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	<title>Julian Assange &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Julian Assange &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Verspielt WikiLeaks seine Glaubwürdigkeit?</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 09:26:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150104 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/209909588_b031b443b6_o.png" alt="No Dumping!" width="640" height="392" /></a>Hillary Clinton, Saudi-Arabien, AKP. In mehreren Fällen geriet WikiLeaks zuletzt aufgrund der Veröffentlichung sensibler Dokumente über unbeteiligte Personen oder wegen der Belanglosigkeit von Informationen ins Fadenkreuz der Kritik. Die Plattform muss Dokumente verantwortungsbewusst sichten und redigieren – ansonsten verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.</p>
<p>In den vergangenen Monaten stand die Enthüllungsplattform WikiLeaks zunehmend in der Kritik. Vor kurzem <a href="http://bigstory.ap.org/article/b70da83fd111496dbdf015acbb7987fb/private-lives-are-exposed-wikileaks-spills-its-secrets" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fand die Nachrichtenagentur Associated Press heraus</a>, dass die vor einiger Zeit veröffentlichten Dokumente aus Saudi-Arabien persönliche Informationen unbeteiligter Dritter beinhalteten. Eigentlich sollten die geleakten Dokumente Aufschluss über die Funktionsweise des saudischen Regierungsapparats geben, doch zugleich befanden sich private Informationen über einzelne Personen in den Dokumenten. So kann man in zwei Fällen Namen von jugendlichen Vergewaltigungsopfern, mindestens 124 medizinische Akten oder in mehr als 500 Fällen Informationen aus Pässen sowie akademische und beruflichen Unterlagen einsehen.</p>
<p>Unter anderm beinhalten die saudischen Staatsdokumente auch sensible Informationen über Hochzeiten, Scheidungen, vermisste Kinder, teilweise den Status der Jungfräulichkeit von Bräuten oder Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis C oder HIV. Associated Press hat mit insgesamt 23 Betroffenen telefoniert, die vom Auftauchen ihrer Namen in den Dokumenten zumeist nichts wussten. „Sie haben alles veröffentlicht: meine Telefonnummer, Adresse, Name, Details. Wenn meine Familie das sehen würde… Das Veröffentlichen solcher Informationen kann Menschen zerstören“, zitiert AP einen saudischen Mann, zu dessen Sorgerechtstreit WikiLeaks Dokumente mitveröffentlicht hat.</p>
<h3>Kein Leak ohne Redaktion</h3>
<p>Die Enthüllungsplattform von Julian Assange wird nun zurecht dafür kritisiert, dass sie Dokumente ohne vorherige Sichtung und Redaktion veröffentlicht – ohne Rücksicht auf den Datenschutz und die Privatsphäre unbeteiligter Dritter. Und gerade in diesem sensiblen Bereich, in dem WikiLeaks agiert, müsste eine Kuration eine Grundvoraussetzung vor dem Leak sein. Wie im Falle von Edward Snowden, der die NSA-Dokumente an verantwortungsbewusste Journalisten weitergegeben hat.</p>
<p>Doch eigentlich ist genau diese Maxime ein Grundpfeiler von WikiLeaks. <a href="http://www.ted.com/talks/julian_assange_why_the_world_needs_wikileaks?language=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In einem TED-Talk </a>merkte Assange 2010 noch an, dass es legitime Geheimnisse gibt – beispielsweise die Aufzeichnungen eines Arztes. Doch der WikiLeaks-Aktivist zeigte schnell Inkonsistenzen bezüglich dieser Leitlinie: „Wir können auf solche Material nicht drei Jahre lang sitzen, damit sich eine Person Zeile für Zeile durch den Haufen wühlt“, so zitiert ihn AP einen Monat später auf einer Veranstaltung des Londoner Frontline Club.</p>
<p>Das Leaken von Dokumenten über unbeteiligte Personen ist eigentlich auch nicht der Anspruch von WikiLeaks – vielmehr verschreibt sich die Plattform hehren Zielen: „WikiLeaks spezialisiert sich auf die Analyse und Publikation großer Datensätze zensierter oder anderweitig eingeschränkt zugänglicher Materialien von offiziellen Stellen. Das beinhaltet Krieg, Spionage und Korruption.“ In einem <a href="http://www.spiegel.de/international/world/spiegel-interview-with-wikileaks-head-julian-assange-a-1044399.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Interview</a> erklärte Julian Assange noch vor einem Jahr, dass WikiLeaks solchen Dokumenten „Asyl“ gäbe und sie „analysiere“. Doch das geschah im Falle der saudischen Papiere offenbar nicht in ausreichendem Maße – sonst wären persönliche Informationen Einzelner nicht öffentlich zugänglich.</p>
<h3>300.000 belanglose AKP-Mails</h3>
<p>Ein ähnlich problematisches Vorgehen zeigte sich Ende Juli auch bei der Veröffentlichung der sogenannten „AKP-Mails“. WikiLeaks hat auch in diesem Fall gezeigt, dass die Redaktion von Dokumenten und Inhalten nicht im Mittelpunkt steht. Am 19. Juli publizierte die Plattform mit großem Tamtam knapp 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die sich allerdings als Spam, Malware oder einfache Bürgeranfragen an die AKP herausstellten. In der <a href="http://www.huffingtonpost.com/zeynep-tufekci/wikileaks-erdogan-emails_b_11158792.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">US-Ausgabe der Huffington Post</a> musste Redakteurin Zeynep Tufekci letztlich feststellen, dass „die E-Mails nichts von öffentlichem Interesse beinhalten.“ Die Mails enthüllen nichts, dass in irgendeiner Weise einen Nachrichtenwert hätte, so Tufekci.</p>
<h3>Es braucht Plattformen wie WikiLeaks</h3>
<p>Dabei sind die titulierten Ziele von WikiLeaks mehr als begrüßenswert – und im Laufe der Zeit hat die Plattform schon viele mächtige Personen und Institutionen wie die NSA oder die US-Regierung in die Bredouille gebracht. Denn die Aufdeckung von Korruptionsfällen, Machtmissbrauch oder Rechtsverletzungen ist für eine funktionierende Demokratie von hohem Wert. Man kann großen Respekt vor Whistleblowern haben, die sich für Ideale einsetzen und dabei sich und ihre Angehörigen in Gefahr bringen. Doch wenn man mit unbedachter Veröffentlichung unbeteiligten Menschen schadet, haben wir ein Problem. So wendeten sich zuletzt immer mehr Unterstützer von der Plattform ab – und selbst Edward Snowden kritisierte das Vorgehen von WikiLeaks <a href="https://twitter.com/Snowden/status/758759203037151232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Tweet</a>: „Die Demokratisierung von Informationen war niemals wichtiger, und WikiLeaks hat dabei geholfen. Doch ihre Feindseligkeit selbst gegenüber maßvoller Kuration ist ein Fehler.“</p>
