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	<title>John Kerry &#8211; politik-digital</title>
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	<title>John Kerry &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Warum George Bush Präsident bleibt und John Kerry Präsident wird: Eine Fortsetzung</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer sich noch auskennt, ist zu bewundern. Seit Jahresbeginn werden wir fast täglich mit Umfragen konfrontiert und wissen weniger als jemals zuvor, wer Präsident der USA wird. Nationale Umfragen sind für die Kampagnedynamik wichtig, für Prognosen stellen sie aufgrund des Wahlsystems einen wertlosen Schönheitswettbewerb dar. Hinzu kommt der X-Faktor, dass eine Erhöhung der Wahlbeteiligung zu erwarten ist und erstmals registrierte Wähler eine Unbekannte darstellen, deren Wahlverhalten kaum vorhersagbar ist. Lässt sich selbst bei einer detaillierten Analyse der Daten nicht mehr sagen? Doch, aber mit gleichermaßen guten Argumenten für beide Seiten als Sieger.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wer sich noch auskennt, ist zu bewundern. Seit Jahresbeginn werden wir fast täglich mit Umfragen konfrontiert und wissen weniger als jemals zuvor, wer Präsident der USA wird. Nationale Umfragen sind für die Kampagnedynamik wichtig, für Prognosen stellen sie aufgrund des Wahlsystems einen wertlosen Schönheitswettbewerb dar. Hinzu kommt der X-Faktor, dass eine Erhöhung der Wahlbeteiligung zu erwarten ist und erstmals registrierte Wähler eine Unbekannte darstellen, deren Wahlverhalten kaum vorhersagbar ist. Lässt sich selbst bei einer detaillierten Analyse der Daten nicht mehr sagen? Doch, aber mit gleichermaßen guten Argumenten für beide Seiten als Sieger.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="fett">Bush gewinnt, weil …</p>
<p class="normal">In der Schlussphase des Wahlkampfes entscheidet sich die Wahl im Kampf um Elektorenstimmen Staat für Staat. Eine Durchsicht der politischen Landkarte von roten Staaten (für Bush) und blauen Staaten (für Kerry) ergibt &#8211; siehe u.a.<br />
                            <a href="http://www.realclearpolitics.com/Presidential_04/RCP_Electoral_Count_Chart.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.realclearpolitics.com</a> und<br />
                            <a href="http://www.electoral-vote.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.electoral-vote.com</a>  &#8211; gegenwärtig (Mitte Oktober) Vorteile für Bush. Kerry muss zwei der drei großen Schlüsselstaaten &#8211; Florida, Ohio und Pennsylvania &#8211; gewinnen. Das ist schwierig. Bush hingegen könnte eine mögliche Niederlage in Ohio theoretisch mit Siegen in Iowa, Missouri und Wisconsin ausgleichen. Als Überraschungen in der Wahlnacht sind Staatenverluste von Kerry wahrscheinlicher.</p>
<p>Aufgrund der momentanen Polarisierung in den USA wird unter den Unentschlossenen keine entscheidende Wählerwanderung zum Herausforderer einsetzen. Knapp ist ein relativer Begriff, für einen klaren Sieg unter den Elektoren genügen für Bush wenige Prozentpunkte. Bill Clinton und George Bush senior lagen in der Volkswahl 1992 bzw. 1988 fünf bis sieben Prozentpunkte voran und gewannen 80 und 70 Prozent der Elektorenstimmen.</p>
<p>Die Fernsehdebatten haben Kerry zurück ins Spiel gebracht, ohne seinen Erfolg vor allem im ersten TV-Duell wäre alles klar und Bush sein eigener Nachfolger. Im Unterschied zu 1980 &#8211; damals gewann Reagan in der einzigen Fernsehdebatte gegen Carter und eine Woche später die Wahl &#8211; gab es aber eine zweite und dritte Debatte sowie vor allem eine 20 Tage-Frist bis zum Wahltag. Kerry wird für einige Zeit den Debattenaufschwung in den Umfragen genießen, dann gleicht sich das aus.</p>
<p>Die USA sind außerdem ein ideologisch Mitte-rechts-orientiertes Land. In Umfragen bezeichnen sich mehr als 35 Prozent der Amerikaner als konservativ, bis zu 45 Prozent als gemäßigt und weniger als 10 Prozent als liberal. Kaum jemand aus der erstgenannten Gruppe stimmt für Kerry, der &#8211; obwohl von der Bush-Kampagne erfolgreich als Liberaler diskreditiert &#8211; in der gemäßigten Mitte eine unwahrscheinlich große Mehrheit erreichen müsste. Bush kann die Terrorängste als Motiv für gemäßigte Wähler nutzen, die 2000 nicht für ihn gestimmt haben.</p>
<p>Ein Charakteristikum des Wahlkampfs 2004 ist, dass – im Unterschied zu Präsidentschaftswahlen bis 2000 und mit Vorteilen für George Bush – nicht die persönliche Integrität und Moral der Kandidaten im Mittelpunkt stand, sondern Führungskompetenz und starke Überzeugungen. Kerry ist Opfer der republikanischen Flip-Flop-Kampagne, demzufolge er angeblich laufend seine Meinung ändert.</p>
<p>Ungeachtet seiner Eloquenz und intellektueller Vorteile für Kerry wirkt er steif und unnahbar. Bush schafft es, sich als leidenschaftlicher Konservativer &#8211; nach dem Konzept des compassionate conservativism &#8211; zu geben und mit den Menschen in Verbindung zu treten. Das erklärt beispielsweise seine verblüffend positiven Werte im Bildungsbereich als demokratisches Kernthema. In der Frage, wer sich mehr um die Anliegen der Menschen kümmert, gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jeder Demokrat außer Kerry lag 10 bis 15 Prozentpunkte in Führung, sogar wenn er als Wahlverlierer endete.</p>
<p>Ach ja, und als Muster ohne Wert: Entgegen der europäischen Wahrnehmung lag der Präsident im Durchschnitt aller Meinungsumfragen (siehe<br />
                            <a href="http://www.realclearpolitics.com/Presidential_04/chart3way.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.realclearpolitics.com</a>) seit Ende August bis zum aktuellen Stand Mitte Oktober stets in Führung.</p>
<p>
                              <strong>Kerry gewinnt, weil …</strong>
                            </p>
<p>Ist demzufolge das Horrorszenario für drei Viertel der deutschsprachigen Öffentlichkeit Gewissheit? Mitnichten. Bush würde als Amtsinhaber in den aktuellen Umfragen einen deutlichen Vorsprung benötigen, der ihm fehlt. Die Zahl der unentschlossenen Wähler ist 2004 vergleichsweise gering, doch nach jahrzehntelanger Erfahrung zeigt sich, dass diese am Wahltag zu Hause bleiben oder für den Herausforderer stimmen. Die gemäßigten Wähler sind gegen Bush eingestellt und warten geradezu darauf, dass Kerry sie überzeugt.</p>
<p>Kerry verfügt insbesondere über mehr Raum, noch Stimmen zu gewinnen. In zahlreichen Schlüsselgruppen &#8211; (weiße) Frauen mit mittlerem Bildungsgrad und Einkommen, (weiße) Senioren, (weiße) Katholiken liegt er um bis zu 10 Prozentpunkte unter den Sympathiewerten für seine Demokratische Partei, ist aber im Aufholen (siehe<br />
                            <a href="http://www.democracycorps.com/reports/analyses/A_Multitude_of_Opportunities.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interne Analysen</a> seines Teams ). Bush als aufgrund der Ausnahmesituation 9/11 überdurchschnittlich beliebter Republikaner &#8211; „Security Moms“ etwa stellen bisher ihre Angst vor Terror über ihre Existenzängste im täglichen Leben als typisches Kerry-Thema &#8211; kann praktisch nur verlieren. Auch Ralph Nader kostet Kerry in den Umfragen Stimmen, die jedoch zum Teil gewinnbar sind.</p>
<p>In allen innenpolitischen Themenbereichen von der Gesundheitspolitik bis zur Wirtschaft liegt Kerry voran. Es wird für Bush nicht genügen, als mitfühlender Konservativer im persönlichen Kontakt zu punkten und Terrorängste zu schüren, wenn er thematisch als Niete angesehen wird. Bezeichnenderweise gibt es in der Bush-Kampagne kaum eine Positivbotschaft, sondern lediglich Negativattacken auf Kerry.</p>
<p>Genauso ist sowohl als Persönlichkeit als auch inhaltlich der Spielraum nach oben für Kerry größer. Er kann als Neuling im Präsidentschaftswahlkampf seine Bekanntheit, sein Image und seine Themenkompetenz laufend steigern. Bush als Amtsinhaber kann das nicht. Wen er bis jetzt nicht überzeugt hat, der will nichts von ihm wissen. Gelingt es Kerry, sein politisches Konzept für die Zukunft zu kommunizieren, ist er als Alternative zu Bush unschlagbar. Die republikanische Propaganda ist übrigens Unsinn: Entweder Kerry war und ist extrem liberal oder ein Flip-Flop ohne wirkliche Überzeugung. Beide Vorwürfe zusammen machen keinen Sinn, Das fällt auch dem Wähler auf.</p>
