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	<title>Inside Wikileaks &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Ihr könnt euch kein Bildnis machen &#8211; Digitale Presseschau KW44</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2013 16:57:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Überwachungsskandal hat mithilfe von Angela Merkels Telefon wieder an medialer Präsenz gewonnen. Frank Schirrmacher ist schockiert und befürchtet, wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Überwachungsskandal hat mithilfe von Angela Merkels Telefon wieder an medialer Präsenz gewonnen. Frank Schirrmacher ist schockiert und befürchtet, wie auch Ralf Wienken, das Aufkommen einer wesentlich gesteuerten Gesellschaft, die noch nicht einmal weiß, wie sie gesteuert wird. Derweil sehen Andere neue Sphären von Privatheit im soziotechnischen Raum des Netzes entstehen und Prof. Caja Thimm bewertet die Rolle der Social Media im zurückliegenden Wahlkampf. Schließlich veröffentlichen deutsche Katholiken ein Papier zu Netzpolitik und Tobias Kieber lässt Codes und Algorithmen eine nahezu christliche Botschaft sprechen: Ihr könnt euch kein Bildnis von uns machen.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=ByXF0mCY5TM&#038;feature=youtu.be<br />
Rüttens Bullshit des Tages: Angela Merkel und die NSA. Am 09.02.2012 führte der Geschäftsführer von politik-digital.de, Steffen Wenzel, <a href="http://politik-digital.de/politik-digital-de-im-gespraech-mit-der-bundeskanzlerin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein Interview mit Kanzlerin Angela Merkel</a>. Wir freuen uns, dass tele5 das Interview als Grundlage für eine Sendung ihres Satireformats &#8220;Rüttens Bullshit des Tages&#8221; verwendet hat. Nun stehen Steffen Wenzel noch ganz andere Karrieren offen.<b><br />
</b><br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/10/28/big-data-und-ueberwachung-niemand-hoert-uns-zu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Von Überwachung zu Steuerung</a></h3>
<p>Ralf Wienken fürchtet zwei Dinge: Erstens, dass der Staat sich trotz aller Überwachungmaßnahmen im Big Data-Format gar nicht wirklich für uns interessiert. Zweitens, dass Daten und Desinteresse zur Grundlage politischer Steuerung werden. In einem Beitrag auf netzwertig.com vertritt Wienken die These, dass Metadaten, „also Daten über Daten“, die relevanten Informationen für Geheimdienste und Unternehmen seien. Es sei nicht interessant, was wir sagen, sondern wo, wann und wie wir es sagen. Mit diesen Metadaten könne nicht nur überwacht, sondern könnten durchaus auch allgemeine politische Entscheidungen fundiert werden. Für den Autor wäre das der wahre „Horror“.</p>
<h3><a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/mediathek/magazin/magazin21/kappes/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Maschinen zu neuen Privatheiten</a></h3>
<p>In einem ausführlichen Beitrag im Magazin der Kulturstiftung des Bundes diskutiert Christoph Kappes die Möglichkeiten neuer Sphären von Privatheit in Zeiten digitaler Überwachung und Öffentlichkeit. Er vertritt die These, dass Privatheit nie durch einen selber kontrollierbar, sondern durch andere Menschen und Algorithmen bestimmt sei. Aufgrund der dauerhaften Beobachtung durch Maschinen passe sich Verhalten an und Vertrauen werde zerstört. Dem müsse durch neue Formen soziotechnischer Normen und Systeme entgegengewirkt werden, um Privatheit stabilisieren zu können. Denn „Privatheit ist ein soziales Konstrukt, und als solche nimmt sie auch im digitalen Raum neue Formen an“.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/amerika-ueberwacht-die-welt-europas-sputnik-schock-12643159.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Für den europäischen Aufbruch!</a></h3>
