<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>investigativer Journalismus &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/investigativer-journalismus/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Feb 2014 12:49:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>investigativer Journalismus &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die fünfte Gewalt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-fuenfte-gewalt-136887/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/die-fuenfte-gewalt-136887/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2014 12:49:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Wallraff]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=136887</guid>

					<description><![CDATA[Zeitungssterben, Flatrate-Infotainment, Debattenjournalismus &#8211; die Schlagworte sind zahlreich, wenn es darum geht, mal nostalgisch-verklärend, mal achselzuckend einen Epochenwandel oder gleich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/buchrezension.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-136915" alt="buchrezension" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/buchrezension.jpg" width="640" height="480" /></a>Zeitungssterben, Flatrate-Infotainment, Debattenjournalismus &#8211; die Schlagworte sind zahlreich, wenn es darum geht, mal nostalgisch-verklärend, mal achselzuckend einen Epochenwandel oder gleich das Ende des hergebrachten Journalismus zu besingen. Die Diagnose, dass „das Internet“ dem klassischen Journalismus das Wasser abgraben würde, ist so alt wie unpräzise, so dass jüngste Entwicklungen und aktuell erschienene Debattenbeiträge einmal mehr zum Nachdenken anregen.<br />
Auch wenn der jüngste Aufreger, der in Gestalt eines gelben Engels auf die deutsche Presselandschaft niederkam, abermals von klassischen Print-Medien an die Öffentlichkeit gebracht worden ist: Alle netzkulturell Interessierten und Medienbeobachter haben sicherlich in den vergangenen Jahren mit Diskussionen um Enthüllungsprojekte wie Wikileaks oder Whistleblower wie Edward Snowden genügend Gelegenheit gehabt, ihre Position zum Wandel journalistischer Enthüllungskultur zu suchen.<br />
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hatte die Stiftung Schloss Neuhardenberg bereits im vergangenen Sommer zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion geladen.  Einer Podiumsdiskussion, die „vom Verschwinden des investigativen Journalismus“ handeln sollte, sich dann aber &#8211; schenkt man der Abschrift der Diskussion Glauben &#8211; über weite Strecken doch in eine Generaldebatte zur Schreib- (und Lese-)kultur im deutschsprachigen Journalismus entwickelte. Soeben ist das Transkript der Diskussion im Freiburger Herder-Verlag erschienen.<br />
<figure style="width: 173px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0003971334_0001.jpg"><img decoding="async" class="      " alt="30922-9_BISS_FRIE_LEYE_Die_Vierte_Gewalt_FINAL.indd" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0003971334_0001.jpg" width="173" height="274" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Bissinger, Manfred/Friedrichs, Julia/Leyendecker, Hans/Wallraff, Günter: Die Vierte Gewalt &#8211; Vom Verschwinden des investigativen Journalismus. Freiburg: Verlag Herder, 2014, 88 Seiten, Preis: €10,-</figcaption></figure><br />
Die Panelisten waren denkbar hochkarätig und so ist bei der Lektüre des schmalen Bandes „Die Vierte Gewalt“ eigentlich eher spannend, wer nicht eingeladen gewesen ist bzw. wen man als netzaffiner Leser zu dem Thema gerne gehört hätte. Dazu aber später mehr. Die Diskussion zwischen Manfred Bissinger (Ex-„Stern“), dem nimmermüden Enthüllungs-Aktivisten Günter Walraff, der Journalistin und Dokumentarfilmerin Julia Friedrichs und Hans Leyendecker, dem bereits heute legendären Leiter des Ressorts Investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung kreiste zumeist um Stichworte wie ideologische Lagerbildung bzw. die von der Runde konstatierte Auflösung klarer weltanschaulicher Lager im deutschen Journalismus. Doch scheint der Veränderungsdruck durch die neuen Medien als unsichtbarer sechster Gesprächspartner ständig mit im Raum zu sitzen.<br />
Sei es der durch das Netz beschleunigte Anzeigenschwund in den Print-Medien, in dem beispielsweise Walraff eine der größten Herausforderungen für klassisch arbeitende Journalisten sieht. Oder aber die Feststellung, dass für unabhängig  arbeitende Journalisten zur Recherche komplexer politischer, ökonomischer oder gesellschaftlicher Sachverhalte heute in nur noch wenigen etablierten Blättern wie der SZ oder dem Spiegel Raum, Zeit und Geld (!) vorhanden ist. Mit Blick auf das „Verschwinden“ von Zeitungen diskutierte die Runde zwar ausführlich über Gegenmaßnahmen in Form von staatlich-subventionierten Blättern oder in Stiftungsform organisierten Unterstützungsmaßnahmen. Letztendlich ist es aber Hans Leyendecker, der bei der Frage nach dem kompletten Verschwinden von Tageszeitungen beruhigen kann („Ich halte das alles für Quatsch“).<br />
Eines wird in der Diskussion zudem klar: Wer zukünftig über Online-Journalismus debattiert, kann dies nicht mehr allein aus der Perspektive der (Online-) Redaktionen oder Herausgeber tun. Das Zeitalter des Leserbriefschreibens scheint unwiederbringlich vorbei und eine stets aufmerksame, kritische Schar von „Kommentatoren“ hat sich in den Foren breit gemacht und bestimmt &#8211; häufig bis an die Grenze von Straftatbeständen &#8211; wohl oder übel die Agenda der Zeitungsmacher, online wie offline.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Protest- und Skandalisierungskultur in den Neuen Medien:</strong> Eine Entwicklung, die der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen nicht nur in einem überaus <a href="http://politik-digital.de/von-alten-gatekeepern-und-neuen-skandalierern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerten Buch bereits vor einigen Jahren</a> analysiert hat, sondern auch im Zuge der jüngsten Debatte um den Fernsehansager Markus Lanz in der Hamburger Wochenzeitung <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-01/markus-lanz-zdf-petition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Zeit</a> kommentiert hat.</div></div><br />
Die Erkenntnisse der Debatte, die von Wallraffs frühesten Protestaktionen in einem Streifzug durch die journalistische Landschaft der (alten) Bundesrepublik führt, mögen zwar nicht neu sein, zum Nach- und Weiterdenken regen sie und die verdienstvollen Panelisten allemal an. Einzig die Frage bleibt, warum zum Thema keiner der hierzulande inzwischen zahlreichen und vielfach etablierten Online-Journalisten oder Blogger in der Runde Platz fand. So bleibt auch bei dieser Debatte zum Thema „Medienwandel“ einmal mehr der fade Beigeschmack, dass Vertreter einer neuen journalistischen Kultur weiterhin wie ungeliebte entfernte Verwandte behandelt werden.<br />
Zu den bislang etablierten Arbeitsweisen (Walraffs Undercover-Aktionen vs. Leyendeckers klassische Recherchearbeit) sind längst neue Formen journalistischer (Enthüllungs-) Arbeit hinzugetreten. Zwar mögen kooperative bzw. kollaborative Enthüllungsformate wie Wiki- oder Offshoreleaks neu und häufig noch ungeübt sein. Will er weiter bestehen, sollte es jedoch im eigenen Interesse des hergebrachten Journalismus liegen, sich kritisch-hinterfragend mit dieser neuen, möglicherweise fünften oder sogar sechsten Gewalt auseinandersetzen, und somit die von Friedrichs, Bissinger, Walraff und Leyendecker einmütig beschworene Vielfalt im deutschen Journalismus weiterhin aufrechtzuerhalten.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/bnlog/317056699/sizes/z/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bnlog</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)<br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/die-fuenfte-gewalt-136887/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltflüchtlingstag 2012: Simbabwe &#8211; „Das Internet ist magisch“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/weltfluechtlingstag-2012-simbabwe-das-internet-ist-magisch-118112/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/weltfluechtlingstag-2012-simbabwe-das-internet-ist-magisch-118112/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hendrik Behnisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2012 14:28:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Exil]]></category>
