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	<title>Internetforum &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Internetforum &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 4)</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 07:56:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Abgeordnetenwatch erntet Kritik, Spitzel-Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn, Oberlandesgericht Hamburg setzt sich für Forenbetreiber ein und warum die deutschen Parteien von Barack Obama noch was lernen können: Die wöchentliche Linkliste mit aktuellen Informationen aus dem Web.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Abgeordnetenwatch erntet Kritik, Spitzel-Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn, Oberlandesgericht Hamburg setzt sich für Forenbetreiber ein und warum die deutschen Parteien von Barack Obama noch was lernen können: Die wöchentliche Linkliste mit aktuellen Informationen aus dem Web.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.bastian-dietz.de/?p=375" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abgeordnetenwatch erntet Kritik</a>
</p>
<p>
In seinem Blog „Politikmaschine&quot; nimmt Bastian Dietz die eDemokratie-Plattform Abgeordnetenwatch unter die Lupe. Unter anderem kritisiert er die mangelnde Moderation und die Fragestellungen aus den eigenen politischen Reihen und hat den Grünen-Politiker Volker Beck dazu befragt.</p>
<p><a href="http://www.onetoone.de/index.php?we_objectID=16277" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie zum Online-Wahlkampf 2009</a>
</p>
<p>
Eine Studie der Digitalkonferenz DLD (Digital, Life, Design) von Burda Media ergab, dass sich das Superwahljahr 2009 in großem Maße auf das Internet konzentrieren muss, denn 65 Prozent der 18- bis 59-jährigen nutzen die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten des World Wide Web.<br />
Damit trifft Burda Media gleichzeitig seine Prognose für zukünftige politische Kommunikation im „Partizipations- und Live-Medium&quot;.</p>
<p><a href="http://www.focus.de/digital/multimedia/dld-2009/tid-13155/politik-2-0-die-macht-des-internets_aid_363558.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obamas Medienpräsenz ist beispielhaft</a>
</p>
<p>
In seinem Wahlkampf hat US-Präsident Barack Obama bereits bewiesen, wie wirkungsvoll ständige (Online-)Medienpräsenz ist. Selbst die offizielle Amtseinführung war live im Internet zu verfolgen. Was die deutschen Politiker noch von ihm lernen können und wo die deutschen Parteien im Netz stehen, fragte sich Marcel Reichart. </p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,602809,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampf gegen Forumsabmahnungen </a>
</p>
<p>
Das Oberlandesgericht Hamburg setzt sich derzeit für eine Lockerung der Bestimmungen für Web2.0-Betreiber ein. Vor allem Betreiber von Foren könnte ein Teil der rechtlichen Verantwortlichkeit für Kommentare oder Inhalte Dritter auf ihren Mitmachseiten genommen werden. Bisher konnten diese für Urheberrechtsverletzungen in Userbeiträgen abgemahnt werden.
</p>
<p>
<a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.politik.volltext.php?kennung=on3taPOLPolNational39832&amp;zulieferer=ta&amp;kategorie=POL&amp;rubrik=Politik&amp;region=National&amp;auftritt=TA&amp;dbserver=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Folgt die Bahn dem „Telekom-Spitzel-Trend&quot;?</a>
</p>
<p>
Gegen die Bahn wurden in dieser Woche erhebliche Vorwürfe erhoben, die Datenschutzrechte ihrer Mitarbeiter verletzt zu haben. Angeblich spionierte der Konzern seine Angestellten und deren Ehepartner über einen längeren Zeitraum hinweg aus. Die Deutsche Bahn wies jegliche Beschuldigungen zurück. </p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/article3065558/Wie-die-Obama-Fans-jetzt-mitregieren-duerfen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Partizipation à la Obama</a>
</p>
<p>
Medienwissenschaftlerin Caja Thimm durchleuchtet im Interwiev mit Welt-online Barack Obamas Regierungspläne bezüglich Transparenz, Bürgernähe und Zukunftsaussichten.</p>
<p><a href="http://www.newsdesk.se/pressroom/twingly/pressrelease/view/twingly-launcht-die-weltweit-erste-umfassende-microblog-suche-266261" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schweden: Erste umfassende Microblog-Suche</a>
</p>
<p>
Die schwedische Blogsuchmaschine Twingly hat nun aufgerüstet. Sie ermöglicht nun eine explizite Suche nach Microblogs wie beispielsweise Twitterbeiträgen, deren Dienste bisher nur einzeln durchsucht werden konnten. Twingly soll für mehr Übersichtlichkeit der immer beliebteren Diskussionsplattformen sorgen.</p>
<p><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1231848468580.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adressen-Dealer kommt glimpflich davon</a>
</p>
<p>
Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Call-Centers verkaufte ca. sechs Millionen Datensätze an die Bundes-Verbraucherzentrale. Diese wollte damit nur aufzeigen, wie einfach Datenbeschaffung auf dem Schwarzmarkt sein kann. Der 22-Jährige kam mit einem Bußgeld von 900 Euro davon. </p>
<p></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Onlinediskusion um Gentechnik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftwehner_biotalk060201-shtml-2901/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Idee der internetgestützten Debatte über gesellschaftliche Themen hat in Hamburg Profil gewonnen. Dort diskutieren Jugendliche 
                            online Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Die Idee der internetgestützten Debatte über gesellschaftliche Themen hat in Hamburg Profil gewonnen. Dort diskutieren Jugendliche<br />
<a href="http://www.biotalk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online</a> Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit dem 23.Januar geschieht in Hamburg etwas Ungewöhnliches. Die Schülerinnen und Schüler dieser Stadt diskutieren die Chancen und Risiken gentechnisch behandelter Lebensmittel – online! Das Interesse sich zu beteiligen ist groß. Bereits nach wenigen Tagen sind es mehrere hundert Jugendliche, die sich im Online-Forum zu Wort melden oder einfach nur die Beiträge lesen wollen.</p>
<p><strong>Besorgte Jugend</strong></p>
<p>Eine so große Beteiligung muss verwundern angesichts des immer wieder geäußerten Vorwurfs, Jugendliche seien heutzutage mehr auf sich selbst konzentriert und hätten das Interesse an Fragen zur Gesellschaft verloren. Es verwundert noch mehr, wenn die Beiträge genauer betrachtet werden. Denn hier wird nicht einfach drauflosgeschrieben, sondern meist sachlich argumentiert. Deutlich wird, dass Jugendliche offenbar viel differenzierter mit anspruchsvollen Themen umgehen, als dies in der Vergangenheit vermutet wurde. Und wer vorher glaubte, es würden sich nur Gegner gentechnisch behandelter Lebensmittel finden, muss sich eines besseren belehren lassen. Der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Sicherung des Forschungsstandortes Deutschland, die Verantwortung für Dritte-Welt-Länder – auch solche mehr Pro-Gentechnik-Standpunkte finden ihre Fürsprecher. Angesichts der ausgewogenen Debatte möchte man fast von einer um die Zukunft des Landes besorgten Jugend sprechen. Dass diese Einstellung solange unbemerkt bleiben konnte, könnte daran gelegen haben, dass Jugendliche, die noch ohne Wählerstimme und deshalb ohne politische Lobby sind, in den etablierten? Medien kein Gehör finden. Ihnen wird die Möglichkeit verweigert, sich in die gesellschaftlichen Debatten einzumischen.</p>
<p><strong>Öffentliche Debatte als Rollenspiel</strong></p>
<p>Auswege aus dieser Situation will das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „Biotalk“ aufzeigen, in dem das Online-Forum entwickelt worden ist. Der Reiz des virtuellen Debattierplatzes liegt darin, dass hier gezielt alternative Wege der öffentlichen Diskussion beschritten werden. Nicht nur deshalb, weil durch die Verlagerung ins Internet viel mehr Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wird, sich zu äußern, als dies in der realen Welt möglich wäre. Noch wichtiger erscheint, dass es jetzt nicht länger die offiziellen Sprecher der Wirtschafts- und Verbraucherverbände, Parteien und Umweltschutzorganisationen sind, die als Vertreter für den Normalbürger sich mit dem Thema Gentechnik beschäftigen. Jetzt sind es umgekehrt die Jugendlichen, die in diese Rollen stellvertretend hineinschlüpfen und Sprecherfunktionen übernehmen können. Dieses spielerische Moment wird mit Wettbewerbselementen kombiniert. Jeder Teilnehmer kann für sein Mitmachen Punkte sammeln, die am Ende darüber entscheiden, wer als Sieger hervorgeht. Dass es bei einem solch heiklen Thema wie der Gentechnik gelegentlich auch zu Beschimpfungen oder Beleidigungen kommt, darf nicht überraschen. Dies stellt aber eher die Ausnahme dar, weil es Spielregeln gibt und Moderatoren, die darauf achten, dass sie auch befolgt werden.</p>
<p><strong>Neue Impulse für eLearning und eParticipation</strong></p>
<p>Da das Online-Forum noch bis zum 10.2.06 geöffnet ist, ist es für Schlussfolgerungen noch zu früh. Immerhin geben die Beteiligungszahlen und das Beteiligungsverhalten, die zusammengenommen jedes bisherige Projekt dieser Art in Deutschland in den Schatten stellen, Anlass zu verschiedenen Vermutungen. So lassen sich offenbar durch eine methodisch kluge und nutzerfreundliche Gestaltung des Internets Jugendliche motivieren, sich selbst außerhalb des Schulunterrichts mit komplexen Wissensstoffen zu befassen. Die Idee des gemeinsamen Lernens gewinnt hier völlig neue Dimensionen, die auch der gegenwärtig etwas ernüchternd wirkenden Debatte über die Möglichkeiten des eLearnings neue Impulse geben könnten. Damit nicht genug. Wer grundsätzlich mehr deliberative Elemente in der politischen Kultur (eParticipation) fordert, damit nicht nur Jugendliche, sondern die Bürger allgemein stärker am öffentlichen politischen Leben teilnehmen, setzt nicht nur einen Einstellungswechsel auf Seiten des politischen Establishments voraus. Es müssen vor allem Verfahren gefunden werden, die bei allem geforderten Ernst in der Sache den Teilnehmern auch Spaß an der Diskussion bereiten. Biotalk könnte hier zukunftsweisend sein, da hier ganz bewusst unterhaltende Spielregeln der Beteiligung, sachlich-argumentative Anforderungen, eine visuell ansprechende wie übersichtliche Plattform und ein gutes Moderatorenteam als Erfolgsfaktoren für einen Online-Diskurs verstanden werden. Dies erklärt den im Projekt Biotalk praktizierten interdisziplinären Ansatz. So haben Soziologen der TuTech Innovation GmbH und Medienwissenschaftler des Fraunhofer Instituts Autonome Intelligente Systeme (AIS) die Diskussionsregeln des Forums entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Binary Objekts eine Internetplattform realisiert. Biologen und Pädagogen der Universität Hamburg haben gemeinsam Wissenswertes zum Thema Gentechnik für das Forum zusammengestellt und Lernmaterialien und -methoden für die Schulunterrichtsphase des Projekts erarbeitet, die über die naturwissenschaftliche Perspektive hinausgehend auch für die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Aspekte des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion sensibilisieren. Grafikdesigner haben für die ansprechende visuelle Gestaltung der Plattform<br />
<a href="http://www.biotalk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.biotalk.de</a> und der Webseiten des Projekts<br />
<a href="http://projekt.biotalk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">projekt.biotalk.de</a> gesorgt.</p>
<p><strong>Die Stadt als Kooperationspartner</strong></p>
<p>Ob Biotalk ein Schritt in die richtige Richtung ist, wird sich zeigen müssen. Die Stadt Hamburg ist davon jetzt schon überzeugt. So entschlossen sich die Hamburger Senatsbehörde für Bildung und Sport und das Institut für Lehrerfortbildung (LI) in Hamburg, die Rolle eines Kooperationspartners zu übernehmen und das Projekt nach Kräften zu unterstützen. Allen voran die Bildungssenatorin der Stadt, Frau Alexandra Dinges-Dierig, als Schirmherrin des Projekts.<br />
