<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>John Edwards &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/john-edwards/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 03 Feb 2004 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>John Edwards &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Linkliste USA-Wahlen 2004</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/presseschau/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[demokratische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[John Edwards]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[John Kerry]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Al Sharpton]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Kucinich]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Howard Dean]]></category>
		<category><![CDATA[republikanische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Lieberman]]></category>
		<category><![CDATA[Vorwahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftskandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wesley Clark]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/</guid>

					<description><![CDATA[Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.johnkerry.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">John Kerry</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Kerrys Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten galt nach den Erfolgen am &#8220;Super Dienstag&#8221;, an dem in zehn Bundesstaaten gewählt worden war, nur noch als Formalität. So kam es dann auch, dass Kerry auf dem Konvent der Demokraten in Bosten gewählt wurde.</p>
<p>Jüngste Umfragen zeigen, dass er sogar bei der Wahl im November Bush schlagen könnte. Prominenter Unterstützer ist Ted Kennedy. Die aktuellen Inhalte seiner Website sonnen sich im Schein seines Erfolges. Das Design fällt vor allem durch Schlichtheit auf und unterstützt sein Image als wählbaren Staatsmann. Neben einem Weblog ist natürlich das Online-Spendensammeln prominent platziert. Seine Frau Teresa Heinz-Kerry spielt im Wahlkampf eine wichtige Rolle. Die Witwe des Heinz-Ketchup Gründers hat daher ein eigenes Netztagebuch.</p>
<p>
                              <strong>Die ausgeschiedenen demokratischen Kandidaten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.johnedwards2004.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>John Edwards</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Update: John Edwards geht als Vize-Präsidentschaftskandidat mit John Kerry ins Rennen gegen Bush.<br />
                            <br />Der jugendlich-smarte Anwalt aus dem Süden der USA wechselte erst vor fünf Jahren in die Politik und gilt vielen als der &#8220;neue Bill Clinton&#8221;. Sein jugendliches Aussehen macht ihn für die Fernsehkameras zu einem beliebten Objekt. Aber gegen John Kerry hatte auch er keine Chance und ist am 4.3. offiziell aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen. Offen ist, ob er für das Amt des Vizepräsidenten an der Seite von Kerry bereitstehen wird. Eine Unmenge von Informationen sowie die Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen lassen die Seite überfrachtet wirken. Rote Überschriften und viel Blau nutzt die Seite im Unterschied zum „staatsmännischen“ Grau der Seiten von Kerry und Clark.</p>
<p>
                            <a href="http://www.deanforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Howard Dean</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter linken Demokraten war Howard Dean äußerst populär, und das nicht nur wegen seiner radikalen Kritik an Bushs Außenpolitik. Seine starke Medienpräsenz und die intensive und innovative Internetnutzung sorgte für<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04dean.shtml">Schlagzeilen</a>, in letzter Zeit vermehrt für Negative. Prominenter Unterstützer war Al Gore. Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen in Wisconsin am 18. Februar gab er seine Bewerbung um die Kandidatur auf.<br />
                            <br />Auf seiner Internetseite findet sich ein wildes Farbengemisch, für dass sich der gelernte Arzt Howard Dean eventuell entschieden hat, um auch Menschen mit Rot-Grün-Blindheit einen barrierefreien Zugang zu gewähren. (Check der Website mittels des<br />
                            <a href="http://www.vischeck.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Farblindheits-Simulator Vischeck</a>). Die Seitennavigation ist andernorts besser gelungen. Wiederholt weiß man nicht, wo man sich gerade befindet, zumal die Seite in zwei verschiedenen Layouts gestaltet ist.</p>
<p>