		<category><![CDATA[Simbabwe]]></category>
		<category><![CDATA[Itai Mushekwe]]></category>
		<category><![CDATA[Weltflüchlingstag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=118112</guid>

					<description><![CDATA[Afrika fristet in der Berichterstattung westlicher Medien noch immer ein Schattendasein. Anlässlich des heutigen Weltflüchtlingstages 2012 blickt politik-digital.de mit dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><a href="http://politik-digital.de/weltfluechtlingstag-2012-simbabwe-%e2%80%9edas-internet-ist-magisch/refugee-1/" rel="attachment wp-att-118119"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-118119" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REFUGEE-1-630x419.jpg" alt="" width="630" height="419" /></a>Afrika fristet in der Berichterstattung westlicher Medien noch immer ein Schattendasein. Anlässlich des heutigen Weltflüchtlingstages 2012 blickt politik-digital.de mit dem afrikanischen Exiljournalisten Itai Mushekwe auf dessen Heimatland Simbabwe.</span> <span style="color: #000000;">Dabei geht es auch um die Frage, ob die digitale Revolution, die Afrika aktuell erfasst, der dortigen Opposition zum Durchbruch verhelfen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der politische Journalist Itai Mushekwe (28) schreibt </span><span style="color: #000000;">hauptsächlich </span><span style="color: #000000;">für </span><span style="color: #000000;">die britischen Zeitungen „Daily“ und „Sunday Telegraph“ investigative Artikel über Simbabwe. Seine journalistische Karriere begann Mushekwe im Kulturressort einer Zeitung in Harare, ehe er anfing, sich in Artikeln kritisch mit der Politik in seinem Heimatland auseinanderzusetzen – mit weitreichenden Folgen. Nachdem ihn die Regierung Mugabe auf eine „schwarze Liste“ gesetzt hatte, ging er 2007 ins Exil nach Deutschland. Laut eigenem Bekunden will Itai Mushekwe mit seiner journalistischen Arbeit die Herrschenden zur Rechenschaft ziehen und zu mehr Gerechtigkeit auf der Welt beitragen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital.de: </strong></span><span style="color: #000000;">Herr Mushekwe, momentan leben Sie in Köln. Sie haben Ihr Heimatland, das autoritär geführte Simbabwe im südlichen Afrika, im Jahr 2007 verlassen. Wie stellte sich damals die politische Opposition gegen den mittlerweile 88-jährigen Diktator Robert Mugabe dar? <strong></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe: </strong></span><span style="color: #000000;">Als ich das Land verlassen habe, war die Situation der politischen Opposition jämmerlich – und leider hat sich daran bis heute nichts geändert. Es gab viele politische Morde und Entführungen, und das war für Teile der Opposition, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten gleichermaßen eine traumatische Erfahrung. Leute wurden dafür inhaftiert, ihre Meinung ausgesprochen oder politische Witze gemacht zu haben. Der Kameramann Edward Chikomba wurde kaltblütig von Geheimdienstagenten ermordet. Das allein war eine klare Botschaft von der Regierung an die Journalisten des Landes: „Kommt uns nicht in die Quere, oder morgen könnte es euch genauso ergehen.“ Organisierter Widerstand gegen Mugabe war nur durch die einzige Oppositionspartei, The Movement for Democratic Change (MDC), möglich. Diese Option ist aber erloschen, als sie 2009 Teil einer Koalitionsregierung mit der Mugabe-Administration geworden ist. Der MDC-Chef Morgan Tsvangirai ist heute Premierminister. Momentan gibt es daher keine aktive politische Opposition in Simbabwe. Einschüchterungsmaßnahmen und politische Gewalt nehmen zu, je näher die nächste Präsidentschaftswahl rückt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital.de: </strong></span><span style="color: #000000;">Gab es damals schon eine Blogger-Szene? </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe: </strong>2007 gab es überhaupt noch keine Blogger-Szene und das hatte vor allem damit zu tun, dass der Internetzugang in Simbabwe limitiert war. Bloggen war ganz einfach ein Luxus – und somit eine Angelegenheit für die Eliten. Die Netzwerke der politischen Opposition waren größtenteils auf einige wenige NGOs beschränkt, aber auch die hatten ständig Ärger mit der Polizei – etwa bei Razzien gegen ihre Führer und Mitglieder.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital.de: </strong></span><span style="color: #000000;">2002 hat Robert Mugabe ein Gesetz erlassen, das die Pressefreiheit in Ihrem Land massiv eingeschränkt hat. Inwieweit sind dadurch Hürden in Ihrem konkreten Arbeitsalltag als Journalist errichtet worden?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe: </strong></span><span style="color: #000000;">Tatsächlich war es eine ganze Reihe von Gesetzen, die Mugabe erlassen hat, um die Medien mundtot zu machen. Eines davon ist der The Access to Information and Protection of Privacy Act (AIPPA). Das war ein Frontalangriff auf die unabhängigen Medien, da vielen Zeitungen wegen regierungskritischer Berichte die Betriebserlaubnis entzogen wurden und sie daher schließen mussten. Ich selbst wurde mit Folter, Arrest und dem Entzug meiner journalistischen Zulassung bedroht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital.de:</strong></span><strong></strong><span style="color: #000000;"> Zuletzt haben sich die Stimmen gemehrt, die eine digitale Revolution in Afrika verkünden. Halten Sie noch Kontakt mit Freunden und ehemaligen Kollegen in Simbabwe, die das Internet nutzen, um die Meinungsfreiheit zu verteidigen? Was können Sie uns über die Rolle, die das Internet für Journalisten und Oppositionelle in Ihrem Heimatland heutzutage spielt, berichten?</span></p>
<figure id="attachment_118121" aria-describedby="caption-attachment-118121" style="width: 214px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/weltfluechtlingstag-2012-simbabwe-%e2%80%9edas-internet-ist-magisch/attachment/118121/" rel="attachment wp-att-118121"><img decoding="async" class=" wp-image-118121 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto_Itai_11-305x399.jpg" alt="" width="214" height="279" /></a><figcaption id="caption-attachment-118121" class="wp-caption-text">© ROG / Itai Mushekwe</figcaption></figure>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe:</strong> Ich bin in gutem Kontakt mit Freunden und Kollegen. Die digitale Revolution hat uns noch näher zusammengebracht: Dank Social Media-Plattformen wie Skype oder Blogs kommuniziere ich mit Kollegen in Simbabwe und andere Exilanten in Kanada, Norwegen und Großbritannien. Das Internet ist geradezu magisch – denn es verhilft uns zu mehr politischer Freiheit. Die repressiven Gesetze Simbabwes existieren im Cyberspace nicht.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital.de: </strong></span><span style="color: #000000;">Wie beurteilen Sie Simbabwes politische Situation heute? Robert Mugabe ist nun 88 Jahre alt. Wenn er stirbt, wird es dann nicht die Chance zu einem positiven Wandel in Ihrem Land geben?