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	<title>Islam &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2016 12:20:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149910 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png" alt="Quran Reader" width="639" height="406" /></a>„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg […]“, lautet die ersten Sure des Koran. Doch in den Zeiten des Internet ist der gerade Weg manchmal schwer zu erkennen, vielfältig ist der Fortschritt. Neue Fragen verlangen neue Antworten. Gemeinsam mit Islamwissenschaftler Samet Er (27) gehen wir der Digitalisierung des Islam auf den Grund.</p>
<p>Unserer Glaubensreise führt uns vorbei an Kopimisten, den digitalen Brücken des Papa Francesco, hin zu alles vernetzenden Godspots. Das Internet hat neue Welten eröffnet, neue Möglichkeiten und Kanäle geschaffen, um Religion zu leben und zu verstehen. Je weiter sich das Internet aber in unsere Lebensbereiche ausbreitet, desto häufiger stellt es uns vor neue Herausforderungen und Fragen an unseren Glauben.</p>
<p>Auf der Suche nach der Verbindung zwischen Digitalem und Religionen fällt unser Blick auf den Islam. Keine Religion leidet unter mehr Vorurteilen und Unwahrheiten. Als „mittelalterliche“ Religion verschrien, verzerren Terror und Unterdrückung ihr mediales Bild. Vorurteile, denen Glaubensgrundlagen und die gemäßigte Mehrheit der Muslime entgegenstehen. Diese Mehrheit zeigt auch, dass der Islam nicht im analogen Zeitalter stehen geblieben ist. Die Digitalisierung hat auch ihn erfasst: Individuell, vielfältig und modern.</p>
<h3>Glaubensfragen zwischen Google und Koran</h3>
<p>Tagein, tagaus gehen wir auf die Suche nach Antworten in den digitalen Weiten des Internet. Google ist das allwissende Medium der Gegenwart. Aber auf unsere persönlichen Fragen, Fragen der Religion, weiß die Suchmaschine meist keine klaren Antworten. Wo also um Rat fragen?</p>
<p>Um als Muslim den „geraden Weg“ nicht zu verlieren, gibt es die sogenannten Fatwas. Das sind Ratschläge einer religiösen Vertrauensperson zu Glaubensfragen. Bei Unklarheiten lautet die Devise also: kommt Mufti, kommt Rat. Muftis, muslimische Rechtsgelehrte, geben den Fragenden eine unabhängige Einschätzung. Grundlage ihrer Position ist das komplexe Normen- und Rechtssystem des Islam, welches religiöse Vorschriften, die Beziehung zu Mitmenschen und Verpflichtungen gegenüber Gott definiert. Es speist sich aus den zentralen Werken Koran, Sunna, Konsensus und Qiya – den Analogieschlüssen der Religionsrechtler. Die Einschätzung der Muftis basiert auf einem individuellen Glaubensverständnis sowie ihrer eigenen Religionsrechtslehre und ist daher immer subjektiver Natur.</p>
<p>Wichtig ist deshalb, dass eine Fatwa kein bindendes Gesetz ist. Muslimen steht es daher frei, eine Fatwa anzunehmen – ein Sachverhalt der besonders bei kontroversen Fatwas wichtig ist. Wenn der Ratschlag eines Religionsrechtlers also nicht im Einklang mit dem eigenen Religionsverständnis zu sein scheint, steht es Gläubigen frei, weitere Muftis um eine Einschätzung zu bitten. Letztlich entscheidet also der Gläubige selbst: Die Klugheit gibt nur Rat, die Tat (des Gläubigen) entscheidet.</p>
<h3>Mit Online-Fatwas zur neuen Glaubenskultur?</h3>
<p>„Moderne Zeiten verlangen nach modernen Fatwas“, meint Miriam Seyffarth, Islamwissenschaftlerin und Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung in Saudi-Arabien. Sie ist Expertin für Online-Fatwas. Das Internet hat nicht nur Zusammenleben, Arbeit und Kommunikation verändert, sondern auch die Bandbreiten unseres Glaubens erweitert. So läuteten Online-Fatwas in den 1990er Jahren die digitale Revolution der muslimischen Religionspraxis ein.</p>
<p>Anstatt traditionell eine einzelne religionsrechtliche Einschätzung einzuholen, stehen heute grenzenlose Online-Fatwas zu Verfügung. Die geografische Begrenztheit, lediglich einen einzelnen Mufti der ortsnahen Gemeinde um Rat zu fragen, ist <a href="http://politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">überwunden</a>. Gläubige können heute von den unterschiedlichen Positionen, Interpretationen und Sichtweisen verschiedener Muftis profitieren – von wo und wann sie wollen.</p>
<p>Die heutigen Online-Dienste überwinden dadurch viele Hindernisse. So bietet <a href="https://islamqa.info/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamQA</a>, eine der größten Plattformen für Online-Fatwas, die Möglichkeit, auf 16 Sprachen religionsrechtliche Ratschläge zu formulieren und einzuholen. Related Fatwas weisen den Weg zu immer neuen Glaubensfragen.</p>
<h3>Pokémon vs. Schneefiguren</h3>
<p>„<a href="https://islamqa.info/en/225149" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich würde gerne wissen, ob es zulässig ist, Pokémon zu schauen</a>“, fragt ein 16-jähriger in seiner Fatwa auf islamQA. Ungeachtet dessen, dass die Einschätzung der Webseite die Unvereinbarkeit der Comic-Serie mit den Glaubenslehren des Islam damit begründet, dass die Serie auf evolutionstheoretischen Annahmen aufbaut, eröffnen derartige Online-Angebote neue Religionshorizonte. Sie rücken den Islam in die Moderne und verjüngen ihn. Ob der junge Muslim dem Ratschlag von islamQA schließlich folgt, steht natürlich auch zwischen Html-Codes und den Sternen. Vielleicht findet sich ja ein anderer Mufti…</p>
<p>Der Ruf nach modernen Fatwas verstärkt sich auch durch den Einzug von Smartphones und religiösen Apps. So wird in einer anderen <a href="http://islam.stackexchange.com/questions/11892/is-it-allowed-in-islam-to-load-quran-into-smart-phone-as-pdf-or-audio-format" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwa</a> etwa danach gefragt, ob es erlaubt sei, den heiligen Koran via <a href="https://itunes.apple.com/de/app/quran-deutsch-moslem-gebetszeiten/id365557665?mt=8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App</a> auf das Smartphone zu laden und gegebenenfalls mit in das Bad zu nehmen. Da die Heilige Schrift nur in digitaler Form, also als Code gespeichert ist, hat der Religionsrechtler keine Bedenken, digitales Endgerät und religiöse Schrift zu verbinden.</p>
<p>Parallel zu dieser Modernisierung des traditionellen Fatwawesens fällt auch die aufkommende Demokratisierungstendenz bei religionsrechtlichen Einschätzungen auf. Kontroverse Online-Fatwas lösen dabei immer häufiger religiöse Shitstorms aus. So werden Muftis durch die virale Kritik der moderaten muslimischen Internetglaubensgemeinde immer häufiger zu Änderungen ihrer Ratschläge gezwungen.</p>
<p>Ein bekanntes Beispiel stammt aus Saudi-Arabien. Als der Norden des Landes im Januar 2015 von ungewöhnlich hohem Schneefall überrascht wurde, fragte die Umma, die muslimische Weltglaubensgemeinschaft, nach der Vereinbarkeit von Schneefiguren und Islam. Die Einschätzung fiel negativ aus, da sich die Gläubigen mit dem Bau der Schneefigürchen über die göttliche Schöpfung stellen würden. Es hagelte überwältigende Kritik. Folglich zwang die „Umma 2.0“, als Gegengewicht zu den traditionellen religiösen Autoritäten des Islam, den verantwortlichen Mufti schließlich zur Revision seiner Fatwa.</p>
<h3>Von Fatwa-Shopping und Pseudo-Muftis</h3>
<p>Gemeinsam führen die Modernisierungs- und Digitalisierungstendenz zu einer Verschiebung der traditionellen Positionen von Gläubigen zu Religionsrechtlern im Islam. Gleichzeitig verstärkt sich dadurch aber auch der Unmut einzelner traditioneller Autoritäten. Dabei wird besonders das Phänomen des „Fatwa-Shoppings“ kritisiert. Das umfangreiche Angebot digitaler Fatwas führt zu Selektion, wird da behauptet. Gläubige wählten nur noch das, was sich am besten mit ihren Lebensumständen vereinbaren lässt. Die Gelehrten warnen vor einem zunehmenden Werteverlust und sinkendem Pflichtbewusstsein der Gläubigen.</p>
<p>Die Kompatibilität von Religion und Internet wird schließlich immer wieder in das Zentrum von Argumentationen und Diskursen gestellt. Ist es nicht so, fragen da etwa einzelne Religionsrechtler, dass bereits die Inhalte des Internet, des digitalen Sündenpfuhls, nicht mit den religiösen Grundlagen des Islam vereinbar seien?</p>
<p><a href="http://sameter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samet Er</a> (27) Islamwissenschaftler aus Kirchheim/Teck nutzt selber viele digitale Angebote und Kanäle sozialer Netzwerke. Er ist von den positiven Potentialen und der Verbindung von Islam und Internet überzeugt: „Religion war für mich der einzige Grund, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Anfangs habe ich alles über meine Religion in den sozialen Netzwerken gesucht. Besonders Videos und Podcasts waren mir immer wieder sehr von Nutzen, um mich über meine Religion zu informieren.“</p>
<p>Dennoch sieht auch Er Probleme digitaler Religionsangebote: „Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass viel Falsches und Individuelles in den sozialen Netzwerken kursiert.“ Viele digitale Angebote vermitteln ein verzerrtes Bild des Islam und bauen ihre Interpretationen schlichtweg auf falschen Behauptungen auf. Aus diesem Grund sind auch viele „Pseudo-Muftis“ im Internet aktiv und geben „Pseudo-Fatwas“ heraus, merkt Er an. Ein Islamwissenschaftler mag hier noch differenzieren können und Einschätzung von vermeintlich religionskonformen Ratschlägen identifizieren; Laien und besondere Jugendliche sind aber häufig überfordert. Die Gruppe derjenigen, die sich neu auf die Suche nach religiösen Antworten machen und sich an eine „Vertrauensperson“ wenden wollen, sei deshalb am meisten gefährdet. „Falsche Sachverhalte werden da meist nicht erkannt.“</p>
<p>Im Gegensatz zu der Kritik religiöser Autoritäten, die von einem zunehmenden Einflussverlust gegenüber digitalen Angeboten gekennzeichnet sind, sieht der Islamwissenschaftler die größte Gefahren religiöser Online-Angebote bei falschen Glaubensinterpretationen. Außerdem seien vor allem religiös-fundamentale Glaubensauslegungen im Internet präsent. Hier steht auch islamQA immer wieder stark in der Kritik. So wird dem Hauptverantwortliche Mufti, Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjidein, sein salafistisches Religionsverständnis zur Last gelegt. Dennoch verfolgt die Webseite einen progressiven Ansatz und wird vom Webseiten-Analyse-Dienstes <a href="http://www.alexa.com/topsites/category/Society/Religion_and_Spirituality/Islam" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexa</a> als eine der weltweit meistbesuchten Webseiten zum Thema Islam gelistet.</p>
<p>Aus diesem Grund komme auch vielen islamischen Gemeinden in Deutschland eine besondere Verantwortung zu. „Hier gibt es noch viel Nachholbedarf“, bemängelt Er. Die wenigen Gemeinden, die überhaupt im Internet aktiv sind, verfügen selten über qualifizierte Socialmedia-ExpertInnen. Vielerorts sei das Thema noch Tabu. Um das Online-Angebot daher weiter zu diversifizieren und auszubauen, müsse man daher selbst digitale Angebote bereitstellen und in sozialen Netzwerken aktiv werden.</p>
<h3>Mit Cafés zum Glaube 2.0</h3>
<p>Digitale Angebote wie Videos, Podcasts, Apps und Online-Fatwas helfen dabei, geografische und sprachliche Grenzen zu überwinden. Sie machen den Islam greifbar und verknüpfen ihn mit den modernen Lebenswelten junger Muslime. Dienste wie <a href="http://www.islamicfinder.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamicfinder</a>, deren Fokus auf den muslimischen Gebetsriten liegt, verstetigen diese Tendenz. Via Geotracking wird da die genaue Gebetszeit angezeigt und per Webseiten-internem „Prayer Finder“ der direkte Weg zum nächstgelegenen Gebetsort gewiesen. Auch Samet Er unterstützt diese Entwicklung. Er plädiert aber auch dafür, dass speziell Angebote von Jugendlichen für Jugendliche stärker unterstützt werden.</p>
