<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Interview &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/interview/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Sep 2022 11:58:43 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Interview &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Interview mit der Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, zum Thema digitalisierte Diskriminierung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/interview-mit-der-unabhaengigen-bundesbeauftragten-fuer-antidiskriminierung-ferda-ataman-zum-thema-digitalisierte-diskriminierung-164396/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/interview-mit-der-unabhaengigen-bundesbeauftragten-fuer-antidiskriminierung-ferda-ataman-zum-thema-digitalisierte-diskriminierung-164396/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannah Clar]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2022 09:58:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
		<category><![CDATA[Die dunklen Seiten des WWW]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Ferda Ataman]]></category>
		<category><![CDATA[Ampelkoalition]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmus]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Diskriminierungsstelle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/?p=164396</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><strong>Im Rahmen des <a href="https://www.politik-digital.de/themenseite/digitalisierung-als-diskriminierungstreiber-wie-algorithmen-strukturelle-ausgrenzung-reproduzieren-164373/">kürzlich erschienen Artikels zu digitalisierter Diskriminierung</a>, wurde eine Interviewanfrage an Ferda Ataman, unabhängige Bundesbeauftrage für Antidiskriminierung, zum Thema digitalisierte Diskriminierung, gestellt. Hier finden Sie das schriftliche Interview, welches von unserer Praktikantin Hannah Clar geführt wurde, in voller Länge.</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Clar:</strong> Aus dem von der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes (ADS) in Auftrag gegebene Forschungsprojekt Diskriminierungsrisiken bei Verwendung von Algorithmen“ aus dem Jahre 2019 gingen verschiedene Erkenntnisse hervor, unter anderem Feststellungen, wie die Anti-Diskriminierungsstelle selbst vorzugehen hat, um gegen digitalisierte Diskriminierung vorzugehen.</p>
<p><strong>Wie steht es um diese Ansprüche?</strong></p>
<p>Man kam zu der Erkenntnis, dass Ersteller von Algorithmen beraten und sensibilisiert werden müssten, um eine von vornherein diskriminierende Programmierung zu vermeiden. Es wurde zudem gefordert, dass die ADS in Entscheidungsprozesse bei Beschaffung von Algorithmen durch staatliche Behörden/Institutionen einbezogen werden sollte. Durch direkte Analysen und das Testen von Algorithmen, sollen diskriminierende Strukturen schneller erkannt werden.</p>
<p>Hier werden verschiedene Fragen aufgeworfen. Zum einen, in welchen Aspekten die ADS Fortschritte gemacht hat und ob es neue oder geplante Projekte gibt. Zum anderen, wie die aktuellen Entscheidungsprozesse ablaufen und welche Rolle die ADS in diesen spielt.</p>
<p><strong>Welchen der von Ihnen angeführten Punkte halten Sie für besonders akut?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Ataman</strong> (Antwort auf alle vorstehenden Fragen): &#8220;Es gibt viel zu tun, um Diskriminierungsrisiken durch Algorithmen gut zu begegnen und wir stehen zugegebenermaßen immer noch am Anfang. Mein eigenes Amt ist ja noch ganz neu. Im April 2022 wurde das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz geändert und die Position einer Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung geschaffen, die gleichzeitig die Antidiskriminierungsstelle des Bundes leitet. Ich habe dieses Amt im Juli übernommen. Und zu meinen Befugnissen als Beauftragte gehört auch, dass Bundesbehörden mich bei allen Vorhaben, die meine Zuständigkeit berühren, zukünftig beteiligen müssen. Das gilt auch bei der Frage der Beschaffung von algorithmischen Entscheidungssystemen durch staatliche Stellen. Wichtig ist, dass Testing-Möglichkeiten geschaffen werden, um Diskriminierungsrisiken zu identifizieren. Ich werde diese Punkte als Unabhängige Beauftragte einbringen, wenn die Bundesregierung hier einen Gesetzentwurf vorlegt.&#8221;</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Clar:</strong> Die Ampel-Koalition positioniert sich in Ihrem Koalitionsvertrag noch deutlicher als ihre Vorgänger gegen Diskriminierung. Zudem verweist der Vertrag auf die Ausweitung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, eine Möglichkeit, die sowohl in Ihrem Forschungsprojekt als auch im <a href="https://algorithmwatch.org/de/digital-autonomy-policy-brief-5/">Policy Brief #5 von der Nicht-Regierungsorganisation AlgorithmWatch</a> gefordert wird.</p>
<p><strong>Hat der Regierungswechsel bezüglich der Arbeit (Abläufe, Herangehensweise etc.) gegen digitalisierte Diskriminierung nennenswerte Veränderungen herbeigeführt oder sind diese zu erwarten?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Ataman:</strong> &#8220;Klar ist: Das Thema Diskriminierungsschutz gehört auf die Agenda, und zwar jetzt. Es gab schon kurz nach dem Regierungswechsel die erste substanzielle Änderung des AGG seit vielen Jahren, die mir als Beauftragte und damit auch der Antidiskriminierungsstelle die Beteiligungsrechte gegeben hat, die ich erwähnt habe. Aber wie Sie selbst ansprechen, hat die Regierung sich noch eine grundsätzlichere AGG-Reform vorgenommen, die laut Koalitionsvertrag „Schutzlücken schließen, den Rechtsschutz verbessern und den Anwendungsbereich des Gesetzes“ ausweiten soll. Ich will mit daran arbeiten, dass dieser Anspruch auch erfüllt wird und die AGG-Novelle Menschen, die Diskriminierung erleben, tatsächlich hilft. Denn das Gesetz, das wissen wir seit langem, ist zu schwach und macht es Menschen zu schwer, zu ihrem Recht zu kommen. Das gilt auch im Umgang mit algorithmischen Systemen und die Bundesregierung steht da wirklich in der Pflicht. Als Antidiskriminierungsstelle haben wir ein Rechtsgutachten vergeben, das für uns ganz genau prüfen soll, ob und wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz angepasst werden muss, um mit Diskriminierung durch algorithmische Systeme angemessen umgehen zu können. Das Gutachten werde ich in einigen Monaten vorlegen können.</p>
<p>Ein Verbandsklagerecht und auch ein Klagerecht der Antidiskriminierungsstelle in Fällen von grundsätzlicher Bedeutung gehören aus meiner Sicht jedenfalls zu den Verbesserungen, die unbedingt kommen sollten.&#8221;</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Clar:</strong> In den Schlussfolgerungen, welche Sie aus dem Forschungsprojekt ziehen, führen Sie auch verschiedene gesetzliche Möglichkeiten gegen digitale Diskriminierung vorzugehen auf.</p>
<p><strong>Wurden diese Vorschläge bereits von der Ampel-Koalition aufgegriffen oder rechnen Sie damit, dass dies in Zukunft passiert? </strong><strong>Rechnen Sie zudem mit Gesetzesentwürfen/gesetzlichen Anpassungen während der aktuellen Legislaturperiode?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Ataman:</strong> &#8220;Wir sind ja mittendrin in der gesetzgeberischen Debatte, aktuell aber vor allem auf EU-Ebene, wo es um die Europäische Verordnung zu Künstlicher Intelligenz geht. Viele Expert*innen kritisieren, dass der Vorschlag den Diskriminierungsschutz eher als Nebensache behandelt. Ich sehe das auch kritisch. Die Betroffenen und ihre Rechte kamen im ersten Entwurf der Kommission eigentlich gar nicht vor. Wir dringen hier darauf, dass die Bundesregierung in den Verhandlungen möglichst viel für den Schutz vor Diskriminierung herausholt. Parallel gibt es jetzt auch einen ersten Entwurf für eine Konvention des Europarats zu Künstlicher Intelligenz, die besonders den Schutz der Grundrechte in den Blick nimmt.</p>
<p>Mir ist vor allem wichtig, dass wir Dokumentationspflichten für die Anwender algorithmischer Systeme in allen Bereichen haben, in denen Diskriminierung verboten ist, damit vor Gericht überhaupt nachgewiesen werden kann, nach welchen Kriterien eine Entscheidung gefällt wurde. Dass es Transparenzpflichten gibt und die Betroffenen überhaupt darüber informiert werden, dass z.B. in einem Bewerbungsverfahren Algorithmen eingesetzt werden. Und dass wir genau hinschauen, ob bestimmte Änderungen am bestehenden Antidiskriminierungsrecht</p>
<p>nötig sind, damit es zukünftig noch durchgesetzt werden kann. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Antidiskriminierungsstelle hat bisher keinen Auskunftsanspruch gegenüber privaten Unternehmen. Da hilft uns dann die schönste Dokumentation von Entscheidungskriterien eines Algorithmus nichts, wenn wir sie nicht anfordern können.</p>
<p>Ob auch nationale Gesetzgebung nötig wird, werden wir sehen, wenn die europäischen Verhandlungen abgeschlossen sind. Ich bin aber ziemlich sicher, dass wir am Ende der Legislaturperiode eine Rechtslage haben werden, die deutlich klarer ist.&#8221;</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Clar:</strong> Der Policy Brief #5 von AlgorithmWatch ähnelt insbesondere in Bezug auf die Schlussfolgerungen und Handlungsansätze stark der Ihren.</p>
<p><strong>Bestätigt das Ihre Arbeit? Wie ist das weitere Vorgehen? Welchen Einfluss hat dies auf Sie?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Ataman:</strong> &#8220;Tatsächlich kommt AlgorithmWatch zu sehr ähnlichen Empfehlungen wie das Gutachten, das Carsten Orwat vom KIT Karlsruhe für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erarbeitet hat. Und das ist auch gar nicht überraschend, denn beide liegen auf einer Linie mit den allermeisten Analysen aus der Wissenschaft und auch von europäischen und internationalen Fachgremien, die inzwischen vorliegen. Natürlich fühlen wir uns darin bestätigt, dass wir mit unseren grundsätzlichen Empfehlungen auf dem richtigen Kurs sind. Wir werden uns mit Organisationen wie AlgorithmWatch in Zukunft laufend inhaltlich austauschen. Ich finde es wichtig, dass wir in beiden Richtungen einen Wissenstransfer organisieren zwischen denen, die sich seit Jahren mit Algorithmen und KI beschäftigen, und denen, die Expert*innen für Antidiskriminierung sind. Da machen wir auch gute Fortschritte.&#8221;</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Clar:</strong> Es besteht die Möglichkeit, dass es zu keinen konkreten Maßnahmen gegen digitale Diskriminierung kommt, oder diese erst in einigen Jahren wirken.</p>
<p><strong>Wie können sich Nutzer*innen aktuell schützen? Gibt es eventuell konkrete Plattformen/Betreiber*innen etc., die zu meiden sind?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Ataman:</strong> &#8220;Es ist sehr schwierig, Einzelpersonen zu empfehlen, wie sie sich schützen können. Solange es keine Transparenzpflichten gibt, wissen sie ja oft gar nicht, dass ein algorithmischer Entscheidungsmechanismus zum Einsatz kommt. Und eigentlich sollte unser Ansatz doch auch ein anderer sein: Damit wir einen guten Schutz vor Diskriminierung erreichen, müssen wir uns an diejenigen richten, die gestalten können: Das sind die Anbieter*innen von KI und die Unternehmen, die solche Anwendungen nutzen. Das ist die Politik, die die Rahmenbedingungen setzen muss. Und das sind all diejenigen, die in Beratungsstellen aktiv mit Menschen arbeiten, die Diskriminierung erleben.</p>
<p>An der Stelle haben wir zuletzt angesetzt. Wir haben das Projekt AutoCheck von AlgorithmWatch gefördert, das einen Ratgeber zu „Automatisierten Entscheidungssystemen und Diskriminierung“ erarbeitet und Schulungsprogramme für die Antidiskriminierungsberatung entwickelt hat. Dadurch wollen wir die Berater*innen ansprechen, die überall im Land täglich Menschen unterstützen, die Diskriminierung erfahren. Sie sollen in die Lage versetzt werden, einen</p>