<p>Mit großer Macht geht eben auch große Verantwortung einher. Das hat man zuletzt beim DNC-Leak der Plattform gesehen. WikiLeaks veröffentlichte am 22. Juli fast 20.000 interne Mails des Democratic National Committee, der nationalen Organisation der US-Demokraten. Der Schriftverkehr belegte, dass die Parteiführung sich im Vorwahlkampf zur Präsidentschaftskandidatur nicht neutral verhalten hat, sondern Hillary Clinton bevorzugte. Keine Überraschung, dennoch musste Parteichefin Debbie Wasserman Schultz am Vorabend des Nominierungsparteitags in Folge der Leaks zurücktreten – drei weitere Führungsfiguren nahmen ebenfalls ihren Hut. Doch die Dokumente beinhalteten nicht nur Mails der Parteiführung, sondern auch mehr als zwei Dutzend Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern. Zwei Betroffene wurden daraufhin laut eigener Aussage von Identitätsdieben ins Visier genommen.</p>
<p>Enthüllungsplattformen, die den Mächtigen in unserer Welt auf die Finger schauen und brisante Dokumente veröffentlichen, sind dringend erforderlich. Sei es, um Korruption oder Machtmissbrauch aufzudecken oder, wie im Falle Snowdens, um eine öffentliche Debatte anzustoßen. Doch mit solch sensiblen Dokumenten muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, sonst landen neben potenziell brisanten Fakten schnell persönliche Informationen unbeteiligter Personen jedem zugänglich im Netz. Es braucht Journalisten, die solche Informationsberge sichten und gegebenenfalls redigieren, um einerseits Missbrauch persönlicher Informationen zu verhindern und um, wie im Falle der AKP-Mails, belanglose Dokumente auszusortieren. Doch WikiLeaks verspielt derzeit durch Unachtsamkeit und dem zu hohen Stellenwert öffentlichkeitswirksamer Veröffentlichungen seine Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Titelbild:<a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> No Dumping!</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/hsivonen/209909588/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Henri Sivonen </a>via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0 </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>WikiLeaks vs. Hollywood: Enthüllungsplattform schießt gegen Kino-Thriller</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wikileaks-vs-hollywood-enthuellungsplattform-schiesst-gegen-kino-thriller-133973/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 11:25:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133976" alt="WikileaksPRSchlacht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg" width="600" height="399" /></a>Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform WikiLeaks, deren Geschichte jetzt über die globalen Leinwände flimmert. Julian Assange findet: Der Thriller „Inside WikiLeaks &#8211; Die fünfte Gewalt“ ist ein gefährliches Zerrbild. Die PR-Schlacht hat begonnen.<br />
Im Januar 2013 bekommt der Schauspieler Benedict Cumberbatch („Sherlock“) eine <a href="http://wikileaks.org/First-Letter-from-Julian-Assange.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail </a>von Julian Assange, den er zuvor vergeblich zu kontaktieren versucht hatte. Cumberbatch wollte zur Vorbereitung auf seine Rolle im Thriller „Inside WikiLeaks“ mit Assange sprechen, erhielt jedoch lange keine Antwort von dem WikiLeaks-Gründer, der – ebenso wie seine Whistleblower-Plattform – nicht in die Produktion des Films involviert war.<br />
Einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten erfährt Cumberbatch dann dank dieser E-Mail doch noch unmissverständlich, wie sehr Assange den Film ablehnt. Cumberbatch weiß von da an zweifelsfrei: Er wird einen Mann spielen, der nicht gespielt werden will, zumindest nicht nach dem vorliegenden Drehbuch.</p>
<h3>Bilder sind gefährlich</h3>
<p>Assange hält „Inside WikiLeaks“ für eine gegen ihn gerichtete Waffe. Er kennt die Macht der Traumfabrik, deren Bilder sich zumeist sehr fest in die Köpfe des Kinopublikums fressen – weil die Zuschauer an den Kinokassen nie bloß Tickets kaufen, sondern immer auch Deutungsschablonen.<br />
Wobei in Assanges Mail wieder offenkundig wird, dass er seine eigene Deutungsweise hat. Das Produktionsstudio Dreamworks stehe demnach in Verbindung mit WikiLeaks‘ wahrscheinlich größtem Feind: der US-Regierung. Welcher Natur diese Verbindung sein soll, führt Assange nicht aus und bemüht somit ein verschwörungstheoretisches Argumentationsmuster, in das sich z. B. auch seine Sicht auf die angeblich miteinander verbandelten Massenmedien (MSM = Mainstream Media) fügt.<br />
Etwas konkreter wird Assange, wenn er schreibt, was ihn an „Inside WikiLeaks“vor allem stört. Der Film basiert auf zwei Sachbüchern, die er nicht beim Namen nennt, aber für stark diskreditierend hält: <a href="http://politik-digital.de/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„WikiLeaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</a> von den Guardian-Journalisten Luke Harding und David Leigh sowie „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ des ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiters Daniel Domscheit-Berg. Beide Bücher setzen sich kritisch mit Assange und WikiLeaks auseinander. Sie sind der Grund, warum WikiLeaks unmittelbar nach Bekanntgabe der Produktion des Hollywood-Films über die Enthüllungsplattform twitterte:</p>
<blockquote><p>„This is how bullshit ends up being history: Spielberg [einer der Gründer von Dreamworks] lines up WikiLeaks film based on books by opportunists.“</p></blockquote>
