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	<title>Internetpolitik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Studie zu Desinformation bei Jugendlichen im Kontext der Corona-Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2021 11:10:21 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Immer mehr junge Menschen in Deutschland kommen regelmäßig mit<br />
Desinformation in Berührung: 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen<br />
begegnen mindestens einmal pro Woche Falschnachrichten &#8211; 50 Prozent<br />
mehr als noch vor zwei Jahren. Während der Coronakrise spielt sich das Leben vieler Menschen aufgrund der anhaltenden Einschränkungen noch mehr als vorher im digitalen Raum ab. In den letzten Monaten lässt sich hierbei eine gefühlte Zunahme von Desinformation im Netz erkennen. Gerade junge Menschen sind dabei am stärksten betroffen. Die Vodafone Stiftung Deutschland hat hierzu kürzlich eine Studie veröffentlicht, bei der über 2000 Jugendliche befragt worden sind. Ziel war es, herauszufinden, wie kompetent junge Menschen mit Falschnachrichten umgehen, welche Unterstützung sie hier suchen und inwiefern sie Fake News oder Verschwörungserzählungen beunruhigen. Wir haben mit dem Thinktank-Leiter der Vodafone Stiftung Lars Thies über die Ergebnisse diskutiert.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Herr Thies, warum wurden gerade zur Corona-Pandemie so viele Falschinformationen und Fehlinformationen verbreitet bzw. geteilt?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Corona-Pandemie bietet einen optimalen Nährboden für die Verbreitung von Falschinformationen. Viele Menschen haben in der aktuellen Situation ein Gefühl der Verunsicherung und des Kontrollverlustes. Vor diesem Hintergrund sind sie empfänglicher für Falschinformationen, die einfache Lösungen propagieren, wie z.B. Wasser trinken gegen Corona, oder Verantwortliche und Schuldige ausmachen, wie z.B. Bill Gates. Zudem entwickelte sich die Faktenlage gerade zu Beginn der Pandemie sehr schnell unübersichtlich. In unserer Befragung sagen daher auch 64 Prozent der jungen Menschen, dass ihnen beim Thema Corona besonders schwerfällt, glaubwürdige von unglaubwürdigen Nachrichten zu unterscheiden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wieso haben Sie sich auf die Altersspanne der 14-24-Jährigen festgelegt &#8211; in dieser Kohorte sind schließlich sowohl Schüler*innen, als auch Schulabgänger*innen inbegriffen? Glauben Sie, dass es sich dabei um eine einheitliche Gruppe handelt oder wo sehen Sie innerhalb der Gruppe Unterschiede?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen ist natürlich sehr heterogen. Die Idee hinter der Befragung war es auch, durch die Altersspanne einen gewissen Reifeprozess im Umgang mit Medien und dem Nachrichtengeschehen abzudecken – und zu schauen, an welchen Punkten dieser relevant wird. Wir haben die Stichprobe ausreichend groß gewählt um repräsentative Aussagen sowohl für die Gruppe der Jugendlichen (14-19 Jahre) als auch die der jungen Erwachsenen (20-24 Jahre) treffen zu können. Die Ergebnisse zeigen: Junge Erwachsene informieren sich häufiger über das Nachrichtengeschehen als Jugendliche, fühlen sich sicherer darin, Falschnachrichten zu erkennen und gehen umsichtiger vor, wenn Sie Beiträge mit Inhalten zum Nachrichtengeschehen teilen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Sie haben einen Anstieg von 50 Prozent an Falschnachrichten in den letzten zwei Jahren festgestellt. Glauben Sie, dass die Tendenz weiter so rasant steigt? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Befragung zeigt, dass 50 Prozent mehr junge Menschen regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert sind als noch vor zwei Jahren. Dazu trägt zum einen bei, dass Falschnachrichten während der Pandemie besonders verbreitet werden. Zum anderen aber auch, dass sich das Leben junger Menschen aktuell stärker im Digitalen abspielt. Ein Teil der Entwicklung ist daher vermutlich Pandemie-bedingt und es ist offen, wie sich das fortsetzt. In den kommenden Monaten ist noch mal ein Anstieg der Falschinformationen rund um Impfstoffe und Impfstrategien zu erwarten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Etwa ein Drittel der jungen Menschen traut sich nicht zu, die Glaubwürdigkeit von Nachrichten sicher einschätzen zu können. Wie kann die dringend erforderliche Medienkompetenz vermittelt werden? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Befragung zufolge ist es jungen Menschen beim Thema Falschnachrichten besonders wichtig zu lernen, wie sie diese erkennen können und über konkrete Beispiele zu sprechen, die sie selbst oder ihre Mitschüler:innen gesehen haben. Ein Großteil der Befragten wünscht sich zudem, praktische Übungen durchzuführen wie z. B. Projekte, Planspiele oder Workshops. Ein Schlüssel für die Vermittlung von Medienkompetenzen in der Schule liegt zudem in der Fortbildung von Lehrkräften.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Um Falschnachrichten erkennen zu können, wünschen sich junge Menschen die Unterstützung von Bildungseinrichtungen und Journalist*innen. Was wird heute bereits von diesen Akteuren getan und wie bewerten Sie die Situation?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es gibt viele tolle Einzelprojekte von Schulen, von Journalist:innen, Medienhäusern und aus der Zivilgesellschaft, wie z.B. die Initiativen <a href="https://www.weitklick.de/">Weitklick</a> oder <a href="https://lie-detectors.org/">Lie-Detectors</a>. Mit dem Projekt <a href="http://www.klickinwkel.de">Klickwinkel</a> leistet die Vodafone Stiftung auch selber einen Beitrag dazu. Was fehlt, ist die aber die Wirkung in die Breite. Nur bei weniger als einem Drittel der 14- bis 24-Jährigen wurde der Umgang mit Desinformation in der Schule behandelt. Wichtig wäre daher, das Thema als verpflichtenden Inhalt in die Lehrpläne an weiterführenden Schulen mit aufzunehmen. Das wünschen sich auch 85 Prozent der jungen Menschen in der Befragung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Braucht es ein eigenes Schulfach oder zumindest die Behandlung des Themas in vorhandenen Schulfächern wie z.B. Politik oder Sozialwissenschaften?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ein eigenes Schulfach braucht es nicht. In erster Linie ist das Thema natürlich für Fächer wie Politik und Sozialkunde relevant. Es kann aber auch in Deutsch über die Nutzung von Sprache in Falschnachrichten, in Philosophie über Realitätskonstruktion oder in Geschichte über historische Beispiele von Desinformation diskutiert werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wie kommt es, dass um die Hälfte der Befragten den Begriff der Falschnachrichten auch politischen Akteuren und klassischen Medien wie Zeitungen, Radio oder Fernsehen zuordnen?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Viele junge Menschen äußern in der Befragung eine generelle Unsicherheit darüber, welchen Informationsquellen sie noch vertrauen können &#8211; das überträgt sich dann auch auf klassische Medien und auf die Politik. Zudem gibt es ja durchaus Beispiele, in denen Falsch- oder Fehlinformationen in klassischen Medien oder von einzelnen Politiker:innen verbreitet werden. Der Befund zeigt aber auch, wie notwendig es ist, jungen Menschen beispielsweise die Bedeutung von seriösem Journalismus und einer unabhängigen Presse für die Demokratie zu vermitteln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Der Großteil der Befragten fühlt sich durch die Verbreitung von Falschnachrichten verunsichert und sieht diese als Gefahr für die Demokratie in Deutschland an. Müssen hier auch die Kanäle, auf denen solche Inhalte geteilt werden, aktiv werden und Falschmeldungen deutlicher kennzeichnen oder gar löschen?