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	<title>Jusos &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Jusos &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Juso-Vorsitzende Uekermann zur Vorratsdatenspeicherung: &#034;Umdenken in der SPD&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2014 13:04:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Johanna Uekermann]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema Vorratsdatenspeicherung führte zum Streit in der Großen Koalition. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will das Urteil zur EU-Richtlinie abwarten, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7816764678_1235e5de61_z.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136030" alt="7816764678_1235e5de61_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7816764678_1235e5de61_z.jpg" width="640" height="430" /></a>Das Thema Vorratsdatenspeicherung führte zum Streit in der Großen Koalition. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will das Urteil zur EU-Richtlinie abwarten, doch die CDU macht Druck. Im Interview sieht die Juso-Vorsitzende Uekermann die Vorratsdatenspeicherung kritisch.<br />
Justizminister Heiko Maas hatte angekündigt, anders als im Koalitionsvertrag vereinbart, vorerst keinen Gesetzentwurf vorzulegen. Das CDU-geführte Innenministerium hingegen fordert zügig ein Gesetz. Die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/entwurf-union-und-spd-reaktivieren-vorratsdatenspeicherung-a-935770.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bisherigen Pläne zur Vorratsdatenspeicherung</a> beruhen auf einer <a href="http://politik-digital.de/der-zaehe-kampf-um-den-datenschutz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Richtlinie</a>, zu der in Kürze ein Urteil vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) erwartet wird. Maas will das Urteil abwarten. Das <a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2013-12/cp130157en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gutachten</a> zur Richtlinie eines EU-Generalanwalts von Mitte Dezember wird <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/innenministerium-sieht-sich-durch-eu-generalanwalt-bestaetigt-a-938673.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unterschiedlich interpretiert</a>. Im Interview unterstützt die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann den Justizminister in seinem Vorgehen und sieht das Thema Vorratsdatenspeicherung generell kritisch.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> <em>Was halten Sie von der Ankündigung des Bundesjustizministers, das Gesetzgebungsverfahren zur Vorratsdatenspeicherung auf Eis zu legen, bis der EuGH über die Richtlinie geurteilt hat?</em><br />
<strong>Johanna Uekermann:</strong> Ich finde, es ist ein richtiger Schritt solange abzuwarten, bis ein verbindliches Urteil vorliegt. Es gibt derzeit auch keinen Handlungsdruck. Heiko Maas handelt deshalb richtig, wenn er die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung in Deutschland bis zur Entscheidung des EuGH ablehnt, statt ein möglicherweise europawidriges Gesetz in Gang zu bringen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> <em>Kann es sein, dass Herrn Maas das ausstehende Urteil des EuGH ganz gelegen kommt, um sich nicht eindeutig positionieren zu müssen?</em><br />
<strong>Johanna Uekermann:</strong> Ich glaube nicht, dass sich der Bundesjustizminister bisher keine Meinung zum Thema Vorratsdatenspeicherung gebildet hat und dafür nun die Wochen bis zum EuGH-Urteil benötigt. Es ist sachpolitisch sinnvoll, zunächst eine Entscheidung der EU-Richter abzuwarten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> <em>Die Ankündigung des Bundesjustizministers hat für Verstimmung in der Großen Koalition gesorgt. Gibt es einen neuen Kurs der SPD in punkto Vorratsdatenspeicherung oder wird das Thema aus koalitionspolitischen Streitigkeiten heraus instrumentalisiert (Stichwort &#8220;Armutszuwanderung&#8221; der CSU)?</em><br />
<strong>Johanna Uekermann:</strong> Es ist wichtig, dass die SPD in Zukunft deutlich macht, dass es eine Politik gegen die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger mit ihr auch in einer Großen Koalition nicht geben wird. Für mich hat das auch nichts mit Instrumentalisierung zu tun. Die Vorzeichen haben sich geändert mit dem Mitte Dezember veröffentlichten Gutachten. Die politische Auseinandersetzung um ein so wichtiges Thema wie die Zukunft der Grund- und Bürgerrechte muss auch in der Regierung geführt werden können.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die SPD muss jetzt zu einer Neupositionierung kommen und wieder echte Bürgerrechtspartei werden.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> <em>In Umfragen wird immer wieder deutlich, dass ein Großteil der Bevölkerung eine Vorratsdatenspeicherung ablehnt. Wieso fand diese öffentliche Mehrheitsmeinung nicht Niederschlag im Koalitionsvertrag bzw. in der Haltung der SPD?</em><br />
<figure id="attachment_136041" aria-describedby="caption-attachment-136041" style="width: 244px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait_Uekermann_Johanna_Foto_by_Tobias-Pietsch-small.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-136041  " alt="Portrait_Uekermann_Johanna_Foto_by_Tobias-Pietsch small" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait_Uekermann_Johanna_Foto_by_Tobias-Pietsch-small-305x203.jpg" width="244" height="162" /></a><figcaption id="caption-attachment-136041" class="wp-caption-text">Johanna Uekermann (Jg. 1987) studierte Politische Wissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Universíté de Genève. Seit 2013 ist sie Bundesvorsitzende der Jugendorganisation der SPD und engagiert sich ehrenamtlich in ihrer politischen Heimat Niederbayern.</figcaption></figure><br />
<strong>Johanna Uekermann:</strong> Der Bundesparteitag der SPD hat sich 2011 mit knapper Mehrheit dafür entschieden, eine Vorratsdatenspeicherung für drei Monate unter strengen Kriterien grundsätzlich zuzulassen. Das erschwert einen Richtungswechsel in Sachen Vorratsdatenspeicherung und war sicher auch für die Koalitionsverhandlungen kein Vorteil. Gleichwohl nehme ich wahr, dass im Zuge der Snowden-Enthüllungen auch in der SPD ein Umdenken einsetzt, Themen wie die Vorratsdatenspeicherung und Datensicherheit im Allgemeinen wieder stärker in den Fokus rücken. Die SPD muss jetzt zu einer Neupositionierung kommen und wieder echte Bürgerrechtspartei werden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong><em> Wie stehen die Jusos zum Thema Vorratsdatenspeicherung, und mit welchen Mitteln werden die Jusos ihren Einfluss in der Partei bzw. in der Regierung geltend machen?</em><br />
<strong>Johanna Uekermann:</strong> Mit der Vorratsdatenspeicherung spricht der Staat einen Generalverdacht gegen alle seine Bürgerinnen und Bürger aus. Mit den erhobenen Metadaten lassen sich komplexe Persönlichkeitsprofile erstellen, während niemand für die Sicherheit der Daten bürgen kann. Wir lehnen einen solch gravierenden Grundrechtseingriff als unverhältnismäßig ab und sprechen uns gegen jede Form der Vorratsdatenspeicherung aus. Das haben wir auch parteiintern immer wieder versucht durchzusetzen. Auf dem Parteitag 2011 haben wir einen Antrag zur Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung eingebracht, der nach kontroverser Diskussion die Mehrheit nur knapp verfehlte. Danach haben wir das Mitgliederbegehren gegen die Vorratsdatenspeicherung unterstützt. Jetzt wollen wir die Debatte in der SPD weiter vorantreiben und kritische Stimmen stärken.<br />
