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	<title>Jörg Tauss &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Jörg Tauss &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Wir wollen jetzt Erfahrungen sammeln&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jul 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Interview mit Jörg Tauss, Vorsitzender des Unterausschusses Neue Midien 
im Bundestag zu Informationsfreiheit, Datenschutz und Cyberwar</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Interview mit Jörg Tauss, Vorsitzender des Unterausschusses Neue Midien<br />
im Bundestag zu Informationsfreiheit, Datenschutz und Cyberwar</span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b> </b></span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>Herzlich Willkommen im Chatraum von politik-digital.de! Wie jede Woche<br />
haben wir auch am gestrigen Donnerstag unser redaktionelles Angebot erneuert.<br />
Unser Thema: Informationsfreiheitsgesetz, Datenschutz und die neue Initiative<br />
elektronischer-datenschutz.de. Auf der gestern freigeschalteten Seite elektronischer-datenschutz.de,<br />
die vom Unterausschuss Neue Medien des Bundestages betreut wird, soll in Zukunft<br />
über Gesetzestexte diskutiert werden. Zu Gast bei uns: Joerg Tauss, internetpolitischer<br />
Sprecher der SPD und Vorsitzender des Unterausschusses. Hallo Herr Tauss!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Schönen guten Tag<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Steigen wir doch gleich ein&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>picabo: </b>Hallo Herr Tauss, was heisst denn für Sie eigentlich &quot;Informationsgesellschaft&quot;? Und wo führt die hin?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Info.gesellsch. wird untersch. definiert. In Japan gab es mal eine<br />
Definition, wenn 50% einer Volkswirtsch. aus den TIME- Bereichen erwirtschaftet<br />
werden, kann man von einer Info.ges. reden. Dies wäre eigentlich erreicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Und wo führt sie hin?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Hier stehen wir dennoch am Anfang, so dass konkrete Prognosen unseriös<br />
sind<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brithday: </b>TIME-Bereiche?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Z. B. Telekommunikation, Medien, Information etc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brithday: </b>Wir sind aber nicht in Japan, wie sieht das denn für Sie konkret aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Immer mehr volkswirtsch. Wertschöpfung entsteht eben in den genannten<br />
Bereichen. Egal ob Japan oder nicht<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lara: </b>Hallo Herr Tauss. Was wollen Sie mit der neuen Seite elektronische-demokratie.de eigentlich erreichen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Mir geht es darum zu prüfen, inwieweit sich das Internet tatsächlich<br />
eignet, mehr Transparenz in die Politik zu bringen. Zusätzlich erhoffe ich mir<br />
bei neuen (z.B. technischen) Fragestellungen auch Kompentezeinbringung von aussen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hinz: </b>Über was kann ich auf der Seite diskutieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Über alles, was mit dem Thema Datenschutz oder Inforamtiuonsfreiheitsgesetz<br />
zusammenhängt. Zudem werden wir spezielle Antworten erbitten: Z. B. zu Pseudonymen,<br />
techn. Datenschutz etc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>vorne links: </b>Wie könnte das mit der Kompetenzeinbringung denn aussehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Indem sich z. B. ein paar Leute an Informatikfalkultäten Gedanken<br />
machen, wie Daten oder Systeme techn. besser geschützt werden können. Da gibt<br />
es noch sehr unterschiedliche Antworten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>vorne links: </b>Warum kann ich noch gar nicht diskutieren? Gerade habe ich es versucht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Bitte Geduld. 16. 7. ist offizieller Start der Moderation<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
joker: </b>Herr Taus, versprechen Sie sich mit einer &quot;digitalen Wahl&quot; einen Schritt<br />
weg von der allgemeinen Wahlmüdigkeit der Bevölkerung? Oder gehen Sie evtl. noch<br />
