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	<title>Jochen Dieckmann &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Jochen Dieckmann &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Ohne Neuverschuldung geht es derzeit nicht.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Dieckmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jdieckmann.jpg" alt="Jochen Dieckmann" align="left" height="103" width="85" /> 
Jochen Dieckmann, NRW-Finanzminister (SPD), ist am 13. März 2003 
zu Gast im tacheles.02-Live-Chat </b><b>von tagesschau.de und politik-digital.de</b><b>.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jdieckmann.jpg" alt="Jochen Dieckmann" align="left" height="103" width="85" /><br />
Jochen Dieckmann, NRW-Finanzminister (SPD), ist am 13. März 2003<br />
zu Gast im tacheles.02-Live-Chat </b><b>von tagesschau.de und politik-digital.de</b><b>.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Wir haben eine Stunde Zeit, Herr Dieckmann sitzt in Köln und tippt<br />
selber. Kann es losgehen, Herr Dieckmann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Ja, ich bin soweit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Herr Dieckmann, Sie waren von 1990 bis 1999 Hauptgeschäftsführer<br />
des Deutschen Städtetages und Geschäftsführer des Städtetages<br />
NRW. Sie kennen daher die schwierige Finanzlage der Städte und Gemeinden.<br />
Welchen Ausweg wollen Sie wählen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Es wird darauf ankommen, die Einnahmen zu verstetigen und zugleich alles<br />
zu tun, um die Entwicklung der Ausgaben weiter &quot;im Griff zu halten&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi_Hammer:<br />
</b>Ein Teil des Geldes für das Investitionsprogramm der Kommunen<br />
soll aus verbrauchten Flutopfer-Hilfen kommen sowie aus der geplanten<br />
Steuer-Amnestie für Schwarzgeld. Weitere 300 Mio. Euro sollen mit<br />
dem Gesetz zum Abbau von Steuervergünstigungen aufgebracht werden.<br />
Kritische Stimmen zweifeln, ob bei den letztgenannten Maßnahmen<br />
tatsächlich derartige Summen eingenommen werden. Wie sieht ihrer<br />
Einschätzung aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Einnahmen aus der<br />
&quot;Steueramnestie&quot; nicht präzise im Vorhinein ermitteln lassen.<br />
Jeder Euro ist willkommen. Aber man sollte keine überhohen Erwartungen<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mechtersheimer:</b><br />
Der Kanzler will ja nun angeblich die Kommunen mit billigen Krediten unterstützen.<br />
Wie soll das denn zum Beispiel in Duisburg gehen? Die Stadt ist vollkommen<br />
pleite. Die darf gar keine Kredite mehr aufnehmen. Was soll das bringen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ja. Deshalb reicht ein Kreditprogramm allein nicht aus. Dazu<br />
muss der Verzicht auf die Flutopferhilfe kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wenn Sie keine hohen Erwartungen haben, was schlagen Sie konkret<br />
vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Einen Mix: Verstetigung der Gewerbesteuer, Zusammenlegung von<br />
Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, Steuervergünstigungsabbaugesetz<br />
(auch das hilft ja den Kommunen, weil sie an den Mehreinnahmen beteiligt<br />
sind!!).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist die Zusammenlegung in der SPD durchsetzbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das wird zu diskutieren sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mechtersheimer:<br />
</b>Wie viel wird denn der Verzicht auf die Flutopferhilfe bringen.<br />
Ist das nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein &#8211; gerade in Nordrhein-Westfalen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Bundesweit bringt das einen 3stelligen Millionenbetrag, für<br />
NRW erfahrungsgemäss davon etwa 10%. Genaueres weiß man aber<br />
erst Ende Mai, weil bis dahin noch Anträge gestellt werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Accountability:<br />
</b>Mehr Geld für die Kommunen &#8211; also, den Kuchen zu vergrößern<br />
&#8211; das ist doch einfach nicht &quot;drin&quot;, maximal eine Rückführung<br />
auf das Einnahmeniveau von 2000. Wie sollen die Kommunen aus Ihrer persönlichen<br />
Sicht unter den gegebenen Rahmenbedingungen noch mehr sparen &#8211; und welche<br />
Rahmenbedingungen würden Sie ändern, damit Kommunen ihre Ausgaben<br />
noch mehr senken können (als bisher)?.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wenn das Jahr 2000 der Bezugsrahmen wird, ist schon einiges erreicht.<br />
Rahmenbedingungen zu überprüfen, ist eine Aufgabe auf allen<br />
Ebenen. Die Landesregierung NRW hat vorgestern eine Aktion gestartet,<br />
alle Landesgesetze auf den Prüfstand zu stellen. Das kann auch den<br />
