<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Jugend &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/jugend/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 03 Feb 2016 12:33:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Jugend &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wie Politik für junge Menschen im 21. Jahrhundert aussieht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wie-politik-fuer-junge-menschen-im-21-jahrhundert-aussieht-4-148359/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wie-politik-fuer-junge-menschen-im-21-jahrhundert-aussieht-4-148359/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Judith Alms]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2016 12:33:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Adenauer-Huffington-Briefing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=148359</guid>

					<description><![CDATA[Wie politisiert ist die Jugend heute? Welchen Einfluss haben die neuen Medien darauf? Wie kann man junge Menschen dazu bewegen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Protest-Griechenland-linmtheu-CC-BY-SA-2.0-flickr.com_.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-148360 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Protest-Griechenland-linmtheu-CC-BY-SA-2.0-flickr.com_.jpg" alt="Protest-Griechenland-linmtheu-CC-BY-SA-2.0-flickr.com" width="640" height="280" /></a>Wie politisiert ist die Jugend heute? Welchen Einfluss haben die neuen Medien darauf? Wie kann man junge Menschen dazu bewegen, Parteien beizutreten und welche Gestalt müssten die Parteien dafür haben? Das sind Fragen, die Politologen und Abgeordnete in Deutschland bewegen. Doch nicht nur hier wird beobachtet, wie sich Jugendliche politisch organisieren. Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) verfolgen in Auslandsbüros in knapp 80 Ländern weltweit die politische Entwicklung.</p>
<h3>Adenauer-Huffington-Briefing</h3>
<p>Am 02.02.2016 fand das Adenauer-Huffington-Briefing in Berlin unter dem Titel „Wie Politik für junge Menschen im 21. Jahrhundert aussieht“ statt. Es ist der Auftakt eines Kooperationsprojektes zwischen der KAS und der Huffington Post. Dabei legen Mitarbeiter der KAS-Auslandsbüros ihre Eindrücke zur Entwicklung vor Ort auf <a href="http://www.huffingtonpost.de/news/kas-huffpost-briefing">der Seite der Huffington Post</a> dar. Es sind bereits einige Artikel online und weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. Auf der Veranstaltung am Dienstag waren zwei Gäste aus Griechenland und Chile vor Ort und per Skype-Konferenz nahmen Mitarbeiter aus Südafrika, der Mongolei, Uruguay und Tunesien teil.</p>
<p>Den Auftakt bereitete CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit einer kurzen Rede zur Situation in Deutschland. Dabei ging er insbesondere darauf ein, dass sich heutzutage das politische Interesse junger Menschen nicht mehr in einer Steigerung der Parteienmitgliedszahlen niederschlägt. Die vielen Demonstrationen für einen Atomkraftausstieg führten so beispielsweise nicht zu einem Anstieg der Parteimitgliedszahlen der Grünen.</p>
<h3>Politisierung außerhalb von Parteien</h3>
<p>Dieses Phänomen zeigt sich nicht nur in Deutschland, sondern wurde in vielen der vertretenen Länder beobachtet. Die südafrikanische „born-free“-Generation protestiert an den Universitäten, doch wählen geht sie nicht. Die jungen Griechen sind abgeschreckt vom politischen System, das ihr Land ruiniert hat. Sie organisieren sich statt in Parteien lieber in zivilgesellschaftlichen Gruppen, um dem Populismus der großen griechischen Parteien zu entkommen. In Südamerika zeigt sich ein ähnliches Bild: bei Protesten strömen die jungen Menschen auf die Straßen, doch oft sind sie nicht in Parteien organisiert. Die Probleme werden laut artikuliert. Das Interesse ist da. Nur passen diese jungen Leute kaum noch in die oft sehr traditionellen Parteien ihrer Länder. Eine Ausnahme hierzu bildet Argentinien, das momentan einen großen Umbruch erlebt.</p>
<p>In Tunesien ist die  Jugend nach dem arabischen Frühling in Pessimismus verfallen. Von den drei Werten Arbeit, Würde und Freiheit, die in der Revolution gefordert wurden, wurde nach ihrem Empfinden bisher nur die Freiheit erreicht. So geben laut einer Umfrage 64% der Jugendlichen an, in keiner Weise in einer Organisation aktiv zu sein, nicht mal in einem Sportverein oder ähnlichem. Das liegt aber auch daran, dass es kaum Angebote für sie gibt. Die Freiheitskämpfer des arabischen Frühlings sind Individualisten, die sich nicht in Gruppen integrieren (lassen).</p>
<h3>Zwist zwischen Jugend und Elterngeneration</h3>
<p>In der Mongolei ist die Familie eine wichtige Institution. Hinzu kommt, dass es eine gesellschaftlich anerkannte Norm ist, Älteren nicht zu widersprechen. Wer älter ist, hat Recht. Das macht es Jugendlichen in der Mongolei sehr schwer, sich mit ihrer Meinung entgegen der ihrer Eltern zu positionieren. Sie haben nicht das Gefühl etwas erreichen zu können und sind somit kaum organisiert. In Griechenland sieht das anders aus: hier glauben die Jungen daran, etwas bewegen zu können. Ihre Position widerspricht dabei in vielen Punkten der Einstellung ihrer Eltern. Oft heißt es „alt gegen jung“ in der Auseinandersetzung.</p>
<h3>Medien im Alltag der Jugend</h3>
<p>Auf der ganzen Welt sind dabei immer auch Medien mit im Spiel. So werden große Protestaktionen in südamerikanischen Ländern häufig über Soziale Medien wie Facebook und Twitter organisiert und verbreitet. In gesamt Lateinamerika hat bereits jeder Zweite einen Facebook-Account. Das entspricht einer Zahl von rund 300 Millionen Usern. Schätzungen prognostizieren für 2020 eine 100%ige Deckungsrate. In Südafrika wächst in rasendem Tempo eine neue Bloggerszene und während der Verhandlungen mit der EU verfolgten Tausende Griechen das Geschehen per Twitter.</p>
<p>Doch auch die traditionellen Medien wie Zeitungen und Radio bleiben weiterhin wichtig. Das gilt besonders für Länder, die in den ländlichen Regionen keine gute Infrastruktur haben. So hat beispielsweise in Südafrika, wie in der Mongolei, nur jeder Zweite überhaupt Zugang zum Internet. Hier informiert man sich häufig über Zeitungen oder Radionachrichten. Im Wahlkampf ist es weiterhin der persönliche Kontakt, der zählt.</p>
<p>Bild: <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von linmtheu" href="https://www.flickr.com/photos/linmtheu/">linmtheu</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wie-politik-fuer-junge-menschen-im-21-jahrhundert-aussieht-4-148359/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Toleranz Online 2014“ – Wie denkt die Jugend über‘s Netz?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/toleranz-online-2014-wie-denkt-die-jugend-uebers-netz-140780/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/toleranz-online-2014-wie-denkt-die-jugend-uebers-netz-140780/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2014 10:44:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Narr]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz Online]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Schnetzer]]></category>
		<category><![CDATA[Open Science]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=140780</guid>

					<description><![CDATA[Die ältere Generation muss den Umgang mit dem Internet lernen, während die jüngere Generation mit dem Netz aufgewachsen ist. Respekt, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/toleranzonline_grafik.png"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-140786" alt="toleranzonline_grafik" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/toleranzonline_grafik.png" width="640" height="280" /></a>Die ältere Generation muss den Umgang mit dem Internet lernen, während die jüngere Generation mit dem Netz aufgewachsen ist. Respekt, Sicherheit und Freiheit sind Grundpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft, aber wie werden sie online vermittelt? In der Jugendstudie „Toleranz Online 2014“ wurden junge Menschen gefragt, was diese Werte für sie im Internet bedeuten und wie sich diese erreichen lassen. Ein wichtiger Aspekt war die Bedeutung des Internets als Ort der Meinungsäußerung und Teilhabe.</p>
<p style="text-align: left">Der unabhängige Jugendforscher Simon Schnetzer (<a title="Jugendforschung und Jugendbeteiligung" href="http://datajockey.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datajockey</a>) und <a href="http://www.ikosom.de/personen/kristin-narr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kristin Narr</a> vom Institut für Kommunikation in Sozialen Medien (<a title="ikosom" href="http://ikosom.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ikosom</a>) haben im Zeitraum von Dezember 2012 bis Juni 2013 872 Menschen zwischen 14 und 34 Jahren zu ihrem Nutzungsverhalten im Netz befragt: Wie nehmen sie Gefahren im Internet wahr und welche Möglichkeiten sehen sie für sich? In ihrer <a href="http://www.toleranzonline.de/studienmethodik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Methodik</a> verpflichteten sich die Studienautoren gegenüber den Open Science-Grundsätzen „öffentlich, transparent und partizipativ“, d.h. dass sämtliche erhobene Daten und die <a href="http://www.toleranzonline.de/studienergebnisse" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studienergebnisse</a> frei zugänglich veröffentlicht werden.</p>
<p>Trotz ihres wissenschaftlichen Aufbaus erhebt die Studie keinen Anspruch auf Repräsentativität, weil die Online-Teilnahme für jeden möglich war und darüber hinaus zufällig getroffene Menschen überall in Deutschland befragt wurden. Statt strikte Wissenschaftlichkeit einzuhalten, versuchen Schnetzer und Narr hauptsächlich einen Erkenntnisgewinn zu erreichen, indem sie die Geschichten hinter den Zahlen in den Vordergrund rücken. Die zentralen Fragestellungen ihrer Studie lauteten: 1. Welche Chancen bzw. Risiken sehen junge Menschen in der Nutzung des Internets? 2. Wie kann das Internet sicherer und wie kann der zwischenmenschliche Umgang online respektvoller werden?</p>
<h3>Junge Menschen möchten sich mehr engagieren, wissen aber nicht, wie</h3>
