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	<title>Jürgen Schwier &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Jürgen Schwier &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;You&#039;ll never walk alone&#034;</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitten ins Netz: Die Initiative Pro15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Pro 15:30]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommerzialisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen
zum Mediensport nach.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Vom Klüngel<br />
zum Protest: Die Initiative Pro15:30 zeigt, dass der<br />
Fußball ein politisches Potential entwickeln kann.<br />
Der Professor für Sportsoziologie, Jürgen<br />
Schwier, zeichnet den Weg vom Arbeitervergnügen<br />
zum Mediensport nach.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ein Gespräch über Fußballfans und Mediensport mit Professor<br />
Jürgen Schwier</b></span></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.uni-giessen.de/%7Eg51039/index.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Jürgen Schwier</a> ist seit März<br />
2000 Professor für Sportsoziologie an der Universität Giessen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im<br />
Bereich der Sportpädagogik, der Jugendforschung, der kulturellen Analyse des Sports und der populären<br />
Kultur. Zur Zeit steht das Thema &quot;Mediensport&quot; bei ihm ganz oben auf der Agenda. <i>Theorie meets Praxis</i>:<br />
Dem Fußball ist Jürgen Schwier  sowohl als &quot;Aktiver&quot; wie auch als Fan seit frühster Jugend verbunden&#8230;<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Professor Schwier, wie medial ist der Sport?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Wenn man<br />
über Medien und Sport spricht, spricht man eigentlich über sehr wenige<br />
Sportarten. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass es einigen<br />
wenigen ökonomisch sehr viel besser geht als früher, es führt auf der<br />
anderen Seite aber zu einer Konzentration auf sehr wenige Sportarten.<br />
Handball oder Leichtatlethik beispielsweise scheinen nicht mehr<br />
stattzufinden. Dieser Prozess führt zu einer Sättigung. Inzwischen ist<br />
die Ware Fußball so teuer, dass die Sendezeit immer länger werden muss:<br />
ein Spiel dauert nicht mehr 90 Minuten, sondern wird auf drei Stunden<br />
gedehnt, und das passiert dann sechs mal wöchentlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Die Initiative 15:30 protestiert auch gegen diese Kommerzialisierung<br />
des Fußballs. Überrascht Sie das Protestpotential der Fußsballfans?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b><br />
Überraschen? Nein. Das Klima hat sich seit Mitte der 90er Jahre durch<br />
eine breite Welle von Fanzines verändert. Diese oft von wenigen Leuten<br />
semiprofessionell hergestellten Fanzeitschriften kamen einem<br />
Zusammenschluss &quot;von unten&quot; gleich. Das hängt auch damit zusammen, dass<br />
der Fan für den Verein immer weniger wichtig ist. Wenn die Spieler<br />
sagen, dass sie für die Fans spielen, ist das medienwirksam. Fans sind<br />
Folklore im Stadium. Die Fans haben das gemerkt und fühlten sich wie<br />
das fünfte Rad am Wagen &#8211; daher rührt der Ursprung des Protests. Eine<br />
Vorreiterrolle haben in diesem Zusammenhang die studentischen Fans<br />
gespielt, die leichter politisiert sind und beispielsweise das Thema<br />
Antirassismus in die Stadien und Fanclubs getragen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hat der Fußball dadurch eine neue, eine politische Dimension gewonnen, die sich in 15:30 manifestiert? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, und<br />
dabei haben die Medien auch wieder eine Rolle gespielt. Bisher war die<br />
Szene wie gesagt höchstens semiprofessionell, die breite Öffentlichkeit<br />
hat die Aktionen zum Beispiel gegen Rassismus oder gegen die<br />
Abschaffung von Stehplätzen nicht wahrgenommen. Eine Ausnahme war da<br />
vielleicht Schalke, die mit den Antifa-Initiativen zusammengearbeitet<br />
haben und den Antirassismus sogar in die Vereinssatzung geschrieben<br />
haben. Inzwischen bekommt eine Initiative wie 15:30 große<br />
Medienaufmerksamkeit und das ganz ohne Kosten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und das Internet? Was für eine Rolle spielen die Neuen Medien bei der Konstituierung von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bei der<br />
Initiative 15:30 konnte der Grad der internen Vernetzung viel höher<br />
getaktet werden. Das Internet bietet solchen Initiativen eine<br />
Verbreitung im Schneeballsystem. Ausserdem öffnet sich hier eine neue<br />
Möglichkeit der Rekrutierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es in der Fußballgeschichte eigentlich ähnliche Beispiele von Protest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Bis vor<br />
10, 15 Jahren war das Fußballfan-Millieu konservativ und unkritisch.<br />