<p>                            <strong>Und nach der Wahl?</strong></p>
<p>Wer wirklich gewinnt, wissen wir am 2./3. November &#8211; oder am Tag X, an dem ein offizielles Wahlergebnis vorliegt. Die Kampagneteams versuchen die Wahl zur Abstimmung über den jeweiligen Opponenten zu machen. Ist das strategisch richtig, könnte man zynisch sagen: Wird über Bush abgestimmt, gewinnt Kerry. Gibt es eine Entscheidung für oder gegen Kerry, gewinnt Bush. Unabhängig vom Wahlsieger hätte der mächtigste Mann der Welt primär Gegner des Gegenkandidaten und erst in zweiter Linie eigene Anhänger als politische Basis.</p>
<p>Eine Konsequenz des bisher negativsten Präsidentschaftswahlkampfes in der Geschichte steht ohnedies außer Streit: Die Vertiefung der Kluft in der US-amerikanischen Gesellschaft und ein nachhaltig zerstörtes Klima für den öffentlichen Diskurs zwischen Republikanern und Demokraten. Wer immer gewinnt, diesbezüglich ist keine Besserung in Sicht.</p>
<p>Peter Filzmaier ist Ao. Professor für Politikwissenschaft und Abteilungsleiter für Politische Bildung und Politikforschung an der Universität Klagenfurt,<br />
                            <a href="http://polbil.uni-klu.ac.at/filzmaier">http://polbil.uni-klu.ac.at/filzmaier</a>, und war bis Mitte Oktober als Wahlforscher in den USA.</p>
<p>
                              <a href="wer_gewinnt001.shtml">Zum ersten Teil</a><br />
                              <br />
                              <a href="wer_gewinnt002.shtml">Zum zweiten Teil</a>
                            </p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wer die US-Wahl gewinnt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[
                            Zwei Monate vor den Wahlen erläutert US-Experte Prof. Filzmaier, welche Faktoren jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für George Bush oder John Kerry sprechen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <br />Zwei Monate vor den Wahlen erläutert US-Experte Prof. Filzmaier, welche Faktoren jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für George Bush oder John Kerry sprechen.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Niemand weiß in den Anfängen des Intensivwahlkampfes, wer am 2. November 2004 die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnt. Dieser beginnt Anfang September nach dem republikanischen Parteitag und dem Labor Day bzw. unmittelbar vor dem symbolträchtigen 11. September. Alle bisherigen Meinungsumfragen waren Schönheitswettbewerbe für einen effektvollen horse race-journalism &#8211; „Kandidat A liegt knapp in Führung, wird von B überholt, holt sich aber die Spitzenposition zurück, &#8230;!“, heißt es mit sich überschlagender Stimme im Stil der Reporter von Pferderennen -, lassen aber keine sinnvolle Prognose zu.</p>
<p>
                            <span class="fett">Unsinnige Zahlenspiele</span><br />
                            <br />Die Zustimmungsraten für die Politik George Bushs liegen vor dem republikanischen Parteitag um 50 Prozent. In den Umfragen pendeln Bush und Kerry seit Januar 2004 zwischen 40 und 50 Prozent zuzüglich einiger Anhänger von Ralph Nader. Das lässt lediglich die Schlussfolgerung zu, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine knappe Wahl („too close to call“) zu erwarten ist, und der Anteil unentschlossener Wechselwähler (key swing vote) mit etwa 10 Prozent überraschend gering ist. Kein seriöser Politikforscher wird sich auf endgültige Prognosen einlassen. Falsch ist allerdings die Tendenz einer leichten Favoritenstellung für John Kerry in der &#8211; aufgrund des Popularitätstiefs von Bush in EUropa sehr selektiven &#8211; Wahrnehmung auf unserer Seite des Atlantiks.</p>
<p>Vor allem aber ist es unsinnig, nationale Umfragen als Durchschnittswert heranzuziehen, anstatt sich für Wahlprognosen auf Veränderungen in den Schlüsselstaaten zu konzentrieren. In 11 Staaten betrug die Differenz im Wahlergebnis 2000 weniger als vier, in fünf Staaten sogar weniger als 0,5 Prozentpunkte. Als wahlentscheidende battlegrounds gelten 2004 neben Florida vor allem Pennsylvania und Ohio mit insgesamt 68 bzw. fast 13 Prozent von 538 Elektoren.</p>
<p>Mit anderen Worten: Wenn Kerry etwa in den bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien und New York seine Führung ausbaut, bringt ihn das logischerweise auch in einer nationalen Umfrage nach vorne &#8211; und ist vollkommen irrelevant, weil er beide Staaten mit 55 bzw. 31 Elektorenstimmen in Wahrheit längst (fast) sicher hat und es für die Größe seines Vorsprungs keine Zusatzpunkte gibt. Genauso unerheblich und nur das Gesamtbild verzerrend ist, ob Bush in Texas mit 60, 70 oder 80 Prozent der Stimmen gewinnt, weil er nach dem „winner takes all“-Prinzip ohnehin alle 34 Elektoren seines Heimatstaates gewinnt.</p>
<p>Voraussichtlich wird uns die convention bounce für George Bush – als convention bounce bezeichnet man ein meistens nur kurzfristiges Umfragehoch für den jeweiligen Kandidaten nach einem Parteitag bzw. Nominierungskonvent – schon morgen oder übermorgen neue Spekulationen bescheren. Welche Faktoren sprechen aber aus analytischer Sicht und jenseits der Zahlenspiele von Umfragen für einen Wahlsieger Bush oder Kerry?</p>
<p>
                            <span class="fett">Bush gewinnt, weil &#8230;</span><br />
                            <br />Aufgrund seines Amtsinhaberbonus müsste George W. Bush über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verfügen. Zumindest bis zum Nominierungskonvent der Demokraten Ende Juli, aber auch bei politischen Anlässen bis zum Wahltag, verfügt er über Gratissendezeit im Fernsehen, weil er als Präsident automatisch Teil der Nachrichtenberichterstattung ist. Kerry war für die breite Öffentlichkeit nach den gewonnenen Vorwahlen vergleichsweise uninteressant und ist es für einen möglicherweise wahlentscheidenden Bevölkerungsanteil immer noch.</p>
<p>Hinzu kamen monatelang große Geldvorteile für Werbespots. Denn Bush hat frühzeitig hunderte Millionen Dollar angespart, mit Sommerbeginn verfügte er nach offiziellen Angaben &#8211; die Dunkelziffer ist hoch &#8211; über das Vierfache an unmittelbar abrufbaren Bargeldreserven. Auch insgesamt &#8211; d.h. über einen längeren Zeitpunkt berechnet &#8211; hatte Kerry lange Zeit weniger als die Hälfte des Geldes von Bush zur Verfügung, und hat noch dazu den Großteil bis zu seinem Vorwahlsieg am 2. März ausgeben müssen. Es ist zweifelhaft, ob Kerry seinen erheblichen Fundraising-Nachteil ausgleichen kann bzw. es in einem achtmonatigen statt achtwöchigem Intensivwahlkampf es zu lange gedauert hat, bis Kerrys Fundraiser die Kassen wieder gefüllt haben.</p>
<p>
                            <span class="fett">&#8230;er Wahlgeschenke hat</span><br />
                            <br />Ein amtierender Präsident verfügt außerdem über das Privileg, Wahlgeschenke verteilen zu können. Von Steuersenkungen bis Sozialleistungen steht Bush ein weites Feld offen, sich Sympathien zu erkaufen. Selbstverständlich kann er dabei besonderes Augenmerk auf Schlüsselstaaten legen, so dass der Präsident beispielsweise unzählige Besuche in Ohio und Pennsylvania absolviert, um Regierungsprogramme anzupreisen. Zuletzt wurde der Rückzug von US-Truppen aus Europa bezeichnenderweise bei einer Rede in Ohio verkündet.</p>
<p>Seit dem Zweiten Weltkrieg hat außerdem kein Präsident die Wahl verloren, der als Amtsinhaber antrat und parteiintern nicht herausgefordert wurde. Eisenhower 1956, Reagan 1984 und Clinton 1996 feierten Start-Ziel-Siege. Nur wenn sich, wie bei Ford 1976, Carter 1980 und Bush sr. 1992 eine Opposition innerhalb der eigenen Partei ergab – diese verringerte durch kompetitive Vorwahlen u.a. automatisch den beschriebenen Finanzvorteil -, scheiterte ein amtierender Präsident im Wahlkampf. Über die historische Statistik hinaus verfügt Bush unbestritten über den Rückhalt einer geschlossenen Republikanischen Partei.</p>
