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		<title>Wie sehr beeinflussen Algorithmen unsere politischen Einstellungen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Wegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Aug 2023 09:23:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Was sind eigentlich Algorithmen? Ein Algorithmus kann als eine Art Rezept betrachtet werden, das beschreibt, wie eine bestimmte Eingabesequenz (z.B. eine Suchanfrage) in eine Ausgabesequenz (Antwort) umgewandelt werden kann. Dazu brauchen Algorithmen klar definierte Regeln, um ein „Problem“ zu lösen. Das Problem dabei ist: Wer definiert diese Regeln? Sind diese Regeln vielleicht diskriminierend, intransparent, ethisch bedenklich oder manipulierend? </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #d13438;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Oft werden deswegen die Algorithmen von sozialen Medien wie Facebook und Instagram kritisiert, weil sie zumindest intransparent sind und vermutet wird, dass sie für eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft mitverantwortlich sind. So wird die Entstehung von sogenannten Filterblasen in sozialen Netzwerken als potenzielle Bedrohung für die Demokratie betrachtet, da Algorithmen dort populistische und ideologisierte Meinungen verstärken können. Nun deuten aktuelle Studien darauf hin, dass die Auswirkungen von Algorithmen möglicherweise weniger gravierend sind, als sie in den vergangenen Jahren dargestellt wurden. Wie valide sind diese Erkenntnisse? In welchem Maße beeinflussen uns Algorithmen tatsächlich?</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">In insgesamt 16 Studien wurde untersucht, welchen Einfluss Facebook und Instagram auf die Verbreitung von Falschinformationen, politische Beteiligung und Polarisierung haben. Die ersten Studien wurden jetzt in den wissenschaftlichen Zeitschriften „Science“ und „Nature“ veröffentlicht. Die Forschungsarbeit ist eine Kooperation zwischen externen Wissenschaftler*innen und Wissenschaftler*innen vom Konzern Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram, der auch die Studien finanzierte. Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen mit externen Forscher*innen kooperiert und ihnen Zugang zu Daten von ihren sozialen Plattformen zur Verfügung stellt.</p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Ergebnisse der Studien</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">An drei der Studien beteiligten sich freiwillig mehrere zehntausend US-amerikanische Facebook- und Instagram- Nutzer*innen. In Umfragen wurden die Studienteilnehmer*innen vor, während und nach den Studien zu ihren politischen Einstellungen befragt. Darüber hinaus wurde das Wissen über politische Standpunkte der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden abgefragt.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die </span></span><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.abp9364" target="_blank" rel="noopener"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #0563c1;">erste Studie</span></span></a><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> untersuchte das Verhalten von knapp 23.400 Facebook Nutzer*innen und knapp 21.380 Instagram Nutzer*innen über einen Zeitraum von drei Monaten. Die Teilnehmer*innen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Hälfte sah die Beiträge auf ihren Startseiten in chronologischer Reihenfolge, während die andere Hälfte Beiträge erhielt, die vom bestehenden Algorithmus der Plattform ausgewählt wurden. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die Hypothese war, dass eine Abkehr vom typischen Algorithmus der Plattformen zu einer Abschwächung der Polarisierung führen würde. Diese wurde anhand des Grades der Unterstützung für die Partei, mit der die Teilnehmer*innen sympathisierten, ermittelt. Jedoch konnte diese Hypothese nicht bestätigt werden.</span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Bei der chronologischen Anzeige des Feeds wurden den Nutzer*innen mehr politische Inhalte angezeigt. Auch der Anteil von politischen Inhalten aus nicht vertrauenswürdigen Quellen stieg im Vergleich zum algorithmischen Feed um mehr als zwei Drittel an. Obwohl das Verhalten der Nutzer*innen durch die chronologische Sortierung beeinflusst wurde – sie interagierten weniger mit den Beiträgen und verbrachten insgesamt weniger Zeit auf den Social-Media-Plattformen – konnte keine Reduzierung der Polarisierung oder ein Einfluss auf politisches Wissen und Überzeugungen festgestellt werden. Die erhebliche Bedeutung des Algorithmus für Meta aus ökonomischer Sicht wird aber deutlich, da dieser dazu beiträgt, Nutzer*innen länger auf der Plattform zu halten.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Bei einer <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06297-w">zweiten Studie</a> wurde die Auswirkung von den sogenannten Filterblasen (oder auch Echokammern genannt) untersucht. Dafür wurde der Algorithmus für eine Gruppe der Teilnehmer*innen so angepasst, dass Inhalte aus gleichgesinnten Quellen im Feed nicht mehr priorisiert worden sind.  Inhalte, die der Meinung des Nutzers/ der Nutzerin entsprechen, wurden damit um rund ein Drittel reduziert. Infolgedessen wurden vermehrt Inhalte aus Quellen außerhalb der politischen Einstellung angezeigt. Auch hier konnte nicht festgestellt werden, dass die Änderung des Algorithmus Auswirkungen auf die politische Extremität, die Polarisierung und die Meinung zu den Präsidentschaftskandidaten hatte. Die Studienteilnehmer*innen interagierten weniger mit den Inhalten, die nicht ihren politischen Überzeugungen entsprachen, einen Einfluss auf ihre politischen Meinungen hatten diese aber nicht.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">In einer </span></span><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.add8424" target="_blank" rel="noopener"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #0563c1;">dritten Studie</span></span></a><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> wurden bei einer Gruppe von Teilnehmer*innen alle Reshares (Beiträge, die im Feed auftauchen, weil sie von anderen Seiten geteilt wurden) aus dem Feed entfernt. Die Entfernung von Reshares führte zu einer Verringerung der Anzahl von Medienbeiträgen zu politischen Themen. Auch der Anteil an Posts aus nicht vertrauenswürdigen Quellen verringerte sich. Mit dem veränderten Algorithmus hatte sich das Nachrichtenwissen der Teilnehmer*innen verschlechtert und sie interagierten weniger mit den angezeigten Beiträgen. Auch in diesem Fall konnte aber kein Einfluss auf die Polarisierung oder politische Einstellungen der Proband*innen festgestellt werden. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Kritik</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Alle Studien bestätigen, dass die Algorithmen der Plattformen von Meta die Inhalte beeinflussen, die von Nutzer*innen gesehen werden. Sie beeinflussen auch das Verhalten auf den Plattformen, zum Beispiel die Nutzungszeit oder die Interaktion mit Beiträgen. Es gibt aber wenig Beweise dafür, dass Algorithmen die Nutzer*innen auch außerhalb der Plattform beeinflussen. Denn es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Algorithmen von Meta einen Einfluss auf politische Überzeugung der Nutzer*innen haben oder zur Polarisierung beitragen. Die bisherigen Forschungsergebnisse werfen also ein positives Licht auf Meta.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Kritiker*innen betonen, dass Meta trotz der Ergebnisse nicht aus der Verantwortung gezogen werden darf. Die Studienergebnisse würden lediglich zeigen, dass die Problematik der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung weitaus komplexer ist und nicht durch einfache Änderungen des Algorithmus lösbar. Auch Andreas Jungherr, Politikwissenschaftler an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zweifelt an der Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf die gesamte Gesellschaft: „Die Ergebnisse der Studien sind nicht über den Einzelfall hinaus verallgemeinerbar. Sicherlich kann man mit den Autorinnen und Autoren sagen, dass auf Basis dieser Befunde keine Polarisierung in der Breite der an der Studie Teilnehmenden festzustellen ist. Darüber hinaus wird es dünn.