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	<title>Innenpolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Innenpolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;NPD-Verbot klingt zunächst verlockend&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Georg Babing]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2007 12:14:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Albrecht Buttolo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, 3. Dezember, war Albrecht Buttolo, Innenminister von Sachsen, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Risiken eines NPD-Verbotsantrags, die Vorratsdatenspeicherung und weitere Überwachungsmaßnahmen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, 3. Dezember, war Albrecht Buttolo, Innenminister von Sachsen, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Risiken eines NPD-Verbotsantrags, die Vorratsdatenspeicherung und weitere Überwachungsmaßnahmen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen im tagesschau-Chat<br />
&#8211; heute zu einer etwas früheren Stunde, das ist dem dichten<br />
Terminplan unseres Gastes geschuldet. In Dresden begrüße<br />
ich jetzt Dr. Albrecht Buttolo, CDU-Politiker und Innenminister<br />
von Sachsen. Auf ihrer Herbstkonferenz beraten die Innenminister<br />
von Bund und Ländern diese Woche über die innere Sicherheit<br />
und den Umgang mit der NPD. 2003 scheiterte ein NPD-Verbot vor dem<br />
Bundesverfassungsgericht. Einige SPD-Innenminister und auch der<br />
Schweriner CDU-Innenminister Lorenz Caffier sind für einen<br />
neuen Anlauf für ein NPD-Verbot, die meisten Unions-Innenminister<br />
dagegen. Die erste Frage – aus den Fragen, die wir bereits<br />
vor dem Chat gesammelt haben:
</p>
<p>
<b>Holger</b>: Was halten Sie von einem NPD-Verbot?
</p>
<p></p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/old_images/salon/photos/abuttolo85x.jpg" alt="Albrecht Buttolo" height="120" width="85" /><br />
<i>Albrecht Buttolo<br />
Sächsischer Innenminister</i>
</p>
<p align="left">
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein NPD-Verbot<br />
klingt zunächst erstmal sehr verlockend. Trotzdem bin ich persönlich<br />
sehr skeptisch. Ein erneuter Antritt darf nicht dazu führen,<br />
dass ein NPD-Verbot erneut scheitert. Letztendlich würden dadurch<br />
die NPD und die Rechten grundsätzlich in eine Märtyrer-Rolle<br />
gehoben. Ich persönlich halte es für dringend erforderlich,<br />
dass wir uns als Gesellschaft grundsätzlich mit dem rechtsextremen<br />
Gedankengut auseinandersetzen und in vielfältiger Weise dafür<br />
Sorge tragen, dass den Bürgern im Lande klar vermittelt wird,<br />
die NPD knüpft an die schlimme Vergangenheit in den 30er-Jahren<br />
an. Sie hat für die heutigen Probleme keine Lösungen.<br />
Sie agiert ausschließlich populistisch. Ein gesamtgesellschaftliches<br />
Auseinandersetzen sollte gleichzeitig ein Bündeln vieler Kräfte<br />
innerhalb der Gesellschaft darstellen.<br />
Ich denke dabei nicht nur an Kirchen, sondern auch sehr stark an<br />
Vereine, aber auch an politische Organisationen, die in der Mitte<br />
unserer Gesellschaft angesiedelt sind.
</p>
<p align="left">
<b>Moderator</b>: Auch aus unserem &quot;Warteraum&quot;:<br />
Wie ist Ihre Einschätzung?
</p>
<p>
<b>AntifaV</b>: Würde ein NPD-Verbot nicht nur die<br />
Republikaner und die DVU in den Parlamenten und die autonomen Nationalisten<br />
auf der Straße stärken?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf jeden Fall würde diese<br />
Reaktion eintreten, wenn ein nochmaliger Verbotsversuch negativ<br />
ausgeht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Was ist Ihrer Ansicht nach das größte<br />
Hindernis für ein Verbotsversuch &#8211; ihre Innenministerkollegen<br />
sind ja zum Teil dafür?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Es ist gegenwärtig nicht<br />
abschätzbar, ob ein Bundesverfassungsgericht die derzeitigen<br />
Argumente zur Verfassungswidrigkeit im vollen Umfange akzeptieren<br />
würde. Zum anderen kommt hinzu, dass ein Verbotsverfahren das<br />
Herausziehen aller V-Männer aus der NPD voraussetzt. Damit<br />
wäre es über einen längeren Zeitraum innerhalb der<br />
NPD nicht möglich, Informationen abzuschöpfen und zum<br />
anderen wäre ein erneuter Einstieg des Verfassungsschutzes<br />
äußerst schwierig und zeitaufwändig.
</p>
<p>
<b>lagge</b>: Hallo, Herr Buttolo! Sie haben in Sachsen<br />
ja die NPD im Landtag. Wie geht man da mit denen um? Redet man mit<br />
ihnen oder meidet man sie?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das ist in der Tat eine sehr<br />
interessante Frage. Die NPD-Mitglieder werden keinesfalls in die<br />
normalen Gespräche unter Abgeordneten mit einbezogen. Dort<br />
haben sie eine Außenseiterrolle. In der politischen Auseinandersetzung<br />
innerhalb der Landtagssitzungen setzt man sich natürlich mit<br />
ihnen auseinander. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass<br />
die NPD in der Vergangenheit häufig schon populistische Themen<br />
gewählt hat, so dass das Signal der NPD ins Land schon abgesendet<br />
ist, sie sei die Partei, die sich um die Sorgen der Bürger<br />
kümmere.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Populismus ist ja etwas, was in Parteien<br />
nicht ganz unüblich ist &#8211; und oft beklagt wird. Was setzt man<br />
da entgegen? Das ist ja nicht einfach.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf jeden Fall setzen wir innerhalb<br />
der Plenardebatten ein abgestimmtes Verhalten zwischen den Koalitionsparteien<br />
(CDU und SPD) aber auch mit den anderen demokratischen Parteien<br />
entgegen. Die Debatten der NPD laufen damit häufig ins Leere.<br />
Der Präsident des sächsischen Landtages ist häufig<br />
gezwungen, die NPD-Redner durch Ordnungsrufe zu maßregeln.
</p>
<p>
<b>intrr</b>: Sie haben eingangs gesagt, dass es sehr<br />
wichtig sei, einen offenen Diskurs mit &quot;den Rechten&quot; zu<br />
führen. Nun schreiben Sie, dass sie natürlich keinesfalls<br />
in normale Gespräche mit einbezogen werden. Können Sie<br />
diesen Widerspruch erklären?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Der offene Diskurs setzt voraus,<br />
dass sich in den Regionen all die Kräfte bündeln, die<br />
sich mit dem rechten Gedankengut nicht identifizieren möchten.<br />
Wir haben hierzu im Freistaat Sachsen beispielsweise in der Stadt<br />
Pirna gute Erfahrungen. Über das ganze Jahr hinweg organisiert<br />
der Oberbürgermeister eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen,<br />
bei denen die Bürger zu Wort kommen und ihre ablehnenden Positionen<br />
zu Rechtsextremismus artikulieren können. Ein festes Datum<br />
in meinem Kalender ist beispielsweise die Teilnahme am &quot;Markt<br />
der Kulturen&quot; in der Stadt Pirna. Dies ist eine Veranstaltung,<br />
die die Ausländerfeindlichkeit der NPD ins Visier nimmt.