<p>Schließlich profitiert Präsident Bush ungeachtet der schwankenden Zustimmung für seine Politik (approval ratings) immer noch von persönlichen Sympathiewerten nach dem 11. September (favorable ratings), die ihn trotz nunmehr dokumentierten Geheimdienst-Versagen und Folterskandal im Irak gegenüber dem hölzern wirkenden Kerry voran sehen. Dieser müsste außerdem, ebenfalls zeitgeschichtliche Vergleichsgröße für Kandidaten der Demokratischen Partei, in mindestens fünf Süd- bzw. südlich gelegenen Staaten gewinnen, was momentan trotz seines südstaatlichen Vizepräsidentschaftsbewerbers John Edwards als aussichtslos gilt.</p>
<p>
                            <span class="fett">Kerry gewinnt, weil &#8230;</span><br />
                            <br />Ist demzufolge John Kerry absolut chancenlos?<br />
                            <br />Neben dem Vorteil der frühzeitig entschiedenen Vorwahlen &#8211; deren Fortführung als Wettbewerb bis Juni hätte die Demokraten zersplittert &#8211; sind es vor allem Schwächen im Erscheinungsbild und in der Amtsführung des Präsidenten, die John Kerry zum Sieger machen könnten. 2,5 Millionen Arbeitsplätze weniger und ein Rekorddefizit machen die Wirtschaftsbilanz des Präsidenten trotz jüngster Aufschwungsignale zum Desaster, nach Clintons Triumph 1992 hieß es „It’s the economy, stupid!“. Vor allem heißt es das derzeit in Ohio, wo prompt eine leichter Vorteil Kerrys in den Umfragen feststellbar ist.</p>
<p>Die Außenpolitik des Präsidenten ist zwar für viele US-Amerikaner eine Erfolgsgeschichte, aber das Dilemma um ignorierte Sachinformationen zugunsten des Irak-Kriegs und nicht gefundene bzw. erfundene Massenvernichtungswaffen &#8211; inklusive eines sehr fragwürdigen Humors, als er diese kichernd vor laufenden Kameras im Weißen Haus symbolisch suchte &#8211; führte Bush an den Rande des Abgrunds. Durch die Folterbilder ist er fast schon einen entscheidenden Schritt weiter.</p>
<p>
                            <span class="fett">&#8230;die kleinen Dinge entscheiden</span><br />
                            <br />Kommt es zu weiteren terroristischen Anschlägen, geht sogar der Mythos des 11. September und der inneren Sicherheit verloren. Bush profitiert vom seinerseits &#8211; siehe Michael Moores Fahrenheit 9/11 &#8211; sorgsam geschürten Angstgefühl der Bevölkerung, nicht aber wenn dieses sich als gerechtfertigt erweist. Administrative Skandale von unterdrückten Geheimdienstinformationen bis zur Verbindung von Vizepräsident Cheney mit dem Ölkonzern Halliburton können Bush endgültig in den Abgrund fallen lassen.</p>
<p>Kerry gewinnt aber primär, wenn eine Mehrheit der US-Amerikaner die Schlüsselfrage, ob es Ihnen persönlich besser geht als vor vier Jahren &#8211; „Are you better than you were four years ago?“ &#8211; in wirtschaftlicher Hinsicht sowie auf das Gesundheits- und Sozialsystem bezogen jeweils mit einem klaren Nein beantwortet. Weniger die Außen- und Sicherheitspolitik als die kleinen Dinge des täglichen Lebens und deren Überteuerung in den USA müssten Bush zum Wahlverlierer machen.<br />
                            <br />Gut an demokratischen Wahlen ist jedoch, dass wir vorher nicht wissen, wie es wirklich ausgeht.</p>
<p>Der Autor Peter Filzmaier ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Klagenfurt und Autor des Buches Wahlkampf um das Weiße Haus: Präsidentschaftswahlen in den USA (Opladen, Leske&amp;Budrich 2001).</p>
<p>                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/wer_gewinnt002.shtml">weiter zum zweiten Teil</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum George W. Bush jr. Präsident bleibt und John F. Kerry Präsident wird</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wer_gewinnt002-shtml-3084/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                            Laut US-Experte Prof. Filzmaier bestimmen vier Faktoren das Stimmverhalten der Bürger in den USA. Dazu zählen das Image von Bush und Kerry oder die Themen des Wahlkampfes.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <br />Laut US-Experte Prof. Filzmaier bestimmen vier Faktoren das Stimmverhalten der Bürger in den USA. Dazu zählen das Image von Bush und Kerry oder die Themen des Wahlkampfes.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Traditionell werden in der US-amerikanischen Politikwissenschaft vier Faktoren unterschieden, die das Stimmverhalten der Bürger in Präsidentschaftswahlen beeinflussen:</p>
<p>· Parteizugehörigkeit (party identification)<br />
                            <br />· Persönlichkeit und Image (candidate image)<br />
                            <br />· Themen (issues)<br />
                            <br />· Wahlkampfereignisse (campaign events)</p>
<p>Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Partei &#8211; eine Mitgliedschaft im europäischen Verständnis existiert nicht &#8211; ergibt eine Pattsituation. Jeweils etwa ein Drittel der Wähler identifiziert sich im jahrzehntelangen Durchschnitt als republicans, democrats oder independents. Seit den sechziger und siebziger Jahren ist insbesondere eine starke Zunahme der letztgenannten Gruppe festzustellen. Trotzdem gibt es 2004 für beide Kandidaten weniger als sonst zu gewinnen, weil auch ein Grossteil der unabhängigen Wähler sich festgelegt hat und vielleicht nur 10 Prozent noch unentschlossen sind.</p>
<p>
                            <span class="fett">Rot oder blau?</span><br />
                            <br />Zu den entscheidenden Kandidateneigenschaften zählen vor allem Entscheidungsfreudigkeit und Stärke (decisiveness and strength), aber auch Aufrichtigkeit, Empathie, Artikulationsfähigkeit und Intelligenz. Zusätzlich muss wirtschafts- und außenpolitische Kompetenz vermittelt werden. Die strategische Planung der Kandidaten reicht diesbezüglich bis zu Details der Bekleidung, wo rote Krawatten Stärke und blaue Krawatten Empathie symbolisieren sollen.</p>
<p>Konsequenz des candidate image building ist die Präsentation im Wettbewerb stehender Persönlichkeitsbilder (competing personal stories) der Hauptkandidaten spätestens am Beginn eines Wahljahres. Oft ist damit zugleich die Herausgabe eines Buches – siehe John Kerrys A Call to Service &#8211; und von Videos zum beruflichen und privaten Vorleben als Lebensgeschichte verbunden.</p>
<p>Die personal story von Präsident Bush präsentiert ihn als „born again christian“, der nach einer kritischen Lebensphase seinen Glauben und gesicherte Familienwerte (family values) wiederentdeckte. Letzteres ist vor allem in den wahlentscheidenden Südstaaten mit sehr konservativer Orientierung der „White Male Southeners“ als Schlüsselwählergruppe und als Basis eines religiösen Fundamentalismus (religious right) von zentraler Bedeutung. Hier punktet Bush gegen Kerry zu null, und John Edwards kann das trotz südstaatlicher Herkunft als Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten nicht ausgleichen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Macher-Image</span><br />
                            <br />Zudem zeigt sich Bush als erfolgreicher Wirtschafts- und Sportsmann, obgleich beides für die Zeit vor seiner Gouverneurs- und Präsidentenzeit empirisch bedingt belegbar ist. Doch stellt seine Tätigkeit als früherer Präsident eines Major League-Baseball Teams immer noch einen wichtigen Punkt des Lebenslaufes dar. Insbesondere geht es aber darum, eine geschäftsähnliche Führung und Führungskraft im Weißen Haus im Stil eines Vorstandsvorsitzenden (CEO-style) zu signalisieren, und nicht etwa als politischer Moderator zu gelten.</p>
<p>
                            <span class="fett">Störungen</span><br />