<p>Zusammenhang eines Diskriminierungsfalls mit algorithmischen Systemen besser zu erkennen. Das hilft in erster Linie den Betroffenen, weil sie besser beraten werden können. Es hilft uns aber auch dabei, solche Fälle besser zu dokumentieren, damit wir politische Schlüsse aus ihnen ziehen und dann eventuell auch die Öffentlichkeit besser über einzelne, problematische Anwendungen aufklären können.&#8221;</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Picture by <a href="https://pixabay.com/de/users/tobiasgolla-901494/">Tobias Golla</a> on <a href="https://pixabay.com/de/photos/bundestag-regierung-reichstag-732071/">pixabay</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/interview-mit-der-unabhaengigen-bundesbeauftragten-fuer-antidiskriminierung-ferda-ataman-zum-thema-digitalisierte-diskriminierung-164396/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intuitive Technik für den Arbeitsplatz der Zukunft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/arbeitsplatz-der-zukunft-157580/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/arbeitsplatz-der-zukunft-157580/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karina Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 13:23:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[New Work]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=157580</guid>

					<description><![CDATA[Der digitale Transformationsprozess bietet nicht nur neue Technologien, die immer mehr den Arbeitsplatz erobern, sondern verändert diesen auch maßgeblich. Das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der digitale Transformationsprozess bietet nicht nur neue Technologien, die immer mehr den Arbeitsplatz erobern, sondern verändert diesen auch maßgeblich. Das Konzept New Work soll den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten dabei wieder in den Mittelpunkt stellen. Dafür bedarf es jedoch neuer kreativer und innovativer Lösungen. Wie sich Arbeit und Arbeitsplatz verändern, aber auch aktiv neu gestaltet werden können, erklärt Lieven Bertier von Barco ClickShare im Interview.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2020/06/Lieven-Bertier1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-157590" src="/wp-content/uploads/2020/06/Lieven-Bertier1.jpg" alt="Lieven Bertier" width="167" height="134" /></a><br />
Lieven Bertier ist seit mehr als 15 Jahren bei Barco tätig und hat in dieser Zeit verschiedene Funktionen für das Unternehmen übernommen. Seit 2014 ist er Teil des ClickShare-Teams und arbeitet als Segment Director Workplace, wo er sich mit der Veränderung des Arbeitsplatzes durch die Digitalisierung sowie neuen Kommunikationslösungen beschäftigt.</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital.de: Was bedeutet New Work für Sie?</h3>
<p>Lieven Bertier: New Work ist bereits heute Realität in den meisten Unternehmen, ob bewusst oder unbewusst. Zum einen lassen sich diese neue Entwicklungen an konkreten Zahlen festmachen. Laut unserer neusten <a href="https://infopages.barco.com/rs/141-TQB-685/images/Five%20Steps%20to%20the%20Perfect%20Meeting%20-%20report%20.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> ist zum Beispiel die Zahl der remote-arbeitenden Mitarbeiter im Laufe des letzten Jahrzehnts um 115% gestiegen. 49% der Beschäftigten arbeiten mittlerweile regelmäßig von einem anderen Standort als ihrem Büro aus. Gleichzeitig sind solche Zahlen nur ein kleiner Ausschnitt einer allgemeinen Flexibilisierung des Arbeitsplatzes, die neben einer selbstbestimmteren Wahl des Arbeitsorts auch flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitsprozesse miteinschließt. Am Ende gibt es viele Definition von New Work, die im Grunde alle eine Art Abkehr von strikten und starren Prozessen und Denkweisen beschreiben und mehr Spielraum und Freiheit für Innovation bedeuten.</p>
<h3>Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?</h3>
<p>Wenn wir in die nahe Zukunft schauen, werden die meisten Arbeitsabläufe wohl mehr oder weniger in ihrer Essenz erhalten bleiben. Was sich neben der immer weitervoranschreitenden Flexibilisierung der Arbeitskultur vor allem in den nächsten Jahren maßgeblich verändern wird, sind die technischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen werden. Interessant ist, dass unsere Forschung zeigt, dass es vor allem die Mitarbeiter selbst sind, die hohe Erwartungen an die Technologien haben und sich sogar eine schnellere Digitalisierung des Arbeitsplatzes wünschen. 65% der Befragten wünschen sich eine stärkere Einbindung digitaler Hilfsmittel wie zum Beispiel Virtual und Augmented Reality. Wir sehen hier grundsätzlich eine fast ausschließlich positive Erwartungshaltung an neue Technologien.</p>
<h3>Welchen Einfluss hat die Digitalisierung des Arbeitsplatzes auf die Arbeitskultur? Können Sie hierfür ein konkretes Beispiel geben, was die radikalsten Veränderungen sein werden?</h3>
<p>Nehmen Sie das Beispiel der physisch immer weiter verteilten Teams. Hinzu kommt das Unternehmen immer öfter mit zeitlich festgelegten Projektteams arbeiten, bei denen immer öfter auch Freelancer miteingebunden werden. Hierin sehen wir ein klares Arbeitsmodell der Zukunft, das unser klassisches Arbeitsmodell, bei dem Mitarbeiter oft über Jahrzehnte mit denselben Kollegen in festen Büroräumen zusammenarbeiten, ablöst. Solche Teams werden nur wenige Monate miteinander an gezielten Projekten zusammenarbeiten und das von verschiedenen Orten aus. Eine Herausforderung wird sein, eine vertraute Arbeitskultur und schnelle Kommunikation zu schaffen, um wirkliche Teamarbeit zu ermöglichen. Hierin sehen wir eine große Herausforderung. Gleichzeitig glauben wir, dass wir nur mit moderner Kommunikationstechnologie Lösungen für diese Herausforderungen finden können.</p>
<h3>Inwiefern werden sich Unternehmenskultur und Umgang miteinander ändern, wenn zwischenmenschliche Kommunikation weitgehend durch technische Kommunikationsmittel ersetzt wird?</h3>
<p>In einem idealen Szenario wird der Wandel kaum zu spüren sein, weil die Technik Menschen eben noch effizienter miteinander verbindet. Natürlich werden Emails und Telefonanrufe weiterhin eine wichtige Rolle bei der Kommunikation zwischen Kollegen spielen. Gleichzeitig glauben aber zum Beispiel 77% der Befragten unserer Studie, dass Videoübertragung in den nächsten drei Jahren Standard für Meetings sein wird. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass Mitarbeiter dazu befähigt werden, sich überall und immer digital mit ihren Kollegen zu vernetzen. Nur so kann ein reibungsloser Wechsel von Kommunikation Angesicht-zu-Angesicht hin zu digitaler Kommunikation funktionieren.</p>
<h3>Welche technischen und kulturellen Lösungen brauchen wir für den Arbeitsplatz der Zukunft?</h3>
<p>Im Grunde sind die meisten technischen Lösungen bereits vorhanden<strong>. </strong>Nun geht es tatsächlich darum den Wandel der Arbeitskultur aktiv zu gestalten. Unsere Studie zeigt, dass es hierbei vor allem wichtig ist, dass die Managementebene Freiheiten und Spielraum für das Erproben neuer Arbeitsprozesse einräumt. Dabei geht es sowohl um den Einsatz innovativer technischer Lösungen und flexiblerer Arbeitsmodelle, aber auch Dinge, die auf den ersten Blick eher banal wirken, wie zum Beispiel die Raumaufteilung in Büros. Verschiedene Studien von uns, die in den letzten Jahren erschienen sind, weisen klar darauf hin, dass ein diverses Angebot an Meeting- und Büroräumen eine deutlich bessere Arbeitskultur schafft. Besonders beliebt werden dabei immer mehr sogenannte Huddle Rooms oder Spaces. Dabei handelt es sich um kleine nicht buchbare Räume oder abgrenzbare Raumelemente, die für kurze spontane Meetings genutzt werden können und eine Abwechslung zu den oftmals noch vorhandenen Großraumbüros bereitstellen.</p>
<h3>In welchen Bereichen kann Technik verbessert werden?</h3>
<p>Ich denke, dass wir schon sehr weit gekommen sind mit den technischen Möglichkeiten, die wir heute haben. Der nächste große Schritt ist es, Technik benutzerfreundlicher, leichter anwendbar und schneller einsetzbar zu machen. Unsere letzte Studie hat gezeigt, dass noch heute 11% der Zeit von Besprechungen mit dem Anschließen und Einrichten von Technik verschwendet wird. Ein Hauptproblem ist, dass Technik zu kompliziert ist und nicht intuitiv für Nutzer verwendbar ist. Das schließt natürlich viele Menschen von ihrer Nutzung aus oder erfordert langwieriges Training. Am Ende ist es bei Technik wie bei gewöhnlichen Konsumgütern: Wenn Sie sich einen neuen Fernseher kaufen, wollen Sie auch nicht die gesamte Bedienungsanleitung durchlesen müssen, um diesen zu starten. Sie wollen ihn einstecken, anschalten und direkt benutzen. Das selbe gilt auch für Technik, die wir in unseren Büros verwenden.</p>
<h3>Wie kann Technik die Fort- und Weiterbildung der ArbeitnehmerInnen unterstützen, wenn diese neue Berufe lernen müssen?</h3>
<p>Natürlich können durch die digitale Vernetzung bessere Trainingsmöglichkeiten angeboten werden. Mitarbeiter können von Zuhause aus lernen; Ausbilder und Lehrer können aus der Ferne digital unterrichten und müssen nicht physisch vor Ort sein. Das ist natürlich eine wichtige Errungenschaft, die es vor allem ermöglicht, gerade auch Menschen außerhalb der großen Ballungszentren zu erreichen, die sonst einen eher eingeschränkten Zugang zu digitaler Bildung haben.</p>
<h3>Welche Branchen werden als nächstes mit New Work erschlossen werden?</h3>
<p>Bisher ist New Work vor allem bei den großen Firmen im Gespräch und betrifft vor allem den Service- und Dienstleistungssektor. Vor allem in Büros hat die digitale Transformation bereits auch zu einem Wandel der Arbeitskultur geführt. Über kurz oder lang wird New Work wohl aber auch in anderen Branchen und Sektoren Anklang finden. Je mehr Prozesse automatisiert werden, desto mehr Freiheiten ergeben sich in der Regel auch, Arbeitsprozesse neu zu gestalten. Gleichzeitig verändern sich auch die Ansprüche der neu in den Arbeitsplatz kommenden Generationen. Zum einen wünschen sich diese immer mehr mit neuer und modernster Technologie zu arbeiten. Zum anderen werden Home Office, Teilzeitmodelle oder andere flexiblere Arbeitsformen in immer mehr Branchen gefragt werden. In den nächsten Jahren erwarten wir, dass es eine weitere Bewegung von New Work auch in der Produktion und dem produzierenden Gewerbe geben wird. Auch hier wird die Automatisierung neue Arbeitsmodelle ermöglichen.</p>
<p>Titelbild: asawin via <a href="https://pxhere.com/en/photo/1575603?__cf_chl_jschl_tk__=3494503c4f8db2a20a9f5c907d2a67a8f3d5b2d0-1582190023-0-AYGFX-U8uGoAkakfqZGuOXaX4yCvtTDxiXuOUJL6Y2uugrq0xJ7AsN4wY-p2-brF78iByfwtpf8geJWnHui1_BcdKounK3vsid_hlu-2Iue9yTFKwgE2gvxV1VRn-a6Bz-ncv1noDRCO4pDjOmVJ3-PsvXZJtj2V8AZuJe7Kwe4MN9Wn8JwT3ePY9I9n8_98P84dOeTREkHn4B1qfCnwIuwxonsLckPT1viHA53dcKQPeseOo2dYBk2W-09M0j4iHO0pW8u_DIJuA30EvJnnkcbu8wq7_aZ2B8v2wMIi0nIe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PxHere</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCO</a>, bearbeitet.<br />
Bild Lieven Bertier: Barco</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz CC-BY-SA 3.0" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/arbeitsplatz-der-zukunft-157580/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Die Mitte der Gesellschaft darin bestärken, Position zu beziehen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/landtagswahl-sachsen-2019-roland-loeffler-im-interview-156490/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/landtagswahl-sachsen-2019-roland-loeffler-im-interview-156490/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2019 08:21:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[hate speech]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl Sachsen 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Löffler]]></category>