</p>
<p>
<b>jerome</b>: Was unternimmt man gegen Propagandaaktionen<br />
der NPD an Schulen? Sind die Ausgaben des Staats zur Bekämpfung<br />
von rechtem Gedankengut bei Jugendlichen ausreichend?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir reagieren im Freistaat<br />
Sachsen auf sehr unterschiedliche Art und Weise auf die Propaganda<br />
der NPD in Schulen. Dabei ist es sehr wichtig, dieses Propagandamaterial<br />
nicht nur zu verbieten, sondern im Unterricht unter Hinzuziehung<br />
von Experten den Schülern deutlich zu machen, was eigentlich<br />
in der Propaganda als Ziel dahinter steckt. Auch muss man dem Einstieg<br />
über Musik entgegentreten, da dieser Einstieg häufig genutzt<br />
wird, um die Jugendlichen erst einmal an sich zu binden. Ihrer Frage<br />
nach den Ausgaben möchte ich ausdrücklich entgegensetzen:<br />
Es kommt nicht nur auf finanzielle Unterstützung der Jugendarbeit<br />
an, sondern es kommt darauf an, dass die Jugend erfährt, dass<br />
die Gesamtgesellschaft sich gegen Rechts stellt und die Einzelpunkte<br />
auch hinreichend widerlegt werden können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Kann man das Verteilen von Material<br />
vor (!) den Schulen einfach verbieten?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein Verbot durch die Schule<br />
funktioniert in diesem Falle nicht. Da die NPD den öffentlichen<br />
Raum nutzt, muss in diesem Bereich nach einem Hinweis durch die<br />
Schulleitung die örtliche Polizei aktiv werden. Dies wird auch<br />
praktiziert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Solange die NPD aber nicht mit Plakaten<br />
oder Flyern kommt, die strafbare Inhalte haben, kann die Polizei<br />
nicht einschreiten, richtig?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Richtig. Trotzdem möchte<br />
ich darauf hinweisen, dass die sächsische Polizei mit Schulen<br />
seit Jahren eine intensive Partnerschaft pflegt. Die Arbeit in den<br />
Schulen stellt einen wichtigen Schwerpunkt bei der Präventionsarbeit<br />
der Polizei dar. Häufig nutzt die Polizei auch die Möglichkeit<br />
Lehrkräfte fortzubilden, um sie noch sensibler für rechtsextremes<br />
Gedankengut zu machen. Dazu gehört auch das Vermitteln von<br />
Kenntnissen, welche Symbole tatsächlich rechtsextremistisch<br />
belegt und damit verboten sind.
</p>
<p>
<b>Heinz</b>: Gibt es auch rechte Gesinnung bei der<br />
Polizei?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Mir sind hierzu keine Polizisten<br />
bekannt.
</p>
<p>
<b> intrr</b>: Sind Sie sicher, dass die 90 Prozent der<br />
Bürger, die die NPD nicht wählen, allesamt rechtes Gedankengut<br />
ablehnen? Wenn ich in eine normale Kneipe gehe und dort Gespräche<br />
führe, habe ich genau den entgegengesetzten Eindruck, egal<br />
in welchem Bundesland.
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Das ist in der Tat ein grundsätzliches<br />
Problem. Die NPD nutzt Befürchtungen innerhalb der Bevölkerung,<br />
um ihre populistischen Lösungen zu präsentieren. Wir alle<br />
kennen die aufreißerischen Plakate &#8211; gerade vor Wahlen. Ständig<br />
wird zum Beispiel dabei die Suche nach Arbeitsplätzen mit dem<br />
Verneinen von Arbeitsplätzen für Ausländer in Zusammenhang<br />
gebracht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: In Sachen Statistik rechter Straftaten:
</p>
<p>
<b> Heinz</b>: Ist es möglich, dass die Statistik<br />
wie in Sachsen-Anhalt falsch geführt wird?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich gehe davon aus, dass unsere<br />
Statistik sauber geführt wird. Ich habe bislang keine Anzeichen,<br />
dass dort eine Verfälschung stattgefunden hat.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Haben Sie das Gefühl, dass es<br />
in Sachen NPD &#8211; Umgang / Verbot &#8211; einen Unterschied zwischen Ost-<br />
und West-Innenminister gibt. Verstehen die &quot;Wessis&quot; das?<br />
Dort sitzt schließlich die NPD nicht im Landtag und ist auch<br />
nicht so stark vertreten.
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Die Unterscheidung Ost-West<br />
ist nicht ganz zutreffend. Hierfür spricht ja schon, dass Kollege<br />
Caffier sich für ein NPD-Verbot stark macht.
</p>
<p>
<b>Hans-Albert</b>: Warum, glauben Sie, ist die NPD<br />
besonders in Sachsen so stark?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Zur letzten Landtagswahl hatte<br />
man sich bundesweit auf die Chance, in Sachsen als NPD den Fuß<br />
in die Tür zu bekommen, orientiert. Natürlich muss man<br />
sehen, dass sie auch ihren Verlag in Riesa angesiedelt haben, der<br />
für ihre Propaganda eine wichtige Ausgangsposition darstellt.<br />
Darüber hinaus hatte ja beispielsweise in der sächsischen<br />
Schweiz schon seit vielen Jahren die rechte Szene eine durchaus<br />
ernstzunehmende Bedeutung.
</p>
<p>
<b> Deichtier</b>: Was raten Sie denn den Bürgern,<br />
die nicht rechts sind: Wie können sie gegen rechtes Gedankengut<br />
vorgehen, was unternehmen, wenn z.B. Material an Schulen verteilt<br />
wird, Hakenkreuze geschmiert werden etc.?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das wichtigste ist meiner Meinung<br />
nach bürgerliches Engagement zu zeigen, sich couragiert gegen<br />
jeden Ansatz rechtsextremer Propaganda zu stellen und nicht weg<br />
zu schauen. Ein Tolerieren darf nicht stattfinden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Anderes Thema:
</p>
<p>
<b> Melange</b>: Zur Vorratsdatenspeicherung: Ich hab<br />
den Eindruck, dass viele Menschen eher die komplette staatliche<br />
Überwachung fürchten als eine Bedrohung von Terroristen<br />
(oder Raubkopierern). Warum halten Sie eine Vorratsdatenspeicherung<br />
trotzdem für sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir müssen zeitgemäße<br />
Möglichkeiten, uns gegen die Bedrohung der freiheitlichen Ordnung<br />
zu stellen, einfach nutzen. Wenn ich Ihnen die misslungenen Anschläge<br />
von Terroristen auf Deutschland aus den letzten Monaten ins Gedächtnis<br />
zurückrufen darf, muss man klar erkennen, dass mit herkömmlichen<br />
Mitteln wie der Telefonabhörung schlichtweg den Terroristen<br />
nicht beizukommen ist. So wurden für die telefonischen Kontakte<br />
Handys grundsätzlich nur einmal benutzt, eine Telefonüberwachung<br />
geht also ins Leere. Um die Bevölkerung tatsächlich vor<br />
terroristischen Gefahren schützen zu können, müssen<br />
wir neue Wege beschreiten, die natürlich den Schutz des privaten<br />
Lebensraumes hinreichend garantieren. Der normale Bürger darf<br />
sich nicht durch Schutzmaßnahmen beeinträchtigt fühlen.<br />
Trotzdem müssen wir die Möglichkeiten haben, auch im Nachhinein<br />
bestimmte Informationsverbindungen offenlegen zu können. Daher<br />
halte ich die Neuregelung der Kommunikationsüberwachung für<br />
dringend erforderlich.