<p>Twitter ist der Kanal, von dem aus WikiLeaks auch heute sein Image verteidigt. „Inside WikiLeaks“ lief am 18. Oktober in den US-amerikanischen Kinos (unter dem Titel „The Fifth Estate“) an. WikiLeaks konnte diesen PR-Schlag nicht unbeantwortet lassen, weswegen die Enthüllungsplattform sich alleine am Tag des Filmstarts in 18 Tweets mit dem Film auseinandersetzte. Dessen geringe Besucherzahlen spielten der WikiLeaks-PR in die Hände, gaben eine Steilvorlage für bissig-hämische Kommentare. Der Tenor: Der Film ist Dreamworks‘ größter Flop seit zehn Jahren – aber wer hätte vom „Twilight“-Regisseur Bill Condon auch etwas anderes erwartet? Julian Assanges Freunde scheinen ähnlich zu denken; ein gepostetes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9YrH8FyWs0&amp;feature=c4-overview&amp;list=UUcg9c3gXb_rwyqzeCaLuHDA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> soll sie nach einer Vorstellung von „Inside WikiLeaks“ zeigen, wie sie sich über den Film auslassen.<br />
Die Verantwortung für den Flop beansprucht WikiLeaks für sich:</p>
<blockquote><p>„After our boycott, Dreamworks‘ Fifth Estate is now headed to be the worst financial disaster of all time after 2003’s &#8216;Sinbad&#8217;.“</p></blockquote>
<h3>High-Speed-Enthüllungen</h3>
<p>Die Hollywood-Version von WikiLeaks‘ Aufstieg zur „fünften Gewalt“ hält sich weitestgehend chronologisch an die tatsächlichen Ereignisse. Das Tempo ist dabei so hoch, dass dem weniger sachkundigen Zuschauer der Kopf schwirren wird. Auf der einen Seite sehen wir, wie Daniel Berg (Daniel Brühl) – so hieß Domscheit-Berg vor seiner Hochzeit – rasch zum Vertrauten Assanges (Benedict Cumberbatch) aufsteigt, fasziniert von dessen Visionen und Charisma, auf der anderen Seite reiht sich Enthüllung an Enthüllung: ein Korruptionsskandal in Kenia, die Steuerhinterziehung der Schweizer Bank Julius Bär, interne Dokumente der Sekte Scientology. Dramaturgische Höhepunkte sind schließlich die Enthüllungen, mit denen WikiLeaks Journalismusgeschichte geschrieben hat: Das <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> über einen Helikopterangriff auf Zivilisten im Irak, die Warlogs aus Afghanistan und Irak – und das historisch beispiellose Offenlegen einer Viertelmillion geheimer Berichte US-amerikanischer Botschaften und des Außenministeriums.<br />
Assange wird im Film nicht dämonisiert, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Er ist einnehmend und scheint getrieben vom Ideal der Machtkontrolle, zeigt aber auch immer wieder narzisstische Züge. Die Beziehung zu Daniel Berg zerbricht hier vor allem am autoritären Führungsstils Assanges und an dessen Weigerung, die afghanischen „Kriegstagebücher“ vor Veröffentlichung um für Informanten potentiell gefährliche Details zu kürzen (zum Teil kam Assange dieser auch von den beteiligten Medien erhobenen Forderung dann doch nach, was im Film aber unerwähnt bleibt).</p>
<h3>„Das war aber ganz anders!“</h3>
<p>Dass „Inside WikiLeaks“ den Charakter Assanges und die Methoden seiner Organisation partiell infrage stellt, hat WikiLeaks dazu veranlasst, wie schon in Begleitung der Dokumentation <a href="politik-digital.de/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„We Steal Secrets“</a> ein mit Anmerkungen versehenes <a href="http://wikileaks.org/The-Fifth-Estate.html#about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehbuch</a> zu publizieren. Die Beanstandungen betreffen mögliche Petitessen und potentiell schwerwiegende Realitätsverzerrungen. Ob sich Assange nun, wie im Film dargestellt, die Haare weiß färbt oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Der Grad der Involvierung Domscheit-Bergs gehört sicher ebenfalls nicht zu den Streitfragen höchster Priorität – zumal die Macher von „Inside WikiLeaks“ keinen Anspruch auf Objektivität erheben und zugeben, die Ausgestaltung der Filmfiguren auch unter dramaturgischen Gesichtspunkten vorgenommen zu haben.<br />
Entscheidender sind die Diskrepanzen hinsichtlich des Transparenzbegriffs, die sich zwischen der Filmdarstellung und den offiziellen Verlautbarungen von WikiLeaks auftun. Ist Assanges Vorstellung von Transparenz tatsächlich so absolut, wie der Film nahelegt, gewichtet er sie also höher als den Informantenschutz? Dem widerspricht WikiLeaks in den Anmerkungen vehement, verweist etwa auf die Zurückhaltung von 15.000 Afghanistandokumenten (gleichwohl wurden 76.000 unredigiert ins Netz gestellt).<br />
Hat Domscheit-Berg wirklich im Sinne des Quellenschutzes gehandelt, als er im Zuge seines Ausscheidens bei WikiLeaks Belege über US-amerikanisch verantwortete Kriegsverbrechen in Afghanistan von den WikiLeaks-Servern mitnahm und später löschte? Wer trägt die Schuld daran, dass die unredigierten Depeschen 2011 ihren Weg ins Internet fanden – der Guardian-Journalist David Leigh, der in seinem Buch das Passwort verriet, oder Assange, der Leigh nach das Passwort entgegen einer Zusicherung nicht änderte? Und wie groß ist der Schaden, der dadurch entstand, dass die Depeschen und der Großteil der Afghanistandokumente ohne Schwärzungen für alle zugänglich geworden sind?<br />
WikiLeaks‘ Versuch des Gegensteuerns, unter anderem durch die Verbreitung eines eigenen Dokumentarfilms („Mediastan“) zum Start der Hollywood-Produktion, ist legitim; genauso legitim wie die Fiktionalisierung einer zeitgenössischen Organisation und ihrer Mitarbeiter, die ja teilweise im öffentlichen Raum agieren und öffentliche Deutungen daher aushalten müssen.<br />
Vielleicht übertreibt es WikiLeaks aber mit der Sorge um das eigene Ansehen – weil Hollywood dieses Mal gar keine so prägenden Bilder liefert. Das Kritikerecho auf „Inside WikiLeaks“ jedenfalls ist in der Summe negativ. Und nicht mal dem von Assange verdammten Guardian-Journalisten und Mitautor der Buchvorlage, David Leigh, hat die Interpretation aus Hollywood sonderlich gefallen.<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH<br />