		<category><![CDATA[Sächsische Landeszentrale für politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=156490</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Dr. Roland Löffler leitet seit zwei Jahren die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen mit den Online- und Offline-Projekten der Landeszentrale, welche Themen im Wahlkampf eine Rolle spielen und den Umgang mit Hate Speech in den Sozialen Medien.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Welche Projekte hat die Landeszentrale anlässlich der LTW neu gestartet oder auf die Wahl bezogen?</strong></p>
<p>Zur sächsischen Landtagswahl 2019 bietet die Landeszentrale verschiedene Projekte an. Unser größtes Projekt sind die Wahlforen: Zusammen mit den drei großen Regionalzeitungen Leipziger Volkszeitung, Sächsische Zeitung und Freie Presse veranstalten wir 60 Wahlforen, also in jedem Wahlkreis in Sachsen ein Wahlforum, bei dem die Bürger mit  den Wahlkreiskandidaten der sechs großen Parteien debattieren. Das sind die Parteien, die im Landtag oder Bundestag in Fraktionsstärke vorhanden sind. Das hat es so, glaube ich, noch nie gegeben, zumindest nicht in Sachsen. Auch auf Bundesebene ist mir kein solches Projekt bekannt.</p>
<p>Dann haben wir die Bücher „Wahlen in Sachsen“ und „Die Parteien in Sachsen“ herausgebracht. Außerdem bieten wir seit Anfang August wieder den Wahl-O-Mat an.</p>
<p>Mit der Aktion Zivilcourage in Pirna haben wir für junge Leute ein Peer-to-Peer-Motivationsprojekt „Ich bin wählerisch“ ausgerufen, mit dem wir junge Menschen motivieren wollen, sich mit den Wahlen auseinanderzusetzen.</p>
<p><strong>Das Projekt „Ich bin wählerisch“ läuft ja seit ein paar Wahlperioden. Wie wird das angenommen?</strong></p>
<p><a href="https://ichbinwaehlerisch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ich bin wählerisch“</a> hat einerseits einen spielerischen Charakter, führt andererseits aber auch zu einer ernsthaften politischen Auseinandersetzung mit den Wahlen. Mit der Aktion Zivilcourage haben wir da einen sehr guten Partner. Die sprechen gezielt junge Leute an, die wiederum in der Schule ihre Freundinnen und Freunde ansprechen. Wie schon bei den Europawahlen funktioniert das auch bei der Landtagswahl sehr gut.</p>
<h3>Analog: Wahldebatten in jedem Wahlkreis</h3>
<p><strong>Wie werden die Wahlforen angenommen?</strong></p>
<p>Bislang haben wir 36 Wahlforen veranstaltet und sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Wir haben zwischen 50 und 250 Gäste. Die Besucher aus der Bevölkerung, aber auch die Politiker, finden es toll, dass es ein solches Angebot gibt, dass man sich über aktuelle Fragen auseinandersetzen und die Kandidaten kennenlernen kann.</p>
<p>Die Debatten sind meist sachlich und fair, wir hatten allerdings auch ein paar unruhige Abende. Insgesamt funktioniert es sehr gut, die Partnerschaft mit den drei großen Regionalzeitungen ist ein großer Gewinn. Wir haben ein sehr konstruktives Miteinander und eine sehr umfängliche Berichterstattung. Damit sind die Themen des Wahlkampfs nicht nur an diesem Abend präsent, sondern werden durch die Vor- und Nachberichterstattung einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht.</p>
<p><strong>Der Wahl-O-Mat ist ein Klassiker vor den Wahlen, gerade weil er sich auf die Landtagswahlthemen bezieht. Was ist das spezifische an der Landtagswahl im Freistaat und welche Themen beschäftigen die Bürgerinnen und Bürger?</strong></p>
<p>Ich sehe im Moment nicht <em>das</em> große Wahlkampfthema. Ich sehe verschiedene kleine Themen, auch spezifische sächsische Themen. Beim <a href="https://www.wahl-o-mat.de/sachsen2019/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat</a> gibt es auch einige Ähnlichkeiten beispielsweise zu Brandenburg, wo die Themen „Senkung des Wahlalters“, „Wolf“ oder „Sanktionierung von Cannabis-Besitz“ ebenfalls eine Rolle spielen. Wichtige Themen in Sachsen sind derzeit der Braunkohle-Ausstieg, das Polizeigesetz, Schule, Landarzt und Versorgung im ländlichen Raum. Das Flüchtlingsthema hat nachgelassen, ist aber emotional schnell wieder mobilisierbar. Wirtschaft und Arbeitsplätze spielen interessanterweise nur eine geringe Rolle, das war vor ein paar Jahren noch anders. Anscheinend gibt es weniger Ängste um den Arbeitsplatz als früher.</p>
<p><strong>Warum ist das Flüchtlingsthema im Wahl-O-Mat zu finden? Wird das nicht auf Bundesebene behandelt?</strong></p>
<p>Ja, aber zum Beispiel bei der Frage, wie und mit welcher Konsequenz abgeschoben wird, haben die Länder ebenfalls Regelungskompetenzen. Insgesamt gilt aber beim Wahl-O-Mat: Wir nehmen nur Themen auf, die auch auf Landesebene geregelt werden können.</p>
<h3>Digital: Kontrovers diskutieren</h3>
<p><strong>„Lasst Uns Streiten“ ist ein Format, das die Diskussion insbesondere über kontroverse Themen wie Klimawandel und „Toleranz und ihre Grenzen“ ermöglicht. Ihr Appell: „Bewerten Sie andere Kommentare und Beiträge und lassen Sie uns streiten!“ Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?</strong></p>
<p>Das ist ein bewährtes <a href="https://www.lasst-uns-streiten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Format</a>. Wir machen das schon seit einigen Jahren und haben zwischen 600 und 3.000 User, die mitmachen. Wir hatten auch sehr heftige Debatten, unter anderem beim Thema „Sachsen-Bashing“. Das hat die Gemüter erhitzt. Unsere Strategie von der Emotionalität zur Sachlichkeit zu kommen gelingt nicht bei jedem User, meist aber doch. Allein schon deswegen, weil der User immer neue Fragen und Thesen eingeblendet bekommt, mit denen er sich auseinandersetzen kann. Dann kann er nicht nur wild „rumpolemisieren“, sondern muss Entscheidungen treffen und sich tiefer mit den Dingen auseinandersetzen, andere Perspektiven einnehmen. Das ist sicher ein Format, das Zukunft hat.</p>
<figure id="attachment_162014" aria-describedby="caption-attachment-162014" style="width: 630px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-large wp-image-162014" src="/wp-content/uploads/2020/06/LassUnsStreiten.png" alt="Screenshot &quot;Lass Uns Streiten&quot; © SLpB " width="630" height="293" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/LassUnsStreiten.png 1200w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/LassUnsStreiten-300x140.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/LassUnsStreiten-1024x477.png 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/LassUnsStreiten-768x358.png 768w" sizes="(max-width: 630px) 100vw, 630px" /><figcaption id="caption-attachment-162014" class="wp-caption-text">Debattenportal „Lasst Uns Streiten“</figcaption></figure>
<p>Das Projekt ist aus den 150 Debatten, die die Landeszentrale rund um die Themen „Flucht“, „Asyl“ und „Asylbewerberheime“ geführt hatte, entstanden, weil es da zum Ende sehr unfruchtbar war. Da kamen dann Leute aus der rechten Szene, die ihre Statements von Karteikarten abgelesen haben – das war kein Dialog mehr. Da hat man sich nicht mehr zugehört. Das wollen wir online mit diesem Angebot durchbrechen.</p>
<p><strong>Auf der digitalen Ebene stellen Sie nicht nur den Wahl-O-Mat bereit, sondern sind auch auf Facebook, Twitter, YouTube und Instagram vertreten. Wie nutzen Sie diese Kanäle?</strong></p>
<p>Auf Twitter haben wir uns in der letzten Zeit etwas zurückgehalten. Mit Instagram sprechen wir die Jüngeren an, Facebook ist für uns aber auch wichtig, gerade für die Veranstaltungsankündigungen.</p>
<p>Noch wichtiger ist allerdings Youtube, wo wir mit „<a href="https://wtf.slpb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#wtf?! – Wissen, Thesen, Fakten</a>“ eine &#8211; für unsere Verhältnisse &#8211; hohe Nachfrage haben. Das Video über Reichsbürger und Verschwörungstheorien liegt bei über 70.000 Klicks. Mit Fußballstars können wir natürlich nicht mithalten, aber für politische Bildung ist das eine gute Zahl. Wir wissen auch, dass wir den Bereich noch weiter ausbauen müssen, weil sich das Nutzungsverhalten der Menschen immer weiter ins Digitale verlagert. Da gehen wir mit.</p>
<h3>„Eine sehr polarisierte Gesellschaft“</h3>
<p><strong>Ich habe mir die Post und Kommentare auf der Facebook-Seite der Landeszentrale angesehen. Entweder moderieren Sie sehr stark oder es geht da sehr gesittet zu.</strong></p>
<p>Das freut mich zu hören. Ja, es gibt Phasen und Themen, da moderieren unsere Kollegen sehr stark. Wir haben eine Netiquette, die wir anwenden, wenn sich Menschen im Ton vergreifen. Glücklicherweise gibt es aber auch Nutzer, die in den Debatten selbst zur Mäßigung aufrufen und versachlichen. Insgesamt haben wir aber sehr viele „Freunde“ aus dem sehr linken und aus dem sehr rechten Spektrum. Wir wünschen uns mehr User aus der Mitte der Bevölkerung, die sich an den Diskussionen beteiligen. Auch im Internet spiegelt sich Sachsens recht polarisierte Gesellschaft wider.</p>
<p><strong>Sie haben die Diskussionen im Netz und die analogen Diskussionen bei den Wahlforen erlebt. Geht es im Netz härter zu?</strong></p>
<p>An manchen Tagen liegen da tatsächlich Welten dazwischen. Wir hatten auch unfreundliche Situationen bei den Wahlforen, aber insgesamt ist im Internet die Hemmschwelle verbal zuzulangen geringer. Unsere Aufgabe besteht darin, die Mitte der Gesellschaft darin zu bestärken, Position zu beziehen. Dass diese Mitte der Gesellschaft deutlich macht, dass sie die Gesellschaft zusammenhält.</p>
<p><strong>Sie leiten jetzt seit zwei Jahren die Landeszentrale. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus, was macht Sachsen besonders?</strong></p>
<p>Es gibt ja kluge Leute, die sagen, man solle sich vor einem Fazit hüten, weil das Leben immer weitergeht. Dennoch: Die Arbeit macht Spaß, ich habe ein tolles Team, in Sachsen gibt es viele Leute, die sich für die Gesellschaft engagieren. Wir sind hier in Sachsen gerade eine Hochburg der Debatte. Diese Debatten sind manchmal gut und fruchtbar, manchmal aber auch unkonstruktiv und emotional. Das direkt zu erleben, gehört zu meinem Lernprozess. Ich frage mich bei emotionalen Debatten oft, ob es wirklich nur um bestimmte Sachthemen geht oder welche Gefühle hinter den Argumenten stecken.</p>
<p>Sachsen ist ein Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen, einmal, was den Populismus angeht, aber auch im Blick auf Themen wie den demografischen Wandel, das Verhältnis von Stadt und Land oder die Wende in der Energie- und Klimapolitik. Das was heute hier debattiert wird, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren auch in anderen Regionen Deutschlands zum Thema werden. Und wenn man sich länger mit Sachsen beschäftigt, kann man dabei auch einiges über den Zustand der Bundesrepublik und der ost-mitteleuropäischen Länder lernen.</p>
<p>Mir ist wichtig: Sachsen und die neuen Bundesländer haben weiterhin ein großes Potenzial, neue Ideen und Konzepte zu denken und umzusetzen. Durch den öffentlichen Fokus auf den Populismus, der sich ja hier auch in einer Art Laborsituation befindet, wird leicht übersehen, dass es ganz andere zukunftsweisende, politische Themenfelder gibt, die wir schnellstens anpacken müssen und bei denen wir Modellprojekte, Kreativität, neuartige Lösungsangebote brauchen. Hier sehe ich eine echte Chance der neuen Bundesländer.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></p>
<p>Zur Person:<br />