</p>
<p>
<b> Altair</b>: Unterstützen Sie die harte Linie<br />
Wolfgang Schäubles, besonders in Bezug auf Überwachung?
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Natürlich unterstütze<br />
ich die Linie beispielsweise der Online-Durchsuchung von Computern.<br />
Hier gilt natürlich, dass staatliche Stellen nur nach einem<br />
richterlichen Beschluss eine Online-Durchsuchung vornehmen dürfen.<br />
Wir selbst wissen doch, dass viele, die sich kriminell betätigen,<br />
in diesem Feld bereits tätig sind. Der Staat hinkt mit seinen<br />
Maßnahmen schlichtweg hinterher.
</p>
<p>
<b>Horst Hampel</b>: Freiheitliche Ordnung schützen,<br />
indem Sie Freiheiten einschränken? Die Festnahme von Terrorverdächtigen<br />
hat auch ohne Vorratsdatenspeicherung geklappt. Glauben Sie wirklich,<br />
dass Terroristen, die wissen wie überwacht wird, Anschläge<br />
noch per E-Mail verabreden?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Sie nutzen auf jeden Fall das<br />
Internet und alle heutzutage üblichen Kommunikationswege. Die<br />
Freiheit des Einzelnen soll nicht eingeschränkt werden, sondern<br />
im Interesse seiner Freiheit sollen Kriminelle in ihren Machenschaften<br />
beobachtet werden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Aus unserem vor dem Chat eingesammelten<br />
Fragenkatalog:
</p>
<p>
<b>anonym1</b>: Zum Thema Vorratsdatenspeicherung: Die<br />
Telekommunikationsüberwachung soll nicht nur zur Strafverfolgung,<br />
sondern auch zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben aller<br />
Geheimdienste verwendet werden. Welche Aufgaben welcher Geheimdienste<br />
sind das?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Der Verfassungsschutz der Länder<br />
der Bundesrepublik beobachtet Themenfelder auch im Vorfeld von Straftaten.<br />
Die Strafverfolgung soll durch eine Beobachtung objektiviert werden<br />
und Straftaten von vornherein verhindert werden. Moderator: Nun<br />
hätte beim letzten vereitelten Anschlagsversuch eine Online-Durchsuchung<br />
nichts genutzt. Die Verdächtigen nutzten offene W-LAN-Knoten.<br />
Die Online-Durchsuchung ist ja noch nicht beschlossen, die SPD ist<br />
dagegen, für Sie muss sie aber kommen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich halte sie für notwendig<br />
und ich gehe davon aus, dass die Diskussionen auch mit dem Koalitionspartner<br />
SPD zu diesem Ergebnis führen sollten.
</p>
<p>
<b> Katatonia</b>: Wie stehen Sie dazu, die bei der Vorratsdatenspeicherung<br />
erhobenen Daten auch der Musikindustrie z.B. zur Verfügung<br />
zu stellen? Warum kam dieser Vorschlag erst nach dem beschlossenen<br />
Gesetz?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich halte diesen Vorschlag für<br />
verzichtbar.
</p>
<p>
<b>Mandarine</b>: Wie sieht es mit Videoüberwachung<br />
aus? Wollten Sie nicht die Dresdner Neustadt überwachen lassen?<br />
Wird da nicht auch jeder Bürger beobachtet und somit jeder<br />
zum potentiell Verdächtigen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir haben in Sachsen wie in<br />
anderen Ländern der Bundesrepublik mit Videoüberwachungen<br />
im öffentlichen Raum sehr gute Erfahrungen. Die Kriminalität<br />
in den überwachten Bereichen konnte deutlich zurückgedrängt<br />
werden. Ich möchte keineswegs die gesamte Dresdner Neustadt<br />
überwachen sondern plädiere dafür, dass an Kriminalitätsschwerpunkten<br />
&#8211; die bekannt sind &#8211; eine derartige Überwachung im Bedarfsfalle<br />
vorgenommen werden kann. Der normale Bürger wehrt sich auch<br />
nicht, wenn eine Videoüberwachung beispielsweise beim Tanken<br />
oder in Einkaufscentern praktiziert wird.
</p>
<p>
<b>Leipzig</b>: Wie wollen Sie den Bürgern die Angst<br />
etwa vor falscher Verdächtigung und einem &quot;Big Brother<br />
is watching you&quot; nehmen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Mit einer Videoüberwachung<br />
wird gerade der unschuldige Bürger davor bewahrt, dass er einer<br />
falschen Verdächtigung ausgesetzt wird. Die Aufzeichnungen<br />
stellen lediglich fest, wer sich gesetzeswidrig verhalten hat. Außerdem<br />
möchte ich nochmals betonen, dass es keine Rundumüberwachung<br />
24 Stunden, sieben Tage in der Woche sein soll, sondern nur dann,<br />
wenn tatsächlich eine schwierige Situation diese polizeiliche<br />
Maßnahme fordert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nachfrage vom gleichen User:
</p>
<p>
<b>Leipzig</b>: Was passiert mit den Videos, die Sie<br />
in Dresden aufnehmen wollen? Werden die gespeichert, wenn ja, wie<br />
lange?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Eine Speicherung erfolgt ja<br />
nur dann, wenn ein tatsächlicher &quot;Treffer&quot; vorliegt.<br />
Ansonsten erfolgt keine Speicherung.
</p>
<p>
<b> Moderator</b>: Ist für Sie das britische &quot;Modell&quot;<br />
wünschenswert oder sinnvoll? Die Polizei hat in London tausende<br />
Überwachungskameras bzw. Zugriff auf diese.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein derartig ausgefeiltes System<br />
brauchen wir sicherlich nicht. Es muss abgewogen werden zwischen<br />
den Interessen einzelner Bürger und notwendigen Maßnahmen<br />
zur Verhinderung von schwerer Kriminalität.