&nbsp;<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/meetrajesh/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meetrajesh</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a>; Portät: Tobias Pietsch<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Countdown zur #btw13: Wahlkampftalk mit den Partei &#8211; Jugendorganisationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2013 15:19:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[#btw13]]></category>
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					<description><![CDATA[Nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl 2013. Der Countdown läuft. Für uns Grund genug, um ein letztes Mal die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/experimentierfeld-enquete/neue-medien-vor-dem-reichstag/" rel="attachment wp-att-120646"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-120646" alt="Bild &quot;Neue Medien vor dem Reichstag&quot;" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild_Bundestag_Enquete.jpg" width="621" height="414" /></a>Nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl 2013. Der Countdown läuft. Für uns Grund genug, um ein letztes Mal die Stimmung aus den politischen Lagern einzufangen. Im letzten &#8220;Wahlkampftalk&#8221; von politik-digital.de und Cicero-Online haben wir daher die Vertreter der Partei-Jugendorganisationen zu Wort kommen lassen.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="http://youtu.be/BSXqcezCNb4" title="Countdown zur #btw13: Wahlkampftalk mit den Partei -- Jugendorganisationen" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/BSXqcezCNb4?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Am <strong>18. September um 19 Uhr</strong> waren fünf Bundesvorstandsmitglieder der Partei-Jugendorganisationen zu Gast im Google-Hangout von Cicero-Online und politik-digital.de. Gemeinsam mit unseren Moderatoren <strong>Steffen Wenzel</strong>, Geschäftsführer von politik-digital.de und <strong>Petra Sorge</strong>, Redakteurin von Cicero Online, zogen die Nachwuchspolitiker Resümee und diskutierten die wichtigsten Themen kurz vor der Wahl.<br />
<a href="http://politik-digital.de/countdown-zur-btw13-wahlkampftalk-mit-den-partei-jugendorganisationen/hangout-jugend/" rel="attachment wp-att-132612"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132612" alt="Hangout Jugend" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hangout-Jugend.png" width="603" height="121" /></a><br />
<span style="text-decoration: underline">Unsere Gäste (v.l.n.r.) :</span><br />
<a href="http://www.gruene-jugend.de/personen/jensparker" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jens Parker</a>, Bundessprecher der Grünen Jugend                                                                     <a href="http://www.julis.de/wir-julis/bundesvorstand/mitglieder.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lasse Roth</a>, Beisitzer Bundesvorstand Junge Liberale<br />
<a href="http://www.ansgar-focke.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansgar Focke</a>, MdL und Schatzmeister Junge Union                                                                     <a href="http://www.jusos.de/julian-zado-stellv-bundesvorsitzender" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Julian Zado</a>, stellv. Bundesvorsitzender Jusos<br />
<a href="http://www.linksjugend-solid.de/positionen/pressemitteilungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Malte Fiedler</a>, Bundessprecher der Linksjugend solid<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/steffen-wenzel/" rel="attachment wp-att-130720"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130720" alt="Steffen Wenzel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Steffen-Wenzel.jpg" width="96" height="145" /></a><a href="http://politik-digital.de/countdown-zur-btw13-wahlkampftalk-mit-den-partei-jugendorganisationen/portraet_sorge/" rel="attachment wp-att-132630"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-132630" alt="portraet_sorge" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/portraet_sorge.jpg" width="102" height="145" /></a><br />
<span style="text-decoration: underline">Moderatoren:</span><br />
Steffen Wenzel, Geschäftsführer politik-digital.de                                                                          <a href="http://www.google.de/imgres?q=cicero+petra+sorge&amp;um=1&amp;sa=N&amp;biw=1280&amp;bih=911&amp;hl=de&amp;tbm=isch&amp;tbnid=p89cgNbNXthyWM:&amp;imgrefurl=http://www.cicero.de/autoren/sorge-petra&amp;docid=sjmTqmhIYXApqM&amp;imgurl=http://www.cicero.de/sites/default/files/styles/autor/public/portraet_sorge.jpg%253Fitok%253DMR9hALSY&amp;w=98&amp;h=139&amp;ei=3ygzUqqhH6Gu4ATMlYDQCA&amp;zoom=1&amp;iact=rc&amp;dur=262&amp;page=1&amp;tbnh=111&amp;tbnw=78&amp;start=0&amp;ndsp=37&amp;ved=1t:429,r:0,s:0,i:82&amp;tx=31&amp;ty=52" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petra Sorge</a>, Redakteurin Cicero Online<br />
&nbsp;<br />
Bild: Deutscher Bundestag/Arndt Oehmichen<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das NRW-Web-Wahl-Wochenende</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-nrw-web-wahl-wochenende-4869/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 15:50:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Krautscheid]]></category>
		<category><![CDATA[Phoenix]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlvision]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Sonntag, 9. Mai 2010, ist es soweit: In Nordrhein-Westfalen wird gewählt. Unser Service für Unschlüssige, Gelangweilte und Langschläfer: politik-digital.de zeigt, was am letzten Wochenende vor dem Urnengang im Web los ist.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag, 9. Mai 2010, ist es soweit: In Nordrhein-Westfalen wird gewählt. Unser Service für Unschlüssige, Gelangweilte und Langschläfer: politik-digital.de zeigt, was am letzten Wochenende vor dem Urnengang im Web los ist.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b>Wach auf, NRW!</b>
</p>
<p>
Wer sonntags so gar nicht gut aus den Federn kommt, kann sich von den Jusos mit heißem Kaffee wecken lassen. Einfach in der Facebook-Gruppe anmelden und die Genossen sorgen dafür, dass Sie die Wahl „<a href="http://www.facebook.com/Mitentscheiden?v=app_114977611861497" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht verpennen</a>“.
</p>
<p>
Die Grünen gehen einfach gar nicht erst ins Bett. Sie bleiben <a href="http://dreitagewach.gruene-nrw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drei Tage wach</a> und klären im Live-Stream letzte Fragen der Wähler. Wem das zu langweilig ist, kann sich bei ihnen die Zeit bis zur Wahl mit einem <a href="http://www.gruene-nrw.de/rette-unsere-kommunen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiel</a> vertreiben.
</p>
<p>
<a href="http://www.gruene-nrw.de/rette-unsere-kommunen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a>
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.gruene-nrw.de/rette-unsere-kommunen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Schwarz-Gelb_legt_die_Kommunen_trocken.jpg" alt="Schwarz-Gelb legt die Kommunen trocken" title="Schwarz-Gelb legt die Kommunen trocken" height="231" width="350" /><br />
</a>
</div>
<p><a href="http://www.gruene-nrw.de/rette-unsere-kommunen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Wem sozialdemokratisches Koffein <a href="/wahlwerbespots-nrw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Albträume</a> beschert, den ruft CDU-Generalsekretär Krautscheid derweil zum „<a href="http://www.nrw-fuer-ruettgers.de/nrw-fuer-ruettgers/163-andreas-krautscheid-zum-100-stunden-endspurt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">100-Stunden-Endspurt</a>“ auf. Der soll dann allerdings eher offline erfolgen.