einen Schritt weiter und wollen mehr Entscheidungen auf diesem Wege von der Bevölkerung<br />
mitbestimmen lassen (Im Anlehnung an z.B. die Volksentscheide in der Schweiz)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Elektronik führt sich nicht von sich aus zu mehr Demokratie. Ich habe<br />
das Thema eVote immer für etwas überbewertet gehalten. Dennoch gibt es natürlich<br />
auch Debatten und konkrete Gesetzesinititativen in Richtung mehr plebiszitäre<br />
Elemente. Dennoch geht es mir zunächst darum, Prozesse transparenter zu machen.<br />
Dies kann bereits ein Abbau zur sogenannten Politikverdrossenheit sein, die z.<br />
T. ja auch nichts als mangelnde Bereitschaft ist, sich mit komplexen Fragen auseinaderzusetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gonz: </b>War<br />
gerade auf der Seite elektronische-demokratie. Warum ist die Seite so<br />
extrem langsam beim laden? Da verliert man schnell die Lust, sich zu<br />
beteiligen&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Wir wollen in den nächsten Tagen schneller werden. Wir haben tatsächlich<br />
auch noch ein paar techn. Problemchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
wasdenn: </b>Sie wollen, dass die Chatter über das Informationsfreiheitsgesetz diskutieren.<br />
Aber kaum jemand weiss etwas darüber. Welche Infos soll ich in Zukunft leichter<br />
von den Behörden anfordern können?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zum Thema Datensicherheit kommen wir gleich &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Hier gibt es einen Entwurf beim BMI. Grundsätzlich geht es darum,<br />
dass Bürgerinnen und Bürger Zugang zu allen Infos haben, die nicht aus Schutzinteressen<br />
Dritter nicht zugänglich sein sollten. Ein gutes Beispiel gibt es übrigens schon<br />
in Brandenburg.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>BMI: Bundesministerium des Inneren<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>Zu Brandenburg: Dort gibt es ein Informations-Freiheitsgesetz, auch<br />
in Berlin und Schleswig-Holstein. Warum ist Brandenburg ein gutes Beispiel?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Dort gibt es zwischenzeitlich die meisten Erfahrungen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
styleguider: </b>Wenn es solche Entwürfe gibt, warum wird das nicht kommuniziert?<br />
Ist das nicht so publikumswirksam?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Es gab durchaus Öffentlichkeitsarbeit. Aber mit unserem Projekt wollen wir das Thema ja auch befördern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sturby33: </b>Wie<br />
schätzen Sie denn die Zukunft von solchen Initiativen ein: Wird es das<br />
in Zukunft öfter geben, dass man Gesetze im Internet diskutieren kann? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Ich hoffe es. Wir wollen jetzt natürlich auch Erfahrungen sammeln.<br />
Das ganze ist auch nicht profan &#8211; techn. wie geschäftsordnungsmäßig. Außerdem<br />
muss darauf geachtet werden, dass nicht ganz Bevölkerungskreise von solchen Debatten<br />
ausgeschlossen bleiben. Dies ist bei Leuten mit Interesse am Datenschutz sicher<br />
nicht der Fall. Die dürften zu 99% online sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>styleguider: </b>Welcher Art sind denn die Erfahrungen in BRB? Vielleicht könnte man hier bei politik-digital endlich was erfahren &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Ich<br />
schlage vor, dies mal mit Dr. Dix zu diskutieren. Er ist<br />
brandenburgischer Beauftragter für Datenschutz und Akteneinsicht. Sehr<br />
interessant!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sturby33: </b>Im<br />
Innenministerium gibt es auch eine Seite, auf der ein Gesetz diskutiert<br />
werden kann. Warum haben Sie sich nicht mit denen zusammengetan?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Haben<br />
wir doch! Die Projekte werden verknüpft. Gesetzentwürfe entstehen eben<br />
mal im Parlament, mal in einem Ministerium. Unser Weg ist allerdings<br />
zunächst ein anderer. Das Ministerium diskutiert Eckpunkte, wir<br />
beginnen sozusagen &quot;auf der grünen Wiese&quot; ganz von vorn. Mal sehen, was<br />
spannender ist 😉<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lara: </b>Was hat das ganze Projekt gekostet? Der Bundestag wollte die Kosten ja nicht übernehmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Wir haben zunächst nach Sponsoren gesucht, über deren Kosten (z. B.<br />