                            <br />In Zusammenhang damit steht eine kurzfristig nachweisbar gelungene „Performance“ unter Druck nach dem 11. September 2001. Hinzu kommt Bushs Darstellung als Mann von Überzeugung, der &#8211; in der republikanischen Version im Gegensatz zu John Kerry – für klare und stete Positionen eintritt. Gestört wird das persönliche Drehbuch von George Bush durch mehrere intervenierende Variablen:</p>
<p>Eine schlechte Wirtschaftsbilanz, insbesondere durch Arbeitsplatzverluste bedingt, ein außenpolitisch auch in den USA zunehmend kritisch beurteilte Tätigkeit &#8211; Stichwort Irak-Krieg und die Folgen mit dem negativen Höhepunkt des Folterskandals -,<br />
                            <br />Zweifel an seiner Aufrichtigkeit &#8211; honesty gilt als für einen Präsidenten extrem wichtiger Imagefaktor &#8211; im Zusammenhang mit den Kriegsgründen und nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen im Irak, das gegenüber dem Kriegsheld Kerry besonders schädliche Image eines privilegierten Opportunisten, dem es gelang, einen Kriegsdienst in Vietnam zu vermeiden (momentan Gegenstand einer Serie von negativen Werbespots des Kerry-Teams gegen Bush),<br />
                            <br />ein beschränktes Talent als Redner &#8211; Bush gilt als professionell und effektvoll in vorbereiteten Ansprachen, nicht aber bei spontanen Reaktionen -, und Zweifel an der persönlichen Intelligenz und seinem Allgemeinwissen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Vietnamheld</span><br />
                            <br />John Kerry präsentiert sich seinerseits als Vietnam Hero, der dreimal verwundet wurde und mehrere Tapferkeitsmedaillen erhielt. Nicht zufällig versuchen Bush nahestehende Gruppen ihn diesbezüglich in einer Negativkampagne zu diskreditieren. Politisch verweist Kerry auf seine Erfahrung von 19 Jahren im US-Senat und davor in der einzelstaatlichen Regierung von Massachusetts, die allerdings aufgrund der liberalen Orientierung des Staates und seines früheren Gouverneurs Michael Dukakis – dieser scheiterte in den Präsidentschaftswahlen 1988 u.a. als Todesstrafengegner, Kerry arbeitete als sein Stellvertreter (Lieutenant Governor) – auch kontraproduktiv sein könnte. Ein kursierender Witz verweist darauf, dass er es schaffte, den deklariert liberalen Edward Kennedy als vergleichsweise konservativeren Senator aus Massachusetts erscheinen zu lassen.</p>
<p>Kerry nützt bereits seine Initialen „JFK“, um den Mythos der Erfolgsgeschichte von John F. Kennedy zu bemühen. Gleichzeitig zeigt er sich als dynamischer „outdoorsman“, der gerne und oft photographiert wird sowie riskante Trendsportarten betreibt. Gleichzeitig ist er &#8211; wie alle Präsidenten seit 1988 &#8211; Absolvent der Eliteuniversität Yale, zugleich aber als über Visionen verfügender Vordenker vermarktbar.</p>
<p>
                            <span class="fett">Inszenierung</span><br />
                            <br />Die Qualifikation als praxisferner Träumer ist aber ebenso ein Schwachpunkt wie seine, im Unterschied zum parteiinternen Vorwahlkonkurrenten (und jetzigem Vizepräsidentschaftspartner) John Edwards, trotz aller Photogenität mangelnde Fähigkeit zur Volksnähe . Ein Detail am Rande: Seit Umfragen und focus groups das nachwiesen, begann Kerry auf Veranstaltungen regelmäßig das Sakko auszuziehen, die Krawatte zu lockern und die Ärmel aufzukrempeln.</p>
<p>In seiner Bilanz als Senator könnte Kerry der anhand von Statistiken des Abstimmungsverhaltens (voting records) nachweisbare Wechsel von Positionen bezüglich der zu vermittelnden Schlüsselkompetenz Entscheidungsklarheit und –freudigkeit zum Verhängnis werden (so stimmte er gegen den Ersten Golfkrieg und für den Zweiten Golfkrieg, um später den Militäreinsatz im Irak zu kritisieren). Angreifbar ist zudem seine privilegierte Stellung als mit einer Milliardärin verheiratet, denn wer ist als einfacher Mann glaubwürdig, wenn die Ehefrau in Geld schwimmt?<br />
                            </p>
<table class="normal tidy-3" cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%" border="0">
<tbody>
<tr class="fett" bgcolor="#003399">
<td align="middle" width="50%" bgcolor="#000066" height="19">George W. Bush<br />
                                  </td>
<td align="middle" width="50%" bgcolor="#000066">John F. Kerry</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FF9900">
<td class="fett" align="middle" colspan="2" height="14">positiv</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">born again christian/family values</td>
<td align="middle">Vietnam hero</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">business success</td>
<td align="middle">Yale</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">sports</td>
<td align="middle">outdoorsman</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">CEO style</td>
<td align="middle">Kennedy Esque-style</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">good performance under pressure</td>
<td align="middle">State Government and Senate service</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">man of conviction</td>
<td align="middle">visionary</td>
</tr>
<tr>
<td class="fett" align="middle" bgcolor="#FF9900" colspan="2">negative</td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">awkward speaking ability</td>
<td align="middle">aloof</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">negative record on economy and foreign policy</td>
<td align="middle">both sides of issues</td>
</tr>
<tr bgcolor="#000066">
<td align="middle" colspan="2" height="1"></td>
</tr>
<tr>
<td align="middle">concern about personal intelligence and honesty</td>
<td align="middle">child of privilegue</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                            <span class="klein">© Prof. P. Filzmaier</span></p>
<p>
                            <br />Gegenüber der zentralen Bedeutung des Kandidatenimages verblassen die restlichen Faktoren: Hinsichtlich der Themen entscheidet die Gewichtung, inwieweit die Wähler Außenpolitik, Innenpolitik oder Wirtschaft als am wichtigsten ansehen. Den Kandidaten wird je nach Themenbereich eine unterschiedliche Themenkompetenz zugeordnet, die beispielsweise für Bush gegenüber Kerry in der Außenpolitik positiv, in innenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen aber negativ ist. Als vierter Bereich kam, mit einem weiteren Vorteil Kerrys, das Thema social issues hinzu.</p>
<p>
                            <span class="fett">Warten auf Fehler</span><br />
                            <br />Am unwichtigsten sind im Regelfall einzelne Veranstaltungen usw. im Wahlkampf, die nicht vorhersehbar sind und vor allem durch unerwartete Fehler eines Kandidaten an Bedeutung gewinnen. Das Spektrum reicht von Präsident Ford, der 1976 Polen in einer Fernsehdiskussion wiederholt, d.h. auch auf mehrmalige Nachfrage, als nicht zum Ostblock gehörendes Land bezeichnete, bis zu George Bush jr., der im März 2004 vor laufenden Kameras im Weißen Haus scherzhaft kichernd nach Massenvernichtungswaffensuchte. Einen wirklich ultimativen Fehler haben aber bisher weder Bush noch Kerry begangen. Wir werden also bis zum 2. November warten müssen, um das Wahlergebnis zu erfahren.</p>
<p>Der Autor Peter Filzmaier ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Klagenfurt und Autor des Buches Wahlkampf um das Weiße Haus: Präsidentschaftswahlen in den USA (Opladen, Leske&amp;Budrich 2001).</p>
<p>
                              <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/wer_gewinnt001.shtml">Zum ersten Teil</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/wer_gewinnt003.shtml">Zum dritten Teil</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Linkliste USA-Wahlen 2004</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/wahlkampfus04linkliste-shtml-2810/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wenn sie sich selber ein Bild machen wollen, das Internet steckt voller Informationen über die Wahlen am 2. November. Ein Wegweiser zu den wichtigsten Links. Von Volker Gäng und Markus Wendler. Letzte Aktualisierung am 2.8.04</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.johnkerry.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">John Kerry</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Kerrys Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten galt nach den Erfolgen am &#8220;Super Dienstag&#8221;, an dem in zehn Bundesstaaten gewählt worden war, nur noch als Formalität. So kam es dann auch, dass Kerry auf dem Konvent der Demokraten in Bosten gewählt wurde.</p>
