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	<title>Joachim Pohlenz &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Joachim Pohlenz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Expertenchat mit der DFG zum Thema BSE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Feb 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[BSE]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0" width="99%">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="right" valign="top">
			<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0" width="99%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top">
<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>
</td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, im Namen der Deutschen Forschungsgemeischaft und<br />
			von politik-digital heiße ich Sie herzlich willkommen! Wir freuen<br />
			uns, heute einen Chat mit ausgewiesenen Experten veranstalten zu können,<br />
			um so mehr als dass es um ein schwieriges Thema geht: Wahnsinn BSE: Was<br />
			tut die Forschung? Die Fragen werden sicher zahlreich sein, deswegen legen<br />
			wir gleich los:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Brad: </b></td>
<td>BSE: Was ist das eigentlich für eine Krankheit?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>BSE ist eine Krankheit des Rindes. Eine Krankheit bei der es zu Auflösungserscheinungen<br />
			im Gehirn kommt &#8211; mit der Folge, dass die Tiere schreckhaft sind und sich<br />
			ungewöhnlich verhalten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio: </b></td>
<td>Wie werden BSE und CJK übertragen? &#8211; Evtl. auch über Körperflüssigkeiten?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die BSE wird durch Aufnahme von kontaminierten Rinderfutter übertragen,<br />
			nach oraler Aufnahme über den Verdauungstrakt. Eine Übertragung<br />
			durch Körperflüssigkeiten ist bisher nicht bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>An Prof. Winnacker:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975:</b></td>
<td>Erik Maronde fragt: Wie ernst zu nehmen sind andere Ursachen als Prionen<br />
			für BSE ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Alle Evidenz spricht dafür, dass Prionen die Ursache für<br />
			BSE sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>und wir bleiben bei Prof. Winnacker&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Wie ist der Zusammenhang zw. BSE und CJK? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Es wird aus englischen Forschungsberichten beschrieben, dass<br />
			Menschen die an der neuen Variante der CJD erkrankt sind, durch das BSE<br />
			Agens infiziert wurden, weil man Anhaltspunkte hat, dass bei Gehirnuntersuchungen<br />
			dieser Probanden ein Verteilungsmuster im Gehirn nachzuweisen ist, dass<br />
			dem der BSE entspricht</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine kurze klärende Zwischenfrage:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Als Laie frage ich mich und jetzt sie: Was sind Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen ist ein Ausdruck für infektiöse Proteine. Proteine<br />
			sind Eiweißbestandteile unseres Körper, und sind normalerweise<br />
			nicht infektiös. Die Prionen wirken dadurch, dass sie in zwei Varianten<br />
			vorkommen, einer natürlichen, die harmlos ist, und einer infektiösen,<br />
			die die Eigenschaft hat, die natürliche Variante in die infektiöse<br />
			Form umzuwandeln.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>Frage an Professor Winnacker: Bestünde die Möglichkeit, dass<br />
			das BSE-Prion nicht in der Lage ist. sich an das entsprechende (gesunde)<br />
			menschliche Prion anzulagern und diesem die krankheitsauslösende Raumstruktur<br />
			aufzuzwingen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Das BSE Prion kann in der Tat nicht an jede Art von Prionen anlagern,<br />
			im Falle des menschlichen Prions ist dies aber der Fall. Vielleicht ergänzend:<br />
			BSE Prionen können Schafprionen erkennen, auch Katzen etcc. Aber bislang<br />
			ist von Hund und Pferd nichts bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo:</b></td>
<td>Wie sieht die Prognose darüber aus, inwiefern BSE-Erreger irgendwann<br />
			auch bei Schweinen und Hühnern nachgewiesen werden können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Beim Huhn sind experimentelle Untersuchungen durchgeführt, die<br />
