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	<title>Island &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Island &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Kommando zurück: Islands Demokratie-Experiment ist gescheitert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 09:07:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie-Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit den Parlamentswahlen am 27. April hat sich der Wind in Island gedreht. Mit dem Regierungswechsel endet auch eines der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-128544 alignnone" title="Geysir in Island, Bild: poptech (CC BY-NC 2.0)" alt="Geysir in Island" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Geysir_CC_BY_SA_poptech-630x354.jpg" width="630" height="354" />Mit den Parlamentswahlen am 27. April hat sich der Wind in Island gedreht. Mit dem Regierungswechsel endet auch eines der größten Demokratie-Experimente Europas: Alle Isländer waren aufgefordert, sich mithilfe des Internets an der Gestaltung einer neuen Verfassung zu beteiligen. Wie konnte dieses Projekt trotz zweijähriger Laufzeit und der aktiven Beteiligung von Hunderten Isländern dennoch derartig scheitern?<br />
Nicht nur der geplante Beitritt zur EU und die strenge Sparpolitik der bislang regierenden Sozialdemokraten und Linksgrünen werden an dem neuen Regierungsbündnis von  konservativer Unabhängigkeitspartei und liberaler Fortschrittspartei scheitern. Die lange geforderte Überarbeitung der alten Verfassung aus dem Jahr 1944 war 2009 von der Regierung unter Leitung von Jóhanna Sigurdardóttir angepackt worden. Sie einigte sich auf ein Verfahren, das die Bürger Islands in die Planung mit einbeziehen sollte. So wurden zunächst Ideen gesammelt und am 6. November 2010 von 950 per Zufallsprinzip ausgewählten Isländern diskutiert. Der daraus entstandene 700 Seiten umfassende Report wurde nicht an gestandene Parlamentarier weitergeleitet, sondern in die Hände des neu geschaffenen Verfassungsrates (stjórnlagaráð) gelegt. Dieser setzte sich aus 25 Bürgern zusammen, die sich in einer landesweiten Wahl gegen 497 Kandidaten durchgesetzt hatten. Die einzelnen Etappen des Arbeitsprozesses waren allen Isländern online zugänglich, die sich mittels Facebook auch daran beteiligen und Kommentare abgeben konnten. Im Oktober 2012 wurden sechs Eckpunkte der Verfassung den Isländern in einem Referendum zur Abstimmung vorgelegt und mit zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bestätigt (<a href="http://politik-digital.de/die-verfassung-der-netzaktiven/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital berichtete</a>).<br />
Das Referendum ist jedoch nicht entscheidend. Um in Kraft treten zu können, müssten zunächst einmal zwei Drittel der Parlamentsabgeordneten für den Verfassungsentwurf stimmen. Die Konservativen hatten jedoch schon während des Planungsprozesses Kritik an dem Entwurf geäußert. Unwahrscheinlich, dass sie und ihr Bündnispartner nun, nachdem sie an die Macht gekommen sind, überraschend für die Verfassungsreform stimmen werden. Schließlich ist der Verfassungsentwurf eher links geprägt, beispielsweise in dem Punkt über die Verstaatlichung von Islands natürlichen Ressourcen. Dennoch: Der Regierungswechsel ist nicht allein für das Scheitern der Verfassungsreform verantwortlich. Er markiert eher den Schlusspunkt einer Entwicklung, die sich bereits am 28. März abgezeichnet hatte.<br />
An jenem Gründonnerstag wurde in einer späten Parlamentssitzung um zwei Uhr nachts über die neue Verfassung entschieden. Das Ergebnis scheint ein wenig befremdlich: Der Verfassungsentwurf wurde weder angenommen noch abgelehnt. Stattdessen wurde mit einer minimalen Mehrheit von 25 zu 23 Stimmen beschlossen, das gesamte Verfahren der Verfassungsänderung zu reformieren. Gemäß dem bis dato gültigen Verfahren benötigte eine Änderung mindestens 51 Prozent der Stimmen im Parlament, und das sowohl vor als auch nach einer Neuwahl. Das neue Verfahren hingegen verlangt nun eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament sowie die Durchführung eines Referendums, bei dem mindestens 51 Prozent der abgegeben Stimmen und mindestens 40 Prozent der Wahlberechtigten für die Verfassungsänderung stimmen müssen.<br />
