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	<title>Irak-Politik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Irak-Politik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Erwachsene Politiker haben keine Lust mehr auf Cowboy-Diplomatie&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 7. Dezember war Christiane Meier, ARD-Korrespondentin in Washington, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern über US-Präsident Bush, den Bericht der Baker-Kommission, und die Reaktionen in den US-Medien.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. Dezember war Christiane Meier, ARD-Korrespondentin in Washington, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern über US-Präsident Bush, den Bericht der Baker-Kommission, und die Reaktionen in den US-Medien.<br />
<!--break--> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zu 45 Minuten tagesschau-Chat. Unser Gast ist heute die ARD-Korrespondentin in Washington, Christiane Meier. Sie wird aus der Hauptstadt der Vereinigten Staaten mit uns chatten. Der Anlass ist hochaktuell: Wir wollen über eine mögliche Wende in der Nahost-Politik der USA sprechen, nachdem in diesen Tagen der Bericht der Baker-Kommission vorgelegt wurde. Frau Meier, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Allzeit bereit, also auch jetzt!
</p>
<p>
<b>GvD2:</b> Guten Tag Frau Meier, die Baker-Kommission stellte gestern ihre Ergebnisse vor. Was glauben Sie? Wird Präsident Bush seine Irak-Strategie ändern und in welche Richtung wird es gehen?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Präsident Bush muss sich auf jeden Fall zu der Studie verhalten, denn er bekommt enormen Druck aus der eigenen Partei. Allerdings wird er erst noch abwarten, wie die Studien aus dem Pentagon und dem State Department ausfallen. Was er dann tun wird, ist völlig offen.
</p>
<p>
<b>Opensuse:</b> Welche Rolle/Bedeutung nimmt Herr Baker denn in den USA ein? Ist er auch sonst ein politischer Gegner Bushs?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> James Baker ist im Gegenteil ein alter Freund der Familie und hat bei der ersten Wahl &#8211; Sie erinnern sich, „hanging chats“ &#8211; Bush gerettet. Auch diesmal soll er Bush Jr. helfen, aus der verfahrenen Situation herauszukommen. Aber da er ein Freund seines Vaters ist, reagiert Bush skeptisch. Sie wissen schon, die Rivalität zwischen Vater und Sohn.
</p>
<p>
<b>Sonnenfirnis:</b> Ist der Bericht der Baker-Kommission Ihrer Meinung nach das offizielle Dokument für das politische Versagen von Präsident Bush?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> So zumindest legt es die Opposition aus und man muss sagen, dass auch die Mehrzahl der Reaktionen in diese Richtung geht. Schließlich war dies eine überparteiliche Kommission, die politischer Vorteilsnahme unverdächtig ist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es gibt in den US-Medien aber doch auch scharfe Kritik. Ich hörte, es sei von einem &quot;warmen Aufguss&quot; die<br />
Rede?!
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Vielen geht die Kommission nicht weit genug. Ein alter Hase in der Politik sagte zynisch, der Berg habe eine Maus geboren. Andererseits gibt es auch viel Kritik für die Forderung nach einem diplomatischen Ansatz unter Einbeziehung von Syrien und Iran, also Kritik von beiden Seiten und das ist ja meist<br />
kein schlechtes Zeichen.
</p>
<p>
<b>Iraqi Freedom:</b> Inwieweit dringt es bei der amerikanischen Bevölkerung durch, dass Bush mit der Irak-Studie einen ziemlich harten Schlag ins Gesicht bekommen hat?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Es ist nicht zu überhören und zu übersehen, denn die amerikanischen Fernsehsender sowie sämtliche Zeitungen berichten ausführlichst darüber.
</p>
<p>
<b>Niller:</b> Welche Konsequenzen kann ein solcher Bericht realistischer Weise nach sich ziehen?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Zumindest muss der Präsident, der ja auch der Oberkommandierende der Truppen ist, der Realität ins Auge sehen und seine optimistischen Durchhalteparolen sind jetzt obsolet. Andererseits eröffnet dies einen überparteilichen Dialog und den hat es hier in ernsthafter Form lange nicht mehr gegeben.