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe: </strong></span><span style="color: #000000;">Auf keinen Fall! Die Leute glauben immer, dass sich alles um Mugabe dreht. Mit seinen 88 Jahren ist er aber ganz klar nicht mehr Herr seiner Sinne und eher ein Strohmann, der von militärischen Hardlinern und den Chefs der Sicherheitsbehörden kontrolliert wird. Diese Männer sind gefährlich und werden höchstwahrscheinlich alles tun, um die gegenwärtige politische Ordnung aufrechtzuerhalten. Denn sie haben immensen Reichtum angehäuft. Sie wollen ihre Interessen verteidigen. Momentan übernehmen sie ausländische Firmen, indem sie 51 Prozent Anteile einfordern, und bezeichnen diese Maßnahmen euphemistisch als „Selbstermächtigung der Schwarzen“ oder „Indigenisierung“. Der Durchschnittssbürger in Simbabwe wird immer ärmer und erhält in keiner Firma irgendwelche Anteile. Was die Situation noch verschlimmert, ist die Tatsache, dass Diamanten entdeckt wurden. Mit ihnen können die Herrschenden ihren Machterhalt finanzieren und die Opposition korrumpieren. Wie gesagt: Momentan besteht in Simbabwe eine Koalitionsregierung, und die ehemalige Opposition ist dadurch „geschluckt“ worden. Außerdem gibt es viele Player innerhalb der potentiellen Mugabe-Nachfolgeschaft, und einige davon sind hochrangige Militärs, die sich jetzt am Zuge sehen. Spitzenpolitiker aus Mugabes Partei streiten ebenfalls erbittert um seine Nachfolge. Das „worst case“-Szenario für Simbabwe wäre ein Bürgerkrieg. Aber natürlich hoffe ich, dass es nicht soweit kommen wird.<strong></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>politik-digital:</strong></span><span style="color: #000000;"> Was möchten Sie den Lesern zum Abschluss noch mit auf den Weg geben?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Itai Mushekwe: </strong></span><span style="color: #000000;">Bitte bringt Afrika mehr Aufmerksamkeit entgegen, denn wir brauchen euch. Es gibt so viel, was die Menschen in Deutschland und im Westen bewirken können, um die Situation in Afrika zu verbessern. Die Europäer haben genügend kritisch denkende Bürger, um die Außenpolitik ihrer Regierungen zu beeinflussen – vor allem gegenüber all den Despotenstaaten auf der Welt. </span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/weltfluechtlingstag-2012-simbabwe-das-internet-ist-magisch-118112/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pulitzerpreis für ProPublica</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/pulitzerpreis-fuer-propublica-5209/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/pulitzerpreis-fuer-propublica-5209/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 16:37:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[ProPublica]]></category>
		<category><![CDATA[Pulitzerpreis]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/pulitzerpreis-fuer-propublica-5209/</guid>

					<description><![CDATA[Gestern wurden die Gewinner der <a target="_blank" href="http://www.pulitzer.org/" rel="noopener noreferrer">Pulitzerpreise</a> in New York bekannt gegeben. Zum zweiten Mal erhielt das gemeinnützige Online-Rechercheportal &#34;<a target="_blank" href="http://www.propublica.org/" rel="noopener noreferrer">ProPublica</a>&#34; einen Pulitzerpreis. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern wurden die Gewinner der <a target="_blank" href="http://www.pulitzer.org/" rel="noopener noreferrer">Pulitzerpreise</a> in New York bekannt gegeben. Zum zweiten Mal erhielt das gemeinnützige Online-Rechercheportal &quot;<a target="_blank" href="http://www.propublica.org/" rel="noopener noreferrer">ProPublica</a>&quot; einen Pulitzerpreis. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Ausgezeichnet wurden die ProPublica-Reporter Jesse Eisinger und Jake Bernstein im Bereich „Nationale Berichterstattung“ für ihren <a target="_blank" href="http://www.propublica.org/series/the-wall-street-money-machine" rel="noopener noreferrer">investigativen Bericht</a> über fragwürdige Praktiken an der Wall Street, die zum wirtschaftlichen Zusammenbruch der USA beigetragen haben. Dieses komplexe Thema haben die Reporter mithilfe digitaler Tools verständlich beschrieben und damit zum ersten Mal einen Pulitzerpreis für eine rein online erfolgte Veröffentlichung erhalten.<br />
Bereits im vergangenen Jahr war die ProPublica-Reporterin Sheri Fink in der Kategorie „Investigative Berichterstattung“ ausgezeichnet worden. In Zusammenarbeit mit dem renommierten New York Times Magazine hatte sie über die Arbeit in einem Krankenhaus von New Orleans nach dem Hurrikan Katrina geschrieben. 
</p>
<p>
ProPublica wurde 2007 von den privaten Investoren Herbert und Marion Sandler gegründet und finanziert sich durch Spenden. Investigativer Journalismus für das Gemeinwohl &#8211; „pro publica“ &#8211; wird hier von 34 angesehenen Journalisten betrieben &#8211; und setzt damit bewusst auch ein Zeichen gegen Einsparungen in der Medienbranche. Den Pulitzer Preis in der wichtigsten Kategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“ (Public Service) erhielten in diesem Jahr die Los Angeles Times für die Aufdeckung eines Korruptionsskandals in der kalifornischen Stadt Bell.<br />
Die Verleihung an die Gewinner erfolgt im Mai in New York. </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/pulitzerpreis-fuer-propublica-5209/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir sind das Netz: Kommentar des Autors</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenöffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Waffenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wikinews]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/</guid>

					<description><![CDATA[<strong>Die auf politik-digital.de       erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches       &#8220;Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie       Software die Welt verändern&#8220; von Sonja Bonin kommentiert       der Autor Erik Möller.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die auf politik-digital.de erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches “Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern“ von Sonja Bonin kommentiert der Autor Erik Möller.<!--break--> </strong><br />
Kritisch merkt Sonja Bonin an, dass im Buch die alten Medien<br />
&#8220;verteufelt&#8221; werden, und die &#8220;klassischen Medien mit nichts anderem als Zensur und Manipulation beschäftigt zu sein scheinen.&#8221;<br />
Zweifellos haben Medien in der Vergangenheit fantastische<br />
Aufklärungsarbeit geleistet. Nicht umsonst findet sich im ersten Kapitel eine Vorstellung der Undercover-Journalistin Nellie Bly, die Ende des 19. Jahrhunderts die furchtbaren Zustände in einem amerikanischen Irrenhaus aufdeckte. Auch die Arbeit Günter Wallraffs wird beispielhaft beschrieben, ebenso nehme ich Bezug auf frühe Untergrundmedien wie Samisdat und auf Pioniere der Medientheorie.<br />
Eine ausführliche Geschichte des investigativen Journalismus würde ich auch gerne einmal lesen &#8211; Buchtipps nehme ich dankbar entgegen. Doch diese vereinzelten Erfolge zu sehr in den Vordergrund zu stellen, wäre grob irreführend in einer Welt, in der Krieg, Hunger, Epidemien, Umweltzerstörung, Genozid, Totalitarismus, religiöser Fundamentalismus und die Bedrohung durch Megatonnen-Wasserstoffbomben und biologische Waffen nach wie vor existieren. Resignation oder gar Selbstzufriedenheit sind nicht angebracht. Der schöne Schein muss zerschlagen werden, die Arroganz und Naivität der eigenen gefühlten Sicherheit muss einem globalen Problembewusstsein weichen.<br />
Denn ohne Zweifel für jeden kritischen Medienbeobachter stellt die<br />
massive Machtkonzentration der Medien in den Händen weniger eine<br />
Bedrohung für die freie Meinungsbildung dar. Diese Feststellung, die im Buch auch empirisch untermauert wird, als &#8220;naiv&#8221; oder abgedroschen abzukanzeln, sehe ich als Beispiel für die tatsächlich naive Präferenz für eine Scheinwelt, in der offensichtliche Probleme mit kindlicher Insistenz geleugnet oder ausgeblendet werden.<br />