<p>Auf die erste Frage antwortete ein junger Teilnehmer stellvertretend für seine Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren, „dass mehr Menschen sich trauen, [im Internet] ihre Meinung zu äußern und politisch aktiv zu werden.“ Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist, dass junge Menschen sich mehr engagieren und in gesellschaftliche Entscheidungen mit eingebunden werden möchten, aber zu wenige Handlungsmöglichkeiten sehen. Online-Beteiligungsmöglichkeiten stehen sie offen gegenüber, wenn ihre Stimme dann auch realen Einfluss hat. Konkret fordern einige Studienteilnehmer bessere politische Beteiligungsplattformen, die möglichst einfach gestaltet sind und die wichtigsten Punkte eines politischen Anliegens gut verständlich zusammenfasst. Die Antworten vieler Befragten deuten darauf hin, dass ihnen bereits vorhandene Beteiligungsmöglichkeiten nicht bekannt sind oder sie zu wenig über diese informiert sind.<br />
Die Ergebnisse der Studie zum Thema „Online-Beteiligung“ bieten interessante Erkenntnisse für Parteien und Organisationen, die sich als Katalysator für die Interessen der Bürger im politischen System verstehen, aber seit Jahren über Mitgliederschwund klagen. Das in den vergangenen Jahren gesteigerte Engagement junger Menschen in zivilgesellschaftlichen Vereinen zeigt, dass viele sich einbringen möchten. Doch dafür wollen sie sich nicht zwingend längerfristig an eine bestimmte Organisation binden. Auch schreckt es viele junge Menschen ab, sich zuerst ein Parteibuch zulegen zu müssen, bevor sie sich politisch beteiligen können. Für Parteien und Organisationen wäre es also durchaus eine Überlegung wert, sich auch für interessierte Nichtmitglieder zu öffnen und diese an Entscheidungen zu beteiligen.</p>
<h3>Fazit der Studie</h3>
<p>Laut Studienergebnissen von <a href="http://www.toleranzonline.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Toleranz Online 2014</a> sehen junge Menschen die Vorteile des Internets nicht nur in der erleichterten Kommunikation und darin, unkompliziert, Gleichgesinnte zu finden, sondern ebenso die Gefahr, schneller missverstanden und leichter gemobbt zu werden. Auch bereitet ihnen das Wissen, dass alles gespeichert wird, eine gewisse Unsicherheit und Angst. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie, dass ein Großteil junger Menschen ein starkes Bewusstsein für die Chancen und Risiken im Internet besitzt. Wenn sie das Gefühl vermittelt bekämen, tatsächlich etwas bewirken zu können, wären sicherlich noch mehr junge Menschen bereit, sich und ihre Zeit für „mehr Respekt“ und andere Ziele im Internet einzusetzen.<br />
Link zur Studie <a title="eine Jugendstudie über Respekt, Sicherheit und Freiheit im Internet" href="http://www.toleranzonline.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Toleranz Online 2014“</a><br />
Grafik: <a href="http://www.franziskaveh.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziska Veh</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/toleranz-online-2014-wie-denkt-die-jugend-uebers-netz-140780/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ihr-werdet-euch-noch-wuenschen-wir-waeren-politikverdrossen-5468/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ihr-werdet-euch-noch-wuenschen-wir-waeren-politikverdrossen-5468/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 09:59:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Youthpart]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook-Party]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/ihr-werdet-euch-noch-wuenschen-wir-waeren-politikverdrossen-5468/</guid>

					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Werkstattgespr__ch_2.jpg" align="left" height="156" width="280" />&#34;Kinder sind unsere Zukunft&#34; ist in politischen Debatten eine viel zitierte Plattitüde. Doch wie können Jugendliche zu politischer Beteiligung animiert werden und welche Bedingungen müssen hierfür geschaffen werden? Das am Montag veranstaltete Werkstattgespräch &#34;ePartizipation Jugendlicher&#34; suchte Antworten auf diese Fragen. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Werkstattgespr__ch_2.jpg" align="left" height="156" width="280" />&quot;Kinder sind unsere Zukunft&quot; ist in politischen Debatten eine viel zitierte Plattitüde. Doch wie können Jugendliche zu politischer Beteiligung animiert werden und welche Bedingungen müssen hierfür geschaffen werden? Das am Montag veranstaltete Werkstattgespräch &quot;ePartizipation Jugendlicher&quot; suchte Antworten auf diese Fragen. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Jugendliche und soziale Medien: Beinahe reflexartig wird dieses Thema in den Medien unter dem Stichwort &quot;Facebook-Partys&quot; zusammengefasst. In seinem Impulsvortrag warnte Jürgen Ertelt, Koordinator des <a href="http://www.ijab.de/teilhabe/partizipation/a/show/youthpart-multilaterales-kooperationsprojekt-zur-epartizipation-startet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projektes &quot;Youthpart</a>: Internationaler und nationaler Erfahrungsaustausch sowie Modellentwicklung für mehr Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft&quot;, vor den Gefahren einer solch einseitigen Wahrnehmung. Man dürfe sich nicht auf die Risiken des Netzes beschränken. Vielmehr sollten die Potenziale sozialer Medien genutzt werden. Dabei müssten die Besonderheiten der jugendlichen Zielgruppe jedoch berücksichtigt werden. Im Rahmen der Partizipationsforschung und der Jugendarbeit seien in diesem Zusammenhang bereits wichtige Erkenntnisse getroffen worden. Beispielsweise würde die Trennung zwischen Online- und Offline-Welt bei Jugendlichen auf Unverständnis treffen. &quot;Diejenigen, die wir erreichen wollen, vollziehen diese Trennung nicht&quot;, so Ertelt. Die Kommunikationsstrategien von Organisationen oder Politikern müssten Jugendlichen in ihrer Umgangsweise mit sozialen Medien entgegenkommen. Eine Nutzung von Facebook und Co. als einseitiger Informationskanal sei kontraproduktiv und würde von den Jugendlichen mit Missachtung gestraft. Die Partizipation Jugendlicher bedürfe daher zweier Lernprozesse: Einerseits müssten die Jugendlichen &quot;Beteiligung lernen&quot;, andererseits müsse es aber auch in Politik und Verwaltung einen anderen Umgang mit den Ergebnissen bürgerlicher Beteiligung geben.
</p>
<p>
<b><br />
&quot;Youthpart&quot; als europäische Jugendstrategie<br />
</b>
</p>
<p>
2009 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine <a href="http://www.jugendpolitikineuropa.de/thema/die-eu-jugendstrategie-2010-2018.137/seite/1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jugendstrategie</a>, welche die jugendpolitische Zusammenarbeit bis 2018 regeln soll. Mehr Chancengleichheit im Bildungswesen und mit Blick auf den Arbeitmarkt sowie die Förderung des gesellschaftlichen Engagements und der Teilhabe junger Menschen an politischen Prozessen wurden als zentrale Ziele ausgegeben. In Deutschland arbeiten mehrere Institutionen an der Umsetzung dieser Strategie. Das  Werkstattgespräch &quot;ePartizipation Jugendlicher&quot; am Montag markierte den Start für das bis 2014 laufende &quot;Youthpart&quot;-Projekt, welches von der IJAB- Fachstelle für internationale Jugendarbeit verantwortet wird. Mit diesem Projekt wird eine wichtige Lücke geschlossen: In den meisten Beteiligungsprozessen werden Jugendliche bislang nicht als spezifische Zielgruppe definiert und angesprochen. Nicht nur politische Entscheidungsträger entscheiden über die Köpfe der Jugendlichen hinweg &#8211; auch in Bürgerinitiativen bleibt ihr Mitgestaltungspotenzial marginal. Die bestehenden Beteiligungsangebote bedürften daher einer didaktischen Weiterentwicklung, die verständliche Zugänge für alle Jugendliche ermöglicht. Mit &quot;Youthpart&quot; sollen innovative Verfahren zur besseren Einbindung der Jugendlichen im internationalen Vergleich identifiziert, weiterentwickelt und in einer Datenbank eingepflegt werden. Wie jugendgerecht sind die bestehenden Verfahren? Wie kann Beteiligung für Jugendliche einfacher gemacht und ausgebaut werden? Das sind die Leitfragen, an denen sich die Projektkoordinatoren Jürgen Ertelt und Nadine Karbach orientieren und die sie nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch an Politik und Verwaltung stellen.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/TimmDavies.jpg" align="left" height="284" width="190" />Vertreter aus Estland, Finnland, Großbritannien und Österreich stellten modellhafte Initiativen vor, wobei sich recht unterschiedliche Herangehensweisen offenbarten. Liis Kuusk vom estnischen Jugendarbeitszentrum referierte über die rege Beteiligung estnischer Jugendlicher an Jugendräten und Jugendparlamenten. Politik- und Wahlsimulationen seien in dem kleinen baltischen Land sehr populär. Ein nachahmenswertes Projekt ist auch die estnische Initiative &quot;participation metro&quot; – ein detaillierter Übersichtsplan über sämtliche Partizipationmöglichkeiten für Jugendliche.
</p>
<p>
Timm Davies aus Großbritannien teilte die in Deutschland vorherrschende Meinung, dass Bürgerbeteiligung vor allem auf kommunaler Ebene erfolgreich sein könne. Die fehlende Verbindung zwischen Jugendlichen und den politisch Verantwortlichen sei gleichwohl das größte Problem. Jugendliche wollten Facebook und Skype zur politischen Kommunikation nutzen, die Verwaltung sträube sich jedoch dagegen. Insgesamt habe es in den letzten zehn Jahren zwar  Fortschritte in der Beteiligung Jugendlicher gegeben, die Finanzkrise habe aber einige Vorhaben scheitern lassen.
</p>
<p>
<b>Zentrale Fragen und Antworten</b>
</p>
<p>
In mehreren Diskussionsrunden wurden schließlich zentrale Fragen der Onlinepartizipation Jugendlicher diskutiert: In welchen Bereichen müssen Jugendliche noch unterstützt werden? Welche Themen sind den Jugendlichen wichtig? Wie können die Ergebnisse jugendlicher Beteiligung nachhaltig genutzt werden? Welche Bedingungen müssen die Online-Verfahren erfüllen?
</p>
<p>
Der erste Schritt des eigentlichen Partizipationsprozesses sei die Themenfindung, die durch die Jugendlichen selbst erfolgen müsse. Beteiligungsmöglichkeiten sollten selbstverständlich nur dort geschaffen werden, wo Interessen von Jugendlichen tangiert werden. Manche Diskutanten plädierten für eine redaktionelle Betreuung der Diskussionen der Jugendlichen. Die Debatten könnten dadurch strukturiert und besser nachvollzogen werden. Andere lehnten diesen Vorschlag aus Kostengründen und der mangelnden Vereinbarkeit mit der Idee eines deliberativen Diskurses im Netz ab. In jedem Fall müsse es auch strukturierte Rückkoppelungsmechanismen geben. Ergebnisse, Nutzen und die Umsetzung der Ideen der Jugendlichen sollten ihnen auch aufgezeigt werden. Außerdem müssten Institutionen lernen, Beteiligung &quot;auszuhalten&quot;- Medienkompetenz solle folglich nicht nur Jugendlichen, sondern auch den politischen Entscheidungsträgern vermittelt werden.