<p>Die YoutuberInnen des Kanals <a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datteltäter</a> haben sich dieses Plädoyer jetzt schon zu Herzen genommen. Mit Videos wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YyohkP3fOno" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wenn Google ein Imam wäre“</a> begegnen sie Vorurteilen und leisten Aufklärungsarbeit. Dabei weisen sie gezielt auf die Wirrungen und unergründlichen Weiten der Religion hin, denen Gläubige im Internet mit ihren Fragen begegnen.</p>
<p>Begegnung ist auch zentrales Medium im <a href="https://cafeabraham.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Café Abraham</a>. Die Dialogplattform für intellektuellen und theologischen Austausch regt deshalb zu intensiven Gesprächen über Meinungs- und Glaubensunterschiede an und verbindet durch Offline- und Online-Kanäle. Mit ihrem modernen, interreligiösen Ansatz zielt das Projekt darauf ab, das Glaubensverständnis junger Menschen zu erweitern und mit den heutigen Lebenswelten in Einklang zu bringen.</p>
<p>Trotz vieler Kritikpunkte können Online-Fatwas und digitale Religionsangebote Glaube und Internet neu verknüpfen, Hindernisse beseitigen und verzerrte Bilder auflösen. Insbesondere die moderate muslimische Mehrheit kann deshalb von den Potentialen neuer Zugangsmechanismen profitieren und den Glauben im digitalen Zeitalter bewahren. So sagte auch bereits der Prophet Mohammed: „Gott gehört der Osten wie der Westen. Er leitet, wen er will, auf dem rechten Weg zur rechten Zeit.“ Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit und das Internet der rechte Weg, um in der heutigen Welt seinen Glauben zu leben. Auch wenn Religion im Internet vielen Hürden begegnet, ist der eingeschlagene Weg der richtige. as-salamu ’alaikum, Friede sei also mit euch, liebe LeserInnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/4916995430/in/photolist-8uuTrh-8vCeoM-eaTSak-Ch2Sar-Chdjc4-s6rM7w-AKfnw3-vbKDgN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eqra&#8217;a اقرأ</a> von <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von Yutaka Tsutano" href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yutaka Tsutano</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Neumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2015 07:43:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Khaldun Al-Saadi ist Student der Kommunikationswissenschaft und Arabistik, zudem ist er engagiertes Mitglied im Islamischen Zentrum Dresden, bei Zahnräder e.V. und der Jungen Islam Konferenz. René Neumann sprach mit ihm über Chancen, Perspektiven und Risiken für die islamischen Gemeinschaften im Internetzeitalter. Ein Beitrag: Warum Religion die Offline-Bindung auch in Zeiten der Digitalisierung braucht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Fast jeder Mensch nutzt in unseren Breiten das Internet. Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die muslimische Glaubensgemeinschaft?</strong></p>
<p>Es nimmt natürlich in unterschiedlicher Hinsicht eine große Rolle ein. Aus einer religiösen Perspektive sind beispielsweise mobile Anwendungen relevant. Heutzutage nutzen viele Muslime Koran- oder Gebetszeiten-Apps, die einen im Alltag unterstützen. Außerdem ist das Internet auch eine Quelle für Wissen. Es gibt zahlreiche Gelehrte, die mehr oder minder stark im Internet präsent sind, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Das ist eine ganz neue Entwicklung, dass die Ulema <em>(islamische Rechts- und Gottesgelehrte, Anm. d. Red.)</em> jetzt nahbarer sind als sie es früher waren. Während die theologische Wissensweitergabe in früheren Zeiten hauptsächlich über interne Zirkel zwischen Gelehrten, Schülern und Imame stattfand, haben Gläubige heute direkten Zugriff auf Literatur, Videos und Audios von Gelehrten. Dieser offene Zugang ermöglicht es, die Inhalte besser zu reflektieren und zu diskutieren. Dies bereichert den Islam, denn schließlich basiert der Islam auf Argumentationen und nicht allein auf Dogmen und Hierarchien. Somit findet auch eine Art „Demokratisierung“ statt, wie es ursprünglich auch sein sollte und tritt so dem Trend der letzten Jahre entgegen, der sich besonders in der arabischen Welt gezeigt hat, dass religiöse Gelehrte sehr stark vom Staat vereinnahmt wurden. Nun können Gelehrte direkt mit der Gesellschaft kommunizieren.</p>
<p><strong>Nutzen angesehene Rechtsgelehrte aktiv die modernen Möglichkeiten des Internets? </strong></p>
<p>In der Tat. Bedeutende zeitgenössische Rechtsgelehrte nutzen zum Beispiel soziale Netzwerke, die meist durch offizielle Administratoren verwaltet werden. So werden wichtige Konferenzen später bei YouTube veröffentlicht und Vorträge sowie Vortragsreihen sind online für jeden zugänglich. Es gibt eine Schule in Tarim <em>(Jemen, Anm. d. Red.)</em>, an der der einflussreiche Großgelehrte Habib Umar bin Hafiz mitwirkt. Er pflegt einen eigenen <a href="https://twitter.com/habibomar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitteraccount</a>, einen Blog mit wöchentlichen Gebeten und seine Lehrseminare werden als Livestreams übertragen. Das ist angesichts der herausragenden Stellung von Umar bin Hafiz etwas Besonderes, denn er verkörpert Spiritualität und religiöses Wissen in einer Person. Im deutschen Sprachraum sind Gelehrte, die die islamische Lehrerlaubnis <em>(Idschaza, Anm. d. Red.)</em> besitzen, diesbezüglich eher noch zurückhaltend und weniger präsent.</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat Ihrer Meinung nach das Internet für den durchschnittlichen Muslim in Deutschland?</strong></p>
<p>Ich denke nicht, dass das Internet bisher eine vorrangige Rolle spielt. Dies liegt an der Bevölkerungsstruktur der Muslime: Der überwiegend größte Teil der Muslime in Deutschland haben mit ca. 67% einen türkischen Migrationshintergrund. Der größte Islam- und Moscheeverband in Deutschland ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB). Demzufolge tritt die DITIP auch als maßgeblicher Akteur für islamische Bildung in Deutschland auf, gerade was die grundsätzlichen Glaubensfragen betrifft. Deswegen sind Wissensbestände hier schon vorhanden und natürlich wird Wissen auch von der älteren auf die jüngere Generation übertragen.</p>
<p>Ich glaube, dass das Internet dann eine vorrangige Stellung einnimmt, wenn alte und herkömmliche vermittelte Strukturen und Traditionen der bestehenden Gemeinden oder auch der Familie in Frage gestellt werden. Dies ist gegebenenfalls der Fall, wenn der Gläubige sich einem verstärkt literalistischen, also einem buchstäblichen Blick zuwendet und grundsätzliche Dinge nachfragen möchte. Hier, glaube ich, handelt es sich auch um eine Art Abgrenzungsverhalten, so dass die Suche im Internet dazu genutzt wird, um eine Antwort zu bekommen, die einem selbst eher passt oder die einem literalistischen Verständnis entspricht. Ein anderer Grund kann auch sein, dass jemand konvertiert ist und noch keine Moscheegemeinde gefunden hat. Hier kann das Internet dann als anfängliche Hauptinformationsquelle fungieren.</p>
<p><strong>„Scheich Google“ ist ein etwas scherzhaft gemeinter Begriff, der die Gewohnheit beschreibt, sich bei religiösen Meinungs- und Rechtsfragen verstärkt mit Hilfe der Suchmaschine zu informieren. Der Islamwissenschaftler Erdoğan Karakaya verweist in einem </strong><a href="http://diefontaene.de/scheich-google-der-neue-umgang-mit-religiosem-wissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Artikel</strong></a><strong> auf die möglichen Defizite dieser Vorgehensweise. Er argumentiert, dass durch die technische Konzipierung von Suchmaschinen nicht nur relevante Wissensbestände verloren gingen, sondern diese Praxis auch zu oberflächlicher Wissensaneignung verleite. Wie stehen Sie zu diesen Thesen?</strong></p>
<p>Diesen beiden Thesen kann ich grundsätzlich zustimmen. Google erfasst nur das Surface Web, also das, was oberflächlich greifbar ist. Zudem werden Inhalte bevorzugt, die für die Suchmaschine beziehungsweise ihr Suchverfahren optimiert sind. Außerdem besitzen Suchmaschinen das paradigmatische Problem, dass der Eindruck entstehen kann, aus einer Frage entspringt eine Antwort. Somit wird meist kein komplexer Diskurs widergegeben, sondern eine spezielle Antwort. Doch meistens gibt es mehrere mögliche Antworten. So wie es im Islam der Fall ist, der an dieser Stelle durch die Meinungspluralität geprägt ist, und eben diese wird dann eingeschränkt. Ich sehe das größere Problem aber weniger bei Google als bei Facebook.</p>
<p><strong>Inwiefern? </strong></p>
<p>Weil Facebook für viele Nutzer der Inbegriff des Internets geworden ist. Sie realisieren nicht mehr, dass sie lediglich auf einer ganz bestimmten Plattform sind. Hier besteht in erster Linie das Problem eines großen Angebots an visualisierten und emotionalisierten Inhalten, welche einen „Informationssnack“ repräsentieren, sich nicht tiefer mit religiösem Wissen auseinandersetzen und somit keinen Diskurs zulassen. Likes und Kommentare haben meist nicht den Anspruch ausgeprägter islamisch-religiöser Dialoge.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist, dass sich auf Facebook eine Reihe zwielichtiger Akteure befinden, deren Inhalte nicht aus informativen sondern propagandistischen Gründen geteilt werden und einen absoluten Wahrheitsanspruch fördern sollen. Tatsächlich generieren nicht religiöse Großgelehrte den höchsten Anteil an Content, vielmehr sind es ideologisierende Gruppen wie etwa der sogenannte Islamische Staat, die ein enormes Medienaufkommen pro Woche haben. Diese wollen jedoch rekrutieren und keinen religiösen Diskurs anregen. Und das ist auch das Hauptproblem von sozialen Netzwerken: sie eignen sich sehr gut für persuasive Kommunikation anstatt für einen reinen dialoghaften Informationsaustausch. Wer sich also wirklich auf die Suche nach religiösem Wissen macht, der sollte tiefer in das Internet eindringen oder auf die Fachliteratur zurückgreifen.</p>
<p><strong>Wie sieht die Situation in der Moscheegemeinde aus und wie lässt sich die Bedeutung der Internetkommunikation dort Ihrer Meinung nach beurteilen?</strong></p>
<p>Wenn ich von Sachsen ausgehe, dann ist meinem Empfinden nach das Internet noch ein Nebenkommunikationszweig. Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt, da sich dann die gesamte Gemeinde versammelt. Nach dem Gebet werden dann die Neuigkeiten ausgetauscht und Organisatorisches besprochen. Das heißt jedoch nicht, dass das Internet nicht genutzt wird. Es gibt WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen von Gemeinden. Kommunikationsplattformen in sozialen Netzwerken benötigen zur Pflege allerdings allerhand Kapazitäten, die einzelne Moscheegemeinden meist nicht bewerkstelligen können. Daher setzen Gemeinden ehern auf die konventionelle Website und WhatsApp-Gruppen für interne Kommunikation. Dies ist aber ein ostdeutsches Phänomen. In Berlin und in den alten Bundesländern gibt es bereits sehr progressive Kommunikation auch via sozialer Netzwerke, da hier die Personalkapazitäten vorhanden sind sowie starke Netzwerke untereinander und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bestehen.</p>
<p><strong>Wie schätzen Sie die Onlinekommunikation als Mittel religiöser Beratung ein – oder etwas bildlicher gesagt: kommt der „Online-Imam“? Welche Perspektiven gibt es? </strong></p>
<p>Leider liegen mit keine empirischen Studien vor, die Auskunft darüber geben, wie sich die Internetkommunikation des Imams mit den Gläubigen gestaltet. Ich halte es persönlich auch nicht für erstrebenswert, einen „Online-Imam“ zu etablieren, denn schließlich ist der Imam auch eine Person, die in der Gemeinde an einem bestimmten Ort mit einem bestimmten Verständnis für die Sorgen der Menschen da sein sollte. Die interpersonale Kommunikation auf einer einfühlsamen vertrauensvollen Ebene funktioniert wohl am besten in einem bilateralen Gespräch.</p>
