<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Josep Borrell &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/josep-borrell/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 18 Oct 2005 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Josep Borrell &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wir brauchen nicht nur Kommunikation, sondern auch politische Diskussion</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wir_brauchen_nicht_nur_kommunikation_sondern_auch_politische_diskussion-166/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wir_brauchen_nicht_nur_kommunikation_sondern_auch_politische_diskussion-166/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Erweiterung]]></category>
		<category><![CDATA[Josep Borrell]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir_brauchen_nicht_nur_kommunikation_sondern_auch_politische_diskussion-166/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 19.10.2005 war Josep 
Borrell, Präsident des Europäischen Parlaments, von 10.15 
bis 11.00 Uhr zu Gast im arte Live-Chat. Er beantwortete unter anderem 
Fragen zur Erweiterung und zur Verfassung Europas.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 19.10.2005 war Josep<br />
Borrell, Präsident des Europäischen Parlaments, von 10.15<br />
bis 11.00 Uhr zu Gast im arte Live-Chat. Er beantwortete unter anderem<br />
Fragen zur Erweiterung und zur Verfassung Europas.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chatgäste, wir begrüßen<br />
heute im ARTE-Chat den Präsidenten des Europäischen Parlaments,<br />
Herrn Josep Borrell. Herr Borrell steht Ihnen in den nächsten<br />
45 Minuten für Fragen zur Verfügung. Wir wünschen<br />
Ihnen viel Spaß.
</p>
<p>
<b>sebasaintes</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Wie steht es mit der Verfassung seit Mai?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> In Bezug auf die europäische<br />
Verfassung hat es seit Mai keine Fortschritte gegeben. Der Europäische<br />
Rat hat eine Denkpause beschlossen, die bis nächsten Juni dauern<br />
soll. Wir befinden uns in der Tat in einer Sackgasse.
</p>
<p>
<b>Luc Delany:</b> Ohne politisches Projekt, ohne Verfassung,<br />
besteht nicht das Risiko, dass Europa seinem Ende zugeht?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Dieses Risiko besteht. Im Moment<br />
wollen die Europäer ein international handlungsfähiges,<br />
d.h. politisches Europa. Aber es gibt noch zu viele Unterschiede<br />
zwischen den Staaten, um dies zu ermöglichen. Die Bürger<br />
müssen sich für Europa stark machen, andernfalls könnte<br />
Europa im Zuge der Erweiterungen immer mehr zerfallen.
</p>
<p>
<b>Heide_Muskau: </b>Halten Sie es für sinnvoll,<br />
Bulgarien und Rumänien bereits 2007 voll in die EU zu integrieren?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Die Europäische Kommission<br />
muss entscheiden, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Im<br />
Anschluss daran muss sich das Europäische Parlament äußern.<br />
Dieser Prozess wird bis zum Ende vollkommen demokratisch sein. Der<br />
Beitrittsvertrag sieht maximal ein Jahr Verzögerung vor. Aber<br />
nach allem, was bisher entschieden wurde, gibt es keinen Grund,<br />
den Prozess jetzt zu unterbrechen.
</p>
<p>
<b>Elodie Mohen</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Meinen Sie nicht, dass der Mangel an Absprache mit den Europäischen<br />
Bürgern über den Beitritt der beitrittswilligen Staaten,<br />
obwohl sie am ersten davon betroffen sind, ein negatives Signal<br />
hervorrufen wird und zu einem Desinteresse die Bürger an der<br />
EU führen wird?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Wenn mit den zukünftigen Beitritten<br />
die Rumäniens und Bulgariens gemeint sind &#8211; und dabei handelt<br />
es sich in der Tat um Beitritte &#8211; müssen diese durch die nationalen<br />
Parlamente in den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Soweit ich<br />
weiß, ist in keinem Land ein solches Referendum vorgesehen.<br />
Falls damit die Türkei oder Kroatien gemeint sein sollten,<br />
handelt es sich dabei momentan nicht um konkrete Beitritte, sondern<br />
um Beitrittsverhandlungen. Zu gegebenem Zeitpunkt und bei erfolgreichem<br />
Abschluss der Beitritts- verhandlungen wird Frankreich ein Referendum<br />
darüber abhalten. Wäre es besser gewesen, dieses bereits<br />
vor den Verhandlungen zu tun? Viele sind dieser Meinung. Ich möchte<br />
Sie daran erinnern, dass die Verleihung des Kandidatenstatus an<br />
die Türkei durch den Europäischen Rat im Jahr 1998 beschlossen<br />
wurde! Meiner Meinung nach hätte man an dieser Stelle in jedem<br />
europäischen Land eine Konsultation starten müssen bevor<br />
man eine endgültige Entscheidung gefällt hat.
</p>
<p>
<b>Pat</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Welche Zukunft besteht für Frankreich innerhalb Europas nach<br />
dem NEIN der Volksabstimmung?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Frankreich hat mit Sicherheit an<br />
Einfluss verloren. Dies zeigt sich jeden Tag aufs Neue. Schauen<br />
Sie sich z.B. die Debatte über die Wirtschaftspolitik an oder<br />
bezüglich der Agrarausgaben. Aber die wirkliche Frage ist:<br />
Welche Zukunft gibt es für Europa nach dem Nein Frankreichs<br />
und Hollands?