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Plattformen tragen hier natürlich eine Verantwortung. 80 Prozent der jungen Menschen sehen sie als erstes in der Pflicht, gegen Desinformation vorzugehen. Plattformen können etwa mit Kennzeichnungen dafür sorgen, dass die Unterscheidung zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Informationen leichter fällt. Zudem können Plattformbetreibende die Reichweite von offensichtlich falschen Informationen, z.B. zu Impfungen, einschränken. Problematisch ist jedoch, dass in etwa der Hälfte der Fälle, in denen junge Menschen Beiträge bei Plattformen melden, nichts passiert. Teilweise erfolgt nicht mal eine Rückmeldung. Da sollten die Betreiber:innen von Plattformen dringend nachbessern.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Nur ein Drittel hat bei einer Nachricht, die offensichtlich falsch war, diese mit anderen Quellen geprüft und im Anschluss den Absender gesperrt oder eine Gegen- oder Richtigstellung verschickt. Wieso glauben Sie, sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen so zurückhaltend in dieser Hinsicht?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zunächst mal fehlen hier Vergleichsdaten zu anderen Bevölkerungsgruppen. Wir können also nicht sagen, ob junge Menschen hier tatsächlich zurückhaltender sind als andere &#8211; oder vielleicht sogar aktiver. Entscheidend ist aus unserer Sicht auch die Arbeit an den Strukturen: Es ist wenig motivierend, wenn Meldungen bei den Plattformbetreibern aufwendig sind, keine Wirkung haben oder sogar unbeantwortet bleiben. Letztendlich sind nicht nur junge Menschen, sondern wir alle gefordert, aktiver gegen Falschnachrichten vorzugehen. Nur so lässt sich das Problem in den Griff bekommen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wie können vor allem die jungen Menschen mit formal niedrigem Bildungshintergrund, bei denen die Wirkung von Falschmeldungen am stärksten ausgeprägt ist, für das Thema sensibilisiert werden? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>73 Prozent der jungen Menschen mit formal niedrigem Bildungshintergrund geben an, im Unterricht nicht über Falschnachrichten gesprochen zu haben. Gerade diese Gruppe erhält in der Schule selten Orientierung zum Umgang mit Falschnachrichten und wird am wenigsten von den außerschulischen Initiativen und Projekten erreicht. Im Rahmen von Klickwinkel versucht die Vodafone Stiftung daher über eine Zusammenarbeit mit der Organisation <a href="https://www.teachfirst.de/">Teach First</a>, auch Schulen in sozialen Brennpunkten zu erreichen. Um aber wirklich alle jungen Menschen für den Umgang mit Desinformation zu sensibilisieren, muss das Thema in die Lehrpläne integriert werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Image by <a href="https://pixabay.com/users/gdj-1086657/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2727571">Gordon Johnson</a> from <a href="https://pixabay.com/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2727571">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Telegram – Kanal der Freiheit oder Sammelbecken für illegalen Content?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 15:37:30 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Als die großen „Querdenker“ – Demonstrationen, als Protest gegen die Schutzmaßnahmen im Zuge der Covid-19 Pandemie, in Berlin und Leipzig bis zu 20.000 Menschen angezogen hatten, war die Messenger App Telegram deren Austausch- und Organisationsplattform. Vor allem über Telegram werden Inhalte und Meinungen in Gruppen ausgetauscht, sowie Demo Aufrufe gestartet und organisiert.  Dass Social Media Plattformen und Messenger Dienste für die Organisation von sozialen Bewegungen genutzt werden, ist dabei nichts Neues. Überraschend ist es auf den ersten Blick, warum gerade Telegram und nicht Facebook oder Twitter zum Sprachrohr der Querdenker-Bewegung wurde.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Messenger besitzt nach eigenen Angaben weltweit über 400 Millionen Nutzer*innen. Täglich sollen weitere 1,5 Millionen dazu kommen. Prominente deutsche Covid-19 Leugner*innen wie der Sänger Xavier Naidoo, der Vegan-Koch Attila Hildmann und die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Hermann nutzten die Vorteile von Telegram, um ihre Anhängerschaft mit (Falsch-)Informationen zu versorgen und Proteste zu organisieren. So erstellen sie Inhalte, die Hintergründe der Pandemie infrage stellen oder die Krise als Ganzes zum Mythos erklären. Doch was macht den Messenger-Dienst aus? Inwiefern unterscheidet er sich von WhatsApp und Co.?</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Was ist Telegram</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Gegründet wurde Telegram von den beiden russischen Brüdern Pavel und Nikolai Durov im Jahr 2013. Zu diesem Zeitpunkt waren sie schon erfahren im Umgang mit sozialen Netzwerken, da sie bereits das russische VK-Netzwerk gegründet hatten, ein osteuropäisches Pendant zu Facebook. VK verkauften die beiden Brüder im Jahr 2014, um sich ganz auf die Entwicklung von Telegram zu konzentrieren. Offiziell befindet sich der Firmensitz derzeit in Dubai. Zwischenzeitlich wurden auch andere Hauptstandorte bekannt gegeben. Im Telegram <a href="https://telegram.org/faq/de#f-wo-ist-der-standort-von-telegram">FAQ</a> äußert sich das Unternehmen hinsichtlich ihres Standortes wie folgt:</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em>„Das Telegram-Team musste Russland aufgrund lokaler IT-Vorschriften verlassen und hat eine Reihe von Standorten ausprobiert, darunter Berlin, London und Singapur. Derzeit sind wir mit Dubai zufrieden, aber jederzeit bereit, wieder umzuziehen, wenn sich die dortigen Vorschriften ändern sollten.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Telegram unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von gängigen Messengern wie zum Beispiel WhatsApp. Zur Anmeldung braucht es lediglich eine Telefonnummer, die jedoch nicht die Rufnummer des eigentlichen Geräts sein muss. Nach der Anmeldung kann im Benutzerkonto ein Nutzername eingerichtet werden. Dadurch können Nachrichten gesendet und empfangen werden, ohne dabei die eigene Telefonnummer preisgeben zu müssen. Telegram ist kostenlos und schaltet keine Werbung. Dies soll nach eigenen Angaben auch so bleiben. Die Finanzierung läuft über Spenden, bei denen der Mitgründer Pavel Durov den Hauptanteil investiert. Auch in Zukunft ist es laut den beiden Gründern nicht geplant, dass Telegram sich selbst finanzieren muss. Dies erklärt das Unternehmen auf ihrer Homepage mit der geteilten Vision der Gründer, einen schnellen und sicheren Nachrichtenaustausch für jedermann zu garantieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ein weiterer großer Unterschied zu vergleichbaren Messenger Diensten ist das potenziell gleichzeitig zu erreichende Publikum. Erstellte Gruppen können bis zu 200.000 Mitglieder*innen fassen. Hier kann jedes Mitglied Inhalte einstellen. Kanäle, in denen nur die Kanal-Gründer*innen Inhalte posten können, haben gar keine Größenbeschränkung. Dateien, wie Fotos und Videos, dürfen eine Datengröße von bis zu 1,5 GB besitzen, bei WhatsApp liegt die Begrenzung bereits bei 100 MB. Während sich die App also in ihrer Funktionsweise anderen Messengern ähnelt, bietet sie aufgrund ihrer zu erreichenden Gruppen- und Kanalgröße noch zusätzlich klassische Social-Media-Plattform Features an.