<p>Jüngste Umfragen zeigen, dass er sogar bei der Wahl im November Bush schlagen könnte. Prominenter Unterstützer ist Ted Kennedy. Die aktuellen Inhalte seiner Website sonnen sich im Schein seines Erfolges. Das Design fällt vor allem durch Schlichtheit auf und unterstützt sein Image als wählbaren Staatsmann. Neben einem Weblog ist natürlich das Online-Spendensammeln prominent platziert. Seine Frau Teresa Heinz-Kerry spielt im Wahlkampf eine wichtige Rolle. Die Witwe des Heinz-Ketchup Gründers hat daher ein eigenes Netztagebuch.</p>
<p>
                              <strong>Die ausgeschiedenen demokratischen Kandidaten:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.johnedwards2004.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>John Edwards</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Update: John Edwards geht als Vize-Präsidentschaftskandidat mit John Kerry ins Rennen gegen Bush.<br />
                            <br />Der jugendlich-smarte Anwalt aus dem Süden der USA wechselte erst vor fünf Jahren in die Politik und gilt vielen als der &#8220;neue Bill Clinton&#8221;. Sein jugendliches Aussehen macht ihn für die Fernsehkameras zu einem beliebten Objekt. Aber gegen John Kerry hatte auch er keine Chance und ist am 4.3. offiziell aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen. Offen ist, ob er für das Amt des Vizepräsidenten an der Seite von Kerry bereitstehen wird. Eine Unmenge von Informationen sowie die Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen lassen die Seite überfrachtet wirken. Rote Überschriften und viel Blau nutzt die Seite im Unterschied zum „staatsmännischen“ Grau der Seiten von Kerry und Clark.</p>
<p>
                            <a href="http://www.deanforamerica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Howard Dean</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter linken Demokraten war Howard Dean äußerst populär, und das nicht nur wegen seiner radikalen Kritik an Bushs Außenpolitik. Seine starke Medienpräsenz und die intensive und innovative Internetnutzung sorgte für<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04dean.shtml">Schlagzeilen</a>, in letzter Zeit vermehrt für Negative. Prominenter Unterstützer war Al Gore. Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen in Wisconsin am 18. Februar gab er seine Bewerbung um die Kandidatur auf.<br />
                            <br />Auf seiner Internetseite findet sich ein wildes Farbengemisch, für dass sich der gelernte Arzt Howard Dean eventuell entschieden hat, um auch Menschen mit Rot-Grün-Blindheit einen barrierefreien Zugang zu gewähren. (Check der Website mittels des<br />
                            <a href="http://www.vischeck.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Farblindheits-Simulator Vischeck</a>). Die Seitennavigation ist andernorts besser gelungen. Wiederholt weiß man nicht, wo man sich gerade befindet, zumal die Seite in zwei verschiedenen Layouts gestaltet ist.</p>
<p>
                            <a href="http://www.sharpton2004.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Al Sharpton</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Unter dem Motto &#8220;Keep the Dream Alive&#8221; präsentierte sich mit Al Sharpton der einzige schwarze Kandidat der Demokraten. Dem Pfarrer werden allerdings kaum Chancen eingeräumt. Die wichtigsten Forderungen und Vorhaben Sharptons sind auf der Startseite zu finden. Im „Eckenbrüller“ (Bereich der Seite, der statistisch die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht) wird der User gefragt, was die wichtigsten Themen für die Bürger Amerikas sind. Im Gegensatz zu den Websites der anderen Kandidaten ist keine spanische Version der Website vorhanden.</p>
<p>
                            <a href="http://www.kucinich.us" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Dennis Kucinich</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Kongressabgeordnete aus Ohio mag Gewerkschaften und alternative Energien. Atomwaffen und die Welthandelsorganisation (WTO) lehnt er ab. Dem bekennenden Veganer werden keine Chancen eingeräumt. Ganz im Sinne der amerikanischen Nationalfahne ist die Website in Rot und Blau gehalten. Kucinich erläutert ausführlich seine Ansichten zu den zehn wichtigsten Themen der Politik.</p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.clark04.com/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wesley Clark</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Ein ernstzunehmender Bewerber um die demokratischen Präsidentschaftskandidatur war der Ex-NATO-General Wesley Clark &#8211; bis zum 11. Februar, dann gab er das Rennen auf. Zwei Tage später machte er seine Unterstützung für John Kerry öffentlich. Sein militärischer Hintergrund gab seiner Gegnerschaft zum Irak-Krieg zusätzliches Gewicht. Der aus dem Süden stammende Clark erfreute sich der Unterstützung durch Ex-Präsident Clinton. Die in dezenten Farben gehaltene Seite ist übersichtlich und soll seine Seriösität und Wählbarkeit (electability) unterstreichen. Clark präsentierte sich als militärischer &#8220;Leader&#8221; mit einer Vision für die nächsten 100 Jahre. Wer es gerne konkreter mag, kann sich auf der Seite die persönliche Steuerersparnis ausrechnen lassen, die ihm Clarks Steuerreform bringen würde.</p>
<p>
                            <a href="http://www.joe2004.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Joe Lieberman</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Nach den enttäuschenden Vorwahlergebnissen zog er sich aus dem Rennen zurück. Nach seiner Kandidatur als Vizepräsident unter Al Gore im Jahr 2000 tratt Lieberman dieses Jahr erneut an und wollte erster jüdischer Präsident der USA werden.</p>
<p>
                              <strong>Der amtierende Präsident:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.georgewbush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>George W. Bush</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Angesichts des massiven Erfolges seines Herausforderers startet US-Präsident George W. Bush früher als geplant seinen Wahlkampf. Ungemach droht ihm innenpolitisch: Das Haushaltsdefizit und die Untersuchung der Irak-Kriegsursachen bringen Bush in Bedrängnis. In Umfragen liegt der Demokrat John Kerry um wenige Prozentpunkte vor George W. Bush. Der Internetauftritt des Präsidenten unterscheidet sich kaum von den Websites seiner möglichen Konkurrenten. Der einzige auffallende Unterschied ist, dass Bush bereits Präsident ist und sein Konkurrent es erst werden will.</p>
<p>
                              <strong>Die Parteien:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://rnc.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Republikaner</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Internetauftritt der Republikaner widmet sich ausführlich der politischen Konkurrenz. Allein die Auswahl der Photos der demokratischen Kandidaten verweist auf eine intensive Recherche nach unvorteilhaften Aufnahmen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.democrats.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Demokraten</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die nationale Plattform der Partei bietet Links zu den Kandidaten, Informationen zur Präsidentschaftswahl und Argumente gegen George W. Bush. Im Vergleich zu den großen deutschen Parteien nimmt sich die offizielle Internetseite der Demokraten eher bescheiden aus.</p>