</p>
<p>
<b> Extra</b>: Eine Nachfrage: Was verstehen Sie unter<br />
einer schwierigen Situation? Etwa Demonstrationen oder ähnliches?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf keinen Fall eine angemeldete<br />
Demonstration, aber sehr wohl eine Randale zu Lasten unschuldiger<br />
Bürger oder deren Eigentum.
</p>
<p>
<b>Zweistein</b>: Videoüberwachung hin oder her,<br />
es müssen doch auch genügend Polizisten zur Verfügung<br />
stehen &#8211; was bisher nicht der Fall ist, oder?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Bei den notwendigen Polizeieinsätzen<br />
hatten wir in den vergangenen Monaten ausreichend Polizisten vor<br />
Ort. Trotzdem muss ich auch zum Schutz der Polizisten andere Möglichkeiten<br />
nutzen, um beispielsweise einen effektiveren Einsatz der Polizei<br />
zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: In Sachen, wann die Kameras laufen<br />
und wie lange gespeichert wird, besteht noch Klärungsbedarf:
</p>
<p>
<b> intrr</b>: Also, die Kameras zeichnen nur auf, wenn<br />
Verbrechen begangen werden? Das nenne ich intelligente Software<br />
🙂
</p>
<p>
<b> Extra</b>: Hm, und Sie wollen die Kameras dann anschalten,<br />
wenn randaliert wird? Oder hab ich das falsch verstanden?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das haben Sie schon richtig<br />
verstanden. Die kritische Situation entsteht ja nicht spontan, sondern<br />
bahnt sich längerfristig in einer Nacht schon an. Dann ist<br />
der Einsatz der Kameras möglich, die in einem Polizeirevier<br />
auflaufen. Die Entscheidung, ob gespeichert wird, ist natürlich<br />
keine Softwareentscheidung sondern eine Entscheidung des Polizisten<br />
vor Ort.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Noch mal zur Balance zwischen Gefahrenabwehr<br />
und politischer Alltagsarbeit. Können Sie diese Aussage nachvollziehen?
</p>
<p>
<b> Anna</b>: Anstatt mit geplanter Onlineüberwachung<br />
in privaten PCs rumschnüffeln zu wollen, sollte Deutschland<br />
lieber etwas gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit unter Migranten<br />
tun.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Die hohe Jugendarbeitslosigkeit<br />
von Migranten ist in der Tat ein sehr ernstzunehmendes Thema. Ich<br />
möchte sie aber keineswegs unter Generalverdacht stellen, wenn<br />
es um die Verhinderung von Straftaten geht. Die Vergangenheit hat<br />
ja auch gezeigt, dass diejenigen, die terroristische Anschläge<br />
planen, keineswegs arbeitslos sind sondern sehr wohl in Lohn und<br />
Brot stehen.
</p>
<p>
<b>marco-4u</b>: Eine Frage zu den neuen biometrischen<br />
Pässen. Die Daten können ja auch von ausländischen<br />
Behörden ausgelesen werden. Wie wollen Sie sicherstellen, dass<br />
zum Bsp. die USA oder andere Länder sich an die deutsche Bestimmung<br />
zum Datenschutz halten und kein Missbrauch der Daten stattfindet?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Jedes Land formuliert seine<br />
eigenen Forderungen, wenn es darum geht, Einreisen zu genehmigen.<br />
Wenn eine Einreise in die USA mit der Abgabe seiner biometrischen<br />
Daten verbunden ist, muss jeder, der einreisen will, selbst seine<br />
Entscheidung treffen ob er seine Daten amerikanische Behörden<br />
zur Verfügung stellt oder ob er auf die Reise verzichtet.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Zahl der Kritiker von Fingerabdrücken<br />
in Pässen ist groß &#8211; das ist ja jetzt noch einmal eine<br />
Erweiterung des biometrischen Ausweises. Ob die Abdrücke etwas<br />
nützen, kann man auch hinterfragen. Unterstützen Sie dieses<br />
Projekt?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich unterstütze das Projekt<br />
deshalb, weil es gegenwärtig hervorragende Fälschungen<br />
von Ausweispapieren gibt. Das Fälschen von Ausweispapieren<br />
wird durch das Ablegen der biometrischen Daten deutlich erschwert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das Luftsicherheitsgesetz wurde ja<br />
vom Verfassungsgericht verworfen, aber irgendwann muss die Frage<br />
ja mal geklärt werden:
</p>
<p>
<b> Klaas</b>: Was halten Sie von einem Abschussbefehl<br />
gegen Flugzeuge?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich möchte nicht mit demjenigen<br />
tauschen, der eine derartige Entscheidung zu treffen hat. Aus diesem<br />
Grund verstehe ich schon, dass man ihm für eine derartige Entscheidung<br />
einen entsprechenden Rechtsrahmen geben will.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wie könnte der aussehen?
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Eine rechtliche Regelung, die<br />
klar umreißt, wann ein derartiger Beschluss gefasst werden<br />
muss.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Es gibt ja derzeit viele Vergleiche<br />
in Sachen Sicherheit &#8211; von der RAF bis heute. Wie geht die Entwicklung<br />
weiter, dazu:
</p>
<p>
<b> pro-verbot</b>: Wie viele personenbezogene Daten<br />
sollen wir denn noch offen legen, bis wir uns Ihrer Meinung nach<br />
in Deutschland &quot;sicher&quot; fühlen können?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Bei ihrem Ansatz bitte ich zu<br />
bedenken, dass eine Vielzahl von Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen<br />
werden, nur möglich sind, wenn hinreichende Anhaltspunkte da<br />
sind und ein richterlicher Beschluss für derartige Überprüfungen<br />
vorliegt.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Unsere 60 Minuten tagesschau-Chat sind<br />
vorbei – vielen Dank an Innenminister Dr. Albrecht Buttolo<br />
nach Dresden, dass Sie sich Zeit für den tagesschau-Chat genommen<br />
haben. Vielen Dank an alle Nutzer von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
für ihr Interesse und die Fragen. tagesschau.de und politik-digital.de<br />
wünschen allen Beteiligten noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Herzlichen Dank für die<br />
Möglichkeit bei Ihnen zu Gast zu sein. Ich wünsche ihnen<br />
eine schöne Adventszeit und bedanke mich für ihre Fragen.<br />
Hoffentlich sind sie bald auch einmal Gast im Freistaat Sachsen<br />
auf einem der zahlreichen schönen Weihnachtsmärkte.</p>
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		<title>Persönlicher Datenschutz ist kein Thema</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel, 26. Oktober 2006) Engagierte Streiter aus Bürgerrechts-, und Datenschutzorganisationen wollen mit der Verleihung des BigBrotherAwards ein Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten schaffen. In Bielefeld wurde der Anti-Preis nun zum siebten Mal verliehen. politik-digital.de zeigt die „Gewinner“ der insgesamt fünf Kategorien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel, 26. Oktober 2006) Engagierte Streiter aus Bürgerrechts-, und Datenschutzorganisationen wollen mit der Verleihung des BigBrotherAwards ein Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten schaffen. In Bielefeld wurde der Anti-Preis nun zum siebten Mal verliehen. politik-digital.de zeigt die „Gewinner“ der insgesamt fünf Kategorien.</p>