Server, Software) ich nichts konkretes sagen kann. AOL sponsert die kommunikationswiss.<br />
Begleitung durch die Uni Münster. Der Bundestag finanziert die rechtswissenschaftliche<br />
Begleitung und die Moderation.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
hinz: </b>Wie lange haben Sie für die Vorbereitung gebraucht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Über ein Jahr. Die techn. Probleme waren nicht ganz profan und andere<br />
Parteien mussten erst müsam zum mitmachen bewegt werden. Aber so eine rot/ grüne<br />
&quot;Biertischidee&quot;, die es ursprünglich mal war, lässt sich leider nicht sofort umsetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
styleguider: </b>Ist die Beteiligung AOLs nicht etwas problematisch? AOL ist nicht<br />
gerade das Vorzeigebeispiel in Sachen Datenschutz und -sicherheit &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Nein. Es geht hier um eine wiss. Arbeit, die selbstverständlich ohne Einfluss durch AOL erfolgt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sturby33: </b>Hätten<br />
Sie sich nicht ein paar spannendere Themen ausdenken können, BSE oder<br />
Spendenaffäre oder Fernsehvergaberechte oder soetwas?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Darüber gibt es genügend Debatten 😉 Wir wollten aber mit einem konkreten<br />
Gesetzesprojekt beginnen. Im übrigen halte ich den Datenschutz und IT- Sicherheit<br />
für wichtiger als Fernsehrechte oder aktuelle Stammtischthemen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zum nächsten Thema: Datensicherheit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>picabo: </b>Wird es in nächster Zeit einen globalen Datenschutzstandard geben, oder bleibt Deutschland eines der wenigen Vorbilder?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Die Internationalisierung hat längst begonnen. Selbst Bush kommt nicht<br />
mehr vom Safer Harbour &#8211; Prinzip runter. In Japan gibt es spannende Debatten und<br />
Entwicklungen, sogar in Brasilien&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>&#8230;Dateschutz könnte intern. sogar zu einem Wettbewerbsvorteil werden,<br />
wenn wir es klug anstellen<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
letztenacht: </b>Wo sehen sie denn die akuteste Gefahr für die IT-Sicherheit?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>In<br />
unsicheren Netzen und dass die um die innere Sicherheit bemühten<br />
Stellen von Morgens bis Abends tun, um Netze unsicher zu machen<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>virtuafighter: </b>Wie wahrscheinlich ist aus Ihrer Sicht die Gefahr eines Informationskrieges? Generell, und in Deutschland?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Gestern<br />
hatten wir eine Anhörung zu diesem Thema. Sicher gibt es hier noch viel<br />
Science fiction. Aber schon in zurückliegenden Kriegen (Golf/<br />
Jugoslawien) ist da etwas zu besichtigen gewesen. Der Angriff auf<br />
kritische Infrastrukturen dürfte künftiger eine realistischeres<br />
Szenario sein als Panzerschlachten<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
letztenacht: </b>Amerika und andere &quot;westliche&quot; Länder haben ein Interesse am Safer-Harbour-Prinzip.<br />
Aber ist das Problem nicht einfach die Schaffung neuer Verwundbarkeiten in Form<br />
kritischer Infrastrukturen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Richtig. Deshalb muss immer überprüft werden, wie komplex Systeme<br />
sein dürfen und wie verwundbar sie dadurch werden. Dies ist auch der Grund, warum<br />
wir Sicherheitssoftware auf Open source-Basis fördern. Die Abhängigkeit von einem<br />
System darf nie zu groß werden. Aber es gibt auch andere kritische Infrastrukturen.<br />
Denken wir an Gas, Wasser &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
joker: </b>Herr Taus, denken Sie das die digitale Informationsgesellschaft &quot;sicher&quot;<br />
sein wird? Wenn ich mir alleine die mit offensiven Cyberattacken befassten Einheiten<br />
der US-Streitkräfte (vgl. FOG:IS Arbeitspapier Nr.3) anschaue, habe ich da meinen<br />
Zweifel. Wirtschaft und Private werden davon in Einzelbereichen wohl kaum weit<br />