</p>
<p>
<b>margit</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Wie wollen Sie verhindern, dass die nationalen Regierungen, wie<br />
in Frankreich zum Beispiel, die EU permanent für eigenes Versagen<br />
verantwortlich machen und so dem Ruf der EU in Frankreich extrem<br />
schaden, was ja auch zum Scheitern des Referendum deutlich beigetragen<br />
hat?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Leider kann ich sie nicht daran<br />
hindern. Aber es stimmt, dass man nicht immer Europa für alles<br />
verantwortlich machen kann, und dann andererseits die Unterstützung<br />
der Bürger fordert.
</p>
<p>
<b>poldi:</b> Sind Sie auch der Meinung, dass Europa<br />
den Bürgern nicht nahe genug gebracht wurde? Wie könnte<br />
man die EU besser vermitteln?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Ja, zweifellos. Während der<br />
Debatte über das französische und holländische Referendum<br />
war es erstaunlich zu sehen, wie schlecht die Leute informiert waren.<br />
Europa ist durch die Regierungen durch zwischenstaatliche Verträge<br />
geschaffen worden mit der passiven Zustimmung der Bürger. Man<br />
hat sich an die Idee von Europa gewöhnt, ohne die Details seiner<br />
Funktionsweise zu hinter- fragen. Aber nun ist eine stärkere<br />
politische Dimension hinzugekommen. Es gibt keinen Konsens mehr.<br />
Wir brauchen nicht nur mehr Kommunikation, sondern es müssen<br />
auch mehr politische Diskussionen in Gang gebracht werden. Vielleicht<br />
stellt das europäische Verfassungsprojekt den Beginn einer<br />
Europäisierung auf nationaler Ebene dar. Bis jetzt wurde die<br />
europäische Debatte eher nationalisiert.
</p>
<p>
<b>margit</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Fehlen der EU nicht populäre Politiker, die mit ihrer Person<br />
und ihrem Engagement die europäische Idee verkörpern,<br />
mit denen sich EU-Bürger identifizieren könnten?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Ja, in der Tat. Heute braucht die<br />
Politik Gesichter. Sie wird sehr personalisiert, vielleicht zu sehr.<br />
Aber so ist das nun einmal. Es wäre gut, wenn Europa ein Gesicht<br />
bekäme. Dies würde vieles erleichtern.
</p>
<p>
<b>Calvin Visor</b> (übersetzt aus dem Französischen):<br />
Trotz des &quot;Relookings&quot; Ihrer Website, bleibt die Interaktivität<br />
mit den EU Bürger außen vor. Die Sprache ist zu kompliziert<br />
und die behandelten Probleme sind nicht sehr interessant. Wie möchte<br />
das EP mit dem normalen Bürger kommunizieren? Erscheint Ihnen<br />
das Kommunikationsniveau Ihrer Website angepasst, um mit dem normalen<br />
Bürger zu kommunizieren?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Wir haben Fortschritte gemacht<br />
und der jetzige Auftritt ist sehr viel besser geworden. Aber wir<br />
wissen, dass dies noch nicht genug ist. Wir arbeiten insbesondere<br />
an der Interaktivität, die in einem nächsten Schritt weiterentwickelt<br />
wird. Auch wenn wir uns dabei einer besonderen Hürde gegenüber<br />
sehen: Der Vielsprachigkeit in Europa. Wir arbeiten in bald 22 Sprachen.<br />
Was meinen Sie mit &quot;wenig interessanten Problemen&quot;? Interessant<br />
oder wichtig? Die Zukunft der europäischen chemischen Industrie<br />
im Hinblick auf die Umwelt, die berühmte Liberalisierung der<br />
Dienstleistungen, die Diskussion über die Arbeitszeit, die<br />
Luftsicherheit sind keine sehr unterhaltsamen, dafür aber wichtige<br />
Themen. Wir können vielleicht noch zusätzliche Anstrengungen<br />
unternehmen, um Europa dem Bürger zu erklären, aber das<br />
europäische Projekt ist natürlich sehr komplex.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Konzentrieren wir uns zum Schluss auf<br />
Ihre Person.
</p>
<p>
<b>Yusso05: </b>Was war in Ihrer bisherigen Amtszeit<br />
die positivste Überraschung für Sie?
</p>
<p>
<b>Josep Borrell:</b> Dass das Europäische Parlament<br />
in der Lage war, seine Funktion gemäß den Verträgen<br />
wahrzunehmen besonders hinsichtlich der Einsetzung der neuen Kommission.<br />
Im demokratischen Leben haben wir nein sagen können, ohne eine<br />
Krise heraufzubeschwören. Das Parlament hat hierbei an Reife<br />
und Glaubwürdigkeit gewonnen. Dies war eine Überraschung<br />
für all jene, die das Parlament für eine &quot;Ja-Sager-Institution&quot;<br />
halten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Lieber Herr Borrell, liebe Chatgäste.<br />
Wir danken Ihnen für den sehr informativen Chat und die reichlich<br />
eingegangen Fragen. Leider konnten wir in der Kürze der Zeit<br />
nicht alle Fragen beantworten. Wir hoffen, dass es Ihnen Spaß<br />
gemacht hat. Für weitere Informationen zum Thema Europa, besuchen<br />
Sie unser Dossier auf <a href="http://www.arte-tv.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.arte-tv.com</a>.<br />
Vielen Dank und auf Wiedersehen!
</p>
<p><b>Josep Borrell:</b> Vielen Dank für Ihre Fragen.<br />
Es war mir ein Vergnügen, mit den Chat-Teilnehmern von ARTE<br />
zu sprechen. Das müsste man öfter machen. Ich bedanke<br />
mich auch bei den Übersetzerinnen, die diesen Chat letztendlich<br />
mitgetragen haben.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/wir_brauchen_nicht_nur_kommunikation_sondern_auch_politische_diskussion-166/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