<p><!--break--></p>
<p>&#8220;Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner des Big Brother Award 2006 in der Kategorie &#8220;Behörden &amp; Verwaltung&#8221; ist die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).“ So ähnlich mag es geklungen haben, als am 20. Oktober die Gewinner der Big Brother Awards 2006 in Bielefeld bekannt gegeben wurden. Die Kultusministerkonferenz der Länder ist zu der Ehre gelangt, weil sie bundesweit einheitliche, lebenslang gültige Schüler-IDs einführen und so Daten von allen deutschen Schülern zentral speichern und auswerten möchte.</p>
<p>In mittlerweile 14 europäischen Ländern und in den USA, Kanada und Japan werden jährlich im Oktober die<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAwards</a> an die Vorreiter der Kontrollgesellschaft vergeben. Seit sieben Jahren auch in Deutschland. Engagierte aus Bürgerrechts-, Datenschutz-, und unabhängigen Netzorganisationen wollen mit dem „Anti-Preis“ Öffentlichkeit herstellen und durch Aufklärung über ihre Machenschaften zum Widerstand anregen.<br />
                            <br />
                            <strong><br />
                            <br />BigBrotherAward 2006: Die Preisträger</strong></p>
<p>Weitere Preisträger des<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2006" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Big Brother Award 2006</a> sind in der Kategorie Wirtschaft: SWIFT-Europe (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), die den US-Behörden seit fast fünf Jahren über sein US-amerikanisches Operation-Center die Daten internationaler Banktransaktionen zur Verfügung stellt und selbst innereuropäische Daten zur Sicherung auf die Server von SWIFT-USA speichert.</p>
<p>Gleich zwei Preise wurden dieses Jahr in der Kategorie Politik verliehen: Die Mitglieder des vierten Landtags von Mecklenburg-Vorpommern werden für die gesetzliche Erlaubnis zur verdachtsunabhängigen Tonaufzeichnung in der Öffentlichkeit geehrt. Die Bundes-Innenministerkonferenz erhielt einen Award für die Einrichtung einer zentralen &#8220;Anti-Terror-Datei&#8221;.</p>
<p>Der Technik-Award geht 2006 an die Philips GmbH. Phillips hat CD-Brenner auf den Markt gebracht, die ihre Seriennummer auf den Rohling schreiben und damit eine Rückverfolgbarkeit gebrannter CDs zum Brenner ermöglichen. Der Hersteller begründet dieses Vorgehen mit der Notwendigkeit, Raubkopierer ermitteln zu wollen. Bislang ist es in Deutschland aber nicht strafbar, Privatkopien seiner CDs zu erstellen.</p>
<p>Den Preis in der Kategorie Verbraucherschutz bekam der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für die gemeinsame Warn- und Hinweisdatei der Versicherungsfirmen, in der umfangreiche Daten von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern enthalten sind. Die Jury begründet die Preisvergabe damit, dass ohne Wissen der Betroffenen nach geheimgehaltenen Kriterien und ohne ausreichende rechtliche Grundlage eine Bewertung der Versicherten durchgeführt werde.</p>
<p>Erstmals konnten die bei der Verleihung anwesenden rund fünfhundert Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden, welcher der Preisträgerinnen und Preisträger den Publikumspreis erhalten solle. Mit knapp einem Drittel aller Stimmen war der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für seine Warn- und Hinweisdatei der Gewinner.</p>
<p>                            <strong>Schwarzbuch Datenschutz</strong></p>
<p>Rena Tangens und padeluun vom Verein<br />
                            <a href="http://www.foebud.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoeBuD e.V. (</a>Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.) gehören hierzulande von Beginn an zur Big Brother Gemeinde. Sie haben nun das Schwarzbuch Datenschutz herausgegeben, in dem alle deutschen Preisträger des BigBrotherAwards bis 2005 vorgestellt werden. Neben den Preisreden gibt es kompakte Informationen zur aktuellen Entwicklung im jeweiligen Fall.</p>
<p>Auf knapp 190 Seiten erfährt der Leser unter anderem von<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2005/.life/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Otto Schilys Datenschutzsünden</a>, über<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2002/.life/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsofts &#8220;Digital Rights Managements&#8221;</a>,<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2004/.local/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoüberwachung</a> bis hin zu<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2005/.cop/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RFID-Schnüffelchips</a>. In den Beiträgen werden datenschutzrechtlich bedenkliche Fälle dargestellt wie beipielsweise von<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2005/.local/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schulen, die die Namen von Erstklässlern zu Werbezwecken weitergegeben</a> haben, von der<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2004/.work/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoüberwachung des Personals bei Lidl</a> und so weiter.</p>
<p>Die Fakten sind so aufbereitet, dass sie sowohl für Laien als auch für Spezialisten geeignet sind. Insbesondere Letztere wird das Namens- und Sachregister freuen.</p>
<p>Zweifelsohne hat die Big Brother Jury mit ihrer Arbeit die Öffentlichkeit erreicht und im Einzelfall auch Erfolge. Nur was ist davon geblieben? Das Maut-System<br />
                            <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2002/.tec/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Toll Collect</a> etwa gibt es nach wie vor. Es avanciert mittlerweile sogar zum<br />
                            <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0911/wirtschaft/0066/index.html?group=berliner-zeitung;sgroup=;day=today;suchen=1;keywords=Mautsystem%20als%20Exportschlager;search_in=archive;match=strict;author=;ressort=;von=;bis=;mark=exportschlager%20als%20mautsystem" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Exportschlager</a>. Gleiches gilt für Payback-Karten, elektronische Reisepässe und das Vorhaben der<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/econsumer/verbraucherschutz/jpiegsa_eGK051125.shtml">elektronischen Gesundheitskarte</a> von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.</p>
<p>Während in den 90er Jahren die letzte in Deutschland durchgeführte Volkszählung enorme Proteste hervorrief, weil als Ergebnis der „gläserne Bürger“ befürchtet wurde, werden<br />
                            <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_012/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2006/08/Volkszaehlungsrunde.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Anläufe</a> hingegen kaum wahrgenommen. Auch mit neuen Möglichkeiten im Internet &#8211; Stichwort Web 2.0 &#8211; scheint die<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,443539,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sorglosigkeit im Umgang mit eigenen Daten</a> um sich zu greifen.</p>