                            <a href="http://www.sharpton2004.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Al Sharpton</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter dem Motto &#8220;Keep the Dream Alive&#8221; präsentierte sich mit Al Sharpton der einzige schwarze Kandidat der Demokraten. Dem Pfarrer werden allerdings kaum Chancen eingeräumt. Die wichtigsten Forderungen und Vorhaben Sharptons sind auf der Startseite zu finden. Im „Eckenbrüller“ (Bereich der Seite, der statistisch die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht) wird der User gefragt, was die wichtigsten Themen für die Bürger Amerikas sind. Im Gegensatz zu den Websites der anderen Kandidaten ist keine spanische Version der Website vorhanden.</p>
<p>
                            <a href="http://www.kucinich.us" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Dennis Kucinich</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Kongressabgeordnete aus Ohio mag Gewerkschaften und alternative Energien. Atomwaffen und die Welthandelsorganisation (WTO) lehnt er ab. Dem bekennenden Veganer werden keine Chancen eingeräumt. Ganz im Sinne der amerikanischen Nationalfahne ist die Website in Rot und Blau gehalten. Kucinich erläutert ausführlich seine Ansichten zu den zehn wichtigsten Themen der Politik.</p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.clark04.com/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wesley Clark</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Ein ernstzunehmender Bewerber um die demokratischen Präsidentschaftskandidatur war der Ex-NATO-General Wesley Clark &#8211; bis zum 11. Februar, dann gab er das Rennen auf. Zwei Tage später machte er seine Unterstützung für John Kerry öffentlich. Sein militärischer Hintergrund gab seiner Gegnerschaft zum Irak-Krieg zusätzliches Gewicht. Der aus dem Süden stammende Clark erfreute sich der Unterstützung durch Ex-Präsident Clinton. Die in dezenten Farben gehaltene Seite ist übersichtlich und soll seine Seriösität und Wählbarkeit (electability) unterstreichen. Clark präsentierte sich als militärischer &#8220;Leader&#8221; mit einer Vision für die nächsten 100 Jahre. Wer es gerne konkreter mag, kann sich auf der Seite die persönliche Steuerersparnis ausrechnen lassen, die ihm Clarks Steuerreform bringen würde.</p>
<p>
                            <a href="http://www.joe2004.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Joe Lieberman</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen zog er sich aus dem Rennen zurück. Nach seiner Kandidatur als Vizepräsident unter Al Gore im Jahr 2000 tratt Lieberman dieses Jahr erneut an und wollte erster jüdischer Präsident der USA werden.</p>
<p>
                              <strong>Der amtierende Präsident:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.georgewbush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>George W. Bush</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Angesichts des massiven Erfolges seines Herausforderers startet US-Präsident George W. Bush früher als geplant seinen Wahlkampf. Ungemach droht ihm innenpolitisch: Das Haushaltsdefizit und die Untersuchung der Irak-Kriegsursachen bringen Bush in Bedrängnis. In Umfragen liegt der Demokrat John Kerry um wenige Prozentpunkte vor George W. Bush. Der Internetauftritt des Präsidenten unterscheidet sich kaum von den Websites seiner möglichen Konkurrenten. Der einzige auffallende Unterschied ist, dass Bush bereits Präsident ist und sein Konkurrent es erst werden will.</p>
<p>
                              <strong>Die Parteien:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://rnc.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Republikaner</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Internetauftritt der Republikaner widmet sich ausführlich der politischen Konkurrenz. Allein die Auswahl der Photos der demokratischen Kandidaten verweist auf eine intensive Recherche nach unvorteilhaften Aufnahmen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.democrats.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Demokraten</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die nationale Plattform der Partei bietet Links zu den Kandidaten, Informationen zur Präsidentschaftswahl und Argumente gegen George W. Bush. Im Vergleich zu den großen deutschen Parteien nimmt sich die offizielle Internetseite der Demokraten eher bescheiden aus.</p>
<p>
                              <strong>Informationen über die Wahl:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.bpb.de/publikationen/PF2R8N,1,0,Institutionen_im_politischen_System.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Wie wird gewählt?</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Für Europäer ist das US-amerikanische Wahlsystem häufig ein Buch mit sieben Siegeln. Was sich hinter Begriffen wie &#8216;Primaries&#8217;, Wahlmännern und &#8216;Caucus&#8217; verbirgt, erklärt die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.</p>