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Besonderheit dieser Kommunikationsform beschreibt Politik- und Strategieberater Martin Fuchs folgendermaßen: <em>„Damit ist es Nutzer*innen möglich weiter Massenkommunikation zu betreiben, die aber in der Anmutung wie persönliche Kommunikation wahrgenommen wird und wirkt.“</em></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Sicherheit</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aufgrund ihres angeblichen Abstandes gegenüber US-amerikanischer und russischer Einflussnahme gilt Telegram unter vielen seiner Nutzer*innen als besonders sicherer Messenger. In Deutschland fällt Telegramm nicht unter das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/netzdg/BJNR335210017.html">Netzwerkdurchsetzungsgesetz</a> (NetzDG). Dieses Gesetz verpflichtet soziale Medien, die mehr als zwei Millionen Nutzer*innen verbuchen können, auf ihrer Plattform gemeldete Inhalte zu überprüfen. Sollte der gemeldete Inhalt in Deutschland rechtswidrig sein, verpflichtet sich das Unternehmen diesen innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Telegram ist jedoch in Deutschland als Messenger und nicht als soziales Netzwerk gelistet. Dementsprechend löscht das Unternehmen so gut wie keine Inhalte. Hiervon ausgenommen ist nur Content mit <a href="https://telegram.org/faq/de#f-ich-habe-illegale-inhalte-auf-telegram-gefunden-wie-kann-ich-d">terroristischen Tendenzen</a>. Nachrichten, Fotos und Videos in Telegram Gruppen sind den Augen des Unternehmens die Privatsache der Nutzer*innen. Es werden keine Meldungen zu möglichen illegalen Inhalten in Gruppenchats bearbeitet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Darüber hinaus wird von den Gründern versprochen, dass eine Weitergabe von Daten an Dritte nicht stattfindet. Hierzu sollen auch Behörden, Arbeitgeber*innen, Marketingagenturen und Werbeunternehmen gehören. Dieses Versprechen argumentieren sie auf der Grundlage, dass nur die systemnotwendigsten Daten gespeichert werden. Diese verteilen sich auf Rechenzentren, die über den Globus verteilt sind und damit verschiedenen Gerichtsbarkeiten unterliegen. Für die Offenlegung etwaiger Daten wären also mehrere internationale Gerichtsbeschlüsse notwendig, wodurch ein einzelner Staat nicht dazu in der Lage ist an Daten zu gelangen. Bis heute sind nach <a href="https://telegram.org/faq/de#f-reagiert-ihr-auf-datenanfragen">eigenen Angaben</a> 0 Byte an Daten an Dritte weitergegeben worden. Anders als bei WhatsApp sind die Chats jedoch nicht standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Diese, heute eigentlich weit verbreitete Verschlüsslungsmethode, gibt es bei Telegramm nur in einem privaten Chat zwischen zwei Nutzer*innen. Gruppen oder Kanäle unterliegen jedoch keiner Ende-zu-Ende Verschlüsselung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das IT- Fachmagazin „heise online“ hat den Messenger <a href="https://www.heise.de/hintergrund/Telegram-Chat-der-sichere-Datenschutz-Albtraum-eine-Analyse-und-ein-Kommentar-4965774.html">getestet</a> und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit geäußert. Demnach wurde der Link zur eigenen Website in das Chatfenster der Telegram App eingetragen, ohne diese Nachricht abzuschicken. In einem Pop-up Fenster, über dieser noch nicht abgesendeten Nachricht, tauchten bereits Informationen über die eingegebene Website auf. Demnach leitet die App das in das Chatfenster eingetippte bereits an die Telegram Server weiter, ohne überhaupt eine Nachricht verschickt zu haben. WhatsApp handhabt dies ähnlich, jedoch wird hier der eingegebene Link auf dem Smartphone der Nutzer*innen abgerufen. Bei Telegram erfolgt der Abruf von einem externen Server, die Daten wurden also bereits weitergeleitet. Hier kommt es also darauf an, wie die Nutzer*innen Sicherheit für sich selbst definiert. Die Verschlüsselungsstandards besitzen nicht das Niveau anderer Messenger. Auf der anderen Seite ist es aufgrund der verteilten Rechenzentren und der firmenpolitischen Distanz gegenüber Regierungen schwer für Sicherheitsbehörden, einen Zugriff auf die Daten und die Kommunikation der Nutzer*innen zu erlangen.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Zwischen Freiheit und Illegalität</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Telegram gibt sich nach außen politisch neutral und genießt dabei den Ruf keine Zensur vorzunehmen. Darüber hinaus agiert der Messenger autonom und lässt sich nicht zur Kooperation mit Regierungen drängen. Dies zeigte sich im Jahr 2018, als es zu einem vorrübergehenden Verbot von Telegram in Russland kam. Das Unternehmen hatte sich zu diesem Zeitpunkt <a href="https://www.heise.de/news/Russland-gibt-Blockadeversuche-gegen-Telegram-auf-4788894.html">geweigert</a>, Informationen über die eigene Daten-Verschlüsselung an den russischen Geheimdienst FSB weiterzuleiten. Konstatiert werden kann, dass der Messenger-Dienst ein wichtiges Werkzeug in Staaten ist, in denen eine eingeschränkte Meinungsfreiheit herrscht. Im Nachgang der umstrittenen Wahl in Weißrussland gab es für die Opposition nur noch wenige Optionen, um miteinander zu kommunizieren. Die freien Medien, Facebook und Twitter wurden am Wahlabend und in den Folgetagen vom Staat blockiert. Die Proteste gegen die offensichtlich manipulierte Wahl wurden im Staatsfernsehen verschwiegen. Hier nahm Telegram eine wichtige Rolle ein, da es den Bürger*innen in Belarus ermöglichte, sich austauschen zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es gibt jedoch auch die bereits oben beschriebenen Schattenseiten des Messenger-Dienstes. Er hat eine hohe Beliebtheit bei extremistischen Gruppen. Da YouTube, Facebook und Twitter illegale oder fehlleitende Inhalte löschen oder zensieren, nutzen solche Urheber*innen vermehrt Telegram. Hier werden lediglich terroristische Kanäle gelöscht. Da rechtsextremistische, kriminelle oder pornografische Inhalte nicht entfernt werden, hat sich innerhalb des Messengers ein Schwarzmarkt und Sammlungspunkt für solche Sympathisanten gebildet. Laut <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/telegram-rechtsextreme-hetze-whatsapp-100.html">MDR Recherche</a> beobachtet das Bundeskriminalamt (BKA) über 140 Telegram-Gruppen in Deutschland. Hier geraten vor allem Kanäle, in denen politisch motivierte Kriminalität vermutet wird, in den Vordergrund. Problematisch ist dabei, dass die Kanäle sehr dynamisch sind und die Anzahl stark schwankt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird auf den anderen sozialen Plattformen rigoros gegen irreführende Beiträge vorgegangen. Telegram bietet auch hier eine Ausnahme und verweist auf größtmögliche Freiheit. Deshalb gilt die App schon länger als Treffpunkt für Rechtsextreme und Anhänger*innen von Verschwörungstheorien.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Dass diese Umstände jedoch nicht ausschließlich Telegram als Tool zuzuordnen sind, sieht auch Martin Fuchs so: <em>„Das Problem wird aber nicht gelöst werden, indem man Telegram viel strikter reguliert oder verbietet, dann wandern die Radikalen zur nächsten App weiter“.