Text:<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wikileaks-Aktivist Appelbaum wirft Guardian schwere Fehler vor</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor-133086/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 12:33:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-133088" alt="InsideWikileaks" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/InsideWikileaks.jpg" width="640" height="426" /></a>Die Guardian-Redakteure Luke Harding und David Leigh wollten ihr Buch „WikiLeaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221; präsentieren, in dem sie sich auch kritisch mit WikiLeaks auseinandersetzen – aber schon bald stand die britische Zeitung selbst unter Beschuss. Überraschend meldete sich im Publikum der Hacker und Assange-Freund Jacob Appelbaum mit Vorwürfen zu Wort. Er kritisierte den Guardian u. a. dafür, Sicherheitsstandards missachtet zu haben – und weitere Enthüllungen über die NSA zurückzuhalten.<br />
Sie hatten sich den Abend sicher entspannter vorgestellt. Luke Harding und David Leigh nutzten einen Berlin-Aufenthalt für die Präsentation ihres Buches „Wikileaks &#8211; Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung&#8221;, das dieser Tage auf Deutsch erscheint. Thema der Monographie ist der als „Cablegate“ bekannt gewordene Leak einer Viertelmillion geheimer Dokumente aus den Botschaften und dem Außenministerium der USA. „Inside Wikileaks“, ein Ende Oktober startender Thriller mit Daniel Brühl und Benedict Cumberbatch, basiert zum Teil auf der Vorlage der renommierten Guardian-Journalisten. Die setzten gestern Abend in der Buchhandlung Hundt Hammer Stein in Berlin Mitte zunächst ebenfalls auf Unterhaltung. Leigh erzählte eine Anekdote von seinem ersten Zusammentreffen mit Julian Assange, bei dem der berühmte Hacker erst bis tief in die Nacht gearbeitet habe und danach einfach im Anzug auf dem Fußboden eingeschlafen sei. Doch mit den amüsanten Anekdoten war Schluss, als WikiLeaks-Unterstützer Jacob Appelbaum aus den Zuhörerreihen heraus eine Diskussion über angebliches Fehlverhalten des Guardian anstachelte. Sie ließ erahnen, welch tiefer Riss heute die einstigen Kooperationspartner trennt. Eine amorphe Internet-Enthüllungsplattform kämpft gegen ein klassisches Medium – wobei es natürlich auch um die Deutungshoheit über das Bild Julian Assanges geht.</p>
<h3>Wikileaks vs. Guardian: Alter Streit</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/buchrezension-julian-assanges-cypherpunks/">Jacob Appelbaum</a> ist Teil der Hackerszene, die ihr Elitenwissen einsetzen will, den Staaten weltweit Transparenz aufzuzwingen, allen voran seinem Heimatland USA. Appelbaum, der mehrfach dem Zugriff von Geheimdienstmitarbeitern ausgesetzt war, arbeitete für WikiLeaks und hat Kontakt zu Whistleblower Edward Snowden. Seine gestern vorgebrachte Kritik am Guardian steht in Verbindung mit beidem.<br />
Einer der Vorwürfe ist bereits älter und berührt den Streit zwischen WikiLeaks und dem Guardian:<br />
Leigh hat in der englischen Originalfassung seiner Monographie über die Enthüllungsplattform ein Passwort veröffentlicht, das Zugang ermöglichte zu über 250.000 redaktionell nicht bearbeiteten Telegrammen des US-Außenministeriums. Weltweit seien Informanten durch den Leak in Gefahr geraten, einige tatsächlich bedroht worden – ob das aufgrund des öffentlich gewordenen Passwortes geschah, ist umstritten. Auf den Vorfall angesprochen, verteidigte sich Leigh gestern erneut damit, dass ihm Assange zugesichert habe, das Passwort zu ändern. Bereits im September 2011 hatte der Guardian zudem erklärt, WikiLeaks habe bei Erscheinen des Buches keine Sicherheitsbedenken geäußert.</p>
<h3>Snowden und die Folgen</h3>
<p>Ein anderer Vorwurf ist aktueller, er betrifft den Fall „Snowden“. Appelbaum monierte, dass der Guardian Snowden keinen ausreichenden Quellenschutz geboten habe. Leighs Kollege Harding betonte daraufhin die komplizierte rechtliche Situation – und den Fakt, dass seine Zeitung sich immerhin mit einer engagierten Berichterstattung über die Geheimdienstüberwachung verdient gemacht habe.<br />
Die Behauptung Appelbaums, dass der Guardian seinen derzeit wohl bekanntesten Mitarbeiter – den Whistleblower-Kontaktmann Glenn Greenwald – nicht ausreichend gegen staatliche Repression abschirme, fand Leigh schlicht „verrückt“.<br />
Eine weitere Anschuldigung seitens Appelbaums: Der Guardian halte belastendes Material in der andauernden NSA-Affäre zurück, z. B. eine Liste aller Agenten des britischen Geheimdienstes, die im großen Stil Menschenrechte verletzten. Dieser Kritikpunkt trifft einen sensiblen Bereich, das Spannungsfeld zwischen Staat und Presse. Bekanntlich hatte der britische Nachrichtendienst GCHQ einige Guardian-Mitarbeiter im August dazu gezwungen, Festplatten zu zerstören, auf denen die von Snowden übermittelten Dokumente gelagert waren. Wohl auch deswegen verwies Harding – neben der Tatsache, dass eine Veröffentlichung der Liste Menschenleben gefährden würde – auf die strengen britischen Gesetze, die den Guardian fesseln würden.<br />
Die unerwartete Diskussion im Buchladen hat erneut gezeigt, dass die Gräben beim Thema „Leak“ längst nicht mehr nur zwischen Enthüllern und Staaten verlaufen. Mit WikiLeaks und dem Guardian kämpfen zwei in den Zielen verbundene, aber organisatorisch völlig unterschiedliche Wächter gegeneinander – jeder auch für seine eigene Reputation. Den Geheimdiensten dürfte das gefallen.<br />
&nbsp;</p>
<div id="stcpDiv">
Bild: Cover „Wikileaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</p>
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		<title>„We Steal Secrets“: Die Geschichte von Wikileaks als Doku-Thriller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2013 10:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
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		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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		<category><![CDATA[Adrian Lamo]]></category>