</p>
<p>
<b>lukas.h.l.:</b> Kann Bush die Kommission einfach ignorieren, was meinen Sie?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Theoretisch ja, denn die Kommission hat nur beratende Funktion. Aber die politische Realität erzwingt hier in Washington eine durchdachte Reaktion, denn sowohl Senat wie Abgeordnetenhaus beschäftigen sich jetzt damit.
</p>
<p>
<b>kuscheltier:</b> Die Baker-Kommission schlägt vor, dass die US-Truppen sich zurückziehen sollen. Aber ist das nicht gerade der Fehler? Man kann doch so ein zerrüttetes Land nicht einfach so sich selbst überlassen!
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Das ist auch nicht der Plan. Der Vorschlag geht im Kern eher dahin, die irakischen Truppen zu unterstützen und die Kampftruppen zu reduzieren. Davon verspricht man sich wohl, die Provokation herunterzufahren und die Verantwortung an die irakischen Truppen und die irakische Regierung weiterzugeben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen mit gleicher Richtung im Doppelpack:
</p>
<p>
<b>Mximus:</b> Wie bewerten denn die Medien den Bericht? In welche Richtung gehen sie?
</p>
<p>
<b>georg123:</b> Wie setzen sich die großen (CNN, FOX, ABC&#8230;) mit dem Bericht auseinander? Wird kritisch argumentiert oder einfach nur patriotisch salutiert?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Gute Frage! Die Medien berichten weitgehend objektiv und laden derzeit sämtliche Mitglieder der Kommission zu weitergehenden Diskussionen ein. Patriotisch salutiert wird in letzter Zeit deutlich weniger. Außer vielleicht bei FOX, die in dieser Hinsicht konstant sind.
</p>
<p>
<b>matsche:</b> Frau Meier, werden Sie als Deutsche angesprochen, dass Schröder mit seiner Haltung doch Recht behalten hat?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Das liegt schon zu lange zurück. An Schröder erinnert man sich kaum noch, aber ich habe schon während des Irakkriegs viele Reaktionen von Amerikanern erlebt, die sich bei Deutschland für die ablehnende Haltung bedankt haben. Und es liegt mir wirklich am Herzen mal zu sagen, dass wirklich viele &#8211; vielleicht die Hälfte der Amerikaner &#8211; keineswegs mit diesem Krieg einverstanden waren &#8211; ganz anders, als es in Deutschland manchmal wahrgenommen wird. Aber das &quot;andere Amerika&quot; war frustriert<br />
und manchmal zu still.
</p>
<p>
<b>maeper:</b> Was bringen eigentlich die Gegner des Baker-Berichts der Kommission entgegen? Welche Argumente haben sie?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Kommt drauf an, von welcher Seite sie kommen. Die Konservativen sind entsetzt, dass man jetzt mit Syrien und Iran verhandeln soll, die ja aus der Sicht von Bush zur Achse des Bösen gehören. Und die Demokraten fürchten, dass der Plan zu spät kommt und noch immer zu halbherzig ist.
</p>
<p>
<b>ichbinsschonwieder:</b> Ist Bush überhaupt gewillt sich anzupassen, da er doch nicht wieder gewählt werden kann?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Wer weiß das schon. Aber inzwischen muss er sich ja um seine Legacy, sein Vermächtnis, kümmern. Er will sicher nicht als gescheiterter Präsident in die Geschichte eingehen. Deshalb könnte es sein, dass er versucht, möglichst gesichtswahrend einen Ausstieg zu finden. In der Deckung der Baker-Kommission.
</p>
<p>
<b>ElGrande:</b> Wie kann es sein, dass die Kommission erst jetzt, Jahre nach dem Einzug in den Irak, so viel Aufmerksamkeit erregt? Stand Bush nicht schon unlängst vorher unter Handlungsdruck?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Stimmt, aber diesmal sind es eben die weisen alten Männer und eine Frau, deren Glaubwürdigkeit außer Frage steht und die Kommission ist eben überparteilich. Außerdem haben viele lange die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen. Schließlich hat ihnen ja die Regierung gesagt, dass alles gut ist.
</p>
<p>
<b>Werderfan:</b> Welchen Einfluss haben die &quot;Europäer&quot; auf Bush? Wird nur Blair ernst genommen?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Blair ist natürlich der engste Verbündete und deshalb automatisch ernst zu nehmen. Aber auch die anderen werden jetzt wieder gehört, denn man braucht Europa dringend. Und außerdem hat das State Department ohnehin andere Prioritäten. Dort ist der Gesprächsfaden zu Europa nie abgerissen. Dennoch: Am Ende entscheidet Amerika über amerikanische Interessen und ganz ohne das zu verbrämen.