</p>
<p>
Dass Jugendliche alles andere als politikverdrossen sind und sich an gesellschaftlichen und politischen Prozessen beteiligen wollen, stand am Ende für alle Teilnehmer fest. Ein von Jürgen Ertelt zitierter Tweet brachte diesen Fakt auf den Punkt: &quot;Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen.&quot; Denn wenn wirklich &quot;Wirksamkeitsverdacht&quot; bestehe, würden sich Jugendliche zwangsläufig beteiligen.
</p>
<p>
(Fotos: Cathrin Olbrich)<span style="font-size: 11pt; font-family: 'Calibri','sans-serif'; color: #1f497d"></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/ihr-werdet-euch-noch-wuenschen-wir-waeren-politikverdrossen-5468/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fast alle Jugendlichen online</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/fast-alle-jugendlichen-online-5013/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/fast-alle-jugendlichen-online-5013/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Reimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 13:15:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Nutzung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/fast-alle-jugendlichen-online-5013/</guid>

					<description><![CDATA[13 Stunden pro Woche bewegt sich der deutsche Jugendliche durchschnittlich im Internet. Das fand die 16. Shell-Jugendstudie heraus. Wie die Teenager das Web Nutzen, hängt dabei vom Alter und Geschlecht ab.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>13 Stunden pro Woche bewegt sich der deutsche Jugendliche durchschnittlich im Internet. Das fand die 16. Shell-Jugendstudie heraus. Wie die Teenager das Web Nutzen, hängt dabei vom Alter und Geschlecht ab.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Anteil der Jugendlichen mit eigenem Internetzugang stieg von 2002 bis 2010 von 66 auf 96 Prozent. Bei der Nutzung des Mitmach-Internet (Web 2.0) zeigen sich die deutlichsten Unterscheide zwischen älteren und jüngeren bzw. männlichen und weiblichen Nutzern.
</p>
<p>
Ist die jüngere weibliche Gruppe noch vermehrt in sozialen Netzwerken aktiv, beschäftigen sich ältere Mädchen eher mit der „zweckgebundenen Nutzung“ wie z.B. Shopping oder E-Mail. Jüngere männliche Jugendliche, vor allem aus sozial schwächeren Familien, nutzen besonders intensiv die virtuelle Onlinespielewelt. Die älteren Jungs beschreibt die Studie als sogenannte „Multi-User“, d.h. Nutzer, die fast alle typischen Online-Angebote benutzen.
</p>
<p>
Die <a href="http://www.shell.de/home/content/deu/aboutshell/our_commitment/shell_youth_study/2010/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16. Shell Jugendstudie</a> hat 2010 2.604 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren befragt. Dabei wurden sowohl in den neuen als auch alten Bundesländern stichprobenartige Erhebungen von Infratest-Interviewern durchgeführt. Die Studie will Denk- und Diskussionsanstöße geben, um politisches und gesellschaftliches Handeln zu erleichtern.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/fast-alle-jugendlichen-online-5013/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachwuchs-Politiker gesucht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nachwuchs-politiker-gesucht-4993/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nachwuchs-politiker-gesucht-4993/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:45:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Robert-Bosch-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[UFA]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/nachwuchs-politiker-gesucht-4993/</guid>

					<description><![CDATA[Ab Samstag, 28. August 2010 diskutieren Jugendliche aus ganz Deutschland über Politik und sollen mit kreativen neuen Ideen einen frischen Wind in das politische Establishment bringen. Das zumindest hoffen die Initiatoren von <a href="http://www.duhastdiemacht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">duhastdiemacht.de</a>. Höhepunkt des Projekts wird die direkte Konfrontation der jugendlichen Teilnehmer mit der politischen Elite.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ab Samstag, 28. August 2010 diskutieren Jugendliche aus ganz Deutschland über Politik und sollen mit kreativen neuen Ideen einen frischen Wind in das politische Establishment bringen. Das zumindest hoffen die Initiatoren von <a href="http://www.duhastdiemacht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">duhastdiemacht.de</a>. Höhepunkt des Projekts wird die direkte Konfrontation der jugendlichen Teilnehmer mit der politischen Elite.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag – pünktlich um Mitternacht – findet der Launch des Diskussions-Portals statt, das schon Mitte Juni von den Verantwortlichen <a href="/projekt-politik-bewusstsein-jugendliche" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angekündigt</a> worden war. Bis Ende des Jahres sollen auf der Plattform politische Themen jugendgerecht aufbereitet und zur Diskussion gestellt werden. Damit wollen die Verantwortlichen des <a href="http://www.ufa-lab.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UFA-Labs</a> und der Robert Bosch Stiftung vor allem 17 bis 23-Jährige stärker für Politik interessieren. <a href="http://www.duhastdiemacht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/du_hast_die_macht_0.jpg" align="right" height="96" width="150" /></a>
</p>
<p>
„Wir haben viele Ideen, die wir gemeinsam mit den Jugendlichen entwickeln wollen“, sagt Barbara Banse vom UFA-Lab gegenüber politik-digital.de. Kernelement des gesamten Projekts sei, dass Jugendliche Beiträge mit politischen Inhalten für andere Jugendliche erstellen und darüber diskutieren. Es sei dabei auch immer wichtig, die Jugendlichen nicht alleine zu lassen, sondern sie redaktionell zu betreuen.
</p>
<p>
<b>Viele Fragen offen</b>
</p>
<p>
Hinauslaufen soll das Projekt laut Banse auf eine Konfrontation mit Politikern am Ende des Jahres, sowohl online als auch offline. Welche Politprominenz genau daran teilnehmen wird, steht noch nicht fest. Überhaupt habe man absichtlich noch einige Fragen offen gelassen, um auf jede Entwicklung eingehen zu können, so Banse. Auch eine Verlängerung des Projekts über Dezember 2010 hinaus sei deswegen nicht ausgeschlossen.
</p>
<p>
Aufmerksamkeit wollen die Projektbetreiber mit medienwirksamen Kooperationspartner wie <a href="http://www.mtv.de/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MTV</a> erzeugen. In diesem Zusammenhang sollen auch verschiedene, bei der Jugend beliebte Prominente wie zum Beispiel Revolverheld zum Mitmachen animiert werden, so Melanie Schuster vom Kooperationspartner Robert Bosch Stiftung.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/nachwuchs-politiker-gesucht-4993/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coole Politik für Jugendliche</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/coole-politik-fuer-jugendliche-4913/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/coole-politik-fuer-jugendliche-4913/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 10:31:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Robert-Bosch-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[UFA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/coole-politik-fuer-jugendliche-4913/</guid>

					<description><![CDATA[Ein neues Projekt der Film- und Fernsehproduktionsfirma UFA und der Robert-Bosch-Stiftung will junge Menschen für politische Inhalte sensibilisieren. Das Konzept: Jugendliche sollen selbst ihre Altersgenossen über Politik informieren – und das auch noch online.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Projekt der Film- und Fernsehproduktionsfirma UFA und der Robert-Bosch-Stiftung will junge Menschen für politische Inhalte sensibilisieren. Das Konzept: Jugendliche sollen selbst ihre Altersgenossen über Politik informieren – und das auch noch online.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Im August 2010 geht das neue <a href="http://www.ufa.de/index.php/Presse/PressemitteilungDetail/myid/1017351" target="_blank" title="Pressemitteilung zum Projekt" rel="noopener noreferrer">Online-Projekt</a> an den Start. Hierfür sollen noch prominente Paten aus Musik, Kultur und Sport gewonnen werden, um Jugendliche für das Konzept zu begeistern. Ein Team von Jugend-Redakteuren soll dann unter Begleitung der Paten und Unterstützung der UFA interaktive Inhalte für ihre Altersgenossen entwickeln.
</p>
<p>
„Uns geht es darum, die Jugendlichen auf Augenhöhe anzusprechen“, so Kristian Mueller, Pressesprecher der <a href="http://www.ufa.de" target="_blank" title="UFA" rel="noopener noreferrer">UFA</a> gegenüber politik-digital.de. Es sei geplant, die jungen Leute in den sozialen Netzwerken „abzuholen“, da sie sich dort aufhalten und auskennen würden. Welche Netzwerke sich beteiligen werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Die Aktion ist zunächst bis Weihnachten befristet – bei Erfolg werde man aber über eine Fortsetzung nachdenken, so Mueller.
</p>
<p>
<b>Interaktive Wahlsoap</b>
</p>
<p>
UFA brachte bereits im Jahr 2009 mit <a href="http://www.zeit-der-entscheidung.de/" target="_blank" title="Zeit der Entscheidung" rel="noopener noreferrer">„Zeit der Entscheidung“ </a>ein jugendliches Politikformat auf den Weg. Das Konzept der Wahlsoap war es, den Zuschauer anhand der Wahlprogramme der Parteien den Ausgang einer Serie mitbestimmen zu lassen. Themen wie Kündigungsschutz, Wahlrecht oder gleichgeschlechtliche Ehe wurden für ein junges Publikum veranschaulicht. Die „Soap deiner Wahl“ brachte es insgesamt auf 1,2 Millionen Aufrufe und wurde für den <a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1067#c6898" target="_blank" title="Nominierung von &quot;Zeit der Entscheidung&quot;" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award</a> nominiert.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/coole-politik-fuer-jugendliche-4913/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von ehemals verrauchten Hinterzimmerkneipen und heimeligen Vereinsheimen…</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/von-ehemals-verrauchten-hinterzimmerkneipen-und-heimeligen-vereinsheimen-4859/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/von-ehemals-verrauchten-hinterzimmerkneipen-und-heimeligen-vereinsheimen-4859/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 17:41:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Offensive]]></category>
		<category><![CDATA[Fitnesscenter]]></category>
		<category><![CDATA[Sportverein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/von-ehemals-verrauchten-hinterzimmerkneipen-und-heimeligen-vereinsheimen-4859/</guid>

					<description><![CDATA[Die Zeiten wandeln sich, diese Erkenntnis ist weder neu noch besonders erstaunlich und dennoch kann man den Eindruck gewinnen, als hätte die Politik dies noch nicht in Gänze vernommen. Die Mitglieder der „großen Tante“ Volkspartei ziehen sich mehr und mehr zurück oder werden immer älter. Provokant formuliert: die Reihen und das Haupthaar der Protagonisten vor Ort lichten sich stetig. Kann das Internet helfen?<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeiten wandeln sich, diese Erkenntnis ist weder neu noch besonders erstaunlich und dennoch kann man den Eindruck gewinnen, als hätte die Politik dies noch nicht in Gänze vernommen. Die Mitglieder der „großen Tante“ Volkspartei ziehen sich mehr und mehr zurück oder werden immer älter. Provokant formuliert: die Reihen und das Haupthaar der Protagonisten vor Ort lichten sich stetig. Kann das Internet helfen?</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Mit diesem Problem sind nicht nur die Parteien konfrontiert, sondern auch ehemals fabelhaft frequentierte Sport- und Fußballvereine – Vereinsheim streichen, sonntägliches Kuchenbacken und Trikotwaschen &#8211; die Sportler zieht es stattdessen lieber in Fitnesstempel. Der Vorteil: unproblematische Kündigungsfristen, Servicementalität sowie Unabhängigkeit &#8211; und das persönliche Engagement zielt nur auf das Stählen der eigenen Muskelkraft ab. Ähnlich sieht es bei den Parteien aus – Plakate kleben, stundenlange Ortsverbandssitzungen und das bisweilen langweilige Stehen am Wahlkampfstand begeistern immer weniger junge Menschen.