			bisher negativ verlaufen sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und bei anderen Tieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt soviel Tiere!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>ok, Schweine und Schafe z.B?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>In zoologischen Gärten sind Kudus Antilopen und andere Wildwiederkäuer<br />
			nachweislich erkrankt, ebenso Feliden das sind katzenartige Chitas und<br />
			Ozelot sowie Löwen und Pumas </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Bei Schweinen sind orale Infektionsversuche negativ ausgegangen. Intrazerebrale<br />
			Infektionen dagegen waren möglich. In der Praxis sind auch bei älteren<br />
			Tieren (Sauen, Eber) keine Infektionen bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB: </b></td>
<td>Wie erklären Sie es sich, dass in den meisten Betrieben mit BSE<br />
			immer nur ein Tier positiv getestet wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist bekannt, dass viele Tiere aus einer gleichen Altersgruppe nicht<br />
			in die Zucht kommen. Wir sehen die Krankheit nur bei älteren Tieren.<br />
			Entsprechend kann nur ein geringer Prozentsatz erkranken, außerdem<br />
			ist die Verdünnung der im Futter vorhandenen Infektionsmasse sehr<br />
			groß, so dass nur wenige Tiere das Agens aufnehmen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673:</b></td>
<td>Hat man schon Anhaltspunkte über die infektiöse Dosis? Im<br />
			Rinderfutter ist der Tiermehlanteil relativ gering und darin sind sicher<br />
			nicht viele Prionen enthalten, und doch sind Rinder infiziert worden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die Dosis scheint gering zu sein. Nur wenige Gramm von positiven Gehirnmaterial<br />
			reichen aus, um eine Infektion zu erzeugen, aber das Agenz muß sich<br />
			in den Körperzellen anreichern, um dann im Gehin oder Rückenmarksmaterial<br />
			gefangen infektiös zu sein</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Infektionsversuche aus Großbritannien haben gezeigt, dass etwa<br />
			ein Gramm Gehirnmasse erkrankter Tiere ausreicht, auf getrocknete Futtermittel<br />
			bezogen (Tiermehl) würde das einer Menge von 200 Miligramm entsprechen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b> Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir beim Futter, Herr Professor Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Warum wird nun Tiermehl verboten? Und ist das überhaupt sinnvoll?<br />
			Wird das BSE-Erreger eliminieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Tiermehl ist deshalb verboten, weil es als ursächlicher Träger<br />
			des Agens betrachtet wird. Das Verbot bezog sich zunächst seit 1994<br />
			in der EU auf Tiermehle zur Verfütterung an Wiederkäuer. Dabei<br />
			handelte es sich um Produkte aus Säugetiergewebe. Gegenwärtig<br />
			gilt ein generelles Verbot von Futtermitteln die tierische Proteine enthalten<br />
			(Außnahme Milchprodukte) zur Verfütterung an alle Nutztiere.<br />
			Dies ist eine Vortsichtsmaßnahme.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g898646:</b></td>
<td>Wie ist BSE in den Milchaustauscher der Kaelber geraten? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Milchaustauscher werden gegenwärtig als Möglichkeit zur BSE-Übertragung<br />
			diskutiert. Milchaustauscher enthalten neben Milcheiweißen tierische<br />
			Fette. Das können auch Rindertalg oder Knochenfette gewesen sein.<br />
			Eine Kontamination mit Proteinen aus Risikomaterial kann nicht ausgeschlossen<br />
			werden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>bleiben wir bei der Milch&#8230;.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Kann ich mich auch durch Milchprodukte infizieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Englische Untersuchungen haben gezeigt, dass Milch und Milchdrüsengewebe<br />
			das BSE Agens nicht enthält</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>judymobil:</b></td>
<td>Ist es möglich, dass BSE über andere Fleischsorten übertragen<br />
			werden, bei deren Tieren die Krankheit aber nicht ausbricht?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Das BSE Agens ist bisher noch nie im Fleisch nachgewiesen und man darf<br />
			annehmen, dass das für alle Tierspezies gilt.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Würden Sie mir nun raten, Fleisch von ökologisch betriebenen<br />