Den Fans wurde auch schon damals viel zugemutet, nur hat sich keiner<br />
öffentlich beschwert. Das hat sich erst in dem Maße geändert, in dem<br />
andere gesellschaftliche Schichten in das Fanmillieu Eingang gefunden<br />
haben. Die besser ausgebildeten Fans erhöhen das Protestpotential.<br />
Inzwischen haben es beispielsweise Neonazis schwer, in der<br />
Fußballfan-Szene Fuß zu fassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und wie sieht es mit anderen Sportarten aus? Wäre da eine solche Protestwelle denkbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Zunächst<br />
ist dieser Protest kulturell abhängig. Fußball ist ein<br />
geschlechtsspezifischer Sport aber kein schichtspezifischer. In so fern<br />
gibt es keine vergleichbare Sportart für eine derartige<br />
Protestkommunikation. Der Vergleich liesse sich eher auf der Ebene von<br />
sportlichen Großereignissen ziehen: Formel 1, oder Olympia: da werden<br />
auch regelmäßig breitere Schichten protestierend aktiv.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kommen wir mal vom strukturellen aufs programmatische: warum braucht der Fußball das Geld der Kirchgruppe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Warum<br />
braucht Herr Kirch den Fußball? Es meinen ja alle, auch Leo Kirch, man<br />
bräuchte den Fußball, als Fernsehmarkt-Eintrittsticket. Und da die<br />
Nachfrage das Angebot bestimmt, ist der Fußball entsprechend teuer. Im<br />
internationalen Vergleich nimmt Deutschland da eine durchschnittliche<br />
Rolle ein. Der Grund, warum Leo Kirch nicht reüssiert, ist dass Fußball<br />
immer noch frei zugänglich gesendet wird. Eigentlich gibt es inzwischen<br />
einen ökonomischen Zwang, die Spiele nur noch kodiert zu senden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sehnen sich also die Aktiven von 15:30 nach einer Utopie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Fußball<br />
ist beides: Big Business und Traumwelt. Ohne die Idee von der<br />
Fan/Verein-Idylle funktioniert der Fußball nicht. Die Sehnsucht nach<br />
authentischem Sport ergänzt sich ja durch den Wunsch der Fans,<br />
möglichst gute und entsprechend teure Spieler in &quot;ihrem&quot; Verein zu<br />
haben. Die völlige Fußballidylle hat es so auch früher nie gegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Manager und Fernsehleute argumentieren der Initiative 15:30 gegenüber,<br />
dass die Gruppe der reisenden Fans im Vergleich zu den<br />
Fernsehzuschauern verschwindend ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Ja, es<br />
gibt zwei Fangruppen. Aus rein ökomomischen Gruppen spricht nichts für<br />
die Fan-Folklore. Aber der Fußball lebt auch ganz stark von der<br />
Inszenierung und welcher Fernsehzuschauer will schon Spiele sehen, bei<br />
denen niemand mehr im Stadion sitzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was kann man von dem im Mai stattfindenden runden Tisch erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Runde<br />
Tische haben in Deutschland ja eine sehr positive Tradition&#8230;<br />
Interessanterweise gab es schon vor 3-4 Jahren mal eine Kampagne gegen<br />
die Montagsspiele. Kirch hatte die Rechte für die 2. Bundesliga gekauft<br />
und um diese zu vermarkten, gab es ein fanunfreundliches<br />
Montagabendspiel. Über die Fanzines wurde zum Protest der Produkte<br />
aufgerufen, die diese Spiele über Werbung finanzierten. An einem runden<br />
Tisch überredete man damals die Fans, den Boykott einzustellen, weil er<br />
&quot;ihren&quot; Vereinen ökonomisch schadet. Ich sehe diesen Runden Tisch als<br />
ein Zeichen. Man signalisiert den Fans, dass man sie wichtig nimmt und<br />
hofft, dass es damit getan ist. Was dann passiert, hängt davon ab, wie<br />
lange die Initiative das Niveau durchhält.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und was glauben Sie?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Es handelt<br />
sich ja um &quot;après-le-travail-Protest&quot;, also um Feierabendprotest. Da<br />
kann es sein, dass einige Leute wegbrechen. Dafür spricht, dass die<br />
Initiative es schon geschafft hat, sehr massenwirksam zu sein. Dadurch<br />
identifizieren sich viele mit dem Protest. Übrigens hat die Initiative<br />
15:30 auf jeden Fall etwas ganz neues geschafft: es ist die erste große<br />
vereinsübergreifende Initiative. Eine Tendenz, die übrigens aus<br />
Großbritannien kommt, dort haben solche Fanorganisationen eine etwas<br />
größere Tradition. Hierzulande hatten sich die Fans der einzelnen<br />
Vereine verbal eher wenig mitzuteilen, das hat sich mit der Initiative<br />
15:30 erstmals geändert. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Vielen Dank für das Interview. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jürgen Schwier:</b> Gerne&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen stellte Carolin Welzel.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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