“</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Weitere Kritiker*innen heben die Limitationen der Studien hervor: Zum einen sei der <b>Zeitpunkt</b> <b>und die Dauer der Studiendurchführung</b> (3 Monate) nicht optimal gewesen. Die Ergebnisse könnten anderes ausgefallen sein, wenn die Studien nicht während eines polarisierten Wahlkampfes und in dem spezifischen politischen Kontext der Vereinigten Staaten durchgeführt worden wären. Insbesondere im <b>US-amerikanischen Zweiparteiensystem</b> sei es schwierig, die politischen Überzeugungen der Wähler*innen zu verändern.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Nach Andreas Jungherr seien die Studienergebnisse lediglich eine <b>Momentaufnahme</b>, da Newsfeed-Algorithmen sich ständig verändern. Auch Whistleblowerin Frances Haugen, die 2021 Tausende von internen Facebook-Dokumenten an die Börsenaufsichtsbehörde weitergab, betont, dass Meta bereits in den Monaten vor der US-Präsidentschaftswahl den Algorithmus der Plattformen verändert habe, um gegen extreme Beiträge vorzugehen. Eine generelle Aussage über den Einfluss von Instagram und Facebook in Wahlkämpfen könne also nicht getroffen werden.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Zum anderen wird kritisiert, dass die Teilnahme an den ersten drei Studien auf <b>Freiwilligkeit </b>basierte. So sind die Studienteilnehmer*innen wahrscheinlich überdurchschnittlich aktive Nutzer*innen mit überdurchschnittlichem politischem Interesse. Daher können die Ergebnisse nicht unmittelbar auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Frühere Studien zeigen bereits, dass bestimmte Gruppen (zum Beispiel ältere, eher rechte Männer) eher polarisierende Nachrichten in sozialen Medien konsumieren als andere. Eine Untersuchung der Auswirkung des Algorithmus auf solche spezifischen Gruppen könnte also lohnenswert sein. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Die Leiter*innen der externen Forscher*innen der Studien Talia Jomini Stroud und Joshua A. Tucker kommentieren die Ergebnisse wie folgt: „Wir wissen jetzt, wie einflussreich der Algorithmus ist, aber wir wissen auch, dass eine Änderung des Algorithmus, und sei es auch nur für ein paar Monate, die politischen Einstellungen der Menschen wahrscheinlich nicht verändern wird. Was wir nicht wissen, ist, warum. Es könnte daran liegen, dass der Zeitraum, in dem die Algorithmen geändert wurden, nicht lang genug war, oder dass es diese Plattformen schon seit Jahrzehnten gibt, oder dass Facebook und Instagram zwar einflussreiche Informationsquellen sind, aber nicht die einzigen Quellen, die Menschen verwenden.&#8221;</p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Wie unabhängig sind die Ergebnisse?</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Die Forschung zu den Auswirkungen von digitalen Plattformen ist schwierig, da der Zugang zu Daten von Social-Media-Plattformen begrenzt ist. Die Zusammenarbeit zwischen Meta und externen Wissenschaftler*innen verspricht erste Einblicke auf den Einfluss von Algorithmen. Wie bei jeder Industrie-Wissenschaftskooperation muss aber die Unabhängigkeit der Ergebnisse kritisch hinterfragt werden. Die Studien sind von Meta finanziert worden und der Konzern habe Einfluss auf das Forschungsteam und die Forschungsfragen gehabt.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die Ergebnisse der Studien stellen Meta positiv dar. Zudem haben die Studien nach Jungherr eine „große rhetorische Kraft“, durch ihren renommierten Publikationsort, die große Menge an Daten und die Beteiligung von renommierten Wissenschaftler*innen. Das sei besonders bedenklich, da die Studienergebnisse jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik benutzt werden, um Facebook und Instagram als ungefährlich darzustellen. Es sei zu erwarten, dass „die Grenzen der Generalisierbarkeit der Arbeiten dabei keine allzu große Beachtung finden“.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Er betont die Notwendigkeit zur Entwicklung von Leitlinien für die Zusammenarbeit mit der Tech-Industrie. Nur so können Potenziale genutzt werden, aber gleichzeitig sichergestellt werden, dass Unternehmen keine Forschungsagenda prägen und Forschungsergebnisse nicht für PR-Zwecke manipuliert werden können.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@wflwong?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Warren</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/4l-e7U6c5ek?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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			</item>
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		<title>Web Talk: Aktuelle Entwicklungen der Peripherie des religiös begründeten Extremismus (PrE) auf YouTube, TikTok und Instagram</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/events/web-talk-aktuelle-entwicklungen-der-peripherie-des-religioes-begruendeten-extremismus-pre-auf-youtube-tiktok-und-instagram-164809/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2023 07:48:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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<div class="article-width-content-with-read-more">
<div id="event-detail-paragraph">
<div class="text-content spacer-horizontal__inset-narrow title2margin">
<p>Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb analysiert modus | zad seit 2021 religiös begründeten Extremismus im digitalen Raum mit Schwerpunkt Islamismus, um den Wissenstransfer zwischen anwendungsbezogener Forschung und Präventionspraxis zu vertiefen und zu beschleunigen. Ziel ist dabei die Verzahnung von Präventions- und Distanzierungsarbeit on- und offline.</p>
</div>
</div>
<div class="expandable expandable--read-more expandable--expanded" aria-describedby="event-detail-paragraph">
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<div class="text-content spacer-horizontal__inset-narrow">
<p>Nach einer kurzen Einführung in das Konzept des bpb-Basismonitoring werden die wichtigsten Erkenntnisse des zweiten Quartals 2023 auf YouTube, TikTok und Instagram vorgestellt. Zentrale Themen sind diesmal der Fastenmonat Ramadan, Wahlpropaganda für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ChatGPT. Im zweiten Teil des Web Talks können die Ergebnisse gemeinsam mit dem modus | zad Monitoring-Team diskutiert und offenstehende Fragen geklärt werden.</p>
</div>
</div>
<p><strong>Veranstalter:</strong></p>
</div>
</div>
<section class="section spacer-horizontal__inset-narrow">
<div class="text-content">
<p>modus|zad im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</p>
<p><strong>Zielgruppe:</strong><br />
Multiplikator:innen Islamismusprävention, Jugendsozialarbeiter:innen, Islamwissenschaftler:innen, Fachkräfte im Präventionsbereich</p>
<p><a class="styled-button styled-button--icon-right t-99" href="https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=EwpeXOVK8kSIo_03hycHSdOTk2bb7wpOgV6H2nZrT8hUMERGSkVTNVBVMFhEUDFTTTRKSzFBNEFUUC4u" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JETZT ANMELDEN</a></p>
</div>
</section>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>„Ein Leben ohne Handy kann ich mir nicht mehr vorstellen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jugendliche-smartphone-nutzung-studie-bitkom-156158/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlotte Kleine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jun 2019 08:13:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-5"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Beinahe alle 10-18-Jährigen besitzen heute ein Smartphone. Ein bitkom-Studie hat untersucht, wofür Jugendliche ihre Handys am häufigsten nutzen. Eine neue Studie des Digitalverbands Bitkom hat Jugendliche zu ihrem Nutzungsverhalten von Smartphones und Tablets befragt. Die Ergebnisse überraschen dabei nicht: im Vergleich zur letzten Studie sind die Zahlen in den meisten Bereichen gestiegen. Zum Beispiel können sich laut dieser Studie, 50% der Befragten 10-18-jährigen „ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen.“ Da verwundert es einen vielleicht auch weniger zu lesen, dass fast 60% der Jugendlichen in derselben Studie angaben, dass es bei ihnen zu Hause die eine oder andere Form von Handyverbot herrsche.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Schlauer durch Smartphones und doch verboten?</h3>