<img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-162011" src="/wp-content/uploads/2020/06/Roland_Loeffler_07_sw_2.jpg" alt="Roland Löffler, Foto SLpB/Benjamin Jenak" width="305" height="203" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Roland_Loeffler_07_sw_2.jpg 640w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Roland_Loeffler_07_sw_2-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" />Dr. Roland Löffler, 48, studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Berlin, Cambridge und Marburg. Seit zwei Jahren ist er Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Zuvor arbeitete er u.a. als freiberuflicher Journalist, als Gastprofessor an der Universität Montreal und in leitenden Funktionen bei zwei deutschen Stiftungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:2019-03_Fridays_For_Future_Dresden_(63).jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fridays For Future-Demonstration in Dresden</a> by Ralf Lotys (Sicherlich) viaWikicommons, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY 4.0 </a></p>
<p>Screenshot „Lasst Uns Streiten“: © SLpB</p>
<p><strong>Porträtfoto Dr. Löffler:</strong> © SLpB/Benjamin Jenak</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-6"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/landtagswahl-sachsen-2019-roland-loeffler-im-interview-156490/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>“Die Entwicklung ist viel zu langsam” &#8211; Andreas Hofmann über digitales Lernen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-entwicklung-ist-zu-langsam-interview-digitales-lernen-151196/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/die-entwicklung-ist-zu-langsam-interview-digitales-lernen-151196/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 16:10:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[mobile.schule]]></category>
		<category><![CDATA[Tablets]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=151196</guid>

					<description><![CDATA[Digitale Inhalte sinnvoll in Schulen einzubinden ist in Deutschland noch immer schwierig. Der Bedarf jedoch steigt mit der zunehmenden Digitalisierung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/school-1517196_1280-e1485945602712.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151198" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/school-1517196_1280-e1485945602712-630x404.jpg" alt="school-1517196_1280" width="630" height="404" /></a>Digitale Inhalte sinnvoll in Schulen einzubinden ist in Deutschland noch immer schwierig. Der Bedarf jedoch steigt mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft. Um diese Diskrepanz auszugleichen, findet dieses Jahr zum 7. Mal die Tagung mobile.schule in Oldenburg statt. Wir haben mit dem Initiator Andreas Hofmann über die Entstehung der Tagung und die Digitalisierung der Bildung gesprochen.</p>
<p><b>Sie sind einer der Hauptinitiatoren der Tagung mobile.schule. Was war ihre persönliche Motivation, die Tagung zu organisieren und seit wann gibt es die Veranstaltung?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die <a href="http://mobile.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mobile.schule</a> habe ich vor etwa 5 Jahren ins Leben gerufen; damals noch als Fortbildungsveranstaltung an meiner Schule in Niedersachsen im Zuge eines Referenzschulnetzwerkes des Vereins n21. Ich wollte den Schulen in der Region einen Einblick in meine Arbeit bieten und die mir damals zur Verfügung stehenden Möglichkeiten digitalen Arbeitens zeigen. Beim ersten Treffen waren wir 40 Leute und ich war sehr glücklich über die Resonanz. Anfangs führte ich die Fortbildung zweimal pro Jahr durch, später dann einmal pro Jahr und 2014 erstmals in der Uni Oldenburg. Nachdem wir knapp 300 Gäste begrüßen durfte, wurde man auch in anderen Bundesländern auf uns aufmerksam.</span></p>
<p><b>Wer sind die (finanziellen) UnterstützerInnen der Tagung?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Seit diesem Jahr gibt es ein festes Budget vom Land Niedersachsen, das bei fast 70 Referenten allerdings nicht ausreicht. Das Event ist eigentlich kostenlos, der Beitrag von 10 Euro dient lediglich dazu, das Catering zu zahlen und die Professionalität von Jahr zu Jahr zu erhöhen. Das ist mir ganz wichtig, denn ich möchte, dass die Gäste sich wohlfühlen. Die Haupteinnahmen haben wir durch die etwa 50 Aussteller, die einen Beitrag und  Workshops anbieten dürfen, die allerdings von Lehrern oder anderen Referenten gehalten werden müssen. In diesem Jahr sind fantastische Workshops von den Ausstellern im Portfolio. Ich bin gespannt und froh, dass dieses Konzept aufgeht.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Generell ist das Event eine Kooperation von NLQ (Niedersächsischer Bildungsserver), dem OFZ (Oldenburger Fortbildungszentrum) und n21. Bei uns wird das niedersächsische Medienkonzept nicht nur gedacht sondern gelebt. Darauf sind wir sehr stolz.</span></p>
<p><b>Unter welchen Kriterien wurden die Themen der Tagung ausgewählt, wer koordiniert das Programm und wie kommen Sie an die Referenten?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Die inhaltliche Gestaltung des Events übernehme weitgehend ich, bekomme aber Hilfe von den anderen Koordinatoren und natürlich dem NLQ. Wir nehmen die Strömungen und Entwicklungen über die Monate auf und sprechen dann unser Netzwerk an. Dadurch kommen all diese Einflüsse automatisch in das Programm. Ein schönes Beispiel ist das Thema &#8220;Coding&#8221;, dass sich dieses Jahr an allen Ecken und Enden zeigt.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400">Mein Netzwerk hat sich in den letzten Jahren durch meine Tätigkeit in Niedersachsen als Berater, aber auch in meiner Nebentätigkeit als Trainer und Berater in anderen Bundesländern sehr erweitert. Mir ist es wichtig, dass ich überall, wo ich war, weiter in Kontakt bleibe. So kommen tolle Kooperationen wie z.B. mit dem Land Baden- Württemberg zustande oder enge Kontakte mit Mecklenburg- Vorpommern. Ein weiterer Motor der Vernetzung sind sicherlich auch unsere Blogs <a href="http://tablets.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tablets.schule</a> </span><span style="font-weight: 400">und <a href="//mobile.schule" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mobile.schule</a></span><span style="font-weight: 400"> sowie Twitter und Facebook. Social Media ist hier ein fantastischer Weg, mobile.schule zu bewerben und die Leute zu erreichen, die wirklich Interesse haben.</span></p>
<p><b>Im Anbetracht der Ergebnisse des letzten Jahres, gibt es Themen die bei den TeilnehmerInnen besonders populär sind?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ja, interessante Frage. Letztes Jahr war Gamification ein populäres Thema, und Hospitationen (Anm. d. Red.: Unterrichtsbesuch eines Fachleiters in der Lehrerausbildung eines Referendars) sind auch immer sehr gut besucht. Auch Mathematik, Inklusion und Differenzierung ist heiß begehrt. Und das Thema Kollaboration in allen Facetten ist auch sehr beliebt gewesen bei der Anwahl.</span></p>
<p><b>Die Tagung findet zum wiederholten Male in Oldenburg statt. Wieso dort, und gibt es ähnliche Veranstaltungen in anderen Bundesländern?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Das Event findet hier statt, weil die Uni uns den Support bietet und die Infrastruktur liefert. Ich arbeite gerne mit dem Team des OFZ zusammen. Deshalb suche ich keine Alternative.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hofmann.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151201 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hofmann.jpg" alt="" width="180" height="180" /></a> <strong><span style="font-weight: 400"><strong>Andreas Hofmann</strong> ist Lehrer an der Waldschule Hatten und Koordinator der Konferenz mobile.schule. Er ist außerdem als medienpädagogischer Berater des Niedersächsischen Bildungsservers NLQ, freier Trainer und Referent und Sprecher tätig. </span></strong> </div></div>
<p><b>Liegt der Fokus der Tagung auf dem Thema digitale Bildung im Bundesland Niedersachsen oder werden auch andere Länder mit einbezogen?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Wir liegen bei einer Verteilung von Zweidritteln zu Eindritteln. Also 75% Niedersachsen. Ich weiss, dass es kein Event außer den großen Messen gibt, dass dies bislang geschafft hat. Vielleicht geht es den Weitgereisten aber auch um unsere wirklich schönen Netzwerkabende.</span></p>
<p><b>Das Thema Bildung liegt in der Hoheit der Bundesländer. Wünschen Sie sich gerade bei Zukunftsthemen wie der Digitalen Bildung eine stärkere Zentralisierung und wenn ja, warum?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ich wünsche mir keine Zentralisierung, sondern das Ermöglichen länderübergreifender Zusammenarbeit. Kollegen kämpfen mit der bitte um Freistellung, weil mobile.schule in einem anderen Bundesland ist. Man muss für seine Reisekosten diskutieren und kommt tatsächlich in Nöte wegen der auf ein Bundesland ausgerichteten Bürokratie. Das NLQ ist da bereits gedanklich sehr weit und fördert diese Kooperationen, was ich großartig finde. Jedes Bundesland baut das Rad neu, jedes Kultusministerium startet neue Pilotprojekte, ohne vom Nachbarn zu lernen. Alle machen dieselben Fehler, verbrennen dieselbe Zeit. Das ist für mich unerklärlich. Man könnte so viel effektiver sein.</span></p>
<p><b>Gibt es ein bundesweites Netzwerk zum Thema digitale Bildung, in dem sich untereinander ausgetauscht wird?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Nein! Das einzige Netzwerk, das ich kenne, nennt sich Twitter. Der Rest sind private Initiativen. Netzwerken ist zeitintensiv, das schreckt viele ab.</span></p>
<p><b>Sind Schulen Vorreiter beim Thema „Digitale Bildungsangebote“, in dem Sinne, dass dort schon vieles umgesetzt wird, wovon die Politik theoretisch spricht?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Vorreiter? Ich muss mich manchmal selbst erden, weil ich diesen Eindruck bekomme. Ich sehe ja auch seit Jahren die Leuchttürme und Piloten. Man sieht immer dieselben engagierten Leute. Aber die Realität sieht doch anders aus. Wie viel Prozent erreiche ich mit mobile.schule? Das will ich gar nicht errechnen, weil es deprimierend wäre. So viele Schulen haben noch nicht einmal ein Konzept zur Umsetzung angedacht. Mir fehlen beweisbare Zahlen aber ich sehe es immer wieder in meiner Tätigkeit als Berater. Wenn Schulen nicht Gas geben bzw. die nachkommende Lehrergeneration endlich mit Hochdruck ausgebildet wird, mache ich mir ernsthafte Sorgen. Die Entwicklung ist viel zu langsam.</span></p>
<p><b>Was halten Sie von den politischen Initiativen zum Thema, wie etwa der Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft des BMBF?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400">Ich begrüße alle Initiativen diesbezüglich sehr, habe nur zunehmend Probleme bei den Worten &#8220;Projekt&#8221; und &#8220;Initiative&#8221;. Ich vermisse die Nachhaltigkeit sehr oft. Bevor irgendein Projekt nachhaltig in die Breite gehen kann, muss ein Umdenken stattfinden. Digitalität als Exot, als etwas, das separiert betrachtet wird, anstatt als ganzheitliche Realität und Lebenswelt, wird nie ankommen. Die unterrichtende Generation muss dieses Umdenken mittragen, die neuen Kolleginnen und Kollegen müssen nicht nur fachlich darauf vorbereitet werden sondern diesen Gedanken zur Selbstverständlichkeit werden lassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: by stux via <a href="https://pixabay.com/de/schule-schulanfang-tafel-smartphone-1517196/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/die-entwicklung-ist-zu-langsam-interview-digitales-lernen-151196/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Morozov und die Gretchenfrage der Netzdebatte</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/morozov-und-die-gretchenfrage-der-netzdebatte-139686/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/morozov-und-die-gretchenfrage-der-netzdebatte-139686/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2014 13:42:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Evgeny Morozov]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=139686</guid>