</p>
<p>
<b>Werderfan:</b> Was verlangen die USA von Deutschland im Bezug auf den Irak?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Am Liebsten mehr! Aber sie wissen, dass es von deutscher Seite keine Kampftruppen gibt. Deshalb richten sich die Begehrlichkeiten eher auf zivile Aufbaumaßnahmen und Geld. Aber diese Frage kann sicher Minister Steinmeier gut beantworten. Der trifft sich ja morgen mit Condi Rice.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal ein Doppelpack:
</p>
<p>
<b>Hans Albers:</b> Sind die USA und die Briten jetzt eigentlich immer noch so gut befreundet?
</p>
<p>
<b>zusch@uer:</b> Wie steht es denn jetzt um das Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Bush und Blair halten zusammen. Müssen sie auch, denn sie haben das ja gemeinsam begonnen. Dennoch gibt es eben Unterschiede, wie man mit der Situation umgeht. Blair scheint der Kommission sehr zuzuneigen. Er wurde im Vorfeld auch befragt. Vielleicht will er jetzt nicht mehr Bushs Pudel sein. Mal sehen, was die beiden gleich in der Pressekonferenz zu sagen haben.
</p>
<p>
<b>noneed4names:</b> Sehen die Neocons eigentlich Ihr Konzept der neuen Weltordnung und des Krieges gegen den Terror als gescheitert an oder den Irak lediglich als Problem der Umsetzung?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Die Neocons haben sich aus der Öffentlichkeit so ziemlich verabschiedet. Seit sie gesehen haben, dass es nicht so gut läuft. Aber ihr Argument ist, dass die Idee stimmt, nur die Umsetzung dilettantisch war.
</p>
<p>
<b>zuvielglühwein:</b> Ist diese ganze Baker-Geschichte nicht ein reines PR-Spektakel? Auch die Diskussion um den Rückzug der Truppen? Nach dem Wahldebakel muss Bush ja schließlich sein Image ändern &#8211; die Wahl hat ja gezeigt, dass viele Amerikaner den Rückzug fordern.
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Glaube ich nicht. Die Situation ist ja nun mal wirklich dramatisch. Erwachsene Politiker haben keine Lust mehr auf Cowboy-Diplomatie, wie die Kritiker das nennen. Jetzt sehen auch die Republikaner die Zeit gekommen, echte Lösungen zu finden. Anderenfalls müssen sie nämlich um ihre Wiederwahl und die Macht fürchten.
</p>
<p>
<b>JohnDillinger:</b> Inwieweit wird jetzt schon wieder Wahlkampf im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen 2008 getrieben?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Ich suche nach einer guten Beschreibung. Der Wahlkampf ist nämlich schon so richtig in Gang. Die Präsidentschaftskandidaten versuchen sich zu sortieren und ihre Chancen abzuschätzen. Schließlich muss man jetzt schon Geld sammeln. Also: Ja, der Wahlkampf hat begonnen.
</p>
<p>
<b>James75:</b> Gibt es einen potenziellen republikanischen Bush-Nachfolger? Also einen vermeintlichen Erben?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> McCain sieht sich wohl in dieser Rolle. Aber ob er eine Chance hat, ist noch gar nicht abzusehen. Giuliani scheint ebenfalls nachzudenken. Einen richtigen Favoriten kann man noch nicht erkennen.
</p>
<p>
<b>bufdi:</b> Mal eine allgemeinere Frage: Schätzen Sie Gates eigentlich als gute Besetzung als Verteidigungsminister ein? Oder nur eine Marionette in Bushs Kabinett? Mit seinem Kommissionsbericht hat er ja eigentlich sehr viel Selbstbewusstsein, wenn man das so nennen kann, bewiesen.