<strong>Der Autor des Textes, Dr. Josef Wehner, ist Mediensoziologe und arbeitet an der Universität Paderborn und dem Fraunhofer Institut Autonome Intelligente Systeme (AIS).</p>
<p></strong></p>
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		<title>Wegweiser in die Wissensgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vom 19. Mai bis zum 19 Juni findet die online Diskussion der "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" statt. Sie ist ein kollaboratives Werk verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure, die ein Diskussionsangebot zum Weltgipfel zur Informationsgesellschaft unterbreiten wollen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 19. Mai bis zum 19 Juni findet die online Diskussion der &#8220;Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft&#8221; statt. Sie ist ein kollaboratives Werk verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure, die ein Diskussionsangebot zum Weltgipfel zur Informationsgesellschaft unterbreiten wollen.<!--break-->
                    </p>
<p>Der UN-Gipfel zur Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society WSIS) bildet ein gutes Forum, um die Prinzipien einer Verfassung der künftigen Gesellschaft, die wir mit dem Akzent auf dem Wissen, das Menschen zum Handeln befähigt, als Wissensgesellschaft bezeichnen, international zu diskutieren.<br />
                    <br />Zu diesem Diskussionsprozess wollen wir mit einer Charta einen Beitrag leisten. Darüber hinaus soll innerhalb Deutschlands eine Selbstverständigung über Eckpunkte einer zukunftsweisenden Gesellschaftspolitik auf dem Weg in die Wissensgesellschaft angeregt und die Bundesregierung zu entsprechenden Vorstößen in der internationalen Debatte ermutigt werden.</p>
<p>
                    <strong>Der Charta-Weg</strong><br />
                    <br />Ausgehend von diesen Überlegungen begannen vor etwa einem halben Jahr eine Reihe namhafter WissenschaftlerInnen und NGO-VertreterInnen auf Anregung und mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Entwicklung eines ersten Charta-Entwurfs. Dieser erste Entwurf wurde im Januar in die 2. Vorbereitungskonferenz des WSIS eingebracht.<br />
                    <br />Nun liegt auf dem Weg zu einer Charta der Bürgerrechte eine 2. Version vor, an der ein viel breiterer Kreis auf einem öffentlichen Workshop im März 2003 mitgewirkt hat. Die wertvollen Anregungen wie auch die Kritik dieser zivilgesellschaftlichen Teilöffentlichkeit wurden von der unterzeichnenden Redaktionsgruppe in die vorliegende Version eingearbeitet.</p>
<p>
                    <strong>Aktuell</strong><br />
                    <br />In einem weiteren Schritt findet nun vom 19. Mai bis zum 19. Juni eine Online-Diskussion der Charta statt: das ChartaForum auf<br />
                    <a href="http://www.worldsummit2003.de">www.worldsummit2003.de</a>.<br />
                    <br />Mit diesem Schritt möchte die Charta-Redaktion das Angebot für eine zivilgesellschaftliche Verständigung über die orientierenden Rechte und Werte einer nachhaltigen Wissensgesellschaft und für die Formulierung eines Aktionsplans mit den dazu gehörigen Umsetzungsforderungen machen. Ende Juni wird die Redaktion dann die fertige Charta der Öffentlichkeit vorstellen und für breite Unterstützung der Forderungen des Aktionsplans werben.<br />
                    <br />Die wichtigsten Prämissen dieser Charta berühren die Frage, welche Prioritäten die Bundesrepublik beim WSIS setzen sollte.</p>
<p>
                    <strong>Ausgangsthese der Charta</strong><br />
                    <br />Die Ausgangsthese ist, dass die Digitalisierung einen erheblichen Neuordnungsbedarf im Hinblick auf den Umgang mit Wissen hervorruft.<br />
                    <br />Aus unserer Sicht wird die Auseinandersetzung hierzulande, aber auch weltweit, sehr stark durch die Bestandsinteressen der Informationswirtschaft und der Verwertungsindustrie geprägt. Das herrschende Problembewusstsein erschöpft sich in Begriffen wie Raubkopien und geistiger Enteignung.<br />
                    <br />Wir meinen dagegen, dass es bei der Gestaltung der künftigen Wissensordnung mehr zu bedenken gibt als die Absatzprobleme einzelner Branchen.<br />
                    <br />Aus unserer Sicht geht es um nichts Geringeres als die Konzeption einer NACHHALTIGEN WISSENSGESELLSCHAFT, die auch für die künftigen Generationen das Wissen der Vergangenheit zugänglich vorhält. Nur durch den ungehinderten Zugang zu Wissen können die kreativen Potenziale erschlossen und soziale und wirtschaftliche Erfindungen gefördert werden, die für die Zukunft unserer Gesellschaft und ihrer Verantwortung für globale Nachhaltigkeit erforderlich sein werden.</p>
<p>
                    <strong>Zum Konzept der Nachhaltigkeit der Wissensgesellschaft</strong><br />
                    <br />Es ist dieser Aspekt der Nachhaltigkeit, der die Charta von anderen Texten dieser Art unterscheidet. Die Präambel erläutert die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit und den Begriff der Wissensgesellschaft, die unseren Überlegungen zugrunde liegen. Wir knüpfen damit an die Diskussionen des Johannesburger Weltgipfels zur nachhaltigen Entwicklung an und skizzieren Prinzipien eines nachhaltigen Umgangs mit und in elektronischen Umwelten.<br />
                    <br />Unsere Überzeugung ist, dass die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung von Wissen und Information, die Herstellung von Wissen als knappem Gut, nicht nachhaltig ist. Deshalb sollte der WSIS in Rechnung stellen, dass das meiste Wissen dieser Welt frei ist, &#8220;Erbe und Besitz der Menschheit&#8221;, &#8211; also frei zugänglich ist und auch dauerhaft so bleiben muss.<br />
                    <br />Der Weltgipfel sollte zugleich die global fortschreitende Kommodifizierung von Wissen als reale Gefahr für den freien Zugang zu Wissen, der Grundlage für die demokratische Entwicklung ist, erkennen und Maßnahmen zum Gegensteuern fordern. Das Bewußtsein muss geschärft werden, dass das herrschende System des Geistigen Eigentums, dargelegt in den WIPO-Konventionen und TRIPS-Verträgen, den freizügigen und inklusiven Zugang zu Wissen und Information massiv beeinträchtigt und deshalb grundlegend revidiert werden muß.</p>
<p>
                    <strong>Hauptanliegen der Charta: Neue Wissenspolitik</strong><br />
                    <br />Eine an Nachhaltigkeitsprinzipien orientierte Wissenspolitik muss klar machen: Wissen und Information können nicht in gleicher Weise wie ein Auto als Privateigentum betrachtet und geschützt werden. Das Wissen ist Gemeineigentum und es ist die Gesellschaft, die den AutorInnen, KünstelerInnen und ErfinderInnen die Verwertung ihrer geistigen Produkte für eine bestimmte Zeit zur ausschließlichen Verwertung freigibt, bevor sie wieder in die öffentliche Sphäre, die public domain, zurückgeholt werden. Die ursprüngliche Intention des Schutzsystems des geistigen Eigentums, die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Gesellschaft durch Anreize zu stimulieren, scheint heute jedoch zugunsten der privatwirtschaftlichen Interessen der global agierenden Medien- und Verwertungsindustrien gekippt.<br />
                    <br />Es ist also von herausragender Bedeutung, auf dem WSIS sicherzustellen, dass die gesellschaftlichen Nutzungsrechte an Wissen und Information auch in elektronischen Umgebungen erhalten und gegen die derzeit dominierende Kommodifizierung sogar ausgedehnt werden, so dass auch künftige Generationen ungehinderten Zugriff auf die Wissensressourcen haben. Gerade auch im Interesse der Verringerung der digitalen Spaltung zwischen Nord und Süd muss der WSIS eine neue Balance der privatwirtschaftlichen Interessen und der Interessen der Allgemeinheit fordern.<br />
                    <br />Zunächst scheint dies plausibel und auch allgemein anerkannt. Die zurückliegende Debatte über die Novellierung des Deutschen Urheberrechts hat aber gezeigt, wie unverblümt und teilweise auch wirksam sich wirtschaftliche Partikularinteressen und private Eigentumsansprüche als das Allgemeininteresse zu inszenieren vermögen. Der Begriff &#8220;Eigentum&#8221; bezogen auf geistige Güter schürt sogar dieses Mißverständnis und sollte fallen gelassen werden.<br />
                    <br />Vor diesem Hintergrund wurden die ersten beiden Paragraphen der Charta formuliert:<br />
                    <br />§ Der freie Zugang zu Wissen ist erstens die Voraussetzung für die demokratische Teilhabe am öffentlichen Leben, zweitens aber auch Vorbedingung für die Schaffung von neuem Wissen.</p>
<p>
                    <strong>Bedingungen für eine nachhaltige Wissenspolitik: Kommunikationsrechte</strong><br />
                    <br />In den weiteren Paragraphen spricht die Charta Rechte und Werte an, die wir als unabdingbar für die Verwirklichung der Wissensgesellschaft ansehen. Um solche Rechte und Werte sollten es auf dem Weltgipfel vornehmlich gehen und nicht um die Frage, wie Personal-Computer und Microsoft Software in das letzte afrikanische Dorf gelangen. Es ist gerade diese informationstechnologische Zweck-Mittel-Verkehrung, die wir an der bisherigen Anlage des WSIS kritisieren. Die Charta hebt deshalb hervor:<br />
                    <br />1. Im Bereich der Bürger und Menschenrechte soll neben den bereits international anerkannten, aber noch lange nicht weltweit durchgesetzten Menschenrechten auf Meinungs- und Pressefreiheit im WSIS auch das Recht auf Privatheit als für die Selbstbestimmung der Menschen unerlässliches Menschenrecht anerkannt werden. Auch in der elektronisch vernetzten Arbeitswelt muss das Recht auf Privatheit respektiert werden und müssen die erstrittenen ArbeitnehmerInennrechte weiterhin gelten.<br />
                    <br />2. Offene Standards: Ebenfalls sehr wichtig ist es, im Bereich der technologischen Infrastruktur Offene Standards durchzusetzen &#8211; sowohl zur Verhinderung von Monopolbildung bei der informationstechnischen Infrastruktur als auch als Mittel zur Überbrückung der Digitalen Spaltung. Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Open Source und offenen Standrads soll im WSIS hervorgehoben werden.<br />
                    <br />3. Informationsfreiheit als Bürgerrecht gegenüber dem Staat und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung müssen als Prinzip anerkannt werden, auch wenn abzusehen ist, dass undemokratische Staaten hier nicht mitziehen werden.<br />
                    <br />4. Schließlich erwähnt die Charta die Sicherung der kulturellen Vielfalt sowie die Sicherung der medialen Vielfalt als wichtige Prinzipien, die auch in der Zukunft zu gelten haben und die beim WSIS den neuen Bedingungen der Wissensgesellschaft angepasst werden müssen.<br />
                    </p>
<p>Die Redaktion erhofft sich, eine breite Beteiligung und spannende Diskussionen im ChartaForum und lädt alle Interessierte zur Weiterentwicklung der Charta ein.<br />
                    <br />Diskutieren Sie mit auf<br />
                    <a href="http://www.worldsummit2003.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.worldsummit2003.de</a><br />
                    </p>
<p>Olga Drossou ist Referentin für Neue Medien der Heinrich-Böll-Stiftung und Mitglied der Charta Redaktion.</p>
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		<title>Vom Forum auf die Anklagebank</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-voss-shtml-3038/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cberghahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sarkasmus]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Aufregung sorgte der Fall Holger Voss. Der Telepolisleser, der wegen einer sarkastisch gemeinten, aber als strafbar ausgelegten Äußerung im Forum vor dem Amtsgericht Münster erscheinen musste, wurde freigesprochen. Ende gut alles gut?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Aufregung sorgte der Fall Holger Voss. Der Telepolisleser, der wegen einer sarkastisch gemeinten, aber als strafbar ausgelegten Äußerung im Forum vor dem Amtsgericht Münster erscheinen musste, wurde freigesprochen. Ende gut alles gut?<!--break--></p>