					<description><![CDATA[Netz-Journalist Evgeny Morozov, bekannt und umstritten für seine scharfe Kritik an Überwachung, Netzkultur und technologischem Wandel, äußerte sich diese Woche [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/morozov.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139687" alt="morozov" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/morozov.png" width="639" height="320" /></a> Netz-Journalist Evgeny Morozov, bekannt und umstritten für seine scharfe Kritik an Überwachung, Netzkultur und technologischem Wandel, äußerte sich diese Woche in einem Interview auf heise online zu den Gefahren einer ökonomischen Prägung und Vereinnahmung durch neue Technologien. Leider stellte er sich kaum der Frage, warum es angesichts dessen nicht gelingt, die Menschen von seinen Positionen zu überzeugen und für diese Problematiken zu sensibilisieren.<br />
Ziel von <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Es-geht-um-die-Zukunft-der-Demokratie-2184581.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Morzovs Schelte</a> war ein weiteres Mal die „New Economy“ im Silicon Valley, die er im Hinblick auf ihr Bedrohungspotenzial auf eine Stufe mit der geheimdienstlichen Überwachung stellte. Aber auch der Staat und die Internet-User, die Verantwortung und Problemlösungskompetenzen zunehmend an Wirtschaftsunternehmen abgeben würden, trügen zu dieser Entwicklung bei.<br />
Die privatwirtschaftliche Verfügung über unsere Kommunikationsmittel stellt für ihn ein Symptom unserer „Kapitulation gegenüber der Logik der Privatisierung und des Neoliberalismus“ dar. Im Zuge dessen überließen wir private und staatliche Entscheidungen zunehmend Datenberechnungen, anstatt darüber nachzudenken, wie diese Probleme in die Welt kämen. Die wirtschaftlichen Problemlösungen würden sich lediglich auf die „niedrig hängenden Früchte“ konzentrieren und eine vertiefte Auseinandersetzung mit Problemen im Zuge dessen verdrängen.<br />
Seine eigene Aufgabe sieht der in den USA lebende Buchautor nun auch darin, Bewusstsein zu schaffen für diese Problematik und zentrale Fragen gesellschaftlicher Gestaltung  zu repolitisieren. Dazu sei es auch notwendig, den Diskurs über digitale Technologien zu verändern. Auf sprachlicher Ebene befindet er Phrasen wie die „Freiheit des Internets“ als untauglich, da sie einerseits zu mehrdeutig und unverständlich seien und andererseits eine falsche Sicht auf Technologien einnehmen würden: „Es gibt keinen virtuellen Raum, es gibt keinen Cyberspace. Es gibt nur eine Welt.“ Für ihn ist bereits die Differenzierung zwischen  Internet und Nicht-Internet problematisch. Bereits in <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/politik-in-der-digitalen-welt/evgeny-morozov-antwortet-auf-martin-schulz-wider-digitales-wunschdenken-12790285.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seiner Replik</a> auf Martin Schulz‘ <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitale-gesellschaft-eu-parlamentspraesident-warnt-vor-technologischem-totalitarismus-12787107.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag</a> im Februar hatte der Publizist gefordert, mit der Mystifizierung des Internets zu brechen. Diese verweigere sich dem Umstand, Technik als der Gesellschaft eigenen Bestandteil zu begreifen. Technik entwickele sich unter spezifischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die wirtschaftlich und politisch vermachtet seien, und sei deshalb zu keinem Zeitpunkt frei oder neutral.<br />
<b> „Die Beweislast liegt nicht auf meiner Seite“</b><br />
So wichtig es ist, hin und wieder am Fortschrittsdogma und der Internet-Euphorie zu kratzen, muss aber dennoch reflektiert werden, warum diese eine so große Anziehungskraft auf die Menschen ausüben und warum es nicht gelingt, die Risiken öffentlich bekannt zu machen. Morozov verweist zwar darauf, dass man die gesellschaftlichen Kosten dieser Entwicklung aufzeigen müsse. Auf die Frage nach den mangelnden Problemlösungskompetenzen der repräsentativen Demokratie bleibt Morozov eine befriedigende Antwort schuldig. Denn während Staat, Gesellschaft und Menschen in vielen Bereichen bereits konkreten Nutzen aus den Innovationen ziehen, weist der Publizist die Beweislast von sich.<br />
Den vielfältigen Verheißungen wie Kosten- und Zeiteinsparungen, verbesserten Forschungsbedingungen oder Partizipationsmöglichkeiten begegnet er auf diese Weise mit einer gewissen Ignoranz. Dabei gilt es tatsächlich, kritische Fragen zu stellen: Wie weit wollen wir gehen? Wer soll darüber entscheiden? Was bezahlen wir dafür? Wo liegen die ethischen Grenzen? Wie verändern sich Rolle des Staates und seine Beziehung zu Wirtschaft und Zivilgesellschaft?<br />
Doch wenn wir den Menschen und Dingen, die wir kritisieren, nicht auf Augenhöhe begegnen, und wenn wir nicht versuchen zu verstehen, warum Menschen bestimmte Tools verwenden,  warum sie über gewisse Fragen nicht nachdenken oder sprechen wollen, und warum sie das Internet vor allem im Lichte seiner Annehmlichkeiten betrachten, dann lavieren wir uns um die  gegenwärtige Gretchenfrage des Netzdiskurses herum, die da lautet: Wie kann ein breiter gesellschaftlicher Diskurs angestoßen werden? Einen guten <a href="http://re-publica.de/session/ueberwachung-macht-impotent-neue-narrative-gegen-ueberwachung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag</a> hierzu brachte jüngst der Journalist Friedemann Karig auf der re:publica, indem er „neue Narrative gegen Überwachung“ forderte. Aber auch Evgeny Morozov selbst liefert mit seiner Sensibilisierung für die Begriffe „Internet“ oder „Freiheit“ bereits einen wichtigen Anstoß. Nun muss eine weitere Auseinandersetzung mit den Mechanismen innerhalb der Netzdebatte folgen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/journalismfestival/6319166972/sizes/o/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Journalism Festival</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/morozov-und-die-gretchenfrage-der-netzdebatte-139686/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung: Der Streit kann weiter gehen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nach-eugh-urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-der-streit-kann-weiter-gehen-138982/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nach-eugh-urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-der-streit-kann-weiter-gehen-138982/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 14:11:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltenteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[UN-Charta des Internetrechts]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Internetdelikt]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Spielkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Wendt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Internetkriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Cybercrime]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Voßhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Gerichtshof]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Richtlinie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=138982</guid>

					<description><![CDATA[Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-139034" alt="Cédric Puisney" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a><br />
Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen den Koalitionsparteien sowie innerhalb der Parteien sorgen. Inhaltlich stehen sich dabei im Wesentlichen zwei Standpunkte gegenüber. Wir haben bei einem Befürworter und einem Gegner der VDS nachgefragt – beide verweisen auf sich widersprechende Studien.<br />
Aktuell ist Deutschland der einzige EU-Mitgliedsstaat, in dem es keine VDS gibt. Zu Beginn der Großen Koalition drängte das CDU-geführte Innenministerium darauf, zügig ein Gesetz auf Grundlage der EU-Richtlinie zur VDS zu entwickeln. Zum Unmut des Koalitionspartners erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) dann Anfang Januar, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abwarten zu wollen, bevor sein Ministerium einen neuen Gesetzentwurf vorlegen werde. Diese Entscheidung muss rückwirkend als angemessen betrachtet werden, denn gemäß des gestrigen EuGH-Urteils ist die entsprechende EU-Richtlinie tatsächlich unzulässig.<br />
Für die neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Andrea Voßhoff (CDU) ist das Thema VDS in Deutschland damit aber noch nicht erledigt. Sie ist der Ansicht, <a href="http://www.heute.de/eugh-hat-vorratsdatenspeicherung-laut-bundesdatenschutzbeauftragte-vosshoff-nicht-grundsaetzlich-verworfen-32668982.html?utm_content=bufferb05b0&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">dass VDS „im Sinne des Gemeinwohls“ sinnvoll sein kann.</a> Für den ehemaligen BfDI Peter Schaar allerdings gehen die Richter des EuGHs inhaltlich weiter als die des Bundesverfassungsgerichts, welches das deutsche Gesetz zur VDS 2010 gekippt hatte. Für Schaar ist <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-EuGH-beerdigt-die-Vorratsdatenspeicherung-2166159.html?utm_content=buffer53d67&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die VDS sowie ähnliche Vorhaben, wie die europaweite Speicherung von Daten über Flugpassagiere, vom Tisch.</a><br />
Im Kern der Sache geht es um die Frage, ob VDS für die Aufklärung von Verbrechen – insbesondere im Internet – nützlich ist und der damit verbundene Eingriff in die Grundrechte der Menschen gerechtfertigt werden kann oder eben nicht:<br />
Befürworter der VDS, wie die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), sind der Ansicht, dass VDS essenziell für die Verbrechensbekämpfung sei. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der DPolG, lässt erklären, dass Internet-Verbindungsdaten und Verkehrsdaten der Telekommunikation „wichtige Informationen zum Täterverhalten, Tatstrukturen und möglichen Komplizen“ lieferten. „Schwere Straftaten können erst mit Hilfe dieser Verkehrsdaten aufgeklärt und weitere Delikte verhindert werden“, so Wendt. Verwiesen wird auf <a href="http://bit.ly/1jtf1Uu">eine Studie des Bundeskriminalamts,</a> die diese Auffassung bestätige. Angezweifelt werde zudem die Qualifizierung der Richter. Diese „sollten eine spezielle Sachkunde nachweisen, bevor sie entscheidungsbefugt sind.“<br />
Gegner der VDS, wie Matthias Spielkamp, Redaktionsleiter von <a href="http://iRights.info">iRights.info,</a> vertreten hingegen den Standpunkt, dass es keine belastbaren Hinweise darauf gebe, dass diese zu einer höheren Aufklärungsrate von Internetdelikten führen würde. Spuren, die zur Ermittlung von Tätern führen können, seien auch ohne VDS ausreichend zu finden. Die Grundrechte der Bürger würden daher unverhältnismäßig einschränkt. Der Generalverdacht, unter den die VDS alle Bürger stelle, sei schädlich für eine demokratische Gesellschaft. Spielkamp verweist auf <a href="http://bit.ly/1jtfmGG">eine vom Max-Planck-Institut durchgeführte Studie,</a> die keinen positiven Effekt durch VDS auf die Bekämpfung und Vermeidung von Internetdelikten feststellen kann.<br />
&nbsp;<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Interview mit der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks zum EuGH-Urteil: <a href="http://t.co/nUUc0KCPHd">http://t.co/nUUc0KCPHd</a><br />
Bild: Media Initiative ECI /<a href="https://www.youtube.com/watch?v=y2E936k0UW4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Screenshot Video</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/nach-eugh-urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-der-streit-kann-weiter-gehen-138982/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nina Diercks zum EuGH-Urteil: „Vorratsdatenspeicherung früher oder später wieder auf der Agenda“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nina-diercks-zum-eugh-urteil-vorratsdatenspeicherung-frueher-oder-spaeter-wieder-auf-der-agenda-138931/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nina-diercks-zum-eugh-urteil-vorratsdatenspeicherung-frueher-oder-spaeter-wieder-auf-der-agenda-138931/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 15:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Gesche Joost]]></category>