Diese Auflage stellt eine hohe Hürde dar, hatten an dem im Oktober abgehaltene Referendum doch nur 48,9 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen. Warum sich die sozialdemokratische Regierung auf diese Verfahrensänderung eingelassen hat, ist nicht nachvollziehbar. Ein Mitglied des Verfassungsrates äußerte große Enttäuschung über „<a href="http://www.verfassungsblog.de/de/islands-verfassungsexperiment-ist-so-gut-wie-gescheitert/#.UX42tEpi8pY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diese faule Verfassungsänderung</a>“. Möglicherweise wurde das Parlament durch die Kritik von Seiten der EU entmutigt. Die sogenannte Venedig-Kommission der EU hatte am 11. März dieses Jahres, also zwei Wochen vor der rätselhaften Abstimmung im Parlament, einen <a title="EU-Bericht über den Verfassungsentwurf (PDF)" href="http://www.venice.coe.int/WebForms/documents/?pdf=CDL-AD%282013%29010-e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht über den Verfassungsentwurf</a> vorgelegt. In ihrer Zusammenfassung warnte die Kommission vor politischer Blockade und sogar Instabilität, sollte der Entwurf tatsächlich realisiert werden. Zu kompliziert seien die Regeln für die Abhaltung von Volksentscheiden und zu unklar die Aufteilung der Kompetenzen zwischen Parlament, Präsident und Regierung. Zudem seien die Bestimmungen über den Schutz der natürlichen Ressourcen zu vage und weitgefasst.<br />
Ob diese Kritik wirklich ausschlaggebend für die Entscheidung des Parlaments war, ist bisher nur eine Vermutung. Ob sich mit dem Scheitern der Reform EU-Kommissare und politische Eliten gegen „das Volk“ durchgesetzt haben, oder ob die Mehrheit der Isländer ihr demokratisches Recht gegen eine Minderheit von Netzaktiven in Anspruch genommen hat, ist schwer zu sagen. Fakt aber ist, dass die kontinuierliche Arbeit von Hunderten Bürgern mit diesem Projekt versandet ist. Ihre Ideen und ihr Engagement werden nun doch nicht in die Politik ihres Landes einfließen. Und das ist mindestens bedauerlich.</p>
<p align="JUSTIFY">Bild: <a href="https://secure.flickr.com/photos/poptech/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">poptech</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>)<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
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		<title>Die Verfassung der Netzaktiven</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2012 10:16:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[Noch nicht einmal rechtskräftig, wird die neue Verfassung Islands bereits als Meilenstein der Bürgerbeteiligung gefeiert. Aber ob sie nun im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-verfassung-der-netzaktiven/oraefajokull-panorama_artikelbild/" rel="attachment wp-att-124085"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-124085" alt="Panoramabild Island" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/oraefajokull-panorama_Artikelbild.jpg" width="630" height="265" /></a>Noch nicht einmal rechtskräftig, wird die neue Verfassung Islands bereits als Meilenstein der Bürgerbeteiligung gefeiert. Aber ob sie nun im nächsten Jahr von der neuen Regierung bestätigt wird oder nicht: Der Entstehungsprozess der Verfassung gewährt in jedem Fall einen Ausblick auf die Zukunft der Demokratie.</p>
<p>Thüringen, 1994: Am 16. Oktober spricht sich die Mehrheit der Bürger in einem Referendum für eine<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung_des_Freistaats_Th%C3%BCringen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> neue Landesverfassung</a> aus, die damit die alte Verfassung aus DDR-Zeiten ersetzt. Dem Referendum vorausgegangen war die Veröffentlichung des Verfassungsentwurfes als Zeitungsbeilage in einer Auflage von 800.000 Stück, woraufhin die Bürger dem Landtag ihre Meinung schicken konnten. 21 Jahre später läuft der Prozess einer Verfassungsgebung zwar noch ganz ähnlich ab, die dazu eingesetzten Medien haben sich aber grundsätzlich verändert. Statt Zeitung und Post ist es längst das Internet, das zur Beteiligung der Bürger an politischen Abläufen genutzt wird.</p>
<p>In Island war es gerade mal wieder soweit: Nach jahrzehntelangem Ringen um eine Reform der 1944 eingesetzten Verfassung machte sich die 2009 frisch gewählte Regierung an die Arbeit. Fest stand: Die Bürger sollten über ihre neue Verfassung von Anfang an <a href="http://politik-digital.de/island-neue-verfassung-per-crowdsourcing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbst entscheiden</a>. So wurden zunächst Ideen gesammelt und am 6. November 2010 von 950 per Zufallsprinzip ausgewählten Isländern diskutiert. Der daraus entstandene 700 Seiten umfassende Report wurde jedoch nicht an gestandene Parlamentarier weitergeleitet, sondern in die Hände des neu geschaffenen Verfassungsrates (stjórnlagaráð) gelegt. Dieser setzte sich aus 25 Bürgern zusammen, die sich in einer landesweiten Wahl gegen 497 Kandidaten durchgesetzt hatten. Als nächstes kam das Internet ins Spiel: „Wir wollten Transparenz und Rechenschaftspflicht mit unseren Vorschlägen fördern und wollten diese Ideale in unseren Arbeitsprozess integrieren“, erklärt Silja Bára Ómarsdóttir, Mitglied des isländischen Verfassungsrates, gegenüber politik-digital.de. „Deshalb haben wir versucht, den Menschen unsere Arbeit über verschiedene Medien zugänglich zu machen.“</p>