<p>Am 8. Januar musste sich der Münsteraner Holger Voss für seine sarkastisch gemeinte Äußerung im<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telepolis-Forum</a>, dem<br />
                    <a href="http://www.heise.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise-online</a> Forum, vor dem Amtsgericht Münster verantworten. Ausgangspunkt von all dem ist ein im Juni 2002 erschienender<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/12758/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> von Harald Neuber bei Telepolis über das ungeklärte Massaker in Masar-i-Scharif .</p>
<p>Im Forum<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=1911553&amp;forum_id=30631" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommentierte</a> der anonyme Teilnehmer „Engine_of_Aggression&#8221;, dass es die Richtigen getroffen habe: &#8220;Warum sollen Massaker immer nur an den Guten angerichtet werden und der Bodycount des Abschaums kommt unterm Strich besser weg!&#8221; Daraufhin<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=1916234&amp;forum_id=30631" target="_blank" rel="noopener noreferrer">postete</a> Holger Voss, der ohne Pseudonym agierte, eine heftige, aber sarkastische Antwort auf diesen Kommentar, um, wie er bei<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&amp;msg_id=2784442&amp;forum_id=37160" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise-online</a> erklärt, „die menschenverachtende Gewaltverherrlichung seiner Äußerungen deutlich zu machen“. Daraufhin wurde er anonym bei der Staatsanwalt Hannover angezeigt. Diese verlangte vom heise-online die Herausgabe der IP-Adresse des Nutzers. Und die führte zu<br />
                    <a href="http://www.t-online.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">T-Online</a>. Dort hatte man praktischerweise noch die Verbindungsdaten des Kunden Voss gespeichert, aus denen sich die Netz-Nutzung rekonstruieren ließ. Wegen Billigung eines (Massen-) Mordes wurde er per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Er reichte Einspruch ein und musste sich nun vor dem Verwaltungsgericht Münster verantworten. Hier verlas er eine siebenseitigen Erklärung in deren Zuge sich herausstellte, dass der Staatsanwalt keine genaue Kenntnis davon hatte, wer im Forum was gesagt hat. Voss konnte glaubhaft darlegen, dass seine Aussage keine Billigung des Anschlages vom 11. September 2001 war, sondern eine sarkastische Reaktion auf das Posting vom weiterhin anonymem „Engine_of_Aggression“. Daraufhin wurde er, mit ausdrücklicher Zustimmung der Staatsanwaltschaft, freigesprochen.</p>
<p>Dieser Fall wirft einige grundsätzliche Fragen bezüglich der Umfangsformen im Netz, zum Verhalten der Justiz und zum Datenschutzverhalten von T-Online auf.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Netiquette und ihre Probleme</strong><br />
                    <br />Foren gibt es im Internet zu allerlei Themen. Die Besucher dieser Foren können sich in jeglicher Weise zu den dargebotenen Themen äußern. Diese Äußerungen werden erst dann bedenklich, wenn Gesetze verletzt werden. Äußerungen, die beleidigend, volksverhetzend oder Verbrechen billigend sind, können nach dem<br />
                    <a href="http://www.bib.uni-mannheim.de/bib/jura/gesetze/stgb-bt2.shtml#BELEIDIGUNG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">§185 StGB</a> geahndet werden.<br />
                    <br />Doch jedes Forum ist anders, sprich: es herrscht ein meist zum Thema passender Ton vor.<br />
                    <br />Vergleichbar ist ein Forum mit einer Diskussion, die zu einem lautstarken, hier dann eher durch derbe Vokabeln geprägten, Streitgespräch ausufern kann. Ein Teilnehmer reagiert auf den anderen, Störenfriede werden von der Community des Forums oft gleich ignoriert. Wie bei einer öffentlichen Diskussion kann man dort eigentlich nicht sagen, dass z.B. Politiker XY ein „Schwein“ sei. Schwierig ist es für Gesetzesvertreter, sich in die „Geflogenheiten“ der Foren hineinzudenken.<br />
                    <br />Gerade bei Ironie und Sarkasmus, im Internet weder durch den Tonfall noch durch die Mimik der Teilnehmer zu erkennen, ist das ein Problem. Nach Regeln der<br />
                    <a href="http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/netnews/netiquette.html#neti-09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netiquette</a> sollten ironische Beiträge mit sogenannten Icons gekennzeichnet werden. So ist es für Einsteiger klar, was wer wie meint. Holger Voss hatte seinen Beitrag wörtlich als Sarkasmus gekennzeichnet. Davon hat die Staatsanwaltschaft allerdings nichts gewusst. Und da sie denn Gesamtbeitrag augenscheinlich nicht kannte, konnte sie das Posting von dem Angeklagten auch nicht zuordnen. Wenn von vorneherein der Gesamtkontext klargewesen wäre, hätte das Verfahren auch nicht stattfinden müssen.<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Verhalten der Justiz &#8211; eine Gratwanderung</strong><br />
                    <br />Im Internet gelten dieselben Gesetze wie im ’wahren Leben’. Wenn ein User einen anderen oder einen Dritten beleidigt oder üble Nachrede verbreitet, kann er angezeigt werden. Dergleichen kann ein Forumsbesitzer für die Postings der Teilnehmer verantwortlich gemacht werden. Er sollte deshalb die Foren<br />
                    <a href="http://www.heise.de/newsticker/data/jk-20.06.02-003/default.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">regelmäßig</a> kontrollieren. Dazu kann er von den ermittelnden Behörden gezwungen werden, die Verbindungsadressen der Besucher herauszugeben, wenn der Verdacht einer Straftat besteht. Deshalb hat heise-online die Daten von Voss weitergeleitet.<br />
                    <br />Schwierig wird es nun für Richter und Staatsanwälte, die Postings der Foren zu deuten. Im oben genannten Fall hatte laut heise-online die Richterin die<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13919/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Befürchtung</a>, dass viele unbeteiligte Leser sich nicht die Mühe machen würden, den Beitrag komplett bis zum Ende zu lesen, so dass ein bedingter Vorsatz &#8211; nämlich die Billigung eines solchen Missverständnisses &#8211; noch weiter in Frage käme.<br />
                    <br />Für die Justiz ist es eine Gratwanderung zwischen Internet Gepflogenheiten und Gesetzen izu entscheiden, wo die Straftat anfängt und wo die Meinungsfreiheit endet?<br />
                    </p>
<p>
                    <strong>Datenschutz, wo bist Du?</strong><br />
                    <br />Dazu kommt noch der Datenschutzaspekt. Heise online musste die Daten von Voss auf Druck der Staatsanwaltschaft Hannover weitergeben. Das war soweit legal. Diese Daten verwiesen auf T-Online. Dort hatte man noch die Verbindungsdaten gespeichert, aus denen die ermittelnden Behörden die Netz-Nutzung nachvollziehen konnten.<br />
                    <br />Allerdings erlaubt das<br />
                    <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/tddsg.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teledienstedatenschutzgesetz</a> (TDDSG) die Speicherung der Daten nur zu Abrechnungszwecken. Holger Voss war allerdings DSL-Flatrate-Kunde und zahlt pauschal. Wieso T-Online die Daten trotzdem speicherte, versuchte der Kundensprecher von T-Online, Michael Schlechtriem, gegenüber<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,229610,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Online</a> mit dem Hinweis zu erklären, dass die Speicherung auf „Anlehnung“ an das TDDSG geschehe. Heiß diskutiert wird, ob T-Online gegen des Gesetz verstößt.</p>
<p>Der Fall Holger Voss ist somit symptomatisch für den unsicheren Umgang von staatlicher Seite mit dem Internet. Datenschutzverstöße werden nicht geahndet, Foren und ihre Kommentare nicht verstanden und mit den Netzgeflogenheiten kennt man sich nur unzureichend aus.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 9.01.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Mondlandung des Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die_mondlandung_des_internet-643/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rkuhlen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Prof. Rainer Kuhlen (Universität Konstanz) über
die Wahlschlacht in den Foren</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Prof. Rainer Kuhlen (Universität Konstanz) über<br />
die Wahlschlacht in den Foren</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <span style="font-size: x-small">Die Mondlandung war das Ereignis, das das Fernsehen endgültig<br />
zum globalen Medienereignis machte. Mit der Veröffentlichung der Clinton-Lewinsky-Starr-Materialien<br />
im Internet und dem parallelen Surf von einigen 10 Millionen Menschen weltweit<br />
im Starr-Report sind die Dienste des Internet im Umfeld des World Wide Web<br />
endgültig zum medialen Globalereignis geworden. In diesem Kontext der Herausbildung<br />
eines neuen »starken« Mediums sind auch die elektronischen Foren zu sehen,<br />
die anläßlich der Bundestagswahl 1998 in Deutschland zum ersten Mal im großen<br />
Stil eingesetzt wurden. Alle waren sie vertreten – ob Politiker, Parteien,<br />
die Medien, politische Institutionen, kommerzielle Anbieter, Bürgerinitiativen<br />
und Privatleute. Es waren die drei wesentlichen Ausprägungen der Informationsforen,<br />
der Kommunikationsforen und der Fun-Foren auszumachen. Werden sich Informationsforen,<br />
die also der Bereitstellung politischer Information dienen, unproblematisch<br />
durchsetzen, so hat sich die Kultur der Politik-Unterhaltung erst ansatzweise<br />
entwickelt. Neue Formen der Bildung von Öffentlichkeit und öffentlicher<br />
Meinung und damit auch Momente direkter Demokratie entwickeln sich über<br />
die Kommunikationsforen, durch die im Prinzip jedermann seine Beiträge in<br />
den Himmel des Internet schreiben kann. Entsprechend dem hier vorgeschlagenen<br />
Netzwerkmodell der Bildung öffentlicher Meinung, kann jeder, vergleichbar<br />
dem berühmten Schmetterlingsschlag, der einen Sturm auslösen kann, politikbildend<br />
seine Spuren hinterlassen. Ob die Bundestagswahl durch die Beteiligung in<br />
den Kommunikationsforen tatsächlich beeinflußt oder gar entschieden wurde,<br />
läßt sich auch dadurch nicht beantworten, daß die Mehrzahl der Anbieter<br />
und Nutzer aus der rot-grünen Politikecke kam. Aber das Ereignis dieser<br />
sich anbahnenden Medienrevolution wird sich nicht mehr vergessen lassen.<br />
</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Noch 1996: elektronischer Wahlkampf mit Medienbrüchen</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Bei der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg 1996<br />
hatte die Electronic Mall Bodensee (EMB), in Deutschland so ziemlich der<br />
erste, größte und immer noch stark wachsende regionale grenzüberschreitende<br />
elektronische Marktplatz rund um den Bodensee (www.emb.net), ein Politik-Forum<br />
eingerichtet, auf dem die in den Bodenseewahlkreisen sich zur Wahl stellenden<br />
Kandidaten ihre politischen Ziele darstellen und in eine elektronische Diskussion<br />
mit den Bürgerinnen und Bürgern ihres Wahlkreises eintreten konnten. Allerdings<br />
war das nicht so ganz einfach. Nur eine einzige Kandidatin, von der Partei<br />
der Grünen, hatte einen eigenen E-Mail-Anschluß, von selbständigen Web-Seiten<br />
der Politiker war keine Rede. Elektronische Beiträge der Bürger mußten ausgedruckt,<br />