</p>
<p>
Einen Überblick über alle Online-Aktivitäten von Parteien und Politikern bietet das Portal <a href="http://www.wahl.de/landtagswahl-nrw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahl.de</a>. Hier können unter anderem  auf einer Kartenapplikation die neuesten Twitteraktivitäten verfolgt werden.
</p>
<p>
<a href="http://widgets.wahl.compuccinocloud.com/wahl.de/vision/?land=Nordrhein-Westfalen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a>
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://widgets.wahl.compuccinocloud.com/wahl.de/vision/?land=Nordrhein-Westfalen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/wahlvision.jpg" alt="Wahlvision" title="Wahlvision" height="228" width="350" /><br />
</a>
</div>
<p><a href="http://widgets.wahl.compuccinocloud.com/wahl.de/vision/?land=Nordrhein-Westfalen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Die Macht der Blogger </b>
</p>
<p>
Im Vorfeld der Wahl sorgten zwei Blogs für Aufsehen, die einen Gegenpol zur angeblichen „<a href="http://ww.taz.de/1/politik/schwerpunkt-nrw/artikel/1/die-macht-der-blogger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hofberichterstattung</a>“ der Zeitungen an Rhein und Ruhr bieten: Die <a href="http://www.ruhrbarone.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ruhrbarone</a> und „<a href="http://www.wir-in-nrw-blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir in NRW</a>“, wo unter anderem Alfons Pieper, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), schreibt.
</p>
<p>
<b>Wen wähl ich bloß?</b>
</p>
<p>
Wer noch nicht weiß, wen er wählen soll, kann sich vom <a href="http://www5.wahl-o-mat.de/nrw2010/main_app.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat</a> der Bundeszentrale für politische Bildung beraten lassen. Das Ergebnis ist nicht bindend.
</p>
<p>
Taktische Wähler interessiert häufig auch, was andere mit ihrer Stimme vorhaben. Einen Überblick über die aktuellen Zahlen verschiedener Meinungsforschungsinstitute gibt es <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/nrw.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www5.wahl-o-mat.de/nrw2010/main_app.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Wahl-o-mat2_0.jpg" alt="Wahl-O-Mat" title="Wahl-O-Mat" height="242" width="246" /></a>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Live-Stream zur Wahl bei Phoenix</b>
</p>
<p>
Am Sonntagabend wird ZDF log in die „<a href="http://login.zdf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl im Web</a>“ verfolgen und erste Stimmen zum Ergebnis aus dem Web präsentieren. Auf dem Portal kann man sich auch noch einmal die Antworten ansehen, die Spitzenkandidaten der Parteien bei der Aktion „<a href="/NRW-politiker-im-studivz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erst fragen, dann antworten</a>“ gegeben haben.
</p>
<p>
Schon ab 16 Uhr bietet Phoenix einen <a href="http://www.phoenix.de/livestream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Stream</a> zur Wahl an. Ab 18 Uhr gibt es dort die Zahlen von ARD und ZDF.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW18)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kw18-4866/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2010 10:12:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein digitales Dilemma, sozialdemokratische Koffeinschübe und Dinge, die man über Facebook wissen sollte: Das alles und noch viel mehr in der aktuellen Linkliste.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein digitales Dilemma, sozialdemokratische Koffeinschübe und Dinge, die man über Facebook wissen sollte: Das alles und noch viel mehr in der aktuellen Linkliste.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.nrwjusos.de/meldungen/17528/84755/MITENTSCHEIDEN-ist-Pflicht.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jusos bringen Kaffee</a>
</p>
<p>
Die jungen Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen wollen, dass die Leute zur Wahl gehen – und bringen den Wählern deshalb am Wahltag den Kaffee an die Haustür. In der Facebook-Gruppe <a href="http://www.facebook.com/Mitentscheiden?v=app_114977611861497" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Mitentscheiden“</a> heißt es &quot;Nicht verpennen!&quot;. Wer sich anmeldet, wird am Sonntag mit heißem Kaffee geweckt.
</p>
<p>
<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4E641433C9B642D6B59E14503E4A4CDA~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drama, Baby, Drama!</a>
</p>
<p>
Im Web kann jeder seine Meinung öffentlich machen. Protegieren „Kommentarschwadronen“ den Mainstream? Harald Staun schreibt von Meinungsrandalierern und digitalen Nihilisten.
</p>
<p>
<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/internet-demokratie-edemocracy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Technik ändert sich. Die Menschen auch?</a>
</p>
<p>
Marc Hippler ist sich nicht sicher, ob das Internet sein demokratisches Potenzial wirklich erfüllen kann. Wird Brechts Radiotheorie Wirklichkeit oder  ist das politische Web 2.0 nur ein Tummelplatz für wenige Nerds und Weltverbesserer?
</p>
<p>
<a href="http://www.lto.de/de/html/nachrichten/385/Das-Recht-der-Schwaecheren-im-Internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sind Juristen im Internet wirklich Spielverderber? </a>
</p>
<p>
Das fragt Prof. Dr. Dirk Heckmann und stößt auf ein „digitales Dilemma“. Mit Blick auf die Enquête plädiert er für „Vertrauen statt Verbote“, wenn es um den Schutz von Persönlichkeitsrechten im Netz geht.
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32571/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Missbrauchsopfer gegen Netzsperren </a>
</p>
<p>
Der Opferschutzverein MOGiS wundert sich über die Netzsperrendiskussion in der EU. In Brüssel lässt man sich dadurch nicht beirren – und verteilt Gelder an Gleichgesinnte.
</p>
<p>
<a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/05/das-potemkinsche-wahl-web.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunikations-Placebos im Web-Wahlkampf</a>
</p>
<p>
Die Dialogfähigkeit von Jürgen Rüttgers im Web 2.0 entspricht der einer Parkuhr, konstatiert Mario Sixtus. Der Online-Wahlkampf in NRW biete statt echter Debatten nur Lobhudeleien auf Facebook-Pinnwänden: „Hier wird Demokratie noch nicht einmal mehr simuliert.“ 
</p>
<p>
<a href="http://www.eff.org/deeplinks/2010/05/things-you-need-know-about-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sechs Dinge, die man über Facebook wissen sollte</a>
</p>
<p>
Viel ist gesprochen und geschrieben worden über Facebook und den Datenschutz. Die Electronic Frontier Foundation erklärt „Facebook Connections“ und was sich dadurch für die User ändert.</p>
<p>
</p>
<p><a href="http://www.nrwjusos.de/meldungen/17528/84755/MITENTSCHEIDEN-ist-Pflicht.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Politik heißt nicht Bundestag mit Aktenkoffer&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/politik-heisst-nicht-bundestag-mit-aktenkoffer-4809/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:25:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war das Gipfeltreffen der Jugend-Chefs von SPD und FDP: Die Vorsitzenden der Jungsozialisten und der Jungen Liberalen, Franziska Drohsel und Johannes Vogel, diskutierten im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de über Politik für junge Menschen, Kopfpauschale, Mindestlöhne und Außenminister Westerwelle.