<h3>Kollaborative Verfassung: Mitmachen erwünscht!</h3>
<p>Das dazu am stärksten genutzte Medium war das Internet. Auf der<a href="http://www.stjornlagarad.is/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Seite des Verfassungsrates</a> war es möglich, die öffentlichen Sitzungen des Rates zu jeder beliebigen Tageszeit zu verfolgen, was pro Sitzung 150 bis 450 Personen in Anspruch nahmen. Immerhin mehr Zuschauer, als sich zu den Sitzungen selbst einfanden: Dort wurden nie mehr als 20 Besucher gezählt. Darüber hinaus waren alle Isländer eingeladen, sich auf der Internetseite regelmäßig über den aktuellen Stand des Verfassungsentwurfs zu informieren, der dort wöchentlich hochgeladen wurde. Und das können in Island auch fast alle Bürger: Was die Verbreitung von Internetzugängen angeht, liegt Island mit 88 Prozent “Onlinern” im internationalen Vergleich weit vorn. Wer in solch einem Land Informationen verbreiten will, kann sich getrost auf das Internet verlassen.</p>
<p>Aber das Netz bietet längst nicht mehr nur Informationen, sondern auch jede Menge Beteiligungsmöglichkeiten. Mittels eines Facebook-Profils konnte jeder Isländer den Verfassungsentwurf direkt im Entstehungsprozess kritisieren, ja die Verfassung quasi mitschreiben. Illugi Jökulsson, Mitglied des Verfassungsrates, bestätigt diesen Eindruck auf Nachfrage von politik-digital.de: “Genau genommen haben wir jedes Mal, wenn wir einen neuen [Verfassungs-]Artikel oder Gedanken über das Internet veröffentlichten, gespannt auf die Antwort der Öffentlichkeit gewartet.“ Und das nicht umsonst: Über 3.600 Kommentare wurden während der viermonatigen Planungszeit abgegeben, während per E-Mail nur 323 Vorschläge und Kommentare eingingen, und der Postweg überhaupt nicht genutzt wurde.</p>
<h3>Die Weisheit der Crowd</h3>
<p>Was das mit der Zukunft der Demokratie zu tun hat? Auch hierzulande herrscht große Unzufriedenheit mit dem parlamentarischen Regierungssystem, das kaum eine Feinjustierung der öffentlichen Mitbestimmung in laufenden Gesetzgebungsprozessen zu bieten scheint. Die Einflussmöglichkeiten in Form von<a href="https://epetitionen.bundestag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Petitionen</a> und Anschreiben an die eigenen Abgeordneten werden gemeinhin als gering eingeschätzt &#8211; sofern sie überhaupt bekannt sind.</p>
<p>Ist es also nur mehr eine Frage der Zeit, bis das Internet-Forum den Wahlkampfstand und das Online-Ranking die analoge Abstimmung ersetzt haben wird? In Island könnte das schon bald Wirklichkeit sein: „Auf die Weisheit der Crowd zu setzten“, resümiert die 35-jährige Anwältin Katrín Oddsdóttir, Mitglied des Verfassungsrates, „ist in meinen Augen das Beste am Verfassungsrat gewesen“.</p>
<p>Den Netzaktiven gehört die Politik von morgen. Ein älteres Mitglied des Verfassungsrates, der 70-jährige Þorkell Helgason, lobt die Facebook-Beteiligung zwar grundsätzlich und beschreibt sie als eine “moralische Stütze“, aber es sei „auch teilweise Unsinn“ darunter gewesen, „oder sagen wir höflicher: Nutzloses“, so der Mathematikprofessor gegenüber politik-digital.de.</p>
<p>Und noch etwas gibt zu denken: Als die Isländer am 20. Oktober 2012 über die Eckpunkte der Verfassung abstimmen konnten, machten nur 48,9 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Verglichen mit anderen Volksentscheiden, beispielsweise in der <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/17/03.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schweiz</a>, ist das ein durchschnittliches Ergebnis. Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass die letzte isländische Verfassung 1944 mit einer 98-prozentigen Wahlbeteiligung zustande kam; auch in Thüringen nahmen 1994 immerhin 70 Prozent der Stimmberechtigten am Volksentscheid über ihre neue Landesverfassung teil. Für gelungene Bürgerbeteiligung stellt das Internet eben weder die Erfindung des Rades noch der Weisheit letzten Schluss dar. Weil aber immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens online gestaltet werden, wird die Politik nachziehen müssen. Den Netzaktiven gehört die Politik von morgen.</p>