</p>
<p>
<b>Wo bleibt die Online-Offensive? </b>
</p>
<p>
Doch das tatenlose, kopfschüttelnde Zusehen oder wahlweise Schimpfen über die desinteressierte Jugend von heute bringt niemanden weiter – neue Maßnahmen sind erforderlich. Der Vorteil der Politik: Sie kann sich des Internets bedienen. Politik kann auch online erfolgen beispielsweise über Partizipationsplattformen, ad-hoc Beteiligung etc. Trotz vieler augenscheinlicher Gemeinsamkeiten haben die Sportvereine diese Möglichkeiten der Mitglieder- und Sympathisantenbindung nicht. Ein eindeutiger Vorteil für die Parteien.
</p>
<p>
Doch gefragt sind innovative Ideen, Mut und Menschen, die sich für diese neuen Formen der Beteiligung einsetzen. Seit der Bundestagswahl und der vielfach gepriesenen Online-Offensive ist nicht viel bzw. nichts Neues geschehen. Da stellt sich die Frage, was muss geschehen – auf beiden Seiten?! </p>
<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/von-ehemals-verrauchten-hinterzimmerkneipen-und-heimeligen-vereinsheimen-4859/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Zukunftsinvestition Jugend müsste der wichtigste Grundsatz in der Politik werden&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotzukunftsinvestition_jugend_muesste_der_wichtigste_grundsatz_in_der_politik_werdenquot-149/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotzukunftsinvestition_jugend_muesste_der_wichtigste_grundsatz_in_der_politik_werdenquot-149/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptschule]]></category>
		<category><![CDATA[Migrant]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Pfeiffer]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalttat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotzukunftsinvestition_jugend_muesste_der_wichtigste_grundsatz_in_der_politik_werdenquot-149/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 5. April, war Christian 
Pfeiffer, Direktor des <span style="font-size: x-small">Kriminologischen Forschungsinstituts 
Niedersachsen e.V.</span> von 13.00 bis 14.00 Uhr zu Gast im tagesschau-Chat. 
Er beantwortete Fragen zur Gewalt an Schulen und den Problemen der 
Integration und den Auswirkungen des Medienkonsums.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 5. April, war Christian<br />
Pfeiffer, Direktor des <span style="font-size: x-small">Kriminologischen Forschungsinstituts<br />
Niedersachsen e.V.</span> von 13.00 bis 14.00 Uhr zu Gast im tagesschau-Chat.<br />
Er beantwortete Fragen zur Gewalt an Schulen und den Problemen der<br />
Integration und den Auswirkungen des Medienkonsums.<!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Gast im tagesschau-Chat<br />
ist heute Christian Pfeiffer. Er leitet das Kriminologische Forschungsinstitut<br />
in Niedersachsen (KFN) und hat sich intensiv mit dem Thema Jugendkriminalität<br />
und dem Problem der Integration jugendlicher Migranten beschäftigt.<br />
Herr Pfeiffer chattet mit uns aus den Räumlichkeiten des KFN<br />
in Hannover. Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Jederzeit.
</p>
<p>
<b>Brian Molko: </b>Guten Tag, Herr Prof. Pfeiffer. Die<br />
Hauptschule abschaffen, damit es keine Gewalt dort mehr gibt, klingt<br />
für mich wie die Arbeit abschaffen, damit es keine Arbeitslosen<br />
mehr gibt. Meinen Sie das ernsthaft?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Ja, in der Hauptschule haben<br />
wir zumindest in Norddeutschland eine kontraproduktive Zusammenballung<br />
von Randgruppenkindern. Die innerfamiliäre Gewalt ist hoch,<br />
die Armut der Elternhäuser ausgeprägt. Jeder Zweite hat<br />
Migrations-Hintergrund mit der Folge der oft schwächeren Sprachkenntnisse.<br />
Aus dieser Kombination ergibt sich an vielen Hauptschulen ein Klima<br />
der Leistungsverweigerung, des Macho-Gehabes und der Gewalt. Wenn<br />
wir …(Liebe Leser von tagesschau.de: An dieser Stelle des<br />
Chats hat es leider ein technisches Problem gegeben. Deshalb ist<br />
das Chatprotokoll hier nicht vollständig. Dafür bitten<br />
wir um Entschuldigung.) …Mehrheit der Schüler leistungsmotiviert.<br />
Der Anteil der Mädchen wäre deutlich höher und die<br />
Schule hätte nicht das Stigma der &quot;Verliererschule&quot;.<br />
In Thüringen läuft das richtig gut.
</p>
<p>
<b>dieter:</b> Durch die Abschaffung der Hauptschulen<br />
wird sich die Qualität der anderen weiterführenden Schulen<br />
deutlich verschlechtern. Oder wollen Sie bestimmte schwache Klassen<br />
schaffen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Das Gegenteil ist richtig,<br />
wenn Sie den internationalen Vergleich der Pisa-Studie anschauen.<br />
Länder mit Gesamtschulen wie etwa Finnland, Kanada oder Neuseeland<br />
schneiden dort hervorragend ab, obwohl es die bei uns übliche<br />
Trennung nach der vierten Klasse gar nicht gibt. Noch entscheidender<br />
als die Zusammenführung von Haupt- und Realschule wäre<br />
freilich die Einrichtung der Ganztagschule. Natürlich dann<br />
eine, die nicht eine Kinderbewahranstalt mit Suppenküche wäre,<br />
sondern nach Mittag nur ein Motto kennt: Lust auf Leben wecken durch<br />
Sport, Kultur, soziales Lernen. Gegenwärtig ist der Nachmittag<br />
von männlichen Hauptschülern durch vier bis fünf<br />
Stunden Computerspielen und Fernsehen geprägt.
</p>
<p>
<b>grobi:</b> Sehr geehrter Herr Professor Pfeiffer,<br />
steuern wir amerikanischen Verhältnissen entgegen mit schuleigenen<br />
Sicherheitsdiensten, um Waffen aus den Schulen fernzuhalten und<br />
um Lehrer zu schützen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Nein, zum Glück nicht.<br />
auch wenn es die Öffentlichkeit nicht glauben will: Seit 1997<br />
geht die Gewalt an deutschen Schulen zurück. Die Versicherungen,<br />
denen Verletzungen auf Schulhöfen und Schulwegen, die ärztlichen<br />
Einsatz nötig machten, immer gemeldet werden, signalisieren<br />
klar: Pro tausend Kinder hatten wir seit 1997 einen Rückgang<br />
solcher schweren &quot;Raufunfälle&quot; um 27%. Unsere wiederholten<br />
Dunkelfeldstudien bestätigen das. Aber gleichzeitig sehen wir<br />
deutlich, dass es an Hauptschulen im Vergleich zu Gymnasien viermal<br />
so viel Intensivtäter der Gewalt gibt und im Vergleich zu Realschulen<br />
doppelt so viel.
</p>
<p>
<b>vechta:</b> Herr Pfeiffer, würden Sie die Hauptschule<br />
flächendeckend als &#8216;Verliererschule &#8216; kennzeichnen oder würden<br />
Sie die Hauptschule nur dort, wo sie große Probleme bereitet<br />
&#8211; besonders in städtischen Ballungsräumen &#8211; abschaffen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Ob sie eine &quot;Verliererschule&quot;<br />
ist, entscheidet der Arbeitsmarkt. In Norddeutschland haben wir<br />
leider inzwischen generell das Problem, dass Hauptschüler in<br />
der Konkurrenz mit Realschülern und Abiturienten bei Lehrstellenbewerbungen<br />
meist den Kürzeren ziehen. Ich gebe zu, in den Städten<br />
ist diese Situation noch schlimmer als auf dem Land. Aber es gibt<br />
nun einmal die Abstimmung mit den Füßen. Bundesweit nutzen<br />
nur noch 15 Prozent der deutschen Familien die Hauptschule. Nur<br />
im Süden ist das anders, weil dort die Laufbahnempfehlung der<br />
Grundschule bindend ist.
</p>
<p>
<b>PlusBildung:</b> Hallo. Was haben Sie vom kriminologischen<br />
Institut eigentlich mit Bildung zu tun? Mir fehlt da die Verbindung.
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Wir führen zurzeit die<br />
europaweit wohl größte Untersuchung zu der Frage durch,<br />
wie sich extensiver Medienkonsum auf Schulleistungen, Persönlichkeitsentwicklung<br />
und Gewaltverhalten von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Insgesamt<br />
haben bis jetzt circa 30.000 Kinder und Jugendliche unseren Fragebogen<br />
ausgefüllt. Zwangsläufig ergeben sich daraus auch Erkenntnisse<br />
über die Schulen und die Bildungspolitik der Länder.