<p>
&#160;
</p>
<center><a href="http://www.tagesschau.de/videochat132.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/chat_Drohsel_Vogel.jpg" alt="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" title="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" align="middle" height="185" width="331" /></a></center><center> </center>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war das Gipfeltreffen der Jugend-Chefs von SPD und FDP: Die Vorsitzenden der Jungsozialisten und der Jungen Liberalen, Franziska Drohsel und Johannes Vogel, diskutierten im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de über Politik für junge Menschen, Kopfpauschale, Mindestlöhne und Außenminister Westerwelle.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><a href="http://www.tagesschau.de/videochat132.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/chat_Drohsel_Vogel.jpg" alt="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" title="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" align="middle" height="185" width="331" /></a></center><center> </center></p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich rate Kurt Beck, seine Äußerungen nicht zu wiederholen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_rate_kurt_beck_seine_aeusserungen_nicht_zu_wiederholenquot-138/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jun 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Böhning]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialleistung]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauchsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Freitag, 9. Juni, war Björn Böhning, 
Vorsitzender der JuSos, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in 
Kooperation mit politik-digital.de. Er stellte sich den Fragen zur 
Rolle der Jusos in der SPD, Studiengebühren und den Äußerungen 
Kurt Becks zum Hartz 4-Missbrauch.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Freitag, 9. Juni, war Björn Böhning,<br />
Vorsitzender der JuSos, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in<br />
Kooperation mit politik-digital.de. Er stellte sich den Fragen zur<br />
Rolle der Jusos in der SPD, Studiengebühren und den Äußerungen<br />
Kurt Becks zum Hartz 4-Missbrauch.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe Chatter, heute<br />
ist der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Björn Böhning,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Wie es sich für einen Juso<br />
gehört, hält er mit Kritik an der SPD nicht hinter dem<br />
Berg. Alle Fragen sind willkommen, wir sammeln und ordnen dann.<br />
Herr Böhning, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Björn Böhning:</b></b> Ja, gerne.
</p>
<p>
<b>Pille90: </b>Herr Böhning, ich bin 16 Jahre alt<br />
und habe schon selber an einer Veranstaltung der Jusos teilgenommen.<br />
Dabei fiel mir auf, dass nur wenige Mitglieder in meinem Alter bei<br />
den Jusos sind. Dies entmutigte mich, weiter mitzumachen. Spiegelt<br />
dies auch die Bundessituation der Jusos wieder?
</p>
<p>
<b><b>Björn Böhning:</b></b> Ganz im Gegenteil. Die<br />
Jusos haben im letzten Jahr über 11.000 neue Mitglieder gewonnen.<br />
Damit sind wir erstmals seit den 70er Jahren in absoluten Zahlen<br />
mehr geworden. Unter den neuen Mitgliedern sind vor allem Jüngere<br />
zwischen 16 und 22 Jahren.
</p>
<p>
<b>Simon_Haber:</b> Wie ist der Altersdurchschnitt der<br />
Jusos?
</p>
<p>
<b><b>Björn Böhning:</b></b> Der Altersdurchschnitt<br />
der Aktiven liegt zwischen 16 und 21 Jahren und der Altersdurchschnitt<br />
insgesamt wird bei Ende 20 liegen.
</p>
<p>
<b><b>Björn Böhning:</b></b> Es gibt kein einziges<br />
durchgerechnetes oder wirklich zur Verfügung stehendes Kreditprogramm.<br />
Gleichzeitig ist es so, dass natürlich nur ärmere Studierende<br />
auf solche Kreditangebote zurückgreifen müssten und andere<br />
sich die Kredite sparen können. Es kann nicht sein, dass mit<br />
einem Studium bereits ein Schuldenberg für den weiteren Lebenslauf<br />
aufgebaut wird. Auch diese Maßnahme würde einem Großteil<br />
der jungen Menschen den Zugang zur Hochschule abspenstig machen.
</p>
<p>
<b>sirius:</b> Wieso gegen Studiengebühren, wenn<br />
Studienkonten okay waren?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die Jusos treten auch gegen andere Formen<br />
von Studiengebühren wie Studienkonten oder Einschreibegebühren<br />
ein. Grundsätzlich aber ist mir ein gebührenfreies Erststudium<br />
sympathischer als die Studiengebührenforderung der Union.
</p>
<p>
<b>Philipp Stroehle:</b> Würden die Jusos Hochschulgebühren<br />
akzeptieren, wenn sie direkt in die Hochschulen einfließen<br />
und einen Betrag von 300 Euro pro Semester nicht überschreiten<br />
würden? Ausbildungen können auch richtig Geld kosten.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ausbildung und Bildung kosten immer Geld<br />
und sollten von der gesamten Gesellschaft getragen werden. Wenn<br />
Deutschland eine Chance in Europa haben möchte, muss es ein<br />
hochleistungsfähiges Bildungssystem haben. Das bedeutet auch,<br />
wir brauchen mehr und nicht weniger Akademiker. Alle Erfahrungen<br />
mit Studiengebühren zeigen uns, dass es bei z.B. 300 Euro nicht<br />
bleiben würde, sondern die Studiengebühren in den Jahren<br />
massiv ansteigen. Dazu kommt, dass natürlich der Staat seine<br />
Mittel für das Hochschulsystem zurückfahren würde<br />
und damit Studiengebühren zu einer unsozialen Milchmädchenrechnung<br />
verkommen.
</p>
<p>
<b>Craim:</b> Wie sollen aber die Universitäten<br />
finanziert werden bzw. die Forschung?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir brauchen in der Tat massiv zusätzliche<br />
Mittel im Bildungssystem. In den nächsten Jahren müssten<br />
wir durchsetzen, dass etwa sechs bis sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes<br />
der Bildung und Forschung zugute kommen. Das lässt sich nicht<br />
aus der Portokasse bezahlen, dazu brauchen wir zusätzliche<br />
Steuermittel. Ich plädiere stark für eine drastische Erhöhung<br />
der Erbschaftssteuer, damit alle junge Menschen vom zukünftig<br />
vererbten Vermögen profitieren.
</p>
<p>
<b>Riedel:</b> Dann müssten Kindergartenplätze<br />
auch von der gesamten Gesellschaft getragen werden, da dort die<br />
Ausbildung der Kleinen bereits beginnt.