<p>Scheinbar fehlt es an Bewusstsein und Verständnis für das Thema Datenschutz. Wie viel Prozent der Bevölkerung wissen eigentlich, wer George Orwell war? Steht sein Roman 1984 nicht nur auf den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe? Wie viele wissen, das „Huxleys Neue Welt“ mehr ist, als eine Musikhalle in Berlin Neuköln?</p>
<p>
                            <strong>Buch-Info</strong><br />
                            <br />Rena Tangens &amp; padeluun (Hg.)<br />
                            <br />Schwarzbuch Datenschutz<br />
                            <br />Ausgezeichnete Datenkraken der BigBrotherAwards<br />
                            <br />Mit einem Vorwort von Peter Glaser<br />
                            <br />broschiert, 192 Seiten, 13,90 Euro<br />
                            <br />Edition Nautilus<br />
                            <br />3894014946</p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mit Sicherheit kein gutes Gefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sfrindt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anonymität im Internet - Schutz der Daten: Die deutschen Big Brother Awards 2003 wurden vergeben. Die Preise werden für gravierende Eingriffe in den Datenschutz an Politik und Wirtschaft verliehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anonymität im Internet &#8211; Schutz der Daten: Die deutschen Big Brother Awards 2003 wurden vergeben. Die Preise werden für gravierende Eingriffe in den Datenschutz an Politik und Wirtschaft verliehen.<!--break-->
                    </p>
<p>Es kommt nicht alle Tage vor, dass Preisredner in ihrer Laudatio die Ausgezeichneten für ihr Verhalten rügen. Am 24. Oktober 2003 war es wieder so weit. In Bielefeld wurden die vierten deutschen<br />
                    <a href="http://www.bigbrotherawards.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Big Brother Awards</a> verliehen. Eine unabhängige Jury aus Datenschutz- und Bürgerrechtsverbänden zeichnete Politiker und Wirtschaftsunternehmen in insgesamt sieben Preiskategorien für gravierende Eingriffe in den Datenschutz aus.</p>
<p>In der Kategorie „Politik“ wurden die Regierungen und Innenminister der Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit dem Big Brother Award bedacht. Ihr Vorhaben, den Telekommunikationsverkehr ihrer Bürger ohne begründeten Anfangsverdacht zu überwachen, habe drastische Einschnitte in elementare Grund- und Freiheitsrechte zur Folge. Bedroht seien insbesondere das Brief- und Fernmeldegeheimnis, aber auch die Pressefreiheit und das informelle Selbstbestimmungsrecht der Bürger. Die präventive Überwachung des Telefon- und E-Mailverkehrs schließe dabei die Speicherung der Verbindungsdaten mit ein. In seiner Laudatio bezeichnete Dr. Rolf Gössner von der Internationalen Liga für Menschenrechte das Maßnahmenpaket der Länder als „unverhältnismäßig, uferlos und kaum kontrollierbar.“</p>
<p>Das Verhältnis von vollziehender und gesetzgebender Gewalt beschäftigte die Juroren auch im Fall des Innensenators des Landes Berlin, Dr. Ehrhart Körting. Dieser hatte den Einsatz von „stillen SMS“ durch die Berliner Polizei auf besonders fragwürdige Weise legitimiert. Das sogenannte „Pingen“ ermöglicht die Ortung von Verdächtigen durch die Verschickung von SMS. Ob ein solches Vorgehen durch geltendes Recht abgesichert ist, stellen die Datenschützer in Frage. Nach gängiger Lesart schütze das Grundgesetz nicht nur die unmittelbare Kommunikation, sondern auch die Kommunikationsbereitschaft. Diese aber sei durch das Vorgehen der Berliner Polizei verletzt worden.</p>
<p>Dass Datenschutz und Bürgerrechte seit den terroristischen Anschlägen des 11. Septembers unter Anrufung sicherheitspolitischer Gefahren beschnitten werden, darauf haben Experten und Datenschützer wiederholt hingewiesen. Die umstrittene Verschärfung der Landespolizeigesetze in Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen etwa erfolge „im Windschatten der Terrorismusbekämpfung“, wie Dr. Rolf Gössner in seiner Laudatio bemerkte. Gefährdet scheint dieser Tage daher auch die Sicherheit des Datenschutzes. Das ganze Ausmaß einer solchen „Bedrohung durch Sicherheit“ tritt offen zu Tage, wenn der Internet-Service-Provider „T-Online“ das neue Sicherheitsparadigma heranziehen kann, um die datenschutzwidrige Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten mit der Verfolgung möglicher Mißbrauchsfälle durch Hacker und die Streuung von Internetviren zu legitimieren.</p>
<p>Mit der rechtswidrigen Speicherung von IP-Adressen verdiente sich „T-Online“ den Big Brother Award in der Kategorie „Kommunikation“. Als rechtlich prekär erweise sich hierbei, dass die Polizei und andere staatliche Bedarfsträger zum Zwecke der Verbrechensbekämpfung auf die gespeicherten Daten von „T-Online“ zurückgreiffen konnten. „T-Online“ habe die Datenschützer wissen lassen, dass die zuständige Datenschutzbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt, der unzulässigen Datenspeicherung ihren behördlichen Segen erteilt habe.</p>
<p>Die Speicherung personenbezogener Daten, das wird an diesem Abend deutlich, zwingt den Datenschutz zum Rückzug. Bei der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), dem Preisträger in der Kategorie „Lifetime Award“, habe die umstrittene Vorratsdatenspeicherung nach Einschätzung von Dr. Thilo Weichert, dem Vorsitzenden der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V., „praktisch zur Errichtung eines zentralen Bundesmelderegisters“ geführt. Auch in diesem Fall werde gegen den verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitgrundsatz verstoßen. Weichert prangerte zudem an, dass sich die GEZ systematisch Daten aus mitunter fragwürdigen Quellen beschaffe und sich einer umfassenden und unabhängigen Datenschutzkontrolle, wie sie von der Europäischen Datenschutzrichtlinie vorgeschrieben wird, entziehe.</p>
<p>Dass in Deutschland ein Big Brother Award für gravierende Datenschutzverletzungen verliehen werden müsse, gesteht Dr. Thilo Weichert, habe er bis vor wenigen Jahren selbst nicht geglaubt. In den wenigen Jahren, in denen er seine Beurteilung der datenrechtlichen Lage in Deutschland überdachte, ist der Verfall des Datenschutzes und des Fernmeldegesetzes soweit vorangeschritten, dass der ehemalige Verfassungsrichter Jürgen Kühling im „Grundrechte-Report 2003“ bereits den „Totalverlust“ des Brief- und Fernmeldegeheimnisses beklagte.</p>