entfernt sein &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Sicherheit gibt es nie zu 100%. Wichtig ist aber, die Risiken zu kennen<br />
und sich natürlich auch selbst zu schützen. Deshalb habe wir ja &#8211; im Gegensatz<br />
zur alten Bundesregierung &#8211; davon Abstand genommen, eine Kryptoregulierung vorzunehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brithday: </b>Wie sehr ist eine Überwachung im Netz technisch möglich?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Sie ist nicht unmöglich. Aber die z. Zt. diskutierten Modelle gehen<br />
einfach noch zu stark von der analogen Sprachtelefonie aus. Und jede Schnittstelle<br />
ist ein Unsicherheitsfaktor. Also geht es darum, solche Schnittstellen zu vermeiden,<br />
selbst wenn sie in berechtigtem polizeilichen Interess lägen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brithday: </b>Und: ist technische Überwachung wünschenswert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Aus<br />
Sicht von Strafverfolgungsbehörden sicherlich. Aber es sind die Folgen<br />
zu bedenken. Wenn es nur dazu führt, Wirtschaftsspionen und sonstigen<br />
Kriminellen das Leben z erleichtern, habe ich meine Probleme damit.<br />
Ungeachtet der verfassungsrechtl. Fragen </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
looka: </b>Die Provider sollen Schnittstellen einbauen um Internetkommunikation überwachbar<br />
zu machen. Können diese Daten überhaupt ausgewertet werden, und benutzen Personen<br />
mit feindlichen Absichten dann nicht sowieso Kryptographie?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Richtig. Sehe ich auch so. Die Polizei hofft aber, gelegentlich mal<br />
die dümmsten der Kriminellen zu erwischen oder solche, die mal vergessen, sich<br />
zu schützen. Insofern ist das alles sicher kritisch zu hinterfragen und ich wundere<br />
mich, dass dies noch (öffentlich) zu wenig geschieht. Im Bundestag gibt es heftigen<br />
Streit in der Frage- fraktionsübergreifend.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>avatar: </b>Gibt es Daten darüber, wie groß der aktuelle Mangel an Datenschutz ist?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Das hoffe ich im Forum zu erfahren 😉<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>letztenacht: </b>Die<br />
Kryptoregulierung hat sich als Flop erwiesen. Die jetzige<br />
Bundesregierung hat aber auch nicht viel anderes unternommen, um<br />
Sicherheit zu schaffen bzw. zu fördern, oder?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Dass wir auf Regulierung verzichtet habne hat zu einer Wende in der<br />
intern. Kryptopolitik geführt. Das neue Datenschutzgesetz soll aber weitere Bausteine<br />
für mehr Sicherheit liefern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bilgeri: </b>Finden<br />
Sie es richtig, dass in demokratischen Grundordnungen Informationen von<br />
Dritten überwacht werden können/sollen? Muss hier nicht die Politik<br />
kritisch bleiben und enge Grenzen ziehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Beides mal Ja. Aber wie gesagt: Der Zweck heiligt nicht die Mittel<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>looka: </b>zum<br />
Datenschutz und seiner Umsetzung: was hat sich geändert, seit die<br />
Datenschutzbeauftragten nicht mehr dem Innenministerium untergeordnet<br />
sind?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Sie sind in der Regel den Innministerien untergeordnet. Im Bund und<br />
in den meisten Ländern. Dennoch müssen sie unabhängig sein. Das Beispiel Sachsen,<br />
wo eine einfache Parl. &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Mehrherheit den Landesbeauftragten künftig abwählen soll, ist eine<br />
bedenkliche Entwicklung<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bilgeri: </b>Ist<br />
die Politik (und somit auch die verantwortlichen Politiker) auf Grund<br />
der oft nicht vorhandenen Kenntnisse im Bereich &quot;Internet&quot; überhaupt in<br />
der Lage sinnvolle Lösungen (die auch die Interessen der Bürger<br />
berücksichtigen) zu schaffen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>So ganz ohne Kenntnisse sind wir nun auch nicht. Aber mit dem Projekt<br />
wollen wir ja gerade zusätzlichen Sachverstand mobilisieren<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
looka: </b>Ist die Kryptoregulierung überhaupt aus politischen Gründen gescheitert<br />