</p>
<p>
<b>palimpalim:</b> Sind Sie dann auch für kostenlose<br />
Kindergärten?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die Jusos plädieren stark für<br />
kostenfreie Kindergartenplätze. Da sind jetzt die Kommunen<br />
und die Länder in der Verantwortung, Kindergärten kostenfrei<br />
zu gestalten. Hier gehen sowohl Klaus Wowereit in Berlin als auch<br />
Kurt Beck in Rheinland-Pfalz mit gutem Beispiel voran. Der neue<br />
SPD-Chef hat sogar angekündigt, in den nächsten Jahren<br />
in seinem Land den kostenfreien Zugang zu Kindergärten für<br />
alle zu ermöglichen. Das ist aber nur ein Schritt hin zu einer<br />
Vorschule ab dem vierten Lebensjahr, in dem alle Kinder sowohl Betreuungs-<br />
als auch Bildungsangebote spielerisch erhalten. Das würde nicht<br />
nur bildungspolitisch Sinn machen, sondern wäre auch ein wichtiger<br />
Beitrag zur Integration von Migrantinnen und Migranten.
</p>
<p>
<b>Kuntze1:</b> Was halten Sie von dem Fondsmodell, das<br />
die Arbeitsgruppe Gesundheit derzeit diskutiert?
</p>
<p>
<b><b>Björn Böhning:</b></b> Das Fondsmodell ist bisher<br />
hinreichend unkonkret geblieben. Grundsätzlich kann ich mir<br />
einen Fond, in den die privaten Krankenversicherungen ebenfalls<br />
einzahlen, gut vorstellen. Das Fondsmodell à la Kauder allerdings<br />
sieht das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge sowie eine kleine<br />
Kopfpauschale vor. Letztere würde dafür sorgen, dass die<br />
großen Kassen, die einen Großteil der Patienten versichern,<br />
hohe Kopfpauschalen von ihren Versicherten nehmen müssen. Damit<br />
würden die Ersatzkassen und die AOK vor einer strukturellen<br />
Krise stehen und die vielen auch sozial schwächeren Versicherten<br />
ständen plötzlich ohne jegliche gesundheitliche Betreuung<br />
da. Wir lehnen daher das Fondsmodell in dieser Form ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kann es sein, dass die SPD heimlich<br />
still und leise und im Schutze der WM nachgibt und sich auf das<br />
Kauder-Modell einlässt, um später womöglich beim<br />
Kündigungsschutz zu punkten?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich habe auch die Befürchtung, dass<br />
die SPD in der Gesundheitspolitik einer Reduzierung der Solidarität<br />
im System Vorschub leistet. Es kommt jetzt für uns darauf an,<br />
dass unser Modell der solidarischen Bürgerversicherung stärker<br />
in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Wir wissen, dass die<br />
übergroße Mehrheit der Bevölkerung Kopfpauschalen<br />
ablehnt. Diese Mehrheit müssen wir für eine fortschrittliche<br />
Gesundheitspolitik mobilisieren.
</p>
<p>
<b>palimpalim:</b> Wie wollen Sie denn eigentlich Einfluss<br />
auf die Entscheidungen der Koalition nehmen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir sind im ständigen Kontakt mit<br />
der SPD-Bundestagsfraktion und auch den sozialdemokratischen Ministern.<br />
Hier werben wir stark für unsere Positionen. Wir Jusos stellen<br />
dazu mittlerweile 20 Prozent der Delegierten auf Bundesparteitagen,<br />
was unsere Stellung innerhalb der SPD enorm verstärkt. Gleichzeitig<br />
werden wir über die Öffentlichkeit und auch mit Bündnispartnern,<br />
wie den Gewerkschaften, die SPD dazu drängen, dass sie es nicht<br />
zulässt, dass das Gesundheitssystem zerschlagen wird.
</p>
<p>
<b>Tarja:</b> Hallo Björn. Die Jusos treten ja gelegentlich<br />
in offene Opposition zur SPD. Glaubst du, dass die Jusos tatsächlich<br />
Einfluss auf die Politik der Mutterpartei nehmen können? Konkret:<br />
Glaubst du, die SPD wird jemals wieder für ArbeitnehmerInnen<br />
und sozial Ausgegrenzte eintreten?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Dafür setze ich mich ein und die<br />
stark ansteigenden Mitgliedszahlen bei den Jusos zeigen, dass unsere<br />
Positionen wieder attraktiver werden. Z.B. sind wir beim Thema &quot;Generation<br />
Praktikum&quot;, also jungen Leuten, die sich von Praktikum zu Praktikum<br />
ohne jegliche Bezahlung hangeln, mit der SPD-Fraktion und dem Arbeitsminister<br />
Franz Müntefering in einem intensiven Dialog. Wir setzen uns<br />
dafür ein, dass junge Praktikanten endlich mehr Rechte und<br />
sozialen Schutz bekommen und finden für unsere Forderungen<br />
bei beiden sehr offene Ohren.
</p>
<p>
<b>PolitBürger:</b> Herr Böhning, Herr Beck<br />
hat meines Erachtens eine unsinnige Debatte angestoßen: Ist<br />
es anstößig, ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Existenzsicherung<br />
geltend zu machen? Wenn dies der Fall wäre, dann müsste<br />
es bereits anstößig sein, derartige Gesetze zu machen.<br />
Zumal kein einziger Politiker im Bundestag existenzielle Probleme<br />
haben dürfte. Was meinen Sie?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich denke auch, dass jegliche Debatten<br />
über angebliche Sozialschmarotzer sofort eingestellt werden<br />
müssen. Es kann nicht sein, dass wegen einiger schwarzer Schafe,<br />
die es überall gibt, die Arbeitslosen pauschal verunglimpft<br />
werden. Auch kann es nicht sein, dass die Arbeitslosen jetzt für<br />
handwerkliche Fehler der Politik büßen sollen. Wir wollen<br />
eine soziale Existenzsicherung für alle und dann muss man auch<br />
akzeptieren, wenn Menschen diese in Anspruch nehmen. Ich begrüße<br />
es sehr, dass Kurt Beck seine Äußerungen vom gestrigen<br />
Tage heute bereits deutlich entschärft hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hat Kurt Beck sich da schon zum ersten<br />
Mal in die Nesseln gesetzt, als Parteivorsitzender?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Leider ist es so, dass<br />
Missbrauchsdebatten eine politische Konjunktur haben. Immer dann,<br />
wenn den Schwächsten der Gesellschaft Transfermittel gekürzt<br />
werden sollen, kommt eine populistische Diskussion gegen Ausgegrenzte<br />
hoch. Ich rate Kurt Beck, seine Äußerungen nicht zu wiederholen,<br />
bin aber schon der Meinung, dass sein Hinweis darauf, dass die Wohlhabenden<br />
in der Gesellschaft auch ihren Beitrag zur Finanzierung des Staates<br />
leisten müssen, sehr richtig ist.