<p>
                              <strong>Informationen über die Wahl:</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.bpb.de/publikationen/PF2R8N,1,0,Institutionen_im_politischen_System.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Wie wird gewählt?</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Für Europäer ist das US-amerikanische Wahlsystem häufig ein Buch mit sieben Siegeln. Was sich hinter Begriffen wie &#8216;Primaries&#8217;, Wahlmännern und &#8216;Caucus&#8217; verbirgt, erklärt die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.</p>
<p>
                            <a href="http://www.amazon.com/gp/misc/flag.html/104-2324282-9488749" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Präsidenten kaufen bei Amazon</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Amazon hat eine neue Kategorie: &#8220;Presidential Candidates&#8221;. Die Nutzer können über das Portal kleine Spenden bis zu 200 US-Dollar an den Wunschkandidaten überweisen.</p>
<p>
                            <a href="http://www.pollingreport.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Meinungsumfragen</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Ergebnisse aktueller und älterer Meinungsumfragen zur Präsidentschaftswahl sind auf dieser Seite einzusehen.</p>
<p>
                            <strong>Aktuelle Informationen&#8230;</strong><br />
                            <br />&#8230;sowie Hintergrundberichte liefern<br />
                            <a href="http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID2826302_REF1_NAVSPM1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> sowie die<br />
                            <a href="http://www.dw-world.de/german/0,3367,1454_A_1016315,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Welle</a></p>
<p>
                            <strong><br />
                              <a href="/archiv/edemocracy/usa/index.shtml">Ein lohnender Rückblick &#8211; Die Präsidentschaftswahlen 2000</a><br />
                            </strong><br />
                            <br />Die Milleniumswahlen in den USA waren in allen Belangen eine weltbewegende Angelegenheit. Alle wichtigen Hintergründe und damaligen Trends des Online-Wahlkampfes finden Sie in unserer Sammlung von Wahl-Dossiers.</p>
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		<title>US-Wahlkampf wird eine Schlammschlacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im<br />
tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
und von sueddeutsche.de. Heute sind wir mit Tom Buhrow verabredet, dem<br />
ARD-Fernseh-Korrespondent in Washington.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tbuhrow.jpg" align="left" height="119" width="84" />Moderator:</b><br />
Können wir beginnen, Herr Buhrow?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ja, bin da!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ok, die erste Frage:
</p>
<p>
<b>barabar:</b> Ist die Wahlkampfdiskussion über die militärische<br />
Vergangenheit der beiden Kontrahenten nicht sonderbar? Sprich: auf der<br />
einen Seite der große Vietnam-Veteran und vaterländische<br />
Held Kerry, der Kriege jetzt natürlich doof findet, und auf der<br />
anderen Seite das drückebergerische Weichei Bush, der Kriege gerne<br />
anzettelt? Wie passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Eins muss man wissen: Amerika ist sehr patriotisch.<br />
Das Militär spielt hier eine größere Rolle als bei uns,<br />
gerade jetzt, wo man offen sagt, wir befinden uns im Krieg (gegen den<br />
Terror), ist es wichtig, auf dem Gebiet &quot;nationale Sicherheit&quot;<br />
keine Schwäche zu zeigen. Da die Demokraten immer etwas unter dem<br />
Verdacht stehen, sie seien, salopp gesagt &quot;liberale Weicheier&quot;<br />
&#8211; in den Augen der Republikaner, natürlich &#8211; ist es wichtig, dass<br />
die einen Kandidaten haben, der sagen kann: Ich habe für mein Land<br />
das Leben riskiert. Bush, Cheney und Rumsfeld, die nie selbst in Kampfhandlungen<br />
waren, werden von ihren Gegnern übrigens als &quot;chicken hawks&quot;<br />
verspottet, das heißt frei übersetzt: Feiglings-Falken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bleiben wir bei den Demokraten, sechs Wochen nach<br />
Beginn der Vorwahlen der Demokraten steht fest: John Kerry wird Präsident<br />
George W. Bush am 2. November herausfordern. Wie genau geht es jetzt<br />
bei den Demokraten weiter? Und wozu gibt’s eigentlich noch den<br />
demokratischen Nominierungs-Parteitag im Sommer?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gute Frage, also die nächste Frage ist: Wen<br />
sucht sich Kerry als Partner für das Amt des Vizepräsidenten<br />
aus? Könnte gut Edwards sein. Der kommt aus den Südstaaten<br />
und da dominieren die Republikaner. Edwards könnte also da Stimmen<br />
holen, wo sonst für Demokraten nicht viel zu holen ist. Noch was:<br />
Die Vorwahlen gehen wie geplant weiter, auch wenn es keinen Gegenkandidaten<br />
mehr gibt, aber die stehen jetzt mehr unter dem Vorzeichen: Partei hinter<br />
sich einigen und natürlich: Geld sammeln, die Kriegskasse von Kerry<br />
ist leer. Bush hat dagegen über 100 Millionen Dollar. Zum Parteitag:<br />
Das sind die großen Jubelveranstaltungen, auf denen man die Schlagzeilen<br />
dominiert, inhaltlich nicht zu vergleichen mit unseren Parteitagen,<br />
auf denen es ja um Programmliches geht.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wieso ist die Kriegskasse von Kerry leer? Woher wissen<br />
Sie das?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat noch 3 Millionen Dollar. Die Wahlkampfgesetze<br />
sind hier sehr streng. Das heißt, man muss alles offen legen.<br />
Jeder Kandidat muss Einnahmen und Ausgaben der Wahlaufsichtsbehörde<br />
melden, und zwar auf Heller und Pfennig. Jeder einzelne Spender ist<br />
auf der Webseite dieser Behörde aufgeführt mit Namen, Adresse,<br />
Beruf und dem gespendeten Betrag. Stellen Sie sich das mal in Deutschland<br />
vor. Schauen sie sich das ruhig mal an. Es ist die Federal Election<br />
Commission, die Website <a href="http://www.fec.gov/">http://www.fec.gov/</a>.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> US-Präsident Bush hat Kerry zur faktischen Kandidatur<br />
gratuliert und sich einen spannenden Wahlkampf gewünscht. Wie wird<br />
der genau aussehen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Blutig, d.h. Schlammschlacht. Es wird sehr persönlich<br />
werden. Es wird gehen um: pro oder contra Bush. Die Basis von beiden<br />
Parteien ist motiviert. Viele eingefleischte Demokraten hassen Bush,<br />
die Rechten lieben ihn. Frage: Wie wird in der Mitte abgestimmt? Noch<br />
was Interessantes: Die Schlacht wird in einigen &quot;Swing&quot;-Staaten<br />
geschlagen, hauptsächlich im Mittelwesten. Dort werden die Strategen<br />
beider Seiten konzentriert ihr Geld ausgeben und die Wähler bearbeiten.<br />
Bush fängt ab morgen mit Werbespots genau in diesen Bundesstaaten<br />
an.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Kandidaten Kerry:
</p>
<p>
<b>KlausM.:</b> Ist Kerry ein guter Gegner für Bush oder wäre<br />
Edwards oder Dean besser für Bush gewesen?
</p>
<p>
<b>Kalle:</b> Wie wirkt Kerry? Locker und gelöst oder angespannt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Dean hätte wahrscheinlich kaum Chancen gehabt.<br />
Die Republikaner hätten versucht, ihn als linksradikal und gefährlich<br />
darzustellen. Edwards ist sympathisch und charismatisch, aber hat zuwenig<br />
politische Erfahrung. Kerry selbst ist kein lockerer Typ. Er ist etwas<br />
hölzern und akademisch, aber er wirkt glaubwürdig, auch wegen<br />
seines Militärdienstes (s.o.). Sein Problem: Sein Abstimmungsverhalten<br />
ist widersprüchlich gewesen im Senat. Er stimmte gegen den ersten<br />
Golfkrieg, für den letzten, ist jetzt rückblickend aber wieder<br />
dagegen. Das wird ihm noch um die Ohren gehauen.
