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	<title>Internetzugang &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Teilhabe bei Menschen ohne festen Wohnsitz – Zwischen neuen Möglichkeiten und Verstärkung der Segregation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2019 11:38:29 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Ein Leben ohne digitale Tools ist heute für die meisten Menschen schwer vorstellbar und umständlich. Dies gilt besonders für Menschen in schwierigen Lebenslagen, wie z. B. Obdachlose. Doch gerade Menschen ohne festen Wohnsitz fehlt es an digitaler Teilhabe.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Von der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit über die Wetternachrichten bis zum Erwerb einer eigenen Wohnung, gerade Menschen ohne festen Wohnsitz können mit digitalen Tools die fehlenden sozialen Auffangnetze kompensieren – theoretisch. Faktisch haben ausgerechnet sie hohe Hürden beim Zugang zu überwinden. Wir haben uns mit dem <a href="http://www.armutsnetzwerk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Armutsnetzwerk e.V.</a> (Deutschland) und den <a href="https://offroadkids.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Offroadkids</a> über die besonderen Umstände bei der Digitalisierung von Menschen ohne festen Wohnsitz unterhalten.</p>
<p>Das Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) ist ein 2012 gegründeter Verein, der die Bedürfnisse aus der Sicht der Betroffenen formulieren und auf der höchstmöglichen politischen Ebene vortragen will. Primäres Ziel ist dabei die Selbstbefähigung und -organisation der von Armut und Ausgrenzung betroffenen Menschen.</p>
<p>Beim 4. Wohnungslosentreffen im Juli 2019 hat der Verein das Thema digitale Teilhabe auf die Agenda genommen. Das Treffen wird vom Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) und HOPE, „European Network for Homeless People“ als Kooperationspartner unterstützt.</p>
<p>Wir haben mit Michael Stiefel und Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk e.V. (Deutschland) über die Forderungen des Treffens und die generellen Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung für Wohnungslose gesprochen. Außerdem hat uns Jesko Wrede vom Streetworker-Verein-Off-Road-Kids, der sich um Straßenkinder und junge Obdachlose kümmert, einige Fragen zum digitalen Streetworking und ihrer Plattform sofahopper.de beantwortet.</p>
<h3>Voraussetzungen für einen Zugang zum digitalen Raum</h3>
<p>Sucht man nach den Gründen für fehlende digitale Teilhabe, zeigen sich immer wieder die gleichen Hürden, wie Stiefel und Schneider aus Erfahrungen und Gesprächen mit Betroffenen berichten. Nach unserem Gespräch mit ihnen lassen sich mehrere Ebenen für Probleme des Zugangs skizzieren.</p>
<h3>Problem 1: Persönliche Voraussetzungen wie Sprache und technisches Verständnis</h3>
<p>Zum einen gibt es die persönliche Ebene. Hier geht es um persönliche Voraussetzungen bei der digitalen Teilhabe. Ein Problem ist beispielsweise Analphabetismus. Über <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-05/analphabetismus-deutschland-lesen-schreiben-studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">7% der Erwachsenen</a> Deutschen können nicht richtig lesen und schreiben, das macht die Bedienung aber auch die Anschaffung und Einrichtung von digitalen Geräten, Laptops oder Handys zu einer großen Herausforderung. Sprachliche Probleme treten auch durch mangelnde Englischkenntnisse auf. So ist es z. B. für ältere Menschen, die in Ostdeutschland aufgewachsen sind und russisch als Fremdsprache hatten oder deren Englischerwerb aus der Schulzeit nicht mehr präsent ist, schwierig, sich im digitalen Bereich zurechtzufinden, konstatiert Michael Stiefel. Ältere Menschen sehen sich in der digitalen Sphäre generell größeren <a href="https://politik-digital.de/news/lernen-und-vernetzen-digitales-leben-im-alter-156551/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herausforderungen</a> ausgesetzt, da die neuen Möglichkeiten bei mangelnder digitaler Affinität verunsichernd und überfordernd wirken können. Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen <a href="http://www.wohnungslosentreffen.de/26-wohnungslosentreffen-2019/176-abschlusserklaerung-2019.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fordert</a> daher Förderangebote zu Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Englisch und Medienkompetenz.</p>
<h3>Problem 2: Die Infrastruktur – vom WLAN bis zur Meldeadresse</h3>
<p>Ein weiteres Problem stellt sich auf der infrastrukturellen Ebene, die wiederum mehrere Aspekte umfasst. Einerseits geht es um den Zugang zur reinen Technik, also den Geräten, beispielsweise Smartphone oder Laptop, und dem Internet über ein öffentliches WLAN oder einen Handyvertrag und mobiles Netz. Schwierig sind hierbei die Finanzierung und die Wartung von Geräten, die mangelnde öffentliche Infrastruktur, sowie die fehlende Kreditwürdigkeit vieler Wohnungsloser, die dadurch keinen Handyvertrag auf ihren Namen abschließen können und auf Unterstützung angewiesen sind. Das Fehlen einer Meldeadresse, der deutschen Staatsbürgerschaft oder eines Kontos stellen bei Vertragsabschlüssen ebenfalls massive Hürden dar. Auch wenn durch die Abschaffung der Störerhaftung viele WLAN-Netzwerke gerade in Großstädten heute öffentlich zugänglich sind, ist WLAN in vielen Obdachlosenunterkünften immer noch nicht zu finden.</p>
<figure id="attachment_157009" aria-describedby="caption-attachment-157009" style="width: 2560px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-161868 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1750" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-scaled.jpg 2560w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-300x205.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-1024x700.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-768x525.jpg 768w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-1536x1050.jpg 1536w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Sept19-Michael-Jürgen-Zukunftsdialog-BMASgross_2-1-2048x1400.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-157009" class="wp-caption-text"><br />Michael Stiefel und Jürgen Schneider beim Zukunftsdialog des BMAS</figcaption></figure>
<p>Grundsätzlich fehlt es auch an digitaler Bildung. Gerade Wohnungslose sind hier auf staatliche Angebote angewiesen, da sie häufig aus ihrem sozialen Netz herausgefallen sind und sich kostenpflichtige Angebote nicht leisten können. Die Notwendigkeit eines Internetzugangs und Zugangs zu digitalen Angeboten ist heute jedoch immens wichtig, um befähigt zu sein, sich selbständig aus einer schlechten Lebenssituation zu befreien. „Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Bewerbung schreiben möchten oder einem potenziellen Vermieter Unterlagen zusenden möchten. Wie soll das gehen ohne einen Zugang zur digitalen Welt?“, so Jesko Wrede. Die Off Road Kids stellen deshalb in ihren Streetwork-Stationen PC-Arbeitsplätze zur Verfügung, denn auch bei der Jobsuche und der Vernetzung untereinander, beispielsweise zur Selbstorganisation wie im Armutsnetzwerk, bieten digitale Tools die besten Möglichkeiten.</p>
<p>Die beschriebenen Zugangsprobleme betreffen natürlich nicht nur Wohnungslose, jedoch in erster Linie sozial und finanziell benachteiligte Menschen und daher eben insbesondere auch Wohnungslose.</p>
<h3>Neue Möglichkeiten der Teilhabe</h3>
<p>Während also ein fehlender Zugang zum Digitalen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft negative Auswirkungen haben kann, entstehen durch technische Neuerungen auch für Wohnungslose mit digitalen Kompetenzen neue Möglichkeiten, die ihnen das Leben erleichtern. Für Einwanderinnen und Einwanderer gibt es Übersetzungsprogramme, Analphabetinnen und Analphabeten können sich Texte per App und QR-Code vorlesen lassen, wie Michael Stiefel berichtet. Landkreise haben für ihre Region eigene sogenannte Sozialwegweiser entwickelt, die bei der Ankunft in einer neuen Umgebung Orientierung bieten können. Außerdem gibt es neue Wege der Kontaktaufnahme zu Verantwortlichen, wie beispielsweise Politikerinnen und Politikern, über soziale Medien. Der Internetzugang ermöglicht eine neue Art digitaler gesellschaftlicher Teilhabe, die Wohnungslosen eventuell ansonsten verwehrt bliebe. Der Grad der Teilhabe im Netz erfordert allerdings auch einen Zeitaufwand, der für Wohnungslose im Zweifel weniger leicht erbracht werden kann, wenn der Alltag in erster Linie durch die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse geprägt ist. Studien belegen, dass eine Armutsgefährdung generell mit eingeschränkten Möglichkeiten der politischen Teilhabe <a href="https://www.statistik-bw.de/FaFo/Familien_in_BW/R20192.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einhergeht</a>.</p>