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Er gilt als recht unabhängiger Kopf und hat bei seinen Anhörungen offenbar einen guten Eindruck auch auf die politischen Gegner gemacht. Die Demokraten haben große Hoffnungen, dass er sich nicht zur Marionette machen lässt. Schließlich hat er ja auch schon seine Meinung zum Krieg gesagt: Er ist nicht zu gewinnen. Also ein Ansatz, der im Gegensatz zu Bushs Einschätzung steht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bitte die Antwort auf Deutsch:
</p>
<p>
<b>gudstm:</b> What do you believe are Hillary Clinton&#8217;s chances of becoming the first US female President?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Sie hat sicher große Chancen innerhalb der demokratischen Partei. Allerdings scheint die republikanische Seite extrem skeptisch zu sein und auch die wichtigen Wähler der Mitte sind eher vorsichtig. Sie polarisiert sehr stark, aber ist nicht völlig chancenlos.
</p>
<p>
<b>Bubbi:</b> Verliert die Christliche Rechte in Amerika an Einfluss?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Ja. Aber auch deshalb, weil sie das so will. Man fühlt sich von Bush nicht gut genug behandelt und sogar als Stimmvolk benutzt, seit ein Insider darüber berichtet hat, wie das Weiße Haus über sie denkt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Letzte Frage, noch mal zu Hillary Clinton.
</p>
<p>
<b>noneed4names:</b> Bezieht sich diese Skepsis auf eine Frau oder diese Frau?
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> Diese Frau. Für die Demokraten ist sie großartig und die Skandale mit Bill zählen nicht. Für die Republikaner ist Bill Clinton ein großer Ballast. Sie wollen einfach nie wieder einen oder eine Clinton im Weißen Haus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unser tagesschau-Chat für heute. Wir bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben. Unsere Bitte um Verständnis an jene, die wir mit ihrer Frage nicht berücksichtigen konnten. Unser besonderer Dank gilt Christiane Meier, die sich für uns Zeit zum Chatten genommen hat. Ihnen allen wünschen wir noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Christiane Meier:</b> War mir ein Vergnügen!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es wird sich etwas ändern&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Berbner]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><span style="font-size: x-small">Mittwoch, 
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">8. November 2006: Wenige Stunden nach 
dem Ergebnis der &#34;Midterm elections&#34; in den USA meldet sich 
ARD-Korrespondent Thomas Berbner per Chat aus Washington. Rumsfelds 
Rücktritt ist eine klare Botschaft an die Wähler, erklärt 
er. Vor allem auf die Irak-Politik wird das Wahlergebnis Auswirkungen 
haben.</span></span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: x-small">Mittwoch,<br />
<span style="font-size: x-small"><span style="font-size: x-small">8. November 2006: Wenige Stunden nach<br />
dem Ergebnis der &quot;Midterm elections&quot; in den USA meldet sich<br />
ARD-Korrespondent Thomas Berbner per Chat aus Washington. Rumsfelds<br />
Rücktritt ist eine klare Botschaft an die Wähler, erklärt<br />
er. Vor allem auf die Irak-Politik wird das Wahlergebnis Auswirkungen<br />
haben.</span></span></span></b><!--break--> </p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Hallo<br />
aus Hamburg! Guten Abend allerseits! Herzlich Willkommen zum tagesschau-Chat<br />
mit ARD-Korrespondent Thomas Berbner. Unser Thema: Wie geht&#8217;s weiter<br />
nach den Kongresswahlen in den USA? Herr Berbner ist uns jetzt live<br />
aus Washington zugeschaltet. Hallo Herr Berbner, können wir<br />
loslegen?
</p>
<p>
<b><b>Thomas Berbner:</b></b> Von mir aus kann<br />
es losgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Irak-Krieg. Dazu liegen gleich mehrere<br />
Fragen vor:
</p>
<p>
<b>neuia2:</b> Wie geht es im Irak weiter?
</p>
<p>
<b>Inas:</b> Inwieweit wird sich dieser Machtwechsel<br />
auf die Irakpolitik auswirken? Mit Sicherheit werden die Demokraten<br />
eine andere Politik fordern.
</p>
<p>
<b>tina17:</b> Mich würde auch interessieren, was<br />
sich Ihrer Ansicht nach im Bezug auf die Strategie im Irak ändern<br />
könnte und ändern wird.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Der Präsident ist immer noch<br />
Chef der Außenpolitik, aber auf mittlere Sicht führt<br />
an einem Abzug der Truppen aus dem Irak sicher kein Weg vorbei.