<p>Frank Schirrmacher ist schockiert. Für ihn ist klar, „die Ausspähung der Bundeskanzlerin in Zeiten der Euro-Krise ist näher an einem Insider-Geschäft als an einer Terror-Vermeidungsstrategie“. Auf faz.net sieht der Herausgeber der FAZ die Grenzen zwischen staatlicher Anti-Terror Überwachung und Markt- bzw. Konsumenten-Ausspähung von Unternehmen verschwimmen. Beide griffen „verheerend“ in unser Leben ein. Ebenso wie Ralf Wienken sieht Schirrmacher eine stark gesteuerte Gesellschaft vor sich, welche die Regeln der eigenen Steuerung nicht mehr kennt. Appellierend an die „brachliegende digitale Intelligenz“ fordert er einen europäischen Aufbruch Richtung Open Source, integre Netzwerke und Schengen-Cloud. Netzpolitik sei nicht mehr „twitternden Politikern als Spielwiese zu überlassen“.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/parallelwelt-big-data-du-kannst-dir-kein-bildnis-machen-1.1804584" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ihr könnt euch kein Bildnis machen</a></h3>
<p>Durch die Feder von Tobias Kniebe wird Filmkritik zu einer kurzen, aber grundlegenden Analyse eines der großen Probleme der digitalen Gesellschaft. Auf sueddeutsche.de fällt Kniebe die Unfähigkeit der Filme Inside Wikileaks und The Social Network auf, die Essenz von WikiLeaks und Facebook zu visualisieren: Codes und Algorithmen. Dabei werde „wahre Geschichte“ längst von diesen geschrieben. Für die Welt der Codes gäbe es allerdings keine Bilder und Überwachungsskandale und digitale Vernetzungen blieben abstrakt. „So abstrakt wie das Gefühl, dass man eigentlich Widerstand leisten müsste“.</p>
<h3><a href="http://www.medienpolitik.net/2013/10/social-mediafacebook-ist-eine-riesige-klatschborse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media im Wahlkampf und als umzäunte Gärten</a></h3>
<p>Die Analyse der Rolle der Social Media im Wahlkampf zur Bundestagwahl 2013 bleibt aktuell: Im Interview mit medienpolitik.net bietet die Professorin für Medienwissenschaft in Bonn, Caja Thimm, ihre Einschätzung. Dabei spricht sie über Unterschiede zur USA, die unterschiedlichen Funktionen von Social Media für Mobilisierung und Meinungsbildung und die Verknüpfung von analogem mit digitalem Wahlkampf. Zuletzt warnt sie vor der homogenisierenden Wirkung von Social Media und speziell Facebook, das die Strategie eines „Fenced Garden“ betreibe, wo „Cyber-Tribes“ bereits entstanden seien.</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/65984/netzpolitik-auf-katholisch-hintergrunde-zum-zdk-papier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was machen denn die Katholiken im Netz?</a></h3>
<p>Das netzpolitische Grundsatzpapier des Zentralkomitees der deutschen Katholiken rief Verwunderung hervor. Während eine wenigstens zum großen Teil christliche Regierung das Thema gekonnt flach hält, erarbeitet der ZdK eine eigene Grundposition zu Netzpolitik. Felix Neumann, Mitverfasser des Papiers, erläutert auf Carta dessen Entstehung. So ließ eine im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung stark unterdurchschnittliche Netz-Affinität der katholischen Basis das ZdK den Blickwinkel der Beteiligungsgerechtigkeit annehmen. Mit dem Ergebnis hofft der Autor, konservative Netzpolitik „in eine bessere Richtung zu bewegen“ und insgesamt den Blick auf das Thema zu weiten.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übersicht zum NSA-Skandal</a></h3>
<p>Auf zeit.de hat Patrick Beuth eine etwas trockene aber informative Übersicht zum NSA-Skandal veröffentlicht. Unter den Kategorien „Geschichte“, „Überwacher“, „Überwachte“, „Ziele“ und „Reaktionen“ fasst Beuth den Skandal stichpunktartig zusammen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>WikiLeaks vs. Hollywood: Enthüllungsplattform schießt gegen Kino-Thriller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wikileaks-vs-hollywood-enthuellungsplattform-schiesst-gegen-kino-thriller-133973/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 11:25:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133976" alt="WikileaksPRSchlacht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg" width="600" height="399" /></a>Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform WikiLeaks, deren Geschichte jetzt über die globalen Leinwände flimmert. Julian Assange findet: Der Thriller „Inside WikiLeaks &#8211; Die fünfte Gewalt“ ist ein gefährliches Zerrbild. Die PR-Schlacht hat begonnen.<br />