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		<title>Island: Neue Verfassung per Crowdsourcing</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 14:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/island-verfassung.jpg" alt="Logo der Verfassungsinitiative" title="Logo der Verfassungsinitiative" align="left" height="91" width="145" />Der Inselstaat ist nicht nur eine <a href="/trauminsel-der-pressefreiheit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trauminsel der Pressefreiheit</a>, sondern lässt seine Bürger auch über das Internet an der Ausarbeitung einer neuen Verfassung mitwirken.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" title="Logo der Verfassungsinitiative" src="/wp-content/uploads/island-verfassung.jpg" alt="Logo der Verfassungsinitiative" width="145" height="91" align="left" />Der Inselstaat ist nicht nur eine <a href="/trauminsel-der-pressefreiheit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trauminsel der Pressefreiheit</a>, sondern lässt seine Bürger auch über das Internet an der Ausarbeitung einer neuen Verfassung mitwirken.</p>
<p>Während hierzulande der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74184564.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sogenannte Wutbürger</a> noch um mehr politische Beteiligung ringt, sind die Isländer schon einen gewaltigen Schritt weiter. Derzeit arbeitet der Verfassungsrat des Inselstaats eine neue Verfassung aus, um die im Jahre 1944 größtenteils von den Dänen übernommene <a href="http://www.verfassungen.eu/is/verf20-i.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alte Konstitution</a> zu ersetzen. Die Bürger sind ausdrücklich dazu aufgerufen, am <a href="http://stjornlagarad.is/starfid/afangaskjal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verfassungsentwurf</a> mitzuarbeiten. Über <a href="https://www.facebook.com/Stjornlagarad" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a>, wo zwei Drittel der Bevölkerung registriert sein sollen, und die <a href="http://stjornlagarad.is/english" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webseite des Verfassungsrats</a> können die Isländer Vorschläge für das neue Rechtsdokument diskutieren und selbst einbringen.</p>
<p align="center"><a href="https://www.facebook.com/Stjornlagarad" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/island-facebook.jpg" alt="" width="480" height="389" /></a></p>
<p align="center"><strong>(Facebook-Seite der Verfassungsinitiative)<br />
</strong></p>
<p>Im <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/jun/09/iceland-crowdsourcing-constitution-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">britischen Guardian</a> stellt Thorvaldur Gylfason, Mitglied des isländischen Verfassungsrates, fest: &#8220;Ich glaube, dass dies das erste Mal ist, dass eine Verfassung hauptsächlich im Internet ausgearbeitet wird. […] Die Öffentlichkeit sieht die Verfassung vor ihren Augen entstehen &#8230; Das unterscheidet sich sehr von früheren Zeiten, als die Verfassungsväter es zuweilen besser fanden, sich auszuklinken – nicht sicht- und erreichbar.“ Keine Frage: Den Isländern die Möglichkeit einzuräumen, an der Ausarbeitung der Verfassung ihres Landes aktiv über das Netz mitzuwirken, ist in puncto politischer Partizipation innovativ und vorbildlich. Interessant wird es aber sein, zu sehen, wie viele Bürger davon tatsächlich Gebrauch machen. Die quantitative Beteiligung an der über soziale Medien wie <a href="http://www.twitter.com/Stjornlagarad" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Stjornlagarad" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> und <a href="http://www.youtube.com/stjornlagarad" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube</a> vom isländischen Verfassungsrat kommunizierten und durchgeführten Verfassungsdiskussion scheint noch recht bescheiden auszufallen, schaut man sich allein die Nutzerzahlen an. Die qualitative Beteiligung ist laut Gylfason aber gut: „Es gab viel Wohlwollen für unsere Initiative. Die Öffentlichkeit hat einiges zu unserer Debatte beigetragen. Die Kommentare waren sehr hilfreich und hatten einen positiven Effekt auf das Ergebnis.“ Andererseits wird sich erst nach dem für Juli 2011 angepeilten Ende der Verfassungsdiskussion zeigen, welche der von isländischen Bürgern eingebrachten Ideen und Vorschläge konkret in die neue Konstitution eingeflossen sind.</p>
<p>In einem kleinen Staat wie Island mit seinen rund 318.000 Einwohnern ist es sicherlich viel einfacher, eine solche Debatte durchzuführen, als z.B. im bevölkerungsreichen Deutschland. Doch gerade das Netz könnte hier ein adäquates Mittel sein, um diese vermeintliche Hürde zu überwinden. In erster Linie bedarf es dafür aber des politischen Willens von Regierung und Volksvertretern! Siehe zum Thema auch: <a href="http://www.european-circle.de/zukunftwissen/meldung/datum/2011/07/19/die-facebook-verfassung.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.european-circle.de</a>.</p>
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		<title>Trauminsel der Pressefreiheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/trauminsel-der-pressefreiheit-5235/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2011 14:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Datenfreihafen]]></category>