<p>Die Studie gibt keine genaueren Angaben, wie diese Verbote aussehen. Es wäre interessant zu wissen welche Faktoren für Eltern entscheidend sind. Ist es die gesamte Zeit, die das Kind vor dem Bildschirm verbringt oder sind es gewisse Apps, die nur begrenzt erlaubt sind? Schließlich geben 66% an, sich Wissen durch das Internet angeeignet zu haben. 30% der Jugendlichen meinen sogar ihre Schul- und Ausbildungsleistungen durch Internetnutzung verbessert zu haben.</p>
<h3>Welche Apps sind am beliebtesten?</h3>
<p>Handys sind mittlerweile hauptsächlich soziale Vergnügungsgerät. Telefonieren stellt dabei – wie erwartet – nicht mehr die Hauptnutzung dar. Sie werden weitestgehend für anderen Medienkonsum genutzt, zum Beispiel, zum Musik streamen oder zum Videos gucken. Die sozialen Medien spielen erwartungsgemäß eine sehr große Rolle. Die Nutzung der verschiedenen Apps variiert dabei je nach Altersklasse. Ganz vorne mit dabei sind klassenübergreifend Whatsapp und mit steigender Tendenz Instagram. In der 10-11-Jährigen-Kategorie liegt die Musik- und Video-App TikTok vorne: 24% der Befragten benutzen diese regelmäßig.</p>
<h3>Verantwortungsbewusst in den sozialen Medien</h3>
<p>Oftmals herrscht dabei die Sorge, dass Jugendliche sich nicht bewusst seien, welche Informationen bedenkenlos veröffentlicht werden können und welche doch eher privat bleiben sollten. Doch laut der Bitkom Studie meinen 58% der Befragten, sie seien verantwortungsbewusst und hätten im Blick, welche Informationen sie bei ihrer Nutzung preisgeben.</p>
<p>Weitere Informationen zur Studie sind <a href="https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Mit-10-Jahren-haben-die-meisten-Kinder-ein-eigenes-Smartphone" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu finden. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Girls Cell Phones Sitting by Gary Cassel via <a href="https://pixabay.com/photos/girls-cell-phones-sitting-3481791/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-7"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div>
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		<title>Beeinflussen „Influencer“ (bald) die Politik?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/beeinflussen-influencer-bald-die-politik-153686/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2017 09:06:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Influencer]]></category>
		<category><![CDATA[Produktplatzierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie nennen sich Bibisbeautypalace, Herr Tutorial oder Vreni Frost und bewerben auf ihren YouTube- und Instagram-Kanälen Beauty- und Modeprodukte. Immer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" size-large wp-image-153688 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1953-Illustrated-Ad_AP_Coffee_by_.Classic_Film_CC-BY-NC_2.0_640x286-630x282.jpg" alt="1953 Illustrated Coffee Ad, AP Coffee by Classic Film, CC-BY-NC 2.0" width="630" height="282" />Sie nennen sich Bibisbeautypalace, Herr Tutorial oder Vreni Frost und bewerben auf ihren YouTube- und Instagram-Kanälen Beauty- und Modeprodukte. Immer öfter erhalten Personen Geld von den Herstellern dafür, dass sie Produkte auf ihren sozialen Kanälen bewerben. Doch was passiert, wenn anstelle der Marken politische Positionen beworben werden?</p>
<p>Dass man mit sozialen Medien Geld verdienen und sogar davon leben kann, ist ein neues Phänomen, das sich erst in den letzten Jahren entwickelt hat. Dass sich über die und mit den Kanälen von Personen mit großer Followerschaft und damit großer Reichweite gut werben lässt, ist ebenfalls ein vergleichsweise neues Phänomen. Immer mehr Marken und Firmen setzen auf das sogenannte „Influencer-Marketing“. Grundsätzlich gilt für diese sogenannten <a href="https://onlinemarketing.de/lexikon/definition-influencer-marketing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Influencer“ im PR-Bereich</a>, dass es sich dabei um Menschen handelt, die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Fans generieren, indem sie diese unter anderem scheinbar an ihrem Leben „teilhaben“ lassen. Das auf dieser Grundlage aufgebaute Vertrauen nutzen Firmen und Kunden, um die Wertigkeit und Glaubwürdigkeit der eigenen Markenbotschaft zu steigern. Der <a href="https://www.welt.de/regionales/hamburg/article165340902/YouTuber-Flying-Uwe-muss-empfindliche-Geldbusse-zahlen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fall des Youtubers Uwe „Flying Uwe“ Schüder</a>, der für unerlaubte Werbung zur Zahlung eines Bußgeldes verdonnert wurde, zeigt deutlich, dass bei vielen Inhaltsproduzenten mit Produktplatzierungen bisher kaum Problembewusstsein herrscht und die Regulation dieses neuen (Werbe-)Marktes noch am Anfang steht. Die Wächter über die (digitalen) Medien, die Medienanstalten der Bundesländer, beginnen durchzugreifen und legen geltendes Werberecht auch Online-Kanälen an.</p>
<p>Dass die Anzahl an Followern, Likes und Kommentaren in den sozialen Netzwerken zum Teil überhöht ist, legte die Mode-Bloggerin, Instagramerin und selbsternannte „<a href="http://www.deutschlandfunkkultur.de/bloggerin-vreni-frost-die-schattenseiten-der-influencer.1008.de.html?dram:article_id=400249" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Influencerin“ Vreni Frost vor einigen Wochen offen</a> und verkündete, selbst Bots und Programme genutzt zu haben, um ihre eigenen Werte zu steigern. Die zum Teil sehr mangelhafte Kennzeichnung von Werbeinhalten oder Produktplatzierungen in Videos, Posts und Bildern von sogenannten Influencern werden zunehmend von den Medienanstalten kritisch betrachtet, begleitet und gegebenenfalls abgemahnt und sanktioniert. Das ist begrüßenswert, doch es bahnt sich ein größeres Problem an: Was passiert, wenn aus diesen Medienpersonen bewusst oder unbewusst Meinungsführer im politischen Sinne werden, die nicht mehr nur für käufliche Produkte werben, sondern politische oder gesellschaftliche Positionen ihren Anhängern anpreisen?</p>
<h3>Werben für Parteien statt Produkte</h3>
<p>Bei den eingangs genannten Instagramern und Youtubern handelt es sich um Personen, die sich überwiegend mit Lifestyle und Fitness auseinandersetzen. Was geschieht aber, wenn solche Personen sich politisch festlegen und für eine Person oder Partei, oder auch Gesetzesvorhaben offen oder unterschwellig werben. Anfang Oktober sorgte die Sängerin Lena Meyer-Landrut mit einem Bild auf Instagram für einen <a href="http://meedia.de/2017/10/10/schon-mal-was-von-netzneutralitaet-gehoert-lena-meyer-landrut-kassiert-shitstorm-wegen-telekom-werbung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufschrei der Empörung</a> im politisch interessierten Teil des Internets. Was hatte sie gemacht? Sie hatte ein Bild von sich selbst gepostet, Kopfhörer im Ohr und Smartphone in der Hand. Im Text, den sie dazu veröffentlichte, bewarb sie den neuen Telekom-Tarif &#8220;StreamOn&#8221;. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Zero-Rating-Angebot, bei denen das Datenvolumen für bestimmte Dienste – in diesem Fall vor allem Spotify und Netflix – nicht auf das Gesamtdatenvolumen angerechnet wird. Der Vorwurf einiger Fans und Kritiker: Mit solchen Angeboten wird die Netzneutralität abgeschafft. Es erfolgt eine Ungleichbehandlung von Angeboten im Internet. Auch wenn Lena Meyer-Landrut in diesem Fall einen Aufschrei auslöste, ist es keine Seltenheit mehr im Internet, dass prominente Personen oder solche, die es gerne wären, Werbung für politische Positionen machen und Geld dafür bekommen.</p>
<p>Noch deutlicher wurde dies bei einer CDU-Kampagne im Bundestagswahlkampf 2017. Die Partei präsentierte offline auf Plakaten und online über die Plattform „<a href="https://www.unterstuetzt-merkel.de/prominente" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich unterstütze Merkel</a>“ „Prominente“, die offen und mit einem individuellen Satz Werbung und positive Stimmung für die CDU-Spitzenkandidatin Angela Merkel machten. Bei den dort abgebildeten Personen handelt es sich um Personen aus Medien, Sport und Kultur – so wie <a href="https://www.stern.de/lifestyle/leute/sophia-thomalla--stars-unterstuetzen-angela-merkel-im-wahlkampf-7603778.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Uschi Glas, Heiner Lauterbach oder auch Sophia Thomalla</a>.</p>