<p>Es hat sich aber gezeigt, dass gerade in Ostdeutschland aufgrund fehlender fester Strukturen im Vergleich zu Westdeutschland die Nachfrage nach Online-Inhalten mit religiösem Wissen gewachsen ist. Hier haben vor allem salafistische Gruppen diese Inhalte zur Verfügung gestellt. Ab dem Jahre 2005 gab es eine Zunahme der Aktivitäten derartiger Gruppierungen im Cyberspace. Es wurden alle möglichen Basics zu den verschiedenen Themen bereitgestellt, so etwa zum Thema Umgang mit dem Kopftuch bis hin zur Rolle von Gewalt. Das hauptsächliche Problem, was sich daraus ergibt – wie bereits erwähnt –, ist die absolute Deutungshoheit, die diese Gruppen über bestimmte Themen proklamieren. Das hat auch zu innermuslimische Konflikte in den Familien oder Moscheegemeinden geführt. Die Imame oder Laienprediger wurden somit in Frage gestellt und es kam zum Bruch in einem klassischen Autoritätsgefüge. Daher zählte in widerstreitenden Meinungsfragen nicht mehr die lokale Nähe der Gemeinde sondern die Nähe des Bildschirms. Die Veränderung des Umgangs mit religiösen Autoritäten aus dieser Perspektive ist sehr interessant. Ich glaube, dass das ein Trend ist, der aber wieder abnimmt. Der Fokus liegt darin, die internen Strukturen der Gemeinden zu verbessern, weil zwar der Content im Netz viele Informationen hergibt, aber vieles davon ist wenig lebenspraktisch. Bei wirklichen Problemen ist jeder auf die Menschen in der unmittelbaren Nähe angewiesen. Deshalb denke ich, lohnt es sich dort seine Zeit zu investieren.</p>
<p><strong>Sie erwähnen den Begriff Salafismus, eine Bezeichnung, welche auch in den Medien eine Zeit lang große Aufmerksamkeit erlangte. Viele Gruppen, die den Glauben sehr streng auslegen, bis hin zu einigen wenigen Hardlinern, die auch Gewalt propagieren, agieren durchaus professionell im Umgang mit den neuen Medien. Wie kann auf solche Phänomene reagiert werden?</strong></p>
<p>Gegen derartige Personen und Gruppierungen zu argumentieren ist an sich nicht besonders schwer. Viele Rechtsgelehrte tun dies mit Vorträgen, Büchern, aber auch mit Kampagnen in den sozialen Netzwerken. Allerdings stehen argumentative und propagandistische Funktionen der öffentlichen Kommunikation gegenüber. Die muslimischen Großgelehrten sind beispielsweise im Gegensatz zu dschihadistischen Ideologen nicht sonderlich erfolgreich in Propagandatätigkeiten. Gruppen wie der IS dagegen sind professionell in ihren Medienkampagnen und schaffen es bis in die Hauptnachrichtenkanäle. Das ist ein großes Problem, weil somit die Sichtweise derartiger Gruppen rezipiert wird. Gerade auch in Deutschland findet die Radikalisierung etwa durch solche Strömungen statt, die über soziale Netzwerke erfolgreich Anhänger werben und rekrutieren.</p>
<p>Ich denke, dass das, was der muslimische Mainstream im Internet bietet, sehr positiv ist. Es gibt mediale Intervention wie den Satire-Kanal „<a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datteltäter</a>“ auf Youtube, wo Muslime ihre persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Sichtweisen satirisch aufarbeiten. Oder das Poetry-Projekt „<a href="http://www.i-slam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">i,Slam</a>“, welches zwar in erster Linie ein Offline-Projekt ist, aber auch im Internet Aufmerksamkeit bekommt. Es gibt aber auch große intellektuelle Auseinandersetzungen im Web.</p>
<p>Ich glaube ein Problem ist, dass das Internet dazu neigt Blasen zu bilden. Es ist daher schwierig die Blase derer, die den Mainstream verkörpern, mit der Blase extremistischer Verfechter zu vermischen, um eine inhaltliche Auseinandersetzung zu provozieren. Wenn diese Konfrontationen dann auf virtueller Ebene entstehen, kann allerdings auch die Gefahr der ideologischen Verfestigung der eigenen Positionen bestehen und ein weiterer Rückzug in das eigene Milieu. Ich denke daher, dass es sehr wichtig ist, die inneren Strukturen der muslimischen Community in der Offline-Welt zu stärken. Dort bestehen die besseren Möglichkeiten für Deradikalisierungs- und Präventionsmaßnahmen sowie für die Stärkung der Mitglieder im Allgemeinen. Die Mitte muss gestärkt werden, weil sie letztlich der Dreh- und Angelpunkt dafür ist, dass der Islam als vielfältige und pluralistische Religion gelebt wird. Deshalb sind Verantwortliche in Deutschland aktiv dabei, die Anerkennungsprozesse als Religionsgemeinschaft anzuregen, Religionsunterricht zu ermöglichen oder sich um Wohlfahrt, Jugendarbeit und Seelsorge zu kümmern. Wenn die Gemeinschaften in diesen Bereichen gestärkt werden, dann bekommen junge und ältere Muslime auch die medialen Kompetenzen, auf extremistische Propaganda angemessen zu reagieren. Außerdem können sie besser über ihre Probleme, Sorgen und Ängste sprechen. Das minimiert die Gefahr, sich aus einem Gefühl der Perspektivlosigkeit dem Extremismus zuzuneigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/rutty/414575393/in/photolist-CCNPB-a5gzwo-2dcEiL-86MJau-78TtoR-qJG7dC-e4RzUD-6SKggu-61Zsfp-ahgnYT-5VozQs-5VRJBz-5NuTmF-fopiD9-ddGJkj-nugSje-pXuspY-89wXAL-9dyZwd-bCP9gc-64s2TE-9duG6r-89tyaX-by4w1n-6Rrh2Q-6Rnd2X-fBVJee-6eoZA6-86Jwqz-4XHpYP-624ENh-61Zsb6-5RdZ7V-n82VyM-6p1BA9-8A7XhM-4PXpfd-5jzpoV-icin7B-uWw8H-2RAWgo-6Dn1sk-89tCb6-hWgGyj-8iQwiC-4V4v5v-89tode-6QSQWs-89wwb9-86Jwzk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dave Rutt</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Iran: Die Cyberarmee des Revolutionsführers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 08:53:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Ayatollah Seyed Ali Khamenei]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberdiktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
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					<description><![CDATA[Freie Meinungsäußerung gibt es im Iran nur im Netz. Doch selbst wer alle Filter umgeht, muss die Cyber-Wächter des Regimes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Freie Meinungsäußerung gibt es im Iran nur im Netz. Doch selbst wer alle Filter umgeht, muss die Cyber-Wächter des Regimes fürchten. Der Journalist Ehsan Norouzi erklärt, mit welchen Mitteln iranische Zensoren und Blogger im Cyberspace kämpfen.</p>
<p style="text-align: left"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-128485" alt="Facebook Profil Ayatollah Seyed Ali Khamenei" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Khamenei_Facebook.png" width="630" height="318" />Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Irans Revolutionsführer Ayatollah Seyed Ali Khamenei soll einen Facebook-Account haben. Am 15. Dezember 2012 fand sich auf dem Twitter-Account des obersten Rechtsgelehrten ein Link zur FB-Fanseite. Viele Iraner konnten das kaum glauben. Ausgerechnet der politische und religiöse Führer des Landes, der keine Gelegenheit auslässt, <a title="Leichen im Keller" href="http://jg10.ejs-training.de/tintenkiller/sinaweibo/">Facebook und Twitter als Agenten des Westens</a> zu verteufeln, hat einen Facebook-Account?</p>
<p style="text-align: center"><a href="https://twitter.com/khamenei_ir/status/279923033219678208"><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-128492" alt="Tweet von Khamnenei mit Linka uf die Facebook-Seite" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitter-_-khamenei_ir.png" width="320" height="147" /></a></p>
<p>Man mag das als Widerspruch empfinden. Bizarr ist es in jedem Fall. Denn Twitter und Facebook werden wie viele andere Social-Media-Dienste vom Staat blockiert; aus Schutz vor kultureller Überfremdung aus dem Westen, der die die iranische Kultur mit ihrer &#8220;soft power&#8221; zu unterwerfen sucht. Wer also dem Ayatollah auf Twitter folgen oder seine Facebook-Posts liken will, muss staatliche Filter umgehen – und wider das Gesetz handeln. Die skurrile Folge: Der Ayatollah stiftet seine Anhänger an, sich für ihre Loyalität strafbar zu machen.</p>
<h3>Iranische Blogger hoffen: Ist Facebook jetzt &#8220;halal&#8221;?</h3>
<p>Der <a href="http://www.arsehsevom.net/2012/12/facebook-halal-makruh-haram/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Netz viel diskutierte Facebook-Account</a> reiht sich ein in eine wahre Social-Media-Offensive, mit der Khamenei dem reaktionären Regime ein modernes Gesicht zu geben hofft. Über Twitter, Instagram, <a href="http://khamenei.ir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine in 13 Sprachen gepflegte Website</a> – und jetzt dem Facebook-Account – wirbt Ayatolla Khamenei bei 25 Millionen Web-Usern für islamische Werte. Dem gegenüber stehen verstärkte Bemühungen, die strenge Zensur im Land auch auf das Cyberspace auszuweiten. Seit der Grünen Revolution von 2009 hat das islamische Regime eine regelrechte Cyber-Armee aufgebaut, mit einem schwer überschaubaren und berechenbaren Institutionen- und Zuständigkeitsgeflecht, wie das <em>Iran Media Program</em> der University of Pennsylvania in einer aktuellen <a href="http://iranmediaresearch.org/en/research/pdffile/1296" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Infografik</a> veranschaulicht.<br />
Im April 2012 erschuf Khamenei den <a href="http://iranmediaresearch.org/en/blog/227/13/04/08/1323" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obersten Cyberspace-Rat</a>, um die Aktivitäten von Cyber-Polizei, Cyber-Armee und dem Komitee zur Bestimmung unerlaubter Webseiten zu koordinieren. Das letztgenannte, von den Revolutionsgarden kontrollierte &#8220;Filterkomitee&#8221;, hat maßgeblichen Anteil an der Aufspürung und Verhaftung von <em>Netizens</em> und unabhängigen Nachrichtendiensten. Über 200 Journalisten und Blogger wurden seit 2009 verhaftet. Hunderte ausländische und heimische Webseiten sind gesperrt. Dies Alles mit freundlicher Hilfe des größten Internet-Anbieters im Iran, DCI. Er ist im Besitz der regimetreuen Revolutionsgarden.</p>
<div>
<dl id="attachment_725">
<dt><a href="http://jg10.ejs-training.de/tintenkiller/wp-content/uploads/2013/04/access_denied_610.jpg"><img decoding="async" title="Gesperrte Website" alt="Gesperrte Webseite, Foto: Reporter Ohne Grenzen" src="http://jg10.ejs-training.de/tintenkiller/wp-content/uploads/2013/04/access_denied_610.jpg" width="610" height="405" /></a></dt>
<dd>Gesperrte Webseite Foto: Reporter Ohne Grenzen</dd>
</dl>
</div>
<p>Der Journalist Ehsan Norouzi, Spezialist für Internet-Zensur bei der Deutschen Welle, bestätigt den massiven Ausbau des staatlichen Überwachungssystems im Iran. Im Interview mit dem Tintenkiller-Magazin erklärt Norouzi: „Auf der einen Seite ist das vielschichtige Internet-Filtersystem sehr ausgereift. Auf der anderen Seite werden Bürger in massiven Diffamierungskampagnen und Online-Hetze bedroht und eingeschüchtert. Die Kontrolle über Netzwerke und Datenströme wie das SMS-Netz oder das Internet wurde in den letzten Jahren spürbar ausgeweitet.“<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://soundcloud.com/o5fyrvvxenip/ehsan-norouzi-das" title="Ehsan Norouzi das Überwachungsystam massiv ausgebaut by user285100128" width="840" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F89962023&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=840&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1"></iframe><br />
Von der Zensur sind potentiell alle Inhalte betroffen, die von der offiziellen Linie abweichen. Egal ob &#8220;unislamische&#8221; Mode oder Kritik am Regime: Wer eine Webseite betreiben möchte, muss die strengen Zulassungsauflagen beim Ministerium für Kultur und Islamische Führung erfüllen. Und auf Grundlage des <a href="http://globalvoicesonline.org/2010/11/23/iran-we-are-all-computer-criminals/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Computer-Kriminalitäts-Gesetzes</a> wird der E-Mail- und Chatverkehr überwacht und User mit Hilfe von Spionagesoftware (Deep Packet Inspection) identifiziert. Bei iranischen Telekommunikationsdiensten wurde in den vergangenen Jahren Spyware aus China (ZTE/Huawei), Schweden (Ericsson), Deutschland (Trovicor), sowie – über Drittstaaten importierte – Überwachungstechnologie aus USA und Israel eingesetzt.</p>