</p>
<p>
<b>Zeus:</b> Gibt es Unterschiede bei gewaltbereiten<br />
Jugendlichen ausländischer Herkunft und gewaltbereiten Jugendlichen<br />
deutscher Herkunft? Welche Rolle haben dabei Kinder von EU-Bürgern,<br />
die ja auch Ausländer sind?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Kinder und Jugendliche mit<br />
türkischem, jugoslawischen oder russischem Familienhintergrund<br />
begehen nach eigenen Angaben weit häufiger Gewalttaten, als<br />
etwa einheimische Deutsche oder Kinder aus holländischen, englischen<br />
oder französischen Familien, die in Deutschland leben. Die<br />
Gründe für die ethnischen Unterschiede im Gewaltverhalten<br />
sind vielfältig: So fängt es schon damit an, dass im Alter<br />
von 10 die Migrantenkinder bereits zu 44% über die eigene Spielkonsole<br />
und zu gut der Hälfte über den eigenen Fernseher verfügen.<br />
Bei den Deutschen sind es &quot;nur&quot; 22 Prozent bzw. 32 Prozent.<br />
Je mehr aber die Kinder Zeit mit Fernsehen und hier insbesondere<br />
den gewaltorientierten Inhalten verbringen, umso schlechter fallen<br />
ihre Schulleistungen aus. Ein zweiter Faktor ist die bei den Migrantenfamilien<br />
doppelt so häufig anzutreffende Belastung durch Armut (Eltern<br />
arbeitslos oder Sozialhilfeempfänger). Ein dritter Faktor ist<br />
die in Migrantenfamilien weit höhere innerfamiliäre Gewalt.<br />
Letztere führt wiederum bei den Jungen zu einer starken Übernahme<br />
der vom Vater vorgelebten Macho-Kultur. Wenn man das unterbrechen<br />
will, fängt man am besten im Kindergarten an. Wenn der Mehmet<br />
mit Max und Moritz im Sandkasten spielt, so die deutsche Sprache<br />
lernt und Freundschaften schließt, läuft es gut. Wenn<br />
er dagegen gar keinen Kindergarten besucht oder einen, wo er nur<br />
mit Mustafa und Igor zusammentrifft, dann bleibt er in seiner isolierten,<br />
getrennten Welt und sein Lebensweg ist weniger chancenreich.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Sind die gewalttätigen Schüler<br />
eigentlich eher Täter oder Opfer?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Türkische Jugendliche<br />
als Beispiel sind im Alter von 15 nur zu 8,3 Prozent als Opfer in<br />
Erscheinung getreten. Die Opfer wiederum benannten sie aber zu 35<br />
Prozent als Täter. Der Anteil der türkischen Neuntklässler<br />
liegt bei 8,7 Prozent. Sie sind also <br />
bei den Tätern extrem überrepräsentiert und das im<br />
Übrigen nicht nur aus der Sicht der Opfer, sondern auch nach<br />
eigenen Angaben. Aber dies gilt eben nicht überall. In Oldenburg<br />
beispielsweise, weisen Türken eine nur halb so hohe Gewaltrate<br />
auf wie in Dortmund. Aber in Oldenburg sind sie von Beginn an sozial<br />
besser integriert. 90 Prozent der zehnjährigen türkischen<br />
Jungen gaben beispielsweise an, dass sie von deutschen Kindern zum<br />
Geburtstag eingeladen sind. In Dortmund waren es nur 29 Prozent.
</p>
<p>
<b>CDUwähler:</b> Was halten sie von folgendem Vorschlag:<br />
Die Hauptschulen bereiten auf das Handwerk vor, die Realschulen<br />
auf Angestelltenberufe und Gymnasien auf eine akademische Ausbildung.
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Das lässt sich auf keine<br />
Fall von oben steuern. Das Handwerk würde sich im Übrigen<br />
beklagen, wenn ihm die Realschüler und die Abiturienten nicht<br />
mehr zur Verfügung stehen. Angesichts der großen Leistungsdefizite,<br />
die viele Hauptschüler nun einmal aufweisen, bleibt nur der<br />
Weg, letztere besser auszubilden. Und damit sind wir wieder beim<br />
Ausgangspunkt. Das hat zumindest in Norddeutschland nur geringe<br />
Chancen, angesichts der aktuellen Zusammensetzung der Hauptschüler.
</p>
<p>
<b>bastarto:</b> Hallo Herr Pfeiffer. Kann es sein, dass<br />
die Strafen für Gewalttaten nicht hoch genug sind? Was halten<br />
sie davon, Jugendlichen mit Abschiebung zu drohen und das dann natürlich<br />
auch durchzuführen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Abschiebung setzt voraus, dass<br />
der Gewalttäter keinen deutschen Pass hat. Unsere Daten zeigen<br />
aber einen deutlichen Trend. Ein jedes Jahr wachsender Anteil der<br />
jungen Migranten hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Übrigen<br />
fallen die Strafen in Deutschland bei Gewalttaten keineswegs zu<br />
milde aus. Und die Abschreckung durch die Justiz läuft im Übrigen<br />
primär über das Risiko des Erwischtwerdens durch die Polizei.<br />
Das aber hat sich ohnehin in den letzten Jahren ständig erhöht.<br />
Wir haben die beste Polizei, die es in Deutschland je gab. Auch<br />
das ist ein Grund dafür, dass die Jugendgewalt insgesamt betrachtet<br />
nicht mehr ansteigt. Zunehmende Zahlen bei Körperverletzungsdelikten<br />
sind Ausdruck davon, dass die jugendlichen Opfer erfreulicherweise<br />
immer häufiger den Mut haben, die Täter anzuzeigen. Kompliment<br />
an die Polizei, die hier an den Schulen erfolgreich vertrauensbildend<br />
gewirkt hat.
</p>
<p>
<b>Peter Lustig:</b> Warum geben sie hauptsächlich<br />
den PC-Spielen Schuld an den Vorfällen in Berlin?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Das habe ich nicht getan.<br />
Es ist ein Bündel von Ursachen, was die Situation an der Rütli-Schule<br />
herbeigeführt hat: Die Zusammenballung von Problemkindern,<br />
die schlechten Perspektiven, die Absolventen dieser Schule auf dem<br />
Arbeitsmarkt haben, der öde, von Medienkonsum dominierte Nachmittag<br />
dieser Schüler, die familiär mitbedingte Macho-Kultur,<br />
die an der Schule das Unterrichten erheblich erschwert hat. Das<br />
Aufwachsen der Jugendlichen in getrennten Lebenswelten.
</p>
<p>
<b>Borges:</b> Finden sie es nicht etwas gewagt, einen<br />
Kausalzusammenhang zwischen exzessivem Videospielen und Gewalt-<br />
bzw. Kriminalitätsbereitschaft zu ziehen? Sollte man nicht<br />
viel mehr ein medienkompetentes Einfinden in ein zukünftig<br />
vollkommen digitalisiertes Lebensumfeld gerade über den Konsum<br />
digitaler Medien gezielt fördern?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Unsere Forschungsbefunde sind<br />
nun einmal eindeutig. Selbst wenn wir alle Faktoren, die sonst Gewalt<br />
fördern, kontrollieren, also beispielsweise deutsche männliche<br />
Jugendliche nehmen, die aus einem Elternhaus ohne Arbeitslosigkeit<br />
und Armut kommen, und eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen,<br />
dann zeigt sich klar: Wer oft Computerspiele spielt, die erst ab<br />
18 freigegeben sind, hat zum einen deutlich schlechtere Schulnoten<br />
im Vergleich zu denen, die nie solche Spiele konsumieren, und zum<br />
zweiten ist der regelmäßige Spieler solcher Gewaltexzesse<br />
im Vergleich zu der Gegengruppe mehr als doppelt so oft als Gewalttäter<br />
aktiv.
</p>
<p>
<b>ron1711:</b> Wie kommt man darauf, dass in der Hauptschule<br />
die Gewalt eskaliert, während alle Morde und grausamen Verbrechen<br />
der letzten Jahre in weiterführenden Schulen waren? Wird hier<br />
nicht mal wieder das schwächste Glied populistisch genutzt?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Ich stimme hier Ihrer Einschätzung<br />
nicht zu. Aus dem einen Fall von Erfurt können Sie keine generelle<br />
These ableiten. Unsere Befragung zeigt auf der Basis von 17.000<br />
Neuntklässlern eindeutig, dass wir an Hauptschulen vier mal<br />
häufiger Intensivtäter der Gewalt haben, als an Gymnasien<br />
und doppelt so viele wie an Realschulen.
</p>
<p>
<b>Burgund:</b> Alle reden über die Schüler,<br />
aber niemand scheint mit ihnen zu reden. Haben Sie mal den direkten<br />
Kontakt zu Hauptschülern gesucht? Wenn ja, was haben diese<br />
Ihnen über ihre Wünsche erzählt?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Ich habe regelmäßig<br />
direkten Kontakt zu Hauptschülern. Erst gestern hatte ich die<br />
Chance in Waldshut (Baden-Württemberg) vor über 200 Hauptschülern<br />
unsere Forschungsergebnisse zu Gewalt, aber auch zu den Integrationschancen<br />
von jungen Migranten darzustellen. Wer sich hierüber ausführlich<br />
informieren will, kann das im Übrigen auf unserer Homepage<br />
tun: www.kfn.de. Ein Thesenpapier mit elf Punkten zu Integration<br />
findet sich dann gleich auf meiner Seite. Aber zurück zu Ihnen:<br />
Die Hauptschüler haben die ganz normalen Wünsche von allen<br />
Jugendlichen. Sie wollen einen guten Job, später eine Familie<br />
gründen und anständig leben. Aber sie sind frustriert<br />
darüber, dass der Arbeitsmarkt ihnen wenige Chancen gibt und<br />
dass die Realschüler ihnen die besten Plätze wegnehmen.<br />
Deutlich ist spürbar: Sie haben Angst vor dem, was nach der<br />
Schule auf sie zukommt und flüchten sich in die Scheinwelt<br />
der Medien.
</p>
<p>
<b>Charly:</b> Ist der Beruf Hauptschullehrer in Brennpunkten<br />
überhaupt noch zumutbar?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Ich habe großen Respekt<br />
vor den Lehrern, die sich diesen, bestimmt anstrengenden Job zumuten.<br />
Aber zum Glück ist es ja an den meisten Hauptschulen nicht<br />
so wie an der Rütli-Schule. Vor allem in ländlichen Regionen<br />
und in Süddeutschland sind die Verhältnisse durchaus noch<br />
gut steuerbar. Schwierig ist die Situation in norddeutschen Großstädten.
</p>
<p>
<b>Renate Krenz:</b> Welche Bedeutung hat die Tatsache,<br />
dass in Kindergärten und Grundschulen vorwiegend weibliche<br />
Fachkräfte arbeiten?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Das war doch auch schon in<br />
den 60er und 70er Jahren weitgehend so. Viel problematischer ist<br />
für die Jungen, dass sich immer mehr Väter aus dem Staub<br />
machen und dass da zu Hause dann die Identifikationsfigur fehlt.<br />
Auch hier bieten sich Ganztagsschulen als konstruktive Antwort,<br />
wenn man an den Nachmittagen über Sporttrainer, Theaterlehrer<br />
und Sozialarbeiter auch viele männliche Bezugspersonen einschleusen<br />
könnte.
