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	<title>Internet-Sprecher &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Internet-Sprecher &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Aller Anfang ist schwer</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aller-anfang-ist-schwer-5203/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 18:37:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Sprecher]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Community]]></category>
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					<description><![CDATA[Der re:publica-Mitgründer und Internet-Aktivist Markus Beckedahl stellte auf dem Blogger-Konvent, der heute in Berlin endet, die Initiative &#34;Digitale Gesellschaft&#34; vor. Mithilfe dieses Projekts soll überparteiliche Lobby- und Kampagnenarbeit für netzpolitische Belange gestaltet werden. Über den Charakter und die Zukunft solcher netzpolitischer Interessenvertretungen sprach politik-digital.de mit Vertretern aus Sozialwissenschaft und der Internetgemeinde. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der re:publica-Mitgründer und Internet-Aktivist Markus Beckedahl stellte auf dem Blogger-Konvent, der heute in Berlin endet, die Initiative &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221; vor. Mithilfe dieses Projekts soll überparteiliche Lobby- und Kampagnenarbeit für netzpolitische Belange gestaltet werden. Über den Charakter und die Zukunft solcher netzpolitischer Interessenvertretungen sprach politik-digital.de mit Vertretern aus Sozialwissenschaft und der Internetgemeinde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Online-Foren, Twitter-Meldungen und auch in herkömmlichen Medien wurde es in den vergangenen Tagen immer wieder betont: Das Internet hat die Nerd-Ecke inzwischen endgültig verlassen. Als sichtbares Zeichen wurde auf die Web 2.0-Konferenz <a href="http://re-publica.de/11/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;republica XI&#8221;</a> mit rund 3.000 Besucherinnen und Besuchern verwiesen. Neben sachkundigen Sessions zu Fragen der &#8220;Troll-Forschung&#8221; oder der Kunst des 140-Zeichen-Flirts (&#8220;Flittern&#8221;) wurde auf der dreitägigen Veranstaltung im Berliner Friedrichstadtpalast ebenfalls die Gründung eines Vereins bekannt gegeben.</p>
<p>Der Verein <a href="http://digitale-gesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Digitale Gesellschaft&#8221;</a> will zukünftig, von Fördermitgliedern mit Spenden untersützt, Lobbyarbeit für das Thema Netzpolitik betreiben und die in der Netz-Community bestehenden Forderungen zu Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität oder der Novellierung des Urheberrechts kanalisieren. Braucht es neben den bereits bestehen Interessenverbänden der Telekommunikationsindustrie, den netzpolitischen Arbeitskreisen der Parteien, der Bundestags-Enquetekommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; und der Single-issue-Partei &#8220;Piraten&#8221; ein weiteres Sprachrohr? Der Erlanger Politikwissenschaftler Johannes Fritz, der aktuell zum Thema &#8220;Netzpolitik im internationalen Vergleich&#8221; promoviert, ist von der Notwendigkeit einer breiten netzpolitischen Interessenvertretung überzeugt: &#8220;Ich begrüße das Ziel der &#8216;Digitalen Gesellschaft&#8217;, die Reichweite der netzpolitischen Bewegung auszuweiten&#8221;, so Fritz gegenüber politik-digital.de. In der gewählten Rechtsform eines Vereins sieht Fritz ebenfalls Vorteile: &#8220;Mein Eindruck ist, dass die &#8216;Digitale Gesellschaft&#8217; bewusst darauf setzt, dass auch außerhalb des Internet bekannte Personen ihre Positionen öffentlich vertreten. Auch der Chaos Computer Club setzt ja beispielsweise aus meiner Sicht erfolgreich auf zwei Sprecher, die ihn öffentlich auf Veranstaltungen aller Art vertreten.&#8221;</p>