</p>
<p>
<b>testu:</b> Welche &quot;schwarzen Flecken&quot; hat Kerrys Weste?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Hauptsächlich sein Abstimmungsverhalten. Es<br />
gab vor einigen Wochen ein Gerücht über eine Affäre,<br />
das wurde aber schnell beigelegt. Dann: Als er aus dem Vietnam Krieg<br />
zurückkam, protestierte er gegen den Krieg. Wird ihm sicherlich<br />
vorgeworfen werden. Noch was: Er wirft Bush vor, zuviel Spenden von<br />
der Industrie zu nehmen, aber er selbst hat auch Geld von Firmen genommen,<br />
um seine Senatswahlkämpfe zu finanzieren. Das ist nicht illegal,<br />
aber man wird ihm Heuchelei vorwerfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Reicht &quot;Anyone but Bush&quot; als Begründung,<br />
um Kerry zu wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Auf dem linken Flügel der Demokraten: Ja. Aber<br />
die Frage ist, was denkt man in der Mitte, wenn man Kerry und Bush vergleicht?<br />
Vergessen wir nicht: Es ist schwer, einen amtierenden Präsidenten<br />
abzuwählen.
</p>
<p>
<b>deaner:</b> Welche Rolle spielt die Ehefrau von Kerry im Wahlkampf?<br />
Eher Doris Schröder-Köpf oder Karin Stoiber, die stille Frau<br />
an der Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie ist eine sehr interessante Person. In Afrika<br />
aufgewachsen, portugiesischer Hintergrund, traf den ersten Mann in Genf,<br />
keine typische First Lady, falls sie es würde. Ihr erster Mann<br />
war der Besitzer von Heinz Ketchup. Sie erbte nach dessen Tod das Imperium.<br />
Sie ist interessant , intelligent, sagt ihre Meinung, was natürlich<br />
gefährlich sein kann. Manager von Wahlkämpfen wollen lieber<br />
risikolose Kandidatenfrauen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Hat Kerry eigentlich Kinder und einen Hund?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat mehrere Töchter. Hund weiß ich<br />
nicht. Eine Tochter studiert Medizin, half jetzt aber bei der Kampagne<br />
aus. Teresa Heinz-Kerry hat 3 Söhne, die sind jetzt eine harmonische<br />
Patchwork Familie, wie man hört.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den harten Fakten des Kampagnen-Lebens: Was macht<br />
Kerry jetzt, da er nicht mehr jeden Dienstag automatisch in den Nachrichten<br />
landet?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Genau um weiter in den Schlagzeilen zu bleiben,<br />
werden weiterhin die Vorwahlen wie geplant stattfinden. Er muss jetzt<br />
vor allem Geld sammeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> John Kerry ist in den letzten Wochen noch mehr gehypt<br />
worden als zuvor sein innerparteilicher Rivale Howard Dean. Von Dean<br />
spricht heute kaum noch jemand. Bis November kann viel passieren &#8211; wie<br />
kann Kerry sich davor schützen, wie Dean abzustürzen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Kerry hat richtige Stimmen bekommen. Dean hatte<br />
nur Umfragen. Übrigens: In seinem Heimatstaat hat Dean gestern<br />
die Vorwahl gewonnen &#8211; in Vermont &#8211; obwohl er gar nicht mehr kandidierte.<br />
Was Kerry angeht: Er wird die Partei hinter sich sammeln und alle die<br />
Bush loswerden wollen, müssen ihn jetzt unterstützen. Alternative:<br />
Vier weitere Jahre Bush. Also: Selbst wer lieber Dean gehabt hätte,<br />
unterstützt jetzt Kerry.
</p>
<p>
<b>Manu:</b> Wie steht Kerry zu Themen wie Kyoto-Protokoll und Internationaler<br />
Strafgerichtshof, etc?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er sagt, er wolle Amerika wieder in das Konzert<br />
der Welt eingliedern und wirft Bush vor, er habe Amerika isoliert. Er<br />
hat auch ein paar Umweltideen: Er will Amerika vom Öl unabhängiger<br />
machen, Energiesparsamkeit propagieren etc. Aber Vorsicht: Auch wenn<br />
er Kyoto unterschriebe (nicht sicher), im Kongress bekäme das keine<br />
Mehrheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vor vier Jahren haben einige Demokraten die Grüne<br />
Partei angefeindet, weil deren Kandidat Ralph Nader Al Gores Sieg verhindert<br />
habe. Wie gefährlich kann der mittlerweile unabhängige Bewerber<br />
Nader den Demokraten in diesem Jahr noch werden?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Wenn es sehr knapp wird, natürlich schon gefährlich,<br />
aber diesmal weiß die Linke: Wenn zu viele Stimmen an Nader gehen,<br />
dann haben sie wieder Bush.
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Wird die von Bush angekündigte neue Raumfahrtstrategie<br />
eine Rolle für die Wähler spielen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Raumfahrtrede hat nicht die große Begeisterung<br />
ausgelöst. Zwar fand eine Mehrheit die Idee klasse, aber sie finden<br />
gar nicht klasse, dass man dafür so viel Geld ausgeben soll, wo<br />
es doch daheim genug Probleme gibt und das Geld lieber im Alltag gebraucht<br />
werden sollte.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Rolle spielt die Religion? Bush setzt sehr auf<br />
die Hardcore-Gläubigen.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ein wichtiger Punkt, Religion spielt hier eine große<br />
Rolle. Ein Atheist hätte keine Chance. Ich erinnere an den Riesenerfolg<br />
des Films Passion, gerade in diesen Tagen. Bush hat die sogenannte &quot;Religiöse<br />
Rechte&quot; auf seiner Seite. Seine Initiative, die gleichgeschlechtlichen<br />
Ehen durch einen Verfassungszusatz zu verbieten, zielt genau auf diese<br />
Wählergruppe. Kerry wird sich auf jeden Fall als ebenfalls gläubiger<br />
Christ darstellen und versuchen, Bush das Monopol auf Religiosität<br />
streitig zu machen.
</p>
<p>
<b>benutzer:</b> Befürwortet Kerry die Todesstrafe?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gebe zu: Ist mir nicht geläufig. Sein Heimatstaat,<br />
Massachussets hat sie meines Wissens nicht. Aber wenn er darauf angesprochen<br />
wird, hat er keine Wahl: Er müsste sagen, dass er sie befürwortet,<br />
sonst wäre er erledigt. Erinnern wir uns: Clinton flog mitten im<br />
Wahlkampf 1992 zurück nach Arkansas, um dort als Gouverneur ein<br />
Todesurteil zu unterschreiben . Signal: ich bin kein Weichei, ich bin<br />
ein &quot;New Democrat&quot;, wie es damals hieß.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Todfeind Nr.1:
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wenn Osama bin Laden gefasst wird, hat Kerry doch keine<br />
Chance mehr, oder?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> So was könnte aber auch verpuffen, siehe Saddam<br />
Hussein. War ein Riesenerfolg für Bush, dann kamen die Demokraten<br />
groß in die Schlagzeilen. Der eigene Waffeninspektor sagt: Es<br />
gab keine Massenvernichtungswaffen und wir werden auch keine mehr finden.<br />
Was folgten, waren zwei schlechte Wochen für Bush und Hussein war<br />
erst mal wieder vergessen. Aber es stimmt: Es wäre ein Riesenerfolg.<br />
Inwieweit wahlentscheidend, hinge sicher auch vom Zeitpunkt ab.