		<category><![CDATA[Icelandic Modern Media Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/freedomofthepressstamp.jpg" align="left" height="100" width="80" />Beim  Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit ist Island schon lange weltweit führend. Die „<a href="http://immi.is/Icelandic_Modern_Media_Initiative" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Icelandic Modern Media Initiative</a>“ (IMMI) will den Inselstaat nun auch zu einem Paradies für investigativen Journalismus und Whistleblowing machen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/freedomofthepressstamp.jpg" alt="" width="135" height="169" align="left" />Beim Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit ist Island schon lange weltweit führend. Die „<a href="http://immi.is/Icelandic_Modern_Media_Initiative" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Icelandic Modern Media Initiative</a>“ (IMMI) will den Inselstaat nun auch zu einem Paradies für investigativen Journalismus und Whistleblowing machen.</p>
<p>Im Sommer des vergangenen Jahres beschloss das isländische Parlament <a href="http://www.unwatched.org/node/2037" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einstimmig</a> ein vom IMMI angestoßenes Gesetzesprojekt, das die rechtlichen Rahmenbedingungen für investigativen (Online-)Journalismus und neue Medien verbessern soll. politik-digital.de <a href="/erster-schritt-zum-datenfreihafen-island" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete damals</a>. Die treibenden Kräfte hinter der Initiative sind die isländische Abgeordnete Birgitta Jónsdóttir und der IMMI-Forschungsleiter Smári McCarthy. Auch die mittlerweile getrennte Wege gehenden Internetaktivisten Julian Assange (WikiLeaks-Chef) und Daniel Domscheit-Berg (OpenLeaks-Mitbegründer) rührten einst gemeinsam mit WikiLeaks die Werbetrommel für IMMI und waren an der <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/32/32428/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorbereitung der Initiative</a> maßgeblich beteiligt. Begünstigt wurde die Initiative auch durch die weltweite Finanzkrise: Diese traf Island besonders hart. Mit Kaupthing, Landsbanki und Glitnir gerieten die drei größten isländischen Banken beträchtlich ins Wanken und wurden zur Vermeidung eines völligen Zusammenbruchs Ende 2008 verstaatlicht. Zurück blieb ein Schuldenberg, der in etwa dem Zehnfachen der damaligen Wirtschaftsleistung Islands entsprach. Dank WikiLeaks wurden interne Berichte der Kaupthing-Bank <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-schweiz-der-bits" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu Tage gefördert</a>, wonach im großen Stil Kredite ohne ausreichende Sicherheiten vergeben und illegale Insidergeschäfte getätigt wurden. Die erfolgreiche einstweilige Verfügung der Kaupthing-Bank gegen die Berichterstattung war Stein des Anstoßes, um derlei Zensur künftig zu unterbinden.</p>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/WD7TXcIiwso" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></p>
<p align="center"><strong>(Bericht von 3sat-Kulturzeit über IMMI)<br />
</strong></p>
<p>Am 15. April 2011 wurde nun, fast ein Jahr später, das erste Gesetz der Medienreform vom isländischen Parlament verabschiedet &#8211; weitere werden folgen. Unter anderem sieht es vor, einen starken Quellenschutz im Rahmen des investigativen Journalismus zu gewährleisten. Die im Gesetz festgeschriebenen Regelungen zum Quellenschutz orientieren sich an Empfehlungen des Europarats [<a href="http://www.coe.int/t/dghl/standardsetting/media/doc/cm/rec(2000)007&amp;expmem_EN.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RECOMMENDATION No. R (2000) 7</a>]. Im neuen Gesetz ist ebenfalls die europäische <a href="http://ec.europa.eu/avpolicy/reg/tvwf/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste</a> implementiert. Auf der Reform-Agenda, die bis 2012 umgesetzt werden soll, stehen folgende Inhalte:</p>
<ul>
<li>Isländischer Preis für freie Meinungsäußerung</li>
<li>Schutz vor sogenanntem „libel tourism“ (d.h. Gerichts-Tourismus,<br />
also die Wahl des erfolgversprechendsten Gerichtsstands für<br />
Verleumdungsklagen) und anderem außergerichtlichen Missbrauch</li>
<li>Schutz von Mittelspersonen („intermediaries“, d.h. für Internetdienstanbieter)</li>
<li>Virtuelle Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung</li>
<li>Whistleblower-Schutz</li>
<li>Quellenschutz und Schutz der Kommunikation zwischen Quellen-Journalisten</li>
<li>Einschränkung von legalen Mechanismen, die<br />