<p>Die neue Organisation, die sich vereinsrechtlich aktuell noch in Gründung befindet, erntet aber nicht nur Zustimmung. Gerade innerhalb der Netzgemeinde selber wurde auch deutliche Kritik geübt. So mokiert sich der Hamburger Blogger Nico Lumma in seinem auf <a href="http://lumma.de/2011/04/15/berlin-mitte-nerds-e-v-gegrundet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Lummaland&#8221;</a> publizierten Beitrag in Anspielung auf den Personenkreis der Vereinsgründer über die &#8220;Berlin Mitte Nerds, e.V.&#8221;. Der Aachener Blogger Christian Scholz (@mrtopf) schlägt in dieselbe Kerbe. In seinem <a href="http://mrtopf.de/blog/politik-politics/digiges/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> beklagt er am heutigen Freitag die Namensgebung des Vereins beziehungsweise den Anspruch, den er mit der Wortwahl &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221; verbunden sieht und erläutert seine Kritik im Gespräch mit politik-digital.de. &#8220;Hauptsächlich ist es der Name, der mich stört. Dieser nämlich suggeriert einen Anspruch, dem man durch das, was ich in der Session (auf der re:publica, Anm. d. Red.) gehört habe, nicht gerecht wird. Zumindest also Transparenz müsste gegeben sein. Dass dies zum Beispiel bei Greenpeace ähnlich ist, macht für mich die Sache aber nicht besser. Zumindest suggeriert der Name dort aber nicht, dass er für uns alle spricht, sondern eben für Greenpeace-Mitglieder&#8221;.</p>
<p>Hinsichtlich möglicher Alternativen zu dem jetzt gegründeten Verein ist sich auch Scholz noch unsicher, wie er gegenüber politik-digital.de verdeutlicht: &#8220;Es entstehen ja durch die Vernetzung des Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken, schon Strukturen ganz von selbst, wie die Themen Netzsperren oder JMStV (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag), aber auch Stuttgart 21 und Castor gezeigt haben. Was fehlt, ist eher eine Stelle, die finanzielle Mittel verwalten kann, damit man zum Beispiel auch Ressourcen hat, ein Thema zu erarbeiten und zunächst mögliche Positionen bzw. Lösungsmöglichkeiten zu identifizieren. Erst danach kämen ja eventuell Kampagnen.&#8221;</p>
<p>Und wie könnte sich das Verhältnis der bereits existierenden politischer Parteien zu der neuen Initiative gestalten? Der Politikwissenschaftler Johannes Fritz ist sich sicher, dass diese den Anschluss an das Thema nicht verlieren werden: &#8220;In den letzten Tagen und Wochen konnte ich mit Netzpolitikern aus allen im Bundestag vertretenen Parteien sprechen. Sie sind im Allgemeinen an einem Austausch mit den Internetnutzern und ihren Organisationen interessiert und werden auch mit der &#8216;Digitalen Gesellschaft&#8217; zusammenarbeiten.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mission possible II &#8211; Das Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[New Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Sprecher]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Heilmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Unternehmer, Professor und seit neustem Internetsprecher der CDU:
Thomas Heilmann scheut keine Mühe wenn es darum geht, seine digitale Mission zu erfüllen. politik-digital sprach mit
ihm über Impulse, Tempo und Dynamik für die deutsche Wirtschaftspolitik.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Unternehmer, Professor und seit neustem Internetsprecher der CDU:<br />
Thomas Heilmann scheut keine Mühe wenn es darum geht, seine digitale Mission zu erfüllen. politik-digital sprach mit<br />
ihm über Impulse, Tempo und Dynamik für die deutsche Wirtschaftspolitik.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Heilmann, Sie sind ja nicht zuletzt mit ihrem &quot;Incubator&quot; econa selber tief im IT-Geschäft. Wenn sie mit den<br />
jungen Start-up Unternehmern reden und erklären, dass die CDU die richtige Partei für sie ist, glaubt man Ihnen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Das versuche ich gar nicht. Meine Rolle als Unternehmer hat mit meiner privaten<br />
Rolle als Internetsprecher der CDU nichts zu tun. Ich weiß überhaupt nicht, wo meine Geschäftspartner<br />
politisch stehen und will das auch nicht wissen. Ich würde als Unternehmer nie Werbung für die CDU gegenüber<br />
meinen Kunden machen. Ich verstehe meine Rolle bei der CDU vielmehr so, dass ich Input auf der inhaltlichen<br />
Ebene leiste: was muss man jetzt in der Politik machen, um dem neuen Zeitalter gerecht zu werden.<br />
</span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/images/heilmann.jpg" alt="Thomas Heilmann" border="1" height="135" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Thomas Heilmann</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hat es bei ihrer Nominierung zum Internetsprecher ein Arbeitsprofil gegeben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ich habe natürlich Wert auf ein Arbeitsprofil gelegt und habe Frau Merkel meine Ziele<br />