		<category><![CDATA[Europäischer Gerichtshof]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Diercks]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltenteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[UN-Charta des Internetrechts]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Richtlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=138931</guid>

					<description><![CDATA[Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139045" alt="Vorratsdatenspeicherung01-Skal" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorratsdatenspeicherung01-Skal.jpg" width="600" height="312" /></a><br />
Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006) ist in ihrer jetzigen Form unzulässig, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) heute. Wird es nun eine Neuauflage der Richtlinie auf europäischer Ebene geben? Was bedeutet das Urteil für die politische Situation in Deutschland? Wir haben bei der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks nachgefragt.<br />
Der Prozess vorm EuGH hatte vor allem in Deutschland Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte zum Amtsantritt, <a href="http://politik-digital.de/juso-vorsitzende-ueckermann-zur-vorratsdatenspeicherung-umdenken-in-der-spd/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">er wolle keinen neuen Gesetzentwurf vorlegen,</a> sondern das Urteil des EuGH abwarten &#8211; im Gegensatz zum Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der eine schnelle gesetzliche Neuregelung anstrebte. Ein neuer Gesetzesentwurf wurde erforderlich, da das Bundesverfassungsgericht die geltende Regelung 2010 für verfassungswidrig erklärte. Seitdem scheinen die Parteien das Thema zu umgehen und verweisen auf die EU. Jetzt deutet sich eine Fortsetzung des Konflikts in der Großen Koalition an, da Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) weiterhin eine <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/04/eugh.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„verfassungsgemäße und mehrheitsfähige Neuregelung“</a> der Vorratsdatenspeicherung anstrebt, wohingegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) <a href="http://www.bmjv.de/DE/Home/_doc/_aktuelles_zitat.html;jsessionid=5FF9DB5DAD907157C5ACE3C5F6EAA917.1_cid324?nn=3433226" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Grundlage für einen neuen Gesetzesentwurf sieht</a>.<br />
Die Rechtsanwältin Nina Diercks beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung und betreibt zusammen mit Stephan Dirks eine Anwaltskanzlei sowie den Blog<a href="http://www.socialmediarecht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Social Media Recht</a>. Dort argumentiert sie für eine juristisch-sachbezogene Vorratsdatenspeicherung in klaren rechtlichen Grenzen. Das heutige Urteil bedeutet ihr zufolge nicht, dass es keine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung geben wird. Die große Hürde sei, ein Gesetz vorzulegen, welches dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Frau Diercks, welche Auswirkungen hat das Urteil auf die nationale Gesetzgebung in der Sache?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Rein rechtlich betrachtet sind die Auswirkungen des EuGH-Urteils eher als gering einzustufen. Schließlich hatte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits im Jahr 2010 hinsichtlich der deutschen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung (ehem. §§ 113a und 113b TKG) geurteilt, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht per se unzulässig, aber die konkrete gesetzliche Ausgestaltung ungenügend ist, damit ein ungerechtfertigter Eingriff durch die Vorratsdatenspeicherung in die Grundrechte der Bürger vorliege und deswegen die Normen verfassungswidrig seien. In Deutschland existiert damit seit fast vier Jahren keine Vorratsdatenspeicherung mehr. Der EuGH erkennt nun quasi selbiges hinsichtlich der EU-Richtlinie. Auch der EuGH erklärte nicht die grundsätzliche Unzulässigkeit der Vorratsdatenspeicherung. Er erklärte vielmehr die Richtlinie für ungültig, da sie nicht präzise genug ausgestaltet gewesen sei, also – wie Juristen sagen würden – die durch die Richtlinien aufkommenden Grundrechtseingriffe nicht hinreichend gerechtfertigt und verhältnismäßig im engeren Sinne gewesen seien.<br />
Politisch wird die Gesetzgebung aber natürlich maßgeblich durch dieses Urteil beeinflusst. Bislang hieß es von Seiten der Regierung, dass vor einem neuen Entwurf zu einem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung die Entscheidung des EuGH abgewartet werden solle. Nun ist das neue Urteil da… und schon konnte man heute auf Twitter lesen, dass die EU zunächst einmal neue Vorgaben machen solle. Deutschland beeinflusst natürlich auch die in der EU entstehenden Richtlinien. Insoweit ist das meines Erachtens am Ende des Tages nur ein Schritt, um die in der Bevölkerung ungeliebte VDS nun nicht sofort selbst wieder auf das Tableau bringen zu müssen – auch wenn diese meiner Meinung nach früher oder später sicher wieder auf der Agenda stehen wird.<br />
<figure id="attachment_139048" aria-describedby="caption-attachment-139048" style="width: 175px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-139048 " alt="NDierckskl-cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NDierckskl-cut-305x388.jpg" width="175" height="223" /></a><figcaption id="caption-attachment-139048" class="wp-caption-text">Nina Diercks, Rechtsanwältin und Partnerin bei Dirks &amp; Diercks Rechtsanwälte in Hamburg sowie Gründerin des Social Media Recht Blog</figcaption></figure><br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wird trotz des Urteils eine Umsetzung der VDS durch die Große Koalition in Deutschland möglich?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ja. Weder EuGH noch BVerfG haben einen grundsätzlichen und unlösbaren Konflikt mit den Grundrechten gesehen. Beide Gerichte erkennen an, dass es gute Gründe für eine VDS und die damit verbundenen Grundrechtseingriffe geben kann. Derartige Eingriffe müssen aber eben gerechtfertigt sein. Gerechtfertigt sind sie aber nur, wenn sie aufgrund eines Gesetzes erfolgen, das dem sog. Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt. Ein solches Gesetz bzw. eine solche Richtlinie zu entwerfen, das wäre dann die große Hürde, die es zu nehmen gälte.<br />
Und ich bin mir im Übrigen sicher, wenn sich die Aufregung gelegt hat, dann wird es neue Entwürfe zur Regelung der Vorratsdatenspeicherung geben. Erst auf EU-Ebene und dann auf nationaler Ebene.<br />
&nbsp;<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wenn die VDS trotzdem umgesetzt werden sollte: Wie sollte die Speicherung dann Ihrer Ansicht nach geregelt werden? Was halten Sie von einem Quick-Freeze-Verfahren, bei dem die Dauer der Speicherung signifikant abgekürzt wird?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Das ist eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Natürlich klingt Quick-Freeze toll und verhältnismäßig. Das Problem ist aber, dass ein solches Quick-Freeze zu spät sein kann. Gerade bei Delikten wie dem Identitäts-Diebstahl, das massive Auswirkungen auf die betroffene Person, also den Rechtsverletzten haben kann, kann es sein, dass eine Datenspeicherung in dem Moment, in dem das Delikt realisiert wird schon zu spät ist. Denn zu diesem Zeitpunkt muss nicht mehr zwingend eine zu speichernde und nachzuverfolgende Verbindung gegeben sein. Und die „alten“ Daten (von vor zwei Tagen oder Wochen) sind dann bereits gelöscht. Ich erlebe solche Fälle in der Praxis. Die Betroffenen stehen dann vollkommen rechtsschutzlos da. Ein Ergebnis, dass auch nicht richtig sein kann. Allerdings sind diese Delikte in der öffentlichen Meinung noch nicht sonderlich bekannt.<br />
Lange Rede, kurzer Sinn: Nein, ein Quick-Freeze-Verfahren ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Wie lang der Zeitraum der Vorratsdatenspeicherung sein sollte, tja, ich finde sechs Monate gar nicht so schlecht. Aber es ist eine reine Bauchfrage und sehr schwierig zu beantworten. Das BVerfG hatte jedenfalls grundsätzlich nichts an den 6 Monaten auszusetzen. Da befinde ich mich dann wohl in ganz guter Gesellschaft (lächelt).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Im Hinblick auf die gesamteuropäische Kommunikation, etwa Verbindungsdaten von Deutschland nach Frankreich: Bedarf es einer Regulierung des Themas auf EU-Ebene und wenn ja, wieso?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Schön wäre das. Und das nicht, weil dann europaweit „geschnüffelt“ werden könnte, sondern weil es europaweit ein einheitliches Schutzniveau gäbe – jedenfalls in der besten aller Welten. Ebenso schön wäre eine globale Regelung für die Eingriffe in die digitalen Grundrechte der Bürger anderer souveräner Staaten. Das Stichwort lautet hier NSA &amp; Co. Also, anders ausgedrückt, wenn man sich auf so etwas wie die UN-Charta des Internetrechts (die Idee stammt von Geesche Jost) einigen könnte. Aber da müssen wir wohl noch ein wenig träumen. Und viele kleine Schritte gehen, damit der Traum irgendwann wahr wird.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Und ihre ganz persönliche Meinung zu dem Thema?<br />
<strong>Nina Diercks:</strong> Ich finde, ganz unabhängig, wie man nun zur Vorratsdatenspeicherung stehen und ob man einen Sinn in ihr erkennen mag: Das heutige Urteil ist ein Grund zur Freude. Denn es zeigt, dass die Gewaltenteilung funktioniert. Und das ist etwas, was nicht hoch genug geschätzt werden kann.<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Bilder: oben: <a href="http://www.gulli.com/news/129-vorratsdatenspeicherung-in-rumaenien-verfassungswidrig-2009-10-09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gulli.com</a>; Portät: © Lisa Krechting<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/nina-diercks-zum-eugh-urteil-vorratsdatenspeicherung-frueher-oder-spaeter-wieder-auf-der-agenda-138931/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frischer Wind auf den Mühlen des Netzes &#8211; Digitale Presseschau 5/2014</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/frischer-wind-auf-den-muehlen-des-netzes-digitale-presseschau-52014-136821/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/frischer-wind-auf-den-muehlen-des-netzes-digitale-presseschau-52014-136821/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 16:38:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Judith Horchert]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Recht auf Vergessen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[The Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Heilmann]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[ZAPP]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
		<category><![CDATA[Spionage]]></category>
		<category><![CDATA[Informationstechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Charly Rutz]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Neuerer]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[digitales Zeitalter]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Masing]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=136821</guid>