<h3>Twitter &amp; Co bergen Gefahren für Dissidenten</h3>
<p>Auch soziale Netzwerke wie Twitter sollen in Zukunft besser kontrolliert werden können. Das zumindest kündigte der iranische <a href="http://www.dw.de/intelligent-software-set-to-control-social-media/a-16507868" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polizeichef Esmaeil Ahmadi Moghadam</a> zu Jahresbeginn an. Die Cyber-Armee des Regimes verfolgt damit nach der Einschätzung Ehsan Norouzis eine Doppel-Strategie: „Sie (die Cyber-Armee des Regimes) hat immer wieder versucht, auf Twitter Informationen zu manipulieren, ganz so wie es die syrische Armee dieser Tage tut. Sie hat aber ebenso Leute über Social-Media und diversen Online-Plattformen identifiziert und verhaftet, so wie Regierungen stets die technischen Möglichkeiten zu ihrem Nutzen ausspielen.“<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://soundcloud.com/o5fyrvvxenip/ehsan-norouzi-regierung" title="Ehsan Norouzi Regierung tracked Twitteruser by user285100128" width="840" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F89962025&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=840&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1"></iframe><br />
Im Iran sind Printmedien, Presseagenturen und Radioanstalten fast vollständig in staatlicher Hand oder stehen unter staatlicher Kontrolle. <a title="Wie man kritische Blogger einschüchtert" href="http://jg10.ejs-training.de/tintenkiller/es-gibt-viele-varianten-wie-man-kritische-blogger-einschuchtern-kann/"> Kritische Journalisten</a> riskieren Verhaftung und Folter oder müssen ins Exil. Vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen im Juni hat das Regime die Gangart noch einmal verschärft: Seit Januar nimmt die Polizei <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/2077909/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journalisten und Blogger vorbeugend in Haft</a>, wie die exilierten Journalisten Ali Mazrooei und Ehsan Mehrabi vergangene Woche auf einer Pressekonforenz von <em>Reporter ohne Grenzen</em> in Berlin beklagten. Einen Schutzwall der Anonymität kann das Internet Journalisten im Iran nicht gewähren. Dennoch erkennt Ehsan Norouzi im Internet einen vorher nicht dagewesenen Artikulationsraum für dissidente Stimmen – auch für Journalisten: &#8220;Im Netz hat jeder Dissident, jeder Bürger genügend Raum, sich zu äußern. Es gelten für alle die gleichen Rechte.&#8221;<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://soundcloud.com/o5fyrvvxenip/ehsan-norouzi-internet-room" title="Ehsan Norouzi internet room for expression by user285100128" width="840" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F89962024&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=840&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1"></iframe><br />
Die Kräfteverhältnisse im Internet werden täglich neu ausgefochten. Der Zensurapparat versucht, die Kommunikation im Netz zu unterbinden: Dazu blockiert er neben Facebook &amp; Co auch Internettelefondienste wie Skype und Viber, oder drosselt nach Belieben die Servergeschwindigkeit. Dann können User keine Fotos und Videos mehr hochladen und verbreiten. Um diesen Einschränkungen entgegenzuwirken, unterstützen internationale Nichtregierungsorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation, das Open Society Institute, Citizen Lab oder die vom US-Staat finanzierte National Endowment for Democracy die Entwicklung von Technologie, um staatliche Filter und Blockaden zu umgehen – und sich vor der Verfolgung durch die Geheimdienste zu schützen.</p>
<h3>Nationales Internet käme einer Cyberdiktatur gleich</h3>
<p>Iraner nutzen Tools wie der <a href="https://www.torproject.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Browser Tor</a>, der anonymes Surfen ermöglicht, oder verschlüsselte Netzwerke wie Psiphon, I2P oder Freenet, um vom Geheimdienst nicht ortbar zu sein. Ehsan Norouzi bestätigt: &#8220;Es gibt eine Vielzahl von Anwendungen, um Internetzensur zu umgehen: Freegate, Ultrasurf, Tor, oder Verschlüsselungshilfen wie VPN, webbasierte oder PHP-Proxys. Smartphone-User im Iran wissen ganz genau, wie sie die Software Viber nützen können, auch wenn sie zur Zeit blockiert ist. Oder wie sie What&#8217;s app verwenden können.&#8221;<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://soundcloud.com/o5fyrvvxenip/ehsan-norouzi-wie-man-zensur" title="Ehsan Norouzi Wie man Zensur umgehen kann by user285100128" width="840" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F89962026&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=840&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1"></iframe><br />
Das Regime hat seine Cyber-Armee in Stellung gebracht: Seit März diesen Jahres sind die Ports vieler VPN (virtual private networks) nicht mehr erreichbar. Das Regime befindet sich auf dem besten Weg zu einer Cyberdiktatur à la China. Dort hat der Staat ein nationales Internet und mit Weibo und Youku Alternativen zu Twitter und Youtube errichtet, das sich leichter überwachen lässt. Khameneis Cyber-Armee tüftelt noch an einem iranischen Internet samt heimischer Facebook-Variante. Die Iraner sollen möglichst vom World Wide Web abgeschottet werden. Einen Köder hat das Regime bereits ausgelegt: Das nationale Internet ist um ein vielfaches schneller. Sollten viele Iraner anbeißen, dürfte der Facebook-Account des Ayatollahs bald hinfällig geworden sein.</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Junge Muslime online: Integration statt Extremismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-muslime-online-integration-statt-extremismus-5425/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 16:21:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Münster]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Islam wird kontrovers diskutiert in Deutschland. Die Muslime selbst kommen in der öffentlichern Debatte jedoch eher selten zu Wort. Eine Studie der Uni Münster hat nun untersucht, wie und worüber junge Muslime in Internet-Foren diskutieren – die Ergebnisse widersprechen vielen gängigen Klischees über den Islam und seine Anhänger.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Islam wird kontrovers diskutiert in Deutschland. Die Muslime selbst kommen in der öffentlichern Debatte jedoch eher selten zu Wort. Eine Studie der Uni Münster hat nun untersucht, wie und worüber junge Muslime in Internet-Foren diskutieren – die Ergebnisse widersprechen vielen gängigen Klischees über den Islam und seine Anhänger.</p>
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</p>
<p>
Anlässlich des Deutschlandbesuchs des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül sind auch der Islam und die Integration von Muslimen aktuell wieder Diskussionsthema in Deutschland. Doch worüber diskutieren Muslime untereinander und was sagt uns das über sie aus? &quot;Extremistische Positionen sind selten und werden von der Internetgemeinschaft sofort ausgebremst“, schildert die Politologin Daniela Schlicht eines der <a href="http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2011/sep/News_Studie_Muslime_Internet.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien-Ergebnisse</a>. Grundtenor sei vielmehr, dass man sich als guter Muslim in die Gesellschaft einzubringen hat. Dass die Integration der Muslime in Deutschland dabei nicht ohne Spannungen verläuft, wird auch in den Netzdebatten auf Facebook und StudiVZ deutlich, die Schlicht für ihre Promotionsstudie gesichtet hat: &quot;Junge Muslime fragen sich immer wieder, inwiefern sie Teil der Gesellschaft sind und wie ihre Religion in den deutschen Staat passt“. Sie bekämen – trotz staatstragender Bekenntnisse des deutschen Bundespräsidenten &#8211; oft das Gefühl vermittelt, der Islam <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article12691814/Innenminister-Islam-gehoert-nicht-zu-Deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gehöre nicht zu Deutschland.</a> Eben diese intensive Islam-Debatte in Deutschland zwinge nach Einschätzung von Daniela Schlicht junge Muslime regelmäßig dazu, Stellung zu ihrer Religion zu beziehen. </p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/teaser_schlicht.png" alt="Politologin Daniela Schlicht" title="Politologin Daniela Schlicht" align="left" height="163" width="130" />Dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Religion vor allem online stattfindet, wundert Schlicht wenig: &quot;Es gibt jenseits des Internet einfach nicht so viele Möglichkeiten, das Thema aufzugreifen.&quot; Soziale Netzwerke seien ein wichtiger Aspekt für die Erweiterung eines öffentlichen innermuslimischen Dialogs – und bieten so auch neues Potenzial für die Forschung. In den Sozialen Netzwerken kämen nun eine große Bandbreite unterschiedlicher Akteure zusammen: traditionelle und liberale Muslime, Konvertiten und Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern. Einen so vielfältigen Diskurs, bei dem unterschiedlichste Perspektiven aufeinandertreffen, habe es vor den Sozialen Netzwerken nicht gegeben, boebachtet Schlicht. </p>
<p>Die qualitative Studie trägt den Titel „Europäischer Islam im Internet: Überlegungen zum Umgang muslimischer Studierender mit dem Islam im Kontext säkularer Staatlichkeit“. Gesichtet wurden rund 1.000 Facebook- und StudiVZ-Debatten aus drei Jahren. Darin diskutieren gut 2.500 junge Muslime in Deutschland und Großbritannien über Themen wie „Nationalbewusstsein und Islam“, „Euro-Islam“ oder „Gottesstaat versus Laizismus“. Die vollständigen Ergebnisse werden Ende 2011 veröffentlicht. </p>
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		<title>Interkultureller Dialog auf qantara.de</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/interkultureller-dialog-auf-qantarade-5411/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 15:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[qantara.de]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[9/11]]></category>
		<category><![CDATA[Dialogplattform]]></category>
		<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="141" height="89" align="left" src="/sites/politik-digital.de/files/qantara-logo.png" />Das Onlineportal qantara.de will die Verständigung zwischen Orient und Okzident fördern. Die in Europa um sich greifende Islamfeindlichkeit zeigt, dass solch ein Anliegen wichtiger denn je ist.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/qantara-logo.png" alt="" width="141" height="89" align="left" />Das Onlineportal qantara.de will die Verständigung zwischen Orient und Okzident fördern. Die in Europa um sich greifende Islamfeindlichkeit zeigt, dass solch ein Anliegen wichtiger denn je ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am kommenden Sonntag jähren sich die Terroranschläge von 9/11 zum zehnten Mal. Diese schrecklichen Ereignisse, aber auch die Folgen des später von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen „War on Terror“ verstärkten das Misstrauen und die Konflikte zwischen westlicher und arabischer Welt, zwischen Christen und Muslimen. Im Westen bildete sich in der Folge eine zunehmende Islamfeindlichkeit heraus – diesen Entwicklungen zum Trotz zeigen die jüngsten Ereignisse der Arabischen Revolution, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen in arabischen Ländern nicht religiösen Fanatikern und Extremisten folgt, sondern frei von staatlicher Diktatur und religiösem Fanatismus leben will. Zum Thema 9/11 und dem vermeintlichen Graben zwischen Christen und Muslimen erschien auf dem Online-Projekt der Deutschen Welle <a href="http://de.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">qantara.de</a> aktuell ein <a href="http://de.qantara.de/Gehasst-gefuerchtet-missverstanden/17094c17595i1p8/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interessanter Artikel</a> des SZ-Journalisten Matthias Drobinski, in dem er resümiert, dass „der Dialog zwischen Christen und Muslimen im Westen […] um einige Illusionen ärmer, aber […] auch ehrlicher und intensiver geworden“ sei und die Umwälzungen in der arabischen Welt „dem Kampf um die humane Seite der Religion mehr helfen [könnten] als der Tod Osama bin Ladens“.</p>