in einem Brief dargelegt. Klar musste sein, dass ich das ehrenamtlich mache, dass die Aufgabe zeitlich begrenzt<br />
ist, dass es eine Kommission geben muss.<br />
Das Internet ist kein parteipolitisches Thema. Das Internet ist ein Thema, an das sich die Politik erst herantasten<br />
muss. Eine schwierige Aufgabe, bei der Frau Merkel gesagt hat: der widmen wir uns jetzt mal ganz intensiv.<br />
Eine der Maßnamen ist, dass es jetzt die Kommission und mich gibt. Ich finde es gut, wenn andere Parteien<br />
nachziehen, Konkurrenz kann nicht schaden, wir brauchen einen Wettbewerb der Ideen und Konzepte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zur Kommission: Wer hat über die Zusammensetzung entschieden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Die sieben Politiker wurden vom Präsidium bestimmt, ich bin dazu aber gehört worden.<br />
Die Wirtschaftler habe im Wesentlichen ich vorgeschlagen und man ist meinen Empfehlungen gefolgt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie sieht die Agenda für die Kommission aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b>Bis zum nächsten Sommer wollen wir ein Entwicklungsprogramm schreiben.<br />
Wichtigste Themen sind Bildung und Wirtschaftordnung, einschließlich Steuerrecht und schließlich Standortfragen.<br />
Dass das Internet in Deutschland kommen wird, ist sicher, dafür braucht man die Politik nicht.<br />
Die Frage ist, wo die Produkte herkommen, wo die Wertschöpfung und die Gewinne liegen werden.<br />
Im Moment sieht es so aus, dass Deutschland kein &quot;Cluster&quot; wird. Die Messe ist allerdings noch nicht gelesen,<br />
wir brauchen mehr Tempo.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie trennen zwischen ihrem Leben als Unternehmer und als<br />
Internetsprecher der CDU, sehen das ihre Mitarbeiter und Kunden genauso?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Sie kaufen ja auch keine SPD-Rechner, nur weil Herr Staudt, der Chef von IBM, Mitglied der SPD ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Bei dem Arbeitsprofil, das sie aufgestellt haben, wurden Dinge genannt, die sie machen wollen und Dinge,<br />
die sie nicht tun werden. Welche Bereiche werden sie nicht antasten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Es gibt hunderte von Dingen, die ich nicht machen werde oder kann. Was ich nicht leisten kann ist,<br />
die CDU-Pages zu betreuen, ich kann mich auch nicht um Innenpolitik oder Rechtspolitik kümmern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie kommen aber zwangläufig in Berührung mit anderen Themen, wenn sie sich um das Internet kümmern,<br />
Einwanderungspolitik, Steuerpolitik.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ich beschränke mich darauf, bei diesen Themen die neuen Aspekte, die sich durch die Neuen Medien ergeben, aufzuzeigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie haben ja in einer ersten Reaktion vor der Überregulierung gewarnt. Planen sie einen Entwurf zur<br />
Internet-Steuergesetzgebung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Zum Thema Internetsteuer wird es von uns einen Entwurf geben. Wirtschaft sollten<br />
wir nicht durch staatliche Maßnamen lenken, dazu ist der Staat zu langsam und besonders im Bereich Internet<br />
nicht ausreichend informiert. Aber: die Standortfragen und Steuerfrage müssen schnell geklärt werden. Eine<br />
hohe Internetnutzung kann für Unternehmen ein interessantes Standort-Argument sein. Leider sind wir auch<br />
da noch Mittelfeld. Eine starke Nutzung alleine reicht natürlich nicht. Dazu müssen natürlich auch noch das<br />
Kapital und die richtigen Leute kommen, damit im Land etwas passiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wollen Sie dafür sorgen, dass ihr Grundlagenpapier, das die<br />
Kommission erarbeiten wird, hinterher nicht zum Feigenblatt wird, hinter dem sich die Parteien verstecken.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ein Papier hat dann Wirkung, wenn es überzeugend ist. Dann hängt es natürlich<br />
auch noch von uns Kommissionsmitgliedern ab, die Inhalte in die CDU zu tragen. Generell besteht in der<br />