</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Demnach sei die Verbreitung solcher Inhalte kein technisches Problem, sondern eines was sich vor allem auf gesellschaftliche Gründe zurückführen lässt. Die Logik und der Aufbau von Messenger und Social-Media Diensten unterstützen dies lediglich. Wichtig ist nur, dass politische Parteien und Verbände dort sichtbar und ansprechbar sind, wo auch die Bürger*innen sind. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat dies erkannt und geht mit einem <a href="https://t.me/s/corona_infokanal_bmg">eigenen Kanal</a> auf Telegram gegen die Desinformation vor. Mit fast 450.000 Abonnenten hat dieser Kanal eine weitaus größere Reichweite als die, im besten Fall, bedenklichen Kanäle von Xavier Naidoo (ca. 109.000 Abonnenten), Attila Hildmann (ca. 118.000) oder Eva Herman (ca. 158.000). Ein Umstand der positiv stimmt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/u2solmz-3807928/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5348490">Ümit Solmaz</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5348490">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Hasskriminalitätsgesetz – Von Beginn an zum Scheitern verurteilt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 13:21:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Große Koalition steht bei einem ihrer wichtigsten Gesetzespakete gegen Hetze im Internet vor einem Problem. Das Verfahren zum „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ hängt in der Schwebe. Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Position als Bundespräsident die Aufgabe, jegliche bereits vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen Gesetze zu signieren, damit diese in Kraft treten können. Im Fall des Gesetzes gegen die Hasskriminalität wurde das sogenannte Ausfertigungsverfahren jedoch vorerst außer Kraft gesetzt. Nun soll das Bundesinnenministerium ein separates Reparaturgesetz vornehmen, welches noch einmal durch den Bundestag und Bundesrat beschlossen werden muss.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit Jahren lässt sich hinsichtlich der politischen Kommunikation im Internet eine zunehmende Verrohung erkennen. Speziell in den sozialen Medien gibt es unzählige aufgeheizte Debatten. Der Einwanderungszustrom, die Klimadebatte und nicht zuletzt die Corona-Pandemie &#8211; in kürzester Zeit hat sich Deutschland mit diversen Problemen auseinanderzusetzen. Die gleichermaßen große Aufmerksamkeit dieser Themen in den sozialen Medien verwundert kaum.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In Kommunikationskanälen, wie zum Beispiel Diskussionsforen, Facebook-Seiten oder Kommentarbereichen, kennen sich die Teilnehmer*innen in den seltensten Fällen persönlich. Dadurch werden grundsätzliche Normen des menschlichen Umgangs außer Acht gelassen. Wer gegen etwaige Verhaltensregeln verstößt, hat meist nichts zu befürchten, da die Nutzer*innen die Möglichkeit haben, ihr Profil zu anonymisieren. Dementsprechend ist die Hemmschwelle für Beleidigungen oder Lügen gering. Gesellschaftlich- oder politisch engagierte Menschen können zu Feindbildern werden. Diese Menschen werden unter Umständen nach politischen Äußerungen diffamiert oder erhalten im Extremfall Morddrohungen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle für weitere, gleich gerichtete Äußerungen. Hier wird jedoch nicht nur das Persönlichkeitsrecht, sondern auch der politische Diskurs angegriffen bzw. infrage gestellt. Einige ziehen sich deshalb aus dem Diskurs zurück, wodurch freier Meinungsaustausch im Internet und damit die Meinungsfreiheit gefährdet wird. Eben jenes stellt jedoch einen Grundpfeiler der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dar. Genau deshalb wird ein härteres Vorgehen gegen Hasskriminalität im Netz von nahezu allen Parteien grundsätzlich begrüßt.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Das Problem</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Einige Stellen des vom Bundesjustizministerium kürzlich vorgelegten Gesetzes sollen verfassungswidrig sein. Dies bezieht sich vor allem auf die Meldepflicht der sozialen Netzwerke. So sollen diese privaten Unternehmen den  Ermittler*innen Zugriff auf Bestandsdaten ermöglichen. Damit können diese ohne Anfangsverdacht die IP-Adresse, den Namen und die Wohnanschrift der jeweiligen Nutzer*innen einsehen. Erst vor wenigen Wochen hat das Bundesverfassungsgericht jedoch die bereits bestehenden Zugriffsrechte des BKA für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung fiel allerdings erst, nachdem der Bundestag und Bundesrat das Gesetz bereits beschlossen hatten. Aufgrund dieser rechtlichen Bedenken hat der Bundespräsident das Gesetz vorerst gestoppt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf die Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast, wie die verfassungsrechtlichen Bedenken ausgeräumt werden sollen, äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin der Justiz, Christian Lange, in der Plenarsitzung des 07. Oktober 2020. Die Bundesregierung arbeite demnach mit Nachdruck daran, einen veränderten Gesetzesentwurf vorzulegen. <em>„Bei welchen Rechtsvorschriften konkret gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, werde derzeit innerhalb der Bundesregierung noch geprüft.“</em>, ließ Lange verlauten. Nun ist das Bundesinnenministerium dafür verantwortlich, das Gesetzespaket zu retten. Hierfür ist geplant, ein separates Reparaturgesetz vorzulegen. Dieses soll die erforderlichen Änderungen zur Verfassungskonformität bieten. Der gesamte Ablauf bleibt jedoch nicht frei von Kritik, da noch einiges an Handlungsbedarf besteht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Gegenüber politik-digital.de äußerte sich Christof Stein, Pressesprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). <em>„Mit punktuellen Änderungen des Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität wäre es nicht getan. Das Gesetz ist mit erheblichen Einschränkungen der Grundrechte der Bürger*innen verbunden. […] Insofern ist schon die Grundkonzeptionen der Meldepflicht und der Rolle des Bundeskriminalamtes (BKA) aus Sicht des BfDI zweifelhaft.“</em>, so Stein<em>. „Im Übrigen ist die Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne an vielen Stellen des Gesetzes nicht gegeben.“</em></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Kritik von der Opposition</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Kritik an diesem Ablauf gibt es vor allem aus den Reihen der Linken und Grünen. Die verfassungsrechtlichen Bedenken standen schon lange im Raum, sodass auch vor der Urteilsverkündung des Bundesgerichtshofes mit diesem Ergebnis zu rechnen war.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em>„Die GroKo scheint einfach nicht lernfähig zu sein und wiederholt ein ums andere Mal die gleichen Fehler. Man ignoriert bisherige Rechtsprechungen des Bundesverfassungsgerichts und entwirft &#8211; erneut &#8211; ein verfassungswidriges Gesetz“</em>, so die Netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Anke Domscheit-Berg.<em> „Der Entwurf erntet vielfache Kritik, die sachlich fundiert auf die Verfassungswidrigkeit hinweist.