evtl. Veröffentlichungen verhindern könnten</li>
<li>Prozedurale Schutzmaßnahmen nach kalifornischem Anti-SLAPP-Modell<br />
(Anti -„strategic lawsuit against public participation“, also gegen einstweilige<br />
Verfügungen, die die Meinungsfreiheit untergraben könnten)</li>
<li>Ultramodernes Informationsfreiheitsgesetz (“Freedom of Information Act”)</li>
</ul>
<p>(Quelle: <a href="http://immi.is/Icelandic_Modern_Media_Initiative#ICELAND_TO_BECOME_INTERNATIONAL_TRANSPARENCY_HAVEN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IMMI</a> / Übersetzung: <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/eummi-was-die-eu-von-island-lernen-kann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/uoB2NjXB51Y" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></div>
<p align="center"><strong><br />
(Interview von 3sat-Kulturzeit mit Birgitta Jónsdóttir</strong><strong>)<br />
</strong></p>
<p>Damit könnte der Inselstaat Island zu einem <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE27FF6A1E5E8049F8938225AF5ACAB24C%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">noch sichereren Hafen</a> für die Pressefreiheit werden. Zeit Online empfiehlt Islands „Datenfreihafen“ gar als <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/island-immi-pressefreiheit?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modell für Europa</a>. Auf der <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/docs/2010/Rangliste_2010_PDF.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rangliste für Pressefreiheit 2010</a> von Reporter ohne Grenzen wird Island bereits auf Platz 1 gelistet – und damit 16 Plätze vor Deutschland. Mit der Umsetzung der IMMI-Gesetze wird der Inselstaat diese Position nicht nur festigen können, sondern weltweit auch einen klaren Standortvorteil und eine Vorbildfunktion bei der Wahrung von Medien- und Pressefreiheit über die isländischen Grenzen hinaus besitzen. Die Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti verweist <a href="http://schulzki-haddouti.de/?p=432" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in ihrem Blog</a> auf eine Anhörung zu IMMI im Europäischen Parlament vom 20. April 2011, von der ein Video existiert, das sie übersichtlich in mehrere kurz kommentierte Teile splittete. Dabei kam auch Guido Strack vom Whistleblower e.V. zu Wort. Der gemeinnützige Verein informiert nicht nur über Whistleblower, sondern berät und unterstützt diese auch. Der Whistleblower e.V. gab im März 2010 auf Anfrage des isländischen Parlaments eine <a href="http://whistleblower-net.de/pdf/WBNW_Response_IMMI_incl_Annexes.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ausführliche Stellungnahme</a> zu IMMI ab. Eine deutsche Übersetzung <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/03/26/whistleblower-netzwerk-nimmt-stellung-zu-islaendischen-modernen-medien-initiative/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gibt es hier</a>. Gegenüber politik-digital.de betont Strack die Bedeutung von IMMI, insbesondere, wenn man die Initiative auf ganz Europa ausdehnen wollte. Demokratie und Rechtsstaat brauchten ein System des Gleichgewichts der Mächte. Die klassischen Institutionen würden hier immer mehr versagen, da sie von den gleichen Parteien und ökonomischen Interessenvertretern beherrscht würden. Daher seien alternative, staatsfernere Kontrollmechanismen wie Whistleblowing, Internet und unabhängige Medien umso wichtiger. „Hier gilt es, die nötigen Freiräume vor staatlicher und wirtschaftsmächtiger Einflussnahme, insbesondere Zensur, zu schützen. Ich denke, dass IMMI hierfür eine wichtige Rolle spielen kann, insbesondere weil es diesen Ansatz auch recht umfassend angeht“, so Strack.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ZbGiPjIE1pE" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></div>
<p align="center"><strong><br />
(Bericht von Al Jazeera über IMMI)<br />
</strong></p>
<p>Interessant ist, dass sich IMMI beim Thema Whistleblowerschutz am „<a href="http://www.taf.org/federalfca.