<p>Für Sozialeinrichtungen oder private Hilfeleistende entstehen neue Möglichkeiten der Vernetzung, die beispielsweise die Effizienz von Streetwork steigern können. Die Off Road Kids leiten beispielsweise Hilferufe und Anfragen aus Gegenden, in denen sie keine Station haben, direkt an kooperierende Organisationen vor Ort weiter, was am Ende Hilfsbedürftigen zu Gute kommt. Das Erreichen einer breiten Öffentlichkeit über soziale Medien kann zudem dazu beitragen für Probleme von Randgruppen, wie beispielsweise von Wohnungslosen, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, was im besten Falle auch zur Umsetzung konkreter politischer Entscheidungen führt.</p>
<h3>Welche Apps nutzen Wohnungslose?</h3>
<p>Spezielle Apps, die von Wohnungslosen besonders häufig genutzt werden, seien in erster Linie die klassischen massentauglichen Anwendungen wie WhatsApp, Google Maps oder Facebook, so Jürgen Schneiders Beobachtungen bisher. Aber auch spezielle für Wohnungslose entwickelte Tools sind auf dem Markt und werden nachgefragt. Beispielsweise die Plattform <a href="https://sofahopper.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sofahopper.de</a> der Off Road Kids, auf der seit 2017 über 1.200 Betroffene um Rat und Hilfe gebeten haben. Wichtig bei der Erstellung solcher Apps bzw. Websites ist ein niedrigschwelliger Zugang und geringe Hürden zur Kontaktaufnahme. Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen forderte in ihrer Abschlusserklärung zudem eine Beteiligung betroffener Menschen an der Entwicklung und eine Gewährleistung der Datensicherheit. Auf ihrer eigenen <a href="http://www.wohnungslosentreffen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> betreibt die Selbstvertretung ein Forum zum Austausch unter den Beteiligten.</p>
<h3>Forderungen der Betroffenen</h3>
<p>Die Digitalisierung bietet für Wohnungslose mit Zugang zu digitalen Endgeräten, Internet und ausreichend Lade- und Reparaturmöglichkeiten viele Chancen, ihren Alltag einfacher und kosteneffizienter zu gestalten. Möglicherweise kann durch digitale Tools auch der Weg zur eigenen Wohnung geebnet werden. Für Menschen, denen der Zugang zur digitalen Sphäre allerdings verwehrt bleibt, entstehen durch die Digitalisierung verschiedener Lebensbereiche und Angebote wie bspw. der Wohnungssuche noch höhere Hürden. Sozialeinrichtungen, aber auch andere öffentliche Einrichtungen können hier nachbessern und Wohnungslosen die Geräte, Lernmöglichkeiten und Internetzugang zur Verfügung stellen.</p>
<p>Die Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen fordert in diesem Sinne in erster Linie einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zur digitalen Sphäre durch Abbau bestimmter Vertragsbedingungen bei Handyverträgen, Bereitstellung von Geräten und unbegrenztem öffentlichen WLAN. Wichtig ist den Vertretern des Armutsnetzwerks dabei ein Einbezug der Betroffenen Menschen und eine darauf basierende Kooperation: „Wir möchten mit denen zusammenarbeiten, die die Zugänglichkeit der digitalen Entwicklung für alle Menschen sicherstellen wollen und insbesondere auch die Schwierigkeiten berücksichtigen, von Leuten die keine so guten Möglichkeiten haben, also bspw. Wohnungslose aber eben auch andere.“</p>
<p>Kontakt zum Armutsnetzwerk e.V. unter armutsnetzwerk.de</p>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<p class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@jamessutton_photography?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">James Sutton</a> on <a href="https://unsplash.com/@jamessutton_photography?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Artikelbild:</strong> Armutsnetzwerk e.V. Deutschland beim Zukunftsdialog des BMAS am 20.09.2019</p>
</div>
<p>
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		<title>Digitale Hilfe auf der Flucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2016 13:14:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Facebook und Viber – damit hat Zabi seine lange Reise aus Afghanistan nach Deutschland bewältigt. Ein eigenes Smartphone hatte der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Apps-Flüchtlingshilfe-640px.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-149978" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Apps-Flüchtlingshilfe-640px.png" alt="Apps Flüchtlingshilfe" width="640" height="314" /></a>Facebook und Viber – damit hat Zabi seine lange Reise aus Afghanistan nach Deutschland bewältigt. Ein eigenes Smartphone hatte der 17-Jährige auf der Flucht nicht. Damit stellt Zabi, laut kürzlich veröffentlichter <a href="http://www.betterplace-lab.org/wp-content/uploads/ICT4Refugees-Report.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">ICT4Refugees-Studie</span></a>, keine große Ausnahme dar. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (<a href="https://www.giz.de/de/html/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GIZ</a>) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (<a href="http://www.bmz.de/de/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">BMZ</span></a>) haben FeldforscherInnen von <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">betterplace lab</span></a> und <a href="https://kiron.ngo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">Kiron Open Higher Education</span></a> erstmals das digitale Nutzerverhalten von Menschen auf der Flucht untersucht – in Jordanien, Griechenland und der Türkei.</p>
<p><em>„Warum haben die denn alle Smartphones?“ </em>fragten sich manche Bürger zu Beginn der großen globalen Zufluchtssuche. Glücklicherweise verwandelten sich skeptische Blicke &#8211; in vielen Fällen &#8211; zu verständnisvollen Mienen. Schnell erkannten Initiativen, NGOs und die netzaffine Zivilbevölkerung: Smartphones für Geflüchtete sind einerseits notwendig und andererseits auch Potenzial für technische Innovationen. Eine bereits breite Angebotspalette an Apps und Websites für Zufluchtssuchende bereichert die digitale Welt heute. Nicht nur zur Integration in Deutschland, sondern auch zur Erleichterung der Flucht und der Arbeit in den weltweiten Camps sprudelte es an digitalen Ideen. Plattformen, welche Angehörige wieder zusammenbringen sollen – wie <a href="https://refunite.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">Refunite</span></a> oder <a href="http://familylinks.icrc.org/europe/en/Pages/Home.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">Trace the Face</span></a> des Roten Kreuzes sowie Online-Informationsportale – wie <a href="https://www.refugeeinfo.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">refugeeinfo-org</span></a> oder die Initiative eines Syrers <a href="http://8rbtna.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">8rbtna</span></a> – sollen Menschen auf der Flucht helfen. Ohne Frage: auf der Flucht ist das Smartphone mehr als nur ein nützliches Werkzeug. Der emotionale Wert überwiegt. Das Smartphone ist oft die einzige Verbindung nach Hause sowie Schnittstelle zwischen Flüchtenden. So kann das vergebliche Warten auf eine Antwort von Angehörigen auf WhatsApp in manchen Fällen auch eine schleichende Hiobsbotschaft sein. Eine zusätzliche psychische Belastung, in die man sich von außen kaum hineinversetzen kann.</p>
<p>Nun verkündet die ICT4Refugees Studie: Smartphones sind auf der Flucht schon weit verbreitet, aber nicht jede Person besitzt eins. Schwankungen gebe es dort auch je nach materiellem Wohlstand eines Landes: Während der Smartphone-Besitz unter Geflüchteten aus Syrien nahezu Standard sei, sehe es bei AfghanInnen anders aus. Besonders bei Gruppen sei ein gemeinsames Smartphone pro Familie oder Freundeskreis auf der Flucht nicht unüblich. Jedoch nutzen nur Wenige neben privaten Messenger-Diensten andere Plattformen oder Apps. Das bestätigt auch Zabi: „Ich wusste nicht einmal, dass es Apps und Websites gibt, die Flüchtlingen helfen sollen.“</p>