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					<description><![CDATA[Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130239" alt="ArtikelbildWeStealSecrets" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWeStealSecrets.jpg" width="640" height="429" /></a>Öffentlich machen, was geheim ist und der Öffentlichkeit schadet – das ist die Mission von Wikileaks. Transparenz wider die Macht! Weil die Organisation aber ihrerseits mächtig geworden ist, richtete sich der Transparenzanspruch in den vergangenen Jahren zunehmend auch gegen sie selbst. Aktuellstes Beispiel ist die Kinodokumentation „We Steal Secrets“. Darin liefert der oscarprämierte Dokumentarfilmer Alex Gibney eine personenfixierte Aufarbeitung mit Thriller-Dramaturgie, deren Komplexität sie jedoch davor bewahrt, in simple Gut/Böse-Kategorien zu verfallen.<br />
Es beginnt wie „Mission: Impossible“. Regisseur Alex Gibney vermengt Interviews und Archivmaterial zu einem Auftakt, der auch aus einem Thriller stammen könnte, so sehr erfüllt er die Regeln des Spannungskinos: Die NASA bereitet Ende der 1980er einen Raketenstart vor, um das Raumschiff „Galileo“ ins All zu befördern. Dessen Energieantrieb basiert auf Plutonium und bringt Anti-Atomkraft-Aktivisten in Rage. Plötzlich leuchtet ein Schriftzug auf den NASA-Computern: WANK, das heißt „Worms against nuclear killers“. Eine Gruppe australischer Hacker hat sich Zugang zu einem der leistungsfähigsten Rechnersysteme der Welt verschafft! Eines ihrer Mitglieder soll zwanzig Jahre später zur Ikone all derjenigen werden, die daran glauben, dass das Knacken von Programmcodes auch Regierungen knackt: Julian Assange.<br />
So steckt das zweite Charakteristikum der Doku ebenfalls schon im Intro, nämlich die<br />
Konzentration auf die sichtbaren Köpfe von Wikileaks, zuallererst auf den Gründer Julian Assange. Er wird als hackender Heilsbringer eingeführt, der den nach 9/11 zunehmend omnipotenten US-Geheimdiensten seine radikale Freiheitsvision entgegensetzt: Wikileaks soll „erster Geheimdienst des Volkes“ werden. Assange, das weiß Gibney, trägt alle Merkmale von Wikileaks bereits in seiner Persönlichkeit. Er ist intelligent, kritisch gegenüber Großmächten, aber nie ganz zu fassen – ständig in Bewegung und charakterlich ambivalent, wie mit fortlaufender Filmdauer unübersehbar wird.</p>
<h3>Die ganze Welt schaut zu</h3>
<p>„We Steal Secrets“ ist chronologisch aufgebaut. Assanges Hacker-Pubertät, von einer dreijährigen Bewährungsstrafe gekrönt, folgt die Gründungsphase Wikileaks, inklusive der ersten Enthüllungen: Ein Leak brachte die Korruption in der Familie eines ehemaligen kenianischen Präsidenten an die Öffentlichkeit, ein anderer zeigt unverantwortliche Geschäftspraktiken der größten isländischen Bank kurz vor der Finanzkrise. Island ist ohnehin ein wichtiger Schauplatz, denn hier schnitten Wikileaks-Aktivisten das als „Collateral Murder“ bekannte Video, auf dem US-amerikanische Soldaten von einem Helikopter aus irakische Zivilisten töten. Doch die Filmaufnahmen waren nur Teil einer noch viel größeren Enthüllung. Im selben Jahr – 2010 – stellte Wikileaks mit den „Afghan War Diarys“ und den „Iraq War Logs“ die bisher größte Sammlung von öffentlich gemachten Kriegsdokumenten online. Sie belegen US-amerikanisch verantwortete Folter und zivile Opfer.<br />
In Gibneys Doku markiert der wohl berühmteste Leak einen Wendepunkt. Mit dem Whistleblower Bradley Manning bekommt der Film eine neue Hauptperson – und er bekommt Tiefe, da sich die Frage nach der Verantwortung von Enthüllern stellt.</p>
<h3>Angst vorm Leak</h3>
<p>Bradley Manning war zum Zeitpunkt seiner Kontaktaufnahme mit Wikileaks gerade mal Anfang 20. Er arbeitete als Militäranalyst in Bagdad. Da der aktuelle Prozess vor einem Militärtribunal noch läuft, steht eine abschließende Bewertung seiner Rolle aus. Alles deutet jedoch darauf hin, dass er die Quelle für Wikileaks folgenreichste Publizierung ist. Diese Sicht vertritt auch Gibney. Er lässt Manning durch Zitate aus Chats zu Wort kommen, in denen sich der junge Mann dem Hacker Adrian Lamo anvertraute – der ihn an die US-Behörden verriet. So entsteht das intimste Porträt des Films. Ob es nötig war, auch den Identitätskonflikt Mannings auszuleuchten – der homosexuelle Mann möchte lieber als Frau leben -, sei dahingestellt. In jedem Fall belegt der <a href="http://www.wired.com/threatlevel/2011/07/manning-lamo-logs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat,</a> dass Manning schwer mit sich haderte, die von ihm sichergestellten Dateien weiterzureichen. Es ist nicht leicht, das Richtige zu tun, wenn es die Freiheit kosten kann.<br />
Nach Mannings Verhaftung verkomplizierte sich die Frage noch weiter – und für Gibneys Film spricht, dass dieser Punkt nicht übergangen wird: Sollte Wikileaks jetzt, da jedes Dokument prozessrelevant sein könnte, weiteres Manning-Material öffentlich machen? Assange entschied sich dafür. Aber was ist mit den Namen der in den Akten genannten Informanten, die den Amerikanern Hinweise gegeben hatten? Sollten die geschwärzt werden? Laut Gibney drängten New York Times, Guardian und Spiegel, die Wikileaks bei der Auswertung halfen, auf eine Schwärzung. Doch aus Zeitmangel sei Assange der Bitte nicht vollumfänglich nachgekommen – und habe einem Guardian-Reporter zufolge gar gesagt, Kollaborateure verdienten sowieso den Tod.</p>
<h3>Die Realität ist grau</h3>
<p>Spätestens nach dem Guardian-Zitat dürften Assanges leidenschaftlichste Anhänger Grund genug haben, im Kino die Vorstellung zu sprengen (oder wenigstens das Smartphone zu zücken und „We Steal Secrets“ in der Filmdatenbank <a href="http://www.imdb.com/title/tt1824254/combined" target="_blank" rel="noopener noreferrer">imdb</a> die niedrigste Wertung zu verpassen). Die Apologeten, unter denen sich Wikieleaks <a href="http://wikileaks.org/IMG/html/gibney-transcript.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbst</a> befinden, ignorieren jedoch das Bemühen Gibneys um Ausgewogenheit. Ein Dokumentarfilmer kann, will er möglichst objektiv sein, nicht mehr tun, als unterschiedliche Stimmen einzufangen. Daran hält sich Gibney. Wenn dann drei ehemalige Weggefährten Assanges unabhängig voneinander zu dem Schluss kommen, dass sie u. a. aufgrund dessen autoritären Verhaltens nicht weiter mit ihm arbeiten wollen, darf Gibney das nicht unter den Tisch kehren. Im Übrigen hat er Assange nach eigenem Bekunden mehrmals erfolglos um ein Interview gebeten, für das dieser aber eine fürstliche Entlohnung eingefordert hätte – oder die Bespitzelung anderer Interviewpartner.<br />