Deshalb habe ich im ersten Kapitel dann auch Themen genannt, die ganz konkret in den traditionellen Medien zu kurz kommen, vom internationalen Rüstungshandel über den Alltag in Entwicklungsländern zur politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme der Ölindustrie, etwa bei der Unterstützung für Diktatoren und Todesschwadronen. Es fällt mir auf, dass diese Liste im ersten Kapitel bisher in keiner Rezension aufgegriffen worden ist.<br />
Das zeigt mir schon deutlich, dass es hier auch um Tabus geht. Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Leser eine solche Aufzählung im Wortsinne &#8220;peinlich&#8221; finden dürfte, sich also wirklich unangenehm berührt fühlt. Wer aber beim Lesen einer Liste verschwiegener Probleme Bauchschmerzen bekommt, sollte sich einmal fragen, woher dieses Gefühl stammt &#8211; und ob es nicht mitunter deckungsgleich mit den Interessen der Problemverursacher ist.<br />
Wer den tatsächlichen Einfluss und &#8220;Bias&#8221; der Medien auf solider<br />
empirischer Basis verstehen und ergründen möchte, dem empfehle ich als Einstiegslektüre &#8220;Manufacturing Consent&#8221; von Noam Chomsky. Kein anderes mir bekanntes Buch zeigt mit derartiger Akribie &#8211; detaillierte Tabellen vergleichen, mit wie vielen Zeitungszentimetern welches Thema behandelt wird &#8211; wie zumindest die amerikanischen Medien systematisch bestimmte Themen ignorieren. Und wer eine Prise medialer Realität in Deutschland möchte, der gebe doch einfach einmal bei news.google.de die Phrase &#8220;notwendige Reformen&#8221; ein: beeindruckend, wie viele Medien der Tages- und Wochenpresse sich diese ganz und gar nicht objektive Darstellung zu eigen machen. Auch ein bisschen googeln nach der &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; fördert Interessantes zu Tage.<br />
Sicherlich kann mein Buch hier nur Denkansätze liefern. Ich halte es<br />
aber umgekehrt für höchst naiv und gefährlich, sich nicht eingehend mit dieser Problematik zu befassen. Genau darin liegt die Hauptgefahr für die &#8220;Civil Society&#8221; &#8211; und nicht in den von der Rezensentin im nächsten Satz genannten Themen:<br />
&#8220;Probleme wie Pornographie und Waffenhandel im Internet werden nur am Rande gestreift.&#8221;<br />
Dann streife ich sie jetzt einmal etwas ausführlicher. Zunächst einmal<br />
ist Pornographie für Erwachsene legal. Man kann sie mögen oder nicht, aber unsere moderne Gesellschaft akzeptiert sie schon seit langem. Das gilt sogar in den prüden USA, wo die Zugangsbeschrän-kungen lockerer gehandhabt werden als in Deutschland.<br />
Was die Wirkung von Pornographie auf Kinder und Jugendliche angeht, so habe ich mich bereits in der Vergangenheit intensiv mit der Thematik befasst, unter anderem in Vorträgen vor der Humanistischen Union in Mainz und dem Kongress der European Federation of Sociology in Berlin. Dabei referierte ich auf der Basis einer von mir durchgeführten Analyse die Ergebnisse der Medienwirkungsforschung der vergangenen 30 Jahre. Die Zusammenfassungen können auf meiner Homepage nachgelesen werden (<a href="http://scireview.de/efs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/efs/,</a> <a href="http://scireview.de/vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/vortrag/</a>).<br />
Um es kurz zu machen &#8211; die Beweislage, dass ein Kind oder ein<br />
Jugendlicher durch das Betrachten eines (gewaltfreien) Sexualakts<br />
irgendeinen Schaden nimmt, ist mit Verlaub gesagt äußerst dürftig.<br />
Insofern weigere ich mich, mir die Problematisierung der Pornographie als Ganzes zu eigen zu machen. Wenn die Autorin an Kinderpornographie dachte und &#8220;Pornographie&#8221; schrieb (ein häufiger Fehler), ist die Sachlage natürlich anders.<br />
Aber auch hier pflege ich eine differenzierte und kritische Ansicht, die<br />
sich z.B. in meinen Artikeln &#8220;Computer sind Waffen&#8221; und &#8220;Kinder sind<br />
Pornos&#8221; niederschlug, in denen ich über eine Tagung der damals noch &#8220;Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften&#8221; genannten Institution berichtete (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4147/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 1;</a> <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4158/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 2</a>).<br />
Zunächst einmal wird das Thema massiv seitens der Politik<br />
instrumentalisiert, um Zensur und Kontrollen, gerade im Internet,<br />
durchzusetzen. Da es sich um ein Tabuthema handelt, ist es ideal dazu geeignet. Und das Beste: Man kann danach sagen, die Bürger hätten es ja so gewollt &#8212; schließlich haben die Medien zuvor durch eine oftmals hysterische und sachlich falsche Berichterstattung für Stimmung gesorgt.<br />
Natürlich ist die sexuelle Misshandlung von Kindern ein grauenvolles<br />
Delikt. Das gleiche gilt übrigens für die nichtsexuelle Misshandlung von Kindern, die bis auf wenige Ausnahmefälle weit geringere Aufmerksamkeit erfährt. Weder kriminologische Untersuchungen noch therapeutische Erfahrungen bestätigen jedoch das Vorurteil, die Situation habe sich durch das Internet signifikant verschlimmert. Was sich zweifellos erhöht hat, ist die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte. Das hängt aber auch nicht allein mit dem Internet zusammen, sondern insgesamt mit dem technologischen Fortschritt, etwa der Möglichkeit, Tausende von Bildern auf eine DVD zu brennen.<br />
Die These, die Verbreitung von Kinderpornographie führe zwangsläufig zu höheren Inzidenzraten sexueller Delikte, ist bislang ohne Beleg. Man könnte sogar umgekehrt spekulieren, dass die große Verfügbarkeit von kinderpornographischem Material im Gegenteil die Nachfrage nach neuem Material senkt, da die pädophilen Konsumenten nicht wie zuvor direkt mit Produzenten in Kontakt treten müssen, sondern sich z.B. in Peer-to-Peer-Netzen Fotos und Videos herunterladen. Eine Analogie zu anderen Inhalten wäre geschmacklos, aber nicht falsch. Die Probleme mit der &#8220;Anfix-Hypothese&#8221;, Konsumenten von Kinderpornographie steigerten<br />
sich zu immer härteren Materialien, habe ich im Übrigen in den o.g.<br />
Artikeln diskutiert.<br />
Schließlich bin ich der Meinung, dass man auch darüber reden können muss, was Kinderpornographie eigentlich ist: Nacktfotos von 13jährigen? Gewalttätige sexuelle Misshandlungen von kleinen Kindern? Virtuelle 3D-Bilder oder Photoshop-Ergebnisse, bei deren Produktion kein Kind zu Schaden kam? Leider werden diese völlig verschiedenen Arten kinderpornographischer Inhalte oft in der Presse gleichgestellt. Wenn man realisiert, dass Pädophile auch eigene Fantasien einfach als Geschichten niederschreiben, oder sich im Katalog Babyfotos ausschneiden können, wird klar, wie absurd diese Vermischung ist.<br />
Natürlich ist es abartig, wenn Erwachsene kleine Kinder sexuell begehren oder gar Gewaltfantasien hegen. Es muss aber doch immer an allererster Stelle die Frage stehen: Wie können Kinder am besten vor sexueller Misshandlung geschützt werden? Ich glaube nicht, dass Medien oder Politik ein ernsthaftes Interesse daran haben, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht die Antwort nicht in einer verschärften Zensur des Internet.<br />
Wir müssen verstehen, warum Pädophile pädophil sind, und wie sie durch Therapie von der Misshandlung von Kindern abgehalten werden können. Dass die dafür notwendige Versachlichung des Themas nicht stattfindet ist wiederum primär das Verschulden der Medien. Statt dessen fördern sie eine &#8220;Schwanz-ab&#8221;-Mentalität, die dann wiederum von der Politik mit entsprechenden Gesetzentwürfen nach Schily-Manier beantwortet werden kann.<br />
So traurig das Thema ist, das nachfolgende Beispiel der Rezensentin<br />
entlockte mir dann doch ein leichtes Schmunzeln: &#8220;Waffenhandel im<br />