</p>
<p>
<b>Tschakka:</b> Herr Berbner, wie ist die Stimmung in<br />
der Bevölkerung denn nun wirklich? Wollen die Amerikaner einen<br />
Abzug der Truppen und eine politische Wüste hinterlassen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die Mehrheit auch unter den Republikanern<br />
ist für Abzug. Es könnte dazu kommen, dass man am Ende<br />
sagt, wir haben uns lange genug gekümmert. Jetzt ist das Sache<br />
der Irakis.
</p>
<p>
<b>juppheidi:</b> Auf mittlere Sicht ein Abzug aus dem<br />
Irak. Können Sie das in Jahren sagen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Schwierig. Aber ich denke, einen<br />
erheblichen Teil könnten die USA schon innerhalb eines Jahres<br />
abziehen. Es könnten dann auf Dauer einige Zehntausend Soldaten<br />
dableiben wie zum Beispiel in Südkorea.
</p>
<p>
<b>Tschakka:</b> Aber dann würde die Weltgemeinschaft<br />
doch aufschreien, oder?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die USA fühlen sich beim<br />
Thema Irak schon auch sehr im Stich gelassen. Wenn auch zu Unrecht.
</p>
<p>
<b>yacktahn:</b> Aber würde ein Abzug nicht auch<br />
bedeuten, dass sich die US-Regierung ein neues Anti-Terror-Schlachtfeld<br />
sucht?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Beim nächsten Mal wird die<br />
Regierung mit Sicherheit vorsichtiger sein. Alles andere wäre<br />
politischer Selbstmord.
</p>
<p>
<b>claudiha:</b> Vor der Wahl hat man oft gehört,<br />
dass das Todesurteil von Saddam Hussein Einfluss auf die Wahl nehmen<br />
wird. Sehen Sie das im Wahlergebnis bestätigt?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielleicht wäre es ohne das<br />
Urteil noch schlimmer für die Republikaner gekommen, aber an<br />
der grundsätzlichen Haltung der Wähler hat das sicher<br />
nichts mehr geändert.
</p>
<p>
<b>Cateskontrolle:</b> Wie würde sich ein Abzug<br />
auf das Ansehen der Republikaner auswirken?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Man wird versuchen müssen,<br />
auch die Besatzungszeit als Erfolg zu verkaufen und die eigenen<br />
Opfer als notwendigen Beitrag zur Sicherheit Amerikas. So wird das<br />
ja auch schon eine ganze Weile gemacht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eng mit dem Irak-Krieg verbunden ist<br />
die Personalie des Tages: Verteidigungsminister Rumsfeld wird ausgetauscht.
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Mit Robert Gates wurde wieder ein Bushist<br />
nominiert. Wie soll sich da die Irak-Politik auch nur im geringsten<br />
ändern?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Ja, das schlug hier heute ein<br />
wie die sprichwörtliche Bombe. Es wird sicher andere Akzente<br />
geben, aber eines ist klar: Schnell wird man das Problem nicht lösen<br />
können. Jetzt bewahrheitet sich die Warnung des damaligen Außenministers<br />
Powell: Wie kommen wir da wieder raus?
</p>
<p>
<b>Donaldo:</b> Guten Tag nach Amerika: Herr Berbner,<br />
kennen sie den neuen Verteidigungsminister Gates? für welche<br />
Richtung steht er, ist er auch so ein Hardliner wie Rumsfeld?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Er ist auch ein Konservativer,<br />
vielleicht nicht ganz so unflexibel wie Donald Rumsfeld, aber auf<br />
jeden Fall seit langem ein enger Freund der Familie Bush.
</p>
<p>
<b>Mdtiger:</b> Andere Akzente von einem Geheimdienstmann?<br />
Etwa so wie bei Putin in Russland?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Man kann viele Dinge gut oder<br />
schlecht machen, auch die Führung der CIA oder des Pentagon.<br />
Aber er bestimmt ja auch nicht die Richtlinien der Politik.
</p>
<p>
<b>Deval:</b> Wie beurteilen Sie den wohl kalkulierten<br />
Rücktritt Rumsfelds hinsichtlich seiner Wirkung auf die Bevölkerung?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Der Rücktritt war überfällig<br />
und die Botschaft an die Wähler ist ganz klar: Wir haben verstanden.<br />
Es wird sich etwas ändern.