			Höfen zu kaufen oder ist da kein Unterschied bzgl. des BSE-Risikos?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Sie können wählen welches Fleisch auch immer sie möchten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Wenn die Frage eher auf die Häufigkeit des Auftretens voon BSE<br />
			abzielt, so ist abzuschätzen dass die Gefährdung durch Produkte<br />
			aus dem Ökologischen Landbau weniger wahrscheinlich ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die gilt nur solange im ökologischen Landbau garantiert wird,<br />
			dass keine Einträge, die nicht betriebseigen sind, in die Nahrungsmittelkette<br />
			der Tiere erfolgen. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Nach den Richtlinien, die in den meisten Verbänden des ökologischen<br />
			Landbaus gelten, hat die Aufzucht von Kälbern mit Vollmilch zu erfolgen,<br />
			vorzugsweise der Mutter. Tiermehle sind ohnehin nicht zulässig.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g218636:</b></td>
<td>Wie wahrscheinlich ist die Infektion , wenn ich Fleisch von einem erkrankten<br />
			Tier esse?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Eine solche Infektion wäre genau so ungefährlich wie von<br />
			einem nichterkrankten Tier, solange es sich nur um das Fleisch handelt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide:</b></td>
<td>Kann ich eigentlich testen lassen, ob ich mich bereits infiziert habe?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gibt bisher keinen Test für Tiere und meines Wissens auch nicht<br />
			für Menschen, die diese Krankheit erkennen könnten, bevor Krankheitssymptome<br />
			auftreten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und noch mal Herr Pohlenz:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g388333:</b></td>
<td>Müssen wir in Deutschland mit nCJK-Erkrankungen rechnen bzw. liegen<br />
			schon Verdachtsfälle vor?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja. Bisher liegen keine Verdachtsfälle vor. Man muß grundsätzlich<br />
			damit rechnen, weil auch eine Infektion bei Reisen ins Ausland durchaus<br />
			möglich ist</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Zur Prävention:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Gibt es bereits irgendwelche Ansätze, das Prion mittels Antikörpern<br />
			zu markieren und über das Immunsystem zu zerstören?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt in der Tat Antikörper, aber noch keine Ansätze, mit<br />
			deren Hilfe Prionen zu zerstören.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Impfung wird also in absehbarer Zeit nicht möglich sein?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Nein! Einige Arbeitsgruppen denken aber über Therapien nach. Dies<br />
			allerdings steht erst ganz am Anfang.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g481542:</b></td>
<td>Frage an alle: Können Sie ausschliessen, dass es die nvCJD nicht<br />
			auch schon in früheren Zeiten gab und zumindest teilweise nur das<br />
			Ergebnis einer jetzt vorhandenen bzw. verbesserten Diagnostik ist?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Wir können das nicht ausschließen. Es hat aber seit vielen<br />
			Jahren &#8211;  in Deutschland ganz besonders, aber auch weltweit &#8211; ein<br />
			CJD Monitoringsystem gegeben und dabei sind derartige Befunde nicht aufgefallen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Möchte noch jemand ergänzen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gab in Frankreicht Fälle von jungen Menschen , die nach Verabfolgung<br />
			von Wachstumshormon,  das aus Hirnanhangsdrüsen von Erwachsenen,<br />
			die erkrankt waren, hergestellt wurde im früheren Lebensalter erkrankten </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Inzwischen wird Wachstumshormon gentechnisch hergestellt, so dass diese<br />
			Gefahr nicht mehr besteht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g141550:</b></td>
<td>Wenn CJK durch BSE übertragen wird, müssten dann nicht schon<br />
			mehr Menschen an CJK erkrankt sein oder rechnet man mit einer starken Zuhnahme<br />
			dieser Erkrankung ? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die Inkubationszeit für diese Art von Krankheiten ist sehr lang,<br />
			genaues aber ist nicht bekannt. In England gab es bislang 91 Fälle.<br />
			Wir wissen aber nicht, ob dies der Anfang eines wirklichen Ausbruches ist.<br />