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Linken-Politikerin kritisiert nicht nur den gesetzgeberischen Vorgang als solchen, sondern stellt einen neuen Ansatz in den Raum. Ihrer Ansicht nach verfehlt der Ausbau von Kompetenzen der Strafverfolgungsbehörden seinen Zweck. Sie fordert ein Demokratiefördergesetz, mit dessen Hilfe unter anderem demokratiefördernde Projekte und Initiativen langfristig finanziert und ausgestattet werden. <em>„Im Mittelpunkt muss nicht die strengere Verfolgung von Straftäter*innen stehen, sondern dass Menschen nicht zu Straftäter*innen werden.“</em>, so Domscheit-Berg.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Laut Tabea Rößner, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, hätte diese Verzögerung verhindert werden können: <em>„Wir Grünen schlugen daher in unserem Änderungsantrag zum Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität ein sog. „Zwei-Stufen-Modell“ vor, um ein grundrechtsschonenderes Meldesystem einzurichten.“</em> Diesem Modell zufolge soll der Sachverhalt dem Bundeskriminalamt zunächst in anonymisierter Form übermittelt werden. Die Weiterleitung von personenbezogenen Daten an das BKA wird demnach nur bei einem gegebenen Anfangsverdacht erfolgen. Die betroffenen Daten werden hier allein für die Ermittlung des konkreten Sachverhalts kurz eingefroren und mit Abschluss des Verfahrens gelöscht. Damit ist eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung wirksam verhindert. <em>„Dieser Vorschlag wurde allerdings, neben einigen anderen Verbesserungsvorschlägen von uns, von der Bundesregierung leider nicht aufgegriffen“</em>, so Rößner.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast verweist auf den Änderungsantrag und kritisiert die Bundesregierung: <em>„Das ganze wird auch rechtsstaatlich immer unmöglicher, wenn jetzt zum Beispiel die Bundesregierung dem Bundespräsidialamt Versprechungen über Änderungen macht, die dann allerdings die erste Gewalt, nämlich der Bundestag, vorzunehmen hat.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Themen Hasskriminalität und Rechtsextremismus im Netz und auf der Straße bleiben weiterhin Probleme, die nicht nur die direkt Betroffenen etwas angehen, sondern auch eine allgemeine Gefahr für die Gesellschaft und Demokratie darstellen. Am Ende scheint die im besten Fall handwerklich unsaubere Arbeit der Großen Koalition vor allem für eines zu sorgen: Verlorene Zeit, um dem Problem sinnvoll entgegenzutreten. Das sieht auch Renate Künast so: <em>„Was mich am meisten ärgert ist, dass als Reaktion auf die Ermordung des Regierungspräsidenten Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle versprochen wurde, nun endlich mehr gegen den Rechtsextremismus zu tun. Durch diese Schlamperei jedoch ist ein Jahr danach immer noch nichts passiert.&#8221;</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3089939">Gerd Altmann</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3089939">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div>
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		<title>#eurodig: Der Weg ist das Ziel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2014 17:35:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zum siebten Mal treffen sich seit heute beim European Dialogue on Internet Governance (EuroDIG), einer der wichtigsten europäischen Konferenzen im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/eurodig.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140356" alt="eurodig" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/eurodig.png" width="640" height="318" /></a>Zum siebten Mal treffen sich seit heute beim European Dialogue on Internet Governance (EuroDIG), einer der wichtigsten europäischen Konferenzen im Bereich der Internet Governance, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Unter dem Motto “Digital Society at stake &#8211; Europe and the future of the Internet“ werden zentrale Herausforderungen und Entwicklungen diskutiert. Bei der Auftaktveranstaltung offenbarten sich trotz insgesamt großer Einigkeit auch erste Konfliktlinien.<br />
Das Internet ist frei und offen für jeden. Diese Eigenschaft ist es, die Internet-Governance als  naheliegende, ja fast schon unumgängliche Spielwiese für Multistakeholder-Modelle auszeichnet. So sahen das auch die Initiatoren des diesjährigen <a href="http://politik-digital.de/eurodig-2014-in-berlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuroDIG</a> und erklärten das Thema kurzerhand zum Schwerpunkt des Events sowie der heutigen Eröffnungsveranstaltung. Der EuroDIG solle keine der üblichen Top-down-Konferenzen sein, sondern ein Forum für verschiedene Stimmen und Interessengruppen bieten.<br />
In den Reihen der Ausrichter und ihrer wohlsortierten Podiumsgäste war man sich weitestgehend einig, dass nicht zuletzt auch wegen der guten Erfahrungen bei der <a href="http://netmundial.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NETMundial</a> in São Paolo der Multistakeholder-Ansatz ein zentrales Element der Internetpolitik sein müsste. Im Hinblick auf die internationale Konferenz im April dieses Jahres sprach beispielsweise Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco, von einem Kick-Off-Event. Bereits <a href="http://politik-digital.de/michael-rotert-zum-eurodig-auf-einem-guten-weg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Interview</a> im Vorfeld des EuroDIG  hatte der Gastgebervertreter auf die große Bedeutung von Gleichberechtigung und Mitsprache der Zivilgesellschaft in internationalen Foren hingewiesen.<br />
<b>„The Internet is different“</b><br />
Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte in seiner Eingangsrede, dass sich die  grundlegende Struktur des Internets in der Art und Weise widerspiegeln müsse, wie wir politische Entscheidungen debattieren und treffen. Regieren und Dialog seien, so Steinmeier, besser vereinbar, als das auf den ersten Blick vielleicht erscheine. Das Internet dürfe keinesfalls ein rechtliches Vakuum darstellen. In seiner halbstündigen Rede warf der SPD-Minister außerdem Themen wie die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Internet 4.0, die Vorteile für die Beteiligung an Demokratie, Zugangschancen und Medienbildung auf. Begleitet von rund 20 als Edward Snowden maskierten Zuschauern kam er außerdem auf den tiefen Vertrauensverlust gegenüber der Bundesregierung und den USA im Zuge der NSA-Affäre zu sprechen. Dieses gelte es nun wiederherzustellen. Denn auch in der globalisierten Welt würden die Nationalstaaten eine wesentliche Rolle einnehmen. Was die globale Überwachung betreffe, ginge es um die richtige Balance zwischen Sicherheit und Freiheit. Die Angst vor einem „Big Brother“-Staat oder Daten sammelnden Unternehmen müsse international gelöst und unter allen Beteiligten verhandelt werden: „A global challenge can only have global solutions“, so Steinmeier.<br />
Auch die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes lobte per Videobotschaft ausgiebig den Multistakeholder-Ansatz des Treffens und hob seine Bedeutung für die Internetpolitik  hervor. Die internationale Internet-Governance dürfe nicht in fragmentierten Gruppen diskutiert werden, sondern müsse im Dialog und Austausch erfolgen. Dies, so die Kommissarin für die Digitale Agenda, entspräche unserem demokratischen Werteverständnis. Danach komme  es darauf an, Gleichheit im Zugang und Vielfalt in den Positionen gleichermaßen zu gewährleisten.<br />
<b>Wo sind die Stakeholder?</b><br />