<h3>Empfehlungen der ICT4Refugees-Studie: „Do no Harm“</h3>
<p>Für Engagierte, Fachleute und EntscheidungsträgerInnen im Rahmen der digitalen Entwicklungshilfe sprechen die beiden Autoren der ICT4Refugees-Studie einige Anregungen aus. Primär gilt es zu berücksichtigen, inwiefern Flüchtlingsgruppen Zugang zum Internet haben – und das nicht nur im technischen Sinne. Die Frage muss viel breiter gefasst werden: Haben Flüchtende auch kulturellen, sozio-ökonomischen, politischen und legalen Zugang? Problematisch wird digitale Innovation, sobald wir von unseren eigenen Nutzungsgewohnheiten und – kompetenzen ausgehen. Laut der ICT4Refugees-Studie seien vor allem ein verantwortungsvoller Umgang mit Datenschutz und niedrige Nutzerbarrieren wichtig. Freigegebene Informationen über die Identität einer flüchtenden Person können fatale Folgen für Einzelne haben. Der Schutz des Individuums sollte immer höchste Priorität haben.</p>
<p>Viele Apps können allein schon aus Gründen wie einem Mangel an Speicherplatz, Datenvolumen oder einer fehlenden E-Mail Adresse zur Registrierung scheitern. Nicht nur der Umgang mit E-Mails, auch das Konzept einer Website muss nicht jeder Person geläufig sein. So bestätigten viele in den Camps, die Banneraufschriften mit „refugeeinfo.org“ gar nicht als URL verstanden zu haben. Auch Zabi wusste von solchen Angeboten nichts und nutzte das Internet nicht in diesem Sinne als Informationsquelle. Manchmal ging er in Griechenland in ein Internetcafé, um Neues aus seinem Vertrautenkreis zu erfahren: „Ich war glücklich, dass ich über das Internet Kontakt zu Freunden halten konnte.“ Auch die ICT4Refugees-Studie bestätigt, dass viele Befragte ausschließlich eine private Eins-zu-Eins Kommunikation über ihre Smartphones nutzen: Textnachrichten über Chats und das Verschicken von Sprachnachrichten seien demnach üblich, alles darüber hinaus eher die Ausnahme.</p>
<p>Auch sind wir durch politisch-kulturelle Hintergründe alle auf verschiedene Arten mit Medien sozialisiert worden – das Level an Vertrauen in Nachrichten und Technologien kann sehr unterschiedlich sein.  Vielleicht haben sich auch deshalb private Messenger-Tools wie WhatsApp und Facebook als die meistgenutzten Plattformen herauskristallisiert. Die Autoren der Studie raten, diese als Grundlage für zukünftige Innovationen zu nutzen. So mache es bereits das <a href="http://www.yuva.org.tr/index.php?lang=EN" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline">Yuva Community Centre</span></a> in Gaziantep (Türkei): per Facebook und Telegram informieren sie und halten Kontakt zu Geflüchteten. Daher lautet das Credo im Bericht: Mit dem agieren, was es bereits gibt, anstatt dauernd das Rad neu zu erfinden. Wie wichtig auch eine gründliche Erfahrung der Gegebenheiten vor Ort ist, verbildlicht eine Anekdote der Studie: Auf der griechischen Insel Lesbos wartet man mit einer griechischen SIM-Karte oft vergebens auf Mobilfunksignal. Mancherorts liegt die Insel weniger als zehn Kilometer vom türkischen Festland entfernt. Geflüchtete und HelferInnen mit einer türkischen SIM haben auf der griechischen Insel manchmal eine höhere Signalstärke.</p>
<h3>Digitales Nutzerverhalten von Menschen auf der Flucht – Wie misst man das?</h3>
<p>Das individuelle Nutzerverhalten über Smartphones kann sicherlich nicht nach dem Herkunftsland der Flüchtlinge generalisiert werden. Die ICT4Refugees Studie hat aber versucht, Trends und Potenziale der „Information Communication Technology“ (ICT) in Flüchtlingscamps herauszufinden. Durch mehr als 100 qualitative Interviews mit Geflüchteten und HelferInnen vor Ort sowie Beobachtungen fanden sie viele Parallelen in Jordanien (Amman, Mafraq), Griechenland (Athen, Lesbos) und der Türkei (Istanbul, Gaziantep). Doch um wirklich bewerten zu können, wie sinnvoll manche Apps oder Info-Websites waren, fehlt vor allem immer noch eins: Feedback von Menschen wie Zabi – den Zufluchtssuchenden selbst.</p>
<p>Zur groben Planung der Route müssen Smartphone und Internet dennoch unerlässlich gewesen sein. Auch Zabi erinnert sich, dass manche „Google Maps und anderes“ auf ihrem Handy zur Routenplanung nutzten, „davon habe ich dann mit profitiert.“ Konkrete Websites extra für Flüchtlinge – darüber hatte Zabi aber auch von anderen nichts gehört. An dieser Stelle wird deutlich: nicht das digitale Angebot ist das Problem. Die wahre Hürde liegt in der Verbreitung und Koordination des vorhandenen, digitalen Hilfsangebots. Zu einem ähnlichen Resümee kam auch der digitale Flüchtlingsgipfel in Berlin Ende Juni, auf dem sich viele TeilnehmerInnen für mehr Koordination zwischen den vielen Initiativen aussprachen. Zugleich könnte dadurch auch die Finanzierung solcher Projekte nachhaltiger gestaltet werden. Damit von der ganzen technischen Mühe auch etwas bei den Geflüchteten in Camps und auf dem Weg ankommt, bedarf es aber vor allem der Kommunikation – zwischen den Initiativen und HelferInnen vor Ort sowie den Geflüchteten. Warum nicht technisch affine Geflüchtete in den Camps zu MultiplikatorInnen ermutigen? Vielleicht wäre das ein Anfang, um die digitale Kluft in den Camps langsam zu verkleinern und das technische Angebot auch wirklich an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen.</p>
<h3>Effektive Flüchtlingshilfe online oder digitales Durcheinander?</h3>
<p>Mittlerweile hat auch Zabi ein Smartphone von einem Freund bekommen und lernt das Internet seit seiner Flucht immer besser kennen: „Hier in Deutschland habe ich das Smartphone dann zum Deutschlernen genutzt. Das mache ich jetzt noch oft.“ Seit einem knappen Jahr wohnt der 17-Jährige jetzt in Deutschland. Noch ein Jahr geht Zabi zur Schule, bevor er eine Ausbildung anfangen will. Jetzt spricht und schreibt Zabi schon sehr gut Deutsch. Die Verständigung mit ihm ist einfach. Auf die Frage, mit welchen Apps und Seiten er lernt, verrät er: „Wenn ich im Internet Deutsch lernen will, dann schreibe ich einfach „Deutsch lernen“ und dann kommen viele Programme“.</p>
<p>Einmal mehr wird klar, dass wir umdenken müssen – auch technisch. Unsere eigenen Ansichten, Nutzungsverhalten und Vorstellungen engen uns oft gedanklich so sehr ein, dass wir trotz warmherzigen Engagements gegen eine digitale Wand laufen. Koordination zwischen den Projekten und Kommunikation mit den Geflüchteten sind hier die Zutaten für eine benutzerorientierte, digitale Flüchtlingshilfe. Beginnende <a href="http://politik-digital.de/news/digitale-fluechtlingshilfe-gemeinsam-sind-wir-staerker-149862/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kooperationen</a> von Initiativen, wie sie sich auf dem digitalen Flüchtlingsgipfel ergeben haben, zeigen immer mehr Potenzial zur Zusammenarbeit – erfreulicherweise auch immer öfter mit Geflüchteten zusammen. Denn, ohne die Zielgruppe aktiv miteinzubeziehen, werden wir es nicht schaffen, aus der digitalen Erschöpfung herauszuklettern und das Potenzial der Flüchtlingshilfe voll auszuschöpfen.</p>
<p>Titelbild: Screenshot Apps Flüchlingshilfe von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a class="external" href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Rückkehr in eine digitalisierte Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Judith Alms]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2016 15:38:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
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					<description><![CDATA[In den meisten deutschen Gefängnissen haben Inhaftierte keinen Zugang zum Internet und können sich nicht auf das zunehmend digitalisierte Leben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gefängnis-pixabay-CC0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148689 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gefängnis-pixabay-CC0.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>In den meisten deutschen Gefängnissen haben Inhaftierte keinen Zugang zum Internet und können sich nicht auf das zunehmend digitalisierte Leben in Freiheit vorbereiten. Ein Pilotprojekt des Landes Berlin soll das ändern.</p>