</p>
<p>
<b>Philipp Stroehle:</b> Kann man mit den Bürgern<br />
auf Kuschelkurs gehen, wenn die Realität sagt, dass eines der<br />
besten Sozialsysteme nicht mehr refinanziert ist? Da gehören<br />
Fakten auf den Tisch, denen Aktionen folgen müssen. Ob es schmeckt<br />
oder nicht.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Fakt ist, dass unsere Sozialsysteme intakt<br />
sind, allerdings wir auch Reformbedarf haben. Im Gesundheitssystem<br />
z.B. sind die Ausgaben der GKV in den letzten 30 Jahren, gemessen<br />
am Bruttoinlandsprodukt, nicht gestiegen. Wir wissen allerdings<br />
auch, dass wir massive Strukturreserven im System haben müssen.<br />
Z.B. ist es mir nicht einsichtig, warum die Patienten immer zusätzliche<br />
Lasten tragen müssen, Apotheker oder Pharmahersteller weiterhin<br />
ihre Scheininnovationen bei Medikamenten für teures Geld verkaufen<br />
dürfen. Hier ist eine Reform angezeigt. Die Behauptung, die<br />
Sozialsysteme seien alle nicht mehr finanzierbar, trifft aber nicht<br />
zu.
</p>
<p>
<b>Klassensprecher:</b> Sie klingen ein bisschen wie<br />
ihr ehemaliger Parteikollege Oskar Lafontaine. Alles wollen, aber<br />
ohne Verantwortung übernehmen zu können bzw. realisierbare<br />
Vorschläge zu machen. Glauben Sie, dass das bei der jungen<br />
Bevölkerung noch zieht?
</p>
<p>
<b>palimpalim:</b> Sie lehnen ja vieles ab. Mir fehlen<br />
da ein wenig die schlüssigen und realistischen Konzepte als<br />
Antwort auf die Ablehnung!
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich setze mich in der Bildungspolitik<br />
sehr stark für ein längeres gemeinsames Lernen bis Klasse<br />
zehn ein. Alle internationalen Erfahrungen zeigen, dass ein solches<br />
Schulsystem erfolgreicher und chancengleicher ist. Im Gesundheitssystem<br />
schlage ich statt einer Entsolidarisierung eine stärkere Steuerfinanzierung<br />
und ein sinnvollen Qualitätswettbewerb. Drittens plädieren<br />
die Jusos in der Arbeitsmarktpolitik für einen gesetzlichen<br />
Mindestlohn, damit man von Arbeit wieder leben kann. Alle diese<br />
Vorschläge sind auch in der großen Koalition realisierbar<br />
und mit Oskar Lafontaine hatten die Jusos schon in seiner Zeit als<br />
SPD-Vorsitzender nichts zu tun.
</p>
<p>
<b>uta65:</b> Intakt? Dann machen wir uns also nur mal<br />
wieder zu viele Sorgen?
</p>
<p>
<b>Chris82:</b> Aber die Beitragszahler werden doch immer<br />
weniger. Wie kann man da von einem intakten System sprechen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> In der Tat sind viele pauschale Vorwürfe<br />
an die Sozialsysteme der Versuch, diese abzuschaffen. Aber es gibt<br />
natürlich auch Reformbedarf. Weil wir immer weniger Beitragszahler<br />
haben, brauchen wir einen neuen Finanzierungsmix in den sozialen<br />
Sicherungssystemen. Das bedeutet: Wir müssen Kapitaleinkünfte,<br />
die einen immer größeren Stellenwert bei den Einkünften<br />
der Menschen bekommen, über Steuern oder Beiträge in die<br />
Finanzierung des Sozialstaates einbeziehen. Das wäre nur logisch.
</p>
<p>
<b>benji:</b> Es geht darum, eigene Finanzierungsvorschläge<br />
für den Umbau der Sozialsysteme zu machen. Fällt den Jusos<br />
da mehr ein als immer nur die vom Verfassungsgericht für gesetzeswidrig<br />
erklärte Vermögensteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass<br />
wir einen neuen Finanzierungsmix brauchen. Ich halte z.B. den Vorschlag,<br />
einen Gesundheitssoli einzuführen, um die Kinderversicherung<br />
zu bezahlen, für sinnvoll. Gleichzeitig ist es mir überhaupt<br />
nicht einsichtig, warum man in Deutschland für eine CD Mehrwertsteuer<br />
bezahlt, aber jemand, der auf Börsen Finanzen transferiert,<br />
nicht einen Cent zahlen muss. Wenn wir die Globalisierung wirklich<br />
ernst nehmen, brauchen wir auch neue internationale Steuern. Deshalb<br />
treten die Jusos für eine Börsenumsatzsteuer ein.
</p>
<p>
<b>George2:</b> Was halten Sie von einem bedingungslosen<br />
Grundeinkommen, das armutsfest ist und jedem ohne Bedarfsprüfung<br />
zusteht?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das halte ich für eine linksutopische<br />
Illusion. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre weder finanzierbar<br />
noch politisch sinnvoll. Es wäre nichts anderes als eine Alimentierung<br />
des Nichtstuns und ein Abschreiben der Arbeitslosen in ihrer Situation.<br />
Ein Sozialsystem muss immer auf die Erwerbsverhältnisse zugeschnitten<br />
sein und sollte sich nicht von der Realität abkoppeln.
</p>
<p>
<b>BlubberBlaBla:</b> Eine Börsensteuer wäre<br />
auch nur europaweit interessant. Die Möglichkeit für Schlupflöcher<br />
würde man so in den Griff bekommen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das ist richtig. Wir brauchen endlich<br />
einen europäischen Rahmen für die Steuerpolitik. Ich fordere<br />
von der Bundesregierung ein, dass sie im nächsten Jahr, wenn<br />
sie die EU-Ratspräsidentschaft innehat, endlich konsequente<br />
Schritte für europäische Mindeststeuersätze und eine<br />
europäische Börsenumsatzsteuer unternimmt. Das würde<br />
uns als stärkste Wirtschaftsmacht in Europa gut zu Gesicht<br />
stehen.
</p>
<p>
<b>knutaux:</b> Ist es nicht auch so. dass die Kosten<br />
für Hartz IV systematisch unterschätzt wurden, um jetzt<br />
eine Missbrauchsdebatte anzetteln zu können?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das halte ich für zu verschwörungstheoretisch.<br />
Richtig ist aber, dass Hartz IV die wirkliche Armut in Deutschland<br />
konsequent offen gelegt hat. Wer sich darüber heute beschwert,<br />
hat entweder früher die Realität nicht zur Kenntnis genommen<br />
oder will nun aus Hartz IV ein Murks-ALG II machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gesundheitsreform, Pflegereform, Kündigungsschutz,<br />
Reform der Hartz-Reformen &#8211; gefährliche Klippen für die<br />
große Koalition. Wie sehen Sie deren Zukunft? Wann fliegt<br />
der Laden auseinander? Wie weit kann sich die SPD verbiegen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die Zeit unter rot-grün mit der Agenda<br />
2010 hat gezeigt, dass die SPD viele derlei Sargnägel nicht<br />
mehr verträgt. Neuerliche Massenaustritte oder weitere verheerende<br />
Wahlniederlagen stellen die SPD vor eine Existenzkrise. Gerade deshalb<br />
muss sie in der großen Koalition ein klares sozialdemokratisches<br />
Profil zeigen. Wichtig ist, dass wir den Niedriglohnsektor endlich<br />
ordnen und existenzsichernde Löhne in Deutschland durchsetzen<br />
und dass wir den Mut haben, nicht nur mittlere und niedrige Einkommen<br />
zu belasten, sondern auch hohe. Ich finde den Weg, der jetzt bei<br />
der Erbschaftssteuer eingeschlagen wird, nämlich Steuererlasse<br />
nur zu gewähren, wenn auch wirklich Arbeitsplätze gesichert<br />
oder geschaffen werden, für richtig. Hier zeigt sich die Doppelmoral<br />
der Union. Sie will Unternehmen nur entlasten, damit ihre Gewinne<br />
steigen. Das ist nicht unser Weg.