<p>
                            <a href="http://www.amazon.com/gp/misc/flag.html/104-2324282-9488749" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Präsidenten kaufen bei Amazon</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Amazon hat eine neue Kategorie: &#8220;Presidential Candidates&#8221;. Die Nutzer können über das Portal kleine Spenden bis zu 200 US-Dollar an den Wunschkandidaten überweisen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.pollingreport.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Meinungsumfragen</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Ergebnisse aktueller und älterer Meinungsumfragen zur Präsidentschaftswahl sind auf dieser Seite einzusehen.</p>
<p>
                            <strong>Aktuelle Informationen&#8230;</strong><br />
                            <br />&#8230;sowie Hintergrundberichte liefern<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID2826302_REF1_NAVSPM1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> sowie die<br />
                            <a href="http://www.dw-world.de/german/0,3367,1454_A_1016315,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Welle</a></p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="/archiv/edemocracy/usa/index.shtml">Ein lohnender Rückblick &#8211; Die Präsidentschaftswahlen 2000</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Die Milleniumswahlen in den USA waren in allen Belangen eine weltbewegende Angelegenheit. Alle wichtigen Hintergründe und damaligen Trends des Online-Wahlkampfes finden Sie in unserer Sammlung von Wahl-Dossiers.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/presseschau/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>US-Wahlkampf wird eine Schlammschlacht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/us-wahlkampf-wird-eine-schlammschlacht-240/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/us-wahlkampf-wird-eine-schlammschlacht-240/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfkosten]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[First Lady]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[John Edwards]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[John Kerry]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Buhrow]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfspende]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/us-wahlkampf-wird-eine-schlammschlacht-240/</guid>

					<description><![CDATA[<b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im<br />
tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
und von sueddeutsche.de. Heute sind wir mit Tom Buhrow verabredet, dem<br />
ARD-Fernseh-Korrespondent in Washington.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tbuhrow.jpg" align="left" height="119" width="84" />Moderator:</b><br />
Können wir beginnen, Herr Buhrow?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ja, bin da!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ok, die erste Frage:
</p>
<p>
<b>barabar:</b> Ist die Wahlkampfdiskussion über die militärische<br />
Vergangenheit der beiden Kontrahenten nicht sonderbar? Sprich: auf der<br />
einen Seite der große Vietnam-Veteran und vaterländische<br />
Held Kerry, der Kriege jetzt natürlich doof findet, und auf der<br />
anderen Seite das drückebergerische Weichei Bush, der Kriege gerne<br />
anzettelt? Wie passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Eins muss man wissen: Amerika ist sehr patriotisch.<br />
Das Militär spielt hier eine größere Rolle als bei uns,<br />
gerade jetzt, wo man offen sagt, wir befinden uns im Krieg (gegen den<br />
Terror), ist es wichtig, auf dem Gebiet &quot;nationale Sicherheit&quot;<br />
keine Schwäche zu zeigen. Da die Demokraten immer etwas unter dem<br />
Verdacht stehen, sie seien, salopp gesagt &quot;liberale Weicheier&quot;<br />
&#8211; in den Augen der Republikaner, natürlich &#8211; ist es wichtig, dass<br />
die einen Kandidaten haben, der sagen kann: Ich habe für mein Land<br />
das Leben riskiert. Bush, Cheney und Rumsfeld, die nie selbst in Kampfhandlungen<br />
waren, werden von ihren Gegnern übrigens als &quot;chicken hawks&quot;<br />
verspottet, das heißt frei übersetzt: Feiglings-Falken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bleiben wir bei den Demokraten, sechs Wochen nach<br />
Beginn der Vorwahlen der Demokraten steht fest: John Kerry wird Präsident<br />