Viel Neues erfährt der kundige Zuschauer insgesamt jedoch nicht. Gibney hatte genug Arbeit, das Bekannte auf gut zwei Stunden Filmdauer zu komprimieren, was eine erhöhte Aufmerksamkeit auch auf Seiten des informierten Publikums verlangt. Das Geflecht von Personen, Orten und Ereignissen ist weit verzweigt und damit naturgemäß unübersichtlich. Je mehr Gibney aber seinen Film weitet, desto mehr stellt sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Ist „We Steal Secrets“ der Weisheit letzter Schluss in Sachen „Wikileaks“? Nein, natürlich nicht. Wer eine Doku daran misst, dass sie „die Wahrheit“ bietet, handelt vermessen. Gibneys Auseinandersetzung gebührt Lob, weil er sich der Wahrheit zumindest nähert. Seine Methode: Komplexität zulassen, trotz Personenfokus und Dramatisierung. So sieht Transparenz aus, die mit den Mitteln des Kinos gewonnen wird.<br />
Und weil die Wikileaks-Geschichte geradezu danach schreit, auch im fiktionalen Kino Verwertung zu finden, wurde sie längst entsprechend adaptiert. Im Oktober dieses Jahres erscheint „Inside Wikileaks“ mit Daniel Brühl und Benedict „Sherlock“ Cumberbatch.<br />
Ein Film über den anderen großen Enthüller unserer Zeit, Edward Snowden, liegt ebenfalls in der Luft. Produzent Nico Hofmann („Unsere Mütter, unsere Väter“) kann sich solch ein Projekt gut vorstellen – Amateurfilmer haben auf youtube schon mal <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OWVGDBeR42I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgelegt.</a><br />
Bild: thierry ehrmann <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Buchrezension: Julian Assanges „Cypherpunks“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Brabanski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 13:56:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinerechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-128159" alt="Stilgherrian CC BY" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY-630x374.jpg" width="630" height="374" /></a>Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian Assange in den letzten zwei Jahren die digitale Öffentlichkeit gleichermaßen gespalten wie geprägt. Jetzt ist mit „Cypherpunks“ sein neues Buch erschienen. Doch wie viel Assange steckt in dem Buch?<br />
Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass das Buch de facto nicht von Julian Assange geschrieben wurde, sondern der Hauptteil die Verschriftlichung einer Diskussion zwischen Jacob Appelbaum, dem Gründer des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hackerspace">Hackerspace</a> <a href="https://noisebridge.net/">„Noisebridge“</a> aus San Francisco, Andy Müller-Maguhn, dem Mitgründer von <a href="http://www.edri.org/">European Digital Rights</a>, sowie Jérémie Zimmermann, dem Mitgründer der französischen Aktivisten-Organisation <a href="http://www.laquadrature.net/">La Quadrature du Net</a>, darstellt. Moderiert wurde das Gespräch, das laut den Beteiligten im vergangenen Herbst in London stattfand, von Assange selbst. Homogener und einiger können Diskussionsteilnehmer wohl kaum sein, sind sie doch alle Internet-Aktivisten, die dem Chaos Computerclub nahestehen und sich für mehr Onlinerechte, Anonymität im Netz und Transparenz einsetzen. Der Diskussion vorangestellt ist eine kurze Einleitung über die staatlichen und wirtschaftlichen Repressionen gegen Wikileaks, seine Gründer und Aktivisten.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-128160" alt="Quelle: Campus Verlag" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks-305x485.jpg" width="305" height="485" /></a><br />
Und als Aktivisten-Credo liest sich auch das Buch. Julian Assanges Hauptthese ist, dass Staaten und Organisationen drei elementare Freiheiten haben sollten: die Freiheit der Kommunikation und damit verbunden die Gedankenfreiheit, die Freiheit der Mobilität sowie die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion. Diese Grundpfeiler der Staatlichkeit (die Assange absurderweise der Hisbollah zuschreibt und sie so zu einem legitimen Staat erhebt) sieht der Wikileaks-Chef in heutiger Zeit durch mächtige Staaten bedroht. Gemeint sind damit in erster Linie die Vereinigten Staaten, aber mittlerweile nicht mehr nur. Infolge der lückenlosen Überwachung elektronischer Kommunikation &#8211; die USA haben Server, auf denen sie jeden Telefonanruf und jede E-Mail speichern &#8211; sei eine freie Kommunikation nicht möglich, so die These. Genauso wenig sei noch die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion garantiert, wo doch jede Finanztransaktion in den USA zentral gespeichert und der Regierung zur Verfügung gestellt wird. So hat die US-Regierung zum Beispiel nicht nur ein weiteres Instrument der Überwachung (Kenntnis u.a. darüber, wer mit Wikileaks sympathisiert und ihnen Geld spendet), sondern auch einen Hebel für Repressionen (wirtschaftliche Sanktionen gegen Wikileaks wie Sperrung von Konten). Die eingeschränkte Freiheit der Mobilität illustriert Assange vor allem am Beispiel von Jacob Appelbaum, der wiederholt bei der Ein- oder Ausreise in die USA aufgehalten, schikaniert und verhört wurde.<br />
Legitimiert werde diese zutiefst antidemokratische Entwicklung durch die sogenannten vier Reiter der „Infokalypse“: Kinderpornographie, Terrorismus, Geldwäsche und der Krieg gegen bestimmte Drogen. Mit diesen vier Kriminalitätsbereichen werde die Einschränkung der Bürgerrechte legitimiert und der einzelne Bürger unter Generalverdacht gestellt. Dabei werde nicht in Einzelfällen bei begründetem Verdacht ermittelt, sondern es würden prophylaktisch alle Daten gespeichert – und das zu einem Bruchteil der Kosten der sonstigen Geheimdienstarbeit. „Rechtmäßige Überwachung ist ein Euphemismus &#8211; absolut, wie rechtmäßiger Mord &#8211; oder rechtmäßige Folter“ lautet der Konsens der Diskussionsteilnehmer.</p>