Gespräche auf Augenhöhe, Integration verschiedener Interessen, Gleichberechtigung aller Teilnehmer &#8211; zumindest auf symbolischer Ebene waren sich die Eingangsredner allesamt einig. Einzig den Realitätstest mochten die schönen Worte nicht so recht bestehen. Beim <a href="http://www.eurodig.org/eurodig-2014/programme-overview/opening-plenary" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anschließenden Panel</a> durfte das gut gemischte Publikum einer eher homogenen Teilnehmergruppe aus  hochrangigen Vertretern staatlicher Ministerien oder internationaler Organisationen dabei zuhören, wie ausgehend von der NETmundial und dem viel beschworenen Multistakeholder-Modell über die Zukunft der Internet-Governance diskutiert wurde. Wo sind die Vertreter aller Stakeholder und warum waren auch Frauen auf dem Podium so stark unterrepräsentiert? &#8211;  Fragen, die vom Publikum aufgeworfen wurden. Die dünne Antwort lautete, man unterliege diplomatischen Zwängen und wolle sich verbessern.<br />
Nils Muznieks, Menschenrechtskommissar im Europäischen Rat, wies zu Recht darauf hin, dass die Internet Governance der Entwicklung hinterherhinke. “We are moving too slowly”. In Zeiten umfassender Überwachung und des Datensammelns durch Unternehmen seien Gesetzgeber und Justiz gleichermaßen gefordert, Gesetze und Rechtsprechung an die veränderten Umstände anzupassen. Gleichzeitig würde die Mehrebenen-Politik und die vielen aufeinander abzustimmenden Verantwortungsbereiche, insbesondere in der EU, es schwierig machen, adäquate und angemessene Politik und Gesetze zu machen.<br />
Ob Multistakeholder-Ansätze hier eine Lösung böten, mehr Beteiligung und effektive Politik zu vereinbaren, wurde im Weiteren durchaus in Frage gestellt. Gerade Moderatorin <a href="http://politik-digital.de/jeanette-hofmann-nicht-alle-europaeer-finden-datenschutz-wichtiger-als-das-recht-auf-meinungsfreiheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeanette Hofmann</a> konfrontierte die Teilnehmer immer wieder mit berechtigter Kritik. So sollte <a href="http://politik-digital.de/dirk-brengelmann-zur-internet-governance-regierungen-in-einer-besonderen-verpflichtung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dirk Brengelmann</a>, Vertreter des deutschen Außenministeriums, auf die Einwände seitens der zivilgesellschaftlichen Akteure am viel umjubelten Abschlusspapier der NETmundial antworten. Dieser verwies allerdings lediglich auf die ungewohnte Situation der Regierungen und lobte ansonsten das positive Ergebnis.<br />
<b>Alle sind gleich, manche sind gleicher</b><br />
Fadi Chehadé, Präsident und CEO der internationalen Internetbehörde ICANN, hingegen appellierte an die Beteiligten, den ewigen Konflikt zwischen multilateralen und Multistakeholder-Konzepten zu überwinden. Diese würden sich nicht ausschließen, sondern zunehmend nebeneinander bestehen und  ineinander fließen. Für ihn sei die NETmundial bereits schon deshalb ein großer Erfolg, weil sie die internationale Politik strukturell bereichert habe &#8211; nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder in den Worten Chehadés: „The process was the outcome“. Dabei wollte es Jeanette Hofmann allerdings nicht bewenden lassen. Vereinbarungen dürften nicht immer nur von einem Papier in das nächste nt übergehen, sondern müssten langfristig auch in konkreten Maßnahmen münden.<br />
Ein weiterer Kritikpunkt, dass nämlich einzelne Interessengruppen überproportionalen Einfluss geltend machen oder für ihre Ziele instrumentalisieren könnten, blieb allerdings weitestgehend unbeantwortet.<br />
Nichtsdestotrotz schien unter den Vortragenden die Begeisterung für Multistakeholder-Modelle ungebrochen. Auch Kathy Brown, CEO der ISOC, wies in ihrem abschließenden Kommentar auf die erstaunliche Energie bei Multistakeholder-Konferenzen hin. Zusammenarbeit und Gleichberechtigung entsprächen der Natur des Internets: Menschen kommen zusammen und vernetzen sich. Dass auch die etablierten Akteure auf der NETmundial Abstriche machen mussten, wertete sie als Zeichen dafür, dass diese nicht mehr ohne weiteres in der Lage seien, ihre Interessen durchzusetzen, sondern Kompromisse mit neuen Akteuren eingehen müssten.<br />
<b>Das Erreichte zählt</b><br />
Die Bedeutung entsprechender Foren und Konferenzen wird sich künftig vor allem daran bemessen, ob die gemeinsam erzielten Ergebnisse einen konkreten Niederschlag auf die Politik haben. Die Zeit, in der die Multistakeholder-Foren lediglich eine bunte Spielwiese seien, wie sie Kathy Brown beschrieb, sollte besser früher als später überwunden werden. Denn auch wenn der Weg noch so erfreulich und erstrebenswert scheint, in der Politik zählt letztlich eben auch das Erreichte. Michael Rotert hatte zu Beginn darauf hingewiesen, dass die Ideen von der NETmundial weiter voran- und eingebracht werden müssten. Sie dürften nicht einfach versickern. Genau das ist dem EuroDIG zu wünschen: dass „Multistakeholder“ nicht zum Buzzword verkommt, sondern zu einem maßgeblichen und auch effektiven Element internationaler Politik. Dass sich Vereinbarungen und Roadmaps irgendwann in Gesetzen, Beschlüssen und Verträgen wiederfinden. Europa könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen. Der EuroDIG ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/35237099579@N01" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/Mike Lee</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Blitzumfrage zur Entstehung der Netzpolitik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/blitzumfrage-zur-entstehung-der-netzpolitik-135187/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2013 15:53:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was ist eigentlich Internet- und Netzpolitik? Wann hat Internetpolitik begonnen? Welche Themen gehören dazu und welche nicht? Seit Oktober dieses [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fotoKM1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-135193" alt="fotoKM" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fotoKM1-630x391.jpg" width="630" height="391" /></a>Was ist eigentlich Internet- und Netzpolitik? Wann hat Internetpolitik begonnen? Welche Themen gehören dazu und welche nicht? Seit Oktober dieses Jahres beschäftigt sich die Forschungsgruppe „Politikfeld Internet“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mit diesen und anderen Fragen.<br />
Mit einer gestern in der C-Base vorgestellten Blitzumfrage will die Forschungsgruppe erste Meinungen einholen um Netzpolitik als Wissenschafts- und Politikfeld zu erschließen. An der Umfrage kann man <a href="https://lime.wzb.eu/index.php/survey/index/sid/464728" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> teilnehmen.<br />
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (<a href="http://www.wzb.eu/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WZB</a>) ist ein vom Land Berlin und vom Bund getragenes, außeruniversitäres Forschungsinstitut, welches problemorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften betreibt. Die <a href="http://www.wzb.eu/de/forschung/internationale-politik-und-recht/politikfeld-internet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Forschungsgruppe Internet“</a> versteht das Internet als neues Politikfeld und will untersuchen, wie sich dieses auf nationaler wie internationaler Ebene herausbildet. Dabei stehen zwei Perspektiven im Vordergrund: Zum einen „die Institutionalisierung von öffentlichen und privaten Regelungskompetenzen sowie entsprechender Akteurskonstellationen“ und zweitens die „Verfestigung kollektiver Ideen, Problemwahrnehmungen und Diskurse“.<br />
