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen.
</p>
<p>
Leichte Sprache wurde für Menschen mit Beeinträchtigung oder geringen sprachlichen Fähigkeiten entwickelt, damit komplizierte (Fach-)Texte wie Gesetze, <a href="http://www.ich-kenne-meine-rechte.de/index.php?menuid=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verträge</a> u.ä. für sie verständlich werden. Kennzeichen ist eine leicht verständliche Ausdrucksweise, dank einfacher Wörter und kurzer Sätze. Darüber hinaus werden meist Bilder in die Texte eingebaut, um deren Inhalt zu verdeutlichen und das Verständnis zu erleichtern. Das Umwandeln eines Textes in Leichte Sprache diene auch der Selbstkontrolle, da Unnötiges entfernt werden müsse, so <a href="http://nicolemaisch.de/service/leichte-sprache/verbraucherschutz-leichte-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicole Maisch</a>, Mitglied der Grünen-Bundestagsfraktion und eine von wenigen Abgeordneten, die einen Teil ihrer Website in Leichte Sprache übersetzt hat.
</p>
<p>
Texte in Leichter Sprache sind für kognitiv Beeinträchtigte und Menschen mit Lernbehinderungen verfasst, sie sollen aber auch ein Angebot für Leser mit geringen Deutschkenntnissen sein. Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und „ihnen politische und gesellschaftliche Prozesse zugänglicher und verständlicher“ zu machen, so <a href="http://www.hanka-kliese.de/leichte-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hanka Kliese</a>, SPD-Abgeordnete des Sächsischen Landtags, Sprecherin für Sportpolitik, Behindertenpolitik und Tourismus. Übersetzte <a href="http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Wahlprogramm/BTW_Programm_leichte_sprache.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogramme</a> oder ähnliche Texte in Behördendeutsch könnten auch von Schulklassen und für eine schnelle Information genutzt werden. <a href="http://www.markus-kurth.de/show/126893.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Kurth</a>, Sprecher für Sozial- und Behindertenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, ergänzt „dass von leichter Sprache letztlich alle profitieren“. Auch <a href="http://www.huberthueppe.de/es/es_mein_lebenslauf.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hubert Hüppe</a>, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, sieht einen deutlichen Vorteil von Webseiten in Leichter Sprache, was „den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung immer wieder bewusst gemacht werden muss“ . Denn mit einem Angebot in Leichter Sprache können mehr Menschen angesprochen werden und gewinne jeder Internetauftritt an Attraktivität, so Hüppe.
</p>
<p>
Gerade für die Behindertenpolitischen Sprecher der Parteien sollte die Veröffentlichung eines Teils ihres Internetauftritts in Leichter Sprache also eine Selbstverständlichkeit sein. Doch nicht alle stellen diesen Zugang für einen Dialog bereit, das Angebot ist sogar ernüchternd gering. <a href="http://www.gabi-molitor.de/files/40685/Leichte_Sprache_Homepage.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gabriele Molitor</a>, Behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, die seit Mitte April einige Texte ihrer Website in Leichte Sprache übersetzen lassen hat, erklärt die mangelhafte Bereitstellung mit dem Zeitmangel der Abgeordneten. Nicole Maisch von den Grünen hingegen ist der Meinung, dass Politiker Menschen durch Sprache ausschließen können und es somit jeden angehe, für Inklusion, also die Einbeziehung durch Leichte Sprache, einzutreten.
</p>
<p>
Diejenigen Politiker, die Leichte Sprache auf ihrer Homepage integriert haben, sprechen von einer positiven Rückmeldung seitens Kollegen und Interessenvertretern. Anhand der untersuchten Webseiten wird deutlich, dass Inhalte in Leichter Sprache bei den einzelnen Abgeordneten unterschiedlich konsequent umgesetzt sind und dass es bei vielen noch einen enormen Nachholbedarf gibt. Von den Medien gab es bisher übrigens wenig Aufmerksamkeit für das Thema, da auch Journalisten kaum damit vertraut sind.
</p>
<p>
Für die Zukunft wäre ein Dialog zwischen Politik und Beeinträchtigen über das Medium Leichte Sprache eine Möglichkeit, die genutzt werden sollte, um Barrieren abzubauen und allen Menschen einen Zugang im Sinne der Chancengleichheit zu eröffnen. Denn das Problem könnte einfach gelöst werden, indem grundlegende Texte in Leichte Sprache übersetzt würden. Es wäre auch eine Chance, die <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a11/aktuelles/handbuch_behindertenrechtskonvention.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN-Behindertenrechtskonvention</a> durchzusetzen, die bereits seit März 2009 in Deutschland völkerrechtlich verbindlich ist und Barrierefreiheit vorsieht.</p>
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		<item>
		<title>Chat zu schulischer Bildung von Menschen mit Behinderung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-zu-schulischer-bildung-von-menschen-mit-behinderung-4856/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 17:12:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Marion Schick]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungswegekonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Kultusministerin Marion Schick diskutierte am 29. April 2010  mit den Usern im <a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1267699/Transkript_Chat_Inklusion_29_april_2010.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat des Kultusministeriums Baden-Württemberg</a> über die schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung. Themen waren unter anderem Inklusionsangebote, der Stellenwert sonderpädagigischer Einrichtungen und die neu geschaffenen Bildungswegekonferenzen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kultusministerin Marion Schick diskutierte am 29. April 2010  mit den Usern im <a href="http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1267699/Transkript_Chat_Inklusion_29_april_2010.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat des Kultusministeriums Baden-Württemberg</a> über die schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung. Themen waren unter anderem Inklusionsangebote, der Stellenwert sonderpädagigischer Einrichtungen und die neu geschaffenen Bildungswegekonferenzen.</p>
<p>
<!--break--></p>
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