<h3>Welchen Ausweg aus der Totalüberwachung gibt es?</h3>
<p>Alle Diskussionsteilnehmer zeichnen den Kampf für Onlinerechte als Kampf zwischen David und Goliath: auf der einen Seite das Monster des illegitim handelnden Staates, der sukzessive Bürgerrechte einschränkt, seine Bürger verdächtigt und in wirtschaftliche Interessen verstrickt ist, auf der anderen Seite einige Cypherpunks (ein Hybridwort aus Cipher (Chiffre), Cyber und Punk) &#8211; jene Krieger, die mittels Internetaktivismus, Kryptographie und verschiedenen Technologien den Staat bekämpfen. Als Beispiel nennen sie den Erfinder der <a href="http://bitcoin.org/en/">Bitcoins</a>, der nicht-verfolgbaren Internetwährung. Zu welcher Seite sich die Diskussionsteilnehmer zählen, dürfte offensichtlich sein.<br />
Wenig überraschend ist auch die Haltung von Julian Assange, der stellenweise diszipliniert mitdiskutiert, hier und da aber belehrend, ja arrogant auftritt und seinen Mitstreitern andauernd ins Wort fällt: „Ich bin nicht dafür, dass wir die Idee einer Avantgarde vertreten sollten“, konstatiert Jacob Appelbaum. „Warte mal, warum eigentlich? Ich bin ein bisschen Avantgarde. Wo ist das Problem damit?“, wirft Assange zum Beispiel selbstgefällig ein.<br />
Wesentlich neue Aussagen trifft keiner der vier Internetaktivisten: Vor allem Assange hält an seiner Linie fest, die er seit seinen frühen Schriften verfolgt. Die Diskussion bleibt – trotz thematischer Kapitel – unstrukturiert und wenig zielorientiert. Auch die Auswahl der Diskussionsteilnehmer, die weitestgehend auf einer Linie argumentieren, sorgt für gegenseitige Zustimmung und Ergänzung: Wirklich kontrovers wird die Diskussion an keiner Stelle. Alle interessanten Aussagen (und ja, es gibt sie) werden von der Endzeitrhetorik zu sehr ideologisch eingefärbt, um ernst genommen zu werden. Schade eigentlich.<br />
Bilder: Stilgherrian (CC BY 3.0), Campus Verlag</p>
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		<title>Alte Leier und Altbekannte – Digitale Presseschau KW 11</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 16:18:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Habemus Papam! Und noch viel wichtiger: David Hasselhoff (ja der) kommt nach Berlin, um gegen den Teilabriss der East Side [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Habemus Papam! Und noch viel wichtiger: David Hasselhoff (ja der) kommt nach Berlin, um gegen den Teilabriss der East Side Gallery zu protestieren. Was die Netzgemeinde abseits des klassischen Medienrummels getrieben hat und warum uns nicht alles gefallen sollte, steht in der heutigen Ausgabe der Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=EKr9_YcyHg8" title="Facebook: What the Social Network Knows About You" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/EKr9_YcyHg8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
“Gefällt mir“ &#8211; ein Klick auf den Facebook-Button und du verrätst vielleicht viel mehr als du denkst. Zumindest besagt das eine neue Studie, die herausgefunden hat, dass sich durch “Likes“ Rückschlüsse auf Geschlecht, Intelligenz, sexuelle Orientierung und ethnische Zugehörigkeit ziehen lassen.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/buergerbeteiligung-im-netz-die-mitmach-tricks-der-cdu-a-888396.html">Das Märchen von der Mitmach-CDU</a></h3>
<p>Es ziehen schon dunkle Wolken auf – der Bundestagswahlkampf steht vor der Tür. Passend dazu hat die CDU die Aktion “Was mir am Herzen liegt“ gestartet, bei der Mitglieder am Regierungsprogramm mitschreiben dürfen. “Simulierte Bürgerdialoge“ nennt Annett Meiritz das und geht mit der Mitmach-Kampagne hart ins Gericht: „Unter dem Deckmantel der Mitmachkultur wird hier in erster Linie die eigene Politik gelobt“.</p>
<h3><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/567934/Wir-wollen-den-grossen-Playern-auf-die-Finger-schauen">Someone is watching you!</a></h3>
<p>Social Media aufgepasst, denn dem neuen “Social Media Watchblog“ entgeht nichts mehr. Betrieben von den beiden Journalisten Konrad Weber und Martin Giesler, soll es Hintergrundartikel, einen News-Aggregator und sogar einen “Social Media Radar“ beherbergen. Dabei geht es nicht nur um Kritik an der Social Media Nutzung von Politikern und Unternehmen, sondern auch darum, falschen Ängsten der Nutzern entgegenzutreten.</p>
<h3><a href="http://berlinergazette.de/system-facebook/">Kampf dem Facebook – und zwar von innen</a></h3>
<p>Die Kritik an Facebook wird immer lauter. Sei es ein neues Layout, Werbung oder der Umgang mit den persönlichen Daten. Problem: Die Menschen meckern viel, bleiben dennoch bei Facebook aktiv. Fanny Steyer empfiehlt den Wechsel zu <a href="https://join.app.net/">App.net</a> oder <a href="https://github.com/">Github</a> und rät zu einem Fake-Profil auf Facebook, “um die Vorgänge (&#8230;) weiter aus erster Hand zu beobachten.“ Nur so könne man seine Kritik an Facebook aus “authentischen Erfahrungen“ ableiten, so Steyer.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kolumne-von-sascha-lobo-echtzeit-ist-wunschzeit-a-888351.html">Echtzeit ist Wunschzeit</a></h3>
<p>Sofort ist sofort. Diese Aussage würde Sascha Lobo nicht gleich unterschreiben. Anhand eines nicht verständlichen Zitats von Merkel spaltet der Spiegel-Kolumnist die Gesellschaft in zwei Gruppen, die “Netzbeheimateten“ und die “Merkelartigen“, die ein unterschiedliches Verständnis vom Begriff sofort besitzen. Lobo versucht zu klären: “Das aus Sicht der Merkelartigen etwas verstörende <em>Alles,Immer,Sofort</em> bedeutet nicht Reizüberflutung in Echtzeit rund um die Uhr. Sondern nur die jederzeitige Möglichkeit dazu.“</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/al-gore-und-cory-booker-beim-sxsw-festival-politiker-unter-nerds-1.1620968">Politiker unter Nerds</a></h3>