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Federal False Claims Act</a>“ (31 U.S.C. §§3729-3733) aus den USA orientiert. Dieser sichert Whistleblowern, die Fälle von Betrug seitens der Regierung aufdecken, u.a. eine Arbeitsplatzgarantie sowie die Beteiligung an konfiszierten Geldern zu. Wer sich die überwiegend aggressiven Reaktionen der US-Politik auf die WikiLeaks-Enthüllungen zu Irak und Afghanistan sowie die offensichtlich <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/wenn-informanten-zum-staatsfeind-werden/4138076.html?p4138076=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unwürdige Behandlung</a> des WikiLeaks-Informanten Bradley Manning in Erinnerung ruft, mag das kaum glauben. Das jetzt beschlossene isländische Medien-Gesetz ist aber nicht unumstritten. Die isländische Internetzeitung IceNews berichtete, dass das neue Gesetz <a href="http://www.icenews.is/index.php/2011/04/16/22809/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darauf abziele</a>, Kinder vor obszönen Inhalten zu schützen und die Meinungsfreiheit zu gewährleisten. Zur Wahrung dieser Ziele wurde jedoch eigens ein neues Medien-Komitee einberufen, um zukünftig zwischen Medien, Öffentlichkeit und Regierung zu vermitteln. Zwar habe der Gesetzentwurf ehrenwerte Absichten, jedoch sei es ein Widerspruch in sich, dass Island einerseits ganz oben auf der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit stehe, andererseits aber nun einen von der Regierung kontrollierten Ausschuss zum Schutz und zur Durchsetzung der Pressefreiheit errichten wolle. Ungarn mit seinem kontrovers diskutierten neuen Mediengesetz und die Entwicklung der Pressefreiheit in anderen EU-Ländern wie Italien lassen grüßen. Ein weiteres Problem: Auch die technischen Voraussetzungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/2998-informationsfreiheit-islands-lehrstunde-fuer-die-eu.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">müssen gegeben sein</a>, um die IMMI-Ziele zu verwirklichen. So verträgt sich beispielsweise ein effektiver Informanten- und Quellenschutz kaum mit der Vorratsdatenspeicherung – und eben jene gibt es auch in Island. Außerdem sieht sich die Initiative vor die Herausforderung gestellt, die jeweiligen Medien-Gesetze an diverse EU-Richtlinien anzupassen, die bei einem Beitritt Islands zur EU eingehalten werden müssen. Dennoch ist der Inselstaat mit seinem IMMI-Projekt ein weltweiter Vorreiter bei der nachhaltigen Stärkung von Presse-, Medien- und Meinungsfreiheit, insbesondere im digitalen Bereich. All jene, die staatliche Zensur und Überwachung oder Repressionen zu fürchten haben, werden sicherlich ihr neues Domizil im Datenfreihafen Island aufzuschlagen versuchen. So wie <a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/rueckzug-auf-die-insel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">möglicherweise WikiLeaks</a>. Noch grandioser wäre es jedoch, wenn die isländische Freiheitswelle auch auf andere Staaten überschwappt – in einer vernetzten Welt wie der heutigen sicherlich keine utopische Hoffnung.</p>
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		<title>Erster Schritt zum Datenfreihafen Island</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 14:45:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
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		<category><![CDATA[Icelandic Modern Media Initiative]]></category>
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					<description><![CDATA[Daten ab nach Island: Der erste Schritt zum Eldorado für Journalisten,
Whistleblower und Provider ist getan. Das isländische Parlament hat an diesem Freitag, 26.2.2010 in einer ersten Abstimmung den Vorschlag der Icelandic Modern Media Initiative <a href="http://immi.is/?l=en&#38;p=intro" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IMMI)</a> ohne Gegenstimmen angenommen. Wird die Initiative Gesetz, soll Island das weltweit sicherste Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheitsgesetz bekommen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Daten ab nach Island: Der erste Schritt zum Eldorado für Journalisten,<br />
Whistleblower und Provider ist getan. Das isländische Parlament hat an diesem Freitag, 26.2.2010 in einer ersten Abstimmung den Vorschlag der Icelandic Modern Media Initiative <a href="http://immi.is/?l=en&amp;p=intro" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IMMI)</a> ohne Gegenstimmen angenommen. Wird die Initiative Gesetz, soll Island das weltweit sicherste Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheitsgesetz bekommen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Frank Rieger, Sprecher des <a href="http://ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club</a>, sagte zu<br />
politik-digital.de, dass es zunächst darum gehe, die technischen<br />
Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Die Bedingungen dafür sind<br />
in Island aber relativ günstig, weil ein hoher Prozentsatz der<br />
Bevölkerung gut ausgebildet ist und sehr gut Englisch spricht. Island<br />
verfügt außerdem über Strom aus Wind und Geothermie, mit dem auch große<br />
Rechenzentren für einen weltweiten Datenfreihafen betrieben werden<br />
könnten. Ob die neue, pressefreundliche Gesetzgebung auch finanzielle<br />
Vorteile für Island hat, hänge laut Rieger auch stark davon ab, wie<br />
fest sich Medienunternehmer dort etablieren werden.