Internet&#8221;. (Witzig: die Rezension auf politik-digital.de ist derzeit in<br />
Google an erster Stelle für diese Suchabfrage.) Man sollte vielleicht<br />
doch einmal einen Blick auf die Liste der größten Rüstungsexporteure der Welt werfen und sich die Frage stellen, woher etwa Saddam Hussein seine chemischen Waffen bekam, für deren Gebrauch er jetzt vor Gericht steht.<br />
Rüstungskontrolle ist gerade in Deutschland zu allererst ein ganz und<br />
gar innenpolitisches Thema, das mit dem Internet nun wirklich nicht viel zu tun hat. Das ist offensichtliche Stimmungsmache, und diese zu<br />
übernehmen, ohne das um Größenordnungen bedeutsamere Thema<br />
Rüstungsexport (und Umgehung von Exportkontrollen) auch nur<br />
anzuschneiden (schon ein Hinweis etwa auf die immer noch ausstehende Ächtung von Landminen durch die USA oder den florierenden globalen Kleinwaffenhandel hätte ja genügt), ist genau das, was mir die Rezensentin unterstellt: &#8220;naiv und unkritisch&#8221;. Wer wissen will, wie schamlos auf dem internationalen Parkett mit Waffen und Söldnern Handel betrieben wird, dem empfehle ich die Lektüre z.B. von &#8220;Private Warriors&#8221; von Ken Silverstein.<br />
Ich lasse mir viele Vorwürfe machen &#8212; etwa Tabulosigkeit, Zynismus,<br />
Pathos und den übermäßigen Gebrauch von Passiven. Naiv und unkritisch zu sein gehört nicht dazu. Auch nicht bei den Entwicklungen, die ich bespreche. Ich habe im Buch beispielsweise sehr deutlich gemacht, dass ich mir unter einer Medienrevolution mehr vorstelle als<br />
Pubertäts-Tagebücher oder einfallsloses Wiederkäuen von Nachrichten bestehender Medien. Und es dürfte wohl keinen anderen ausführlichen Artikel über GNU/Linux im Netz geben, der als Beispiel für die mitunter zu findende idiotische Verblendung innerhalb der Open-Source-Bewegung ein Foto einer öffentlichen Verbrennung von Microsoft-Handbüchern zeigt und auch einzelne Fanatiker beim Namen <a href="http://www.humanist.de/erik/rza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nennt</a>.<br />
Ganz wie beim oben angesprochenen Thema investigativer Journalismus wäre es aber grob irreführend, etwa den gerichtlich nachgewiesenen massiven und wiederholten Monopolmissbrauch durch Microsoft und die von wahnwitzigen Patenten auf einfachste Mechanismen ausgehende Bedrohung für Entwickler freier Software nicht in aller Klarheit und Deutlichkeit zu dokumentieren. Es geht dabei niemals um blinde Verteufelung, sondern wieder um die Zerstörung von schönen heilen Scheinwelten.<br />
Auch an Wikipedia habe ich schon viel harte Kritik geübt, meist jedoch<br />
in Form konstruktiver Lösungsvorschläge, da das Projekt dafür in der<br />
Regel offen ist. Trotzdem ist es z.B. bemerkenswert, dass es auch nach fast 5 Jahren immer noch nicht den schon sehr früh beschworenen Peer-Review-Mechanismus für Artikel gibt. Die Qualität der Artikel hat eine enorm große Schwankungsbreite, und manchmal ist der Einfluss von Lobbygruppen deutlich spürbar. Wikipedia ist in dieser Hinsicht jedoch sehr selbstkritisch. So findet sich etwa in der englischen Ausgabe ein harter Text mit dem Titel &#8220;Criticism of Wikipedia&#8221;, der auch Außenseiterpositionen ausführlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Wikipedia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wiedergibt</a>.<br />
Schließlich begleite ich auch das von mir initiierte Projekt Wikinews<br />
analytisch und habe versucht, Stärken und Schwachstellen auszuloten. Um es ganz klar zu sagen: Ich bin weder mit der Technik noch mit den Inhalten von Wikinews zufrieden &#8212; wir müssen hier noch deutlich besser werden, um eine Alternative darzustellen. Ob das mit diesem Modell überhaupt möglich ist, wage ich noch nicht zu prognostizieren. Ich finde aber Wikinews persönlich spannender als viele andere Bürgerjournalismus-Projekte, die auf sachliche Richtigkeit, Objektivität und Stil oft wenig Wert legen.<br />
Und zur nahe liegenden Frage, warum ich als Autor nicht selbst die<br />
&#8220;Geschenke-Ökonomie&#8221; für die Veröffentlichung meines Buches nutze: ganz einfach &#8211; weil sie noch nicht existiert. Gerade in Deutschland mangelt es an der Verbreitung der dazu erforderlichen elektronischen<br />
Zahlungssysteme, wie aber auch an Plattformen, die zur Verbreitung und Bewertung von freien Inhalten genutzt werden könnten. Dieser Wandel vollzieht sich nur sehr langsam, und je aufwändiger ein Werk ist, desto schwieriger ist es, von klassischen Verwertungsmodellen Abstand zu nehmen. Die Entscheidung für eine freie Lizenz etwa ist nicht allein mir überlassen &#8211; der Verlag möchte da ein Wörtchen mitreden. Wir verhandeln hier schon seit einiger Zeit über eine beiderseitig akzeptable Lösung und werden hoffentlich bald zu einer Übereinkunft kommen.<br />
Vor fünf jahren ging ich davon aus, dass die neue Ökonomie der<br />
Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit schon viel früher entstehen wird.<br />
Während es vor allem in den USA einige beeindruckende Erfolgsgeschichten gibt (vielleicht Material für ein neues Buch oder zumindest eine tiefgreifendere Analyse), kann von einer eigenständigen Ökonomie noch kaum eine Rede sein. Ob diese möglich ist, wird sich zeigen. Ich bin davon überzeugt, bin aber auch bereit, meine Ansichten zu revidieren. Auch alternative Vorschläge existieren, bei denen kein Teenager wegen &#8220;Raubkopien&#8221; ins Gefängnis wandern muss &#8212; etwa die &#8220;Kultur-Flatrate&#8221;, eine monatliche Abgabe, die zur freien Nutzung von Inhalten aller Art ermächtigen würde und deren Gesamtsumme entsprechend eines intelligenten<br />
Schlüssels verteilt würde.<br />
So schwierig es manchmal ist, einen gewissen Optimismus gönne ich mir dennoch. Das mag man für naiv halten &#8212; oder aber auch staunend feststellen, wie unterschiedlich die Welt 2005 doch schon von der Welt 1985 ist, und dass uns möglicherweise noch weitaus tiefgreifendere Umwälzungen in den nächsten 20 Jahren bevorstehen. Wikipedia ist das beste Beispiel dafür, wie fundamental Neues praktisch aus dem Nichts entstehen kann. Im letzten Kapitel habe ich deutlich gemacht, dass es kaum möglich ist, realistische Prognosen über positive oder negative Technikfolgen abzugeben.<br />
Optimismus ist deshalb natürlich nicht unbedenklich. Solange man ihn als Chance auf positive Veränderung begreift und nicht als ihre<br />
Unvermeidlichkeit (und damit als Rechtfertigung für die eigene<br />
Untätigkeit), halte ich ihn dennoch für eine sehr gesunde und<br />
motivierende Geisteshaltung.<br />
Mit dieser Replik möchte ich im Übrigen keineswegs den insgesamt<br />
positiven Ton der Buchbesprechung ins Gegenteil interpretieren. Vielmehr ist es mir wichtig, deutlich zu machen, dass ich mir der verschiedenen Problem- und Spannungsfelder durchaus bewusst bin und ich auch keineswegs schon jubelnd dabei bin, die Revolutionsfahne zu hissen. Den kritischen Blick zu schärfen, sowohl für die &#8220;neue Welt&#8221; als auch für die alte, das ist eines der Anliegen meines Buches.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>EU-Agrarsubventionen werden transparent</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarsubvention]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Am 1. Dezember 2005 wurde die Website<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> in der Beta-Version online gestellt. Sie ermöglicht einen öffentlichen und einfachen Zugang zu den relevanten Daten über die Verteilung von EU-Agrarsubventionen. Die EU-Agrarsubventionen betrugen im Jahr 2004 immerhin 43,5 Milliarden Euro und machten somit mehr als 40 Prozent des EU-Haushaltes aus. Obwohl die Subventionen häufig Thema öffentlicher Debatten sind, wird von der EU und den meisten Mitgliedsstaaten geheim gehalten, wer genau das Geld bekommt.