George W. Bush am 2. November herausfordern. Wie genau geht es jetzt<br />
bei den Demokraten weiter? Und wozu gibt’s eigentlich noch den<br />
demokratischen Nominierungs-Parteitag im Sommer?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gute Frage, also die nächste Frage ist: Wen<br />
sucht sich Kerry als Partner für das Amt des Vizepräsidenten<br />
aus? Könnte gut Edwards sein. Der kommt aus den Südstaaten<br />
und da dominieren die Republikaner. Edwards könnte also da Stimmen<br />
holen, wo sonst für Demokraten nicht viel zu holen ist. Noch was:<br />
Die Vorwahlen gehen wie geplant weiter, auch wenn es keinen Gegenkandidaten<br />
mehr gibt, aber die stehen jetzt mehr unter dem Vorzeichen: Partei hinter<br />
sich einigen und natürlich: Geld sammeln, die Kriegskasse von Kerry<br />
ist leer. Bush hat dagegen über 100 Millionen Dollar. Zum Parteitag:<br />
Das sind die großen Jubelveranstaltungen, auf denen man die Schlagzeilen<br />
dominiert, inhaltlich nicht zu vergleichen mit unseren Parteitagen,<br />
auf denen es ja um Programmliches geht.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wieso ist die Kriegskasse von Kerry leer? Woher wissen<br />
Sie das?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat noch 3 Millionen Dollar. Die Wahlkampfgesetze<br />
sind hier sehr streng. Das heißt, man muss alles offen legen.<br />
Jeder Kandidat muss Einnahmen und Ausgaben der Wahlaufsichtsbehörde<br />
melden, und zwar auf Heller und Pfennig. Jeder einzelne Spender ist<br />
auf der Webseite dieser Behörde aufgeführt mit Namen, Adresse,<br />
Beruf und dem gespendeten Betrag. Stellen Sie sich das mal in Deutschland<br />
vor. Schauen sie sich das ruhig mal an. Es ist die Federal Election<br />
Commission, die Website <a href="http://www.fec.gov/">http://www.fec.gov/</a>.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> US-Präsident Bush hat Kerry zur faktischen Kandidatur<br />
gratuliert und sich einen spannenden Wahlkampf gewünscht. Wie wird<br />
der genau aussehen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Blutig, d.h. Schlammschlacht. Es wird sehr persönlich<br />
werden. Es wird gehen um: pro oder contra Bush. Die Basis von beiden<br />
Parteien ist motiviert. Viele eingefleischte Demokraten hassen Bush,<br />
die Rechten lieben ihn. Frage: Wie wird in der Mitte abgestimmt? Noch<br />
was Interessantes: Die Schlacht wird in einigen &quot;Swing&quot;-Staaten<br />
geschlagen, hauptsächlich im Mittelwesten. Dort werden die Strategen<br />
beider Seiten konzentriert ihr Geld ausgeben und die Wähler bearbeiten.<br />
Bush fängt ab morgen mit Werbespots genau in diesen Bundesstaaten<br />
an.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Kandidaten Kerry:
</p>
<p>
<b>KlausM.:</b> Ist Kerry ein guter Gegner für Bush oder wäre<br />
Edwards oder Dean besser für Bush gewesen?
</p>
<p>
<b>Kalle:</b> Wie wirkt Kerry? Locker und gelöst oder angespannt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Dean hätte wahrscheinlich kaum Chancen gehabt.<br />
Die Republikaner hätten versucht, ihn als linksradikal und gefährlich<br />
darzustellen. Edwards ist sympathisch und charismatisch, aber hat zuwenig<br />
politische Erfahrung. Kerry selbst ist kein lockerer Typ. Er ist etwas<br />
hölzern und akademisch, aber er wirkt glaubwürdig, auch wegen<br />
seines Militärdienstes (s.o.). Sein Problem: Sein Abstimmungsverhalten<br />
ist widersprüchlich gewesen im Senat. Er stimmte gegen den ersten<br />
Golfkrieg, für den letzten, ist jetzt rückblickend aber wieder<br />
dagegen. Das wird ihm noch um die Ohren gehauen.
</p>
<p>
<b>testu:</b> Welche &quot;schwarzen Flecken&quot; hat Kerrys Weste?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Hauptsächlich sein Abstimmungsverhalten. Es<br />
gab vor einigen Wochen ein Gerücht über eine Affäre,<br />
das wurde aber schnell beigelegt. Dann: Als er aus dem Vietnam Krieg<br />
zurückkam, protestierte er gegen den Krieg. Wird ihm sicherlich<br />
vorgeworfen werden. Noch was: Er wirft Bush vor, zuviel Spenden von<br />
der Industrie zu nehmen, aber er selbst hat auch Geld von Firmen genommen,<br />
um seine Senatswahlkämpfe zu finanzieren. Das ist nicht illegal,<br />
aber man wird ihm Heuchelei vorwerfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Reicht &quot;Anyone but Bush&quot; als Begründung,<br />
um Kerry zu wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Auf dem linken Flügel der Demokraten: Ja. Aber<br />
die Frage ist, was denkt man in der Mitte, wenn man Kerry und Bush vergleicht?<br />
Vergessen wir nicht: Es ist schwer, einen amtierenden Präsidenten<br />
abzuwählen.