</p>
<p>
<b>DDosenfutter:</b> Welche Konsequenzen kann das Wahlergebnis<br />
für die politische Karriere von Condi Rice haben?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Sie war eine der eher moderaten<br />
Gegenspielerinnen im Kabinett. Rumsfelds Rücktritt stärkt<br />
ihren eher pragmatischen Ansatz.
</p>
<p>
<b>billgates:</b> Was mir auffällt, ist eigentlich<br />
eher, das die Anti-Kriegs-Aktivisten auch sehr in der Defensive<br />
sind: &#8216;Being against the war is patriotic&#8217; müssen sie sich<br />
rechtfertigen. Dennoch scheint die Anti-Kriegs-Stimmung ja wichtig<br />
für die Wahl gewesen zu sein. Wie geht das zusammen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Zwischen Kriegsmüdigkeit<br />
der Massen und Aktivismus auf der Straße klafft in diesem<br />
Land ein tiefer Graben. Nur wenige gehen den Weg in aktive politische<br />
Opposition in der Bürgerrechtsbewegung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zum Präsidenten Bush:
</p>
<p>
<b>KrautBot:</b> Wie dünn sind die Reihen der Sympathisanten<br />
um G.W. wirklich geworden? Man hört immer davon, dass Parteigenossen<br />
Auftritte mit dem Präsidenten ablehnten. Sind das Einzelfälle<br />
oder zeichnet sich da mehr ab?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das sind Einzelfälle, aber<br />
durchaus bemerkenswerte. Was unter der Oberfläche gärt,<br />
ist die generelle Unzufriedenheit mit den Ergebnissen im Irak. Auch<br />
in der eigenen Partei. Es ist der Herbst der Neocons.
</p>
<p>
<b>webcam12:</b> Mich würde mal interessieren: Haben<br />
eigentlich die Neokonservativen um Cheney, Rumsfeld, etc. irgendwie<br />
einmal eingestanden, dass ihre gesamte Irakkalkulation nicht aufgegangen<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Noch vor wenigen Tagen hat der<br />
ehemalige Berater der Regierung Richard Perle gesagt, er hätte<br />
damals gegen den Irakfeldzug gestimmt, hätte er gewusst, wie<br />
schlecht alles geplant war. Perles Spitzname ist übrigens Prince<br />
of Darkness.
</p>
<p>
<b>matthias1978:</b> Können Sie nachvollziehen warum<br />
Bush erst nach sechs Jahren ernsthaften Gegenwind von den Bürgern<br />
bekommt?
</p>
<p>
<b>Tiffy:</b> Gibt Bush vor Ende seiner Amtszeit auf?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das wird außerhalb Amerikas<br />
oft nicht verstanden, aber der Schock über die Terroranschläge<br />
am 11. September 2001 hat dieses Land in allen Schichten der Bevölkerung<br />
traumatisiert. Dem eigenen Schutz und Bedürfnis nach Rache<br />
wurde zu lange zu vieles untergeordnet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit sind wir bei der Innenpolitik:
</p>
<p>
<b>check:</b> Wie stehen die Demokraten zum &#8216;Patriot<br />
Act&#8217; oder anderen Maßnahmen, die ja bei uns stark kritisiert<br />
werden? Ist da in irgendeiner Form eine Änderung zu erwarten?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Es wird sicher schwieriger für<br />
den Präsidenten, den Patriot Act aufrecht zu erhalten, da hatten<br />
sich die Demokraten zum Beispiel bei Verlängerungen der Gesetze<br />
auch jetzt schon geweigert. Und jetzt haben sie im Repräsentantenhaus<br />
die Mehrheit.
</p>
<p>
<b>christina:</b> Werden die Demokraten jetzt &quot;abrechnen&quot;?
</p>
<p>
<b>Xilef:</b> Inwieweit können sich denn nun die<br />
Demokraten im House durchsetzen, wenn Bush weiterhin über sein<br />
Vetorecht verfügt?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Sie sagen nein, es gehe nicht<br />
um Vergeltung, sondern um konstruktive Zusammenarbeit. Aber einige<br />
alte Rechnungen werden sicher noch beglichen. So ist Politik.