per Fax den Politikern zugesandt und ihre eventuell eingehenden Antworten<br />
wieder eingescannt bzw. über Diskette eingespielt werden. Verbessert wurde<br />
die Situation, als ein lokaler Service Provider für die Zeit des Wahlkampfes<br />
kostenlos Internet-Zugang und E-Mail-Adressen bereitstellte. Von einem Einfluß<br />
des Forums auf den Wahlkampf konnte kaum die Rede sein, wenn auch die Kandidaten<br />
der Partei der Grünen, am aktivsten im Forum, im Bodenseebereich überdurchschnittlich<br />
gut abschnitten. Bei damals vielleicht 5% der Haushalte im Netz konnte man<br />
wohl noch nicht einmal von einer Partikularöffentlichkeit sprechen. Aber<br />
alles fängt einmal an, und manches endet ganz groß. </span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> 1998 &#8211; Internetnutzung schon ein Massenereignis</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> 1998, mit Blick auf die Bundestagswahl, die Ende September<br />
des Jahres stattfand, sieht alles schon anders aus. Die Teilnahme am Internet<br />
wird zum Massenereignis. In den USA sind 70,5 Millionen erwachsene Personen<br />
online. Das sind ca. 35% der (erwachsenen) Bevölkerung. In Deutschland sind<br />
es erst 6,9 Millionen Personen, die das Internet aktiv nutzen, dazu kommen<br />
noch 4,8 Millionen, die an sich Zugang haben, diesen aber bislang nicht<br />
wahrnehmen. Vor allem die Anstiegsraten lassen es aber auch hier als gesichert<br />
erscheinen, daß der Zugriff zum Netz von allen und für alle nur eine Frage<br />
der Zeit ist. So wurde die Zahl von 6,9 Millionen Nutzern in Deutschland<br />
innerhalb von 6 Monaten &#8211; ausgehend von einem Stand von 4,9 Millionen &#8211;<br />
erreicht. Die wohl nicht unrealistischen Prognosen gehen dahin, daß noch<br />
im ersten Jahrzehnt des kommenden Jahrtausends so gut wie alle Personen<br />
in fortgeschrittenen Informationsgesellschaften (wozu die Bundesrepublik<br />
Deutschland sich wird rechnen können) Zugang zum Internet haben werden &#8211;<br />
in welcher Form auch immer sich dieses dann darstellen wird. Das muß nicht<br />
zwangsläufig über den heutigen PC geschehen, der internet-fähige Fernseher<br />
wird vermutlich ebenso zum Rechner wie der PC zum Fernseher, und damit werden<br />
beide zum Universalmedium.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Alle sind sie dabei</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Die politischen Institutionen sind heute mehrheitlich mit<br />
selbständigen Websites vertreten. Mandatsträger aus Bundestag und den Landtagen<br />
zeigen ebenfalls Web-Präsenz, viele gleich mehrfach über persönliche Seiten,<br />
über Darstellungen der Parlamentsdienste (wie im Bundestag) oder der Parteien<br />
und zuweilen auch über Politik-Server regionaler elektronischer Marktplätze<br />
wie in der angesprochenen EMB. Web-Präsenz ist natürlich keineswegs identisch<br />
mit Öffentlichkeit und Teilnahme am Web bedeutet &#8211; wie wir noch zeigen werden<br />
&#8211; keinesfalls direkt politische Öffentlichkeit. Wir meinen mit dieser Einschränkung<br />
nicht nur die angesprochene Tatsache, daß das Web bislang doch erst ein<br />
Viertel der Haushalte erreicht und daß der &quot;durchschnittliche&quot; Web-Nutzer<br />
zur Zeit keineswegs die demoskopische Idealperson darstellt und die Präferenzen<br />
der aktiven Netznutzer für die Parteien daher durchaus stark von dem vor<br />
der Wahl erwarteten und dann offiziellen Wahlergebnis abweichen. Web-Präsenz<br />
an sich ist im politischen Sinne auch deshalb nicht schon gleich Öffentlichkeit<br />
(als das für die Demokratie allgemeine und grundlegende Forum der Meinungsbildung),<br />
weil die bloße Präsentation von Information, wie sie zur Zeit auch bei den<br />
Foren und anderen Informationsangeboten im Web überwiegt, als rezeptive<br />
Form nicht unbedingt demokratische Beteiligung und damit Öffentlichkeit<br />
fördert. Die bislang dominierende Selbstdarstellung der Parteien und der<br />
Politiker nutzt die Potentiale der elektronischen Netze für die Erstellung<br />
von Öffentlichkeit oder für das Herausbilden direkter Formen von Demokratie<br />
nur ansatzweise aus. Informierte Bürger &#8211; aufgeklärte Bürger Präsentation<br />
von seiten der Anbieter und Rezeption auf seiten der Nutzer stellen aber<br />
gewiß auch in dem hier interessierenden Zusammenhang von (neuer) Öffentlichkeit<br />
in elektronischen Medien nicht zu unterschätzende Pluspunkte dar. Wenn die<br />
These (zumindest als notwendige, vielleicht nicht hinreichende Bedingung)<br />
gilt, daß nur informierte Bürger aufgeklärte und damit an den demokratischen<br />
Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen beteiligte Bürger sein können,<br />
dann wird man sagen können &#8211; und wir werden das ja auch nachweisen -, daß<br />
es durch die im Internet verfügbaren Informationsangebote in einem Ausmaß<br />
möglich ist, sich informationell abgesichert an einer Bundestagswahl zu<br />
beteiligen, wie es nie zuvor möglich war. Wahlprogramme, Wahlstatistiken,<br />
Prognosen, Plakate, Politikerporträts, Hintergrundinformationen zu den Wahlbezirken,<br />
zum Wahlrecht und dem Auszählverfahren, Artikel aus der Presse, Karikaturen,<br />
Witze &#8211; was auch immer irgendeinen Bezug zur Bundestagswahl hat, ist im<br />
Prinzip für jedermann aus dem Web verfügbar. Orientierungsbedarf Wir sagen<br />
im Prinzip. Kaum jemand wird sich die Mühe machen, sich umfassend auf die<br />
Suche nach wahlkampfrelevanter Information zu machen &#8211; zu unstrukturiert,<br />
zu umfänglich und zu disparat ist das Angebot. Je mehr das Netz wächst,<br />
um so dringlicher wird es, den Bedarf nach Orientierung zu decken. Es wird<br />
wohl noch eine Weile dauern, bis jeder seinen persönlichen Software-Agenten/Assistenten<br />
zur Verfügung hat, der ihm das gewünschte persönliche Dossier zur Bundestagswahl<br />
aus den heterogenen Ressourcen des Internet zusammenstellt. Bis dahin sind<br />
attraktive Orientierungsformen, z.B. in Form von elektronischen Informationsplattformen<br />
oder elektronischen politischen Marktplätzen, erforderlich. Wir gehen in<br />
Abschnitt 5.1 u.a. mit unserem Vorschlag eines Meta-Forums, das ja auch<br />
diesen Orientierungszwecken dient, auf diesen offensichtlichen Bedarf ein.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Mehrwerteffekte: Vernetzung und Interaktion Information,<br />
Präsentation und informationelle Absicherung sind aber noch nicht die Grenzen<br />
des neuen elektronischen Mediums. Informiert, präsentiert und lesend aufgenommen<br />
wird auch im bisherigen Medium gedruckter und verteilter Information. Was<br />
kommt im elektronischen Medium hinzu? Wird &#8211; und das ist ja dann sicher<br />
die entscheidende systematische Frage &#8211; durch das elektronische Medium auf<br />
eine andere Weise Öffentlichkeit erzeugt als bislang, und wenn ja, welchen<br />
Einfluß hat das auf die Ausprägungen von Politik und Demokratie, oder bescheidener:<br />
auf aktuelles Wahlverhalten? Welche Mehrwerteffekte des Internet auch immer<br />
diskutiert werden, im Vordergrund steht immer &#8211; neben den Möglichkeiten<br />
nicht-linearer Vernetzung &#8211; die Möglichkeit der (asynchronen oder auch synchronen,<br />
also zeitversetzten oder auch zeitparallelen) Kommunikation, der Interaktion<br />
der Teilnehmer untereinander bzw. der Interaktion der Nutzer mit den Anbietern.<br />
Interaktion ist mehr als Präsentation von Information. Und das angesprochene<br />
Massenereignis des Internet ist mehr und anderes als die auf dem Distributionsprinzip<br />
beruhende Massenkommunikation im bislang dominierenden Medienkontext der<br />
Zeitungen, des Rundfunks und der Fernsehanstalten, die ja, neben den politischen<br />
Institutionen &#8211; wie z.B. den Parteien -, überwiegend für die Präsentation<br />
politischer Information zuständig sind. In den Diensten des Internet, angefangen<br />
von den einfachen E-Mail-Diensten, über Datei-Transfer bis hin zu den multimedialen,<br />
hypertextorientierten Diensten des World Wide Web, muß in der Regel der<br />
einzelne Nutzer aktiv werden, um sich zu informieren oder um aktiv durch<br />
Eigenbeiträge daran teilzunehmen. Er muß in einem erheblich größeren Ausmaß<br />
Aktivität zeigen, als diese erforderlich ist, ein Abonnement bei einer Zeitung<br />
zu bestellen oder sich ein Exemplar am Stand zu kaufen.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Das Nutzungsparadigma im Internet Zwar soll nicht verkannt<br />
werden, daß es auch in den Internet-Diensten zunehmend mehr Verteilformen<br />
gibt, z.B. über E-Mail-Abonnements oder durch die Anwendung von elektronischen<br />
Lieferdiensten, sogenannten Push-Technologien, indem von einem Anbieter<br />
laufend Informationen geliefert werden, die einem gewünschten Interessenprofil<br />
entsprechen. Aber grundlegend für das Verhalten im Internet ist sicherlich<br />
die Eigeninitiative des Benutzers, die zumindest das Einwählen und die Auswahl<br />
nötig machen. Es sollte allerdings in den nächsten Jahren sehr intensiv<br />
beobachtet werden, ob sich dieser Initiativcharakter bei der Nutzung der<br />
elektronischen Dienste ändern wird. Es könnte also durchaus sein, daß in<br />
Zukunft die elektronische Zeitung genauso &quot;passiv&quot; rezipiert wird wie bislang<br />
die gedruckte Version. Vielleicht wird die Delegation von Informationsarbeiten<br />
an Software-Agenten, und vielleicht werden die Möglichkeiten der Individualisierung<br />
von Informationsleistungen, z.B. über persönliche Zeitungen und deren direkte<br />
elektronische Zustellung, interaktive Komponenten zurückdrängen. Wir wollen<br />
im folgenden jedoch davon ausgehen, daß das interaktive Verhalten das bestimmende<br />
Nutzungsparadigma im Internet-Umfeld bleiben wird. Massenereignis, aber<br />
keine Massenkommunikation Ist die Teilnahme am Internet zwar durchaus ein<br />
Massenereignis, so ist Kommunikation im Internet allerdings keineswegs Massenkommunikation<br />
im Sinne der bislang dominierenden Medien, die nicht Interaktion, sondern<br />
Distribution zum Prinzip haben. Interaktion, das ist der bidirektionale<br />
Austausch von Information, also Kommunikation, macht den entscheidenden<br />
Paradigmenwechsel bei der medialen Gestaltung von Öffentlichkeit aus. Wir<br />
wollen damit den Kommunikationsbegriff nicht unbillig einschränken &#8211; auch<br />
die bloße Aufnahme von Information, die jemand z.B. über das Radio aussendet,<br />
oder das Lesen eines Buches, wird gemeinhin als Kommunikation angesehen.<br />
Wir stellen aber hier die interaktiven, die Rückmeldeaspekte von Kommunikation<br />
in den Vordergrund.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Bertolt Brechts Vision Bertolt Brecht hatte sich mit seiner<br />
Idee von Rundfunk schon so etwas vorgestellt, nämlich durch die Ausnutzung<br />
des Rückkanals das Radio &quot;aus einem Distributionskanal in einen Kommunikationsapparat<br />
zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der großartigste Kommunikationsapparat<br />
des öffentlichen Lebens, &#8230; wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden,<br />
sondern auch zu empfangen, also den Zuschauer nicht nur hören, sondern auch<br />
sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern in Beziehungen zu<br />
setzen&quot;. Medienprofessionelle Die Entwicklung des Rundfunks und des Fernsehens<br />
hat allerdings das Distributionsparadigma unterstützt, so wie dieses ohnehin<br />
das Paradigma der gedruckten Medien war und ist. Die Medien mögen die Entstehung<br />
aufgeklärter Öffentlichkeit über kompetente journalistische Informationsarbeit<br />
und deren Präsentation begünstigt haben, sie haben aber nicht dazu beitragen<br />
können, eine aktivere Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am politischen<br />
Geschehen über die Abstimmungstätigkeit in den Wahlkabinen hinaus zu ermöglichen.<br />