</p>
<p>
<b>dschungel:</b> Herr Prof. Pfeiffer, wie beurteilen<br />
sie die Diskussion der vergangenen Tage? Aus Problemschulen werden<br />
schnell Ausländerschulen. Daraus ergibt sich, wenn man die<br />
Springerpresse verfolgt, eine latente Ausländerfeindlichkeit<br />
&#8211; in Schlagzeilen und in der öffentlichen Meinung. Eine Frage,<br />
die sich daran anschließt: Welcher Weg sollte derzeit als<br />
erster beschritten werden, um nicht mit jeder Diskussion gleichzeitig<br />
auch zu diskriminieren?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Wir sollten verstärkt<br />
nach solchen Ausländern Ausschau halten, die man als &quot;Perlen<br />
der Integration&quot; bezeichnen könnte. Es gibt doch sehr<br />
viele, die mit beiden Beinen in unserer Gesellschaft gelandet sind<br />
und respektable Berufe ausüben. Als Justizminister Niedersachsens<br />
hatte ich mich einmal deswegen gezielt auf die Suche gemacht und<br />
dann zu meiner Freude fünf Frauen und Männer aus Migrantenfamilien<br />
zu Richtern und Staatsanwälten berufen können- alle mit<br />
exzellenten Noten und starker Persönlichkeit. Die Resonanz<br />
in den ausländischen Medien war überwältigend. Es<br />
war spürbar, wie stolz beispielsweise die türkische Zeitung<br />
„Hürriyet“ war, dass sie eine halbe Seite über<br />
eine junge türkische Frau schreiben konnte, die es in Niedersachsen<br />
zur Richterin gebracht hat. Sogar die türkische Tagesschau<br />
hat über sie berichtet. Wir dürfen unsere aktuellen Vorschläge<br />
nicht nur an den Problemen orientieren, sondern sollten gerade auch<br />
die Biografie von erfolgreich integrierten Ausländern als Lehrstück<br />
begreifen.
</p>
<p>
<b>DAK: </b>Die Medien waren in ihrer Berichterstattung<br />
lange Zeit sehr zurückhaltend oder schon fast verleugnend manipulativ,<br />
wenn es um den Tatbestand misslungener Integration ging. Ist unser<br />
heutiges Problem nicht auch dadurch erst geworden was es ist, weil<br />
es seit 10 Jahren totgeschwiegen wurde? Was kann/muss man unternehmen,<br />
um dieses Thema zu enttabuisieren?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Zuerst einmal auch an dieser<br />
Stelle ein Dank an die Lehrer der Rütli-Schule. Es gehörte<br />
viel Mut dazu, dass eigene Scheitern einzugestehen und die Verhältnisse<br />
ehrlich zu beschreiben. In den letzten Jahren hatten wir Wissenschaftler<br />
viel Gelegenheit, unsere Alarmrufe loszuwerden. Es ist also nicht<br />
so, dass die Medien sich uns verweigert hätten. Kritisch muss<br />
man allerdings bewerten, wie wenig die Politik aus den Vorschlägen<br />
gemacht hat, die beispielsweise der von Frau Prof. Süssmuth<br />
geleitete Migrationsrat der Bundesregierung, gestützt auf wissenschaftliche<br />
Gutachten, vorgelegt hatte.
</p>
<p>
<b>murat:</b> Herr Pfeiffer, glauben Sie wirklich nicht,<br />
dass das Problem in der Antihaltung der Deutschen gegen Ausländer<br />
liegt? Wenn der deutsche Vater sagt, spiele nicht mit Türken<br />
und so den Hass an seine Kinder weitergibt, verhalten sich diese<br />
dann so in der Schule und es kommt dann zur Gruppierung „Mehmets<br />
unter Mehmets“.
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer: </b>Es ist leider oft genau anders<br />
herum. Deutsche Eltern schreiben mir, dass türkische Kinder<br />
bei Geburtstagseinladungen nein sagen mussten, weil ihre Eltern<br />
das nicht erlaubt haben. Natürlich gibt es auch deutsch Eltern,<br />
die ausländerfeindlich eingestellt sind. Aber das sind weniger<br />
als zehn Prozent. Die große Mehrheit ist offen dafür,<br />
dass ihre Kinder mit den Kindern aus Migrantenfamilien spielen,<br />
zusammen lernen und gut miteinander leben.
</p>
<p>
<b>Brussels1:</b> Geehrter Prof. Pfeiffer, wie viel Investitionen<br />
bräuchte es, um das Schulsystem ins 21ste. Jahrhundert zu führen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Deutschland wendet im Vergleich<br />
zu anderen europäischen Ländern nur einen sehr geringen<br />
Prozentsatz seines Bruttosozialprodukts für Bildung auf (ca.<br />
4%). In anderen Ländern ist das um ein Drittel bis zur Hälfte<br />
mehr. Zukunftsinvestition Jugend müsste eigentlich der wichtigste<br />
Grundsatz in der Politik werden, weil angesichts des Geburtenrückgangs<br />
unsere Kinder kostbarer sind als je zuvor. Wir können es uns<br />
einfach nicht leisten, dass zehn Prozent die Schule ohne Abschluss<br />
verlassen und dass ebenso zehn Prozent pro Jahr sitzen bleiben.<br />
Mit beiden Werten stehen wir in Europa mit an der Spitze. Eine zentrale<br />
Antwort wäre, die flächendeckende Einführung von<br />
Ganztagsschulen, wie sie alle führenden Pisa-Länder haben.
</p>
<p>
<b>markus1508:</b> Ist es nicht auch so, dass den Lehrern<br />
die Möglichkeit genommen wurde sich durchzusetzen? Ich selbst<br />
habe vor drei Jahren die Schule mit dem Abitur verlassen und schon<br />
damals wussten wir, dass der Lehrer uns eigentlich nichts anhaben<br />
kann, wenn wir schwänzen, oder uns &#8216;unterrichtskonform &#8216; verhalten.
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Gerade zum Schwänzen<br />
haben wir soeben eine Sonderauswertung durchgeführt. Sie zeigt<br />
klar: Dort, wo die Lehrer die Möglichkeiten der Schulordnung<br />
nutzen und über das Schwänzproblem intensiv mit Eltern<br />
und Schülern reden, haben wir ein niedriges Niveau. Eine Kultur<br />
des Wegschauens und ein laisier-faire dagegen fördern das Schwänzen<br />
nachhaltig. Es stimmt schlicht nicht, dass die Lehrer keine Möglichkeiten<br />
hätten, auf Fehlverhalten zu reagieren. Manche meiden aber<br />
leider die Anstrengung des Gegensteuerns.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Haben Sie den Eindruck, dass die Politiker<br />
angemessen auf die Situation reagieren, die durch die Rütli-Hauptschule<br />
offenbart wurde?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Es überwiegen zu sehr<br />
die repressiven Töne, die Drohgebärden. Ich bin gespannt,<br />
ob der so genannte Integrationsgipfel hier eine differenziertere<br />
Antwort bringen wird. Und noch einmal verweise ich alle Neugierigen<br />
auf unser Elf-Punkte-Papier zur Integration von Migranten und zur<br />
Reduzierung der Gewalt: www.kfn.de
</p>
<p>
<b>Heloise1: </b>Gerade laufen in Baden-Württemberg<br />
die Grundschulempfehlungen. Was raten sie Eltern, deren Kinder in<br />
die Hauptschule müssen?
</p>
<p>
<b>Christian Pfeiffer:</b> Die Eltern haben ja dort nicht<br />
die Möglichkeit, das Kind einfach stattdessen zur Realschule<br />
zu schicken. Die Eingangsprüfungen schafft kaum jemand. Deswegen<br />
bleibt nur der Weg, das Kind konstruktiv zu begleiten und es darin<br />
zu stärken, dass es aus der Hauptschule heraus in die Realschule<br />
wechselt. Viele schaffen das. In Baden-Württemberg ist die<br />
Situation im Übrigen nicht mit der der Rütli-Schule vergleichbar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Herzlichen Dank für viele interessante Fragen, die wir leider<br />
nicht alle berücksichtigen konnten. Dennoch vielen Dank an<br />
alle, die mitgemacht haben. Besonderen Dank auch an Sie, Herr Pfeiffer,<br />
dass Sie heute Zeit für unsere User hatten. Nächster Gast<br />
bei uns ist Konrad Schily. Er ist MdB der FDP und wird am Donnerstag,<br />
den 6. April zum tagesschau-Chat ins ARD-Hauptstadtstudio kommen.<br />
Beginnen werden wir pünktlich um dreizehn Uhr.