<p>Ein Leben ohne Internet ist für uns heutzutage kaum noch vorstellbar. Und doch haben viele Menschen auch in Deutschland keinen Zugang dazu. Man sieht sie selten, man kennt sie kaum, denn sie sitzen im Gefängnis. Offline.</p>
<p>Eigentlich lautet das Ziel des deutschen Strafvollzugs „Resozialisierung“, also Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Die Gefangenen sollen befähigt werden, nach der Haft ein normales Leben zu führen. Wie sieht solch ein normales Leben heute aus?</p>
<p>Der Handywecker klingelt, aufstehen. Duschen, frühstücken und sich auf dem Weg zur Arbeit per App in verschiedenen Tageszeitungen vergewissern, dass sich die Welt noch so dreht wie gestern. In der Familien-WhatsApp-Gruppe kommen wie jeden Tag etwa 5 lustige Bildchen und Videos an. Die Hälfte schaut man sich an, den Rest vergisst man. Am Arbeitsplatz angekommen, wird als erstes der Computer hochgefahren, es werden Mails gecheckt, beantwortet und weitergeleitet. Den Tag verbringt man tippend vor dem Bildschirm. In der Pause noch schnell ein paar interessante YouTube-Videos angeschaut und online die Reservierung bei der Bahn für die Fahrt ins Wochenende abgeschlossen. Mehrere Skype-Konferenzen lassen den Tag schneller vergehen. Kurz vor Schluss kommt noch die Erinnerung des Lebenspartners rein, das Geburtstagsgeschenk für die Mutter im Online-Buchhandel zu bestellen. Natürlich, es soll ja morgen da sein. Abends entspannt man dann endlich vor seinem Bildschirm, wo man sich drei Folgen seiner Lieblingsserien auf Netflix anschaut.</p>
<p>Der deutsche Strafvollzug kennt als höchstes Strafmaß den lebenslänglichen Freiheitsentzug. Dabei handelt es sich genauer gesagt um eine Haftstrafe auf unbestimmte Zeit, die mindestens 15 Jahre beträgt. Wie soll nun ein Mensch, der die letzten 15 Jahre im Gefängnis verbracht hat, sich nach der Entlassung in unserer Gesellschaft zurechtfinden? Sie ist längst von der Digitalisierung durchdrungen. Vor 15 Jahren waren Anwendungen wie Facebook, WhatsApp, Netflix oder YouTube noch nicht existent. Das Internet war noch dabei, sich auszubreiten: Erst etwa ein Drittel der deutschen Haushalte hatte Zugang dazu. Google.de gibt es erst seit 2001.</p>
<p>Kann man also von Resozialisierung sprechen, wenn man den Häftlingen während der Haft den Zugang zu einem so elementaren Teil unseres Alltags verwehrt? Die <a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2016-03/digitalisierung-big-data-soziale-netzwerke-ueberwachung-umgang-digital-denken" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZEIT</a> urteilte vor kurzen, wir seien alle Cyborgs, weil das Smartphone längst Teil unseres Selbst geworden ist. Nun, einige der Häftlinge sind es nicht. Sie leben in einer Welt ohne Smartphone und ohne Internet im Allgemeinen. Noch.</p>
<p>Im Land Berlin wurde vor kurzem einen Vorschlag zur „Resozialisierung durch Digitalisierung“ vorgebacht. Dieser wurde am letzten Mittwoch im Rechtsausschuss zusammen mit dem „<a href="http://www.parlament-berlin.de/ados/17/Recht/vorgang/r17-0258-v.pdf#search=%22Gesetz%20zur%20Weiterentwicklung%20des%20Berliner%20Strafvollzugs%22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz zur Weiterentwicklung des Berliner Strafvollzugs</a>“ besprochen. Die für uns relevanten gesetzlichen Bestimmungen sind §40 und §56 Abs.4. Ersterer befasst sich mit Telekommunikation. Hier erkennen die Politiker die Änderung des gesellschaftlichen Kommunikationsverhaltens an und möchten den Häftlingen somit neben dem Telefon auch die Möglichkeit für neue Formen der Telekommunikation eröffnen. Dabei sollen zuerst die Vollzugsanstalten darüber entscheiden, ob sie Kommunikation über E-Mail und ähnliches allgemein zulassen wollen. Danach wird dann noch im konkreten Einzelfall für jeden Häftling entschieden, ob ihm gestattet wird, diese Möglichkeiten zu nutzen. Der §56 befasst sich mit Rundfunk, Informations- und Unterhaltungselektronik. Dabei eröffnet der vierte Absatz die Möglichkeit, andere Geräte als die bereits vorhandenen Radios und Fernseher zum Empfang von Medien zu nutzen.</p>
<p>Das sind also die Gesetzesänderungen, die voraussichtlich sehr bald im Bundesland Berlin kommen werden. Es wirkt nicht sehr eindrucksvoll. Durch das viele „können“ ist es auch sehr einfach für die Anstalten „Nein“ zu sagen. Man kann, man muss ja nicht. Es war auch weniger das Gesetz, das die Medien in Aufruhr gebracht hat, sondern viel mehr der dem Gesetz beigelegte <a href="http://www.parlament-berlin.de/ados/17/Recht/vorgang/r17-0274-v.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antrag</a>, der von Abgeordneten der SPD und der CDU gemeinsam eingereicht wurde. Dabei war vor allem die SPD treibende Kraft. Die CDU sieht das Thema kritischer.</p>
<p>In dem Antrag wird das Pilotprojekt „Resozialisierung durch Digitalisierung“ vorgestellt. Auf Basis der obigen gesetzlichen Bestimmungen soll somit in einer Teilanstalt einer Justizvollzugsanstalt den Gefangenen beschränkter Zugang zum Internet gewährt werden. Laut Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) wird dies eine Teilanstalt der JVA Heidering sein. Dabei bekommen die Häftlinge die Möglichkeit, auf bestimmte Internetseiten zuzugreifen, wie News-Seiten, Wohnungssuchportale, Fortbildungsangebote, Arbeitsagenturseiten oder Wikipedia. Die Fähigkeit, mit Online-Diensten umzugehen, benötigt man ja nicht nur für Soziale Netze, auch die Jobbörse der Arbeitsagentur ist mittlerweile ein Online-Tool. Um wieder in der Gesellschaft anzukommen, ist es wichtig, dass der Häftling in der Lage ist, sich einen Arbeitsplatz zu suchen. Damit der Internetzugang nicht missbraucht wird, werden die entsprechenden Seiten regelmäßig auf die Anstaltsserver gespiegelt und dann mit leichter Verzögerung zur Nutzung bereitgestellt. Inwieweit auch Online-Kommunikation, etwa durch E-Mails, möglich sein soll, wird noch geprüft. Natürlich darf eine solche Möglichkeit unter keinen Umständen zum Begehen weiterer Straftaten genutzt werden und die Sicherheit Dritter ist zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.</p>
<p>Der Start des Pilotprojekts ist ein sehr kleiner Schritt, aber es ist ein Schritt auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Resozialisierung. Bisher war es Häftlingen nur gestattet, im Vollzug Zugang zum Internet zu bekommen, wenn sie diesen zum Absolvieren eines Fernstudiums oder ähnlichen Ausbildungsmöglichkeiten benötigten. Nun wird diese strikte Vorgabe langsam gelockert. Verläuft der Versuch in der JVA Heidering erfolgreich, kann das Projekt auf andere Berliner Vollzugsanstalten ausgeweitet und in anderen Bundesländern aufgegriffen werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/users/ErikaWittlieb-427626/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erika Wittlieb</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Integration durch Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2015 08:26:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetcafé]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<category><![CDATA[Freifunk Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Refugees Emancipation e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Support Refugees Emancipation]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
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					<description><![CDATA[Die heute startende Kampagne &#8220;support refugees emancipation&#8221; unterstützt einen Verein, der sich für Internetzugang in Geflüchtetenunterkünften einsetzt. Die Internetcafés bieten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/library-488671_640.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146981 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/library-488671_640.jpg" alt="library-488671_640" width="640" height="280" /></a>Die heute startende Kampagne &#8220;support refugees emancipation&#8221; unterstützt einen Verein, der sich für Internetzugang in Geflüchtetenunterkünften einsetzt. Die Internetcafés bieten dabei nicht einfach nur Zugang zum Internet, sondern sind ein wichtiger Integrationspunkt.</p>