<h3>Prominente sollen auch politische Bürger sein</h3>
<p>Nun hört man immer öfter die Forderung, dass „Prominente“ oder Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sich in den Diskurs um politische Entscheidungen oder gesellschaftliche Konflikte einmischen. Dank ihrer Vorbildfunktion hätten sie die Möglichkeit, ihre Fans auf Probleme hinzuweisen, sie zum Nachdenken anzuregen und für konstruktive Positionen zu werben. Eine öffentliche Äußerung sei deshalb auch nicht zu verbieten, weil die „Prominenten“ dieses Recht auch als Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik innehaben. Die Kehrseite der Medaille ist, dass diese Einladung zur politischen Meinungsbekundung natürlich nicht nur für reflektierte Influencer gelten darf, sondern ebenso für die Influencer gilt, die abweichende, abseitige oder gar absurde Ansichten hegen. So geschehen im Fall von Felix von der Laden, im Internet besser bekannt als „Dner“. Dieser wurde von der <a href="http://www.bild.de/politik/inland/bundestagswahl/mein-erstes-mal-32459932.bild.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Bild“-Zeitung</a> gefragt, wen er 2013 als Erstwähler wählen würde und antwortete am 21. September – einen Tag vor der Bundestagswahl: „Ich wähle die Alternative für Deutschland. Die etablierten Parteien haben sich von den Bürgern entfernt.“ Der Youtuber produzierte zu diesem Zeitpunkt Gaming-Inhalte für mehrere hunderttausende Zuschauer auf der Videoplattform, die vermeintlich überwiegend Jugendliche waren. Auch wenn er sich später damit verteidigte, die AfD sei <a href="https://broadmark.de/webstars/dner-distanziert-sich-erneut-von-der-afd-heute-finde-ich-die-partei-echt-schlimm/48326/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">damals eine andere Partei gewesen</a> und er nichts mit rechter Gesinnung zu tun habe.</p>
<p>An letzterem Beispiel zeigt sich nicht nur, dass die Gesellschaft auch solche Meinungsäußerungen erlauben, aber keinesfalls akzeptieren muss. Denn grundsätzlich gilt auch bei Influencern: Nur weil sie eine große Anzahl an Fans und Öffentlichkeit haben, und für diese als Autorität auf ihrem Gebiet gelten, besitzen sie diese nicht zwangsläufig bei anderen (politischen) Themen. Es ist deshalb zu begrüßen, wenn auch Medien- und Werbeschaffende durch ihre Äußerungen, welcher Art auch immer, ihr Publikum an politische Themen heranführen. Deutlich muss nur werden, dass diese keine Expertise für die Fachgebiete ausweisen. Denn große Kenntnisse des Beauty-Business machen niemandem zum Impf- oder Klimaschutz-Experten!</p>
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<p>Titelbild: 1953 Illustrated Ad, A&amp;P Coffee by Classic Film via <a href="https://www.flickr.com/photos/29069717@N02/10649759045/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>,  <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC 2.0</a>, bearbeitet</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Instagram (2/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 11:54:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151411" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram-630x276.png" alt="Artikelbild Instagram" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im zweiten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Instagram verwenden.</p>
<p>Die Popularität von Instagram ist ungebrochen. 9 Millionen Nutzerinnen  und Nutzer gibt es in Deutschland und ca. 60 Prozent davon sind zwischen 18 – 34 Jahre alt. Instagram ist ein soziales Netzwerk, mit dem Nutzerinnen und Nutzer Bild- und Videonachrichten erstellen und über das Netz teilen können. Die Fotos werden mit Hashtags verlinkt und sind so in der Bildersuche auffindbar. Die Foto-App hat in Deutschland mehr <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=570" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nutzerinnen und Nutzer als Twitter</a>. Und diese sind dort besonders aktiv, was Kommentare und Likes angeht: Die Interaktionsrate ist höher als auf Facebook und Twitter und das wird auch so bleiben, denn die Foto-Plattform hat im letzten Jahr erfolgreiche Features integriert: das aus Snapchat bekannte Format der Stories sowie die Live Funktion, die an Facebook Live erinnert. Instagram Stories bietet die Möglichkeit, kurze Geschichten zu erstellen, die aus 60-Sekunden Videos und Fotos bestehen. 24 Stunden nach der Veröffentlichung verschwinden die Stories. Die Live-Videos geben die Möglichkeit, bis zu einer Stunde ununterbrochen live auf Instagram zu senden. Während bei Facebook die Videos gespeichert werden, ist das bei Instagram nicht möglich, sie werden danach gelöscht.</p>
<p>Diese neuen Funktionen sind der Versuch, die Foto-Plattform, die für perfekte Bildinszenierungen bekannt ist, zu mehr authentischen Inhalten zu bringen.<br />
Die neuen Instagram Stories sind beliebt: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/659687/umfrage/taeglich-aktive-nutzer-von-instagram-stories-weltweit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit nutzen 150 Millionen Menschen </a>das Feature täglich. Und damit genauso viele, wie es Snapchat Nutzende insgesamt gibt. Die Stories sowie die Live Funktion bringen mehr Persönlichkeit und Authentizität in das Profil. Und es lohnt sich, die neuen Funktionen mal auszuprobieren. Dabei kann man dieselbe Content-Strategie, also die strategische Planung für das Erstellen und Verbreiten von Social Media Inhalten, wie auf der Instagram-Seite verwenden, da der Algorithmus dazu führt, dass nicht alle Followerinnen und Follower dasselbe sehen. Außerdem erscheinen die Stories auf der „Explore“-Seite, so dass hierdurch auf das Profil aufmerksam gemacht werden kann und so neue Followerinnen und  Follower gewonnen werden können.</p>
<h3>Selfies, Turnschuhe und Kaffeklatsch</h3>
<p>Wir haben uns die Instagram Account von Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke angeschaut und die Politiker gefragt, welche Inhalte sie verwenden, welche bei den Followerinnen und Follower gut ankommen und welche  Funktionen sie schon benutzt haben.</p>
<p>Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ist mit seinem <a href="https://www.instagram.com/cl2017" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount Cl2017 </a>seit Mitte Februar 2016 aktiv. Er postet fast täglich einen Moment aus seinem politischen oder privaten Alltag. Die Fotos sind in Hochglanzmanier geschossen und passen von der Bildsprache perfekt zu Instagram. Viele Bilder zeigen ein Blick hinter die Kulissen und aus außergewöhnlicher Perspektive. Wie bei einem Polit-Profi zu erwarten, ist sein Instagramaccount wie seine anderen Social Media Kanäle durchweg gut durchdacht und mit hochwertigen und schön anmutenden Bildern versehen. Christian Lindner berichtet, dass vor allem die Blicke hinter die Kulissen, <i>„ein Selfie in der Maske, ein Detail meiner Turnschuhe oder meine Perspektive von </i><i>der Bühne aus“</i> besonders gut bei den Followerinnen und Follower ankommen. Die neue Live-Funktion bei Instagram benutze er noch nicht. Bis jetzt werden die Inhalte der Live Video-Kampagne #CLimAuto noch über Facebook und Twitter gesendet</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151423" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30-630x523.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="523" /></a></h3>
<h3>Der Schulzug rollt auch auf Instagram</h3>
<p>Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs sieht mehrere Vorteile in der Verwendung von Instagram, ,,<i>man erreicht eine deutlich jüngere Zielgruppe und es zwingt mich, laufend neue Fotos zu produzieren, die ich dann auf Facebook und Twitter zweitverwenden kann.“</i> Er teilt auf seinem <a href="https://instagram.com/johannes.kahrs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Account</a> eine Mischung aus Politik, Privatem und Unterhaltung. Der Inhalt, der zurzeit am besten ankäme, wäre Martin Schulz, berichtet er. Und so sieht man auch einige Fotos oder Memes über den SPD-Kandidaten, die relativ beachtliche Like-Zahlen erzielen. Privates käme aber auch gut an, so Kahrs. Ob er das neue Instagram Live benutzten werde, wisse er noch nicht. Das käme nur in Frage, wenn es mit wenig Aufwand verbunden wäre.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151459" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize-630x553.png" alt="Instagram Johannes Kahrs" width="630" height="553" /></a></p>