CDU aber ein großes Interesse an dem Thema. Sollten meine Vorschläge nicht ankommen, habe ich Pech gehabt.<br />
Mir bleibt da lediglich die Kraft der Überzeugung. Ich habe keine Hausmacht, nur Argumente.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> In einigen Köpfen scheint das Thema ja schon<br />
angekommen zu sein, siehe Frau Merkel. Wird das Thema Internet auch im nächsten Wahlkampf bestimmend werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Das Thema Wirtschaftspolitik für´s Internet ist zu kompliziert, als das es ein wirkliches<br />
Wahlkampfthema sein kann. Das wird eher ein Feinschmeckerthema für eine bestimmte Klientel.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und Jungwähler, denen man ein frischeres Profil zeigen will?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> In der Hierarchie der Themen kommt zuerst die Arbeitslosigkeit. Das Internet kommt<br />
auf der Liste noch gar nicht vor. Vielleicht wird es bis 2002 etwas an Bedeutung gewinnen, ein Top-Thema wird<br />
es nicht werden, auch wenn es über kurz oder lang unsere Wirtschaftordung in ihren Grundfesten erschüttern wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Man könnte das Thema Internet für eine Partei zur<br />
Profilbildung verwenden. Werden Sie bei der Internetkampagne der CDU ein Wörtchen mit reden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Das ist nicht meine Aufgabe. Ich kenne natürlich die handelnden Personen. Vielleicht<br />
fragen die mich gelegentlich um Rat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Der Generalsekretär Polenz verspricht sich vom Internet<br />
eine Belebung der innerparteilichen Demokratie. Kann das konkret heißen, dass die CDU ihren Kanzlerkandidaten<br />
für 2002 per Mitgliederentscheidung auch online wählen wird?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Dazu muß es erst einmal mehrere Kandidaten geben, die zur Wahl stehen. Wenn es<br />
denn eine Urwahl geben sollte, dann ist es durchaus sinnvoll, dass die Abstimmung auch mit Unterstützung des<br />
Internets stattfindet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> In welchen Bereichen belebt das Internet die innerparteiliche<br />
Demokratie?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ein Vorteil des Internets ist die Möglichkeit ohne großen Aufwand Meinungsforen<br />
innerhalb einer Partei zu bilden. Wem seine Ortsgruppe nicht gefällt, sucht sich eine im Internet. Das sind klare<br />
strukturelle Vorteile, gegen die man in der CDU nichts einzuwenden hat. Die Arbeit an der parteipolitischen<br />
Basis ändert sich ganz grundlegend. Noch ein Beispiel: Grade ist auf der unabhängigen Seite dol2day der<br />
CDU-Kandidat zum Internetkanzler gewählt worden. Die Teilnahme hat natürlich niemand im Präsidium<br />
beschlossen, das ist einfach passiert. Dieses Beispiel zeigt doch, wie stark die CDU in der Internetgesellschaft<br />
verankert ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Als eines ihrer Ziele für die Agenda haben Sie vorhin die<br />
Bildung genannt. Wollen Sie dazu anregen, die Neuen Medien als Schulfach zu verankern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Das Internet deckt in der Schulbildung meiner Meinung nach drei Bereiche ab und stellt<br />
auch dreierlei Anforderungen an die Lehrpläne: Zunächst ist der Umgang mit dem Internet ja eine Basisanwendung,<br />
vergleichbar mit Lesen und Schreiben. Zusätzlich kann es als Handwerkszeug für alle anderen Fächer benutzt<br />
werden. Dazu kommen dann noch die wirtschaftlichen Aspekte, die generell stärker in den Schulunterricht<br />
eingebunden werden sollten, um die Leute für die Zukunft zu rüsten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie sehen sie die Lage der Universitäten in diesem<br />
Zusammenhang, ist es sinnvoll, dass an den Unis ständig neue Studiengänge zu schaffen, für einen Bedarf<br />
in der Branche, der sich schneller ändert, als dass die Studenten Examen machen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Die Antwort ist der Wettbewerb. Natürlich brauchen wir neue Inhalte an den<br />
Universitäten. Wenn aber der Staat eine Prognose darüber abgeben soll, welche Programmierer wir in fünf Jahren<br />