</p>
<p>
<b>borowski:</b> Wer wird Weltmeister?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Deutschland wird Weltmeister. Wir werden<br />
Brasilien im Finale schlagen. Das geht aber nur, wenn Franz Beckenbauer,<br />
besser bekannt unter &quot;der Kaiser&quot;, dem Bundestrainer und<br />
der Nationalmannschaft endlich nicht mehr öffentlich in den<br />
Rücken fällt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Herzlichen Dank an alle, die sich beteiligt haben. Wer heute mit<br />
seiner Frage nicht durchgekommen ist, möge es uns nachsehen.<br />
Besonderen Dank an unseren Gast, Björn Böhning, der sich<br />
Zeit für uns genommen hat. Unser nächster Chatgast wird<br />
am 26. Juni ab 14 Uhr Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD)<br />
sein.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Vielen Dank auch. Und<br />
ich wünsche uns allen ein gutes Fußballspiel heute Abend.<br />
Deutschland gewinnt 3:0.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Was sind die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/was_sind_die_prinzipien_der_sozialen_marktwirtschaft-169/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Union]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Mißfelder]]></category>
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		<category><![CDATA[Generationengerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Björn Böhning, Vorsitzender 
der Jusos, und Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen 
Union, waren am 13. September zu Gast im Live-Duellchat der Bundeszentrale 
für politische Bildung. Es entzündete sich eine kontroverse 
Debatte über die Zukunft der Sozialsysteme, das Thema Generationengerechtigkeit 
und die Bildungspolitik.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Björn Böhning, Vorsitzender<br />
der Jusos, und Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen<br />
Union, waren am 13. September zu Gast im Live-Duellchat der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung. Es entzündete sich eine kontroverse<br />
Debatte über die Zukunft der Sozialsysteme, das Thema Generationengerechtigkeit<br />
und die Bildungspolitik.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
herzlich Willkommen im zweiten Live-Duellchat der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung. Gestern waren Nike Wessel, Grüne<br />
Jugend, und Johannes Vogel, Junge Liberale, zu Gast. Heute chatten<br />
wir mit den Vorsitzenden von Junger Union und den Jusos, Philipp<br />
Mißfelder und Björn Böhning. Im oberen Feld werden<br />
die beiden Politiker befragt, in dem unteren Feld werden die Fragen<br />
und Kommentare der Chatterinnen und Chatter abgebildet. Wir freuen<br />
uns auf Ihre Kommentare und Fragen, die Sie gerne an die beiden<br />
Duellanten richten können. Herzlich Willkommen Herr Mißfelder<br />
(in Recklinghausen) und Herr Böhning (in Berlin)! Können<br />
wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ja, gerne.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder</b>: Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, Herr Böhning, eine Frage<br />
vorab: Haben Sie sich schon einmal durch den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale<br />
für politisch Bildung geklickt (www.wahl-o-mat.de), mit dem<br />
man anhand von einigen Fragen seine Parteipräferenz überprüfen<br />
kann? Und damit verknüpft die Frage: Was kam denn raus, bei<br />
Ihnen? Die Mutterpartei?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein, werde ich aber<br />
im Anschluss an Chat machen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Nein, habe ich auch noch<br />
nicht gemacht, aber ich werde es nachholen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das könnte ja überraschende Antworten generieren:<br />
Jugendorganisationen von Parteien sind ja im besten Falle so etwas<br />
wie die Brutstätte für Reformen der Mutterpartei. Dabei<br />
weichen gerade Jugendorganisationen eben auch immer wieder von der<br />
Parteilinie ab. Herr Böhning, Herr Mißfelder, wie zukunftsfähig<br />
sind ihre eigenen Parteien? Herr Böhning, machen Sie den Anfang?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Na, in der Tat haben<br />
wir eine ganze Menge Kritik auch an der Bundesregierung geübt.<br />
Wir sehen aber, dass unsere Kritik Folgen gehabt hat und im Wahlmanifest<br />
der SPD jetzt die wichtigsten Zukunftsthemen angesprochen sind.<br />
Das ist erstens die Bildungspolitik, die wir stärker fördern<br />
wollen, auch finanziell, und das ist zweitens die Vereinbarkeit<br />
von Familie und Beruf, die wir durch das Elterngeld sicher stellen<br />
wollen. Das ist zukunftsfähige Politik.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kritik gehört dazu.<br />
Wir haben die Pflicht als Jugendorganisation die Interessen der<br />
jungen Generation zu vertreten. Das weicht sehr häufig von<br />
den offiziellen Stellungnahmen von der Partei ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo sind denn bei CDU und SPD die größten<br />
Konfliktlinien zwischen Jugendorganisation und Mutterpartei?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sicherlich bei der Frage<br />
der Generationengerechtigkeit. Zwar haben wir in den vergangenen<br />
Jahren sehr viel durchsetzen können, aber die Jugend ist in<br />
Deutschland vollkommen unterrepräsentiert, wenn es um deren<br />
Interessenvertretung geht.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Insbesondere bei der<br />
Bildungspolitik und bei der Frage der Gerechtigkeit, wo wir weitergehende<br />
Vorstellungen haben. Wir haben uns z.B. dafür eingesetzt, dass<br />
die Erbschaftssteuer erhöht wird, um dieses Geld direkt an<br />
die Schulen zu geben. Da haben wir uns bis jetzt noch nicht durchsetzen<br />
können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo sind denn aus Ihrer Sicht die größten<br />
Unterschiede zwischen den beiden Jugendorganisationen, denen sie<br />
vorstehen? In welchen Bereichen hat der jeweils andere (also Herr<br />
Mißfelder zur SPD, Herr Böhning zur CDU?) denn keine<br />
ausreichende Programmatik vorzuweisen? Vielleicht zunächst<br />
nur in Stichworten, wir gehen dann in der Folge auf einzelne Bereiche<br />
ein.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Bei der Zukunft der Wehrpflicht<br />
und auch in der Bildungspolitik.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Der größte<br />
Unterschied ist, dass wir der Meinung sind, dass Schuldenmachen<br />
nichts mit Generationengerechtigkeit zu tun.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stichwort Generationengerechtigkeit möchte ich<br />
aufgreifen: Die Sozialsysteme müssen reformiert werden, das<br />
ist wohl unbestritten. Was sagen Sie Vertretern Ihrer Generation,<br />
die von Ihnen fordern, für mehr Generationengerechtigkeit zu<br />