<h3>,,Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht”</h3>
<p><strong><strong> </strong></strong>Selfies mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag, Bilder zu queeren Themen, lustige Entdeckungen und Landschaftsfotos prägen den <a href="https://www.instagram.com/arndtklocke/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount von Arndt Klocke</a>, grüner Landtagsabgeordneter in NRW. Erst seit Ende Mai 2015 ist er aktiv und postet seitdem fast täglich und ohne ein spezielles Konzept, berichtet er. Fotografie ist ein Hobby von ihm und das sei auch der Grund, wieso er seinen Account alleine bespielt.</p>
<p>Die neue Storyfunktion von Instagram nutzt er regelmäßig. ,,<i>Ich biete ein paar Einblicke in meine politische Arbeit und auch in mein Privatleben. Dabei soll es interessant sein, Alltägliches und Banalitäten wie zB. Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht zu sehen.” </i>Beliebt seien <i>,,Fotos, die ganz für sich sprechen”. </i>Positive Resonanz bekommt er für Aufnahmen, die eine klare Botschaft kommunizieren: <i>,,gute Stadt-oder Landschaftsaufnahmen, politische Statements oder Fotos mit Promis.”</i></p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151421" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49-630x540.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="540" /></a></h3>
<h3>Community Building und Digital Storytelling mit Instagram</h3>
<p>Ein Blick hinter die Kulissen, Schnappschüsse und Selfies aus dem politischen und privaten Alltag sind Formate, die auf Instagram gut ankommen. Aber Instagram kann mehr, als nur zu visueller Selbstdarstellung genutzt werden. Werden Userinnen und User mit in die Content-Strategie miteinbezogen, kann man aus einem Profil eine Community bilden. So können z.B. mit Expertinnen und Experten aus dem Wahlkreis Interviews geführt oder in Form einer öffentlichen Bürgersprechstunde, einmal wöchentlich Fragen von Followerinnen und Follower beantwortet werden. Für Abwechslung eignen sich auch sogenannte Takeovers, d.h. der Account wird von einem Userin oder User (z.B. durch eine Praktikantin oder einen Praktikanten oder einer lokal bekannte Persönlichkeit) übernommen, die eigenständig z.B. aus dem Wahlkreis oder aus einem bestimmten Themengebiet berichten.</p>
<p>Außerdem eignet sich die App für Visual Storytelling. Dies ist eine Erzählmethode, mit der durch den Einsatz von Fotos, Illustrationen, Videos und Audio emotionale Geschichte erstellt werden können, die die Nutzende in das Geschehen hineinziehen. Die eigentlichen Fakten oder die Person treten dabei in den Hintergrund und werden in die Geschichte mit eingewoben. Eine Möglichkeit, als Politikerin oder Politiker Visual Storytelling einzusetzen, ist zum Beispiel das Einbeziehen der Wähler und Wählerinnen aus dem Wahlkreis. Ihnen ein Gesicht geben und sie ihre persönliche Geschichte erzählen zu lassen &#8211; im Stil von <a href="http://www.humansofnewyork.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humans of New York</a> &#8211; sind zum Beispiel eine gute Variante, die Userinnen und User lokal im Wahlkreis mehr einzubinden und Nähe zu schaffen. Das stärkt das Community-Gefühl und kann für mehr Austausch auf der Plattform sorgen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die hier beschrieben Beispiele sind nur drei von vielen, mittlerweile sind viele <a href="https://pluragraph.de/news/pluragraph-feat-instagram" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen, Ministerien und Ämter</a> auf Instagram aktiv.<br />
Instagram eignet sich für Politikerinnen und Politiker als Ergänzung zu weiteren Social Media-Kanälen, da der Fokus der App auf Fotos liegt und nur wenig Text und keine Links hinzugefügt werden können. Die Conversionrate, also die Anzahl der Besucherinnen und Besucher des Instagramaccounts, welche den politischen Webauftritt besuchen, wird dementsprechend geringer sein als auf anderen Social Media-Kanälen. Um junge Menschen in ihrer Lebenswelt abzuholen, sie auf Politik aufmerksam zu machen und um das eigene Profil zu stärken, lohnt sich ein Account und eine ansprechende Bespielung auf Instagram. Denn Instagram wächst. Das liegt vor allem an der Einführung der Instagram Stories. Das Feature, welche u.a. Snapchat so erfolgreich gemacht hat, zieht Nutzerinnen und Nutzer von Snapchat zu Instagram. Die neue Instagram Live und Instagram Story eignen sich, um auch außerhalb der politischen und parteiinternen Filterblase von Userinnen und User wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp</a> einsetzen und im dritten Teil, wie diese <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> einsetzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/marie-elisabeth-l%C3%BCders-house-1625715/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marie-Elisabeth-Lüders House</a> und <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Instagram Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nationales-internet-projekt-des-iran-zensur-oder-schutz-150299/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2016 05:23:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150301" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Iran.jpg" alt="Internet Halal, Iran" width="640" height="352" /></a>Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte Anbieter und Netzwerke aus dem Ausland – wie Facebook, YouTube und Twitter. Durch das nationale Datennetzwerk sollen Online-Sperren noch größere Auswirkungen auf den realen Alltag im Iran haben. Die kürzlich zelebrierte Einweihung des „nationalen Internet“ im Iran stößt auf internationalen Aufschrei – die universellen Menschenrechte der Informations- und Meinungsfreiheit seien in Gefahr.</p>
<p>Die erste Phase des nationalen Internet im Iran leitete der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie, Mahmoud Vaezi, <a href="http://en.mehrnews.com/news/119304/Iran-launches-National-Information-Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ende August 2016</a> ein. Das auf den Iran beschränkte Datennetzwerk umfasst in dieser Phase Websites und Dienste von Regierungsstellen sowie von lokalen Behörden. Der Plan ist keineswegs neu: Seit 2010 arbeitet die iranische Regierung an dem Nationales-Internet-Projekt. Anfänglich ging die Regierung sogar von einer Implementierung bis 2015 aus. Heute wird ein nationales Datennetzwerk kaum mehr vor 2019 erwartet.</p>
<h3>Landesweit Surfen im Internet Halal</h3>
<p>Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind. Nicht nur Staatspräsident Hassan Rouhani, sondern vor allem auch Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei spricht sich für ein kontrollierbares Internet aus. Ein nationales, sicheres und reines Internet soll es also sein. Für die Regierung liegen die Vorteile auf der Hand: technisch gesehen bedeutet es, einen Zugewinn an <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Iran-stellte-erste-Phase-seines-nationalen-Internets-vor-3307868.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sicherheit</a> gegenüber Hacker-Angriffen sowie schnellere und preiswertere Breitbandverbindungen zu schaffen. Aber nicht nur der Technologiesektor, sondern auch die Wirtschaft schlage Profit, da durch die Unabhängigkeit zum World Wide Web mehr Arbeitsplätze in nationalen Projekten generiert werden können.</p>