photo: leafnode flickr<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Im Internet gibt es keine nationalen Interessen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 14:31:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Europarat]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative Mindestlohn]]></category>
		<category><![CDATA[Internetpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Magna Charta]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/header_kleinwaechter_0.jpg" align="left" height="150" width="150" />Vergangene Woche fand in Nairobi das sechste Internet Governance Forum (IGF) statt. Wolfgang Kleinwächter war vor Ort und zieht im Interview eine positive Bilanz. Außerdem erklärt der Professor für Internet, Politik und Regulierung an der Universität Aarhus, warum wir endlich eine Magna Charta für das Internet brauchen. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/header_kleinwaechter_0.jpg" align="left" height="150" width="150" />Vergangene Woche fand in Nairobi das sechste Internet Governance Forum (IGF) statt. Wolfgang Kleinwächter war vor Ort und zieht im Interview eine positive Bilanz. Außerdem erklärt der Professor für Internet, Politik und Regulierung an der Universität Aarhus, warum wir endlich eine Magna Charta für das Internet brauchen. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b><br />
Herr Kleinwächter, Sie kommen soeben vom IGF aus Nairobi zurück: In welcher Funktion haben Sie an der Konferenz teilgenommen? </b></p>
<p>Ich habe in den letzten beiden Jahren die grenzüberschreitende Internet-Expertengruppe des Europarats geleitet, in der wir eine Deklaration über Grundprinzipien zu Internet Governance ausgearbeitet haben. Diese stand nun in Nairobi zur öffentlichen Diskussion. Zudem haben wir dort die kürzlich erschienene <a href="/paradigmenwechsel-in-der-gestaltung-des-internet">MIND-Publikation</a> vorgestellt, die sich mit dem Multistakeholder-Modell beschäftigt, das alle Akteure einbezogen wissen will. <b></b>
</p>
<p>
<b>Wie hat sich Deutschland in Nairobi positioniert? Welche Interessen vertritt es auf dem Forum?</b>
</p>
<p>
Im Internet gibt es eigentlich keine nationalen Interessen, es gibt kein Internet für Deutschland. Vielmehr prallen im Netz die Interessen unterschiedlicher Akteure, die wir in diesem Zusammenhang Stakeholder nennen, aufeinander. Das umfasst die Interessen von Regierungen, Dienstanbietern, der technischen Community sowie der Internetnutzer. Die Deutschen waren in allen Gruppen gut vertreten. Zum ersten Mal seit 2006 hat auch ein Bundestagsabgeordneter, Jimmy Schulz von der FDP, an einem IGF teilgenommen. Die Bundesregierung war mit drei Ministerien vertreten (Außen-, Innen- und Wirtschaftsministerium), die technische Community mit <a href="http://www.denic.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DENIC</a>, der Privatsektor mit <a href="http://www.eco.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ECO</a> und <a href="http://www.bitkom.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BITKOM</a>, und dazu kamen viele zivilgesellschaftlichen Netzwerke.
</p>
<p>
<b>Was sind Ihre Eindrücke vom diesjährigen Forum? Sind nennenswerte Ergebnisse zu erwarten?</b>
</p>
<p>
Bemerkenswert war, dass es in den Workshops ziemlich schnell zur Sache ging und zwar auf hohem Niveau. Das Besondere war, dass es fast überall wirklich zu einem Multistakhoder-Dialog kam, also Regierungen und Parlamentarier mit technischen Experten, der Internet-Wirtschaft und den Nutzern in durchaus konstruktive Streitgespräche eintraten. Man redete nicht mehr übereinander, sondern miteinander.<b></b>
</p>
<p>
<b>Sie fordern eine gemeinsame Magna Charta für das Internet. Was würde eine solche Erklärung bringen? Und woran ist sie bisher gescheitert? </b>
</p>
<p>
In diesem Jahr haben ein halbes Dutzend zwischenstaatlicher Organisationen Prinzipien für das Internet vorgeschlagen: Neben dem Europarat auch die OECD, die OSZE sowie die NATO. US-Präsident Obama hat in dem von ihm unterzeichneten <a href="http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/rss_viewer/international_strategy_for_cyberspace.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strategiepapier</a> zur Zukunft des Internet zehn Prinzipien aufgelistet, EU Kommissarin Kroes hat einen Internet Compact vorgeschlagen mit <a href="http://news.dot-nxt.com/2011/09/27/kroes-speech-gf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sieben Prinzipien</a>. Indien, Brasilien und Südafrika wollen innerhalb der UNO eine neue Organisation für das Internet gründen, zudem haben China und Russland der 66. UN-Vollversammlung vorgeschlagen, einen <a href="/verhaltenskodex-fuer-internetsicherheit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verhaltenskodex</a> für das Internet auszuarbeiten. Da entstehen viel Irritation und Überlappungen. Das Risiko ist, dass jeder sich die Prinzipien raussucht, die ihm gefallen. Es ist also an der Zeit, sich grundsätzlich über allgemeine Rahmenrichtlinien Gedanken zu machen, die nicht nur von Regierungen, sondern auch von den anderen Akteuren mitgetragen werden. Das könnte eine gute Aufgabe für das IGF sein<b>.</b>
</p>
<p>
<b>Am vergangenen Samstag haben die USA und Japan das umstrittene Anti-Piraterieabkommen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ACTA</a>) unterzeichnen, später sollen die EU und andere Länder folgen. Wie beurteilen Sie diese Initiative? </b>
</p>
<p>
ACTA ist das Resultat eines ziemlich geschlossenen intergouvernementalen Prozesses. Internetpolitik wird heute eigentlich offen und transparent entworfen und benötigt die Teilnahme aller Stakeholder. Das war eben bei ACTA nicht der Fall. Es bleibt zu bezweifeln, ob dieses Abkommen nachhaltige Wirkung entfalten kann.
</p>
<p>
<b>In welche Richtung sollte sich das IGF in Zukunft entwickeln? Braucht das Forum ein stärkeres Mandat oder sollte es seine beratende Funktion beibehalten? </b>
</p>
<p>
Das <a href="http://www.intgovforum.org/cms/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IGF</a> ist in erster Linie eine Diskussionsplattform. Aber man kann natürlich nicht ewig diskutieren, es muss auch etwas herauskommen. Die gerade angesprochene Magna Charta könnte ein solches Resultat sein. <b></b>
</p>
<p>
<b>Das Forum fand in diesm Jahr bereits zum zweiten Mal in Afrika statt. Wie stark sind die afrikanischen Staaten bei dem Forum vertreten?  </b>
</p>
<p>
Die Internet-Situation in Afrika ist noch sehr unausgewogen. Es gibt Boomregionen, aber auch Regionen, die völlig abgeschnitten sind. Das Breitband-Unterseekabel, das jetzt ganz Afrika umspannt, schafft eine gute Ausgangsbasis. Das Internet hat in Afrika insgesamt ein großes Wachstumspotenzial, das betrifft insbesondere die Nutzung mit mobilen Endgeräten.
</p>
<p>
<b>Wieviel Relevanz hat das, was auf dem Forum besprochen wird, tatsächlich für den einzelnen Internetnutzer? </b>
</p>
<p>
Fragen wie Meinungsfreiheit und der Schutz der Privatsphäre sind für den einzelnen Internetnutzer sehr relevant. Das Innovative an dem Forum ist, dass sich jeder Nutzer in die Diskussion einmischen kann. Das IGF ist offen für alle. Es gibt keine Konferenzgebühren oder andere Teilnahmerestriktionen. Und man kann sich auch von zu Hause aus seinem Büro oder der eigenen Wohnung  in die Debatte einmischen. Alle Workshops werden live gestreamt und bieten Möglichkeiten für eine Teilnahme aus der Ferne.