<p>Das Wort Qantara ist arabisch und heißt übersetzt Brücke. In diesem Sinne soll das Portal einen Raum für konstruktive Debatten über Gemeinsamkeiten sowie Kontroversen zwischen westlicher und arabischer Welt eröffnen: und zwar mehrsprachig. Zuletzt hatte die menschenverachtende Tat von Anders Brevik in Oslo eine neue Debatte über die grassierende Islam- und Ausländerfeindlichkeit in Europa ausgelöst. Politiker wie der Niederländer Gert Wilders oder Online-Plattformen wie „Politically Incorrect“ (PI-News) lassen diesbezüglich <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/07/27/pi-news-der-hassblog-der-rechtspopulisten_6714" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tief in die Gedankenwelt</a> des modernen europäischen Rechtspopulismus blicken. Solch radikalem Gedankengut ist am besten mit einem möglichst direkten und vorurteilsfreien interkulturellen Dialog zu begegnen. Dazu will auch qantara.de beitragen. <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/sid_87390D703C4A70E4089D86D66024C17E/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/InterkulturellerDialog/ERI/ProjekteMedien/Qantara_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf Initiative des Auswärtigen Amtes</a> ging das Portal erstmals im März 2003 online. Als gemeinsame Träger von qantara.de fungieren seitdem die Deutsche Welle (DW), das Goethe-Institut (GI), die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5489837,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Anspruch des Portals</a> ist eine fundierte und ausgewogene Berichterstattung zu unterschiedlichen Themen aus der islamischen bzw. arabischen Welt: von der &#8220;EU-Tauglichkeit&#8221; der Türkei über den Karikaturenstreit bis hin zur Rolle der Frauen im Islam.</p>
<p>In einem <a href="http://de.qantara.de/Internet/291b102/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenen Dossier</a> wird in der deutschsprachigen Ausgabe die Rolle des Internet in der arabischen Welt unter die Lupe genommen, wobei der letzte Artikel, der sich mit Bloggern in der arabischen Welt beschäftigt, schon etwas älter ist (Dezember 2010) und zu den Entwicklungen der vergangenen Monate dort noch kein Beitrag erschien. Hier hätte man aktuelle Beiträge über die zentrale Rolle, die Internet und soziale Medien für die Arabische Revolution gespielt haben, erwartet. Allerdings wird darauf in Beiträgen eines eigenen <a href="http://de.qantara.de/Arabischer-Fruehling/78b18/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dossiers „Arabischer Frühling“</a> eingegangen: <a href="http://de.qantara.de/Wir-gehen-nicht-zurueck-in-unsere-Kuechen/16412c16624i1p419/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie in diesem Interview</a> mit der tunesischen Bloggerin Lina Ben Mhenni. Ein <a href="http://de.qantara.de/Vielfalt-des-Aufstands/17084c17585i0p93/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informativer aktueller Beitrag</a> zum Arabischen Frühling ist z.B. „Vielfalt des Aufstandes“, der sich mit der syrischen Oppositionsbewegung auseinandersetzt. Hier zeigt sich auch die Stärke der Webseite: die Bereitstellung tiefergehender und komplexer Analysen.</p>
<p>In einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FcOD_mmeQLQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview vom August 2011</a> erklärt der Redaktionsleiter von qantara.de Loay Mudhoon: „quantara.de leistet seit fast sieben Jahren einen wichtigen Beitrag zur Verständigung und Annäherung der Kulturen. […] quantara.de ist ein Debattenportal, eine offene Dialogplattform für alle möglichen Autoren und Beiträge. Das wichtigste ist dabei, dass man kritisch sein sollte, allerdings ohne Hetze und Pauschalisierung.“ Ein großer Vorteil von Portalen wie qantara.de sei es, dass diese ohne kommerziellen Druck und fern von medialen Gesetzmäßigkeiten, die auf sensationsorientierten Journalismus setzen, agieren könnten.</p>
<p>Im Disclaimer von qantara.de wird darauf verwiesen, dass verschiedene Positionen, die dort präsentiert werden, nicht die Haltung von Redaktion oder Träger widerspiegeln. Es gehört also zum redaktionellen Selbstverständnis von qantara.de, keine explizite Sichtweise vorzugeben. Dass dies mitunter schwierig umzusetzen ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2008, der <a href="http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2068" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei haGalil.com</a> dokumentiert wurde und über den die <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/2944" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jüdische Allgemeine berichtete</a>. Damals hatte die Redaktion von qantara.de <a href="http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=3798" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen Beitrag</a> des israelisch-deutschen Journalisten Igal Avidan zunächst abgelehnt. Auf Druck des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) entschuldigte sich die Deutsche Welle schließlich für den Vorgang. Trotz dieses kritikwürdigen Vorfalls finden sich keine Hinweise darauf, dass der Berichterstattung von qantara.de eine grundsätzlich einseitige politische Ausrichtung zugrunde liegt. Das garantieren auch die unterschiedlichen Verantwortlichen der Plattform (Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Institut etc.) und der politische Wille, der dahinter steht. Beispielhaft für die Ausgewogenheit ist die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt auf quantara.de. Während <a href="http://de.qantara.de/Weder-Hamas-noch-Fatah-repraesentieren-die-Palaestinenser/2937c3031i1p369/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Artikel</a> mit dem Titel „Weder Hamas noch Fatah repräsentieren die Palästinenser“ deutliche Kritik an palästinensischen Repräsentanten und Terroranschlägen wie durch die Hamas geübt wird, kommt <a href="http://de.qantara.de/Israel-wurde-auch-einseitig-ausgerufen/16850c17112i1p234/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Interview</a> mit dem israelischen Journalisten und Schriftsteller Uri Avnery vornehmlich Kritik an der Politik Israels zur Sprache.</p>
<p>Die Webseite qantara.de ist sehr übersichtlich strukturiert. In der Navigationsleiste finden sich gleichgeordnet die Kategorien Politik, Gesellschaft, Kultur, Dossiers, Dialoge, Bildergalerien und Leserbriefe, während im rechten Seitenbereich u.a. auf die Präsenzen bei Facebook und Twitter sowie den Newsletter und aktuelle Termine aufmerksam gemacht wird. Eine hierarchisch-strukturierte Darstellung der Inhalte in Form einer Seitenübersicht sucht man bei qantara.de allerdings vergebens. Das Alleinstellungsmerkmal und Besondere der Webseite ist der Zugang der Inhalte in mehreren Sprachen – eine Grundvoraussetzung für den interkulturellen Dialog!</p>
<p>Derzeit erscheint die Webseite in den Sprachen <a href="http://de.qantara.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsch</a>, <a href="http://en.qantara.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Englisch</a> und <a href="http://ar.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arabisch</a> – die <a href="http://tr.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">türkische Sprachversion</a> wird von der Hauptseite nicht verlinkt und ist inhaltlich nicht auf dem neuesten Stand (letzter Artikel vom März 2011). Die Inhalte der drei genannten Sprachversionen sind jedoch aktuell gehalten. Dabei nimmt das Thema Arabische Revolution, wie nicht anders zu erwarten, derzeit den größten Raum in der Berichterstattung ein. Viele Beiträge auf qantara.de wurden auch auf den Webseiten der Träger (Deutsche Welle etc.) von qantara.de veröffentlicht, <a href="http://www.bpb.de/publikationen/AELMZW,0,Der_arabische_Fr%FChling_und_das_Ende_der_Antithese_des_11_September_Essay.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie dieser</a> von Geert J. Somsen in Politik und Zeitgeschichte 61 (2011) erschienene Essay „Der arabische Frühling und das Ende der ‚Antithese des 11. September’“, oder in anderen renommierten Medien wie der Süddeutschen Zeitung. Die Publikationen setzen häufig ein gewisses Hintergrundwissen zu den behandelten Sachverhalten voraus und richten sich zuvorderst an wissenschaftliche und politische Fachkreise.  Laut Redaktionsleiter Mudhoon spricht qantara.de in erster Linie die sogenannte Informationselite an. Das sollte aber weniger mit der Materie vertraute Leser nicht abschrecken, die sich hier vertiefend informieren können. In einem <a href="http://www.lehrer-online.de/qantara.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">etwas älteren Beitrag</a> aus dem Jahre 2006 empfahl der Islamwissenschaftler Dr. Michael Kiefer gar bei Lehrer-Online die Inhalte auf der Plattform auch als Rechercheinstrument für Lehrerinnen und Lehrer. Anspruchsvoller ist es dagegen, sich als Leser zu den Themen und Debatten auf quantara.de in Kommentaren oder Leserbriefen inhaltlich zu äußern. Echtzeit-Dialoge im Sinne von Foren-Diskussionen finden auf der Seite nicht statt. Jedoch wird in der <a href="http://de.qantara.de/Dialoge/81b19/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rubrik „Dialoge“</a> darauf verwiesen, dass qantara.de Intellektuelle aus unterschiedlichen Kulturkreisen darum bittet, über ein vorgegebenes Thema per E-Mail in einen Dialog zu treten. Die Korrespondenz wird dann auf Deutsch, Arabisch und Englisch veröffentlicht. Derzeit lassen sich dort insgesamt sechs <a href="http://de.qantara.de/Briefwechsel/13729c19/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerte Briefwechsel</a> aus den vergangenen Jahren zu Themen wie Antisemitismus im Nahostkonflikt oder Muslime und Integration in Europa finden – hier wären jedoch eine höhere Frequenz und Intensivierung des Dialogs wünschenswert. Für alle anderen Nutzer besteht auf der <a href="https://www.facebook.com/pages/Qantarade-Dialogue-with-the-Islamic-World/80408983549" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Präsenz</a> die Möglichkeit, Diskussionen zu eröffnen, von der jedoch bisher kaum Gebrauch gemacht wird. Zudem können <a href="http://de.qantara.de/Leserbriefe/93b23/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leserbriefe</a> eingereicht werden.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Wer sich über die aktuelle Berichterstattung in Mainstream-Medien hinaus fundiert zu kontrovers und aktuell diskutierten Themen zwischen westlicher und arabischer Welt informieren will, wird auf quantara.de mit Interviews und gut recherchierten Beiträgen namhafter Experten hinlänglich bedient. Prädikat: Empfehlenswert!</p>
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		<item>
		<title>L.I.S.A.-Videochat: Der Islam und die Moderne(n)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 19:41:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gerda Henkel Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Gudrun Krämer]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 15. November war die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. Gudrun Krämer bei &#34;L.I.S.A.live&#34;, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Eine Stunde lang beantwortete sie im Video-Chat die Fragen der Chatteilnehmer zum Verhältnis vom Islam zur Moderne.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15. November war die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. Gudrun Krämer bei &quot;L.I.S.A.live&quot;, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Eine Stunde lang beantwortete sie im Video-Chat die Fragen der Chatteilnehmer zum Verhältnis vom Islam zur Moderne.</p>