<p>Dass manche Argumente auf Seiten der iranischen Regierung „nicht ganz ohne Substanz“ seien, meint auch Politikwissenschaftler Dr. Marcus Michaelsen. Seit Jahren forscht und publiziert er zum digitalen und politischen Wandel im Iran und hält fest: „Immerhin war der Iran Ziel eines der ersten internationalen Cyberangriffe auf eine zentrale staatliche Infrastruktur. Durch Sanktionen und Isolation des Landes hat die iranische Regierung die Bedeutung von eigenständiger Beherrschung von Technologie schätzen gelernt.“ Dass der Drang nach Sicherheit ein historisch gewachsenes Resultat der iranischen Regierung auf internationale Konflikte ist, bezweifelt auch der iranische Geflüchtete und Internetsicherheit-Forscher Amir Rashidi nicht. Amir Rashidi studierte Software Engineering im Iran, floh nach der umstrittenen Wahl 2009 als Aktivist nach Italien und arbeitet nun seit zwei Jahren in New York bei der Menschrechtsorganisation <a href="https://www.iranhumanrights.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Campaign for Human Rights in Iran</a>. Auf technischer Ebene sieht Rashidi das gesamte Projekt vielmehr als eine Art „nationales Intranet“, also wesentlich „kleiner dimensioniert im Sinne eines internen Netzes, das vor fremden Eingriffen geschützt werden soll.“ Auch Rashidi bestätigt den Vorteil der technischen Schnelligkeit und Kosteneinsparung, während er das Problem der virtuellen Kontrolle auf einer ganz anderen Ebene sieht: „Wir Iraner vertrauen der Regierung nicht.“</p>
<h3>Internetzensuren im Iran: technische Sicherheit vs. digitale Apartheid</h3>
<p>Auch wenn iranische Stimmen – wie die des ersten Vize-Präsidenten Irans, Eshagh Jahangiri – beteuern, dass das nationale Internet <a href="http://parstoday.com/de/news/iran-i14122-nationales_internet_in_iran_in_betrieb_genommen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Einschränkung</a> für den Informationszugriff bedeutet, sehen dies Menschenrechtsverteidiger anders. Für die britische Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.article19.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 19</a> passen internationale Standards der Informations- und Meinungsfreiheit, nach <a href="http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 19, UN Menschenrechtskonvention</a>, nicht zum Konzept eines nationalen Datennetzwerkes. In ihrem Anfang 2016 erschienenen <a href="https://www.article19.org/data/files/medialibrary/38315/The-National-Internet-AR-KA-final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Report</a> zum nationalen Internet-Projekt sehen sie den Schutz der Online-Anonymität und das Recht auf Privatsphäre in Gefahr. Auch bei Reporter ohne Grenzen (<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ROG</a>) steht der Iran auf der Liste der „<a href="http://12mars.rsf.org/wp-content/uploads/EN_RAPPORT_INTERNET_BD.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feinde des Internet</a>“. ROG befürchtet seit Jahren ein zweigeteiltes Internet, eine Art „<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/meldung/internet-experte-ohne-anklage-in-haft-rog-befuerchtet-digitale-apartheid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Apartheid</a>“, in der die Bevölkerung lediglich Zugang zu gefilterten Online-Inhalten hat, während Regierung und religiöse Anführer, wie Ayatollah Ali Khamenei, keine Einschränkung haben.</p>
<p>Auch Michaelsen sieht Gefahren in dem Aufbau eines nationalen Datennetzwerks: „In jedem Fall birgt das Projekt Risiken für den freien Zugang zu Informationen, weil Verbindungen zum World Wide Web besser eingeschränkt, überwacht und gefiltert werden können.“ Kontrolle und Unterdrückung sind besonders aufgrund vergangener Menschenrechtsverletzungen im Iran ein brisantes Thema. So kam es bereits in der Vergangenheit zu Festnahmen von <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/deutsche-journalisten-in-iran-haft-fuer-die-pressefreiheit-1.1053773" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JournalistInnen</a> und <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/iran-instagram-models-schleier-strafverfahren-festnahme" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Models</a>. Aufsehen erregte auch der Fall eines <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article107781865/Haeftling-soll-nationales-Internet-im-Iran-aufbauen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iranischen Internet-Experten</a>, der ohne Anklage inhaftiert wurde und im Gefängnis als Programmierer für die iranische Regierung arbeiten musste.</p>
<p>Amir Rashidi betont in dem Zusammenhang, dass die Regierung einfach Angst habe vor den westlichen Lebensweisen und Selbstinszenierungen, wie sie durch Instagram, Facebook und Co. ermöglicht werden. Aber wie kommt die Regierung erst an die Leute, die sie verhaften will? „Die Taktik und die gesamte Hacker-Technik der Regierung ist unglaublich simpel“, meint Rashidi. Ob erzwungene Informationen durch InformantInnen oder einfachste Hacking-Angriffe auf Accounts von Störenfrieden des „Halal“ Internet – „die Möglichkeiten der Regierung sind so unglaublich einfach, aber effektiv“, so Rashidi.</p>
<h3>Rouhani und der virtuelle Alltag im Iran</h3>
<p>In der Islamischen Republik Iran haben sich mit Amtswechsel auch virtuelle Regierungsziele verändert: unter Mohammad Chatami und Mahmud Ahmadinedschad wurden bereits Online-Inhalte in großem Umfang gefiltert. Michaelsen stellt aber den entscheidenden Unterschied nach den Wahlen 2009 fest: Nachdem die Bevölkerung soziale Netzwerke und digitale Kommunikation zur Protestförderung nutzte, „hat die iranische Regierung ihre Versuche, das Internet zu kontrollieren und zu überwachen, eindeutig verschärft.“ Nicht nur Amir Rashidi floh zu dieser turbulenten Zeit aus dem Iran, sondern <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/flucht-aus-iran-ueber-die-grenze-und-in-den-westen-a-663465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tausende reformorientierte IranerInnen</a>. Für Rashidi „hat alles unter Ahmadinedschad begonnen. Die Regierung wurde immer nervöser“ &#8211; es ging schon lange nicht mehr nur um die Zensur von Pornographie und Religiösem. Die politische Online-Nutzung nahm ein neues Ausmaß an. Dabei erinnert sich Rashidi vor allem an ein Video, welches die Regierung möglichst schnell aus dem Netz nahm. Darin sah man inmitten der Aufstände eine tote Frau, die zur „<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-iran-demonstrantin-neda-die-ikone-des-protests-a-631670.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ikone des Protests</a>“ wurde.</p>
<p>Zur Wahl Rouhanis 2013 kamen vor allem bessere technische Möglichkeiten auf Regierungsseite zu tragen. Michaelsen berichtet, dass der Internetverkehr in „kritischen Momenten <a href="https://iranwire.com/en/features/1653" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verlangsamt</a>“ wurde und Rouhani seitdem seinem „<a href="http://politik-digital.de/news/kurswechsel-im-iran-ein-tweet-in-richtung-freiheit-133173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlversprechen</a> von mehr Informationsfreiheit im Internet“ nicht nachgekommen sei. Aus der Distanz betrachtet, stellen wir uns darunter extreme Einschränkungen im Alltag der iranischen Bevölkerung vor. Die deutschgebürtige Iranerin Zonai (25) berichtet aber, dass alle ihre Verwandten und Bekannten im Iran Instagram und Facebook haben. Dem Geo-Blocking im Iran lässt sich einfach über Virtual Private Networks (VPN) oder Tor entkommen. Diese technischen Lösungen sind aber im Gegensatz zu einer Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken im Iran nicht erlaubt. Die Umgehung der Zensur via Proxys steht sogar <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Iran-Der-Machtkampf-um-Informationen-2566400.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unter Strafe</a>. „Über Sanktionen machen sich meine Verwandten keine Gedanken oder es ist ihnen auch gar nicht so bewusst“, erzählt Zonai. Um Kontakt zu halten, schreibt die Studentin keine E-Mails, sondern nutzt Instagram und chattet über die unzensierte App Telegram mit ihren Verwandten im Iran. Auch Rashidi freut sich, dass Telegram mittlerweile mit 20 Millionen NutzerInnen im Iran als populärste Messaging-App fungiert.</p>
<h3>Twitter Halal?</h3>