</p>
<p>
<b>deaner:</b> Welche Rolle spielt die Ehefrau von Kerry im Wahlkampf?<br />
Eher Doris Schröder-Köpf oder Karin Stoiber, die stille Frau<br />
an der Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie ist eine sehr interessante Person. In Afrika<br />
aufgewachsen, portugiesischer Hintergrund, traf den ersten Mann in Genf,<br />
keine typische First Lady, falls sie es würde. Ihr erster Mann<br />
war der Besitzer von Heinz Ketchup. Sie erbte nach dessen Tod das Imperium.<br />
Sie ist interessant , intelligent, sagt ihre Meinung, was natürlich<br />
gefährlich sein kann. Manager von Wahlkämpfen wollen lieber<br />
risikolose Kandidatenfrauen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Hat Kerry eigentlich Kinder und einen Hund?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat mehrere Töchter. Hund weiß ich<br />
nicht. Eine Tochter studiert Medizin, half jetzt aber bei der Kampagne<br />
aus. Teresa Heinz-Kerry hat 3 Söhne, die sind jetzt eine harmonische<br />
Patchwork Familie, wie man hört.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den harten Fakten des Kampagnen-Lebens: Was macht<br />
Kerry jetzt, da er nicht mehr jeden Dienstag automatisch in den Nachrichten<br />
landet?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Genau um weiter in den Schlagzeilen zu bleiben,<br />
werden weiterhin die Vorwahlen wie geplant stattfinden. Er muss jetzt<br />
vor allem Geld sammeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> John Kerry ist in den letzten Wochen noch mehr gehypt<br />
worden als zuvor sein innerparteilicher Rivale Howard Dean. Von Dean<br />
spricht heute kaum noch jemand. Bis November kann viel passieren &#8211; wie<br />
kann Kerry sich davor schützen, wie Dean abzustürzen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Kerry hat richtige Stimmen bekommen. Dean hatte<br />
nur Umfragen. Übrigens: In seinem Heimatstaat hat Dean gestern<br />
die Vorwahl gewonnen &#8211; in Vermont &#8211; obwohl er gar nicht mehr kandidierte.<br />
Was Kerry angeht: Er wird die Partei hinter sich sammeln und alle die<br />
Bush loswerden wollen, müssen ihn jetzt unterstützen. Alternative:<br />
Vier weitere Jahre Bush. Also: Selbst wer lieber Dean gehabt hätte,<br />
unterstützt jetzt Kerry.
</p>
<p>
<b>Manu:</b> Wie steht Kerry zu Themen wie Kyoto-Protokoll und Internationaler<br />
Strafgerichtshof, etc?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er sagt, er wolle Amerika wieder in das Konzert<br />
der Welt eingliedern und wirft Bush vor, er habe Amerika isoliert. Er<br />
hat auch ein paar Umweltideen: Er will Amerika vom Öl unabhängiger<br />
machen, Energiesparsamkeit propagieren etc. Aber Vorsicht: Auch wenn<br />
er Kyoto unterschriebe (nicht sicher), im Kongress bekäme das keine<br />
Mehrheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vor vier Jahren haben einige Demokraten die Grüne<br />
Partei angefeindet, weil deren Kandidat Ralph Nader Al Gores Sieg verhindert<br />
habe. Wie gefährlich kann der mittlerweile unabhängige Bewerber<br />
Nader den Demokraten in diesem Jahr noch werden?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Wenn es sehr knapp wird, natürlich schon gefährlich,<br />
aber diesmal weiß die Linke: Wenn zu viele Stimmen an Nader gehen,<br />
dann haben sie wieder Bush.