<p>Der Big Brother Award will dazu beitragen, gravierende Datenschutzverletzungen öffentlich zu machen und die Verbraucher zu einem sorgsamen Umgang mit vertraulichen Daten anzuhalten. Dies gilt insbesondere für die Nutzung des Internet. Das vorherrschende Thema der diesjährigen Big Brother Awards, die Problematik einer Langzeitspeicherung personenbezogener Daten, wird die Datenschützer über den Winter hinaus begleiten. Experten rechnen damit, dass die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes, die für das Frühjahr 2004 erwartet wird, unter anderem die Einführung der Vorratsdatenspeicherung vorsieht. Die elektronischen Spuren, die Internet- und Mobilfunknutzer unfreiwillig hinterlassen, würden dann noch umfangreicher nutztbar.</p>
<p>Ausgezeichnet wurden mit dem Big Brother Award 2003 zudem die Regierung der USA, die „Metro AG“ und – wie bereits im Vorjahr – die „Deutsche Post AG. Die Preisträger des Big Brother Awards 2003 im Überblick:</p>
<ul>
<li>Kategorie „Arbeitswelt“: Die „Deutsche Post-Shop GmbH“</li>
<li>Kategorie „Politik“: Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen</li>
<li>Kategorie „Verbraucherschutz“: „Future Store Initiative, Metro AG“</li>
<li>Kategorie „Lifetime-Award“: Gebühreneinzugszentrale (GEZ)</li>
<li>Kategorie „Regional“: Der Innensenator von Berlin, Dr. Erhart Körting</li>
<li>Kategorie „Behörden“: Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika</li>
<li>Kategorie „Kommunikation“: „T-Online AG“<br />
                      </li>
</ul>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 29.10.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Datenschutzmuffel im Alpenland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-datenschutz-bigbrotheroe02-shtml-2490/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[alederer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Uniqua]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother Award]]></category>
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					<description><![CDATA[In Wien wurden zum 4. Mal die Big Brother Awards für die größten Datenschutzmuffel Österreichs vergeben. Wer durfte sich nun im Alpenland über die bei den Preisträgern wenig beliebte Auszeichnung für das Jahr 2002 freuen?„And the Big Brother 2002 goes to…….“
                  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Wien wurden zum 4. Mal die Big Brother Awards für die größten Datenschutzmuffel Österreichs vergeben. Wer durfte sich nun im Alpenland über die bei den Preisträgern wenig beliebte Auszeichnung für das Jahr 2002 freuen?„And the Big Brother 2002 goes to…….“<br />
                  <br /><!--break--><br />
                  <br />„And the Big Brother 2002 goes to…….“</p>
<p>
                    <strong>In Österreich wurde der Preis in sechs Kategorien vergeben:</strong>
                  </p>
<p>1. Business und Finanzen: In der ersten Kategorie durfte sich die österreichische Versicherungsgesellschaft Uniqua über den Preis freuen. Die Kunden mussten beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung eine besonders weit gefasste „Zustimmung zur Ermittlung, Übermittlung und Verwendung von Daten“ unterschreiben. Dabei gab der Kunde sein Einverständnis, dass Daten über seinen Gesundheitszustand bei allen Institutionen eingeholt werden dürfen, die über diese Informationen verfügen könnten, z.B. Ärzte, Krankenhäuser, Sozialversicherungsträger etc. Der Versicherungsnehmer, so das Urteil der Jury, entbindet daher Ärzte und anderes medizinisches Personal auf Lebzeiten von deren Schweigepflicht.</p>
<p>2. Politik: Der Award für den größten Datenschutzmuffel ging in dieser Kategorie an den oberösterreichischen Landeshauptmann- Stellvertreter (Stellvertreter des Ministerpräsidenten, Österreichische Volkspartei (ÖVP)) Erich Haider (Sozialdemokratische Partei Österreichs), der als Verkehrsreferent für den Bau eines kleinen U- Bahnnetzes in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz verantwortlich ist. Für das U- Bahnnetz, das voraussichtlich 2004 in Betrieb gehen soll, wurde jetzt schon das Überwachungssystem präsentiert. Das System wird von den Verkehrsbetrieben und der Polizei gemeinsam betrieben. Alle öffentlich zugänglichen Teile werden flächendeckend mit Mikrophonen und Kameras überwacht, die computergesteuert auf außergewöhnliche Bewegungen und Geräusche reagieren.</p>
<p>3. Behörden und Verwaltung: Diese Kategorie ging an den Innsbrucker Vizebürgermeister Dipl. Ing. Eugen Sprenger (ÖVP), dessen Ressort unter anderem für Jugendwohlfahrt und Soziales zuständig ist. Die Ehre der Nominierung verdankt er einem Sozialhilfeantragformular seiner Behörde, das auf 4 Seiten nach Meinung der Juroren unverhältnismäßig viele Informationen über den Antragsteller sammelt. Mit seiner Unterschrift ermächtigt der Antragsteller die Stadtverwaltung überdies, für den Antrag relevante Informationen bei allen Institutionen, die diese Informationen besitzen könnten, einholen zu dürfen.</p>
<p>4. Kommunikation: Der Preis in der Kategorie Kommunikation wurde an drei namentlich unbekannte Richter der Ratskammer (Richtersenat) Klagenfurt anonym vergeben, die zur Aufklärung einer Einbruchsserie im Raum Klagenfurt alle vier österreichischen Handynetzbetreiber verpflichteten, Verbindungsdaten von tausenden Kunden um bestimmte in tatortnähe gelegenen Funkmasten über einen Zeitraum von mehrerer Tagen herauszugeben. Diese von der Jury als unverhältnismäßig gewertete Maßnahme wurde prämiert.</p>
<p>5. Lifetime Achievement Award: Diesmal wurde die österreichische Bildungsministerin Elisabeth Gehrer für ihre außerordentlichen Leistungen ausgezeichnet. Nach dem in ihre Zuständigkeit fallenden Bildungsdokumentationsgesetz werden in einer von den Juroren „Benimm- und Betragensdatenbank des Grauens“ getauften Datenbank nicht nur die Stammdaten von Schülern gesammelt, sondern auch andere Daten, wie das Religionsbekenntnis, die Eigenschaften als ordentlicher oder außerordentlicher Schüler und der festgestellte sonderpädagogische Förderungsbedarf. Was früher als Jugendsünde bezeichnet und vielfach vergessen wurde, wird ab jetzt auf unbestimmte Zeit in einer zentralen Bildungsdatenbank gespeichert.</p>
<p>6. Publikumspreis: Neben Elisabeth Gehrer (ÖVP) konnte noch ein anderes Mitglied der österreichischen Bundesregierung einen Preis davontragen: Innenminister Ernst Strasser wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die „Beliebtheit“ des Ministers wird von der Jury mit seinem Engagement für die personelle Verknüpfung von Militär und Polizei erklärt. Strasser befördere Beamte des Heeresnachrichtendienstes in hohe Positionen seines Innenministeriums.<br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 31.10.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Big-Brother-Award 2002 Update</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumerdatenschutzbigbrother02-shtml-2421/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/econsumerdatenschutzbigbrother02-shtml-2421/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, den 25. Oktober 2002 wurden zum dritten Mal die Deutschen Big-Brother-Awards verliehen. Netzaktivisten vergaben den Preis in acht Kategorien, unter anderem 'Politik', 'Verbraucherschutz', 'Arbeitswelt' und 'Kommunikation'.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, den 25. Oktober 2002 wurden zum dritten Mal die Deutschen Big-Brother-Awards verliehen. Netzaktivisten vergaben den Preis in acht Kategorien, unter anderem &#8216;Politik&#8217;, &#8216;Verbraucherschutz&#8217;, &#8216;Arbeitswelt&#8217; und &#8216;Kommunikation&#8217;.<!--break-->