<p>Auch Twitter ist seit der Wahl 2009 für die iranische Bevölkerung ohne Umwege nicht mehr zugänglich. Repressionen und Propaganda waren die Folge der intensiven Nutzung von Twitter als Informations- und Organisationstool während der Proteste. Die Politiker bleiben aber unbeirrt: im Zuge ihrer eigenen Internetfreiheit twittern Rouhani, Khamenei und Co. – und das sogar über mehrere Accounts und Sprachen. Ausgerechnet die Gegner der virtuellen Welt führen mehrere Accounts auf verschiedenen Netzwerken, wobei sie damit doch theoretisch im Internet Halal niemand in ihrem eigenen Land erreichen dürften. Auch spielte <a href="https://smallmedia.org.uk/media/projects/files/IranVotes_2016.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter in der Parlamentswahl 2016</a> eine wichtige Rolle, weshalb Rashidi der Auffassung ist: „Twitter wird die erste Plattform sein, die die Regierung wieder entblockt. Da bin ich mir sicher.“</p>
<p>Starke Interessendivergenzen bei zensierten Online-Diensten, die bekommt Zonai vor allem zwischen den Altersgenerationen mit: „Die jungen Leute wollen mehr Freiheiten haben, aber die Älteren haben einfach mehr Macht.“ Aber auch insgesamt kann sich Zonai nicht vorstellen, dass irgendwer im Iran ein nationales Intranet, geschweige denn Internet, begrüßen würde. Aus westlicher Perspektive scheinen die Einschnitte in die Menschenrechte alle anderen Vorteile in den Hintergrund zu drängen. Michaelsen betont aber auch, dass das ganze Projekt „von doppeldeutigen Zielstellungen geprägt“ sei, da die Datenspeicherung von Regierung und Administration innerhalb des eigenen Landes „auch ein legitimes Ziel“ ist. In einer Hinsicht gibt auch Rashidi zumindest eine kleine Entwarnung: „Rouhani weiß, dass es keine nationale Entkopplung geben kann, und er will auf keinen Fall eine digitale Isolation von der restlichen Welt – aber ja, Kontrolle will er schon.“</p>
<p>Titelbild: Internet Halal, Iran von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>#Favelasonline: „Wir finden neue Formen von Politik!“</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jan 2014 15:28:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Viertel der Bewohner von Rio de Janeiro &#8211; Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 – lebt in Favelas. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Favella-Trajano-Photo.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136722" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Favella-Trajano-Photo.jpg" alt="Favella-Trajano-Photo" width="640" height="463" /></a>Ein Viertel der Bewohner von Rio de Janeiro &#8211; Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 – lebt in Favelas. In den fast 1.000 Armenvierteln der brasilianischen Metropole bestimmen Drogenbanden seit Jahren das tägliche Leben. Favelas sind daher vor allem eins: ein Synonym für Gewalt und Armut. Weniger bekannt ist, dass die Elendsviertel längst auch Quelle und Hort digitaler Kreativität sind.<br />
Vor allem junge Favela-Bewohner üben sich mit Begeisterung in der lokalen Berichterstattung. Die deutschen Journalistinnen Julia Jaroschewski und Sonja Peteranderl schreiben seit 2001 auf <a href="http://buzzingcities.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BuzzingCities</a> und aus den Favelas in Rio, wohnen selbst in der Favela Rocinha und bloggen live von dort auf ihrem <a href="http://favelawatchblog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Favelawatchblog“</a>. In der Veranstaltung „#favelasonline &#8211; Digitaler Wandel in den Armenvierteln von Rio de Janeiro“ der Heinrich-Böll Stiftung berichteten sie in Berlin, wie das Internet die brasilianischen Armenviertel in „die größten Startups Lateinamerikas“ verwandelt.</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-136723 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert.jpg" alt="IMG_2006-Ausschnitt-Skaliert" width="314" height="167" /></a>Ein „Make-Up“ für die Stadt?</h3>
<p>Vor dem Start der international beachteten Großereignisse soll sich in Rio, der Stadt der Strände und Sonnenanbeter, noch einiges ändern. Bis zur WM in diesem Sommer möchte der Staat etwa 250 Favelas in Rio polizeilich mit der sogenannten Befriedungspolizei UPP besetzen. Die Verdrängung von Drogenbanden soll die Viertel sicherer machen und Investitionen in die Infrastruktur sollen für eine Integration der Favelas in die Stadt sorgen. Ob diese Maßnahmen langfristig etwas verändern oder nur als kurzlebiges „Make-Up“ die Stadt aufhübschen, lässt sich nicht sagen. Es ist jedoch auffällig, dass hauptsächlich bekannte Favelas, die potenziell Touristen anlocken, von den staatlichen Verschönerungsmaßnahmen profitieren. Der Ausbau von Bibliotheken, Sportzentren und Seilbahnen ist zwar lobenswert aber vor allem medienwirksam, während Probleme wie eine marode Kanalisation, unzureichende Stromversorgung und Korruption in den meisten Favelas bestehen bleiben. Die Unzufriedenheit über die Inbesitznahme ihrer Viertel durch einen Staat, der Tourismus und die Interessen der Wohlhabenden fördert, wird von den Favela-Bewohnern lebhaft auf Twitter, Facebook, Instagram und Blogs dokumentiert. Als Reaktion auf die aufgezwungenen Veränderungen vollzieht sich in den Favelas gleichsam ein digitaler Wandel ab, der zum Teil nationale Beachtung erlangt.</p>
<h3>Das Internet als neues politisches Instrument</h3>
<p>Abwasserversorgung und Müllentsorgung sind in Brasiliens Armenvierteln meist in miserablem Zustand, doch das Internet ist nicht mehr aus den Favelas wegzudenken. Heute ist mehr als die Hälfte der Bewohner online, 78 Prozent der jüngeren Generation nutzt das Internet täglich. Die großen Telekommunikations- und Mobilfunkunternehmen machen sich diesen Wandel zunutze. Sobald eine Favela befriedet wurde, bieten sie verschiedene Pakete für mittellose Klienten an und entwickeln Apps speziell für Favela-Bewohner.<br />
Das Internet hilft den Bewohnern der Elendsviertel, politisch aktiv zu werden und Entscheidungsträger zum Handeln zu bringen. So organisierten viele Menschen sich im vergangenen Jahr in sozialen Netzwerken, um an den Sozialprotesten in Rio teilzunehmen. Wie auch schon im Arabischen Frühling wurde Polizeigewalt mit Handykameras dokumentiert und bot eine alternative Berichterstattung neben den Massenmedien. Umstrittene Projekte des Staats, wie der Bau einer teuren Seilbahn inklusive Zwangsumsiedlungen, werden im Internet kritisch diskutiert und Stromrechnungen öffentlich auf Facebook gepostet, um die neu eingeführten Preise zu vergleichen. Der wohl bekannteste Fall öffentlichen Drucks auf die Politik aus einer Favela ist der von Amarildo de Souza. Nachdem er im vergangenen Jahr spurlos aus der Favela Rocinha verschwand, startete seine Familie eine Facebook-Seite und löste eine Solidarisierungswelle sowie Straßenproteste im Namen aller Vermissten aus. Unter dem Druck der Massen wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass die UPP ihn zu Tode gefoltert hatte. Der Polizeichef der UPP-Einheit in Rocinha musste gehen, 25 Polizisten wurden angeklagt.<br />
Marina Moreira aus der Favela Morro de Providencie ist eine der jungen Reporterinnen und auf Twitter sehr aktiv. Sie ist für die Veranstaltung nach Berlin gekommen und teilt dem deutschen Publikum mit: „Wir finden neue Formen von Politik“.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/BuzzingCities">@BuzzingCities</a> <a href="https://twitter.com/vivarocinha">@vivarocinha</a> estamos invetando novas formas políticas <a href="https://twitter.com/search?q=%23favelasonline&amp;src=hash">#favelasonline</a><br />
— Marina Moreira (@mmari92) <a href="https://twitter.com/mmari92/statuses/426081134045179904">22. Januar 2014</a></p></blockquote>
<p>Auch Michel Silva bloggt und twittert täglich mithilfe seines Smartphones auf <a href="http://vivarocinha.org/portal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vivarocinha.org</a>. Wenn er über Probleme wie kaputte Straßen und Brände berichtet, hilft das den Bewohnern, aber er macht die Alltagsprobleme der Bewohner auch für ein nationales Publikum sichtbar.</p>
<h3>Ein neues Selbstbewusstsein</h3>