			Dies wird man wohl erst 2004-2005 richtig einschätzen können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir bei Ihnen, Herr Winnacker und bei den Prionen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Telopher:</b></td>
<td>Wieso werden Prionen in den Medien als infektiös dargestellt,<br />
			obwohl eine direkte Übertragung noch nie nachgewiesen werden konnte?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In Tierversuchen ist es mit infektiösem Material gemacht worden.<br />
			Das wirkliche Experiment, dass das Koch&#8217;sche Postulat erfüllen würde,<br />
			fehlt bislang. Wichtig ist die Beobachtung, dass Prion-Gen- freie Tiere<br />
			keine Krankheit bekommen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673: </b></td>
<td>Was ist die Aufgabe von nichtkrankmachenden Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Vielleicht sollte ich ergänzen. Das Koch&#8217;sche Postulat würde<br />
			bedeuten, dass man mit hochgereinigten Prionen auch tatsächlichen<br />
			infizieren kann.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Weiss man also gar nicht genau, wofür Prionen &quot;gut&quot; sinde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Nicht wirklich. Aber man kann natürlich ganz allgemein davon ausgehen,<br />
			dass die Evolution solche Gene längst eliminiert hätte, hätten<br />
			sie nicht doch irgendeine Bedeutung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975: </b></td>
<td>Erik Maronde fragt: 1.)Wie geht es nach den veränderten Prionen<br />
			weiter in der Pathogenese? 2. Gibt es Menschen, die genetisch gegen das<br />
			neue CJK gefeit sind, so wie bei HIV ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist aus englischen Untersuchungen bekannt, dass aus allen bisher<br />
			erkannten Fällen eine genetische Prädisposition vorliegt und<br />
			zwar codieren diese auf dem Codon 129 für eine bestimmte Arminosäurebindung.<br />
			Dies ist in der Homozygotie nur bei etwa 40% in der englischen Bevölkerung<br />
			der Fall</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ergänzend: Zur Frage 1: Das infektiöse Prion ist extrem unlöslich<br />
			und verdrängt gewissermaßen die Nervenzellen, tötet sie<br />
			bei dieser Gelegenheit, so dass es zu diesen schwammartigen Erscheinungen<br />
			im Gehirm kommt. Zur Frage 2: Homozygote Individuen sind solche, die zwei<br />
			identische Kopien eines Gens tragen. Bei Rindern ist die Genetik der Empfänglichkeit<br />
			für BSE nicht bekannt. Bei Schafen hinwieder gibt es Untersuchungen<br />
			zur Genetik der Empfänglichkeit gegenüber Scrapie, des lange<br />
			bekannten Schafwahnsinns (Traberkrankheit).</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Wie erklärt es sich, das das BSE-Prion von der Magensäure<br />
			nicht denaturiert wird und warum durchquert es die Blut-Hirn-Schranke?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man weiß, dass Anteile des Prionproteins selbst gegen die Proteinnase<br />
			K  resistent sind &#8211; worauf der Test beruht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Könnten Sie das etwas allgemeinverständlicher formulieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Ergänzend: Proteines K ist ein Gemisch von Eiweißspaltenden<br />
			Enzymen, das noch viel aktiver ist, als alles, was im Magen in dieser Hinsicht<br />
			vorkommt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das ist übrigens nicht ein Einzelfall, auch von anderen Proteinen,<br />
			die als Futterzusatzmittel eingesetzt werden (z.B. Betaglucanasen) ist<br />
			bekannt, dass sie bis Ende Dünndarm aktiv bleiben.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>FaustGymnasium-10b:</b></td>
<td>Warum kann man Prionen nicht bekämpfen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Prion-Proteine sind bisher im Blut nicht nachgewiesen. Ihr Weg vom<br />
			Darm ins Gehirn ist bisher nicht sicher bekannt, eventuell benutzen sie<br />
			perineuronale Lymphscheiden, um an den Hirnstamm zu gelangen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen sind zunächst einmal keine klassischen Erreger. Sie vermehren<br />
			sich also nicht. Was passiert ist, dass die Masse an Prion im Gehirn konstant<br />
			bleibt, aber nach und nach in eine unlösliche Form umgewandelt wird.<br />
			Dieser Umwandlungsprozess müßte zu einer Bekämpfung beeinflusst<br />
			werden. Zu diesem Zweck müßte man ihn im Reagenzglas beherrschen.<br />
			Dies ist bislang nicht wirklich der Fall.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Frage an Herrn Pohlenz&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Milchproduzent aus S-H.:</b></td>