<p>Internetzugang ist, zumindest in Europa, eine Selbstverständlichkeit. Wir nutzen ihn für die unterschiedlichsten Dinge, beruflich sowie privat, für Informationen oder zur Unterhaltung. Wenn wir eine Frage haben, können wir die Antwort googlen. Wenn wir mit anderen kommunizieren möchten, gehen wir auf Facebook oder schreiben Emails. Das ist für uns alltäglich, und doch ist es ein Privileg das wir nicht mehr wirklich wahrnehmen. Uns wird die Wichtigkeit des Internetzugangs erst bewusst, wenn wir mal keinen haben. Für Geflüchtete in Asylunterkünften ist der Zugang zu Internet mindestens genauso wichtig, ja sogar unbedingt notwendig. Darauf will die Kampagne <a href="http://support.refugeesemancipation.com/">„support.refugeesemancipation“</a> aufmerksam machen. <a href="http://ccc.de/">Der Chaos Computer Club e.V.</a>, <a href="http://berlin.freifunk.net/">Freifunk Berlin</a> und der <a href="http://foerderverein.freie-netzwerke.de/">Förderverein freie Netzwerke e.V.</a> unterstützen seit Jahren den Refugees Emancipation Verein, nun launchen sie diese Kampagne, um auf den Verein und die Problematik hinzuweisen und <a href="https://www.betterplace.org/de/projects/20601-internetcafes-computerkurse-fur-gefluchtete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spenden</a> und Unterstützer zu finden. Der Verein <a href="http://www.refugeesemancipation.com/contenido/cms/front_content.php">Refugees Emancipation</a> setzt sich seit fast 15 Jahren für Internetcafés in Geflüchtetenunterkünften ein. Die Cafés dienen als ein Ort der Kommunikation und des Informationsaustausches. Ein Begegnungsraum wird geschaffen, der die Menschen aus der Isolation holen und miteinander und der Gesellschaft ins Gespräch bringen soll. Auch Grundkenntnisse über den Umgang mit Computern werden dort von Freiwilligen an die Geflüchteten vermittelt.</p>
<p>Der Verein macht deutlich, wie wichtig es für Geflüchtete ist, Zugang zu Internet zu haben. Dazu gehört der Kontakt in die Heimat zu Familie und Freunden, der ohne eigenes Endgerät sonst nicht möglich wäre. Aber auch die Annäherung zum Aufnahmeland wird durch einen Internetzugang erleichtert. Die Nutzer der Internetcafés können sich dort informieren und sich selbst Gehör verschaffen in einem Diskurs der zumeist <em>über </em>sie und nicht <em>mit</em> ihnen geführt wird. Aber auch Übersetzungsdienste sind überlebenswichtig für die Geflüchteten, denn auch kaum ein Deutscher würde mit dem komplizierten Asylrecht und bürokratischen Hürden zurecht kommen. Und natürlich ist es für die Menschen auch von Bedeutung, sich über ihre Heimatländer, Gesetze und ihre Rechte zu informieren. Die &#8220;Support Refugees Emancipation&#8221; Kampagne wird den seit 2001 existierenden Refugees Emancipation e.V bei seiner bisherigen Arbeit unterstützen, denn die Spenden werden dringend benötigt. Telekommunikationskosten, Reparaturen von Rechnern und Netzwerkhardware, sowie Druckerpatronen und Fahrtkosten für die Admins der Cafés können damit finanziert werden. Die Kampagnenleiter wünschen sich verschiedenste Unterstützung. Sie bitten darum, die Kampagne zu verbreiten, sind offen für gute Tipps wie die Kampagne besser gestaltet werden könnte und freuen sich über zahlreiche Spenden. Aber auch Menschen mit Computerkenntnissen sind gefragt und können sich unter <a href="mailto:support@refugeesemancipation.com">support@refugeesemancipation.com</a> melden.</p>
<p>Bild: <a class="hover_opacity" href="https://pixabay.com/en/users/jarmoluk-143740/">jarmoluk</a>  <a href="https://pixabay.com/service/terms/#usage">CC0 Public Domain</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>D 64: Statement gegen Vorratsdatenspeicherung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 14:38:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Verein]]></category>
		<category><![CDATA[Breitband-Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Think Tank]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Integration]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/D64-logo.png" align="left" height="112" width="250" />Mit dem in Gründung befindlichen Verein „D64“ hat sich ein prominent besetzter Thinktank für das digitale Zeitalter am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt. politik-digital.de hat am Rande des SPD-Bundesparteitags mit dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel über Gründungsmotive und Ziele gesprochen.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/D64-logo.png" alt="" width="250" height="112" align="left" />Mit dem in Gründung befindlichen Verein „D64“ hat sich ein prominent besetzter Thinktank für das digitale Zeitalter am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt. politik-digital.de hat am Rande des SPD-Bundesparteitags mit dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel über Gründungsmotive und Ziele gesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Aufregung in den einschlägigen Foren und Timelines war groß, als im April 2011 anlässlich der jährlichen Konferenz re:publica der Verein <a href="http://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitale Gesellschaft“</a> an den Start ging. Der Vorwurf damals: mangelnde Transparenz in einer Versammlung von „Berlin Mitte-Nerds“ und der Verdacht, es könne sich bei der Initiative, die maßgeblich von dem Berliner Netzaktivisten und Enqute-Sachverständigen Markus Beckedahl vorangetrieben worden war, um ein netzpolitisches „U-Boot der Grünen“ handeln, kam schnell auf. Mit all diesen Fragen sahen sich auch die Initiatoren des digitalen Thinktanks <a href="http://d-64.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;D64 &#8211; Zentrum für Digitalen Fortschritt&#8221;</a> konfrontiert, die die Gründung ihres Vereins am Vorabend des aktuellen SPD-Bundesparteitags in Berlin bekanntgegeben haben und damit &#8211; vermutlich mehr als ein willkommener Nebeneffekt &#8211; die Aufmerksamkeit der netzpolitischen Szene aus Offenbach am Main weglenkten, wo sich die Piratenpartei zeitgleich zu ihrem Bundesparteitag versammelt hatte. Dort spielte das Thema Netzpolitik hingegen bemerkenswerterweise nur eine marginale Rolle.</p>
<p>Ein weiterer elitärer Zirkel von Netzaktivisten oder etablierten Politikern sei der neue Verein, dessen Gründung seit einem Washington-Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil vor bald anderthalb Jahren nach und nach Gestalt annahm, jedoch keinesfalls: „Wir laden jeden ein, dabeizusein“, so die Aufforderung des Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel im Gespräch mit politik-digital.de. Trotz dieses Anspruchs habe es, so Richel auf Nachfrage, aber selbstverständlich auch Kritik am Zustandekommen sowie den Vorwurf der mangelnden Transparenz gegeben.<br />
Dem will man auch mit der Namenswahl entgegentreten, rekurriert doch die Zahlenkombination 64 auf die mit dem Modell C64 aus dem Hause Commodore aufgewachsene Generation.</p>
<p>Die Bekanntgabe der Gründung am Vorabend der SPD-Parteitagseröffnung war kein Zufall. Mit Persönlichkeiten wie dem „elektrischen Reporter“ Mario Sixutsoder der Journalistin Mercedes Bunz waren zwar auch Personen ohne Parteibuch an der Gründung beteiligt. Das Mitgliederverzeichnis auf der Homepage des Vereins liest sich derzeit dennoch wie ein „Who-is-Who“ netzpolitisch engagierter SozialdemokratInnen. Auf den etwaigen Vorwurf der parteipolitischen Nähe zur Sozialdemokratie reagiert man bei D64 jedoch äußerst offensiv: „Wir versuchen gar nicht erst, die Nähe zu leugnen“, so Mathias Richels Antwort. Im Übrigen sei man jedoch bestrebt, mit dem neuen Thinktank über das unmittelbare sozialdemokratische Umfeld und die innerhalb der Parteistrukturen bereits etablierten Arbeitskreise und Kommissionen hinauszuwirken. Bereits am ersten Tag nach Bekanntgabe der Gründung hätten dann auch „mehr Nicht-SPD-Mitglieder als Menschen mit Parteibuch“, insgesamt etwa 60 Personen, ihr Interesse an einer Mitarbeit an dem in Gründung befindlichen Verein bekundet.</p>