                    </p>
<p>Großkonzerne, zwei Minister und Klaus Wowereit als Bundesratspräsident &#8211; so nobel die Liste der Preisträger klang, scheuten die Ausgezeichneten bis auf einen doch die Verleihung der Big Brother Awards. Denn die Awards gehen an Preisträger, für die Datenschutz und Privatsphäre von Verbrauchern Fremdwörter sind.<br />
                    <br />So strafte die Experten-Jury aus Datenschützern und Computer-Aktivisten Wowereit für die Bundesratsinitiative ab, die Internet-Provider und andere Teledienstleister verpflichten will, auf unbeschränkte Zeit zu speichern, wer wann und wie ihre Dienste genutzt hat. Damit sei die vollständige telekommunikative Überwachung möglich, begründeten die Preisverleiher ihre Entscheidung.<br />
                    <br />Hessens Innenminister Volker Bouffier hatte nach Meinung der Jury “stellvertretend für seine Kollegen in anderen Bundesländern” einen Big Brother Award für die Novellierung des Landespolizeigesetzes verdient. Das Gesetz habe Rasterfahndungen erheblich vereinfacht, auch gegen Bedenken von Teilen der Justiz.</p>
<p>Big Brother-würdig waren auch die Karteien, in denen das BKA potenzielle politische Gewalttäter und kriminelle Ausländer “präventiv” speichert, auch ohne dass vorher strafbar geworden seien.<br />
                    <br />In der Kategorie Arbeitswelt ging der Preis an die Bayer AG in Leverkusen, weil der Konzern von neuen Auszubildenden einen Drogentest verlangt. Den Big Brother Award im Bereich Verbraucherschutz bekam die Deutsche Post. Sie war bereits im vergangenen Jahr nominiert worden, weil sie Daten aus Adressänderungen und Nachsendeanträgen weiterverkauft.<br />
                    <br />Wer die Weitergabe seiner Daten ablehne, werde von der Post mit einem Anschreiben doch noch zur Einwilligung gedrängt, rügte die Jury des Big Brother Awards.</p>
<p>Software-Riese Microsoft war bereits mehrfach nominiert worden, aber bisher stets leer ausgegangen. Die Jury wollte sich Vorwürfe vermeiden, sie prügele einfach auf das Hassobjekt vieler Computerfreaks ein. Diesmal ging aber doch ein Big Brother an den “Windows”-Produzenten – für seine Lebensleistung. Neben zahlreichen Sicherheitslücken baue Microsoft in neue Programme wie “Media Player” Registrier- und Überwachungsmechanismen ein.<br />
                    <br />In einer Sache ging die vielgeschmähte Softwarefirma aber mit gutem Beispiel voran: Der Datenschutzbeauftragte von Microsoft Deutschland erschient auf der Verleihungszeremonie um Preis und Kritik entgegennehmen. In der Vergangenheit hatten die Preisträger wie Innenminister Otto Schily die Veranstaltung geschwänzt.<br />
                    <br />Ihre Negativ-Preise verliehen die Organisatoren um den Bielefelder Computer-Verein FoeBud e. V. zum dritten Mal. Big Brother Awards gibt es auch in England, den USA, Österreich und der Schweiz.<br />
                    </p>
<p>
                      <strong>And the Big-Brother-Award 2002 goes to&#8230;</strong>
                    </p>
<p>
                    <strong>Microsoft AG</strong><br />
                    <strong>(Kategorie: Lifetime-Award)</strong><br />
                    <br />Die Microsoft AG erhält den Big-Brother-Award für das Lebenswerk wegen der Summierung von Privacy-Problemen über viele Jahre hinweg (heimliche Registrierung, Passport, XP-Service-Pack 1, Palladium, .net). Dieser Preis ist gleichzeitig der Hauptpreis der Big-Brother-Awards des Jahres 2002 wegen der Realisierung von DRM (Digital Rights Management) durch die Hintertür (Windows Media Player).</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Bayer Aktiengesellschaft (Kategorie: Arbeitswelt)</strong><br />
                    <br />Die Bayer AG, Leverkusen, erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Arbeitswelt für ihre demütigende Praxis Auszubildende vor der Einstellung einem sogenannten Drogenscreening zu unterziehen.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Innenminiter NRW Dr. Fritz Behrens (Kategorie: Regionalpreis)</strong><br />
                    <br />Der hessische Innenminister Volker Bouffier erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Politik, weil er im Land Hessen die vom Gericht verbotene Rasterfahndung per Gesetzesnovellierung quasi durch die Hintertür wieder eingeführt hat.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Deutsche Post AG (Kategorie: Verbraucherschutz)</strong><br />
                    <br />Die Deutsche Post AG erhält den Preis in der Kategorie Verbraucherschutz wegen des datenschutzwidrigen Umgangs mit Daten aus den Post-Nachsendeanträgen (erzwungenes Doppeltes Opt-Out). Nur wer zweimal ausdrücklich widerspricht, kann verhindern, dass seine ihre Adresse weiter gegeben wird.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Hessischer Innenminister Volker Bouffier (Kategorie: Politik)</strong><br />
                    <br />Der hessische Innenminister Volker Bouffier erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Politik, weil er im Land Hessen die vom Gericht verbotene Rasterfahndung per Gesetzesnovellierung quasi durch die Hintertür wieder eingeführt hat.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Deutscher Bundesrat (Kategorie: Kommunikation)</strong><br />
                    <br />Der Deutsche Bundesrat erhält den Big-Brother-Award der Kategorie Kommunikation für seinen Beschluss, Telekommunikations(dienste)anbieter zu verpflichten, die Verbindungsdaten von allen Nutzerinnen und Nutzern für eine nicht festgelegte Dauer für Zwecke von Polizei und Geheimdienste auf Vorrat zu speichern (Vorratsdatenspeicherung).</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Toll Collect GmbH (Kategorie: Technik)</strong><br />
                    <br />Die Toll Collect GmbH erhält den Big-Brother-Award in der Kategorie Technik, da mit der satellitengestützen Erhebung und zentralen Verarbeitung der Bewegungsdaten von Kraftfahrzeugen eine neue Dimension der Beobachtung von Verkehrsteilnehmern möglich wird. Die Zusicherung der Betreiber, dem Datenschutz zu genügen, erscheint uns bei der Größenordnung der Erfassung und den Möglichkeiten der Auswertung nicht angemessen.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Bundeskriminalamt, BKA (Kategorie: Behörden + Verwaltung)</strong><br />
                    <br />Das Bundeskriminalamt erhält den Big-Brother-Award in der Kategorie Behörden und Verwaltung wegen der Einführung der drei Präventivdateien LIMO (Gewalttäter Links) REMO (Gewalttäter Rechts) und AUMO (politisch motivierte Ausländerkriminalität).</p></p>
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