<p align="center">
<a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1283" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/ProfKr__mer_0.jpg" alt="Prof. Dr. Krämer im Gespräch mit L.I.S.A.-live" title="Prof. Dr. Krämer im Gespräch mit L.I.S.A.-live" width="225" height="141" /></a> 
</p>
<p>Den Video-Chat können Sie <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1283" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> noch einmal sehen.</p>
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		<title>Videochat zum Thema &#034;Islam&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/internes/videochat-zum-thema-islam-5068/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 12:02:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Islamwissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, den 15. November 2010, von 19.00 bis 20.00 Uhr, ist Frau Prof. Gudrun Krämer zu Gast bei „L.I.S.A.live“, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Die Berliner Islamwissenschaftlerin beantwortet Fragen zum Thema „Der Islam und die Moderne(n)“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, den 15. November 2010, von 19.00 bis 20.00 Uhr, ist Frau Prof. Gudrun Krämer zu Gast bei „L.I.S.A.live“, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Die Berliner Islamwissenschaftlerin beantwortet Fragen zum Thema „Der Islam und die Moderne(n)“.</p>
<p><a title="Zum Chatraum" href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/live.php?nav_id=1274" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie jetzt schon Ihre Fragen stellen.</a></p>
<p><b>Zur Person:</b></p>
<p>Gudrun Krämer studierte von 1972 bis 1978 Geschichte, Islam- und Politikwissenschaft und Anglistik an den Universitäten Heidelberg, Bonn und Sussex. Von 1982 bis 1994 war sie Referentin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. 1993 habilitierte sie in Hamburg und übernahm im selben Jahr eine Professur für Islamwissenschaft in Bonn. Seit 1996 ist sie Leiterin des Instituts für Islamwissenschaft an der FU Berlin, seit 2007 außerdem Direktorin der &#8220;Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies&#8221;. Sie ist Mitglied in den Beiräten zahlreicher Institutionen, darunter der „Stiftung Wissenschaft und Politik&#8221;. Weiterhin ist sie Mitherausgeberin der Encyclopaedia of Islam. Sie zählt zu den bekanntesten deutschen Islamwissenschaftlern und ist Trägerin des Gerda Henkel Preises 2010.</p>
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		<item>
		<title>Kristina Köhler fordert Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Unis</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/kristina-koehler-fordert-lehrstuehle-fuer-islamische-theologie-an-deutschen-unis-206/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rthurnher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländerpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Kristina Köhler, MdB und Islam-Expertin 
der CDU, war am 16. Juni zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de. Sie sprach über die Positionen der 
CDU zur Zuwanderungs- und Integrationspolitik.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Kristina Köhler, MdB und Islam-Expertin<br />
der CDU, war am 16. Juni zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Sie sprach über die Positionen der<br />
CDU zur Zuwanderungs- und Integrationspolitik.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Liebe Politikinteressierte,<br />
herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe wird<br />
veranstaltet von tagesschau.de und politik-digital.de und unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Im ARD-Hauptstadtstudio ist jetzt Kristina<br />
Köhler bereit zum chatten. Frau Köhler ist seit 2002 Bundestagsabgeordnete<br />
und Mitglied im Innenausschuss. Bei der Union kümmert sie sich<br />
auch (und in Wahlkampfzeiten ganz sicher nicht nur) um das Problem<br />
Integration. Den Antrag der Union: &quot;Politischen Islamismus<br />
bekämpfen – verfassungstreue Muslime unterstützen&quot;<br />
hat sie federführend erarbeitet. Zu welchen Themen sie auch<br />
immer Fragen haben ob Integration, Europa-Krise oder die siegesgewisse<br />
Union, nur zu. Beginnen wir damit:
</p>
<p>
<b>Hans-Christian:</b> Wäre es möglich, dass<br />
Einwanderer einen Schwur auf das Grundgesetz ablegen, ich fände<br />
das (auch für alle anderen Bürger der BRD) sehr gut!
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich fände das auch<br />
sehr gut. Ich will auch, dass das in unser Regierungsprogramm aufgenommen<br />
wird und in Wiesbaden setze ich mich auch noch dafür ein.
</p>
<p>
<b>valeri lowanofski:</b> Stehen Sie mit Ihrem Kampf<br />
gegen fundamentalistische Islamisten in einer laizistischen also<br />
antiklerikalen Tradition oder eher pro-christlich?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Weder noch. Deutschland<br />
ist weder ein christliches Land noch ein laizistisches. Sondern<br />
wir sind ein säkulares Land und an dieser Tradition will ich<br />
festhalten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zum Schwur:
</p>
<p>
<b>Hans-Christian:</b> Ist das überhaupt gesetzlich<br />
durchsetzbar? Gibt es dafür reale Chancen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Oh ja. Denn selbst in der<br />
SPD spüre ich sehr viel Sympathie für diesen Vorschlag<br />
und mit der Verfassung gibt es gar keine Probleme.
</p>
<p>
<b>gb:</b> Wieso denken Sie, dass mit einem Schwur auf das Grundgesetz<br />
sich etwas ändert, in den USA funktioniert dies auch nicht?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich glaube, dass Rituale<br />
auch sehr bewusstseinsbildend sein können. Denjenigen, der<br />
sich in einem Kampf gegen unsere Verfassung befindet, wird man damit<br />
in der Tat nicht beeindrucken können, der wird einfach lügen.<br />
Aber anderen macht man vielleicht klar, dass wir mit dem deutschen<br />
Pass auch Identität und uneingeschränkte Verfassungstreue<br />
verbinden.
</p>
<p>
<b>maza:</b> Welche Maßnahmen zur Integration der „verfassungstreuen<br />
Muslime“ haben Sie vorgesehen und wie werden Sie überhaupt<br />
solche Menschen finden/identifizieren?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Wir müssen Rahmenbedingungen<br />
schaffen, dass sich ein europäischer, ein deutscher Islam ausbilden<br />
kann. Ein aufgeklärter, ein säkularer Islam. Dafür<br />
ist es wichtig, dass sich auch hier in Deutschland islamische Theologie<br />
eigenständig entfalten kann. Deswegen will ich, dass wir Lehrstühle<br />
für islamische Theologie einrichten, an denen wir Imame und<br />
Religionslehrer für Islam ausbilden. Zu ihrer zweiten Frage:<br />
Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass wir in Deutschland rund<br />
30.000 Islamisten haben. Sowohl solche, die gewaltbereit sind als<br />
auch solche, die Gewalt ablehnen aber versuchen, über politische<br />
Mittel hier die Durchsetzung des islamischen Rechts, der Scharia,<br />
zu erreichen. In Deutschland leben aber 3,2 Millionen Muslime, d.h.<br />
die Islamisten sind eine wirkliche Minderheit. Das Problem ist aber<br />
in der Tat, dass gerade sie nicht organisiert sind, sondern die<br />
muslimischen Verbände, die sich organisiert haben, werden in<br />
der Mehrheit vom Verfassungsschutz als problematisch eingestuft.<br />
Deswegen gibt es keinen zentralen Ansprechpartner für verfassungstreue<br />
Muslime. Das ist auch für die Politik ein riesiges Problem.
</p>
<p>
<b>honky:</b> Wie stehen Sie zu den einstweiligen Verfügungen<br />
des Münchner Landgerichts, die Ihnen verbieten, die Islamische<br />
Gemeinschaft in Deutschland öffentlich mit der Muslimbruderschaft<br />
in Verbindung zu bringen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Gegen diese einstweilige<br />
Verfügung gehe ich gerade rechtlich vor.
</p>
<p>
<b>strigga2:</b> Denken Ihre Parteikollegen genau wie<br />
Sie bezüglich der islamistischen Lehrstühle?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Islamische Lehrstühle!<br />
Ich verwende den Begriff &quot;islamistisch&quot; nur für die<br />
radikale Variante des Islams. In der Tat haben wir über die<br />
Frage der Lehrstühle heftig diskutiert. In dem Antrag sprechen<br />
wir uns immerhin grundsätzlich dafür aus – das verbuche<br />
ich für mich schon mal als Erfolg.
</p>
<p>
<b>flamboiant:</b> Schöne Idee mit den islamischen<br />
Lehrstühlen, aber braucht man für eine ernsthafte aufgeklärte<br />
islamische Theologie nicht die Unterstützung der wichtigsten<br />
islamischen Zentren? Die allerdings konservativ sind.
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich weiß jetzt nicht,<br />
was Sie mit islamischen Zentren meinen. Wenn Sie den Islamrat oder<br />
den Zentralrat der Muslime meinen, sage ich, dass man deren Unterstützung<br />
nicht braucht. Denn beide Organisationen vertreten nur einen Bruchteil<br />
der Muslime in Deutschland und sind insofern keinesfalls legitimiert,<br />
für &quot;den Islam&quot; in Deutschland zu sprechen. Deswegen<br />
halte ich es auch für falsch, wenn Politiker diese beiden Organisationen<br />
hofieren und damit aufwerten.
</p>
<p>
<b>tyrson:</b> Was glauben Sie, wie groß die Bereitschaft<br />
der Muslime in Deutschland ist, sich integrieren zu wollen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Eine pauschale Aussage ist<br />
schwierig. Wir haben in der Tat gerade bei den Jüngeren eine<br />
Tendenz, sich wieder weniger integrieren zu wollen, die mir sehr<br />
viel Sorgen macht. Ich glaube das hängt vor allem auch mit<br />
der schlechten Bildung vieler jüngerer Muslime in Deutschland<br />
zusammen. Sie wissen, dass sie kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt<br />
haben und ziehen daher ihr Selbstbewusstsein aus ihrer Identifikation<br />
mit ihrem Herkunftsland. Deswegen ist Bildung der wichtigste Schlüssel<br />
zur Integration. Und natürlich Deutsch, aber das haben mittlerweile<br />
ja alle Parteien eingesehen.
</p>
<p>
<b>Faithdancer:</b> Sind denn die Einwanderer eigentlich<br />
das Problem, wenn wir von Integration sprechen oder sind nicht vielmehr<br />
die Ausländer mit ungeklärtem Status schwer zu integrieren?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich denke das bezieht sich auch auf<br />
Asylbewerber mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis etc.
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Leider sind auch die, die<br />
schon lange, oft in dritter Generation, hier leben, nicht genügend<br />
integriert. Viele von denen haben sogar einen deutschen Pass! Das<br />
ist auch ein Ergebnis einer Politik, die zu lange geglaubt hat,<br />
bei den sogenannten &quot;Gastarbeitern&quot; handle es sich wirklich<br />
um Gäste.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist diese Einstellung &quot;Gastarbeiter<br />
sind Gäste&quot; in der CDU (und in der CSU) inzwischen vollständig<br />
verschwunden?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich habe noch nie gehört,<br />
dass ein Parteifreund von mir überhaupt noch von &quot;Gastarbeitern&quot;<br />
spricht. Daher bin ich schon überzeugt, dass wir uns dieser<br />
Illusion nicht mehr hingeben.
</p>
<p>
<b>Sulli:</b> Was sind ihre Anforderungen an eine Integration?<br />
Wer ist integriert?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Gute Frage, schwierige Frage!<br />
Ich verlange keine vollständige Assimilation, also z.B. die<br />
Religionsausübung oder auch kulturelle Gebräuche kann<br />
jeder leben, wie er will. Problematisch wird es, wenn Menschen ihr<br />
ganzes Leben so organisiert haben, dass sie fast gar nicht mit der<br />
deutschen Mehrheitsgesellschaft in Berührung kommen. Wenn also<br />
von der Hebamme bis zum Bestatter alles in der Hand von anderen<br />
Migranten ist.