<td>Wann ist der Test am lebenden Tier möglich?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Kürzlich wurde berichtet, dass voreilige Mitteilungen hierüber<br />
			nicht der Wahrheit entsprechen und wir vor  Mitte des Jahres 2002<br />
			keine zuverlässige Nachweismethode zu erwarten haben</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Sue: </b></td>
<td>Meine Frage: Ist es nicht möglich, am lebenden Tier Rückenmark<br />
			zu punktieren, um dann dieses auf BSE-Erreger zu untersuchen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man müßte im Hirnstammbereich testen und dieser ist so schwer<br />
			zugängig, dass das nicht ohne schwerwiegende Folgen für das Tier<br />
			bleiben würde </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB:</b></td>
<td>Ist es wirklich sinnvoll, bei einem nachgewiesenen BSE Fall den gesamten<br />
			Stall zu räumen, oder könnte man da systematischer Vorgehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die emotionale Frage gibt dem Landwirt die Möglichkeit, alle Tiere<br />
			zu entfernen und so hat er keine Nachteile und wird nicht aus der Gesellschaft<br />
			ausgeschlossen. Bei einer Neubestückung seines Bestandes kann er wieder<br />
			Milch und Fleich/Tiere verkaufen.   Die fachliche Beurteilung<br />
			rechtfertigt die totale Tötung aller Tiere nicht unbedingt, weil wir<br />
			wissen, dass nur einzelne Tiere erkranken Aber in Deutschland ist bisher<br />
			in 2 Fällen nachgewiesen, dass auch 2 Tiere aus einem Bestand betroffen<br />
			waren</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>hier wird Protest laut:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Professor Pohlenz: Ihre Aussage ist falsch. Ein Mainzer Universitäts-Professor<br />
			hat eben einen solchen Test seit 18.01.2001 in Tübingen zur Zulassung<br />
			vorliegen!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Das ist ein erfreulicher Fortschritt 🙂</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kennen Sie den Test?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Nein! Es wäre gut, wenn sich der Erfinder/Entdecker in diese Diskussion<br />
			einschaltet </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Solange noch mal zur Ernährung, Herr Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete: </b></td>
<td>Ist argentinisches Rindfleisch sicher? Wenn ja &#8211; warum?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Da wir die Ernährung der Tiere in Argentinien von hier aus nicht<br />
			beurteilen können, ist die Frage so nicht zu beantworten. Sofern es<br />
			sich um eine extensive Haltung handelt, ohne Zufütterung, ist es als<br />
			sicher zu betrachten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo: </b></td>
<td>Wie ist die Tatsache zu begründen, dass tierische Fette, die theoretisch<br />
			in Lebensmitteln eingesetzt werden dürfen, für best. Futtermittel<br />
			nicht mehr zugelassen sind ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Die Gesetzgebung in Deutschland hat versucht, durch das umfangreiche<br />
			Verbot von Proteinen und Fetten tierischer Herkunft jegliche Kontaminationen<br />
			und Verwechslungsmöglichkeiten auszuschließen. Prinzipiell sollte<br />
			für die Zukunft in Deutschland und in der EU die Option offen gehalten<br />
			werden, Futtermittel, die aus Schlachtabfällen mit Lebensmittelqualität<br />
			stammen, einsetzen zu können. In der EU ist der Einsatz von tierischen<br />
			Fetten übrigens nicht verboten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g189607:</b></td>
<td>Viele der Tiere in den 90&#8217;ern wurden auch mit Wachstumshormonen behandelt,die<br />
			aus den Drüsen erkrankter Tiere stammen könnten. Wurde dieser<br />
			Infektionsweg ebenfalls in der Forschung berücksichtigt ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja, die Pharmazeutische Industrie ist sich seit vielen Jahren über<br />
			diese kritische Frage im klaren. Es wurde vorher bereits darauf hingewiesen,<br />
			dass heute Hormone syntetisch hergestellt werden</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Sämtliche Hormone zum Zweck der Leistungsförderung sind in<br />
			der gesamten EU seit Ende der 80er-Jahre verboten &#8211; dies im Gegensatz zur<br />
			U.S.A.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table border="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Der grosse Rahmen:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g586464: </b></td>