Ob das aus technischen Beschränkungen geschah oder Teil der Sicherung von<br />
Macht war, sei dahingestellt. Tatsache ist, daß die &quot;Macher&quot; der öffentlichen<br />
Meinung mit der Autorität der wenigen Medienprofessionellen (Verleger und<br />
Journalisten) bislang eher Information verteilten, als daß sie eine aktive<br />
Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am Geschäft der Meinungsbildung und<br />
der Formulierung der politisch relevanten Themen (Agenda setting) gestatteten.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Politikprofessionelle Was für die Medienprofessionellen<br />
gilt, trifft in etwas anderer Form auch für die Politikprofessionellen zu.<br />
Zwar verschafft sich die Politik über Expertenrat, Berücksichtigung von<br />
Lobbyisteninteressen, aber vor allem über die Parteien eine breitere Basis<br />
in der Öffentlichkeit, die steht und fällt mit der aktiven Arbeit in den<br />
lokalen Organisationsformen der Ortsvereine oder wie auch immer diese kleinsten<br />
Einheiten politischer Aktivitäten heißen mögen, aber mit Blick auf das nicht<br />
politisch organisierte allgemeine Publikum ist der Informationsaustausch<br />
auch hier weitgehend eine Einbahnstraße, auch zu Zeiten, in denen sich die<br />
politische Macht der Gestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger selber<br />
real durch Abstimmung manifestiert. Wahlkämpfe sind weniger Kämpfe mit den<br />
Bürgern, die sich dabei auch mal (informationell) untereinander und mit<br />
den Politikern austauschen dürfen, sondern &quot;Kämpfe&quot; mit den anderen Politikprofessionellen<br />
und Kämpfe um die Präsenz in den Medien, die dann wieder um die Aufmerksamkeit<br />
des Publikums kämpfen können. Nicht vorbeigehen können die traditionellen<br />
Medien und die politischen Repräsentanten und ihre Institutionen allerdings<br />
an der Tatsache, daß eine realistische Alternative zum Distributionsparadigma<br />
heute gegeben ist, und, wie wir es ausführlich beschreiben wollen, sie tun<br />
es auch nicht.</span><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Unter der Hand neue mediale Öffentlichkeit? Wie gesagt,<br />
wir untersuchen diese Frage des möglichen Paradigmenwechsels von Distribution<br />
zu Interaktion hier nicht allgemein, sondern wollen, eher in dokumentierender<br />
als in politiktheoretischer oder gar prognostischer Absicht, festhalten,<br />
wie sich politische Öffentlichkeit 1998 im elektronischen Medium manifestiert.<br />
Schaut man sich die gegenwärtigen Ausprägungen an, so spricht einiges dafür,<br />
daß die Medien und die Parteien/Politiker die Herausforderung des interaktiven<br />
Mediums angenommen haben &#8211; wie weitgehend und mit welchen Konsequenzen,<br />
wollen wir darstellen. Sie sind auf jeden Fall in den Diensten des Internet<br />
allgemein massiv präsent, waren es auch im Bundestagswahlkampf 1998. Ja<br />
man kann sagen, die elektronischen Kommunikationsforen für diesen Wahlkampf<br />
waren um so professioneller und erzielten um so größere Beteiligung, je<br />
stärker die Kompetenz und das Kapital der bisherigen Medien daran beteiligt<br />
waren. Ausgemacht ist aber damit noch nicht, ob sich nicht quasi unter der<br />
Hand eine neue mediale Öffentlichkeit artikulieren kann, die die Aufgabe<br />
des Agenda setting selber in die Hand nimmt. Medialer (politischer) Postprofessionalismus<br />
Bislang gingen Bereitstellung der Plattform und Zuständigkeit für die Inhalte<br />
der (zu verteilenden) Information Hand in Hand, machten also Verleger und<br />
Journalisten eine mediale institutionelle Einheit aus. Was heute für die<br />
Informationsmärkte gilt, gilt auch für die Medienmärkte und für die hier<br />
darzustellenden politischen Arenen im Zusammenhang der Bundestagswahl ’98:<br />
es sind keine Monopole der Zuständigkeit für die Informationsinhalte und<br />
die Verteilungsformen mehr auszumachen. In der Informationswirtschaft spricht<br />
man allgemein von &quot;Postprofessionalismus&quot;. Gemeint ist damit die (immer<br />
weiter fortschreitende) Ablösung der Zuständigkeit für das Geschehen auf<br />
den Informationsmärkten von den klassischen Informationsprofessionellen,<br />
den Bibliothekaren, Dokumentaren, Verlegern, Buchhändlern, in die Zuständigkeit<br />
ganz neuer Personengruppen und Institutionen. Die heutigen Service und Content<br />
Provider, die Betreiber elektronischer Marktplätze und Internetdienste kommen<br />
aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen. Zu attraktiv<br />
scheint das Geschäft mit der Information zu sein, als daß dieser Markt dem<br />
ursprünglich Informationsprofessionellen überlassen wird. Softwareunternehmen,<br />
öffentliche Einrichtungen wie Städte, Verbände, Kammern, Banken, Versicherungen,<br />
Vereine, Bildungseinrichtungen &#8211; alle werden sie zu Informationsanbietern.<br />
Und sieht man die Auswirkungen auf den Informationsmärkten, so kann man<br />
das &quot;Post&quot; eigentlich nur als Wehmut der für Information exklusiv Zuständigen<br />
deuten, professionell sind die Informationsmärkte erst durch die &quot;Postprofessionellen&quot;<br />
geworden. Zeigen sich Ansätze eines Postprofessionalismus auch für die Medienwelt<br />
bzw. für die Zuständigkeit der Erstellung von politischer Öffentlichkeit,<br />
speziell zu Zeiten von Wahlen? Es ist mehr als unwahrscheinlich, daß der<br />
skizzierte Paradigmenwechsel von Distribution/Präsentation zu Interaktion/Kommunikation<br />
nicht auch Auswirkungen auf das Geflecht der Partizipanten der Medienindustrie<br />
haben sollte. Diesen allgemeinen Transformationsprozeß deuten wir hier nur<br />
an. Neue Partizipanten zur Erstellung von politischer Öffentlichkeit zeichnen<br />
sich aber durchaus ab. Die speziell für den Bundestagswahlkampf ’98 eingerichteten<br />
Diskussionsforen verschiedener Ausprägung werden zwar auch von den bisherigen<br />
Professionellen, den traditionellen Medien und den politischen Einrichtungen,<br />
bestritten &#8211; und gerade das sind nicht die schlechtesten -, aber es drängen<br />
auch hier &quot;post&quot;professionelle Anbieter und Teilnehmer an die Orte der politischen<br />
Information und Kommunikation, die ja jeder für sich und in ihrem Zusammenspiel<br />
Öffentlichkeit erzeugen. Das sind kommerzielle Forumsbetreiber, Bildungseinrichtungen,<br />
Bürgerinitiativen, einzelne Personen und manche andere, die sich aufgerufen<br />
fühlen, das neue Medium der elektronischen Kommunikationsforen für ihre<br />
Zwecke und Interessen zu nutzen. Diese können basisdemokratisch-politische,<br />
aber durchaus auch kommerzielle Interessen sein, indem versucht wird, über<br />
die momentane Attraktivität des politischen (Wahl-)Geschehens die Aufmerksamkeit<br />
auf die eigentlichen &quot;Geschäfte&quot; zu lenken.</span><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"> Wer profitiert von den neuen Medien? Ist das Medium erneut<br />
die Message? Neue mediale Formen schaffen neue Realitäten und mit ihnen<br />
neue Institutionen. Wohl kaum aus sich heraus, sondern indem ihre Potentiale<br />
von bestimmten Akteuren in der gesellschaftlichen Entwicklung besser und<br />
schneller genutzt werden als von anderen Akteuren. Die Geschichte der Medienentwicklung<br />
zeigt, daß Medien zwar durchaus auch zur Verfestigung der Macht bestehender<br />
Institutionen und bislang dominierender Gruppen und Personen verwendet werden,<br />
daß aber in der Regel neue Akteure, die bislang noch nicht auf mediale Formen<br />
fixiert waren, von neuen medialen Möglichkeiten besser haben profitieren<br />
können als die alten Akteure, deren Macht und Einfluß sich auf die Beherrschung<br />
der bislang vorherrschenden Medien abstützte. Als Beispiel hierfür wird<br />
immer wieder die Entwicklung der Druckkunst angeführt, von der der entstehende<br />
Protestantismus eher Nutzen ziehen konnte als der hergebrachte Katholizismus,<br />
dessen Herrschaft wesentlich auf der privilegierten Verfügung über Wissen<br />
bestand. Die Privilegien lösten sich auf, als das knappe Medium, Schrift<br />
auf Pergament, zum überreichlich verfügbaren, Druck auf Papier, wurde. Um<br />
keinen Determinismus zu behaupten: nicht das neue Medium hat den Protestantismus<br />
hervorgebracht, aber die Umgebung bereitgestellt, in der dieser reüssieren<br />
konnte. Bleiben die Monopole oder diversifizieren sich die Bildner öffentlicher<br />
Meinung? Wiederholt sich dieses Wechselspiel von Mediengestaltung, Produktion<br />
und Distribution, und Gestaltung von (politischer) Realität in der Gegenwart?<br />
Zugespitzt auf die Alternative kann gefragt werden, ob die bisherigen dominierenden<br />
Bildner von öffentlicher Meinung &#8211; die Medienprofessionellen und die Politikprofessionellen<br />
&#8211; sich der Potentiale der neuen (interaktiven) Medien so versichern können,<br />
daß ihre Monopole erhalten bleiben, oder ob andere, weniger institutionalisierte<br />
und direktere Formen sich durchsetzen werden, die die Vorzüge direkter Demokratie<br />
begünstigen und die demagogisierenden manipulierenden Nachteile ihres Mißbrauchs<br />
vermeiden können. Plattformen für interaktiv sich aufbauende Öffentlichkeit<br />
Unsere allgemeine, zugespitzte These, die wir in diesem Buch an dem Beispiel<br />
des Bundestagswahlkampfs 1998 im elektronischen Medium diskutieren und belegen<br />
wollen, besagt, daß elektronische Kommunikationsforen im Internet wenn schon<br />
nicht jetzt, so doch in näherer Zukunft die Plattformen für interaktiv sich<br />
aufbauende und sich immer stärker vernetzende Öffentlichkeiten sein können,<br />
so wie die klassischen Massenmedien und die traditionell organisierten Parteien<br />
die Plattformen für eine über Distribution erzeugte Öffentlichkeit waren<br />
und wie sie es wohl auch für eine gute Weile bleiben werden. In welche Richtung<br />
sich auch die institutionelle Frage der Zuständigkeit für Erzeugung von<br />
(politischer) Öffentlichkeit beantworten wird, die Art, wie Öffentlichkeit<br />
erzeugt wird, wird von dem mehrfach skizzierten Paradigmenwechsel nicht<br />
unbeeinflußt bleiben. Noelle-Neumann-Revival &#8211; neue starke Medien? Noch<br />
scheint vieles gegen diese These zu sprechen. Der Informationsbedarf der<br />
vielen ist nicht unbegrenzt, das Kommunikationsbedürfnis, zumal in einer<br />
größeren Öffentlichkeit, ist nicht bei allen als sehr hoch anzusetzen. Die<br />
Teilnahme an den elektronischen Kommunikationsforen ist im Verhältnis zu<br />
dem Aufwand, mit dem sie betrieben werden, sehr bescheiden. Die Qualität<br />
der Beiträge streut, um es vorsichtig zu sagen, noch sehr. Die Auswirkungen<br />
auf das tatsächliche Wahlverhalten sind bislang kaum zu messen und auch<br />
nicht in ihrer Relevanz für die Demokratietheorie einzuschätzen. Eine Arbeit,<br />
wie sie Noelle-Neumann 1973 geleistet hatte, als sie mit ihrer Theorie der<br />
Schweigespirale das Konzept starker Medien propagierte und dem Fernsehen<br />
durchaus eine wahlentscheidende Rolle zubilligte, ist für die elektronischen<br />
Kommunikationsforen (noch) nicht möglich. Werden dies starke, also dominierende<br />
Medien sein? Oder werden sie dauerhaft eine eher spielerische Begleitmusik<br />
zum ansonsten beherrschenden Solopart der klassischen professionellen Medien<br />
spielen?</span></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Football&#039;s coming home: Die Pro 15.30 Initiative</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kwahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Fan]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht
der Sonntags-Fußball.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Fußballfans<br />
protestieren gegen die Macht des Geldes und werden gehört.<br />
Im Mai versammeln sich Vertreter der Bundesliga und der<br />
Fan-Initiative um einen Runden Tisch. Auf dem Spiel steht<br />