</p>
<p>
Auf der Website wird tabellarisch aufgeführt, wie viel die 25 EU-Länder aus Brüssel jeweils erhalten und wofür sie die Agrarsubventionen verwenden. Das eigentlich Neue ist aber, dass darüber hinaus &#8211; soweit möglich &#8211; die einzelnen nationalen Endempfänger mit Namen und Adresse genannt werden. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass sich unter den größten Empfängern viele große nationale und multinationale Agrarindustriebetriebe sowie wohlhabende und einflussreiche Einzelpersonen befinden. In einer auf der Website verlinkten<br />
<a href="http://www.cer.org.uk/pdf/policybrief_cap_thurston_nov05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> von FarmSubsidy.org-Mitgründer Jack Thurston wird daher die ineffiziente, unökologische und die von der Lobby der Großkonzerne unterwanderte Allgemeine Agrarpolitik der EU kritisiert. Dies ist aber nur die Meinung des Aktivisten, da sich das Netzwerk von Aktivisten und Journalisten aus mehr als 10 europäischen Ländern nach eigenen Angaben insgesamt als politisch neutral definiert und sich einzig der Transparenz bei der Verwendung der EU-Subventionen, also Steuergeldern, verpflichtet fühlt.
</p>
<p>
<b>Datenerhebung meist sehr schwer</b>
</p>
<p>
Die Daten über die Endempfänger hat das Netzwerk in mühsamer<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/images/farmsubsidy1.jpg" alt="www.farmsubsidy.org" align="right" border="0" height="643" hspace="10" vspace="10" width="151" /><br />
</a>Kleinarbeit gesammelt. Journalisten und andere Einzelpersonen haben offizielle Anfragen an die zuständigen Behörden in den EU-Ländern gestellt, um Zugang zu den Informationen über die Verwendung der EU-Subventionen zu erhalten. Die Recherchierenden hatten dabei allerdings sehr unterschiedlichen Erfolg. Daher haben sie die EU-Länder je nach ihrem Willen der Zusammenarbeit mit einer Farbzuordnung bewertet. Rot steht für eine Verweigerung, gelb für spärliche Informationen und grün für eine transparente Darstellung der Empfängerdaten.
</p>
<p>
Deutschland gehört zu den Ländern, die sich am wenigsten transparent gezeigt haben und erhielt dafür eine rote Karte. Die grüne Farbe für einen transparenten Umgang mit den Daten verdienten sich nur die drei Länder Dänemark, Niederlande und Schweden. Von diesen Ländern sind vollständig die einzelnen nationalen Empfänger der EU-Subventionen mit Namen und Adresse veröffentlicht.
</p>
<p>
<b>Offenes Netzwerk zum Mitmachen</b>
</p>
<p>
Als Angebot zum Mitmachen steht das Diskussionsforum der Website jedem offen. Die Website soll noch weiter ausgebaut werden und eine Plattform für diejenigen darstellen, die sich mit den Themen Agrarpolitik, Transparenz und Accountability beschäftigen. Daher hofft der Mitgründer Jack Thurston von EU Transparency, dass sie ihr Angebot schon bald auch multilingual gestalten können. Derzeit existiert lediglich das englischsprachige Angebot.
</p>
<p>
Koordiniert wird das Projekt FarmSubsidy.org von dem dänischen Institut<br />
<a href="http://www.dicar.dk/research/databank/eusupportgerman.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DICAR</a> (Danish International Center for Analytical Reporting) und von EU Transparency mit Sitz in London. Finanziert wird es hauptsächlich von der William and<br />
<a href="http://www.hewlett.org/Channels/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flora Hewlett Foundation</a>, dem<br />
<a href="http://europa.eu.int/comm/employment_social/esf2000/index-en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Social Fund</a> und der<br />
<a href="http://www.soros.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Society Foundation</a>. Die Veröffentlichung von<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> kommt vom Zeitpunkt her passend kurz vor der am 13.Dezember beginnenden WTO-Ministerkonferenz in Hong Kong, wo die Agrarsubventionen der EU und der USA das strittigste Thema sind.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Ausnahmen zur Regel werden</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/geheimniskramerei-im-amt/wissensgesellschaftredelfs-shtml-3113/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/geheimniskramerei-im-amt/wissensgesellschaftredelfs-shtml-3113/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geheimniskrämerei im Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen macht Wert]]></category>
		<category><![CDATA[Akteneinsicht]]></category>
		<category><![CDATA[Auskunftsanspruch]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungstätigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Amtsverschwiegenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Bearbeitungsgebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheitsgesetz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wissensgesellschaftredelfs-shtml-3113/</guid>

					<description><![CDATA[
                      Politik-digital sprach mit Manfred Redelfs, Leiter der Recherche-Abteilung von 
                      Greenpeace und Mitbegründer der Journalistenorganisation 
                      „Netzwerk Recherche“, über die Bedeutung des Informationsfreiheitsgesetzes und den daraus resultirenden Veränderungen im Verhältnis Bürgerinnen-staatliche Verwaltung, sowie über die Auswirkungen auf den investigativen Journalismus
                      in Deutschland.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>                      <img decoding="async" height="189" alt="Manfred Redelfs" src="/edemocracy/wissensgesellschaft/images/redelfs.jpg" width="150" align="left" />Politik-digital sprach mit Manfred Redelfs, Leiter der Recherche-Abteilung von<br />
                      <a href="http://www.greenpeace.de/GP_SYSTEM/HOME_30.HTM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenpeace</a> und Mitbegründer der Journalistenorganisation<br />
                      <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/" target="_self" rel="noopener noreferrer">„Netzwerk Recherche“</a>, über die Bedeutung des Informationsfreiheitsgesetzes und den daraus resultirenden Veränderungen im Verhältnis Bürgerinnen-staatliche Verwaltung, sowie über die Auswirkungen auf den investigativen Journalismus<br />
                      <br />in Deutschland.<!--break-->
                    </p>
<p></p>
<p class="tidy-3">
                    <strong>politik-digital:</strong> Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) soll ein Jedermannsrecht sein. Also Akteneinsicht ohne Begründung. Aber es gibt viele Ausnahmen. Welche sind für Sie von entscheidender Bedeutung und mit welchen Konsequenzen?<br />
                    <strong><br />
                      <br />
                    </strong><br />
                    <br />
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Grundsätzlich ist das Vorhaben, endlich auch in Deutschland die Aktenschränke zu öffnen und Abschied vom obrigkeitsstaatlichen Prinzip der &#8220;Amtsverschwiegenheit&#8221; zu nehmen, natürlich zu begrüßen. Allerdings sind die zahlreichen Ausnahmeregelungen, die im<br />
                    <a href="http://www.bmi.bund.de/dokumente/Artikel/ix_28349.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwurf</a> des Bundesinnenministeriums vorgesehen sind, eher kontraproduktiv. Wer eine transparentere Verwaltung will, darf seine Energie nicht darauf konzentrieren, Ausnahmeregelungen zu definieren. Da kommt mir der Gesetzentwurf fast so vor wie die Rabatte der<br />