<p>Was macht eigentlich der ehemalige Vize-Präsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore? Er macht es sich gemütlich auf dem SXSW-Festival, dem Treffpunkt der Technikbegeisterten in Texas. Grund dafür ist sein neues Buch “The Future“, bei dem er über den aktuellen Zustand der Welt schreibt. “Sechs Faktoren des globalen Wandels“, gebe es nach Gore, die die Zukunft prägen werden. Ein Ausblick.</p>
<h3><a href="http://www.taz.de/Neues-Assange-Buch-Cypherpunks-/!112818/">Übel, übler, noch übler</a></h3>
<p>Und noch ein Altbekannter lässt sich blicken – Julian Assange, Wikileaks Gründer und Hausarrest-König. Im Buch “Cypherpunks“ diskutieren er und drei (Hacker-)Mitstreiter über das Internet, Komplettüberwachung, Zensur und staatliche Kontrolle. Ein vernichtendes Urteil gibt es von Journalistin Meike Laaff, die das Werk als “Buhlen um Aufmerksamkeit“ ansieht.</p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 34</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-kw-34-5379/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 15:02:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-34"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="87" width="80" /></a>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China,  und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China, und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.</p>
<p>Auch diese Woche hatten wir zahlreiche interessante Artikel zur Auswahl. Sieger wurde diesmal ein Beitrag aus dem Online-Magazin Technology Review von John Pollok. Er beschreibt detailliert die Digitalisierung in Ägypten und Tunesien, ihre Gefahren und Vorteile.</p>
<p><strong><a href="https://www.technologyreview.com/web/38379/?mod=ArabSpring_feature" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie die ägyptische und tunesische Jugend den Arabischen Frühling hackten</a></strong></p>
<p>Gold geht an: John Pollock. In einem sehr ausführlichen, aber nicht langweilig werdenden Artikel beschreibt er im Magazin <em>Technology Review</em>, wie sich junge Tunesier und Ägypter das Internet zu Nutzen machten, um ihre politischen Ziele zu verfolgen. Es war ein heikles Manöver und viele Menschen, die Online-Plattformen zur Verfügung stellten und Demonstrationen im Netz organisierten, bezahlten die Freiheit ihrer Mitbürger mit ihrem Leben. Eine tolle Chronik der „Online-Ereignisse“ in den arabischen Ländern.</p>
<p><strong><a href="http://www.freitag.de/politik/1134-nerds-ohne-nerven" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Vertrauen mehr in Wikileaks</a></strong></p>
<p>In einem einmaligen Artikel erklärt Steffen Kraft wieso der <em>Freitag</em> im Besitz unredigierter US-Botschaftsdepeschen ist und welche Ängste Julian Assange dazu bewegen bei Julian Augstein, dem Verleger des Freitags anzurufen. Selbst Assange ist scheinbar zu der Einsicht gekommen, dass seine Plattform nicht die Sicherheitsstandards einhält, welche Assange und Mitgründer Domscheit-Berg anfangs proklamierten. Kraft greift ebenfalls die Ereignisse auf, die letzten Endes zu den Diskrepanzen zwischen den beiden Köpfen von WikiLeaks geführt haben. Dafür gibt es von uns die Silbermedaille.</p>
<p><strong><a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dreifachkatastrophe in Japan und ihre Auswirkungen auf die Internetnutzung</a> </strong></p>
<p>Der Sachbuch-Autor Yasushisa Hasegawa beschreibt in dieser Woche in der <em>Berliner Gazette</em>, wieso das High-Tech Land Japan bislang das Potential des Internets nicht völlig ausgeschöpft hat und wieso das Internet bis vor kurzem als ein Medium der zweiten Klasse angesehen wurde. Die Katastrophe vom März diesen Jahres veränderte das Nutzerverhalten. Japaner greifen nun häufiger zu Smartphones und ähnlichen Technologien, da diese ihnen schnellere Auskunft über die Ereignisse im Land liefern können, als die herkömmlichen Medien. Ein Artikel, der interessante Einblicke in das digitale Nutzerverhalten der Japaner liefert.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-08/china-internet-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ist China auf dem Weg zu einer Cyberdemokratie?</a></strong></p>
<p>Tina Clausmeyer analysiert in der <em>Zeit</em>, inwiefern das Internet auch in der Volksrepublik China angekommen ist. Weiter erläutert sie, ob die seit den Revolutionen in Nordafrika bekannten „Tools of Change“, wie Facebook und Twitter, auch die Demokratisierung in dem autokratischen System Chinas vorantreiben können. Sie kommt zu dem Fazit, dass in China ein enormer Nachholbedarf im Bereich der gesellschaftlichen und politischen Online-Partizipation herrscht, dem womöglich durch eine Zusammenarbeit mit dem Westen begegnet werden kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,781873,00.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brauchen wir Datenschutz-Fundamentalisten? Und wenn ja, wozu?</a></strong></p>
<p>Konrad Lischka beantwortet im <em>Spiegel</em> die Frage, ob wir Datenschutz-Fundamentalisten brauchen mit einem klaren „Ja“. Dem Autor geht es weniger darum, ob reguliert werden soll, sondern viel mehr um das Wie. Lischka ist der Meinung, dass nur Provokateure wie Thilo Weichert, der zur Zeit gegen das Einbauen des &#8220;Gefällt mir&#8221;-Buttons auf Webseiten vorgeht, endlich spürbaren Fortschritt im Thema Datenschutz herbeiführen können. Der Spiegel Autor scheint eine generelle Regulierung von Facebook zu begrüßen, jedoch unter der Voraussetzung, dass sie dem Datenschutz zu Gute kommt.</p>
<p><strong><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/entern-oder-kentern/42745?seite=1">Wie ist es um die Zukunft der Piraten bestimmt?</a></strong></p>
<p><em>Cicero</em> Autorin Vera Gaserow analysierte diese Woche die Zukunftsaussichten der Piratenpartei. Die Autorin beschreibt den anfänglichen Wahlerfolg der Partei, sowie interne Konflikte und die zu bemängelnde Organisation der Piraten. Politologen gehen davon aus, dass die Wahlen in Berlin zeigen werden, ob die Partei auch in Zukunft Erfolge verzeichnen wird, denn „Die Berliner Piraten sind weiter als die Gesamt-Partei“. Ein interessanter und umfassender Artikel über die Internet-Partei.</p>
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