der Sonntags-Fußball.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;DFB, Du Hure Kirchs &#8211; Gib uns unser Spiel zurück&quot; oder &quot;Schalke und<br />
Bayer 04 wollen wir samstags um halb vier&quot; schallt es neuerdings aus<br />
den Fußball-Stadien. Landesweit haben sich Fußball-Fans aller Vereine<br />
organisiert und der Kommerzialisierung ihres Lieblingssportes den Kampf<br />
angesagt. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen der Deutsche Fußball-Bund<br />
(DFB) sowie der Fernsehsender Premiere, Inhaber der Übertagungsrechte,<br />
die für die Zerstückelung der Spieltage verantwortlich gemacht werden.<b> </b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dass es plötzlich überall gut<br />
organisierte Protestaktionen gegen die Handhabung von<br />
Bundesliga-Spielen und ihre Übertragung gibt, kommt nicht von ungefähr.<br />
Auch wenn es um Volkssport Nr. eins geht, wissen die Betroffenen sich<br />
übers Internet zu organisieren. Aus vereinzelten Aufrufen in den<br />
Diskussionsforen von <a href="http://www.stadionwelt.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.stadionwelt.de</a> entstand im Januar 2001 die Website <a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.pro1530.de</a>,<br />
mit deren Hilfe seit dem 20. Spieltag bundesweit Protestaktionen<br />
organisiert werden. Seit einigen Wochen geistert die Pro-15.30 Bewegung<br />
auch durch die traditionellen Medien. Die Süddeutsche Zeitung etwa<br />
widmete den Aktionen bereits mehrere Artikel. Macht sich eine weitere<br />
Form von Protestkultur im Netz bemerkbar?<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Forderungen der Fans finden<br />
sich auf der Homepage: Abschaffung des Sonntags als regulären Spieltag,<br />
Festsetzung des Anpfiffs auf 15.30 Uhr, frühzeitige Bekanntgabe der<br />
Spieltermine und Einbezug der Fanbeauftragten der bei der Ansetzung der<br />
Spieltage. Grundsätzlich wollen die Fans erreichen, dass Abend- und<br />
Sonntagstermine nicht mit Spielen belegt werden, die eine Anreise von<br />
mehr als 200 bis 300 km erfordern.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei vielen Begegnungen auf dem<br />
Rasen sind neuerdings Plakate der Pro1530-Bewegung zu sehen. Die<br />
Initiative hat eigentlich keine führenden Köpfe, die die Aktionen<br />
zentral planen. Sämtliche Aktivitäten werden über das Internet<br />
organisiert und dann lokal durchgeführt. So gibt es etwa Logos der<br />
&quot;Bewegung&quot; zum Herunterladen. Was die Anhänger konkret mit ihnen<br />
anfangen, bleibt ihren selbst überlassen. Ob sie sich T-Shirts drucken<br />
lassen oder Flugblätter verteilen, primäres Ziel ist es, die Blicke der<br />
Öffentlichkeit auf sich zu lenken.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bisheriger Höhepunkt waren die<br />
Proteste zum 27. Spieltag, an dem in vielen Stadien auf den Unmut der<br />
Fans aufmerksam gemacht wurde. Beim Spiel des FC Bayern gegen Bremen<br />
waren 20 000 Papptafeln im Münchner Stadion ausgelegt worden. Sie<br />
wurden während des Spiels hochgehalten und ergeben so den Schriftzug<br />
&quot;15:30&quot;. Häufig sind auch Kooperationen verschiedener Fanklubs durchs<br />
Netz zustande gekommen. Bielefelder Arminia-Fans wurden etwa mit<br />
Flugblättern aus Hamburg unterstützt.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und das Konzept scheint<br />
aufzugehen. Mittlerweile haben sich führende Köpfe aus Politik und auch<br />
die Fußballgötter mit den Pro1530ern beschäftigt: Selbst<br />
Bundespräsident Johannes Rau äußerte sich in einem Interview mit dem<br />
Fußball-Magazin im Kicker: &quot;Die Bundesliga ist für mich das Herz des<br />
Fußballs! Sie lebt von den Besuchern im Stadion. Sie lebt von den<br />
Ereignissen, nicht von der Wiedergabe der Ereignisse. Die Stimmung im<br />
Stadion ist durch nichts zu ersetzen. Wenn man aber glaubt, nur das<br />
Fernsehen mache den Fußball zum Ereignis und bringe ihm seine<br />
gesellschaftliche Rolle, dann irrt man.&quot;<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einem Interview mit der<br />
Zeitschrift Hörzu meinte Karl-Heinz Rummenigge: &quot;Wir alle [&#8230;] haben<br />
in den letzten Jahren zu sehr ans Geld gedacht&quot;. Uli Hoeneß betonte im<br />
Münchner Merkur:&quot;Der Fan im Stadion ist für mich das Wichtigste. Wenn<br />
sich herausstellt, dass durch die Samstagabend- und Sonntagsspiele<br />
weniger Zuschauer ins Stadion kommen, muss das zurückgeschraubt werden,<br />
auch wenn der Sender den Vereinen wichtiges Geld gibt.&quot; Noch dratischer<br />
formulierte es Rudi Völler, Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft:<br />
&quot;Wir müssen diesen Protest sehr ernst nehmen. Die Fans sind die Kunden.<br />
Ohne sie geht nichts!&quot;. Und in der Tat haben einige ganz konsequente<br />
Fans auch bereits ihre Premiere-Decoder aus Protest an der Kirch-Gruppe<br />
zurückgegeben.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der zweiten Maiwoche sollen Vertreter des Initiative, des Deutschen Fußball-Bundes und der Kirch-Gruppe an<br />
einem Runden Tisch zusammentreffen und einen für alle Beteiligten akzeptabeln Kompromiss erzielen. Um den Ausgang<br />
der Gespräche nicht zu beeinflussen, wird der genaue Termin und Ort der Gespräche nicht bekanntgegeben.<br />
Dass hinter Pro1530 wirklich eine Massenbewegung steckt, bezweifeln jedoch noch einige wichtige<br />
&quot;Fußball-Köpfe&quot;.<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Borussia Dortmunds Manager<br />
Michael Meier beurteilte die Initiative Anfang April im Spiegel wie<br />
folgt: &quot;Hier haben ein paar Leute auf eine sehr intelligente Weise im<br />
Internet Forderungen aufgestellt, hinter denen wahrscheinlich die<br />
wenigsten Fußballfans wirklich stehen. Da ist eine Lawine losgetreten<br />
worden, die Fans wurden instrumentalisiert. Und jetzt machen viele nur<br />
mit, weil alle das tun, und denken nicht mehr nach, was sie eigentlich<br />
erreichen wollen.&quot; Ob sich diese Einschätzung nicht als nicht eine<br />
Abseitsfalle entpuppt, wird sich nach dem Runden Tisch zeigen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Sing when you are winning&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krämer]]></category>
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		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz
herrscht.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Mit Hilfe des<br />
Internet konnte Pro15:30 zu größten Protestaktion<br />
des deutschen Fußballs werden. Thomas Krämer<br />
wacht über die Site, auf der die Fans sich gegenseitig<br />
die Bälle zu spielen. politik-digital hat mit ihm<br />
gesprochen und erfahren, welcher Geist im Fußball-Netz<br />
herrscht.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Interview mit Thomas Krämer, Initiative pro15:30</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/images/PRO1530.gif" alt="Initiative Pro15:30" /><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.pro1530.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Die Initiative pro15:30</a> hat zwar keinen &quot;Chef&quot; aber<br />
Thomas Krämer ist einer der Sprecher der Protestkampagne. Der FC-Fan setzt sich bei pro15:30 für die<br />
Verlegung der Sonntagsspiele auf den familien- und arbeitnehmerfreundlicheren Samstag ein. Im &quot;echten&quot; Leben ist<br />
Thomas Krämer, der in Köln auch in der &quot;Bunten Liga&quot; kickt, Unternehmer. Und da er sich als solcher mit<br />
Softwareentwicklung und Seitenkonzeption bestens auskennt, kümmert er sich auch um die Internetsite der<br />
Fußballaktivisten.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Ziele verfolgt die Initiative 15:30?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Unsere<br />
Hauptforderung ist die Abschaffung des Sonntagsspiels. Zur Zeit finden<br />
ungefähr 40% der Spiele abhängig von dem UEFA-Spiel Donnerstags am<br />
Sonntag statt, aber ungefähr 50% der Spiele sollen so bald wie möglich<br />
Samstags stattfinden. Weiterhin wollen wir eine Ausgeglichenheit der<br />
Spieltage zwischen den Vereinen erreichen. Eine grundlegende Forderung<br />
ist auch, dass ein Fanbeauftragter bei der Terminplanung dabei ist,<br />
genau wie jemand von der Polizei, den Stadionbetreibern und dem Verein<br />
dabei ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Leute engagieren sich bei 15:30? Wie ist die Organisation aufgebaut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Da lässt<br />
sich keine spezielle Gruppe nennen, das geht durch alle Gruppen durch.<br />
Wir haben auch keine festen Hierarchien. Jeder Verein stellt einen<br />
Ansprechpartner für die Initiative und wir checken nur, ob diese<br />
Ansprechpartner jeweils ok sind. Wir müssen ja sicherstellen, dass<br />
beispielsweise die emails sorgfältig behandelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Organisation?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die<br />
Ansprechpartner sind in einer seperaten e-group, die zur internen<br />
Abstimmung eingerichtet wurde, organisiert. Daneben haben viele der<br />
Ansprechpartner eine eigene e-group für ihre Vereine eingerichtet. Das<br />
Internet spielt also, vor allem vor den Aktionen, eine wichtige Rolle<br />
bei der Abstimmung und Koordinierung. Im Moment lassen wir es<br />
allerdings ruhig angehen. Bevor im Mai der runde Tisch stattfindet<br />
wollen wir keine neuen Aktionen starten. Dementsprechend ruhig ist es<br />
auch im Netz. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Entfaltet die Initiative dabei im Netz ein Eigenleben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Thomas Krämer:</b> Zunächst spiegelt das Netz die Initiative. Und<br />
sie zieht im Netz immer weitere Kreise. Sollte der Protest nach dem<br />
Runden Tisch noch weiter gehen müssen, dann wird das Netz eine noch<br />
zentralere Bedeutung erlangen. Es gibt beispielsweise schon<br />
Überlegungen, die Unterschriftslisten mit Digitaler Signatur<br />
durchzuführen und dadurch gültig zu machen. Das wäre eine<br />
flächenwirksame Ergänzung zu den Unterschriftenlisten vor den Stadien.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Aktionen gab es denn bereits im Netz? Was ist noch geplant?</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir haben<br />
Unterschriftenlisten und Banner im Netz. Das Logo haben sich über 300<br />
Seiten heruntergeladen. Ansonsten planen wir die Aktionen weiterhin für<br />
die reale Welt. Der Protest soll dort ja bewusst moderat bleiben, wir<br />
sind ja nicht gegen unsere Vereine. Eine Verschärfüng des Protests käme<br />
einer Kluft zwischen Fan und Verein gleich. Sollte weiterer Protest<br />
nötig sein, dann werden wir am 3. oder 4. Spieltag der neuen Saison<br />
sicher Demonstrationen organisieren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was können Sie über die Resonanz auf die Seite sagen? Gibt es Nutzerzahlen? Wieviele sind im Diskussionsforum aktiv?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> So ganz<br />
genau weiss ich das gar nicht, aber über 200.000 Zugriffe werden es<br />
inzwischen sein. Das Diskussionsforum müsste inzwischen in Aktionsforum<br />
umbenannt werden. Schliesslich sind sich die gut 1000 registrierten<br />
Mitglieder inzwischen weitgehend einig über die Ziele und koordinieren<br />
sich da eher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Warum muss man sich für das Forum registrieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Das hat<br />
Sicherheitsgründe. Wenn Sie sich mal das Forum auf Sport1.de anschauen,<br />
dann finden Sie da jede Menge gewaltverherrlichende und auch<br />
rechtsradikale Parolen. Das wollten wir vermeiden, indem die Leute ihre<br />