<p>Nicht nur die Probleme der Favelas werden im Internet kommuniziert. Eine neue Generation von selbstbewussten jungen Favela-Bewohnern erstellt Facebook-Seiten für Restaurants und Geschäfte, macht Fotos von Bars und Kunstprojekten und entkräftet so das negative Image ihrer Heimat in der brasilianischen Gesellschaft. Die Initiative <a href="http://www.afroreggae.org/tanomapa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Tá no mapa“</a> („Es ist auf der Karte“) der NGO AfroReggae macht Sehenswürdigkeiten und kulturelle Einrichtungen der Armenviertel auf einer Karte sichtbar. favelawatchblog berichtet <a href="http://favelawatchblog.com/2014/01/17/favelasonline-die-neuvermessung-der-stadt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>, dass Google Maps den Begriff “Favela” 2009 auf Initiative des Bürgermeisters von Rio, Eduardo Paes, und der städtischen Tourismusagentur Riotur überwiegend aus den Karten gelöscht und die Armenviertel als strukturlose Farbkleckse ohne Einzeichnung von Straßen angezeigt hatte. AfroReggae und andere Initiativen kontern auf diesen Identitätsdiebstahl mit ihren selbst erstellten Karten, denn „eine Karte ist mehr als eine Karte – sie ist auch ein Existenzbeweis“, so AfroReggae.</p>
<h3>Wird alles anders?</h3>
<p>Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft und der Olympischen Spiele dient das Internet den Favela-Bewohnern als Instrument der Selbstorganisation, lokalen politischen Berichterstattung und Identitätsschaffung. Nationale wie internationale Medien berichten zunehmend über die Situation in den Armenvierteln. Wünschenswert wäre, dass das breitere Interesse auch nach Ende der Großereignisse bestehen bleibt. Doch ist der neue Bürgerjournalismus nicht ungefährlich, denn Drogenbanden sind weiterhin die inoffiziellen Herrscher der Viertel. Drogen werden als Thema in der Berichten deshalb oft ausgespart, was einen unabhängige Berichterstattung – und dadurch auch ein rundum authentisches Bild der Lage &#8211; erschwert.<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/48950965@N08/4712164611/in/photostream/lightbox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thiago Trajano</a> (oben); Christina zur Nedden; <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a><br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Thomas Jefferson und der Facebook-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Nov 2012 17:09:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was hat Thomas Jefferson mit dem Facebook-Wahlkampf zu tun? Elizabeth Linder, „Government Specialist“ bei Facebook, sprach gestern im Berliner Base_Camp [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/thomas-jefferson-und-der-facebook-wahlkampf/img_2115kleiner/" rel="attachment wp-att-122827"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-122827" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_2115kleiner-630x472.jpg" alt="Elizabeth Linder vor Leinwand" width="630" height="472" /></a></p>
<p align="JUSTIFY"><strong>Was hat Thomas Jefferson mit dem Facebook-Wahlkampf zu tun? Elizabeth Linder, „Government Specialist“ bei Facebook, sprach gestern im Berliner Base_Camp über den Einsatz von Facebook im Wahlkampf.</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Bei Kaffee und Rotwein eröffnete Elizabeth Linder ihre Präsentation mit einem Zitat Thomas Jeffersons, der sich nach seiner Wiederwahl als US-Präsident Häme und persönlicher Angriffe seitens der Medien ausgesetzt sah. Im Jahr 1805 soll er angesichts der massiven Medienkritik den Schluss gezogen haben, die einzige Chance für ihn sei es, sich direkt an die Menschen zu wenden, denn sie würden ihm unvoreingenommen begegnen.</p>
<p align="JUSTIFY">Damit stand das Motto von Linders Vortrag fest: Bei Facebook ginge es darum, sich den Usern direkt zu präsentieren. Daher sei das soziale Netzwerk so bedeutend für den US-amerikanischen Wahlkampf gewesen. Ihre Auswertungen hätten ergeben, dass Facebook-Nutzer eine um 57 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, Freunde und Familie zur Wahl zu animieren als Nutzer anderer sozialer Netzwerke oder Menschen ohne Profil bei einem sozialen Netzwerk. Immerhin fast ein Drittel der US-Amerikaner seien nach Facebook-Angaben von Freunden angesprochen worden, wählen zu gehen. Überhaupt seien, so Linder weiter, die Nutzer von Facebook politisch: 25 Prozent von ihnen hätten auf ihrem Profil angegeben, für welchen Kandidaten sie stimmen. Auffällig: Von diesen rund 9,5 Millionen Nutzern waren rund zwei Drittel weiblich.</p>
<h3 align="JUSTIFY"> Communities sind von großer Bedeutung</h3>
<p align="JUSTIFY">Das Ziel von Wahlkampagnen sei es, Interessierte zu Aktivisten zu machen, und nicht etwa, Anhänger noch stärker vom eigenen Kandidaten zu überzeugen. Eine beliebte Strategie sei etwa das Nutzen von Communities, wie <a href="http://www.facebook.com/WomenforObama" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Women for Obama“</a>. Als weiteres Beispiel nannte Linder das Profil der Ehefrau des wiedergewählten Senators Brown aus Ohio, die auf Facebook deutlich beliebter sei als ihr Ehemann. Gerade dieser unmittelbar wirkende Kontakt vermittele Sympathie und Nähe zum Kandidaten. Die Romney-Kampagne habe mit der „Stay with Mitt“-App ein ähnliches Werkzeug genutzt: Mithilfe dieser Anwendung konnten sich Unterstützer ablichten lassen und ihr Foto der Internetöffentlichkeit präsentieren.</p>
<p align="JUSTIFY">Auch Cross-posting sei ein wirkungsvolles Instrument. So wirke es besonders authentisch, wenn Personen außerhalb der Kampagne sich für einen Kandidaten aussprächen und dies ausdrückten, indem sie ihr Profil mit dem des Kandidaten verlinken. Klarer Vorteil dieses Kommunikationswerkzeugs: Der Kandidat bestimme selbst, wer sich über ihn äußere.</p>
<p align="JUSTIFY">Interessant waren Linders Beobachtungen hinsichtlich der Veröffentlichung von Fotos der Kandidaten im US-Wahlkampf. Zwar habe die Romney-Kampagne deutlich mehr Bilder bei Instagram veröffentlicht als das Obama-Team, doch habe Obama viel häufiger Menschen abgebildet, während Romney überwiegend Fotos von Plakaten, Räumlichkeiten usw. hochgeladen hatte. Ein sehr gutes Beispiel sei das Foto, mit dem Obama über sein Facebook-Profil seinen Wahlsieg bekannt gegeben hatte: Es zeigt ihn in Umarmung mit seiner Ehefrau Michelle, übertitelt mit „Four more years“. In der überschaubaren Historie von Facebook sei es das bislang am häufigsten gepostete Foto gewesen.</p>
<h3 align="JUSTIFY">Facebook bietet enorme Potenziale für die politische Kommunikation</h3>
<p align="JUSTIFY">Zum Abschluss ihres Vortrags wagte Elizabeth Linder den Ausblick, dass Politiker zukünftig viel stärker als bisher via Facebook mit der Öffentlichkeit kommunizieren werden. Schon heute gehörten Politiker wie der Präsident von Nigeria, der Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate oder der britische Außenminister zu Vorreitern auf diesem Feld. Öffentliche Facebook-Mitteilungen wie die Glückwünsche europäischer Regierungschefs zur Wiederwahl Obamas seien ein Beleg dafür, dass es eine Entwicklung hin zu mehr Transparenz gebe – offizielle Stellen würden anstelle von Telefonaten und Memos in Zukunft stärker auf die Bürger zugehen, denn diese würden mehr Aufmerksamkeit einfordern.</p>
<p align="JUSTIFY">In der anschließenden Fragerunde entgegnete Elizabeth Linder Bedenken hinsichtlich der Rückverfolgung von Wählerinnen und Wählern mittels Facebook mit ihrer Erfahrung, Nutzer würden Kommunikationswege bewusst auswählen und z.B. zwischen E-Mail und Facebook unterscheiden. Zur kritischen Nachfrage, ob soziale Medien wie Facebook nicht die Gefahr des Missbrauchs bürgen, lenkte Frau Linder ein, dies sei ein Problem, daher seien Aufklärung und Bildung im Umgang mit Medien wichtig.</p>
<p align="JUSTIFY">Die Expertin für politische Kommunikation bei Facebook rechnet damit, dass Politiker mit der Zeit vermehrt auf Bürger zugingen, um sie aktiv und gezielt nach ihren Bedürfnissen zu fragen und Anregungen zu erhalten. Noch hätten viele Politiker Hemmungen, da sie befürchten, diese Konsultation der Bürger könne ihnen als Unsicherheit und Verletzlichkeit ausgelegt werden. Dabei biete Facebook enorme Möglichkeiten, auf Bürger zuzugehen und ihnen z.B. Änderungen ihrer Agenda oder Strategie zu erklären.</p>
<h3 align="JUSTIFY">Fazit:</h3>
<p align="JUSTIFY">Elizabeth Linders Vortrag bot einige interessante Aspekte moderner Wahlkampfführung, ihre Antworten zu Bedenken wie Missbrauchsgefahr und Bedrohung der Privatsphäre blieben jedoch unverbindlich. Dennoch war es ein spannender Vortrag und es bleibt abzuwarten, ob sich etwa deutsche Parteien für den Bundestagswahlkampf 2013 an so mancher Technik aus dem diesjährigen US-Wahlkampf orientieren werden.</p>
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