</p>
<p>
<b>Taleel:</b> Viele theoretische Ansätze &#8211; wie wollen Sie<br />
konkret gegen sog. &quot;Ehrenmorde“ vorgehen? Gibt es da<br />
schon Pläne?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ein Problem ist, dass es<br />
immer wieder Urteile gibt, die bei &quot;Ehrenmorden&quot; nicht<br />
von Mord ausgehen, sondern argumentieren, der Mörder sei so<br />
in seinen &quot;fremdkulturellen Wertvorstellungen&quot; verhaftet,<br />
dass man nicht Mord annehmen könne, sondern Strafmilderung<br />
gewährt wird. Deswegen müssen wir meines Erachtens gesetzlich<br />
klar stellen, dass eine Tötung wegen vermeintlicher Verletzung<br />
der sogenannten &quot;Ehre&quot; auch wirklich ein Mord aus niederen<br />
Beweggründen ist.
</p>
<p>
<b>kreuzberg:</b> Mein Sohn soll auf eine Schule in der<br />
von 400 Schülern noch zwei deutscher Herkunft sind. Der Rest<br />
ist klassisches Kreuzberger Sammelsurium. Ist es verwerflich, wenn<br />
ich mein Kind da gar nicht integrieren will sondern gleich in eine<br />
andere Schule schicke? Ich muss die Fehler einer schlechten internationalen<br />
Politik nicht auf dem Rücken meines Kindes austragen.
</p>
<p>
<b>ibizo:</b> In Berlin gibt es jetzt die erste deutsche Schule<br />
ohne deutsche Schüler. Sollte man das einfach so akzeptieren?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> @kreuzberg: Kann ich absolut<br />
nachvollziehen, ich würde als Mutter genauso handeln. Die Politik<br />
muss dafür sorgen, dass Eltern wie Sie gar nicht in diese Problemlage<br />
kommen, indem wir sicherstellen, dass niemand auf die Schule kommt,<br />
der nicht ausreichend Deutsch kann. Dafür haben wir in Hessen<br />
sogenannte &quot;Vorlaufkurse&quot; eingerichtet. Das Einschulungsgespräch<br />
findet bei uns schon ein Dreivierteljahr vor Schuljahresbeginn statt,<br />
und wenn wir dann sehen, dass die Kinder kein Deutsch können,<br />
bekommen sie ein Dreivierteljahr intensiven Deutschunterricht. Und<br />
wenn sie dann immer noch nicht genug Deutsch können, dann noch<br />
ein weiteres komplettes Jahr. Wir machen damit in Hessen super Erfahrungen<br />
und viele Bundesländer haben dieses Modell mittlerweile übernommen.
</p>
<p>
<b>Katharina:</b> Also resignieren wir und überlassen<br />
Ausländern, ob mit Staatsangehörigkeit oder ohne, unsere<br />
Schulen?
</p>
<p>
<b>Hans-Christian:</b> Na ja, aber das ist auch keine<br />
Lösung. Wo sollen die nicht-deutsch-sprechenden denn hin? Auf<br />
die Straßen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Also Moment. @Hans-Christian:<br />
Nein, natürlich nicht! Sie sollen Deutsch lernen und bekommen<br />
das in Hessen auch vom Staat erstmals so angeboten und sollen dann,<br />
wenn sie gut Deutsch können, in die Schule. Wichtig ist, dass<br />
kein Kind diese frustrierende Erfahrung macht, im Klassenraum zu<br />
sitzen und kein Wort zu verstehen. Denn damit ist schulischer Misserfolg<br />
schon absolut vorprogrammiert. @Katharina: Wenn die Kinder wirklich<br />
integriert sind und wirklich gut dem Unterricht folgen können,<br />
ist das Problem auch nicht mehr so da.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine besondere &quot;Problemgruppe&quot;<br />
sind Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund<br />
&#8211; nicht nur mit türkischer sondern etwa auch mit russlanddeutscher<br />
Herkunft:
</p>
<p>
<b>Joachim&#8211;Schmidt:</b> Welche konkreten praktischen<br />
Maßnahmen können Sie sich zum Thema Integration gerade<br />
von Jugendlichen und älteren Ausländern vorstellen. Meines<br />
Erachtens werden zu diesem Thema oft nur Theorien abgegeben, ohne<br />
konkrete, umsetzbare Ideen zu liefern.
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Also @Moderator: In der<br />
Tat sind die Probleme mit jungen Russlanddeutschen oft genauso gravierend.<br />
Deswegen werden bei unserem hessischen Modell auch alle Kinder völlig<br />
unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft auf Deutschkenntnisse<br />
überprüft. Manchmal können sogar solche Kinder kein<br />
gutes Deutsch, die seit Generationen urdeutsch sind! @Joachim-Schmidt:<br />
Das wichtigste ist, dass wir allen Jugendlichen eine realistische<br />
Chance bieten, in unserer Gesellschaft erfolgreich zu sein. Das<br />
heißt, einen Job zu finden, eine Familie gründen zu können,<br />
soziale Anerkennung zu erfahren. Und da müssen wir bei den<br />
Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Tat zusätzlich<br />
zum Beispiel auf Qualifizierung und Weiterbildung setzen, ganz mühsam<br />
uns die Qualifikation jedes Einzelnen angucken und weitere Angebote<br />
machen, um ihm so eine realistische Chance in Deutschland zu geben.<br />
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir hoffentlich bald in Deutschland<br />
flächendeckend islamischen Religionsunterricht anbieten, aber<br />
genau nicht so wie in Berlin, wo mit der islamischen Föderation<br />
eine Gruppe an den Schulen unterrichten darf, die nicht wirklich<br />
von den Schulaufsichtsbehörden kontrolliert werden kann, und<br />
der auch immer wieder Verbindungen zu &quot;Milli Görus&quot;,<br />
die vom Verfassungsschutz als islamistisch eingestuft werden, nachgesagt<br />
werden. So ein Religionsunterricht wirkt gerade gegen Integration.<br />
Ein Religionsunterricht auf dem Boden unserer Verfassung würde<br />
bei der Integration helfen.
</p>
<p>
<b>Hunter6247:</b> Aber die Chance zu bieten, in unserer<br />
Gesellschaft erfolgreich zu sein, ist doch momentan keinem Jugendlichem,<br />
egal welcher Staatsbürgerschaft, gegenüber gewährleistet,<br />
wenn man sich die momentane Arbeitsmarktsituation ansieht, oder?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Gewährleistet ist sie<br />
gegenüber niemandem. Aber es ist nach wie vor so, dass –<br />
je besser die Bildung ist – umso höher die Chance auf<br />
dem Arbeitsmarkt ist. Wer überhaut keinen Schulabschluss hat,<br />
ist so gut wie chancenlos. Und dies sind überproportional viele<br />
Migranten.
</p>
<p>
<b>Gl?sch:</b> Produzieren wir nicht immer mehr Ausländerfeindlichkeit,<br />
wenn man mehr Menschen in die Sozialsysteme einwandern lässt,<br />
ohne ihnen Perspektiven bieten zu können. Macht zusätzliche<br />
Einwanderung eigentlich nur dann Sinn, wenn es wieder aufwärts<br />
geht in Deutschland?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Menschen, die wirklich politisch<br />
verfolgt sind, will ich in jeder wirtschaftlichen Lage helfen. Dies<br />
ist aber nur ein Bruchteil der Menschen, die nach Deutschland kommen.<br />
Dann gibt es noch die Bürgerkriegsflüchtlinge –<br />
auch denen müssen wir helfen. Aber wir müssen sehen, dass<br />
diese Menschen unter den europäischen Ländern gerechter<br />
aufgeteilt werden. Und wir müssen sehen, dass diese Menschen,<br />
wenn die Gefahr im Heimatland vorüber ist, wieder zurückgehen.<br />
Ein Großteil der Menschen, die nach Deutschland kommen, kommt<br />
aber in der Tat aus wirtschaftlichen Gründen. Das kann ich<br />
sogar persönlich nachvollziehen. Aber wir müssen einfach<br />
sehen, dass wir diese Menschen in Deutschland nicht aufnehmen können,<br />
weil das sowohl unsere finanzielle als auch unsere Integrationskapazität<br />
überschreitet. Mit dem neuen Zuwanderungsgesetz hat die CDU/CSU<br />
durchgesetzt, dass es keine Migration in den Arbeitsmarkt nach Deutschland<br />
geben darf.
</p>
<p>
<b>Martin KS:</b> Frau Köhler, wie gedenken Sie<br />
die offensichtlich insbesondere unter den türkischen Zuwanderern<br />
herrschenden tradierten und weit hinter der Aufklärung der<br />
europäischen Neuzeit hinterherhinkenden Rollenbilder von Mann<br />
und Frau zu verändern? Darf Toleranz so weit gehen, dass elementare<br />
Menschenrechtsverletzungen, die türkische Männer an ihren<br />
Frauen begehen hingenommen werden können?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zusatzfrage von mir gleich dazu: Wie<br />
ursächlich ist das Mann-Frau-Verhältnis bei Migranten<br />
für Probleme bei der Integration?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Wir dürfen/ müssen<br />
in der Tat ganz deutlich machen, dass die Gleichberechtigung von<br />
Mann und Frau zu den grundlegenden Prinzipien unserer Verfassung<br />
gehört und dass wir das deswegen auch einfordern. Wir haben<br />
in Deutschland zu lange unter dem Stichwort &quot;kulturelle Differenz&quot;<br />
falsche Toleranz geübt. Deswegen müssen wir z.B. schon<br />
im Schulunterricht klar machen, dass wir nicht dulden, dass Mädchen<br />
vom Sportunterricht oder Sexualkundeunterricht befreit werden. Und<br />
wir müssen gegen Zwangsheiraten vorgehen, zum Beispiel indem<br />
wir denjenigen, der seine Braut gezwungen hat, das Aufenthaltsrecht<br />
entziehen. In der Tat ist das Mann-Frau-Verhältnis eines der<br />
Grundprobleme bei der Integration. Es enthält aber auch eine<br />
große Chance, denn 50% der Migranten (die Frauen) würden<br />
durch ein Mehr an Integration wirklich mehr Lebenschancen bekommen<br />
und deswegen setze ich auch auf eine &quot;Emanzipationswelle&quot;<br />
bei muslimischen Frauen. Dabei muss sie aber der deutsche Staat<br />
unterstützen.
</p>
<p>
<b>ibizo:</b> In Frankreich dürfen weder Lehrerinnen noch<br />
Schülerinnen Kopftücher tragen. Sollte dieses Modell auch<br />
in Deutschland eingeführt werden?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich finde dieses Modell<br />
sehr sympathisch. Ich habe das auch neulich beim wissenschaftlichen<br />
Dienst des Bundestages prüfen lassen. Dort kam man zu dem Ergebnis,<br />
dass ein Kopftuchverbot für Schülerinnen mit der Verfassung<br />
nicht vereinbar ist. Schade.
</p>
<p>
<b>Storch:</b> Sie sprachen von dem Wunsch von CDU/CSU, die Migration<br />
in den Arbeitsmarkt zu verhindern. Wie lässt sich eine solche<br />
mindestens zweifelhafte Meinung vor dem Hintergrund der demografischen<br />
Perspektiven, die einen Bevölkerungsrückgang prognostizieren,<br />
rechtfertigen?