</p>
<p>
<b>Pressefreiheit ohne Grenzen</b>
</p>
<p>
Ausgangslage für die Initiative war der Skandal um die<br />
Kaupthing-Bank. Durch Insiderinformationen konnten Anleger kurz vor dem<br />
Finanz-Crash noch rund fünf Millionen Dollar auf sichere Konten ins<br />
Ausland verschieben. Das Transparenznetzwerk <a href="http://wikileaks.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikileaks.org</a> hatte im<br />
vergangenen Sommer detaillierte Informationen über die Kapitalflucht<br />
veröffentlicht. Eine einstweilige Verfügung durch die Kaupthing-Bank<br />
verhinderte jedoch eine Berichterstattung über den Fall.
</p>
<p>
Derartige Einschnitte in die Pressefreiheit sind in demokratischen<br />
Ländern keine Seltenheit. Die Organisation Reporter ohne Grenzen<br />
veröffentlicht jedes Jahr eine <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/article/1/rangliste-der-pressefreiheit-2009-vorreiterrolle-der-europaeischen-staaten-in-gefahr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rangliste</a> der Pressefreiheit,<br />
Deutschland lag 2009 auf Platz 19. Aus Großbritannien sind Fälle<br />
bekannt, in denen durch sogenannte &#8216;D-Notices&#8217; Themen und Inhalte von<br />
der Regierung zensiert werden. Als Begründung werden die nationale<br />
Sicherheit oder Staatsgeheimnisse genannt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/iceland_pic4.jpg" title="http://www.flickr.com/photos/27863935@N03/3533989494/" align="middle" height="200" width="300" /></center><br />
<center><i>Foto: GillyinKent/ Flickr cc-by-2.0</i></center></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Vorbild für andere Länder?</b>
</p>
<p>
Meist gehe es aber darum, Skandale zu vertuschen, meint Frank Rieger in<br />
einem <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E27FF6A1E5E8049F8938225AF5ACAB24C~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommentar</a> in der FAZ. Jedes Land hat seine eigenen Pressegesetze.<br />
Dementsprechend unterschiedlich fällt daher auch der Schutz der<br />
Meinungsfreiheit von Informanten und Journalisten aus. Island, das sich<br />
nach seinem Beinahe-Staatsbankrott in einer schweren Krise befindet,<br />
könnte durch die Neuregelung nicht nur bei den eigenen Bürgern das<br />
Vertrauen zurückgewinnen, sondern auch für ausländische<br />
Medienschaffende als Standort interessant werden.
</p>
<p>
Ob andere Länder dadurch eventuell gezwungen sein werden, gesetzlich<br />
nachzurüsten, um einen journalistischen/ publizistischen &#8216;brain-drain&#8217;<br />
zu verhindern? Dies hänge stark davon ab, wie viele Unternehmer sich<br />
dann tatsächlich in Island ansiedeln, sagte Frank Rieger zu<br />
politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>Schutz von Quellen<br />
</b>
</p>
<p>
Durch die zunehmende Digitalisierung wird es immer weniger wichtig, wo<br />
ein Medium produziert wird. Immer relevanter werden hingegen die<br />
rechtlichen Bedingungen, die beeinflussen, was publiziert werden darf.<br />
Medien sind juristisch ihrem physischen Standort verhaftet, auch wenn<br />
sie sich zunehmend im Netz ansiedeln. 
</p>
<p>
So dürfen beispielsweise in Island Journalisten die Aussagen über<br />
ihre Quellen verweigern &#8211; es sei denn, es liegt ein anderslautender<br />
Gerichtsbeschluss vor. Den IMMI-Verantwortlichen ist diese Formulierung<br />
zu schwammig, sie soll überarbeitet werden.
</p>
<p>
Whistleblower, die laut einer laut einer Zusammenstellung von<br />
Wikileaks für die Mehrheit der aufgedeckten Korruptionsfälle<br />
verantwortlich sind, sollen nach dem Gesetzesvorschlag der <a href="http://immi.is/?l=en&amp;p=vision" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IMMI</a> besser<br />
geschützt werden. Ebenso wie Internet-Provider, die in Island künftig<br />
nicht mehr für die Inhalte vermittelter Datenpakete verantwortlich<br />
gemacht werden sollen.
</p>
<p>
<b>Kritik von Datenschützern</b>
</p>
<p>
Kritik an den Plänen der Initiative kommt vor allem von Datenschützern. In der <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-schweiz-der-bits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz</a> kritisierte der Datenschutzbeauftragte Alexander Dix dass „Menschen diffamiert oder intimste Informationen, an deren Kenntnis kein vernünftiges öffentliches Interesse besteht, bekannt gegeben werden, ohne dass die Urheber zur Rechenschaft gezogen werden können“. </p>
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