oder nur, weil sie sich als nicht durchführbar erwiesen hat 🙂 ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Über die Durchführbarkeit machte sich Herr Kanther wenig Gedanken;-)<br />
Aber schon eine Kriminalisierung wäre ja mehr als bedenklich gewesen. Aber die<br />
Kehrtwende beruhte tatsächlich auf der Einsicht, dass Bürger(innen) und Bürger<br />
nebst Wirtschaft etc schützen können müssen.Dieses Signal war wichtig.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>styleguider: </b>Der<br />
momentane Entwurf zu einer TKÜV ist bereits der zweite Vorstoß. Warum<br />
ist es so schwierig, eine Kompromisslösung bei den Abhörplänen zu<br />
finden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>TKÜV: Telekommunikations-Überwachungs-Verordnung<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Es gibt schon vier Entwürfe, die alle verworfen wurden. M. E. stimmt<br />
bereits die Grundlage für die Verordnung nicht. Und die ist das TKG (Telekomm.gesetz).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>picabo: </b>Hat das &quot;Unter-Verschluss-halten&quot; der Kohlschen Stasi-Akten etwas mit Datenschutz zu tun?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
JoergTauss: </b>Es wird behauptet. Ich habe aber grosse Probleme mit der jetzt getroffenen<br />
Entscheidung. 10 Jahre lang war der Datenschutz kein Problem- erst bei Herrn Kohl<br />
soll er es sein?!?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Und hier die letzte Frage &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>vorne links: </b>Gibt es einen Weg zurück aus der Infogesellschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoergTauss: </b>Nein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>Das war kurz und bündig!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>Vielen Dank, dass Sie bei uns waren Herr Tauss und vielen Dank für<br />
die Teilnahme am Chat, liebe Gäste.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Leider konnten wieder einmal nicht alle Fragten beantwortet werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>Unser nächster Termin, zusammen mit stern.de: Christian Stroebele am<br />
&#8230;-<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator: </b>nächsten Dienstag um 17 Uhr.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ich werde nicht arbeitslos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/ich-werde-nicht-arbeitslos-713/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im
politik-digital-Interview über das Fehlen eines
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im<br />
politik-digital-Interview über das Fehlen eines<br />
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung<br />
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Regierung hat gewechselt. Welche Konsequenzen hat das für das Thema Multimedia?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Wir sind jetzt in der Regierungsverantwortung und<br />
könnten nun endlich alle Empfehlungen, die wir die letzten vier Jahre als Oppositionspartei,<br />
vor allem in der entsprechenden Enquetekommission &quot;Zukunft der Medien in<br />
Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft&quot; gemacht haben,umsetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Nun ist der Kandidat für das Wirtschaftsministerium, der Computer-Unternehmer<br />
Jost Stollmann in letzter Minute ausgestiegen.<br />
Fehlt Gerhard Schröder jetzt der Multimedia-Mann in der<br />
Regierungsmannschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Über die Nominierung von Stollmann für den Posten des<br />
Wirtschaftsministers habe ich mich anfangs sehr gefreut und hatte die<br />
Hoffnung, daß mit ihm als ehemaligem Computer-Unternehmer eine große<br />
Portion praktisches Know-how unsere politische Diskussion beflügelt. So<br />
habe ich in ihm einen Verbündeten gesehen. Ich bin dann aber sehr<br />
schnell ernüchtert worden, weil ich von ihm trotz mehrerer<br />
Kontaktversuche immer nur die Standard-Mail  nach dem Motto &#8216;Besten Dank<br />
für Ihre Anregungen&#8217; bekommen habe. Ich hatte erwartet, daß er sich zur<br />
Internet-Politik konkret äußert. Das hat er nie getan. Deshalb war ich<br />
über seinen Ausstieg nicht mehr sonderlich enttäuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeit für die Informations-<br />