<td>Fällt BESE unter die Definition &quot;Tierseuche&quot;? Wenn nein &#8211; sind<br />
			dann aus der Seuchenbekämpfung abgeleitete Methoden zur Eindämmung<br />
			und Kontrolle der Krankheit akzeptabel?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Die BSE ist nicht von Tier zu Tier übertragbar. Trotzdem<br />
			ist die Maßnahme diese wenig gut erkannte Krankheit, die in England<br />
			ein seuchenhaften Verlauf angenommen hatte, durch unsere Maßnahmen,<br />
			die man durch die Tierseuchengesetzgebung hat, zu maßregeln. Es gibt<br />
			keine andere Wahl. Zum zweiten Teil der Frage muß man sich überlegen,<br />
			dass durchaus das Schweizer Modell der Kohortentötung eine sinnvolle<br />
			Maßnahme sein kann &#8211; das bedeutet, dass in einem Bestand in dem ein<br />
			erktanktes Tier festgestellt wird, wie folgt gemaßregelt wird: Direkt<br />
			verwandte Tiere zu dem Tier werden getötet, ebenso wie die Tiere aus<br />
			dem Jahrgang davor und danach, weil man annimmt, dass diese mit gleichen<br />
			Jungtierfutter gefüttert wurden. In der Schweiz liegen mit dieser<br />
			Methode gute Erfahrunge vor. Man kann auf die Art ein drittel Verlust von<br />
			Tieren akzeptieren und es bleibt genetischen Potential aus der Herde erhalten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>M@xx: </b></td>
<td>Woher weiß ich, ob ich mit Prionen infiziert wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Dies ist leider nicht nachzuweisen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Segel:</b></td>
<td>Ich habe gehört, dass es auch in den USA erste Fälle von<br />
			BSE gibt. Ist das richtig und würde die Gefahr evtl auch auf das argentinische<br />
			Rindfleisch übergehen können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es wurde in der FT vor einer Woche mitgeteilt, dass diese Möglichkeit<br />
			besteht. Dies ist bisher nicht bewiesen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kommen wir mal zum Engagement der Forschung:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g835013: </b></td>
<td>Wieviel Gelder werden insgesamt von der Bundesregierung, den Ländern<br />
			und der EU für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In England wurden seit Anfang der Seuche 140 Millionen Pfund zur Verfügung<br />
			gestellt. Die DFG hat in den vergangenen zehn Jahren zu neurodegenerativen<br />
			Erkrankungen DM 30 Millionen und seit 1994 zum Thema Prionen rund 6.5 Millionen<br />
			ausgegeben.  Zudem sind von der EU eine Reihe von Projekten gefördert<br />
			worden, wahrscheinlich in ähnlicher Größenordnung. Derzeit<br />
			werden in den Ländern zum Teil größere Projekte aufgelegt,<br />
			deren Größenordnung noch nicht genau bekannt ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Gibt es seit der BSE-Krise eine Forschungsinitiave? Vom Bund initiert<br />
			und gefördert? Hat die Wissenschaft vorher geschlafen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hat schon seit langem junge Wissenschaftler zu entsprechenden<br />
			Labors in der EU geschickt. In diesem Lande werden seit über 10 Jahren<br />
			Projekte zum Thema Prionenkrankheiten gefördert. Die Zahl der Arbeitsgruppen<br />
			ist allerdings in der Tat nur gering. Wegen der langen Inkubationszeit<br />
			ist die Forschung extrem aufwendig Die Forschung ist auch mit Sicherheitsrisiken<br />
			behaftet. Zudem war infektöses Material nicht zugänglich. Eine<br />
			größere Forschungsinitiative gibt es demnächst in München.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Samuel:</b></td>
<td>Warum ist die Forschung mit Sicherheitsrisiken behaftet?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Weil das Material infektös ist, und in Sicherheitslabors gearbeitet<br />
			worden ist. Im Prinzip könnten sich Mitarbeiter infizieren, wovor<br />
			sie geschützt werden müssen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>kurzer Zwischenschub:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Herrn Professor Pohlenz: bei dem Erfinder und Entdecker handelt<br />
			es sich um Herrn Professor W.E.G. Mueller, Universitaet Mainz</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich danke für diesen Hinweis. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ChristianKoth:</b></td>
<td>Was wird in Deutschland in Jahr 2001 für BSE-Forschung zur Verfügung<br />
			stehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Bayern wird ein 12 Mio Programm für zwei Jahre auflegen, Baden-Würtemmberg<br />
			15 Millionen für 5 Jahre, der Bund hat eine größere Summe<br />
			angekündigt. Bei der DFG wissen wir es nicht genau. Es kommt auf die<br />
			Anträge an, die eingereicht werden. Das BMBF hat angekündigt,<br />
			für dieses Jahr und für nächstes Jahr DM 15 Mio zur Verfügung<br />
			zu stellen, die gleiche Summe stand in den vergangenen fünf Jahren<br />
			zur Verfügung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Und zum Abschluss noch mal ganz praktisch:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g790390:</b></td>
<td>Welche Nahrungsmittel sollte man nicht mehr essen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Gehirn, Rückenmark, Auge, und lymphatisches Gewebe aus dem Darm</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Guten Appetit ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Es handelt sich dabei um die als SRM spezifierte Risikomaterialien,<br />
			die besonders behandelt werden und nicht in die Nahrungskette gelangen<br />
			können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g64829:</b></td>
<td>Wann können wir mit einem Medikament gegen BSE / Creuzfeld-Jakob-Krankheit<br />
			rechnen und welche Firmen entwickeln dieses?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Daran wird gearbeitet. Die Fortschritte sind langsam, in einem der<br />
			letzten Nature-Hefte fand sich dazu ein Bericht. Einzelheiten über<br />
			Firmen sind uns nicht bekannt. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>marco: </b></td>
<td>Warum hat man das Verfüttern von Tiermehl erlaubt?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Tiermehle werden in Deutschland etwa schon seit 80 Jahren hergestellt.<br />
			Der ursprüngliche Grund war, dass es eine Seuchenbekämpfungsmaßnahme<br />
			war. Die Rohstoffe die zur Herstellung verwendet werden, sind zu etwa 10<br />
			% Kadaver gewesen, der Rest waren Schlacht-Nebenprodukte. Auf Grund des<br />
			hohen Eiweiß-Gehaltes, der günstigen Aminosäuren-Zusammensetzung<br />
			und des hohen Anteils an verfügbaren Phosphors stellen sie hochwertige<br />
			Futtermittel dar. Sie wurden übrigens schon anfang des vergangenen<br />
			Jahrhunderts als Futtermittel auch an Wiederkäuer und Pferde eingesetzt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>So, zur letzten Frage. zum Abschluss ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Veganer:</b></td>
<td>Essen sie selbst denn noch Fleisch ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Ja! Ich esse Fleisch und esse auch Rindfleisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das geht Sie zwar nichts an, aber ich sage in diesem Falle: Ja.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ja, ich esse sogar noch deutsches Rindfleisch, kaufe es aber in einem<br />
			Laden, von dem ich glaube, dass die Herkunft des Fleisches gut kontrolliert<br />
			ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacher, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, vielen, vielen Dank für den spannenden Chat.<br />
			Es sind sehr viele Fragen unbeantwortet geblieben, von ganz grundlegenden<br />
			bis zu sehr wissenschaftlichen&#8230; Weitere Infos finden alle, die noch offene<br />
			Fragen haben unter www.dfg.de/foerder/pge. Das Transkript dieses Chats<br />
			können Sie nachlesen bei der DFG und bei politik-digital. Vielen Dank<br />
			und hoffentlich &quot;auf Wiederchat&quot;!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Schlussbemerkung: Wir bedanken uns für das große Interesse<br />
			und hoffen, wir konnten die Fragen zu ihrer Zufriedenheit beantworten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Auch mir hat dieser Chat Spaß gemacht, leider bestand offensichtlich<br />
			wenig Interesse an den zukünftigen Fütterungsstrategien unserer<br />
			landwirtschaftlichen Nutztiere. Die Ernährung ist aber gesichert. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass die Öffentlichkeit<br />
			sachlich informiert wird und bin erfreut, dass diese Information auf diesem<br />
			Wege möglich wurde.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hofft, dass ihre Bemühungen zur Finanzierung der Forschung<br />
			auf diesem Gebiet bald zu Durchbrüchen führen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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