					<description><![CDATA[Diese Woche haben wir den Eindruck, als spüren wir eine frische Brise um unsere Nasen – und das nicht nur, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche haben wir den Eindruck, als spüren wir eine frische Brise um unsere Nasen – und das nicht nur, weil es aufgrund des verspäteten Winters bitter kalt ist. Gedanken über die Neuerfindung des Internets rauschen von <a href="http://politik-digital.de/changing-the-world-is-hard-auf-dem-weg-zu-einem-neuen-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenzen</a> und Zeitungen durch die Weiten des digitalen Äthers. Hoffen wir, dass es nicht nur beim Metapherngestöber bleibt! Doch auch wenn die Technik, die Maschinen sich ändern, wir in der Lage sind, diese anders zu nutzen, sollte immer noch Zeit bleiben, in der wir über eine wichtige Komponente in dieser Konstellation nachdenken: uns selbst.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=k22s1QeGv-A<br />
Das ARD-Magazin ZAPP über die letzte „Festung des Linksliberalismus“, die Zeitung The Guardian, in der Journalistinnen sich in der NSA-Affäre nicht der Linie der Regierung beugen, sondern die Enthüllungen Snowdens für die kritische Öffentlichkeit aufarbeiten.</p>
<h3><a href="http://freidenker.cc/stop-watching-us/8215/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Stop watching us!“</a></h3>
<p>Letzten Sonntag wurde im NDR das erste TV-Interview mit dem derzeitig wohl bekanntesten Whistleblower Edward Snowden ausgestrahlt, in dem unter anderem über <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verfassungsschutz-praesident-maassen-deutscher-top-geheimdienstler-kritisiert-snowden/9398822.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mutmaßliche</a> Wirtschaftsspionage und die Liaison von NSA und BND gesprochen wurde (<a href="http://www.presseportal.de/story.htx?nr=2648795" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transkript des Interviews</a>). Charly Rutz fasst das Interview auf seinem Blog Freidenker zusammen und weist auf die geplante Klage der Internationalen Liga für Menschenrechte (ILMR) hin. Darüber hinaus nutzt er die Gelegenheit, um auf Widerstandsbewegungen wie „Stop watching us!“ hinzuweisen.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2014/05/internet-hacker-nsa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Neuerfindung des Internets?</a></h3>
<p>Lässt sich das Internet neu erfinden? Über die derzeitigen Entwicklungen bei der Herstellung von Alternativen, die die „Informationstechnik noch mal neu erfinden“, berichtet Götz Hamann in einem Artikel für die ZEIT. Jedoch reicht auch ihm die Debatte über die Technik alleine nicht aus – es gelte auch an den Staat zu appellieren: „Es braucht an dieser Stelle eben doch den Staat, es braucht vor allem einige Staaten, die sich des Freiheitsversprechens der westlichen Demokratien neu annehmen und es im Digitalen massiv fördern und schützen.“</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/internet-verfassungsrichter-johannes-masing-zu-datenschutz-a-945801.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Recht auf digitales Vergessen als Grundrecht?</a></h3>
<p>„Das Internet vergisst nichts.“ Gehört dieses geflügelte Wort über das Netz vielleicht schon bald der Vergangenheit an? Judith Horchert interviewt den Richter am Bundesverfassungsgericht, Johannes Masing, zu seiner These eines „Rechts auf Vergessen“ im Internet. Was Masing auf der internationalen Berliner Konferenz „Einbruch der Dunkelheit“ vom letzten Wochenende bereits vorgestellt hatte, wird hier noch mal an prominenter Stelle zusammengefasst.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-01/vorratsdatenspeicherung-datenschutz-heilmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegenpositionen: Ein Plädoyer für die Vorratsdatenspeicherung</a></h3>
<p>Zum Thema Vorratsdatenspeicherung haben wir immer wieder auf Kritiken und Polemiken hingewiesen. Nun verlassen wir unsere „Bubble“ und stellen die bedenkenswerte Gegenposition vor, an der sich Kritiken werden abarbeiten müssen. Der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann schreibt in der ZEIT darüber, warum Vorratsdatenspeicherung Datenschutz bedeutet: „Wenn wir als Staat den Schutz unserer Bürger vor digitalen Angriffen nicht aufgeben wollen, dann müssen wir im Internet ermitteln können. Erste Voraussetzung dafür ist, dass wir Kommunikationswege nachvollziehen können.“</p>
<h3><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-2-0-groko-im-social-media-rausch-seite-all/9381498-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politik und Social Media</a></h3>
<p>Ist das Internet für Politiker_innen wirklich „Neuland“? Dietmar Neuerer geht im Handelsblatt dem Nutzungsverhalten von Bundespolitiker_innen in puncto Social Media nach. Dabei wird auch die „zweite Reihe“ hinter Twitter und Facebook betrachtet.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2014/01/27/kernkompetenz-in-der-digitalen-welt-wir-muessen-lernen-uns-selbst-besser-zu-verstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selbstreflexion im digitalen Zeitalter</a></h3>
<p>Maschinen wissen mehr über uns als wir selbst. Amazon will Dinge an uns verschicken, bevor wir sie bestellt haben. Das Thermostat weiß, wie warm wir es abends gerne haben und der Kühlschrank weiß, was wir gerne essen. Unsere Smartphone nimmt unsere Entscheidungen aufgrund von Berechnung vorweg. Im Hinblick auf diese im Entstehen begriffene Zukunftsvision argumentiert Martin Weigert in einem Artikel über Selbstreflexion im digitalen Zeitalter, dass wir uns mehr mit uns selbst und unserer Psychologie beschäftigen sollten.<br />
Bild: Screenshot ARD-ZAPP<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/frischer-wind-auf-den-muehlen-des-netzes-digitale-presseschau-52014-136821/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Söder: „Die Möglichkeiten der digitalen Welt in der Politik nutzen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/soeder-die-moeglichkeiten-der-digitalen-welt-in-der-politik-nutzen-136649/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/soeder-die-moeglichkeiten-der-digitalen-welt-in-der-politik-nutzen-136649/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2014 14:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[E-Voting]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Spaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Söder]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Breitbandausbau]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Briefwahl]]></category>
		<category><![CDATA[ID-Chipkarte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=136649</guid>

					<description><![CDATA[„Digitalisierung ist das Schlüsselthema schlechthin.“ Mit dieser Aussage hat der bayerische Staatsminister für Finanzen, Markus Söder (CSU), in den letzten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Voting-Estonia-2011.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136672" alt="E-Voting-Estonia-2011" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/E-Voting-Estonia-2011.jpg" width="640" height="427" /></a><br />
„Digitalisierung ist das Schlüsselthema schlechthin.“ Mit dieser Aussage hat der bayerische Staatsminister für Finanzen, Markus Söder (CSU), in den letzten Wochen auf sich aufmerksam gemacht. Neben E-Government- und Breitbandausbau will Söder bis 2018 in Bayern Online-Wahlen durchführen. Die gesetzlichen Änderungen, die dazu nötig sind, könnten zunächst in Online-Volksbefragungen getestet werden. Bayern will hier Vorreiter nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa werden. Wie er sich die Einführung von Online-Wahlen vorstellt, beantwortet Söder im Interview mit politik-digital.de.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </strong><em>Ihre Vorschläge zu Online-Wahlen wurden bereits durch Oppositionsparteien, unter anderem von den Grünen und der Piratenpartei, kritisiert. Es wurde etwa in Frage gestellt, ob das Wahlgeheimnis gewahrt werden könne, und auf die Manipulierbarkeit von Online-Wahlen hingewiesen. Auch die nachträgliche Überprüfung von Online-Wahlen wird selbst von der Piratenpartei für nicht möglich gehalten. Die Piraten haben sogar eine Klage mit Bezug auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom März 2009 angekündigt. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?</em><br />
<strong>Markus Söder: </strong>Mich wundert, dass ausgerechnet die Piratenpartei diese Position vertritt. Aus meiner Sicht muss man neue, zeitgemäße Möglichkeiten offen anpacken, statt immer nur Bedenken zu äußern.<br />
Der Anteil der Briefwähler steigt rasant an. Bei der Bundestagswahl 1990 haben nur 9% der Wahlberechtigten per Brief gewählt – 2013 war es schon jeder Vierte! In Bayern haben bei der Landtagswahl 2013 sogar 37% per Brief abgestimmt. Deshalb wäre es eine gute Idee, wenn Bayern das erste Land wäre, das eine elektronische Briefwahl möglich macht, ergänzend zu Wahlkabine und klassischer Briefwahl. Wenn Online-Banking möglich ist, muss auch Online-Voting machbar sein! Online-Wahlen auf Dauer auszuschließen, halte ich für einen Anachronismus. Bei den rechtlichen Voraussetzungen sind sicherlich noch Änderungen notwendig. Auch wenn Online-Voting noch eine Vision ist, werden wir das Thema angehen.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Wie wollen Sie die Manipulierbarkeit von Online-Wahlen durch Cyber-Attacken verhindern?</em><br />
<figure id="attachment_136658" aria-describedby="caption-attachment-136658" style="width: 154px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/30000201_10_soeder_1_preview.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-136658     " alt="30000201_10_soeder_1_preview" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/30000201_10_soeder_1_preview-305x250.jpg" width="154" height="126" /></a><figcaption id="caption-attachment-136658" class="wp-caption-text">Dr. Markus Söder ist seit 2013 Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat im Kabinett Seehofer II</figcaption></figure><br />
<strong>Söder</strong>: Die Datensicherheit ist insbesondere bei der elektronischen Briefwahl sehr wichtig. In Bayern haben wir mit dem Bayern-Server eine bereits hochsichere und effiziente IT-Infrastruktur. Für dessen Betrieb ist ebenfalls das Finanzministerium zuständig. Hier wehren IT-Spezialisten täglich mehr als 40.000 Angriffe auf die IT-Systeme des Freistaats ab. Neue Sicherheitsmaßnahmen wie Profiling, eine Entschlüsselung von Angriffsmustern, und Intrusion Detection, noch schnelleres Aufspüren erfolgreicher Angriffe, werden den Bayern-Server zukünftig noch sicherer machen – dies kann auch Online-Voting zugutekommen. Die IT-Sicherheitsstrategien werden auch laufend weiterentwickelt. Es muss unser Ziel sein, in der IT-Sicherheit immer einen Schritt voraus zu sein. Die mit Online-Wahlen verbundenen IT-Risiken müssen auf ein Minimum reduziert werden, um sie so sicher wie die Briefwahl zu machen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong><em>Wie stehen Sie zu der Verwendung von Wahlcomputern?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Dem Einsatz von Wahlcomputern bei Bundestagswahlen wurden vom Bundesverfassungsgericht enge verfassungsrechtliche Grenzen gesetzt. Online-Wahlen unterscheiden sich aber grundsätzlich vom Einsatz von Wahlcomputern. Während die Online-Wahl eine elektronische Briefwahl ist, stehen Wahlcomputer in Wahllokalen und ersetzen dort die analoge Abgabe und Auszählung der Stimmen.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong></em> <em>Denken Sie bei der Einführung von Online-Wahlen an Vorbilder wie Estland, wo es die Möglichkeit von E-Voting bereits seit 2007 gibt?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Zunächst geht es uns darum, hier in Deutschland eine gesellschaftspolitische Diskussion über die Möglichkeit von Online Wahlen anzustoßen. Erfahrungen aus dem Ausland werden wir bei der technischen Umsetzung prüfen. Hier gibt es eine Reihe von interessanten Ansätzen, nicht nur in Estland. Wir müssen aber sorgfältig prüfen, ob sie sicherheitstechnisch und rechtlich auf Bayern übertragbar sind.