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Wird die von Bush angekündigte neue Raumfahrtstrategie<br />
eine Rolle für die Wähler spielen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Raumfahrtrede hat nicht die große Begeisterung<br />
ausgelöst. Zwar fand eine Mehrheit die Idee klasse, aber sie finden<br />
gar nicht klasse, dass man dafür so viel Geld ausgeben soll, wo<br />
es doch daheim genug Probleme gibt und das Geld lieber im Alltag gebraucht<br />
werden sollte.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Rolle spielt die Religion? Bush setzt sehr auf<br />
die Hardcore-Gläubigen.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ein wichtiger Punkt, Religion spielt hier eine große<br />
Rolle. Ein Atheist hätte keine Chance. Ich erinnere an den Riesenerfolg<br />
des Films Passion, gerade in diesen Tagen. Bush hat die sogenannte &quot;Religiöse<br />
Rechte&quot; auf seiner Seite. Seine Initiative, die gleichgeschlechtlichen<br />
Ehen durch einen Verfassungszusatz zu verbieten, zielt genau auf diese<br />
Wählergruppe. Kerry wird sich auf jeden Fall als ebenfalls gläubiger<br />
Christ darstellen und versuchen, Bush das Monopol auf Religiosität<br />
streitig zu machen.
</p>
<p>
<b>benutzer:</b> Befürwortet Kerry die Todesstrafe?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gebe zu: Ist mir nicht geläufig. Sein Heimatstaat,<br />
Massachussets hat sie meines Wissens nicht. Aber wenn er darauf angesprochen<br />
wird, hat er keine Wahl: Er müsste sagen, dass er sie befürwortet,<br />
sonst wäre er erledigt. Erinnern wir uns: Clinton flog mitten im<br />
Wahlkampf 1992 zurück nach Arkansas, um dort als Gouverneur ein<br />
Todesurteil zu unterschreiben . Signal: ich bin kein Weichei, ich bin<br />
ein &quot;New Democrat&quot;, wie es damals hieß.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Todfeind Nr.1:
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wenn Osama bin Laden gefasst wird, hat Kerry doch keine<br />
Chance mehr, oder?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> So was könnte aber auch verpuffen, siehe Saddam<br />
Hussein. War ein Riesenerfolg für Bush, dann kamen die Demokraten<br />
groß in die Schlagzeilen. Der eigene Waffeninspektor sagt: Es<br />
gab keine Massenvernichtungswaffen und wir werden auch keine mehr finden.<br />
Was folgten, waren zwei schlechte Wochen für Bush und Hussein war<br />
erst mal wieder vergessen. Aber es stimmt: Es wäre ein Riesenerfolg.<br />
Inwieweit wahlentscheidend, hinge sicher auch vom Zeitpunkt ab.
</p>
<p>
<b>Dr. Kampulus:</b> Religion, Raumfahrt, militärische Karriere,<br />
Irakpolitik &#8211; stimmt die alte Wahrheit &quot;it&#8217;s the economy, stupid&quot;<br />
nicht mehr? Sollte Kerry nicht Wirtschaftsstrategien predigen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Letztenendes ist die Wirtschaft immer wahlentscheidend,<br />
wenn sie gut oder schlecht genug läuft. Im Augenblick wächst<br />
die Wirtschaft, in den letzten zwei Quartalen sogar deutlich. Aber es<br />
hat sich auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausreichend bemerkt gemacht.<br />
Also ist die Frage: Gibt es bis zum Herbst das Gefühl eines Aufschwungs<br />
oder nicht? Wenn kein weiterer Anschlag erfolgt, wird man sich sicher<br />
fühlen und die Wirtschaft wird großes Gewicht haben. Gibt<br />
es einen Anschlag in den USA, wird das Thema Sicherheit wieder beherrschend<br />
sein. Im Irak sieht es so aus, als ob die Regierung alles tut, um den<br />
Anschein einer Stabilisierung zu erwecken. Machtübergabe im Sommer<br />
nach Wahlen, wie auch immer die aussehen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wie ist Kerrys Verhältnis zur CIA?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Geheimdienste gelten hier nicht als grundsätzlich<br />