brauchen werden, dann liegt diese Einschätzung sicher neben der Realität. Wir brauchen deshalb ein neues<br />
Konzept für die Aus- und Weiterbildung, bei dem sich auch die Unternehmen stärker engagieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b>: Sie sind ja selber auch Gastprofessor an der Hochschule<br />
der Künste in Berlin für den Fachbereich Gesellschafts- und Wirtschaftkommunikation. Was raten Sie ihren<br />
Studenten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Sich, auch wenn sie den akademischen Weg der Ausbildung gewählt haben, mit dem<br />
Basiswissen, den grundlegenden Fähigkeiten zu rüsten. Dazu gehören so profane Dinge, wie einen<br />
wasserdichten Businessplan aufzustellen, mit Cashflow-Analyse und Marketingkonzept.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ist die CDU das ideale Umfeld, um das Thema Internet<br />
breitenwirksam zu machen, oder denken Sie, dass jede Partei geeignet ist, Hauptsache der Stein wird ins<br />
Wasser geworfen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Die CDU ist seit ihres Bestehens immer die Partei gewesen, die wirtschaftliche<br />
Entwicklungen gefördert und für möglichst viele Menschen nutzbar gemacht hat. Die CDU hat die größte<br />
Tradition und die meiste Erfahrung, mit neuen Wirtschaftsfragen umzugehen und sie breitenwirksam zu<br />
machen. Es ist aber so, dass keine Partei gegen das Internet ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hätten Sie auch das Angebot der SPD angenommen,<br />
Internetsprecher zu werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ich nehme nicht gerne Angebote an, die mir gar nicht gemacht wurden. Ich stehe<br />
der CDU aber näher als der SPD.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b>Wenn Frau Merkel 2002 ihr Schattenkabinett bildet und<br />
ihnen anbietet, der erste deutsche Internetminister zu werden, würden Sie das annehmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Sie hat es mir nicht angeboten und ich erwarte das auch nicht. Zudem bin ich ja<br />
auch noch Unternehmer und könnte nicht so ohne weiteres von heute auf morgen in die Politik wechseln.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Brauchen wir einen Staatsminister für Internet?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Die Frage ist so isoliert nicht zu beantworten. Es geht ja hier um ein horizontales<br />
Thema, dass viele, fast alle Ressorts berührt. Vielleicht sollte der nächste Wirtschaftsminister &quot;internetminded&quot;<br />
sein. Als reine Showmaßname oder symbolischen Akt brauchen wir jedenfalls keinen zusätzlichen Minister.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b>Was hat sie als Unternehmer bewogen, sich in der Politik<br />
zu engagieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Ich habe einige Grundüberzeugungen, die erste lautet: es ist falsch, dass die<br />
Politik in Deutschland eine abgekapselte Kaste ist. Eine größere Fluktuation zwischen Politik und anderen<br />
Bereichen wie in den USA täte den Sachthemen gut. Zweitens bin ich davon überzeugt, dass wir in Deutschland<br />
den Wohlstand nur sichern können, wenn wir jetzt in diesem Bereich richtig handeln. Ich fühle mich als<br />
Unternehmer gewissermaßen angehalten, denn auch ich habe viel Unterstützung bekommen.<br />
Wenn mir meine Umgebung es mir nicht ermöglicht hätte, Unternehmer zu werden, dann wäre ich heute nicht<br />
da, wo ich bin. Ich möchte davon auch etwas zurückgeben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie haben ihre Funktion als Impulsgeber beschrieben. Wie lange werden ihre Impulse als Internetsprecher<br />
der CDU zu Verfügung stehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Heilmann:</b> Das Präsidium hat sein Mandat für zwei Jahre, ebenso die Kommission. Wir hoffen unsere Arbeit auch in<br />
diesem Zeitraum beenden zu können. Vielleicht widme ich mich danach wieder etwas ganz anderem. Ich sehe<br />
mich in befristeter digitaler Mission.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wir bedanken uns für das Interview!<br />
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<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview führten Caroline Welzel und Philipp Stradtmann.</span></p>
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