Anonymität aufgeben mussten. Mitlesen kann ja trotzdem jeder. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zunächst wurde pro15:30 über www.stadionwelt.de abgewickelt. Warum entschlossen Sie sich zu einem eigenständigen Angebot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Die ganze<br />
Diskussion wurde ja in einem Forum auf der Site von Stadionwelt<br />
angetreten. In einem Forum namens &quot;Stimmung im Stadion&quot; haben sich<br />
immer mehr Leute gefunden, die die gleichen Kritikpunkte teilten.<br />
Daraus wurde dann Anfang des Jahres eine eigenständige Aktion. Wir<br />
wollten mit dem Namen, dem Slogan pro15:30 Aufmerksamkeit erlangen.<br />
Ausserdem sollte die Initiative leicht im Netz zu finden sein, deswegen<br />
die Site. www.stadionwelt.de hat aber immer noch sehr viel mehr<br />
Besucher. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Worin besteht die Verbindung von Internet und Fußball? Gibt es eine Fankultur im Netz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Im Netz<br />
wird die Fankultur gespiegelt. Es gibt ja leider auch Hoolgigan-Seiten<br />
im Netz. Insgesamt gehen wir davon aus, dass 10-15% der Fußballfans<br />
online sind. Die Themen die im Netz diskutiert werden finden meist<br />
Eingang in die Fanzines und Fangruppen und werden so verbreitet. Die<br />
Zustimmung zu pro15:30 dürfte in der Fanwelt bei 90% liegen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es durch das Internet eine Möglichkeit, beispielsweise die Schlägereien zwischen den Vereinen in den Griff zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Zunächst<br />
kann man feststellen, dass das Verhältnis der Fans untereinander besser<br />
wird. Und über das Netz ist ein größerer Austausch da. Im Netz reden<br />
die Fans meist vernünftiger miteinander. Natürlich bleibt trotzdem eine<br />
gesunde Rivalität bestehen. Mit 15:30 ist uns auch über das Netz die<br />
größte Protestaktion der Fußballgeschichte gelungen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Einige Fans haben ja aus Protest ihre Premier-Decoder zurückgegeben. Ist das sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, davon<br />
habe ich auch gehört&#8230;. Besonders sinnvoll ist das nicht, denn die<br />
Kirchgruppe ist nur mitschuldig. In Wirklichkeit gibt es eine<br />
Kausalkette, in der auch die Liga und letztlich sogar die UEFA<br />
vorkommt. Für das Problem gibt es mehere Ansprechpartner<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Sie ja auch an dem Runden Tisch Mitte Mai zusammenführen wollen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Ja, die<br />
Teilnehmer sind: Herr Straub (Geschäftsführer der Bundesliga), Herr<br />
Hackmann (Präsident der Bundesliga und Präsident des HSV), Dr. Liegl<br />
(Kirch-Media Gruppe), Vertreter des BKA und des Innenministeriums, der<br />
Vertreter der FAnbeauftragten Herr Mendel und sechs Vertreter von<br />
unserer Initiative. </span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was sind ihre Erwartungen an diesen Runden Tisch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Thomas Krämer:</b> Wir hoffen,<br />
dass das Problem Ernst genommen wird und das man uns anbietet, an der<br />
Lösung zu arbeiten, eine Perspektive zu entwickeln. Ich habe das<br />
Gefühl, das ein Umdenken stattgefunden hat: bekannte Persönlichkeiten<br />
wie Karl-Heinz Rumenigge und sogar der Bundespräsident Rau haben sich<br />
für uns ausgesprochen, auch die Grünen unterstützen uns. Ich glaube,<br />
dass es in der nächsten Saison kein Sonntagsspiel Freiburg-Rostock mehr<br />
geben wird, zu dem die Fans 1000 Kilometer reisen müssen. Falls der<br />
Runde Tisch die gewünschte Perspektive nicht bringt, werden wir weiter<br />
sehen. Unser Fannetzwerk ist inzwischen sehr intensiv. Und es kann<br />
weiter und wieder genutzt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Gespräch.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aktive Bürgergesellschaft &#8211; mehr Mensch, weniger Staat?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/aktive_buergergesellschaft_mehr_mensch_weniger_staat-680/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[shirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Stangl]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Einsatz, Einfallsreichtum und Entschlossenheit contra wachsende soziale Kälte?<br />
Die CSU- Landtagsfraktion will mit ihrer Initiative &#34;Aktive Bürgergesellschaft&#34; dem
zunehmenden Egoismus und der steigenden Gewaltbereitschaft durch mehr Partizipation
des Einzelnen im alltäglichen Leben entgegenwirken.<br />
Am Freitag fällt in München der Startschuß, doch auch diejenigen, die sich nicht in
der Nähe des &#34;Weißwurst- Äquators&#34; befinden, können den Einführungskongress unter
<a href="http://www.aktive-buergergesellschaft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Aktive Bürgergesellschaft</a>
live verfolgen.<br />
Das Netz, oft als zu anonym
verschrien, ermöglicht hier, dass jeder seinen Teil zu dieser &#34;menschlichen&#34; Aktion
beitragen kann.<br />
politik-digital hat mit Franz Stangl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der CSU
Landtagsfraktion, über das Projekt geredet.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Einsatz, Einfallsreichtum und Entschlossenheit contra wachsende soziale Kälte?<br />
Die CSU- Landtagsfraktion will mit ihrer Initiative &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; dem<br />
zunehmenden Egoismus und der steigenden Gewaltbereitschaft durch mehr Partizipation<br />
des Einzelnen im alltäglichen Leben entgegenwirken.<br />
Am Freitag fällt in München der Startschuß, doch auch diejenigen, die sich nicht in<br />
der Nähe des &quot;Weißwurst- Äquators&quot; befinden, können den Einführungskongress unter<br />
<a href="http://www.aktive-buergergesellschaft.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Aktive Bürgergesellschaft</a><br />
live verfolgen.<br />
Das Netz, oft als zu anonym<br />
verschrien, ermöglicht hier, dass jeder seinen Teil zu dieser &quot;menschlichen&quot; Aktion<br />
beitragen kann.<br />
politik-digital hat mit Franz Stangl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der CSU<br />
Landtagsfraktion, über das Projekt geredet.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kam die Idee &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; zu stande?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Entstanden ist die Debatte durch tiefgründige Überlegungen von Herrn Glück<br />
vor einigen Jahren, warum trotz immer höheren Mittel- und<br />
Steuergeldereinsatz die Gesellschaft nicht zwangsläufig &quot;wärmer&quot; sondern<br />
eher als noch &quot;kälter&quot; empfunden wird. Also die Einsicht, dass der Staat<br />
nicht alles regeln und lösen kann. Im Prinzip eine Rückbesinnung auf die<br />
Leistungsfähigkeit der kleineren Einheiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was beinhaltet die<br />
&quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot; genau und welches Ziel<br />
wird primär verfolgt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Herr Glück &#8211; der ja auch der Vorsitzende der Grundsatzkommission der CSU ist,<br />
hat sich dann in vielen Gesprächen (in der CSU, in Verbänden, in<br />
Hilfsorganisationen, mit Ehrenamtlern und bei Symposien zu diesem Thema) ein<br />
Grundkonzept zurecht gelegt, dass jetzt wiederum in breiten Schichten der<br />
Gesellschaft diskutiert werden soll. Der Freitag ist sozusagen der<br />
Startschuss. Das neue  Internetangebot soll denen, die sich engagieren wollen, Motivation<br />
und Unterstützung sein. Das soll sich dynamisch zu einem<br />
Portal entwickeln, bei dem man Ideen für eignes Engagement,<br />
Fortbildungsangebote, rechtliche Tips und so weiter abrufen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wurde die &quot;mehrjährige Diskussion<br />
über ein gesellschaftspolitisches Konzept&quot;<br />
nur CSU-intern geführt oder waren auch Bürger beteiligt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Ziel der &quot;Aktiven Bürgergesellschaft&quot; ist es, die Menschen zu<br />
Eigenengagement und<br />
Übernahme von Verantwortung anzuregen. Gleichzeitig muss der Staat<br />
überlegen, wie er sich beschränken kann und die nötigen Freiräume schaffen<br />
kann. Es kann nicht nur jede(r) Büger(in) partizipieren, es sollte im<br />
Idealfall sogar jeder.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Soll es dieses Dialog- Forum nur in Bayern geben oder ist geplant,<br />
es auch auf Bundesebene auszuweiten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl:</b> Ob das ein Modell für eine bundesweite Inititiative ist? Wir denken schon.<br />
Herr Glück arbeitet seit 1997 konzentriert an diesem Thema. Wir stellen<br />
fest, dass es jetzt eine solche Debatte auch bei der CDU (am Montag hat dort<br />
das Präsidium ein Papier &quot;Zur Stärkung der kleineren Einheiten&quot; beschlossen),<br />
Gerhard Schröder hat in &quot;Der Zeit&quot; einen langen<br />
Namensartikel zur &quot;Zivilgesellschaft&quot; geschrieben und auch die FDP hat<br />
ähnliche Ansätze entwickelt. Sie sehen, das Thema ist im Kommen. Aber wir<br />
erheben schon den Anspruch, bei der Debatte am weitesten zu sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kann jeder interessierte Bürger partizipieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stangl</b> Der Kongress mit Live-Stream am Freitag soll &#8211; wie unser geliebter Roman<br />
Herzog das sagen würde &#8211; einen &quot;Ruck&quot; geben. Wir wünschen uns eine breite<br />
Debatte und setzen dabei besonders stark auf das Internet. Denn gerade das<br />
Internet ist im Prinzip das Ideal für eine &quot;Aktive Bürgergesellschaft&quot;:<br />
Gleichberechtigung, Vernetztes Denken, starke kleine Einheiten statt<br />
Zentralismus, Eigeninitiative statt obrigkeitliche Strukturen &#8230;<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Virtuelles Weissbuch der Jugendpolitik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/virtuelles_weissbuch_der_jugendpolitik-689/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kjenner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>
Jugend, Politik und Europa - welche Rolle spielen Europa und Politik
im Bewusstsein Jugendlicher? Welche Forderungen stellen sie an eine europäische
(Jugend-)Politik?</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><br />
Jugend, Politik und Europa &#8211; welche Rolle spielen Europa und Politik<br />
im Bewusstsein Jugendlicher? Welche Forderungen stellen sie an eine europäische<br />
(Jugend-)Politik?</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit diesen Fragen wird sich die Europäische Kommission<br />
auseinandersetzen müssen, denn im ersten Halbjahr des nächsten<br />
Jahres soll ein Weißbuch zur europäischen Jugendpolitik erarbeitet<br />
werden. Um möglichst viel über die Bedürfnisse Jugendlicher<br />
zu erfahren, finden zur Zeit nationale Jugendkonferenzen statt, während<br />
derer die Jugendlichen die Hauptakteure sind und selbst zu Wort kommen.<br />
In Deutschland treffen sich junge Leute am Pfingstwochenende<br />
in Berlin. Vorbereitet wurde das Treffen durch Regionalkonferenzen sowie<br />
im Internet auf der eigens dafür eingerichteten Vernetzungs- und Diskussionsplattform<br />
<a href="http://www.u26.de/">u26.de</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Internetplattform u26.de<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">u26.de bietet den Jugendlichen alle notwendigen Informationen rund um<br />
die Jugendkonferenz, umfangreiche Linklisten zu den Bereichen Europa, Jugend<br />
und Medien, eine Kontaktbörse und die Möglichkeit mit prominenten<br />
Politikern zu chatten. Kernstück des Angebotes aber sind die Diskussionsforen.<br />
Thematisch sind sie an den für das Weißbuch relevanten Themen<br />
orientiert und reichen von &quot;Chancengleichheit für Mädchen/Frauen<br />
und Jungen/Männer&quot; über &quot;Bürgerdemokratie statt Dominanz<br />