verdächtig. Kerry ist aber kritisch nach den letzten Pannen bei<br />
der Auswertung von Infos über das Bedrohungspotential des Irak.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann weiter zur 4. Gewalt: Keine andere Demokratie<br />
der Erde wird so sehr vom Fernsehen aus regiert. Welche Rolle spielen<br />
die US-Networks im Wahlkampf? Stehen sie – wie Teile der Presse<br />
oder des Rundfunks – eindeutig auf der einen oder anderen Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die großen Networks versuchen peinlich, sich<br />
nicht zu einer Seite zu bekennen. Anders bei FOX von Rupert Murdoch,<br />
deren Slogan ist zwar &quot;fair and balanced&quot; (fair und ausgewogen),<br />
aber die sind unverblümt im Bush Lager. Es gibt noch nichts Entsprechendes<br />
auf der Linken Seite.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bush ist wegen diverser Lügen im Zusammenhang<br />
mit dem Irak-Krieg in der Defensive. Analysten betonen aber immer wieder,<br />
dass Bush seinen Wahlkampf noch gar nicht begonnen hat und verweisen<br />
auf das viele Geld, das Bush dafür zur Verfügung hat. Kann<br />
Bush sich aus der Glaubwürdigkeitskrise seiner Regierung freikaufen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Frage ist zwar zugespitzt, aber natürlich<br />
nutzt die beste Botschaft nichts, wenn man kein Geld hat, sie an den<br />
Mann bzw. die Frau zu bringen. Alle sind sich einig: Wenn Bush mit einem<br />
Flächenbombardement von Werbespots anfängt, wird das Wirkung<br />
haben. Ich habe noch einen Aspekt: Interesse?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Also dann: Als Clinton 1996 um die Wiederwahl kämpfte,<br />
da hatte er viel Geld in der Kasse und er hat es so eingesetzt: Er hat<br />
gegen Bob Dole noch vor den Parteitagen sehr viel Geld für Werbung<br />
ausgegeben und damit zwei Dinge erreicht: Erstens &#8211; er hat die Themen<br />
gesetzt. Zweitens &#8211; er hat Dole definiert, ihm ein negatives gleich<br />
altes Image verpasst, bevor der selbst eine Chance hatte, sich den Wählern<br />
vorzustellen. Das wollen die Bush Leute jetzt auch so machen. Also Themen<br />
setzten und Kerry ein Image verpassen, bevor der selbst sich vorstellen<br />
kann. Deshalb &#8211; siehe oben: Geld sammeln, Geld sammeln, Geld sammeln,<br />
dass ist für Kerry jetzt Priorität Nr. eins.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Bedeutung haben die Wahlkampfmanager? Kerry hat<br />
seine ja von Kennedy geerbt.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Richtig, Kerry und Kennedy sind beide aus Massachussets.<br />
Also die Rolle der Manager ist immens. Letztlich hat natürlich<br />
die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag, aber die Manager<br />
beraten, welches Thema die Wähler interessiert, welche Schwachstelle<br />
der Gegner hat etc. &#8211; wieder mal Clinton: Wisst ihr noch, als Hillary<br />
erst angepriesen wurde als aktive First Lady und dann nach der negative<br />
Presse in der Wahl 1996 mit neuem diskreteren Image auftrat? So läuft<br />
das.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Wahl am 2.11.:
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Hat man inzwischen vorgesorgt, dass es bei der Wahl<br />
im November keine Pannen mehr gibt?
</p>
<p>
<b>lifestyler:</b> Wissen Sie, ob es dieses Jahr genauere Wahlmaschinen<br />
geben wird und auch keine dubiosen Wahlberechtigungsentzüge? Es<br />
könnte zwischen Kerry und Bush ja knapp werden.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Einige Dinge sind immer noch etwas besorgniserregend.<br />
Es gab Artikel darüber, was inzwischen behoben ist, was noch nicht.<br />
Aber es gibt einen enormen Druck, dass alle Walkreise bis November ordentlich<br />
mit sicheren Maschinen ausgestattet sind.