Kommunikationstechnologie ist vom Bildungs- und Forschungsministerium in das Wirtschaftsministerium<br />
von Herrn Müller verlegt worden. Werden Sie als Bildungs- und Forschungspolitiker jetzt arbeitslos?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Nein, sicherlich werde ich nicht arbeitslos. Natürlich liegt der<br />
Akzent bei Multimedia jetzt stark auf  der Wirtschaftsfrage. Mit Müller<br />
verbinde ich noch gar nichts, aber ich bin mir sicher, daß mein Kollege<br />
Siegmar Mosdorf als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sich dem<br />
Thema Multimedia annehmen wird. Aber als Forschungspolitiker werde ich mich<br />
dafür einsetzten, daß auch die Perspektive von Forschungs- und<br />
Bildungspolitik berücksichtigt bleibt. Wir sind in dieser Frage zwar<br />
nicht mehr federführend,. bleiben aber als mitberatender  Ausschuß involviert.<br />
Ich würde es allerdings sehr bedauern, wenn wir Multimedia nur noch als<br />
Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven in der Gesellschaftspolitik<br />
vernachlässigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wer außer Herrn Müller als Wirtschaftsminister und Frau<br />
Buhlmann als Bildungsministerin wird sich in der neuen Regierung denn noch mit den<br />
Neuen Medien befassen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Ich habe mir immer eine zentrale Koordination der Multimedia-Politik gewünscht,<br />
die direkt im Kanzleramt angesiedelt ist.Mit Michael Naumann, dem künftigen Staatsminister<br />
für Kultur und Medien haben wir jetzt so jemanden. Deshalb bin ich letzte Woche<br />
auch stellvertretendes Mitglied im entsprechenden Ausschuß für Kultur<br />
und Medien geworden und werde dort die Verantwortung im Bereich Neue Medien übernehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Ist denn eine konzentrierte politische Arbeit in der<br />
Multimedia-Politik noch möglich, wenn an drei verschiedenen Stellen<br />
gleichzeitig das Thema bearbeitet wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und<br />
in einer Person gebündelt ist. So wie in den USA Al Gore als<br />
Vizepräsident den Weg des Staates auf den information highway politisch<br />
federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht<br />
in Sicht. Aber zwischen den Zuständigen in den unterschiedlichen Gremien<br />
und Institutionen bestehen jetzt schon gute Kontakte und es ist auch<br />
einfach notwendig, das Thema Neue Medien möglichst breit anzugehen, also<br />
sowohl aus wirtschaftspolitischer, wie auch aus forschungs- medien- und<br />
kulturpolitischer Sicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wird es eine Neuauflage der Enquetekommission zum Thema<br />
Multimedia und Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft  geben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Aus der CDU hört man das immer wieder. Als Oppositionspartei hat<br />
sie natürlich ein großes Interesse daran, sich über ein solches Gremium<br />
mit Gegenvorschlägen zur Regierungspolitik zu profilieren. Die erste<br />
Enquete-Kommission hat sehr umfassend und gründlich gearbeitet. Wir<br />
haben Anhörungen zu einer Fülle von Themen durchgeführt, von der<br />
Kryptografie-Frage bis zum wirksameren Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet. Wenn es eine wieder eine neue Enquete-Kommission geben wird,<br />
muß der Themenkatalog präzise sein. Es muß eine Fokussierung auf<br />
Kernfragen geben. Davon hängt auch meine Beteiligung einer neuen<br />
Enquete-Kommission ab.<br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Schwerpunkte sollten das sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Im Grünbuch der EU ist die Frage der Konvergenz der Medien ein<br />
zentrales Thema. Dazu werden wir einen deutschen Standpunkt finden<br />
müssen. Auch nach der Umsetzung der EU-Novelle zum Datenschutz gibt es in<br />
meinen Augen noch erheblich Diskussionsbedarf,desgleichen zur Datensicherheit.<br />
Insgesamt brauchen wir aber eine deutsche und natürlich auch europäische<br />
Internet-Politik.Es kann doch nicht sein, daß die<br />
Standards in den USA gesetzt werden und wir nur zuschauen und bei den<br />
entsprechenden internationalen Konferenzen nur fünftklassig vertreten<br />
sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Jörg Tauss führte Philipp Stradtmann</span></p>
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