</p>
<p>
<b>Jan Hu.:</b> Welche Untersuchungen wird die neue demokratische<br />
Sprecherin wohl einleiten? Vorwarnungen bezüglich des 11. September?<br />
Mangelnde Untersuchung des Insidertradings u.ä.? Gründe<br />
für den Irakkrieg? Abschaffung von &#8216;habeas corpus&#8217;?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das Desaster im Irak wird sicher<br />
untersucht. Und der Kampf gegen den Terror hat ja viele Problemfelder<br />
aufgetan, nicht zuletzt die Behandlung der Gefangenen in Guantanamo.
</p>
<p>
<b>Jan Hu.:</b> Macht der Ausgang der Wahl die baldige<br />
Schließung von Guantanamo wahrscheinlicher? Wie sind die Aussichten<br />
auf faire Verfahren?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Mit Sicherheit. Faire Verfahren<br />
sind aber noch in weiter Sicht. Wahrscheinlich wird man versuchen,<br />
einen Großteil der Gefangenen einfach in ihre Heimatländer<br />
abzuschieben, denn die große Frage ist: wie viel Belastungsmaterial<br />
liegt eigentlich tatsächlich vor?
</p>
<p>
<b>Allegro:</b> Hat es eigentlich in den USA irgendeine<br />
Aufmerksamkeit in Bezug auf den Fall Murnaz gegeben?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier ist wohl Murat Kurnaz gemeint,<br />
der &quot;Bremer Taliban&quot;.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Klar. Nicht mehr oder weniger<br />
als bei anderen Fällen. Aber der Anwalt von Kurnaz war ja auch<br />
hier in den USA, das wurde schon bemerkt und in Zeitungsartikeln<br />
behandelt.
</p>
<p>
<b>Tiffy:</b> Was für einen Einfluss haben die Probleme<br />
mit den Wahlcomputern auf das Wahlergebnis? Das lässt an die<br />
Wahlen von Präsident Bush gegen Gore und gegen Kerry denken&#8230;<br />
diesmal bloß umgekehrt.
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Es hat immer Berichte über<br />
Probleme mit den Maschinen gegeben, aber die große Manipulation<br />
hat bisher niemand beweisen können. Es bleibt das Unbehagen,<br />
dass es möglich wäre.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit zum nächsten großen<br />
Thema: der Präsidentschaftswahl 2008.
</p>
<p>
<b>Juppidu:</b> Wird der nächste Präsident<br />
Demokrat? Ist das Wahlergebnis ein Indikator dafür?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Zumindest hätte ein Demokrat<br />
gute Chancen, wenn die Partei den richtigen auswählt. Das Wahlergebnis<br />
zeigt, der Wille nach Veränderung ist grundsätzlich da.
</p>
<p>
<b>Deft:</b> Wie stehen die Chancen für Barack Obama<br />
auf die Präsidentschaftskandidatur nach dem Wahlergebnis- Hillary<br />
Clinton hat ja überzeugend gewonnen
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Obama ist sehr beliebt und tritt<br />
sicher und sympathisch auf. Aber in den USA überlegen sich<br />
die Anhänger einer Partei sehr genau, wen sie auswählen.<br />
Und die haben in den Vorwahlen ja das letzte Wort.
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Wer wird Bushs Nachfolger bei den Republikanern?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Da ist es sehr viel weniger klar<br />
als zum Beispiel die sehr wahrscheinliche Kandidatur von Hillary<br />
Clinton bei den Demokraten, aber John McCain, der Senator aus Arizona,<br />
wird gehandelt. Ein alter Gegenspieler Bushs aus den eigenen Reihen.
</p>
<p>
<b>goldstaub1987:</b> Haben Sie Herrn Bush schon einmal<br />
getroffen? Ist sein Intellekt wirklich so klein, wie man immer sagt<br />
;)?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Ich habe ihn schon sehr oft getroffen<br />
und ich denke, man macht einen Fehler, wenn man ihn unterschätzt.<br />
Er ist sicher nicht sehr belesen und weltgewandt, aber er hat viele<br />
Fähigkeiten eines machtbewussten Instinktpolitikers.
</p>
<p>
<b>lovelydevil:</b> Wünschen sich die Amerikaner<br />
Bill Clinton zurück?
</p>
<p>
<b>Herman P.:</b> Bedeutet eine Wahl Hillary Clintons<br />
eine Rückkehr Bill Clintons an die Macht?
</p>
<p>
<b>christina:</b> Hillary!!!!!!!