                    <a href="http://www.bahn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschen Bahn</a>: Immer wenn man fahren will, gelten bei den Sonderangeboten irgendwelche Einschränkungen. Und so ist das leider auch bei der Vorlage des Innenministeriums: Viele interessante Vorgänge könnten nach dem im Internet publizierten Entwurf weiter unter Verschluss gehalten werden.</p>
<p>Zum Beispiel ist die Ausklammerung von laufenden Verwaltungsverfahren problematisch, denn das Gesetz soll eigentlich eine bessere Bürgerbeteiligung ermöglichen. Bürgerengagement macht aber nur dann Sinn, wenn man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Es ist gerade dann wichtig, wenn man noch Einfluss auf staatliche Planungen nehmen kann. Alle laufenden Verfahren auszuklammern widerspricht daher dem Ziel des Gesetzes. Sinnvoller wäre eine Regelung wie im Umweltinformationsgesetz, nach dem nur &#8220;nicht abgeschlossene Schriftstücke&#8221; von der Akteneinsicht ausgenommen bleiben &#8211; unabhängig davon, wie der Stand des zugehörigen Verfahrens ist.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es auch gerechtfertigte Ausnahmen?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Unbestritten ist, dass es Ausnahmen für den Schutz personenbezogener Daten oder von Geschäftsgeheimnissen privater Firmen geben muss. Allerdings zählen nach dem vorliegenden Entwurf auch die Behörden selbst zu den zu schützenden Dritten. Das bedeutet, dass ein Amt, das eigentlich zur Transparenz verpflichtet werden soll, immer selbst festlegen kann, welche Akten nach dem unbestimmten Begriff des &#8220;Geschäftsgeheimnisses&#8221; nicht herausgegeben werden. Das lädt zum Missbrauch ein, wenn für das Amt eine Auskunft unangenehm wäre.</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Kann das IFG das Verhältnis Bürgerinnen-staatliche Verwaltung verbessern?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Ich hoffe schon, denn mit dem IFG wird ein längst überholtes Rechtsprinzip umgekehrt: Bisher ist es so, dass die Arbeit der Verwaltung im Geheimen vonstatten geht, es sei denn, es gibt besondere Auskunftsrechte &#8211; etwa für diejenigen, die direkt betroffen sind und wissen wollen, welche Daten das Sozialamt oder eine andere Behörde über sie gespeichert hat. Nach dem IFG-Prinzip ist erst mal alles öffentlich, es sei denn, die Behörde hat besondere Ausnahmegründe. Während jetzt die Bürger ihren Auskunftsanspruch begründen müssen, wäre also in Zukunft die Behörde mit Begründungen gefordert, wenn sie etwas unter Verschluss halten will. Mit dieser Umkehr wird endlich anerkannt, dass die Verwaltung im Dienste der Bürger handelt, sie also keine &#8220;Bittsteller&#8221; beim Amt sind, sondern klar definierte Rechte haben. Das Recht auf Akteneinsicht ermöglicht eine bessere Bürgerbeteiligung bei staatlichen Planungen, etwa öffentlichen Bauvorhaben. Wenn die Behörden sich kooperativ zeigen, verbessert das nicht nur das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern, sondern führt durch Anregungen aus der Bevölkerung auch häufig zu einem optimierten Endergebnis staatlicher Planung und damit auch zu einer besseren Akzeptanz von Verwaltungshandeln. Hinzu kommt, dass nur eine moderne und serviceorientierte Verwaltung in der Lage ist, sich für Bürgeranfragen zu öffnen. Wo Aktenpläne chaotisch sind oder Unterlagen nur nach langem Suchen gefunden werden können, bringt die Transparenzverpflichtung also einen Modernisierungsschub, der letztlich auch im Interesse der Verwaltungsmitarbeiter liegt.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong>Wäre ein Korruptionsfall wie in Köln mit einem IFG wirksamer zu bekämpfen?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong><br />
                    <a href="http://www.transparency.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparency International</a>, eine Nichtregierungsorganisation, die gegen Korruption aktiv ist, sieht das Akteneinsichtsrecht der Bürger als ganz wichtiges Instrument an, um Bestechung und andere Unregelmäßigkeiten zu bekämpfen. Das zeigen auch die Erfahrungen aus den Ländern, die solche Akteneinsichtsrechte bereits eingeführt haben. Wer ständig befürchten muss, dass seine Unterlagen einschließlich der Geldströme offengelegt werden müssen, traut sich natürlich nicht so leicht, unrechtmäßig Gelder abzuzweigen, denn das Risiko der Entdeckung ist größer. Natürlich wird deswegen die Korruption nicht sofort verschwinden, aber der Missbrauch von öffentlichen Geldern wird eingeschränkt, auch im Falle von Subventionszahlungen. So ist es einer Bürgerinitiative in Seelze bei Hannover gelungen, unter Berufung auf die Transparenzverpflichtungen nach dem Umweltinformationsgesetz nachzuweisen, dass für den Bau einer Giftmüllverbrennungsanlage vier Millionen Mark aus dem Landesökofonds gezahlt worden waren, obwohl die Anlage gar keine ökologische Förderungswürdigkeit besaß. Die Bürgerinitiative hat dann bei der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel Beschwerde erhoben und erreicht, dass diese Gelder zurückgezahlt werden mussten. Ohne Akteneinsichtsrecht wäre der Fall nie herausgekommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Sind die existierenden Landesgesetze besser als der bisherige IFG-Entwurf?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Die Landesgesetze, die in<br />
                    <a href="http://www.brandenburg.de/land/lfdbbg/gesetze/aig.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brandenburg</a>,<br />
                    <a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/bln/ifg/ifg.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin</a>,<br />
                    <a href="http://www.datenschutzzentrum.de/material/recht/infofrei/infofrei.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schleswig-Holstein</a> und<br />
                    <a href="http://www.lfd.nrw.de/pressestelle/presse_6_komplett.html" target="_self" rel="noopener noreferrer">Nordrhein-Westfalen</a> gelten, sind in einer Reihe von Punkten weitergehender und damit mutiger als der Plan für die Bundesebene. Die Unterschiede liegen darin, dass die Ausnahmen von der Transparenzverpflichtung nicht so weitreichend sind und dass die Landesgesetzes in manchen Punkten auch bürgerfreundlicher formuliert wurden. Zum Beispiel verpflichtet das Berliner Landesgesetz die Behörden, Anträge bei Unzuständigkeit an die richtige Stelle weiterzuleiten. Beim Bundesgesetz fehlt eine solche Regelung. Stattdessen heißt es in der Gesetzesbegründung, die Weiterleitung sei ohnehin ein &#8220;nobile officium&#8221;, also eine &#8220;Ehrenpflicht&#8221; &#8211; und damit ist es wohl vom Ehrbegriff des jeweiligen Verwaltungsmitarbeiters abhängig, wie servicegerecht sich die Behörde verhält.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Kosten kommen auf die Behörden zu? Welche auf die Anfragenden Bürgerinnen? Gibt es eine Regelung über die Kosten oder gar eine Höchstgrenze?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Für die Bundesebene ist eine Bearbeitungsgebühr im Gespräch, die bis zu 500 Euro betragen kann, je nach Aufwand. Sachauslagen wie Kopien können extra berechnet werden. In den Ländern gelten ähnliche Bestimmungen, so dass ein interessierter Bürger immer so präzise wie möglich benennen sollte, was genau er wissen will, um den Bearbeitsaufwand zu begrenzen. Entscheidend ist die Frage, ob die Sachbearbeiter in den Ämtern die Gebührenobergrenze möglichst ausreizen, um Bürger abzuschrecken, oder ob sie sich kooperativ verhalten und die Bestimmungen im Sinne der Antragsteller auslegen. Das ist sicherlich von Fall zu Fall verschieden, so dass man befürchten muss, dass sich einige Behörden auch hinter hohen Gebühren verschanzen werden.<br />