</p>
<p>
<br />
Eine ausführliche Reflexion über das diesjährigen IGF und die partizipatorische Internetpolitik als neues Politikmodell findet sich im <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35612/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel von Wolfgang Kleinwächter</a> auf Telepolis.</p>
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		<title>Links, zwo, drei, vier (KW10)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 08:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Diktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Internetpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
USA lockern Internetsanktionen gegen autoritäre Staaten, Sascha Lobo im Interview über Internetgehversuche der Politik, EU-Kommission fordert unabhängige Datenschutzaufsicht, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung startet Gegenaktion zu anlassloser Protokollierung: Die Linkliste informiert und präsentiert die offizielle Hymne aller New-Media-Dorks im Video.
</p>
<p>
&#160;
</p>
<center>
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</center>
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>
USA lockern Internetsanktionen gegen autoritäre Staaten, Sascha Lobo im Interview über Internetgehversuche der Politik, EU-Kommission fordert unabhängige Datenschutzaufsicht, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung startet Gegenaktion zu anlassloser Protokollierung: Die Linkliste informiert und präsentiert die offizielle Hymne aller New-Media-Dorks im Video.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><br />
<object width="320" height="240"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/exmwSxv7XJI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/exmwSxv7XJI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="320" height="240"></embed></object><br />
</center></p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-03/usa-onlinekommunikation-opposition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">USA lockern Barrieren für Nutzung von Webdiensten in Diktaturen</a>
</p>
<p>
Durch eine Lockerung der Internetsanktionen gegen Kuba, Iran und den Sudan intendiert die US-Regierung eine Förderung der dortigen Oppositionsbewegungen. Dies beinhaltet vor allem eine Zulassung von Kommunikationstechnologien wie E-Mail oder Chat-Foren, die den Menschen das Grundrecht der freien Rede und Information zugänglich machen soll.
</p>
<p>
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=exmwSxv7XJI&amp;feature=player_embedded" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Offizieller Song für die Social-Media-Geeks</a>
</p>
<p>
Die Gründer von <a href="http://grasshopper.com/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grasshopper.com</a> liefern mit dieser parodistischen Performance von State of Mind (Jay-Z ft. Alicia Keys) den offiziellen Song für die Generation der „New Dorks&quot;, die Riege neuer, cooler Unternehmer die vor allem soziale Netzwerke wie YouTube, Facebook, Twitter oder die Blogosphäre nutzen.
</p>
<p>
<br />
<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Buergerrechtler-starten-Kampagne-gegen-neue-Vorratsdatenspeicherung-949526.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative gegen Vorratsdatenspeicherung</a>
</p>
<p>
Bürgerrechts-Aktivisten des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung rufen anlässlich des neuen Gesetzes zur anlasslosen Protokollierung erneut zu einer Gegenaktion auf. Bereits 34.000 Menschen haben sich an der Initiative beteiligt, berichtet heise.de. Auf der <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/357/1/lang,de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenwebseite</a> könne man zusätzlich direkt E-Mails an Bundestagsabgeordnete der schwarz-gelben Koalition versenden.</p>
<p><a href="http://www.welt.de/webwelt/article6714098/Sascha-Lobo-liest-Politikern-die-Internet-Leviten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lobo kritisiert Internetpolitik</a>
</p>
<p>
Im Interview mit Welt online äußert sich Blogger, Mikroblogger und Strategieberater Sascha Lobo erneut zu den Internetversuchen der Politiker. Auch wenn die ersten Schritte in der digitalen Welt eher wacklig seien, solle man dennoch die Bemühungen schätzen. US-Präsident Obama als Vorbild sei nur bedingt sinnvoll, jedoch könne ein Cem Özdemir (Grüne) es mal mit der Videokolumne ‚Cems Jam&#8217; probieren.</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/ausland/iran1080.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet als Demokratie-Öffner (?)</a>
</p>
<p>
Über die Möglichkeiten des Internets, der Demokratie auch in autoritären Staaten den Weg zu ebnen, diskutieren aktuell Menschenrechtsexperten in Genf. Eine virtuelle Demokratie wie sie bereits in China existiere, zeige den abnehmenden Einfluss der Regierungen auf die Meinungsfreiheit im Netz. tagesschau.de dokumentiert Eindrücke der Konferenz in einem kurzen Video.</p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Datenschutz;art122,3052598" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unabhängige Datenschutzaufsicht muss her</a>
</p>
<p>
Das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg über ein von der EU-Kommission initiiertes Vertragsverletzungsverfahren stellt den deutschen Datenschutz in Frage, so tagesspiegel.de. Umstritten sei vor allem die Nicht-Unabhängigkeit der Datenschutzstellen von den Länderregierungen. Diese seien nun angehalten, ihre Bestimmungen für den nichtöffentlichen Bereich neu zu reglementieren.</p>
<p><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1639598/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr digitales Expertenwissen mit Wolfram Alpha</a>
</p>
<p>
Nach neun Monaten Onlinestatus zieht Alpha-Betreiber Conrad Wolfram nun Bilanz aus der als „Wolfram Alpha&quot; titulierten &quot;Wissensmaschine&quot;. Innovativ sei dabei vor allem die „automatisierte Wissensökonomie&quot; die es den Nutzern erlaubt, durch richtige Aufgaben- und Fragestellungen selbst Antworten zu berechnen.
</p>
<p>
<br />
<a href="http://www.allgemeine-zeitung.de/region/ingelheim/ingelheim/8572405.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Transparenz der städtischen Gremien</a>
</p>
<p>
Die Möglichkeiten, Stadtratssitzungen online zugänglich zu machen, prüft derzeit das rheinland-pfälzische Ingelheim. Eine Live-Übertragung der Sitzungen im Internet solle dazu beitragen, Politikverdrossenheit entgegenzuwirken und Transparenz zu schaffen, so Heinrich Jung (Grüne) von der antragstellenden Partei.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internet-Führerschein für Politiker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-fuehrerschein-fuer-politiker-4654/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jasmin Reitzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 16:14:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Internetpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[BITKOM]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bundesbürger wünschen sich, dass die Internetpolitik in der neuen Legislaturperiode eine wichtigere Rolle spielt und dass Politiker &#34;Internet-Führerscheine&#34; machen. Das will zumindest eine aktuelle Umfrage im Auftrag des <a href="http://www.bitkom.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitkom</a> herausgefunden haben. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesbürger wünschen sich, dass die Internetpolitik in der neuen Legislaturperiode eine wichtigere Rolle spielt und dass Politiker &quot;Internet-Führerscheine&quot; machen. Das will zumindest eine aktuelle Umfrage im Auftrag des <a href="http://www.bitkom.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitkom</a> herausgefunden haben. <!--break--></p>
<p>
44 Prozent der etwa 1000 Befragten halten die Sachkenntnisse der Volksvertreter über die technischen und wirtschaftlichen Hintergründe des Internets für ausreichend. 62 Prozent der Bürger sehen es als notwendig an, dass Politiker einen &quot;Internet-Führerschein&quot; machen, bevor sie sich zur Thematik der Internetpolitik äußern. Unter den 14 bis 29-Jährigen stimmten sogar 74 Prozent diesem Vorschlag zu.
</p>
<p>
Der Bitkom versteht unter dem Begriff Internetpolitik unterschiedliche Politikfelder wie zum Beispiel den Datenschutz in der Telekommunikation und bei den Online-Netzwerken, den Schutz von geistigem Eigentum in der digitalen Welt oder die Bekämpfung der Kriminalität im Internet.</p>
]]></content:encoded>
					
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