Kommunen nutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist das Entbürokratisierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch. Im Kern ist das eine Aufgabenkritik. Wir müssen uns<br />
die Frage stellen, welche Aufgaben Staat und Kommunen in Zukunft unbedingt<br />
weiter erfüllen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Welche stehen zur Diskussion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Der Finanzminister hat da keine Vorgaben zu machen. Ich lade<br />
alle ein, ihrerseits Vorschläge zu machen. Man wird dann schnell<br />
sehen, wie schwer das ist. Es ist leichter, den Status quo zu verteidigen<br />
als an Einschnitte heranzugehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Nachfrage zu ihrer Rechnung von eben:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>z-werner:<br />
</b>Ein dreistelliger Millionenbetrag und davon zehn Prozent &#8211; das<br />
macht bestenfalls 99 Millionen Euro. Wie viel Schulden haben die Ruhrpott-Städte?<br />
Das bringt doch keinen Spielraum.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin ja Realo. Man kann auch keine Wunder erwarten. Es kommt<br />
darauf an, jede Chance zu nutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rg90: </b>Die<br />
kommunalen Steuereinnahmen brechen ein (2001 &#8211; 5,4 %, 2002 &#8211; 4,1 %). Das<br />
ist deutlich mehr als bei Bund (2002 &#8211; 1,6 %) und Ländern (2002 &#8211;<br />
0,2 %). Reichen da die Maßnahmen der Regierung und was planen Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Schwierige Frage. Die Einnahmen in einzelnen Ländern sind<br />
ja auch massiv eingebrochen. NRW musste seine Erwartungen wesentlich stärker<br />
zurückschrauben als 0,2 %. Wir haben für den Landeshaushalt<br />
2003 zweimal 1,4, Mrd. € ausgleichen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist eine Neuverschuldung geplant?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ohne Neuverschuldung geht es derzeit nicht. Wir brauchen sie<br />
schon deshalb, weil nur sparen gleich &quot;kaputt sparen&quot; wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Letzte Frage zu dem Thema, danach zur morgigen Rede Schröders:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sfdfdg: </b>Haben<br />
die Kommunen nicht auch einfach über ihre Verhältnisse gelebt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das mag im Einzelfall so sein. Das Gute an der kommunalen Selbstverwaltung<br />
ist, dass die Wähler und Wählerinnen darauf eine Antwort geben<br />
(können).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Die Erwartungen an die Rede Schröders sind hoch. Einige<br />
Fragen der UserInnen dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinHanna:<br />
</b>Bundeskanzler Gerhard Schröder soll in seiner Regierungserklärung<br />
am Freitag ein 17-Mrd.-Euro-Programm ankündigen. Sollte der Staat<br />
nicht, wie vom BDI gefordert, seinen Konsolidierungskurs fortsetzen, anstatt<br />
sich neu zu verschulden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Er muss beides tun. Es gibt ja schon Einschnitte. Nur sparen bringt genauso<br />
problematische Ergebnisse wie eine unbedingte Kreditpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber die Gewichtung ist entscheidend. Wie soll er gewichten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Dafür gibt es kein Patentrezept oder eine mathematische<br />
&quot;Formel&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber ihre Meinung, die würde uns interessieren? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Die Obergrenze für eine Kreditpolitik ist das Stabilitätsziel<br />
nach Maastricht. Den Rest muss eine Konsolidierung bringen. Ich erinnere<br />
daran, dass wir auch eine Verstetigung der Einnahmen brauchen. Wer einen<br />
leistungsfähigen Staat mit Lehrern, Justiz, Uni, Straßenbau<br />
und Kulturangeboten will, muss auch bereit sein, Steuern zu zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das sind die meisten Bürger auch, nur wollen sie nicht mehr<br />
Steuern zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tut: </b>Wie<br />
kann Minister Eichel in einer Konjunkturkrise 48 Steuererhöhungen<br />
vorschlagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wir haben die niedrigste Steuerquote seit Jahren und so niedrig<br />
wie kaum ein anderes europäisches Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Trienkens:<br />
</b>Wir sind doch auch bereit ,Steuern zu zahlen. Aber die Verhältnismäßigkeit<br />
muss gewahrt werden. Sonst driftet man ab in die Schattenwirtschaft. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Die Steuerquote in USA liegt bei 22,7, in der Schweiz (!) bei<br />
22,6 und bei uns sind es 21,7.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Trienkens:<br />
</b>Warum empfinden die Menschen das ganz anders?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Es ist wohl wie beim Chill-Faktor beim Wetter. Die Politik hat<br />