der Parteien&quot; und &quot;Spannung zwischen Heimatgefühl und Europa-Anspruch&quot;<br />
bis hin zu &quot;Visionen, Utopien, Zukunftsentwürfe&quot;. So diskutieren die<br />
Jugendlichen genauso über die Fischer-Rede wie über die Notwendigkeit<br />
der Wehrpflicht. Die Beiträge in den Foren geben so einen Einblick<br />
in die Vielfalt jugendlichen Denkens. Gemessen am Adressatenkreis &#8211; alle<br />
Jugendlichen und junge Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren &#8211; ist die<br />
Resonanz nur gering. In den Foren tauchen immer wieder die gleichen Personen<br />
und Pseudonyme auf, durchaus mit sehr qualifizierten Beiträgen, aber<br />
ein breiteres Interesse und eine größere Beteiligung wäre<br />
u26.de zu wünschen gewesen. Dementsprechend werden nicht alle eingerichteten<br />
Angebote gleichermaßen genutzt. Das Pinboard und der Treffpunkt sind<br />
verwaist, bei den angekündigten Mailinglisten wird auf &quot;demnächst&quot;<br />
vertröstet. Ganz fehlen Informationen über Jugendkonferenzen<br />
in den anderen EU-Ländern. So bleibt der Europa-Gedanken auf die nationale<br />
Sichtweise beschränkt. Dies trübt das ansonsten positive Gesamtbild<br />
von u26.de. Das Web-Angebot bleibt langfristig als Vernetzungspunkt für<br />
politisch interessierte Jugendliche bestehen und so ist zu hoffen, dass<br />
von der Konferenz neue Impulse ausgehen, die das vorbildliche Projekt neu<br />
beleben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die nationale Jugendkonferenz in Berlin<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zu der über Pfingsten stattfindenden Konferenz sind 90 Jugendliche<br />
aus ganz Deutschland eingeladen. Sie werden von den Regionalkonferenzen<br />
und den Internetforen berichten und in Arbeitsgruppen zu den Themen Bürgergesellschaft,<br />
Lebensqualität/Wohlbefinden, Wirtschaftsstruktur/Beschäftigung,<br />
Selbständigkeit von jungen Menschen und Europa Positionen erarbeiten.<br />
Die Arbeitsergebnisse der Jugendlichen werden im Rahmen der Konferenz der<br />
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr.<br />
Christine Bergmann überreicht. Gleichzeitig bilden die Arbeitsergebnisse<br />
den deutschen Beitrag für die Europäische Jugendkonferenz in<br />
Paris im Herbst 2000. Die dort vorgestellten Positionen sollen maßgeblich<br />
die Arbeit an dem Weißbuch zur europäischen Jugendpolitik beeinflussen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Virtuelle Konferenzteilnahme<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während der Berliner Konferenz werden die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse<br />
auf u26.de veröffentlichen und zur Diskussion stellen. Denn zusätzlich<br />
&#8211; so hoffen die Verantwortlichen &#8211; werden sich mehrere hundert Jugendliche<br />
über das Internet an der Konferenz beteiligen. Die virtuellen Konferenzteilnehmer<br />
werden durch ein LiveWebRadio über den aktuellen Stand der Konferenz<br />
informiert. Ebenso können sie während regelmäßig stattfindender<br />
Chats und weiterer Diskussionsforen direkt mit den Jugendlichen in Berlin<br />
kommunizieren und Einfluss auf die Arbeitsergebnisse nehmen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Verkehr im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/verkehr_im_netz-693/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/verkehr_im_netz-693/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[wbauchhenss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerinitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Personennahverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/verkehr_im_netz-693/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>
Spielen die Neuen Medien eine Rolle in der Verkehrspolitik? Während die
Deutsche Bahn eine der meistfrequentierten Webseiten betreibt, haben
verkehrspolitische Verbände und ÖPNV-Initiativen das Internet als
Kampagnen-Instrument bislang eher verschlafen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><br />
Spielen die Neuen Medien eine Rolle in der Verkehrspolitik? Während die<br />
Deutsche Bahn eine der meistfrequentierten Webseiten betreibt, haben<br />
verkehrspolitische Verbände und ÖPNV-Initiativen das Internet als<br />
Kampagnen-Instrument bislang eher verschlafen.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Furchterregende Jagdszenen<br />
spielten sich im Frühjahr 1999 in Oberbayern ab: Erzürnte Fahrgäste<br />
eines Regionalzuges verprügelten den 19jährigen Schaffner, ein anderer<br />
Zugbegleiter schloss sich aus Angst vor den Reisenden auf der gesamten<br />
Fahrt in der Zugtoilette ein. Was hatte die Pendler aus dem<br />
Voralpenland so aufgebracht? Ein Privatunternehmen hatte die<br />
Oberlandbahn von der Bahn AG übernommen und deren klapprige Züge aus<br />
den 60er Jahren gegen modernste High-Tech-Züge ausgetauscht. Doch die<br />
neuen Triebwagen erwiesen sich als Fehlkonstruktion: Mal ließen sich<br />
die Türen nicht öffnen, oft blieben die Züge einfach auf offener<br />
Strecke stehen. Die Klimaanlage sorgte für arktische Temperaturen,<br />
während gleichzeitig die Heizung auf Hochtouren lief. Wochenlang lief<br />
nichts mehr auf der Oberlandbahn: Hunderte Pendler kamen nahezu täglich<br />
zu spät zur Arbeit oder in den Feierabend, an einem Gymnasium an der<br />
Strecke blieben die Klassenräume leer. Bald bildete sich eine<br />
Bürgerinitiative der Betroffenen, deren Aushängeschild ihre <a href="http://www.josefstal.de/bob/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a><br />
wurde. In einem Online-Beschwerdeforum berichteten die Pendler über<br />
ihre schlimmsten Erlebnisse mit der Oberlandbahn. Nach sieben Wochen<br />
überreichten Vertreter der Initiative vor großem Medienaufgebot die<br />
gesammelten Abenteuer der Reisenden an die Geschäftsführung der<br />
Privatbahn. Die Medien würdigten das Internet-Forum als neue<br />
Protestform und berichteten landesweit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Verkehrspolitik ist eine<br />
solche Internet-Aktion aber eine Ausnahme. Zwar engagieren sich<br />
zahllose Initiativen in allen erdenklichen verkehrspolitischen Belangen<br />
&#8211; von der autofreien Siedlung über den Bau von Autobahnen und die<br />
Vermeidung von Fluglärm bis hin zu Reaktivierung stillgelegter<br />
Bahnlinien, doch eigene Protestformen haben sich im Netz bisher kaum<br />
herausgebildet. Die aktiven Bürger verstehen Online-Medien als bequeme<br />
Unterstützung ihrer logistischen Arbeit, Webseiten erschöpfen sich<br />
meist in einfachen Umsetzungen von Flugblättern und Broschüren. Die<br />
verkehrspolitischen Initiativen, in den siebziger und achtziger Jahren<br />
oftmals aus der ökologisch-alternativen Szene heraus entstanden,<br />
erkennen dabei durchaus, dass sie ihre Projektarbeit mit Hilfe der<br />
Online-Medien effizienter gestalten. Es lassen sich vor allem<br />
Mitstreiter gewinnen, die durch regelmäßige Treffen und vereinsähnliche<br />
Organisation nicht zu motivieren sind (&quot;Verein ohne Meierei&quot;). So<br />
erkannte etwa der Verband Pro Bahn schon 1995 die Vorteile von<br />
Mailinglisten, um dezentral und in kurzer Zeit komplexe Diskussionen<br />
unter den Mitgliedern zu führen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Heute unterhält Pro Bahn eine umfangreiche <a href="http://www.probahn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a>,<br />
die dem Nutzer einige Servicefunktionen bietet. Der Verband stellt in<br />
übersichtlicher Form Tarifinformationen zusammen, die dem verwirrten<br />
Bahnreisenden die Möglichkeit geben, sich in Ruhe über die zahllosen<br />
Sondertarife auf deutschen Schienen zu informieren. Eine ähnliche<br />
Zielsetzung verfolgt der <a href="http://www.igeb.org/index1.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Fahrgastverband IGEB</a>, der die <a href="http://www.igeb.org/index1.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">elektronischen &quot;Kummerkarten&quot;</a><br />
genervter Kunden an die Verantwortlichen bei den Verkehrsunternehmen<br />
weiterleitet und unkompliziert über Bauarbeiten auf dem Hauptstadtnetz<br />
informieren will.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hilfestellung für Projektarbeit<br />
bieten die Verbände durch Argumentationshilfen, durch Listen von<br />
Ansprechpartnern in der Politik oder durch Links zu meist privaten<br />
Homepages, auf denen interessierte Laien gesetzliche Grundlagen<br />
erläutern. Pro Bahn fasst beispielsweise den Stand der Diskussion zum<br />
Wegfall der Interregio-Züge regelmäßig auf der Homepage zusammen. Doch<br />
auch zu diesem Thema, dem in den traditionellen Medien große Beachtung<br />
zugemessen wird, finden sich im Netz nur wenige Informationen; die<br />
Initiative &quot;Bürgerbahn statt Börsenbahn&quot;, die mit Aktionen auf das<br />
Thema aufmerksam macht, hat keinen Netzauftritt. Kampagnen zu großen<br />
Themen wie der Bahnreform und ihrer neuerlichen Reform oder zur<br />
Tarifstruktur der Bahn sucht man im Netz vergebens.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Anders sieht es in der Schweiz<br />
aus. Die Verkehrspolitik ist in dem Transitland ein Dauerthema.<br />
Zahlreiche Initiativen engagieren sich gegen den Schwerlastverkehr und<br />
fordern Tunnelbauten, Autobahnerweiterungen, die Verlegung oder den<br />
Neubau von Bahnlinien, um die Belastung der Bürger durch den<br />
Verkehrslärm zu mindern. Sicherlich motiviert die Möglichkeit,<br />
Volksabstimmungen über Bundesgesetze durchzusetzen, solche Gruppen viel<br />
stärker als in Deutschland. Für Aufbietung der Mindestanzahl von 50.000<br />
Unterschriften, die notwendig sind, um ein Referendum anzusetzen,<br />
setzen mittlerweile alle Interessengruppen auch auf Internetauftritte.<br />
Eine &quot;Liga für rationelle Verkehrswirtschaft&quot; liefert ÖPNV-Befürwortern<br />
auf ihrer <a href="http://www.litra.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> reichhaltige Argumentationshilfen. Die Gruppe &quot;<a href="http://www.umverkehr.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umverkehr</a>&quot; machte mit einer professionell gestalteten Homepage Stimmung für ihre <a href="http://www.umverkehr.ch/archiv/old/d/welcome.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative &quot;Freie Fahrt für alle&quot;</a>. Die Volksabstimmung im März 2000 verlief nach über sechsjähriger Kampagnenarbeit im März 2001 allerdings gegen die Initiative.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Deutschland sind<br />
ÖPNV-Initiativen eher regional begrenzt. Das liegt in der Natur der<br />
Sache: Der Initiative für die Reaktivierung der Personenverkehrs auf<br />
der siegerländischen <a href="http://www.johannlandbahn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johannlandbahn</a><br />
nützen keine 50.000 Unterschriften aus dem ganzen Bundesgebiet, wenn<br />
anschließend nicht einmal 1000 Fahrgäste am Tag ihre Züge benutzen. Und<br />
als Forum für regionale Kampagnenarbeit eignet sich die Regionalzeitung<br />
sicherlich besser als die elektronischen Medien. Die Zielgruppe ist,<br />
anders als bei Kampagnen zur Internet-Taktung, nicht unbedingt im Netz<br />
zuhause. Andererseits sind Homepages aller Art bereits ein so stark<br />
etabliertes Medium, dass es kaum noch möglich ist, sie als<br />
aufsehenerregende Werbeträger &#8211; wie noch im Fall der <a href="http://www.bayerischeoberlandbahn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oberlandbahn</a> &#8211; einzusetzen.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die oberbayerische Initiative war<br />
letztlich von Erfolg gekrönt &#8211; einige Wochen nach Überreichung der<br />
Protestmails wurden die High-Tech-Züge außer Betrieb genommen und die<br />
alten, aber zuverlässigen Züge der Bahn kehrten auf die Strecke zurück.<br />
</span></p>
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