<p>Und auch hinsichtlich der Ziele des neuen Vereins, zu dessen Gründungsmitgliedern neben Mathias Richel und dem niedersächsischen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil der Hamburger Blogger Nico Lumma und SPD-Bundesvorstandsmitglied Björn Böhning gehören, sehe man sich nicht als eine direkte Konkurrenz zur Digitalen Gesellschaft. Habe man doch neben dem Themenfeld der Netzpolitik einen Fokus auf weitere, viel umfassendere gesellschaftlich relevante Fragen des digitalen Zeitalters. Richel nennt hier beispielhaft die Bereiche Bildung und Kultur im digitalen Zeitalter, mit denen sich der Verein zukünftig befassen werde. Man wolle neue politische Antworten finden, „die allen Bevölkerungsgruppen mehr Teilhabe am Web, besseren Zugang zum Wissen und den Arbeitschancen des Internet ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung. Konkret beinhaltet dieses Ziel u.a. die Forderung nach einem Grundrecht auf Breitband-Internet für alle, so Richel.</p>
<p>Und wie geht es weiter? Bereits bis Ende des Jahres soll, so die Pläne der Initiatoren, die unmittelbare Gründungsphase mit den unausweichlichen vereinsrechtlichen Formalia abgeschlossen sein. Im kommenden Frühjahr dann wird sich der neue Verein mit seinen Mitgliedern zu einem Workshop treffen und Inhalte wie Strukturen vertiefend beraten. Eine erste netzpolitische Botschaft gab der Verein jedoch bereits am Wochenende seiner Gründung aus. Von den Delegierten des SPD-Bundesparteitags fordert Mathias Richel mit Blick auf einen bereits im Vorfeld des Parteitages äußerst kontrovers debattierten Antragstext „ein starkes Statement gegen die Vorratsdatenspeicherung“.</p>
<p>Der SPD-Parteitag selbst beschloss heute den netzpolitischen Leitantrag “Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft”, <a href="http://spd-netzpolitik.de/berlin/leitantrag-freiheit-gerechtigkeit-solidaritaet-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der hier zu finden ist</a>.</p>
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		<item>
		<title>Europarat fordert ungehinderten Internetzugang</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/europarat-fordert-ungehinderten-internetzugang-5437/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 09:46:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance Forum]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzregulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Europarat]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/europaratlogo_0.jpg" align="left" height="93" width="180" />Der Europarat hat vergangene Woche vier grundlegende Papiere zur Netzpolitik verabschiedet, die den ungehinderten Zugang zum Netz besser schützen sollen. Die Dokumente sollen den Standpunkt des Europarats beim heute beginnenden &#34;Internet Governance Forum&#34; (IGF) im kenianischen Nairobi abstecken.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/europaratlogo_0.jpg" align="left" height="93" width="180" />Der Europarat hat vergangene Woche vier grundlegende Papiere zur Netzpolitik verabschiedet, die den ungehinderten Zugang zum Netz besser schützen sollen. Die Dokumente sollen den Standpunkt des Europarats beim heute beginnenden &quot;Internet Governance Forum&quot; (IGF) im kenianischen Nairobi abstecken.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Europarat vereinigt neben den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union noch weitere 20 europäische Staaten, darunter auch Russland und die Türkei. In diesem Forum werden Debatten über allgemeine europäische Fragen vor allem im Bereich der Menschenrechte und der Achtung demokratischer Grundsätze geführt. Vergangene Woche nahm sich das Ministerkomitee netzpolitischer Themen an.
</p>
<p>
Die Empfehlungen zum <a href="https://wcd.coe.int/wcd/ViewDoc.jsp?Ref=CM/Rec%282011%298&amp;Language=lanEnglish&amp;Ver=original&amp;BackColorInternet=C3C3C3&amp;BackColorIntranet=EDB021&amp;BackC%20olorLogged=F5D383" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schutz von Universalität, Integrität und Offenheit des Internet</a> thematisieren insbesondere Maßnahmen zur Pflege der grenzübergreifenden Netzinfrastrukturen. Dabei gelte es, großflächige Netzausfälle sowie negative Effekte nationalstaatlicher Netzregulierung zu verhindern. Der Zugang und die Nutzung des Internet würden häufig durch technische, aber auch mutwillig verursachte Störfälle beeinträchtigt. Ende März legte beispielsweise eine <a href="http://www.stern.de/digital/online/skurriler-diebstahl-rentnerin-klaut-kabel-und-georgiens-internet-1671982.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">75-Jährige Frau</a> durch den Diebstahl eines Glasfaserkabels den Netzzugang in Armenien und Georgien für einige Stunden lahm. Bislang war kein Staat offiziell verpflichtet, gegen derartige Vorfälle präventive Sicherheitsmaßnahmen zu veranlassen. Die Empfehlungen legen den Staaten daher nun nahe, unter Einbeziehung relevanter zivilgesellschaftlicher Interessenvertreter entsprechende Sicherheitspläne zu entwickeln. Das jeweilige nationalstaatliche Handeln solle dabei jedoch nicht den transnationalen Internetverkehr beeinträchtigen.
</p>
<p>
Die nun formulierte <a href="https://wcd.coe.int/wcd/ViewDoc.jsp?Ref=CM/Del/Dec(2011)1121/5.1&amp;La%20nguage=lanEnglish&amp;Ver=app10&amp;BackColorInternet=DBDCF2&amp;BackColorIntranet=FDC8%2064&amp;BackColorLogged=FDC864" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erklärung zum Schutz von Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit im Internet</a> wurde dementsprechend von den Bedenken getragen, dass Zensuraktivitäten einzelner Staaten auch den Informationszugang anderer Länder beschränken könnten. Im <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ministerrat-fordert-ungehinderten-Netzzugang-1349470.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gespräch mit heise.de</a> nannte Jan Malinowski, Chef der Abteilung Informationsgesellschaft, Medien und Datenschutz beim Europarat, Armenien als Negativbeispiel. Aufgrund der Beschränkungen der türkischen, iranischen und russischen Behörden gebe es dort lediglich einen gefilterteten Zugang zum Netz. Unter anderem behindere das Europaratmitglied Türkei den Informationsfluss in Bezug auf den Völkermord an den Armeniern. Die Mitgliedsstaaten des Europarates sollen daher generelle Filtermaßnahmen unterlassen und staatliche wie private Zensur verhindern. Staatliche Zugangsbarrieren für bestimmte Inhalte kollidierten mit der Informations- und Meinungsfreiheit und seien lediglich zulässig, wenn sie mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Einklang gebracht werden können.
</p>
<p>
Ferner empfiehlt das Ministerkomitee, den bislang gültigen <a href="https://wcd.coe.int/wcd/ViewDoc.jsp?Ref=CM/Rec(2011)7&amp;Language=lanEnglish&amp;Ver=original&amp;Site=COE&amp;BackColorInternet=C3C3C3&amp;BackColorIntranet=EDB021&amp;BackColorLogged=FDC864" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Begriff der Medien</a> deutlich breiter zu fassen und um weitere Online-Formate zu erweitern. Die Empfehlung umfasst dabei auch einen potenziellen Katalog an Kriterien zur Einstufung als Medium. Die Periodizität des Inhaltes, der Anspruch, den öffentlichen Diskurs mitzugestalten, und die Einhaltung von Mindeststandards in Sachen Verantwortlichkeit und Transparenz seien dabei genauso wichtig wie die Beachtung von journalistischen und ethischen Standards. Durch die Ausweitung des Medienbegriffs könnten soziale Netzwerke oder Whistleblower-Seiten künftig Privilegien klassischer Medien, wie das Recht auf Quellenschutz, erhalten. Andererseits müssten diese sich dann auch an klare Regeln, wie die Achtung der Privatsphäre oder der Würde eines Menschen halten. Auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Kommunikationsstrukturen in sozialen Netzwerken geht die Empfehlung allerdings nicht ein.
</p>
<p>
Die abschließend formulierten <a href="https://wcd.coe.int/wcd/ViewDoc.jsp?Ref=CM/Del/Dec(2011)1121/5.1&amp;La%20nguage=lanEnglish&amp;Ver=app8&amp;BackColorInternet=DBDCF2&amp;BackColorIntranet=FDC86%204&amp;BackColorLogged=FDC864" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prinzipien zur Netzpolitik</a> fassen die grundlegenden Gedanken der Mitgliedsstaaten nochmals zusammen. So soll unter anderem die Universalität des Netzes bei gleichzeitiger Achtung der sprachlichen und kulturellen Diversität gefördert werden.