Im Januar 2013 bekommt der Schauspieler Benedict Cumberbatch („Sherlock“) eine <a href="http://wikileaks.org/First-Letter-from-Julian-Assange.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail </a>von Julian Assange, den er zuvor vergeblich zu kontaktieren versucht hatte. Cumberbatch wollte zur Vorbereitung auf seine Rolle im Thriller „Inside WikiLeaks“ mit Assange sprechen, erhielt jedoch lange keine Antwort von dem WikiLeaks-Gründer, der – ebenso wie seine Whistleblower-Plattform – nicht in die Produktion des Films involviert war.<br />
Einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten erfährt Cumberbatch dann dank dieser E-Mail doch noch unmissverständlich, wie sehr Assange den Film ablehnt. Cumberbatch weiß von da an zweifelsfrei: Er wird einen Mann spielen, der nicht gespielt werden will, zumindest nicht nach dem vorliegenden Drehbuch.</p>
<h3>Bilder sind gefährlich</h3>
<p>Assange hält „Inside WikiLeaks“ für eine gegen ihn gerichtete Waffe. Er kennt die Macht der Traumfabrik, deren Bilder sich zumeist sehr fest in die Köpfe des Kinopublikums fressen – weil die Zuschauer an den Kinokassen nie bloß Tickets kaufen, sondern immer auch Deutungsschablonen.<br />
Wobei in Assanges Mail wieder offenkundig wird, dass er seine eigene Deutungsweise hat. Das Produktionsstudio Dreamworks stehe demnach in Verbindung mit WikiLeaks‘ wahrscheinlich größtem Feind: der US-Regierung. Welcher Natur diese Verbindung sein soll, führt Assange nicht aus und bemüht somit ein verschwörungstheoretisches Argumentationsmuster, in das sich z. B. auch seine Sicht auf die angeblich miteinander verbandelten Massenmedien (MSM = Mainstream Media) fügt.<br />
Etwas konkreter wird Assange, wenn er schreibt, was ihn an „Inside WikiLeaks“vor allem stört. Der Film basiert auf zwei Sachbüchern, die er nicht beim Namen nennt, aber für stark diskreditierend hält: <a href="http://politik-digital.de/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„WikiLeaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</a> von den Guardian-Journalisten Luke Harding und David Leigh sowie „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ des ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiters Daniel Domscheit-Berg. Beide Bücher setzen sich kritisch mit Assange und WikiLeaks auseinander. Sie sind der Grund, warum WikiLeaks unmittelbar nach Bekanntgabe der Produktion des Hollywood-Films über die Enthüllungsplattform twitterte:</p>
<blockquote><p>„This is how bullshit ends up being history: Spielberg [einer der Gründer von Dreamworks] lines up WikiLeaks film based on books by opportunists.“</p></blockquote>
<p>Twitter ist der Kanal, von dem aus WikiLeaks auch heute sein Image verteidigt. „Inside WikiLeaks“ lief am 18. Oktober in den US-amerikanischen Kinos (unter dem Titel „The Fifth Estate“) an. WikiLeaks konnte diesen PR-Schlag nicht unbeantwortet lassen, weswegen die Enthüllungsplattform sich alleine am Tag des Filmstarts in 18 Tweets mit dem Film auseinandersetzte. Dessen geringe Besucherzahlen spielten der WikiLeaks-PR in die Hände, gaben eine Steilvorlage für bissig-hämische Kommentare. Der Tenor: Der Film ist Dreamworks‘ größter Flop seit zehn Jahren – aber wer hätte vom „Twilight“-Regisseur Bill Condon auch etwas anderes erwartet? Julian Assanges Freunde scheinen ähnlich zu denken; ein gepostetes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9YrH8FyWs0&amp;feature=c4-overview&amp;list=UUcg9c3gXb_rwyqzeCaLuHDA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> soll sie nach einer Vorstellung von „Inside WikiLeaks“ zeigen, wie sie sich über den Film auslassen.<br />
Die Verantwortung für den Flop beansprucht WikiLeaks für sich:</p>
<blockquote><p>„After our boycott, Dreamworks‘ Fifth Estate is now headed to be the worst financial disaster of all time after 2003’s &#8216;Sinbad&#8217;.“</p></blockquote>
<h3>High-Speed-Enthüllungen</h3>
<p>Die Hollywood-Version von WikiLeaks‘ Aufstieg zur „fünften Gewalt“ hält sich weitestgehend chronologisch an die tatsächlichen Ereignisse. Das Tempo ist dabei so hoch, dass dem weniger sachkundigen Zuschauer der Kopf schwirren wird. Auf der einen Seite sehen wir, wie Daniel Berg (Daniel Brühl) – so hieß Domscheit-Berg vor seiner Hochzeit – rasch zum Vertrauten Assanges (Benedict Cumberbatch) aufsteigt, fasziniert von dessen Visionen und Charisma, auf der anderen Seite reiht sich Enthüllung an Enthüllung: ein Korruptionsskandal in Kenia, die Steuerhinterziehung der Schweizer Bank Julius Bär, interne Dokumente der Sekte Scientology. Dramaturgische Höhepunkte sind schließlich die Enthüllungen, mit denen WikiLeaks Journalismusgeschichte geschrieben hat: Das <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> über einen Helikopterangriff auf Zivilisten im Irak, die Warlogs aus Afghanistan und Irak – und das historisch beispiellose Offenlegen einer Viertelmillion geheimer Berichte US-amerikanischer Botschaften und des Außenministeriums.<br />