</p>
<p>
<b>demos:</b> Wer soll denn, wenn wir keine wirtschaftliche<br />
Einwanderung erlauben, für unsere Renten sorgen? Sollten wir<br />
nicht wirtschaftliche Einwanderung akzeptieren, und wie Kanada versuchen,<br />
diese nach unseren Wünschen zu steuern?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Wenn wir wirklich unsere<br />
demografischen Probleme über Zuwanderung lösen wollten,<br />
bräuchten wir eine so riesige Zahl an Zuwanderung, die die<br />
Integrationsfähigkeit unseres Landes bei weitem übersteigen<br />
würde. Außerdem zeigt sich, dass auch Zuwanderer sich<br />
nach ein, zwei Generationen in der Kinderzahl uns anpassen. Wir<br />
hätten also wieder genau dasselbe Problem. @Storch: In der<br />
Tat ist sich die Wissenschaft einig, dass es in ein, zwei Jahrzehnten<br />
eher einen Arbeitskräftemangel geben wird. Dann habe ich auch<br />
nichts gegen gezielte, gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften.<br />
Aber zurzeit würde das wirklich keinen Sinn machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wurde bereits vorher gestellt, passt<br />
aber auch hier:
</p>
<p>
<b>aber-aber:</b> Das spräche dann für eine<br />
engagiertere Entwicklungspolitik, um den Menschen, die ihre Heimat<br />
aus (auch wirtschaftlicher) Verzweiflung verlassen, den Grund für<br />
das notwendige Abwandern zu nehmen. Sehen Sie da einen Zusammenhang<br />
zwischen Entwicklungspolitik und Zuwanderungspolitik?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Dieser Zusammenhang ist<br />
absolut da. Allerdings sind es auch in der Regel nicht die Allerärmsten,<br />
die nach Deutschland kommen, weil die sich die &quot;Reise&quot;<br />
hierher gar nicht leisten können. Insofern ist eine gute Entwicklungshilfe<br />
vor allem auch ein moralisches Gebot, auch wenn sie bei der Frage<br />
der Zuwanderung nur teilweise Wirkung zeigt.
</p>
<p>
<b>gast1234567:</b> Meinen Sie nicht, dass die CDU-Regierung<br />
unter Kohl es verschlafen hat, die aus der Türkei kommenden<br />
Menschen, in ein Integrationsverfahren einzugliedern? Wieso wundern<br />
Sie sich jetzt, dass eine solche Parallelgesellschaft, wie wir sie<br />
besonders in Berlin vorfinden, entstanden ist?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich wundere mich darüber<br />
nicht! Und sicherlich hat die Regierung Kohl auch hier viel versäumt.<br />
Aber es ist auch die Wahrheit, dass wir Deutschkenntnisse schon<br />
seit vielen Jahren einfordern und dafür noch vor wenigen Jahren<br />
von den Grünen vorgeworfen bekamen, wir wollten &quot;Zwangsgermanisierung&quot;<br />
betreiben.
</p>
<p>
<b>Taleel:</b> Integration scheint ein wichtiger Punkt ihrer Politik<br />
zu sein, aber was ist mit den Mitbürgern, die sich nicht integrieren<br />
lassen?
</p>
<p>
<b>Mueller:</b> Sorry, aber ich vermisse bisher die Diskussion<br />
über den Anteil, den die Bevölkerung “deutscher<br />
Herkunft“ leisten muss für eine erfolgreiche Integration<br />
der Migranten. Integration kann doch nie nur einseitig erfolgen.<br />
Wie stehen Sie dazu, Frau Köhler?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> @Taleel: Wer sich wirklich<br />
dauerhaft jeder Integration verweigert, scheint auch kein großes<br />
Interesse zu haben, hier zu leben. Solche Leute müssen wir<br />
dann auch als letzte Konsequenz ausweisen. Das geht allerdings nicht,<br />
wenn ihr Leben in ihrem Herkunftsland bedroht ist. @Mueller: Ich<br />
denke schon, dass die größere Bringschuld bei denen liegt,<br />
die hierher gekommen sind. Aber das, was ich vorhin an Deutschkursen<br />
beschrieben habe ist ja ein Angebot, das der deutsche Staat den<br />
Migranten macht – auch kein ganz billiges! Auch die Integrationskurse,<br />
die seit 01.01.2005 jeder zugewanderte besuchen muss, verstehe ich<br />
als ein solches Angebot.
</p>
<p>
<b>Rory Breaker:</b> Viele Migrantinnen und Migranten<br />
verwechseln Integration mit Assimilation und fürchten um den<br />
Verlust ihrer Werte und Moral. Diese Angst ist vor allem bei Muslimen<br />
sehr ausgeprägt. Wie gedenkt die CDU diese Ängste und<br />
Sorgen aufzulösen und die große Wichtigkeit eines guten<br />
Integrationsprozesses darzustellen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Zum Beispiel dadurch, dass<br />
sich bei uns gerade bundesweit ein deutsch-türkisches Forum<br />
in der CDU gründet. Das sind also türkische CDU-Mitglieder,<br />
die genau das leben. Sie sind überzeugte Muslime und genauso<br />
überzeugte Deutsche. Dieses deutsch-türkische Forum wird<br />
hoffentlich in der Öffentlichkeit sehr deutlich machen, was<br />
wir unter Integration, und nicht Assimilation, verstehen.
</p>
<p>
<b>ibizo:</b> Wird Kristina Köhler nach einer gewonnenen Bundestagswahl<br />
in die Ministeriumsarbeit einsteigen?
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Ich will erst mal meinen<br />
Wahlkreis gewinnen und dann weiter eine gute Facharbeit machen.<br />
Und den Rest überlassen wir dem Schicksal und Frau Merkel!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Stunde ist um, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen, das Thema werden wir sich<br />
noch einmal aufgreifen. Herzlichen Dank, Frau Köhler, dass<br />
Sie sich für den Chat Zeit genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Noch ein Terminhinweis:<br />
Morgen, Freitag, 17. Januar chatten wir aus Pjöngjang mit den<br />
ARD-Korrespondenten Mario Schmidt und Martin Fritz, die derzeit<br />
Nordkorea bereisen. Der Chat beginnt um dreizehn Uhr, hoffen wir,<br />
dass uns niemand die Leitung kappt. tagesschau.de wünscht allen<br />
Beteiligten noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Kristina Köhler:</b> Tschüss, hat mir auch<br />
sehr viel Spaß gemacht! Die Fragen waren außerordentlich<br />
gut.</p>
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		<title>Vergeltung &#8211; aber gegen wen?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<title>Es geht im Moment vor allem um Machtpolitik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[amenn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Interview mit dem Experten für arabisch-islamische Kultur, Dr. Marco Schöller]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit dem Experten für arabisch-islamische Kultur, Dr. Marco Schöller<!--break--></p>
<p>In der Folge der Terroranschläge auf die USA erhält die Diskussion über die islamische Welt und den religiösen Fundamentalismus neuen Auftrieb. Andreas Menn sprach mit Marco Schöller, wissenschaftlicher Assistent des Orientalischen Seminars der Uni Köln, über Medienwahrheit und Wirklichkeit des Islam.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Die Medien übermitteln seit Dienstag die Bilder feiernder Palästinenser, die den Terror in den USA begrüßen. Spiegeln diese Bilder die allgemeine Stimmungslage im Nahen Osten wieder?</p>
<p>
            <strong>Marco Schöller:</strong> In den letzten Tagen sind in den Fernsehkanälen ganz bestimmte Bilder immer wieder und wieder gezeigt worden. Diese Bilder stellen gerade nicht die allgemeine Haltung im Nahen Osten dar. Es gab auch andere Stimmen aus Ägypten, die ich selber allerdings nur einmal gesehen habe. Man hat schon den Eindruck, als würden in Deutschland Episoden, die hier und da mal passiert sind, als eine generelle Stimmung dargestellt und verkauft.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Wo vermuten Sie die Beweggründe für das Attentat? Wird der Islam zu Recht mit dem Terrorismus in Verbindung gebracht?</p>
<p>
            <strong>Schöller:</strong> Das ist eine sehr schwierige Frage in einer solch komplexen Situation. Die Islamwissenschaft und Orientalistik hat natürlich seit Jahren schon ihre liebe Mühe und Not damit. Es ist bisher nicht ganz klar, ob der Anschlag aus der islamischen Ecke kam, doch auch die Islamwissenschaftler gehen davon aus. Man sollte jedoch versuchen, das Ganze nicht nur als einen religiösen oder kulturellen Konflikt zu sehen, wie es im Moment von vielen Leuten sehr stark gemacht wird, speziell auch von Politikern.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Dennoch führen seit dem 11. September viele Stimmen gerne Huntingtons These zum &#8220;Clash of civilizations&#8221; heran, die man im Anschlag auf New York und Washington wieder verifiziert sieht. Gibt es den &#8220;Kampf der Kulturen&#8221;?</p>
<p>
            <strong>Schöller:</strong> Auch das ist ein Problem, mit dem sich die Orientalistik schon lange auseinandersetzt. Huntington wird sich nun bestätigt sehen, und so werden es auch viele andere Leute sehen, das ist das große Problem. Dabei handelt es sich überhaupt nicht um einen Konflikt zwischen Kulturen und Religionen, sondern um einen Machtkonflikt um Einflusskontrolle in den islamischen Ländern. Man kann gewissermaßen auch so weit gehen und sagen, dieser Machtkonflikt habe sich in der orientalischen Region entwickelt in den letzten Jahrzehnten, und da kann es dann nicht ausbleiben, dass dann auch islamische Traditionen und Konzepte bei der Erstellung einer Ideologie verwendet werden.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Speist sich der religiöse Fundamentalismus also vorwiegend aus Machtkalkül?</p>
<p>
            <strong>Schöller:</strong> Ja. aber nicht das Machtkalkül der Herrschenden. Die meisten Machthaber in den orientalischen Ländern sind dem Fundamentalismus ganz abhold, die haben damit nichts am Hut. Denken Sie an Ägypten, an Syrien, da trifft das ja schon mal nicht zu. Dort sind die Fundamentalisten im Gegenteil eine ganz große Gefahr für die einzelnen Regierungen. Fundamentalismus, wie er von der islamistischen Seite vertreten wird, lässt sich letztendlich mit den Zielen keiner der großen monotheistischen Religionen verbinden &#8211; nicht mit dem Islam, nicht mit dem Christentum, nicht mit dem Judentum. Trotzdem gibt und gab es immer wieder extremistische Auslegungen dieser Religionen. Im Moment ist es aufgrund der Ereignisse so, dass die islamistischen Fundamentalisten besonders aktiv sind, aber man wird sich eben doch hüten müssen, das als den Islam zu sehen, so einfach das auch scheinen mag.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Woraus begründet sich die zunehmende antiamerikanische Einstellung der letzten Jahre?</p>
<p>
            <strong>Schöller:</strong> Das liegt ganz einfach daran, dass Amerika die Supermacht in der Welt ist, und natürlich auch in den letzten Jahrzehnten in der Nahostpolitik immer der treibende Faktor gewesen ist. Selbstverständlich waren andere Länder mit daran beteiligt. Allerdings haben auch die Leute in den islamischen Ländern eine simplifizierende Sicht der Dinge. So wie wir im Westen vereinfachen und sagen, dass beim Terrorismus &#8220;alles was mit dem Islam zu tun hat&#8221;, so sagen natürlich die Leute dort: Alles was uns aus dem Westen entgegen schlägt, hat mit Amerika zu tun.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Wie sollten die Regierungen der westlichen Staaten nun vorgehen, um größere Konflikte für die Zukunft zu vermeiden?</p>
<p>
            <strong>Schöller:</strong> Ich denke, man muss die politischen Bemühungen mehr aktivieren. Es wird zur Zeit soviel über militärische Reaktionen gesprochen, da gibt es einiges Bedenkliches zu zu sagen. Militärische Reaktionen gegen Terroristen sind grundsätzlich wenig fruchtbar. Daher muss man schauen, dass sich die Lebenssituation der Menschen in den islamischen Ländern verbessert. Hier könnte der Westen noch mehr tun, und man darf jetzt auf keinen Fall die politischen Bemühungen einstellen. Im Gegenteil sollte man die politischen Aktivitäten im Nahen Osten verstärkt weiterführen.</p>
<p>
            <strong>politik-digital:</strong> Herr Schöller, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.</p>
<p>
              <!-- Content Ende --></p>
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