sicher auch nicht alles getan, um über die Steuerentlastungen aufzuklären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sonnenschein:<br />
</b>Wirtschaftsvertreter erwarten von der Regierungserklärung<br />
Schröders morgen einen radikalen Kurswechsel. Inwieweit wird Schröder<br />
einer solchen Forderung nachkommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Da müssen Sie den Bundeskanzler fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ihre Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich glaube nicht, dass es dazu kommt. Die Bereitschaft zu Radikalität<br />
ist in Deutschland nicht sehr entwickelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonnenschein:<br />
</b>Was halten Sie vom Vorschlag des IWF, den Stabilitätspakt<br />
zu verletzen, wenn die konjunkturelle Lage so schlecht wie jetzt ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist das radikal?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Nein, nicht radikal. Es ist mir zu einfach. Gerade die Deutschen<br />
haben auf dieses Limit hingewirkt. Das macht wenig Sinn, jetzt als erste<br />
dessen Aufhebung zu verlangen. Dieser &quot;Ausweg&quot; ist mir zu billig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Welchen Ausweg sehen Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wir müssen die schon beschriebene &quot;Mischung&quot; von<br />
Konsolidierung, Kreditpolitik und Einnahmenverstetigung fortsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Zu den Reformen im Einzelnen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Legner: </b>Zur geplanten Lockerung des Kündigungsschutzes:<br />
Welche konkreten arbeitsmarktstimulierenden Impulse verspricht sich die<br />
Regierung davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Die Bereitschaft, mehr Arbeitnehmer einzustellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gh***: </b>Aha.<br />
Und warum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Weil die Arbeitgeber augenscheinlich manchmal zögern, sich<br />
dauerhaft zu binden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dortmund:<br />
</b>Können Personal-Service-Agenturen ihrer Meinung die Arbeitsämter<br />
entlasten? Ich habe von einem Fall gehört, in dem eine verschuldete<br />
Firma verschwunden ist, dann wieder mit der selben Geschäftsidee<br />
auftauchte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin sicher, dass die Agenturen eine wichtige Bereicherung<br />
sind. Es gibt aber nicht den einen Weg in der Arbeitsmarktpolitik. Andererseits:<br />
Man darf auch von einem schwarzen Schaf nicht auf die Farbe der ganzen<br />
Herde schließen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S.Solomon:<br />
</b>Führt eine Lockerung des Kündigungsschutzes aber wirklich<br />
zur Bereitschaft mehr Arbeitnehmer einzustellen, wenn die Lohnnebenkosten<br />
dadurch nicht gesenkt werden? Denn an ihnen hängt es doch eigentlich,<br />
oder liege ich da falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich sehe das Problem nicht nur in einer Ursache. Deshalb muss<br />
auch an der Senkung der Nebenkosten gearbeitet werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Mal ein ganz anderes Thema: Aus dem Bekanntenkreis höre<br />
ich von mittelständischen Unternehmern ganz ohne Jammerei herbe Kritik<br />
an den Flächentarifverträgen. Das ist für Leute, die fünf,<br />
sechs Menschen in einer schwierigen Branche (Verlag) beschäftigen,<br />
ein echtes Problem. Warum sind SPD und Gewerkschaften hier so unbeweglich?<br />
Das würde meines Erachtens mal wirklich Bewegung in den Arbeitsmarkt<br />
bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Tarifverträge sind keine Entscheidungen von Parteien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber auch der Länder, wo Berlin letztens ausgestiegen ist.<br />
Wollen Sie dem folgen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Nein. Eine Tarifgemeinschaft ist auch Schutz der Arbeitgeber<br />
&#8211; gegen punktuelle Arbeitskämpfe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Wie sieht es denn mit der Mehrwertsteuererhöhung aus. Die<br />
ist doch nur eine Frage der Zeit, oder? Würden Sie eine Wette dagegen<br />
halten, dass sie nicht kommt &#8211; sagen wir mal bis 2006?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ausschließen kann und sollte man das nicht. Im übrigen:<br />
ich wette nie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Wie viele SPD-Abgeordnete im Landtag in Düsseldorf sind<br />
in der Gewerkschaft? Wenn die SPD hier eindeutig Stellung beziehen würde,<br />
würde sich auch bei den Gewerkschaften in Sachen Flächentarifverträgen<br />
was ändern, oder glauben Sie etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eine Äußerung einer Partei würde &#8211; zu Recht &#8211;<br />