</p>
<p><b>Christian Pfeiffer:</b> Ich danke für die vielen<br />
gescheiten Fragen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotzukunftsinvestition_jugend_muesste_der_wichtigste_grundsatz_in_der_politik_werdenquot-149/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommunalwahl, na und?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-kommunalnaund0909-shtml-2786/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-kommunalnaund0909-shtml-2786/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Sep 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jungwähler]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalwahl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-kommunalnaund0909-shtml-2786/</guid>

					<description><![CDATA[Wie sich junge "NRWähler" zur Kommunalwahl stellen, möchte eine Duisburger Studierendengruppe der Angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaft ermitteln. Sie hat dazu eine Online-Umfrage entwickelt, die ab sofort abgerufen werden kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie sich junge &#8220;NRWähler&#8221; zur Kommunalwahl stellen, möchte eine Duisburger Studierendengruppe der Angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaft ermitteln. Sie hat dazu eine Online-Umfrage entwickelt, die ab sofort abgerufen werden kann.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Der Countdown läuft: Am 26. September ist Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen (NRW). Mit über 18 Millionen Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik. Ist die Kommunalwahl ein relevantes Thema für Jungwähler, die hier zum ersten Mal oder erst seit kurzer Zeit die Chance haben, über ihr Wahlrecht politischen Einfluss auszuüben? Spielt es für sie eine Rolle, wie sich ihr Stadtparlament zusammensetzt und über ihre Anliegen mitentscheidet?</p>
<p>
                            <span class="fett">Umfrage zur NRWahl</span><br />
                            <br />Wie sich junge &#8220;NRWähler&#8221; zur Kommunalwahl stellen, möchte eine Duisburger Studierendengruppe der Angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaft ermitteln und hat dazu eine Online-Umfrage entwickelt, die ab sofort unter<br />
                            <a href="http://www.nrwahl.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.nrwahl.de</a> aufrufbar ist.</p>
<p>Sie soll Jungwählern die Bedeutung der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen näher bringen. Die Projektgruppe leitet Thorsten Faas vom Institut für Politikwissenschaft und Christian Schütz vom Institut für Medienwissenschaften und Software Engineering der Universität Duisburg-Essen. „Wir hoffen auf bis zu 10.000 Teilnehmer online“, erklärt Faas. Das Praxisvorhaben soll dabei helfen, das spezifische Wahl- und Informationsverhalten von 16- bis 30-Jährigen zu ermitteln. Fass weiter: „Ziel ist es, etwas daran zu ändern, dass die Jugend in der Politik oft ungehört bleibt.“</p>
<p>
                            <span class="fett">Jungwähler im Visier</span><br />
                            <br />Warum sie sich gerade für eine junge Zielgruppe und deren Wahlverhalten entschieden haben, beantworten die 15 Kommedia-Studierenden so: &#8220;Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie ahnungslos manche Jugendliche vor so einer Wahl stehen. Auf unserer Homepage bieten wir deshalb neben der eigentlichen Online-Umfrage auch noch wichtige Zusatzinformationen für die Zielgruppe.&#8221;</p>
<p>Man findet unter anderem Antworten auf häufig gestellte Fragen, interessante Links zu anderen politischen Informationsforen, die Abbildung eines exemplarischen Stimmzettels sowie detaillierte Präsentationen der Studierenden rund um das Thema Kommunalwahl. Zusätzlich sollen zur &#8220;Halbzeit&#8221; die prägnantesten Zwischenergebnisse auf der Homepage veröffentlicht werden. Für die Entwicklung des Fragebogens und der Homepage, sowie die Vermarktung der Online-Umfrage, waren besonders Teamwork, selbstverantwortliches Arbeiten und Kreativität vom NRWahl-Team (<br />
                            <a href="http://www.nrwahl.de/index.php?menu=team" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.nrwahl.de/index.php?menu=team</a>) gefragt. Bereits 2002 betreute Thorsten Fass eine Online-Umfrage zur Bundestagswahl 2002 (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/onlineumfrage.shtml">http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/onlineumfrage.shtml</a>). Damals betraten alle beteiligten Forscher noch methodisches Neuland.</p>
<p class="fett">
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-kommunalnaund0909-shtml-2786/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Machtverhältnisse sind strukturell ungleich verteilt.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_machtverhaeltnisse_sind_strukturell_ungleich_verteiltquot-383/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_machtverhaeltnisse_sind_strukturell_ungleich_verteiltquot-383/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Friedhelm Hengsbach]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdie_machtverhaeltnisse_sind_strukturell_ungleich_verteiltquot-383/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Prof. Friedhelm Hengsbach, Theologe 
und Sozialwissenschaftler,<br />
im Chat am 15. Juni 2001</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Prof. Friedhelm Hengsbach, Theologe<br />
und Sozialwissenschaftler,<br />
im Chat am 15. Juni 2001</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/termine/logos/bpb.gif" height="45" width="92" />
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
Willkommen beim Chat der Bundeszentrale für politische Bildung und von<br />
politik-digital.de! Unser heutiger Gast befindet sich mitten im<br />
Getümmel des Evangelischen Kirchentages in Frankfurt am Main: Professor<br />
Friedhelm Hengsbach, Theologe und Sozialwissenschaftler. Die These des<br />
führenden Vertreters der Christlichen Soziallehre und des Leiters des<br />
Oswald-von-Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und<br />
Gesellschaftsethik an der Hochschule Sankt Georgen: Gewalt von<br />
Jugendlichen hat Ihre Ursachen in der versteckten Gewalt des<br />
ökonomischen und politischen Systems. Also: Trifft die Täter keine<br />
Schuld? In der kommenden Stunde haben Sie die Gelegenheit, mit<br />
Professor Hengsbach seine These zu diskutieren. Erst einmal: Herzlich<br />
Wilkommen, Herr Hengsbach! Habe ich Ihre These so verkürzt richtig<br />
wiedergegeben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Die<br />
Täter sind schon verantwortlich für ihr persönliches Tun. Ihr Handeln<br />
ist allerdings auch verständlich durch die strukturelle Gewalt, der sie<br />
ausgesetzt sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zur strukturellen Gewalt haben wir bereits einige Fragen&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>digitalist: </b>Gut,<br />
das System trifft vielleicht Mitschuld. Aber muss man deshalb nicht<br />
trotzdem mit harten Strafen gegen jugendliche Skinheads vorgehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Die<br />
Strafe bemisst sich immer auch nach den mittelbaren und unmitelbaren<br />
Umständen der Tat. Bestraft werden müssen sie für ihr Handeln und die<br />
vorraussehbaren und beabsichtigten Folgen. Strafmildernd ist ihre<br />
Situation der Ohnmacht und der Aussichtslosigkeit daheim und in der<br />
Berufswelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>baseballbat: </b>Sie prangern strukurelle Gewalt des Systems als (Mit-)Ursache für rechte Gewalt an, was meinen Sie genau damit?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Jugendliche,<br />
die beispielsweise keinen Ausbildungsplatz finden oder arbeitslos sind,<br />
empfinden sich als persönliche Versager. Sie fühlen sich wertlos, an<br />
den Rand gedrängt und deshalb versuchen sie, ihre empfundene<br />
Minderwertigkeit an Schwächeren abzuladen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kubus: </b>Findet das Programm der Regierung für aussteigewillige rechte Kader Ihre Zustimmung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Ja, wenn dadurch nicht Unehrlichkeit und Scheinheiligkeit gefördert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>Persönliche Versager ? Ich arbeite mit jungen Neonazis (Kurse&#8230;)- sie sind beruflich eher etabliert &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Ich<br />
gebe zu, dass die Erklährung des Rechtsextremisums durch soziale<br />
Benachteiligung keine erschöpfende Erklährung ist. Regionale<br />
Diskriminierungen (Ostdeutschland) spielen auch eine Rolle und außerdem<br />
die Benachteiligung durch die Erwachsenen im Nahbereich und die Skepsis<br />
gegenüber der politischen Elite.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch einmal zum gleichen Thema:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>baseballbat: </b>Was<br />
hat Armut mit rechter Gewalt zu tun, die &quot;Schläger&quot; kommen meines<br />
Wissens oft aus gefestigten und mittelständischen Verhältnissen &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Es gibt im Einzelfall sehr verschiedene Ursachen.<br />
Nur wenn man typische Erklärungsmuster sucht, kann man nicht an der Frage der<br />
sozialen Ausgrenzung vorbeigehen, die ich für schwergewichtig halte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Meschach: </b>Ich bitte um eine Erläuterung der Theorie des Professors: Inwiefern steckt in unserem ökonomischen System Gewalt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Unsere Marktwirtschaft ist eine kapitalistische<br />
Marktwirtschaft. Die Machtverhältnisse sind strukturell ungleich verteilt. Diejenigen,<br />
die über das Eigentum an Produktionsmitteln verfügen, haben gegenüber den abhängig<br />
Beschäftigten eine stärkere Machtposition. Diejenigen, die über die Geldschöpfungsmacht<br />
verfügen (Banken) haben gegenüber den Kreditnehmern und Verschuldeten eine strukturell<br />
stärkere Position. Die Industrieländer haben gegenüber den Entwicklungsländern&#8230;.<br />
diese neutrale Schieflage wird tendenziell zu struktureller Gewalt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch einmal zur Ursachenforschung rechter Gewalt. Zwei Bemerkungen zum Thema, die kommentiert werden wollen &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>Meine Erfahrung: Langeweile, fehlende Infrastruktur für Jugendaktivitäten, Gruppendruck und Alkohol&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>geradeaus: </b>National befreite Zonen nähren sich doch eher aus &quot;Mitläufertum&quot; als aus Armut, sozialen Missständen oder sowas!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Zu<br />
Irene: die Phänomene der Langweile, des Gefühls der Minderwertigkeit<br />
haben strukturelle Ursachen, nämlich die fehlende Infrastruktur.<br />
Ausbildungs- und Arbeitsplätze, die keine Identität herstellen. Auch<br />
das Mitläufertum ist verursacht durch fehlende Identität, fehlende<br />
Interessen und eine jugendgemässe Form, diesen Interessen gerecht zu<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>noch kurz: Irene, in welcher Region und in welchem Umfeld arbeiten Sie?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>in Österreich, an der Linzer Universität.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach:</b> Linz ist für mich vergleichbar mit dem Ruhrgebiet in Deutschland.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>richter: </b>Wenn<br />
man Interviews mit jungen Rechten sieht, hat man das Gefühl, die<br />
plappern Thesen wie die ihre dankbar nach und fühlen sich erst recht<br />
gerechtfertigt<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Wenn<br />
diese Thesen richtig sind und die auf die Situation der Jugendlichen<br />
zutreffen, muss die Reaktion der Erwachsenen dem entsprechend sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>Also<br />
die Sache mit Kapital und Arbeit ist aber auch schon &quot;kalter<br />
Kaffee&quot;.Entstehen nicht u.a. durch Bildungsdifferenzen<br />
(=Zugangschancen) eher neue &quot;Klassen! ? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Bildung<br />
ist zweifellos neben der Beteiligung an der Erwerbsarbeit ein wichtiger<br />
Faktor der Identitätsbildung. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen<br />