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Wie stellen Sie sich die Durchführung genau vor? Zum Beispiel per ID-Chipkarte wie in Estland?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Der neue Personalausweis mit seinem ID-Chip ist eine gute technische Grundlage. Gleichzeitig muss allerdings aus Sicherheitsgründen noch die elektronische Signaturen-Gesetzgebung vorangebracht werden.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong></em> <em>Ein weiterer Kritikpunkt ist die „digitale Spaltung“ der Gesellschaft, die es mit sich bringe, dass Online-Wahlen nicht repräsentativ genug seien sowie Elitenbildung förderten. Wie wollen sie die „digitale Spaltung“ der Gesellschaft überwinden?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Die Digitalisierung ist das Top-Thema in Bayern. Dazu gehören Breitbandausbau, die Datensicherheit und der Ausbau von E-Government. Der Zugang zu schnellem Internet muss eine Selbstverständlichkeit für jedermann sein – unabhängig vom Wohnort. In Bayern fördern wir den Breitbandausbau mit ca. 1,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig vereinfachen wird das EU-Förderverfahren mit dem Ziel: Es darf kein Bayern der zwei Geschwindigkeiten geben. Denn das könnte tatsächlich das Risiko einer digitalen Spaltung der Gesellschaft erhöhen. Wichtig ist auch die frühzeitige Vorbereitung unserer Kinder auf die Herausforderungen einer digitalen und mobilen Gesellschaft. Mit dem Digitalen Bildungsnetz Bayern bekommen 1,8 Millionen Schüler und 140.000 Lehrer an 5.800 Schulen bis 2018 eine moderne, hochverfügbare und sichere IT-Infrastruktur. Außerdem muss ganz klar sein: Online-Wahlen sollen nur eine weitere Alternative zur Briefwahl und der Wahl in der Kabine darstellen – jeder soll auf die Weise wählen können, die ihm am liebsten ist.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Zielgruppe stellen Sie sich für Online-Wahlen vor? Denken Sie dabei auch an jüngere Generationen?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Wir haben keine konkrete Zielgruppe im Auge – jeder kann die Möglichkeit der Online-Wahl nutzen. Es liegt natürlich nah, dass diese neue Alternative bei der jungen Generation gut ankommt. Aber mehr als 40% der über 60-jährigen nutzen regelmäßig das Internet. Auch hier sind bestimmt zukünftige Online-Wähler zu finden.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Glauben Sie, dass mit der Einführung von Online-Wahlen Phänomene wie die Politikverdrossenheit vermindert werden könnten?</em><br />
<strong>Söder: </strong>Wir müssen auch in der Politik die Möglichkeiten der digitalen Welt besser nutzen. Zur Aufklärung, zur Mitgestaltung und zur Mitentscheidung. Die Möglichkeit des Online-Voting könnte auch die Wahlbeteiligung wieder anheben. Man erkennt das doch auch an den sprunghaft ansteigenden Zahlen von Briefwählern. Die Vision der Online-Wahl wäre die zeitgemäße digitale Fortsetzung der Briefwahl – aber nur als Alternative.<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/european_parliament/5554919771/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Parliament</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a>; Porträt: (C) <a href="http://www.stmf.bayern.de/aktuelles/pressegalerie/?pic=61&amp;view=&amp;ref=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerisches Staatsministerium der Finanzen</a><br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/soeder-die-moeglichkeiten-der-digitalen-welt-in-der-politik-nutzen-136649/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Erst denken, dann schreiben“: Über Twitter in der Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/erst-denken-dann-schreiben-ueber-twitter-in-der-politik-136300/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/erst-denken-dann-schreiben-ueber-twitter-in-der-politik-136300/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Roman Gerth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2014 10:18:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Gerth]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=136300</guid>

					<description><![CDATA[Bundestagsabgeordnete, die mit ihren Smartphones im Plenarsaal sitzen und ihre Meinung zu dem Gesagten noch während der Sitzung twittern, sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter-Logo.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136346" alt="Twitter-Logo" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter-Logo.jpg" width="600" height="375" /></a>Bundestagsabgeordnete, die mit ihren Smartphones im Plenarsaal sitzen und ihre Meinung zu dem Gesagten noch während der Sitzung twittern, sind zum Alltag geworden in der deutschen Politik. Im Gespräch mit dem Politik- und Digitalberater Martin Fuchs wird deutlich, wie dieser Trend die politische Debatte beeinflusst und wie die demokratische Meinungsbildung durch soziale Medien profitieren kann – wenn sie ernst genommen werden.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </strong><em>Social Media sind im politischen Alltag der Bundesrepublik  angekommen. Wie sind die Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit zu bewerten?</em><br />
<strong>Martin Fuchs:</strong> Diese Entwicklung steht eng im Zusammenhang mit der sich verbessernden Verbreitung des Internetzugangs. Auf dieser Grundlage haben soziale Netzwerke eine größere Reichweite erhalten. Darin sehen die Politiker ein großes Potential, ihr Metier wieder attraktiv zu machen. Zum einen nutzen sie diese Plattformen dafür, um ihre Meinungen zu verbreiten. So tritt der Abgeordnete in direkten Kontakt zu den Bürgern, was den politischen Diskurs positiv beeinflusst. Zum anderen sind diese aber auch eine Möglichkeit, um Meinungsforschung zu betreiben. Allerdings ist es zeit- und auch kostenintensiv, zum Beispiel wenn Personal für diese Aufgaben eingestellt werden muss.<br />
<em><strong>politik-digital.de: </strong>Sie haben bereits einige Vorteile angesprochen. Wäre es überhaupt möglich, dieselbe Reichweite in dieser Schnelligkeit auch ohne Twitter zu erreichen?</em><br />
<figure id="attachment_136305" aria-describedby="caption-attachment-136305" style="width: 183px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait-HAMBURGER-WAHLBEOBACHTER_klein.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-136305 " alt="Portrait HAMBURGER WAHLBEOBACHTER_klein" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait-HAMBURGER-WAHLBEOBACHTER_klein-305x305.jpg" width="183" height="183" /></a><figcaption id="caption-attachment-136305" class="wp-caption-text">Martin Fuchs war von 2005 bis 2011 als Lobbyist in Berlin und Brüssel tätig. Seit drei Jahren lebt und arbeitet er in Hamburg, wo er als Politik- und Digitalberater die Aktivitäten der Politiker in den sozialen Netzwerken beobachtet. Dazu hat er auch den Blog <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hamburger-wahlbeobachter.de</a> ins Leben gerufen. Außerdem berät er mit seinem Unternehmen &#8220;Bürger &amp; Freunde&#8221; Kommunen und Verwaltungen im Umgang mit Twitter, Facebook und anderen sozialen Medien.</figcaption></figure><br />
<strong>Fuchs:</strong> Sicherlich gibt es andere Möglichkeiten, um eine schnelle und weitreichende Bürgernähe herzustellen. Nicht jeder Politiker muss Twitter, Facebook oder andere Dienste nutzen – und trotzdem können sie erfolgreich sein und sich großer Beliebtheit erfreuen. Politik und politische Diskussionen funktionierten auch ohne Social Media. Sichtbar wird dies vor allem in ländlicheren Gebieten, wo Bürgernähe immer noch „offline“ hergestellt wird. Diese Präsenz durch tatsächliche Anwesenheit ist nach wie vor sehr wichtig.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de: </strong></em></strong><em>Die Entwicklung bringt nicht nur positive Wirkungen mit sich. Der Schutzraum der Anonymität lässt bei einigen Nutzern die Hemmschwelle sinken, was namhafte Politiker bereits zu spüren bekamen. Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken?</em><br />
<strong>Fuchs:</strong> Diese Diskussion gibt es seit geraumer Zeit. Aus meiner Sicht ist es falsch, die Anonymität im Netz in Frage zu stellen. Die Problematik liegt darin, dass die wenigen schwarzen Schafe dafür sorgen können, dass die positiven Effekte vergiftet werden. Dieser geringe Teil unter allen Usern erhält eine große Beachtung, so dass die Problematik in der Außenwirkung aufgebauscht wird. Wenn sich Politiker für Twitter entscheiden, müssen sie den Umgang damit lernen. <a href="https://twitter.com/RegSprecher" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regierungssprecher Seibert</a> beispielsweise schaltet seinen Rechner ab, wenn ihm die ausfallenden Kommentare zu viel werden. Am nächsten Tag schaltet er wieder ein und die Ausuferungen sind vergessen. Die Methode, nicht alles nah an sich heranzulassen, scheint gut zu funktionieren. Die Idee eines „digital caring“, also eines Verhaltenskodex für den Meinungsaustausch im Netz, ist dabei der erste Schritt. Grundsätzlich gilt: erst denken, dann schreiben.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de: </strong></em></strong><em>140 Zeichen sind schnell getippt. Was macht den Reiz für einen Abgeordneten aus, wenn die Chance groß ist, dass sein Tweet in der Masse untergeht?</em><br />
<strong>Fuchs:</strong> Da gibt es sicherlich einige Reize. Zum einen wissen die Politiker, dass Twitter so etwas wie ein Ersatz für Nachrichtenagenturen ist, weil wichtige Themen dort kurz und bündig angestoßen werden. Dadurch hat er selbst die Möglichkeit, politische Akzente zu setzen. Natürlich besteht die Gefahr, dass diese untergehen. Aber wenn er die Plattform überhaupt nicht nutzt, ist diese Chance nicht mal vorhanden. Ein gutes Beispiel dafür, dass soziale Netzwerke hilfreich sein können, ist der CDU-Generalsekretär. <a href="https://twitter.com/petertauber" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Tauber </a>erhielt unter anderem durch die professionelle Nutzung von sozialen Medien eine hohe Beliebtheit in der Netzgemeinde und somit auch eine erhöhte Aufmerksamkeit in der eigenen Partei. Diese brachte ihm schließlich den Aufstieg zu politischer Wichtigkeit.<br />
Soziale Netzwerke sind außerdem direkter als die klassischen Medien. Politiker können schnell zentrale Statements für die Öffentlichkeit herausgeben. Das bietet Vorteile auch für Journalisten, die dadurch zitierfähiges Material erhalten.<br />
<strong><em><strong>politik-digital.de: </strong></em></strong><em>Inwieweit können soziale Medien der Tragweite politischer Diskussionen gerecht werden und wie sieht der Umgang mit Twitter und anderen Plattformen in Zukunft aus ?</em><br />
<strong>Fuchs:</strong> Die Kritik, dass durch diese Form die Diskussionen möglicherweise flacher werden, halte ich für nicht berechtigt. Jedem ist klar, dass auf sozialen Netzwerken keine hunderte Seiten langen Haushaltspläne diskutiert werden können. In 140 Zeichen kann nie eine diffizile Problematik behandelt werden. Das ist keineswegs der Anspruch. Allein die Möglichkeit, Twitter als Anstoß zur Diskussion zu benutzen, ist positiv zu bewerten. Es wird sich entwickeln – und schon im Bundestagswahlkampf 2017 wird dies zu beobachten sein. Wichtig dabei wird sein, dass sich die Politiker ernsthaft damit auseinandersetzen. Nahezu 100 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind auf einer Social Media-Plattform angemeldet, aber maximal 20 Prozent davon nutzen diese richtig. Doch das wird sich entwickeln.<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/masterosm2011/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Master OSM 2011</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a>; Porträt: (C) Martin Fuchs<br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/erst-denken-dann-schreiben-ueber-twitter-in-der-politik-136300/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