</p>
<p>
Die Vorschläge des Europarates sollen im Rahmen des von heute bis Freitag stattfindenden <a href="http://www.intgovforum.org/cms/component/content/article/42-igf-meetin%20gs/761-2011-igf-meeting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet Governance Forum (IGF)</a> in Nairobi diskutiert werden. Das im Jahre 2006 von den Vereinten Nationen initiierte Forum führt verschiedenste Interessenverteter zusammen und findet dieses Jahr unter dem Motto &quot;Internet als Katalysator des Wandels: Zugang, Entwicklung, Freiheiten und Innovationen&quot; statt.</p>
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		<item>
		<title>Ein olympisches Rennen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 15:20:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative D21]]></category>
		<category><![CDATA[Race Online 2012]]></category>
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					<description><![CDATA[<img height="70" width="150" align="left" src="/sites/politik-digital.de/files/logo.png" />Die Initiative „<a target="_blank" href="http://raceonline2012.org" rel="noopener noreferrer">Race Online 2012</a>“ hat sich zum Ziel gesetzt, alle Bürger Großbritanniens für die digitale Welt zu rüsten. Billige Computer und vergünstigte Internetzugänge sowie 100.000 Freiwillige sollen dabei helfen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/logo.png" alt="" width="120" height="56" align="left" />Die Initiative „<a href="http://raceonline2012.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Race Online 2012</a>“ hat sich zum Ziel gesetzt, alle Bürger Großbritanniens für die digitale Welt zu rüsten. Billige Computer und vergünstigte Internetzugänge sowie 100.000 Freiwillige sollen dabei helfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hinter der Kampagne steht die Unternehmerin Martha Lane Fox. Die britische Regierung unterstützt ihr Vorhaben und hat sie eigens dazu als Beraterin ins <a href="http://www.cabinetoffice.gov.uk/news/100000-‘digital-champions’-get-britain-online" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cabinet Office</a> berufen. Grundlage für das Ziel, allen Briten einen Zugang zum Internet zu verschaffen, ist das „<a href="http://raceonline2012.org/sites/default/files/resources/manifesto_for_a_networked_nation_-_race_online_2012.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manifest für eine vernetzte Nation</a>“. Darin wird beschrieben, dass die wirtschaftlichen und sozialen Vorteile einer vernetzten Nation überwältigend seien. So könne das Netz u.a. Kindern höhere Bildungsabschlüsse und arbeitslosen Erwachsenen einen guten Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten verschaffen sowie demokratisches Engagement und den Zugang zu Informationen erhöhen. Auch vermag das Internet den Lebensstandard älterer Menschen zu verbessern und für viele ein Rettungsanker aus der sozialen Isolation zu sein.</p>
<div align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/23680131?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="400" height="225"></iframe></div>
<p align="center"><strong>(Martha Lane Fox stellt „Race Online 2012“</strong><strong> vor)<br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Laut einer <a href="http://www.statistics.gov.uk/articles/nojournal/internet-access-q1-2011.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Erhebung</a> des britischen Statistikamtes haben 8,71 Millionen erwachsene Bürger im Inselstaat noch nie das Internet genutzt. Das entspräche einem Anteil von 17,5 Prozent in dieser Altersgruppe. Das Projekt „Race Online 2012“, das vornehmlich von privaten Initiativen getragen wird und kaum öffentliche Gelder erhält, will diese Zahlen bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London mit Hilfe von <a href="http://www.bbc.co.uk/news/technology-13345309" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tausenden Freiwilligen</a>, so genannten „Digital Champions“, und über 1.100 Projektpartnern drastisch zu senken helfen.</p>
<p>Man will nicht-internetaffine Bürger mit dem Netz vertraut machen und über die Erfordernisse und Chancen der digitalen Welt <a href="http://www.guardian.co.uk/adult-learning/race-online-2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufklären</a>. Dies soll von strukturellen Maßnahmen flankiert werden, die dafür sorgen, dass Computer und Internetzugänge auch für weniger finanzstarke Briten erschwinglich werden. <a href="http://www.bbc.co.uk/news/technology-12205412" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Rede ist von Startpreisen</a>, die bei 98 Pfund (ca. 111 Euro) für einen PC und monatlichen Netzverbindungen von 9 Pfund (ca. 10 Euro) liegen.</p>
<p>In einem <a href="http://wissen.dradio.de/digitale-spaltung-online-fuer-alle.36.de.html?dram:article_id=4820&amp;dram:audio_id=6550&amp;dram:play=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit DRadio Wissen</a> erläutert die Journalistin Mercedes Buns, dass es bei „Race Online 2012“ darum gehe, Potenzial zu finden und freizusetzen, um die digitale Spaltung zu überwinden. Dabei sollen Unternehmen und Firmen ganz konkrete Hilfe leisten. So habe sich z. B. die Supermarktkette Sainsbury&#8217;s dazu verpflichtet, Internet-Crashkurse in einem Ambiente von Tee und Keksen abzuhalten, um die Leute dort abzuholen, wo sie sind. Familien solle erklärt werden, wo sie welche Informationen im Netz finden können und welche Vorteile es für sie bietet. Zwar leben <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2010/06/NONLINER2010.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut (N)ONLINER Atlas 2010</a> der Initiative D21 auch in Deutschland noch viele Menschen (18 Mio. Bürger im Alter von über 14 Jahren) ohne Internetanbindung. Doch die Bestrebungen der Regierung hierzulande, die Bürger ins Netz zu bringen, wirkten eher wie eine Abschirmherrschaft, so Bruns. Hier werde im Vergleich zu Großbritannien zu wenig getan.</p>
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		<title>Hartz IV Empfänger bleiben analog</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hartz-iv-empfaenger-bleiben-analog-4906/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 11:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Beschwerde]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Agenda]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut dem Landessozialgericht in Nordrhein-Westfalen muss der Staat Hartz IV-Empfängern keinen Computer finanzieren. Begründung: Für die Grundversorgung mit Informationen sei ein PC nicht notwendig. Gerade für Arbeitssuchende aber bedeutet dies ein weiteres Hindernis für den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt.<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut dem Landessozialgericht in Nordrhein-Westfalen muss der Staat Hartz IV-Empfängern keinen Computer finanzieren. Begründung: Für die Grundversorgung mit Informationen sei ein PC nicht notwendig. Gerade für Arbeitssuchende aber bedeutet dies ein weiteres Hindernis für den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Urteil zur Prozesskostenhilfe</b>
</p>
<p>
<a href="http://www.justiz.nrw.de/nrwe/sgs/lsg_nrw/j2010/L_6_AS_297_10_Bbeschluss20100423.html" target="_blank" title="Beschluss des LSG NRW" rel="noopener noreferrer">Der Fall</a>: Eine Hartz IV-Empfängerin beantragte die Übernahme der Kosten für die Anschaffung eines PC samt Zubehör. Dies wurde von der zuständigen Behörde abgewiesen. Gegen diese Entscheidung reichte sie im August 2009 Klage ein und beantragte zudem Prozesskostenhilfe. Das Sozialgericht Detmold gewährte diese nicht. Begründung: Die Erfolgsaussichten der Klage seien zu gering. Die Klägerin hatte damit argumentiert, dass ein Computer mit Internetanschluss zum sozial üblichen Standard gehöre und deshalb ein Anspruch darauf bestehe.
</p>
<p>
Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Entscheidend sei nicht die Verbreitung, sondern ob ein PC für eine „geordnete Haushaltsführung“ notwendig sei und ob der Leistungsempfänger ihn für ein an den „herrschenden Lebensgewohnheiten orientiertes Leben“ benötige. Mit ihrer Beschwerde gegen diesen Beschluss scheiterte die Klägerin auch beim zuständigen Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG NRW).
</p>
<p>
<b>TV ja, PC nein </b>
</p>
<p>
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass eine <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article4267883/Hartz-IV-Empfaenger-haben-Recht-auf-Fernseher.html" target="_blank" title="Frankfurter TV Urteil" rel="noopener noreferrer">ähnliche Klage</a> vor dem Sozialgericht Frankfurt erfolgreich war. Mit derselben Argumentation der „Sozialüblichkeit“ wurde hier dem Kläger ein gebrauchtes Fernsehgerät auf Staatskosten gewährt.
</p>
<p>
Ein geordneter Haushalt könne heute noch ohne PC geführt werden, erklärte der Pressesprecher des LSG NRW Dr. Matthias Röhl auf Anfrage von politik-digital.de. Ein PC sei – anders als der fast durchweg in Haushalten vorhandene Fernseher &#8211; nicht für die Grundversorgung mit Informationen erforderlich. Für die Klägerin hätte zudem die Möglichkeit bestanden, die Computer in ihrem Bewerbungszentrum zu benutzen, so Röhl.