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Die Demokraten auf jeden Fall,<br />
aber Bill Clinton ist bei Erzkonservativen geradezu verhasst. Sollte<br />
Hillary Clinton antreten, könnte er ihr nur helfen. Sie ist<br />
längst eine eigenständige Kraft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch eine Nachfrage zu Bush:
</p>
<p>
<b>Ich bins:</b> Wie sehr entscheidet er denn selber<br />
als Person? Wie abhängig ist er von seinen Spindoktors?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Er hing am Anfang seiner Amtszeit<br />
sehr von seinen Beratern ab, das ist aber besser geworden. Es war<br />
aber nie so, dass er die willenlose Marionette ist, als die er oft<br />
dargestellt wurde. Er ist eben ein sehr konservativer Mensch, der<br />
vieles von dem, was er sagt, tatsächlich meint.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den transatlantischen Beziehungen:
</p>
<p>
<b>mdtiger:</b> Welche Vorteile bietet das Ergebnis für<br />
die Europäische Union?
</p>
<p>
<b>webcam12:</b> Wie sieht das mit dem Verhältnis<br />
zwischen USA und Deutschland aus? Wird sich da jetzt noch mehr verändern?
</p>
<p>
<b>norbert1:</b> Was bedeutet der Wechsel für Deutschland?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Das Verhältnis zu Deutschland<br />
war ja schon in jüngerer Vergangenheit sehr viel besser geworden.<br />
Ich sehe aber in naher Zukunft auch keine neuen Forderungen an Europa.<br />
Wenn Europa den USA noch mehr hilft, wäre das z.B. im Irak<br />
sicher willkommen.
</p>
<p>
<b>Allegro:</b> Sind die USA für Sie persönlich<br />
ein fortschrittliches oder eine rückständiges Land? Manchmal<br />
denke ich, dass da mittelalterliche Zustände vorherrschen (KV,<br />
etc.)
</p>
<p>
<b>Sabine_Rademacher:</b> Sind Sie eigentlich krankenversichert?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Wir scherzen manchmal unter uns,<br />
die USA seien das fortschrittlichste Schwellenland, das wir kennen.<br />
Gerade als Deutscher ist man in punkto Effizienz und Infrastruktur<br />
ja auch sehr verwöhnt. Ich habe jedenfalls in der Ferne deutsche<br />
Beamte zu schätzen gelernt und im Gegensatz zu 40 Millionen<br />
Amerikanern bin ich krankenversichert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Apropos Schwellenland&#8230;
</p>
<p>
<b>billgates:</b> Kennen Sie „Video the Vote“,<br />
eine Website, die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl dokumentiert?<br />
Das ist erschütternd, was da für Berichte zu sehen sind.
</p>
<p>
<b>kalle44:</b> Werden die Wahlmaschinen in den USA kontrovers<br />
diskutiert, oder ist das keine Debatte in der Öffentlichkeit?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Doch, es wird heiß debattiert.<br />
Aber Amerikaner lieben Technik und das berechtigte Misstrauen konnte<br />
sich bisher nie durchsetzen.
</p>
<p>
<b>Finn:</b> Wann kann man in Virginia mit einem endgültigen<br />
Ergebnis rechnen?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielleicht schneller als es im<br />
Moment aussieht. Der Demokrat Jim Webb glaubt, dass er klar gewinnt,<br />
wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Am 27. November<br />
soll es spätestens ein offizielles Ergebnis geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war&#8217;s für heute, vielen Dank<br />
an unseren Chatpartner Thomas Berbner in Washington, an unsere User.<br />
Leider konnten wie immer nicht alle Fragen beantwortet werden. Zum<br />
Schluss noch der Hinweis auf den nächsten Chat: Morgen, am<br />
Donnerstag also, um dreizehn Uhr sind wir mit Johannes Kahrs verbunden,<br />
das ist der Verteidigungs­experte der SPD. Die zentrale Frage<br />
lautet dann: Wird der Libanon-Einsatz zum Spreng­satz für<br />
die Große Koalition?
</p>
<p>
<b>Thomas Berbner:</b> Vielen Dank an alle, hat ganz<br />
viel Spaß gemacht. Liebe Grüße aus Washington.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Übrigens: Thomas Berbners Zusammenfassung<br />
dieser Wahl können Sie gleich im Nachtmagazin sehen: Gleich<br />
im Ersten!</p>
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