</p>
<p>
<b>Bean:</b> Bushs Verfassungsvorschlag zur Homoehe, wie beeinträchtig<br />
das seine Chancen und wie steht Kerry dazu?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das war ganz klar Bushs Geschenk an die rechte Basis,<br />
aber es motiviert auch die Gegenseite. Ist noch nicht klar, wie Nutzen<br />
und Schaden sich die Waage halten, wenn der Kongress jetzt darüber<br />
wirklich debattiert und das Thema lange im Kongress Thema ist, dann<br />
hätte er ein Thema gesetzt. Aber Kerry wird sagen, dass ist ein<br />
weiterer Beweis dafür, dass Bush ein &quot;Spalter&quot; ist und<br />
kein „Versöhner&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Medien/Movies:
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Vielleicht noch dazu: wie wird Hollywood wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die sind wieder ziemlich im Demokratischen Lager.<br />
Vor allem was Wahlkampfspenden angeht. Allerdings gibt es neue Obergrenzen:<br />
2000 Dollar pro Person. Das heißt, die großen privaten Spenden<br />
sind diesmal gedeckelt.
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Welchen Effekt könnte ein Präsident Kerry<br />
auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie wissen es vermutlich besser als ich. In Deutschland<br />
würde das amerikanische Image wohl deutlich besser. Umgekehrt würde<br />
Kerry sicher auf Europa und die UNO zugehen, aber er dürfte auch<br />
nicht zu weich erscheinen. Noch was: Der Kalte Krieg ist vorbei und<br />
dieser Umstand führt zu Veränderungen, mit denen jede Regierung<br />
zu tun hätte.
</p>
<p>
<b>kennedie:</b> Stimmt es, dass die USA politisch so tiefgehend gespalten<br />
sind wie noch nie?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das hat man schon vor vier Jahren gesagt. Man nannte<br />
es die 50:50 Nation. Ich merke allerdings wirklich einen rechthaberischen<br />
Ton in der Debatte, der mich sonst eher an Deutschland erinnert. Wir<br />
werden ja schnell pampig und meinen oft, Recht haben sei alles. Früher<br />
ging es hier eher um den höflichen Austausch von Meinungen, aber<br />
jetzt klingt es irgendwie gereizter, es ist ja auch ernster geworden.
</p>
<p>
<b>Aluas:</b> Inwieweit könne die anderen ausgestiegenen Nominierten<br />
Kerry in seinen Kampagnen unterstützen und tun sie dieses überhaupt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Tun sie alle. Dean hatte gesagt: Er unterstütze,<br />
wer auch immer die Kandidatur bekomme und Edwards hat gerade gesagt<br />
(vor knapp 2 Stunden): Er unterstütze Kerry.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Blick in die Kristallkugel:
</p>
<p>
<b>TSoul:</b> Wer wird die Wahl gewinnen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ich wage keine Prognosen. Bush ist schlagbar. Das<br />
war vor einem halben Jahr noch nicht der Fall. Es wird also mindestens<br />
kein langweiliges Jahr. Mehr wage ich nicht zu sagen. Von dem her, was<br />
bisher bekannt ist, hat Bush immer noch gut Chancen. Nur weil jetzt<br />
die Kritik der Demokraten in den Schlagzeilen ist, heißt das noch<br />
nicht, dass er in der Bredouille ist. Aber er muss kämpfen, mehr<br />
als er und seine Partei dachten. Ich danke euch / ihnen sehr für<br />
das Interesse. Wir werden weiter versuchen, gut von hier zu informieren.<br />
Was hier passiert, betrifft ja nicht nur Amerika, sondern auch den Rest<br />
der Welt. Alles Gute und bis bald wieder im ARD-Programm.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, vielen Dank für<br />
das Interesse und die zahlreichen Fragen. Herzlichen Dank, Herr Buhrow,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie wie alle anderen auch auf den Seiten der Veranstalter. Der nächste<br />
Chat findet übrigens am Montag, 8. März ab dreizehn Uhr statt.<br />
Chat-Gast am offiziellen Tag der Frau ist dann Barbara Lochbihler, Generalsekretärin<br />
von amnesty international. Das tacheles.02-Team wünscht noch einen<br />
schönen Abend!
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Herzlichst Ihr Tom Buhrow!</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/us-wahlkampf-wird-eine-schlammschlacht-240/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