                    <br />Was die Frage des Kostenaufwands für die Behörden selbst angeht, zeigt die bisherige Erfahrung, dass alle Schreckensbilder, die Ämter würden unter der Last der Anträge zusammenbrechen, jeder Grundlage entbehren: In keinem der vier Bundesländer hat es eine Antragsflut gegeben, so dass die zusätzliche Arbeitsbelastung sich erstens gut verteilte und mit dem bestehenden Personal problemlos zu bewältigen waren. Zweitens haben die Behörden durch die Bearbeitungsgebühr ja auch Einnahmen, die den Aufwand ausgleichen. Aus den USA oder aus Skandinavien, wo die Akteneinsicht bereits seit Jahrzehnten Alltag ist, ist im übrigen nicht bekannt geworden, dass dort wegen der besseren Bürgerbeteiligung der Staatsbankrott droht.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Gibt es eine zeitliche Frist, innerhalb derer ein Antrag von der Behörde beantwortet werden muss ?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Im Bundesentwurf fehlt leider eine solche Frist. Sie ergibt sich indirekt daraus, dass ein Antragsteller ohnehin nach drei Monaten wegen Untätigkeit klagen kann, falls die Behörde sich nicht rührt. Auch in diesem Punkt sind die Landesgesetze besser: In Schleswig-Holstein sind Anträge &#8220;unverzüglich, spätestens aber innerhalb eines Monats&#8221; zu beantworten, wie es im Gesetz heißt. Auch in Berlin ist von &#8220;unverzüglich&#8221; die Rede, denn natürlich sind die meisten Informationen nur hilfreich, wenn man sie auch einigermaßen schnell bekommt.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Erfahrungen mit den Behörden haben Sie gemacht?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Wir haben bei Greenpeace das Umweltinformationsgesetz, das bereits seit 1994 eine Akteneinsicht bei Umweltinformationen ermöglicht, gerade genutzt, um Informationen über den Bau von Massentierhaltungsanlagen zu bekommen. Die Erfahrungen waren leider ernüchternd: Von zwölf angeschriebenen Landkreisen haben nur vier die Daten innerhalb der in dem Fall gesetzlich vorgeschriebenen Frist von zwei Monaten geliefert. Der Landkreis Vechta, in dem Massentierhaltung ein besonders gravierendes Problem ist, hat sogar erst nach sechs Monaten und einem förmlichen Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht geantwortet &#8211; und dann für die gelieferten Daten Bearbeitungskosten von exakt 2.226, 37 Euro in Rechnung gestellt, plus 5,37 Porto für ein Einschreiben mit Rückschein. Wir klagen jetzt gegen dieses eindeutig rechtswidrige Vorgehen und werden zur Not bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Leider zeigen solche Beispiele, dass Behörden, die Daten wegen ihrer Brisanz zurückhalten wollen, momentan noch viele Möglichkeiten haben, sich hinter langen Bearbeitungszeiten oder hohen Gebühren zu verschanzen.<br />
                    <br />Außerdem ist es problematisch, dass viele Ämter die Gesetzeslage selbst nicht kennen und erst von den Antragstellern aufgeklärt werden müssen. Hier ist zu hoffen, dass über die Jahre, wenn die Auskunftsrechte häufiger genutzt werden, sich auch ein selbstverständlicherer Umgang damit durchsetzen wird. Momentan merkt man leider noch, dass viele Sachbearbeiter sich an die neue Transparenz erst gewöhnen müssen.</p>
<p>                    <strong>politik-digital:</strong> Hat das fehlende Gesetz den investigativen Journalismus in Deutschland &#8211; auch im Vergleich zu anderen Ländern &#8211; eingeschränkt?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Aus den USA ist bekannt, dass viele aufsehenerregende Recherchen nur möglich waren, weil Politiker und Behörden dort sehr weitreichenden Transparenzverpflichtungen unterliegen. Die New York Times hat z.B. während des Präsidentschaftswahlkampfes den Tischkalender von George Bush aus seiner Zeit als Gouverneur in Texas angefordert, um seinen Arbeitsstil zu analysieren. Das war unter Berufung auf den Freedom of Information Act möglich. Die Zeitung stellte fest, dass Bush junior seinen Dienst in der Regel um 9 Uhr morgens begonnen hat, mittags zwei Stunden Pause machte, um Zeit zum Joggen zu haben, und nachmittags gegen 17 Uhr letzte Termine ansetzte. Bei Todesurteilen, über die er als Gouverneur zu entscheiden hatte, setzte er für das Aktenstudium durchschnittlich 15 Minuten an. Seine öffentlichen Beteuerungen, wie intensiv er sich mit jedem Einzelfall befassen würde, waren so schnell widerlegt.<br />
                    <br />Selbst das US-Militär, das einige Ausnahmebestimmungen ins Feld führen kann, musste sich eine Reihe von Enthüllungen aufgrund von FOIA-Anfragen gefallen lassen: So wurde die hohe Zahl der von den eigenen Kameraden erschossenen GIs im Golfkrieg bekannt oder die Tatsache, dass die Verwendung von technisch unzureichenden Sichtgeräten für Piloten zum Absturz etlicher Flieger geführt hat.</p>
<p>Deutschland wurde stärker als die angelsächsischen Länder oder auch Skandinavien durch eine obrigkeitsstaatliche Tradition geprägt, bei der mit Informationen sehr restriktiv umgegangen wird. Journalisten haben deshalb in Deutschland wesentlich schlechtere Recherchemöglichkeiten als ihre Kollegen in den USA oder in Schweden. Zwar gibt es einen Auskunftsanspruch gegenüber Behörden, der in den Landespressegesetzen geregelt wird. Aber in Deutschland müssen sich Journalisten mit den mündlichen Auskünften der Pressesprecher zufrieden geben &#8211; und das ist etwas völlig anderes, als wenn man direkten Zugriff auf Originaldokumente erhält. Warum der investigative Journalismus bei uns eine geringere Rolle spielt, hat zwar viele Gründe, aber die Rechtslage ist sicherlich ein Teil der Erklärung.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Sind die Landesgesetze den Bürgerinnen genügend bekannt?</p>
<p>
                    <strong>Manfred Redelfs:</strong> Nach meinem Eindruck wissen nur sehr wenige Bürger, welche Akteneinsichtsrechte sie bereits seit Jahren nach dem Umweltinformationsgesetz immer dann haben, wenn es um Umweltbelange geht oder nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, wenn sie selbst von Amtshandlungen betroffen sind. Ähnlich verhält es sich bei den mittlerweile vier IFG-Landesgesetzen: Ausgerechnet Bestimmungen, die zu mehr Transparenz beitragen sollen, sind offenbar gut gehütete Geheimnisse. Da drängt sich der Eindruck auf, dass es einigen Ämtern auch ganz recht ist, wenn die Bürger gar nicht wissen, welche Auskunftsansprüche sie haben. Es fehlt an Öffentlichkeitsarbeit für das IFG und ähnliche Transparenzverpflichtungen. In Berlin haben die Grünen deshalb sogar Zeitungsanzeigen geschaltet, um das Gesetz bekannt zu machen. Dort sind innerhalb eines Jahres insgesamt 164 Anträge auf Akteneinsicht gestellt worden, was für die größte deutsche Stadt gewiss nicht viel ist. Mehr Information der Öffentlichkeit tut also wirklich Not.</p>
<p>Das Interview mit Manfred Redelfs führte Clemens Lerche.<br />
                    </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/geheimniskramerei-im-amt/wissensgesellschaftredelfs-shtml-3113/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