</p>
<p>
<b>Dr. Kampulus:</b> Religion, Raumfahrt, militärische Karriere,<br />
Irakpolitik &#8211; stimmt die alte Wahrheit &quot;it&#8217;s the economy, stupid&quot;<br />
nicht mehr? Sollte Kerry nicht Wirtschaftsstrategien predigen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Letztenendes ist die Wirtschaft immer wahlentscheidend,<br />
wenn sie gut oder schlecht genug läuft. Im Augenblick wächst<br />
die Wirtschaft, in den letzten zwei Quartalen sogar deutlich. Aber es<br />
hat sich auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausreichend bemerkt gemacht.<br />
Also ist die Frage: Gibt es bis zum Herbst das Gefühl eines Aufschwungs<br />
oder nicht? Wenn kein weiterer Anschlag erfolgt, wird man sich sicher<br />
fühlen und die Wirtschaft wird großes Gewicht haben. Gibt<br />
es einen Anschlag in den USA, wird das Thema Sicherheit wieder beherrschend<br />
sein. Im Irak sieht es so aus, als ob die Regierung alles tut, um den<br />
Anschein einer Stabilisierung zu erwecken. Machtübergabe im Sommer<br />
nach Wahlen, wie auch immer die aussehen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wie ist Kerrys Verhältnis zur CIA?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Geheimdienste gelten hier nicht als grundsätzlich<br />
verdächtig. Kerry ist aber kritisch nach den letzten Pannen bei<br />
der Auswertung von Infos über das Bedrohungspotential des Irak.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann weiter zur 4. Gewalt: Keine andere Demokratie<br />
der Erde wird so sehr vom Fernsehen aus regiert. Welche Rolle spielen<br />
die US-Networks im Wahlkampf? Stehen sie – wie Teile der Presse<br />
oder des Rundfunks – eindeutig auf der einen oder anderen Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die großen Networks versuchen peinlich, sich<br />
nicht zu einer Seite zu bekennen. Anders bei FOX von Rupert Murdoch,<br />
deren Slogan ist zwar &quot;fair and balanced&quot; (fair und ausgewogen),<br />
aber die sind unverblümt im Bush Lager. Es gibt noch nichts Entsprechendes<br />
auf der Linken Seite.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bush ist wegen diverser Lügen im Zusammenhang<br />
mit dem Irak-Krieg in der Defensive. Analysten betonen aber immer wieder,<br />
dass Bush seinen Wahlkampf noch gar nicht begonnen hat und verweisen<br />
auf das viele Geld, das Bush dafür zur Verfügung hat. Kann<br />
Bush sich aus der Glaubwürdigkeitskrise seiner Regierung freikaufen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Frage ist zwar zugespitzt, aber natürlich<br />
nutzt die beste Botschaft nichts, wenn man kein Geld hat, sie an den<br />
Mann bzw. die Frau zu bringen. Alle sind sich einig: Wenn Bush mit einem<br />
Flächenbombardement von Werbespots anfängt, wird das Wirkung<br />
haben. Ich habe noch einen Aspekt: Interesse?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Also dann: Als Clinton 1996 um die Wiederwahl kämpfte,<br />
da hatte er viel Geld in der Kasse und er hat es so eingesetzt: Er hat<br />
gegen Bob Dole noch vor den Parteitagen sehr viel Geld für Werbung<br />
ausgegeben und damit zwei Dinge erreicht: Erstens &#8211; er hat die Themen<br />
gesetzt. Zweitens &#8211; er hat Dole definiert, ihm ein negatives gleich<br />
altes Image verpasst, bevor der selbst eine Chance hatte, sich den Wählern<br />
vorzustellen. Das wollen die Bush Leute jetzt auch so machen. Also Themen<br />
setzten und Kerry ein Image verpassen, bevor der selbst sich vorstellen<br />
kann. Deshalb &#8211; siehe oben: Geld sammeln, Geld sammeln, Geld sammeln,<br />
dass ist für Kerry jetzt Priorität Nr. eins.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Bedeutung haben die Wahlkampfmanager? Kerry hat<br />
seine ja von Kennedy geerbt.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Richtig, Kerry und Kennedy sind beide aus Massachussets.<br />
Also die Rolle der Manager ist immens. Letztlich hat natürlich<br />
die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag, aber die Manager<br />
beraten, welches Thema die Wähler interessiert, welche Schwachstelle<br />
der Gegner hat etc. &#8211; wieder mal Clinton: Wisst ihr noch, als Hillary<br />
erst angepriesen wurde als aktive First Lady und dann nach der negative<br />
Presse in der Wahl 1996 mit neuem diskreteren Image auftrat? So läuft<br />
das.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Wahl am 2.11.:
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Hat man inzwischen vorgesorgt, dass es bei der Wahl<br />
im November keine Pannen mehr gibt?
</p>
<p>
<b>lifestyler:</b> Wissen Sie, ob es dieses Jahr genauere Wahlmaschinen<br />
geben wird und auch keine dubiosen Wahlberechtigungsentzüge? Es<br />
könnte zwischen Kerry und Bush ja knapp werden.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Einige Dinge sind immer noch etwas besorgniserregend.<br />
Es gab Artikel darüber, was inzwischen behoben ist, was noch nicht.<br />
Aber es gibt einen enormen Druck, dass alle Walkreise bis November ordentlich<br />
mit sicheren Maschinen ausgestattet sind.
</p>
<p>
<b>Bean:</b> Bushs Verfassungsvorschlag zur Homoehe, wie beeinträchtig<br />
das seine Chancen und wie steht Kerry dazu?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das war ganz klar Bushs Geschenk an die rechte Basis,<br />
aber es motiviert auch die Gegenseite. Ist noch nicht klar, wie Nutzen<br />
und Schaden sich die Waage halten, wenn der Kongress jetzt darüber<br />
wirklich debattiert und das Thema lange im Kongress Thema ist, dann<br />
hätte er ein Thema gesetzt. Aber Kerry wird sagen, dass ist ein<br />
weiterer Beweis dafür, dass Bush ein &quot;Spalter&quot; ist und<br />
kein „Versöhner&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Medien/Movies:
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Vielleicht noch dazu: wie wird Hollywood wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die sind wieder ziemlich im Demokratischen Lager.<br />
Vor allem was Wahlkampfspenden angeht. Allerdings gibt es neue Obergrenzen:<br />
2000 Dollar pro Person. Das heißt, die großen privaten Spenden<br />
sind diesmal gedeckelt.
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Welchen Effekt könnte ein Präsident Kerry<br />
auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie wissen es vermutlich besser als ich. In Deutschland<br />
würde das amerikanische Image wohl deutlich besser. Umgekehrt würde<br />
Kerry sicher auf Europa und die UNO zugehen, aber er dürfte auch<br />
nicht zu weich erscheinen. Noch was: Der Kalte Krieg ist vorbei und<br />
dieser Umstand führt zu Veränderungen, mit denen jede Regierung<br />
zu tun hätte.
</p>
<p>
<b>kennedie:</b> Stimmt es, dass die USA politisch so tiefgehend gespalten<br />
sind wie noch nie?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das hat man schon vor vier Jahren gesagt. Man nannte<br />
es die 50:50 Nation. Ich merke allerdings wirklich einen rechthaberischen<br />
Ton in der Debatte, der mich sonst eher an Deutschland erinnert. Wir<br />
werden ja schnell pampig und meinen oft, Recht haben sei alles. Früher<br />
ging es hier eher um den höflichen Austausch von Meinungen, aber<br />
jetzt klingt es irgendwie gereizter, es ist ja auch ernster geworden.
</p>
<p>
<b>Aluas:</b> Inwieweit könne die anderen ausgestiegenen Nominierten<br />
Kerry in seinen Kampagnen unterstützen und tun sie dieses überhaupt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Tun sie alle. Dean hatte gesagt: Er unterstütze,<br />
wer auch immer die Kandidatur bekomme und Edwards hat gerade gesagt<br />
(vor knapp 2 Stunden): Er unterstütze Kerry.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Blick in die Kristallkugel:
</p>
<p>
<b>TSoul:</b> Wer wird die Wahl gewinnen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ich wage keine Prognosen. Bush ist schlagbar. Das<br />
war vor einem halben Jahr noch nicht der Fall. Es wird also mindestens<br />
kein langweiliges Jahr. Mehr wage ich nicht zu sagen. Von dem her, was<br />
bisher bekannt ist, hat Bush immer noch gut Chancen. Nur weil jetzt<br />
die Kritik der Demokraten in den Schlagzeilen ist, heißt das noch<br />
nicht, dass er in der Bredouille ist. Aber er muss kämpfen, mehr<br />
als er und seine Partei dachten. Ich danke euch / ihnen sehr für<br />
das Interesse. Wir werden weiter versuchen, gut von hier zu informieren.<br />
Was hier passiert, betrifft ja nicht nur Amerika, sondern auch den Rest<br />
der Welt. Alles Gute und bis bald wieder im ARD-Programm.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, vielen Dank für<br />
das Interesse und die zahlreichen Fragen. Herzlichen Dank, Herr Buhrow,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie wie alle anderen auch auf den Seiten der Veranstalter. Der nächste<br />
Chat findet übrigens am Montag, 8. März ab dreizehn Uhr statt.<br />
Chat-Gast am offiziellen Tag der Frau ist dann Barbara Lochbihler, Generalsekretärin<br />
von amnesty international. Das tacheles.02-Team wünscht noch einen<br />
schönen Abend!
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Herzlichst Ihr Tom Buhrow!</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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