als Verletzung der Tarifautonomie (Art.9 GG) angesehen. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder<br />
kenne ich nicht. Das steht in www.landtag.nrw.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tut: </b>Drastische<br />
Steuersenkungen des Bundes scheuen die Länder wegen der Belastung<br />
ihrer Haushalt. Ein Konflikt zwischen Eichel und Ihnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch Herr Eichel weiß, dass die Länderhaushalte &quot;am<br />
Limit&quot; sind. Einige schon darüber hinaus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Die Unionsmehrheit im Bundesrat hat angekündigt, dass so<br />
genannte Steuervergünstigungsabbaugesetz abzulehnen. Wie ist ihre<br />
Position zu dem Gesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin grundsätzlich dafür. Wenn es in den Vermittlungsausschuss<br />
geht, wird man über Kompromisse reden müssen. Insgeheim sind<br />
ja auch die CDU-Länder vielfach dafür.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wer genau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eingeplant hat die Mehreinnahmen in Höhe von 140 Mio. €<br />
z.B. Hessen. Ich bin gespannt, wie Herr Koch sich verhält.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Zur aktuellen weltpolitischen Lage gibt es Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>financialt**:<br />
</b>Welche Auswirkungen auf die Wirtschaft in NRW wären eigentlich<br />
mit einem Irak-Krieg zu erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Genaues weiß man nicht. Jedenfalls wäre es sehr negativ.<br />
Zusätzlich zu der ohnehin schlechten Lage.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Im Falle eines Irak-Krieges hält jedoch Finanzminister Eichel<br />
ein erneutes Überschreiten der Drei-Prozent-Grenze durch Deutschland<br />
für denkbar. Im Falle eines Krieges werde man sich früher vom<br />
Versuch verabschieden, die drei Prozent einzuhalten. Das Ende des strengen<br />
Konsolidierungskurses?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eine kriegerische Auseinandersetzung dieser Dimension ist immer<br />
eine Ausnahmesituation. Man darf sie aber nicht fest einplanen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber auch nicht nutzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das ist doch nicht &quot;nutzen&quot;, wenn die Möglichkeiten<br />
durch Konjunktureinbruch geringer werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie würden Sie gegensteuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Dafür habe ich (noch) kein Rezept. Auch habe ich die letzte<br />
Hoffnung nicht aufgegeben, dass der Krieg vermieden wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lischen: </b>Was<br />
halten sie vom Irak-Kurs der Bundesregierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Der Kurs findet eine Unterstützung in der Bevölkerung,<br />
die mich beeindruckt und beruhigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pedropan:<br />
</b>Man muss aber inzwischen von so einer kriegerischen Auseinandersetzung<br />
ausgehen. Und als guter Planer haben Sie die Pflicht, worst- case-Szenarien<br />
in der Tasche zu haben. Dieser nähern wir uns gerade. Wie sieht das<br />
worst-case-Szenario aus, Herr Dieckmann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich halte es nicht für vertretbar, solche Szenarios, wenn<br />
man sie denn hätte, in der Öffentlichkeit auszubreiten. Das<br />
würde auch unzutreffenderweise den Eindruck erwecken, man hätte<br />
die Folgen eines Krieges &quot;im Griff&quot;. Das Gegenteil ist der Fall.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Benebiene:<br />
</b>Aber als Mensch mit einer öffentlichen Aufgabe haben Sie<br />
auch die Pflicht, wahrheitsgemäß zu informieren und nicht Politikerspielchen<br />
zu spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>So allgemein ist das zutreffend. Politiker haben aber auch die<br />
Pflicht, nicht vordergründig mit Ängsten und Emotionen der Öffentlichkeit<br />
zu spielen.<br />
Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank, Herr Dieckmann, dass Sie am Chat teilgenommen haben und vielen Dank<br />
an alle UserInnen für Ihr Interesse. Vielen Dank auch für die<br />
Unterstützung durch unseren Partner in Köln www.europa-digital.de.<br />
Noch ein Terminhinweis: Am Mittwoch, den 19.März, werden wir mit<br />
Friedbert Pflüger, dem außenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion<br />
im Bundestag, sprechen. Der Chat findet wieder zwischen 17:00 und 18:00<br />
Uhr statt. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind. Die<br />
Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch ich sage Danke. Auf Wiedersehen! 8-):</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Vielen Dank und Tschüß!</span></p>
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