dem einen und dem anderen nicht von der Hand zu weisen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>linksruck-nein: </b>Sind sie Kommunist?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Kommunist bin ich nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>graubraun: </b>Österreich ist doch voll von Rechten, die haben doch keine Armutsprobleme wie im Osten!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Ich<br />
will nicht darüber urteilen, wer oder was wovon voll ist. Die Probleme<br />
ungeleicher Verteilung der Einkommen u. Vermögen, der soz. Ausgrenzung<br />
und gesellschaftlichen Spaltung gelten für alle reifen Industrieländer<br />
zu. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Meschach: </b>Wie<br />
aber vollzieht sich der ideologische Schluss in einem solchen<br />
Unterdrücken des Kapitalismus zum Nationalsozialistischen? Müsste hier<br />
nicht Anarchie oder Sozialismus die Wiederstandsideologie gegen den<br />
Unternehmer sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Es<br />
gibt ein rechtes Potential auch unter konservativen Akademikern, im<br />
bürgerlichen Millieu. Gesellslchaftlich gefährlich ist erst die<br />
Kombination der kulturellen Rechtsorientierung mit dem Protest sozial<br />
benachteiligter gegen linke Regierungen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Eine nähere Erläuterung wäre vielleicht sinnvoll&#8230;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Eine<br />
demokratische Regierung, die unter dem Druck der rechtskonservativen<br />
und sozialer Unterschichten steht, befindet sich unter starkem<br />
Rechtfertigungszwang. Dem doppelten Rechtfertigungszwang ist sie in der<br />
Regel nicht gewachsen und damit ist die Stabilität der Demokratie in<br />
Gefahr.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stephano: </b>Soll das (überspitzt gesagt) heißen: die armen Ossis werden erst durch konservative (aber reiche) Wessis zu Rechten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Soziale<br />
Schieflage zwischen Osten und Westen kann durch radikale soziale<br />
Reformen und Investitionen in die Infrastruktur vor allem durch<br />
zukunftsfähige Arbeitsplätze überwunden werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moritz99: </b>Wieso reden eigentlich alle von rechter Gewalt? Was ist denn der Unterschied zu prügelnden Linken?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Die gewalttätigen Ausschreitungen gegen ausländische Mitbürger sind im linken Millieu nicht beobachtbar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stephano: </b>Natürlich<br />
prügeln Linke nicht gegen Ausländer, die prügeln mit der Polizei oder<br />
mit Rechten, aber das ist doch auch Gewalt. Welche Gründe hat die denn?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Es macht einen Unterschied ob gegen Gewalt der staatlichen Ordnungskräfte oder gegen einzelne Ausländer vorgegangen wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Meschach: </b>Mir<br />
ist der Kern der Theorie noch immer nicht ganz begreiflich: Angenommen,<br />
ich sei ein unter Leistungsdruck stehender, einer strengen<br />
Unternehmenshierarchie unterworfener Arbeitnehmer. Wie komme ich jetzt<br />
dazu, Gewalt gegenüber (ausländischen) Bürgeren auszuüben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Da<br />
ginge es um strukturelle Gewalt, die auch nur mit Strukturreformen<br />
überwunden werden kann. Die Gewalt gegen Ausländer ist individuelle<br />
Gewalttätigkeit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sunny: </b>Aber das widerspricht doch Ihrer Theorie der strukturellen Gewalt als Ursache rechter Gewalt!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Ich<br />
bezeichne eine langanhaltende Massenarbeitslosigkeit, die für den<br />
Einzelnen, der davon betroffen ist, strukturelle Gewalt darstellt, in<br />
sofern dieser Zustand politisch verändert werden könnte, als eine<br />
Ursache, dass ein Einzelner nicht mehr politisch reagiert, sondern<br />
durch individuelle Gewaltanwendung gegenüber Schwächeren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alexandra73: </b>Herr Hengsbach, mich würde ihr Standpunkt aus einer eher theologischen Sichtweise interessieren<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>dazu passt &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mart: </b>Hat Gewaltbereitschaft etwas mit Atheismus zu tun ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Sowohl<br />
Atheismus als auch religöser Fantatismus kann unmenschlich und<br />
gewalttätig machen. Ich kenne Atheisten und Christen, die zu<br />
ausserordentlicher Toleranz fähig sind. In der Gewaltlosigkeit Jesu<br />
liegt eine Inspiration der Toleranz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; der Glaube schützt also vor Gewalt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; vor der Entwicklumg zur Gewalttätigkeit, meine ich&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Der<br />
Glaube, wenn er als die Orientierung des Lebens auf Gott hin verstanden<br />
wird, relativiert alles und jeden in der Welt. D.h. das Verständnis und<br />
die Verständigung werden so angeregt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alexandra73: </b>&#8230; wie sieht es mit der Gewalt des alten Testaments aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>In<br />
der Bibel des AT wird das tatsächliche Leben beschrieben. Das Leben der<br />
Menschen ist mit Gewalt durchsetzt. Gleichzeitig findet sich wie ein<br />
roter Faden insbesondere in der Botschaft der Propheten der Apell an<br />
Barmherzigkeit, Solidarität und Liebe.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Gibt es denn so etwas wie &quot;gerechte Kriege&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Es<br />
gibt eine Lehre vom &quot;gerechten Krieg&quot;, die aussieht als wollte sie den<br />
Krieg rechtfertigen.. In Wirklichkeit werden Bedingungen genannt, die<br />
erfüllt sein müssen, damit ein Krieg gerechtfertigt werden kann. 1. nur<br />
eine rechtmässige Autorität darf Krieg führen. 2. es muss eine<br />
gerechten Grund geben. 3. der Krieg muss das letzte Mittel sein 4. der<br />
Krieg muss den Frieden zum Ziel haben!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alexandra73: </b>Aber<br />
das Judentum &quot;kennt&quot; das Neue Testament und Jesus nicht; ist das also<br />
eine potenzielle Gefahr für die Zukunft, im Sinne der<br />
Gewaltbereitschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; das betrifft natürlich auch andere Religionen &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Auch<br />
im AT finden sich immer wieder Aufrufe zur Barmherzigkeit gegenüber den<br />
Mitmenschen, z.B. Witwen Waisen und Fremden gegenüber: &quot;&#8230; denn du<br />
weisst, wie den Fremden zu mute ist. Du selbst, Israel warst Fremder in<br />
Ägypten&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>nun wieder weg von der Theologie &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lisa: </b>Wie<br />
erklären Sie sich, dass die Diskussion um latente Gewalt in unserer<br />
Gesellschaft heute in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle spielt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Meiner<br />
Meinung nach &#8211; und ich erlebe dies auf dem Kirchtag &#8211; sind Fragen der<br />
sozialen Gerechtigkeit und der strukturellen Ausgrenzung in den<br />
Hintergrund getreten. Dafür werden Fragen der kulturellen Identität,<br />
des Stils und des Sinnes stärker gewichtet, wie einzelen Menschen ihr<br />
Leben in dieser bedrohlichen Welt in den Griff bekommen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Eine ältere Frage, die sich noch auf die möglichen Aktivitäten gegen rechte Gewalt bezieht&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kubus: </b>Was sollte die Regierung tun?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>1.<br />
eine zutreffende Diagnose der strukturellen Gründe treffen. 2. den<br />
Jugendlichen strukturelle und persönliche Zukunftschancen anbieten,<br />
also Arbeitsplätze, Kommuniktionsmöglichkeiten, Freizeitangebote.<br />
Wichtig ist, dass Eltern Zeit haben für ihre Kinder und nicht unter dem<br />
Druck stehen, entweder Kinder zu erziehen oder erwerbstätig zu sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>Was sollte jeder Einzelne in seinem Umfeld tun ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Über den engen Horizont seiner persönlichen Freundschaften, Nachbarschaften hinaus sehen und Freunde gewinnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene: </b>He: sind jetzt also die Mütter Schuld (um die gehts ja wohl meist, wenn von Zeit für die Kinder die Rede ist&#8230;)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Mir<br />
geht es gerade um das Aufbrechen dieser sexistischen Arbeitsteilung,<br />
die den Männern die Erwerbsarbeit und den Frauen die &quot;Kinderarbeit&quot; zu<br />
teilt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lisa: </b>Spielt nicht auch die Frage nach dem nicht erlebten Sinn im Leben eine Rolle?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Das ist richtig. Dass die Frage der sozialen Gerechtigkeit<br />
nur die eine, für mich eine sehr entscheidende Dimension ist. Sie schafft den<br />
Mindeststandard. Die Frage nach dem Sinn ist damit noch nicht beantwortet. Deshalb<br />
finde ich das Angebot des Kirchentages so spannend. An jedem Morgen in der Bibelarbeit<br />
die Frage nach dem Sinn unseres Lebens beantworten helfen. Auch die Foren über<br />
Arbeit, Wissensgesellschaft und umweltgerechte Ernährung suchen eine Antwort<br />
auf die Frage, wie wir in Europa leben wollen und sollen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alexandra73: </b>Aber<br />
gerade im Osten ist sie doch über Jahrzente aufgebrochen worden, die<br />
sexistische Arbeitsteilung, trotzdem gibt es gerade da Probleme.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>In<br />
der Erwerbsarbeit wohl, aber nicht zu Hause. Auch die sozialistischen<br />
Männer sind daheim Patriarchen geblieben. Die Doppelbelastung der<br />
Frauen ist geblieben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Eine Nachfrage zu der von Ihnen festgestellten Ausrichtung des Kirchentags (zunehmende Individualisierung) :<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lisa: </b>Wie bewerten Sie diese Entwicklung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>&#8230; (dies als letzte Frage)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>1.<br />
Es muss keine Individualisierung sein, sondern kann auch eine<br />
gemeinsame Frage nach dem Sinn einer Gruppe sein 2. Ich beurteile diese<br />
Entwicklung zunächst sehr kritisch. 3. Die Diskussion über Fragen der<br />
gerechten Strukturen scheint für viele nichts Neues mehr zu bringen und<br />
hilft ihnen nicht in ihrem persönlichen Leben. 4. Deshalb ist die Frage<br />
berechtigt, wie jeder einzelne Arbeits- und Lebenswelt miteinander<br />
verbindet. Wie er fair mit seiner Partnerin umgeht. Wie umweltbewusst<br />
man sich kleidet und ernährt und mobil ist. Ob man ethische Geldanlagen<br />
tätigen soll.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Die Stunde ist schon wieder um; wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen Herr Hengsbach, dass Sie zum Chat bereitstanden &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>FriedhelmHengsbach: </b>Ich habe mich gefreut, weil es für mich das erste<br />
mal war so mit anderen menschen zu kommunizieren. Ihnen danke ich für das Interesse!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>die Bundeszentrale für politische Bildung und politik-digital<br />
bedanken sich auch bei den Chatteilnehmern und wir wünschen Ihnen eine gute<br />
Heimreise und viel Spass auf der &quot;Party des heiligen Geistes&quot; in Frankfurt &#8230;<br />
ein Zitat aus der Eröffnungsfeier des Kirchentages&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Leider<br />
konnten wir wieder einmal nicht alle Fragen weiterleiten, es waren<br />
derer einfach zu viele, aber wir bedanken uns dennoch für das hohe<br />
Niveau der Fragen. Unser nächster Chat mit der Bundeszentrale für<br />
politsche Bildung ist bereits am Montag, 18. Juni zwischen 12 Uhr und<br />
1245: Bischöfin Margot Käßmann wird eine Bilanz des Kirchentages ziehen<br />
und ebenfalls zu Themen wie Zivilcourage und Gewaltbereitschaft mit der<br />
Chatgemeinde reden. Einen schönen Freitag wünsche ich noch!<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_machtverhaeltnisse_sind_strukturell_ungleich_verteiltquot-383/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