Assange wird im Film nicht dämonisiert, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Er ist einnehmend und scheint getrieben vom Ideal der Machtkontrolle, zeigt aber auch immer wieder narzisstische Züge. Die Beziehung zu Daniel Berg zerbricht hier vor allem am autoritären Führungsstils Assanges und an dessen Weigerung, die afghanischen „Kriegstagebücher“ vor Veröffentlichung um für Informanten potentiell gefährliche Details zu kürzen (zum Teil kam Assange dieser auch von den beteiligten Medien erhobenen Forderung dann doch nach, was im Film aber unerwähnt bleibt).</p>
<h3>„Das war aber ganz anders!“</h3>
<p>Dass „Inside WikiLeaks“ den Charakter Assanges und die Methoden seiner Organisation partiell infrage stellt, hat WikiLeaks dazu veranlasst, wie schon in Begleitung der Dokumentation <a href="politik-digital.de/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„We Steal Secrets“</a> ein mit Anmerkungen versehenes <a href="http://wikileaks.org/The-Fifth-Estate.html#about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehbuch</a> zu publizieren. Die Beanstandungen betreffen mögliche Petitessen und potentiell schwerwiegende Realitätsverzerrungen. Ob sich Assange nun, wie im Film dargestellt, die Haare weiß färbt oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Der Grad der Involvierung Domscheit-Bergs gehört sicher ebenfalls nicht zu den Streitfragen höchster Priorität – zumal die Macher von „Inside WikiLeaks“ keinen Anspruch auf Objektivität erheben und zugeben, die Ausgestaltung der Filmfiguren auch unter dramaturgischen Gesichtspunkten vorgenommen zu haben.<br />
Entscheidender sind die Diskrepanzen hinsichtlich des Transparenzbegriffs, die sich zwischen der Filmdarstellung und den offiziellen Verlautbarungen von WikiLeaks auftun. Ist Assanges Vorstellung von Transparenz tatsächlich so absolut, wie der Film nahelegt, gewichtet er sie also höher als den Informantenschutz? Dem widerspricht WikiLeaks in den Anmerkungen vehement, verweist etwa auf die Zurückhaltung von 15.000 Afghanistandokumenten (gleichwohl wurden 76.000 unredigiert ins Netz gestellt).<br />
Hat Domscheit-Berg wirklich im Sinne des Quellenschutzes gehandelt, als er im Zuge seines Ausscheidens bei WikiLeaks Belege über US-amerikanisch verantwortete Kriegsverbrechen in Afghanistan von den WikiLeaks-Servern mitnahm und später löschte? Wer trägt die Schuld daran, dass die unredigierten Depeschen 2011 ihren Weg ins Internet fanden – der Guardian-Journalist David Leigh, der in seinem Buch das Passwort verriet, oder Assange, der Leigh nach das Passwort entgegen einer Zusicherung nicht änderte? Und wie groß ist der Schaden, der dadurch entstand, dass die Depeschen und der Großteil der Afghanistandokumente ohne Schwärzungen für alle zugänglich geworden sind?<br />
WikiLeaks‘ Versuch des Gegensteuerns, unter anderem durch die Verbreitung eines eigenen Dokumentarfilms („Mediastan“) zum Start der Hollywood-Produktion, ist legitim; genauso legitim wie die Fiktionalisierung einer zeitgenössischen Organisation und ihrer Mitarbeiter, die ja teilweise im öffentlichen Raum agieren und öffentliche Deutungen daher aushalten müssen.<br />
Vielleicht übertreibt es WikiLeaks aber mit der Sorge um das eigene Ansehen – weil Hollywood dieses Mal gar keine so prägenden Bilder liefert. Das Kritikerecho auf „Inside WikiLeaks“ jedenfalls ist in der Summe negativ. Und nicht mal dem von Assange verdammten Guardian-Journalisten und Mitautor der Buchvorlage, David Leigh, hat die Interpretation aus Hollywood sonderlich gefallen.<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH<br />
Text:<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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