</p>
<p>
<b>Digitaler Zugang wird erschwert</b>
</p>
<p>
Die Argumentation der Richter wirft eine wichtige Frage auf: Inwieweit sind Arbeitssuchende auf das Internet angewiesen? Die vielfach schon gängigen digitalen Bewerbungswege werden für Hartz IV-Empfänger ohne eigene Internetanbindung durch ein solches Urteil erschwert. Dasselbe gilt für die Suche nach offenen Stellen in den Online-Stellenbörsen. Denn besonders in ländlichen Gebieten ist der Weg bis zur nächsten Servicestelle der Bundesagentur für Arbeit oft weit und verursacht zusätzliche Beförderungskosten.
</p>
<p>
Auch das Speichern vertraulicher Bewerbungsdaten ist an einem öffentlichen Computer nicht risikofrei möglich. Den Betroffenen wird es zudem erschwert, die Vorteile des freien Zugangs zu Wissen und der sozialen Vernetzung via Internet zu nutzen. Außerdem muss ein gebrauchter PC mittlerweile nicht mehr kosten als ein gebrauchtes Fernsehgerät.
</p>
<p>
<b>Widerspruch zu politischen Programmen</b>
</p>
<p>
Das Urteil steht oft auch im Widerspruch zu den netzpolitischen Leitlinien, die von der Politik kommuniziert werden. In Nordrhein-Westfalen, der Heimat der Detmolder Klägerin, forderten die Parteien zum Beispiel vor der Landtagswahl im Mai 2010 <a href="/nrw-wahlprogramme-internet" target="_blank" title="Netzpolitik NRW" rel="noopener noreferrer">„Breitband für alle“</a>. Auch die <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/581&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en" target="_blank" title="Digitale Agenda der EU" rel="noopener noreferrer">Digitale Agenda</a> der EU-Kommission legt mit Bezug auf den flächendeckenden Web-Zugang eine klare Forderung auf den Tisch: „Jeder, ob jung oder alt, hat ungeachtet seiner sozialen Herkunft Anspruch auf den Erwerb der nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um am Digitalzeitalter teilzuhaben.“ Diese Forderung wird sich nur bedingt mit der IT-Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit realisieren lassen.
</p>
<p>
Einen interessanten Mittelweg geht in diesem Zusammenhang übrigens die <a href="http://www.pro-it-initiative-arbeitsplatz.pytalhost.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARGE Holzminden</a>. Dort werden gebrauchte Computer aufgearbeitet und ALG-2 -Empfängern kostenlos überlassen.
</p>
<p>
<i>Unter Mitarbeit von <a href="/user/bbergemann">Benjamin Bergemann</a>.<br />
</i></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>(Un)digitales Deutschland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/undigitales-deutschland-4805/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 15:24:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative D21]]></category>
		<category><![CDATA[(N)Onliner Atlas]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie digital ist Deutschland wirklich? Eine Studie der Initiative D21, deren Ergebnisse am 18.03.2010 veröffentlicht wurden, untersucht die Internetnutzung der Bundesbürger.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie digital ist Deutschland wirklich? Eine Studie der Initiative D21, deren Ergebnisse am 18.03.2010 veröffentlicht wurden, untersucht die Internetnutzung der Bundesbürger.<!--break--></p>
<p>
Die <a href="http://www.digitale-gesellschaft.info/" target="_blank" title="zur Studie" rel="noopener noreferrer">Studie „Digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“</a> zeigt: Die deutsche Bevölkerung ist geteilt in diejenigen, die noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen sind und die sogenannten digitalen Souveränen. Überraschend erscheint, dass nur ca. 26 Prozent zu den souveränen Nutzern gezählt werden. Drei Viertel der Bevölkerung lebten dagegen immer noch weitestgehend undigital. Für die Studie, die den seit 2001 jährlich erscheinenden <a href="http://www.initiatived21.de/category/nonliner-atlas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(N)Onliner-Atlas</a> ergänzen soll, befragte TNS Infratest deutschlandweit 1014 Personen.
</p>
<p>
<b>Die Passiven und die Aktiven</b>
</p>
<p>
Das Spektrum der eher passiven Nutzer reicht von denjenigen, die neue Medien im Prinzip gar nicht nutzen und angeben, davor Angst zu haben, bis zu denen, die zumindest gelegentlich online sind, aber keinen weitergehenden Nutzen darin erkennen können. Sie zeichnen sich in der Regel durch ein niedriges bis mittleres Bildungsniveau und ein höheres Alter aus.
</p>
<p>
Die digital Souveränen hingegen, die sich in Trendnutzer, digitale Profis und digitale Avantgarde unterteilen, verfügen in der Regel über eine mittlere bis hohe Bildung und auch über weitreichende Kompetenzen im Umgang mit dem PC. Zwar gibt es Unterschiede in der beruflichen und privaten Nutzung, doch alle drei Gruppen haben erkannt, dass das Internet ihnen nutzt, und sind in der Lage, kompetent damit umzugehen.
</p>
<p>
<b>Nutzen des Webs muss deutlich gemacht werden</b>
</p>
<p>
Gerade weil die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft enorm von der digitalen Kompetenz der Gesellschaft abhinge, wäre es dringend nötig, dass in dieser Hinsicht etwas passiert, sagte Dr. Ulrich Hermann, Vorstandsmitglied der Initiative D21 auf einer Pressekonferenz. Die Enquete-Kommission ´Internet und digitale Gesellschaft` des Deutschen Bundestages sei hierfür schon ein wichtiger Schritt.
</p>
<p>
Jo Gröbel, Direktor des Deutschen Digital-Instituts Berlin, forderte bei der Vorstellung der Studie, nicht immer nur über die technischen Zugänge und die Medienkompetenz zu sprechen. Dies seien wichtige Punkte, doch ebenso dringlich sei es, den Menschen den Nutzen des Internets deutlich zu machen. </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Broadband for the World</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/broadband-for-the-world-4050/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 09:10:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsland]]></category>
		<category><![CDATA[Satellit]]></category>
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					<description><![CDATA[Google zeigt sich von seiner Schokoladenseite: Ein Mammutprojekt soll das Internet auch in die ärmeren Regionen der Welt bringen. Ganze 16 Satelliten will der Konzern bis 2010 ins All schießen und beinahe eine halbe Milliarde Euro ausgeben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Google zeigt sich von seiner Schokoladenseite: Ein Mammutprojekt soll das Internet auch in die ärmeren Regionen der Welt bringen. Ganze 16 Satelliten will der Konzern bis 2010 ins All schießen und beinahe eine halbe Milliarde Euro ausgeben.<!--break--></p>
<p>
Internetuser und Medien dieser Welt ereifern sich momentan darüber, dass der neue Google-Browser „Chrome“ zu viele Daten speichert. Jetzt kommt Google jedoch wieder mit <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,577171,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">guten</a> <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7606824.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meldungen</a> <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/ee2f738c-7dd0-11dd-bdbd-000077b07658.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in</a> <a href="http://www.heise.de/netze/Satelliten-Internet-fuer-drei-Milliarden-Menschen--/news/meldung/115654" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die</a> <a href="http://www.nytimes.com/idg/IDG_852573C400693880002574BF00346775.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlagzeilen</a>: Es will sich um die drei Milliarden Menschen kümmern, die nicht einmal die technischen Möglichkeiten besitzen, um sich in den Google-Datenspeichern zu verewigen. Denn knapp die Hälfte der Weltbevölkerung wohnt in Gebieten, in denen Internetverbindungen nicht ohne weiteres verfügbar sind. „Other 3 billion“, die anderen drei Milliarden, nennt Google diese Gruppe und sein Projekt entsprechend <a href="http://www.o3bnetworks.com/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„O3b Networks“</a>.
</p>
<p>
Um die hohen Preise einer Kabelverbindung zu vermeiden, sollen 16 niedrig fliegende Satelliten eine hohe Bandbreite bringen. Das Ganze kostet fast eine halbe Milliarde Euro, ist aber auf die Anzahl an Personen, die die Technik erreichen könnte, immer noch günstig. Neben Google sind die Geldgeber die Banken HSBC und Allen &amp; Company sowie der Telekommunikationsanbieter Liberty Global. Initiator ist der Milliardär Greg Wyler, der immerhin schon eines der modernsten Handynetze der Welt in Ruanda installiert hat.</p>
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