sorgen &#8211; z.B. beim Thema Rente? Hat das Umlagefinanzierte System<br />
ausgedient? Kann man jungen Menschen zumuten, in die Staatskasse<br />
einzuzahlen und gleichzeitig privat vorzusorgen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es wird eine Doppelbelastung<br />
der jungen Generation geben, nämlich erstens dass die junge<br />
Generation das marode Rentensystem weiter finanzieren muss und zweitens<br />
Eigenvorsorge betreiben muss.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Diese Doppelbelastung<br />
gibt es nur, wenn wir neben dem umlagefinanzierten System auch eine<br />
Privatversicherung aufbauen. Das ist nicht sinnvoll. Deshalb brauchen<br />
wir auch zukünftig die bestehenden 3 Säulen, Umlage, Steuern<br />
und Riester-Rente. Das ist zukunftsfähig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, sehen Sie das auch so?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Die Beiträge bleiben<br />
auch in den nächsten Jahren leider auf einem sehr hohem Niveau<br />
und wir wissen bereits heute, dass demgegenüber eine geringere<br />
Gegenleistung gegenüber stehen wird. Deshalb müssen wir<br />
der jungen Generation bereits heute sagen, dass sie sich nicht mehr<br />
allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was für einen Stellenwert sollen in Zukunft private<br />
Vorsorgen einnehmen, Herr Böhning? Die Doppelbelastung ist<br />
ja schon längst da. Viele junge Menschen empfinden das System<br />
als subjektiv ungerecht, Herr Böhning &#8211; waren die Reformen<br />
nicht ausreichend?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die privater Vorsorge<br />
wird weitere eine starke Säule bleiben. Wir stellen uns aber<br />
gegen eine Umstellung der Rente auf ein kaptialgedecktes System,<br />
wie z.B. Kirchhof das will. Ziel einer modernen Rentenpolitik muss<br />
es sein, dass die neuen Lebens- und Erwerbsläufe junger Menschen<br />
auch in der Rentenberechnung Berücksichtigung finden. Das heißt,<br />
wir müssen Auszeiten und Weiterbildungszeiten in der Rente<br />
anrechnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stichwort Herr Kirchhof, Herr Mißfelder: Ist sein<br />
Steuersystem aus Ihrer Sicht ein Beitrag zur &quot;Generationengerechtigkeit&quot;?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kapitaldeckung und Eigenvorsorge<br />
werden zukünftig die wichtigere Säule der Rentenversicherung<br />
sein. Die Umlage kann in Zukunft aufgrund der demographischen Situation<br />
in unserem Land in einigen Jahrzehnten nur noch ein Existenzminimum<br />
leisten.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das sehe ich anders.<br />
Es ist vielmehr so, dass wir heute die 3 Säulen der Rente stärken<br />
müssen. Die demographische Situation ist erstens abhängig<br />
von der Gestaltung der Einwanderung und einer modernen Familienpolitik.<br />
Diese zu verändern, ist weitaus sinnvoller, als die Rente zu<br />
privatisieren. Wir haben in den USA gesehen, welche negativen Auswirkungen<br />
ein privates Rentenversicherungssystem hat. Dort stehen nach einigen<br />
Firmenpleiten Millionen von Rentnerinnen und Rentnern ohne Einkommen<br />
da.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, hier schwingt der Vorwurf mit,<br />
dass die CDU kaltherzigen Kapitalismus bis ins hohe Alter organisieren<br />
will. Kann man das so stehen lassen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Einwanderungspolitik<br />
ist auf gar keinen Fall die Lösung. Der Kapitalismus ist nicht<br />
kaltherzig, gerade weil die CDU für die Prinzipien der sozialen<br />
Marktwirtschaft eintritt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Von den Prinzipien der<br />
sozialen Marktwirtschaft hat sich die Union spätestens mit<br />
Kirchhof und Merkel verabschiedet. Davon zeugt zum Beispiel die<br />
ungerechte Kopfpauschale, die Reiche massiv entlasten soll und Arbeitnehmerinnen<br />
und Arbeitnehmer belastet.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Das ist doch einfach<br />
pures Wahlkampfgetöse. Wir brauchen wieder mehr Rückbesinnung<br />
auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, indem wir überhaupt<br />
Wettbewerb, Eigenverantwortung und Subsidiarität wieder zulassen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Es ist interessant, dass<br />
Herr Mißfelder es als pures Wahlkampfgetöse bezeichnet,<br />
wenn über die Unterschiede zwischen der Bürgerversicherung<br />
und der Kopfpauschale gesprochen wird. Das werden diejenigen anders<br />
sehen, die von dieser Unionspolitik betroffen wären.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zur Generationengerechtigkeit, dann kommen<br />
wir zum Thema Bildung. Wie kann den Generationengerechtigkeit im<br />
Sozialbereich aussehen? Indem alten Menschen nicht mehr jedes neue<br />
Hüftgelenk bezahlt wird, wie Sie, Herr Mißfelder, einmal<br />
überspitzt formulierten?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sie verkürzen unzulässigerweise<br />
die Diskussion von vor zwei Jahren. Es geht um Generationengerechtigkeit<br />
und die Chancen gerade auch zukünftiger Generationen um Teilhabe<br />
am gesellschaftlichen Wohlstand in allen Lebensbereichen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich bin der Meinung,<br />
dass solche Vergleiche unserer Generation schaden und unsozial sind.<br />
Aus meiner Sicht ist mit dem Thema Generationengerechtigkeit vor<br />
allem die Schaffung von Bildungschancen junger Menschen verbunden<br />
und nicht Sozialabbau.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gleichzeitig, Herr Böhning, hat die SPD keine wirklichen<br />
Alternativen in 7 Jahren Regierungsverantwortung erarbeitet, oder?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning: </b>Das stimmt nicht. Wir<br />
haben die Arbeitslosenversicherung erneuert und eine aktive Arbeitsmarktpolitik<br />
durchgesetzt. Wir haben mehr in Bildung investiert durch das Ganztagesschulprogramm<br />
und die massive Ausweitung des Bafögs und wir haben für<br />
die Ausbildungschancen junger Menschen gesorgt, indem wir die Jugendarbeitslosigkeit<br />
reduziert haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, bietet die CDU da mehr an?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Rot-grün hat in<br />
den vergangenen Jahren so gut wie nichts erreicht. Die Arbeitslosigkeit<br />
ist gestiegen, die Rentenkasse ist pleite, die Pflegeversicherung<br />
kollabiert. Bei den Bildungschancen stimme ich Björn absolut<br />
zu. In Zukunft muss Bildung und Familie eines der Hauptfelder der<br />
politischen Tagesordnung sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Bildung: Gemeinsam argumentieren sie, dass hier<br />
weitaus mehr getan werden muss, als bislang. Aber wenn die CDU sich<br />
für Studiengebührten ausspricht, schreit die SPD; wenn<br />
die Regierung Ganztagsschulen mit mehreren Milliarden fördert,<br />
ist die Resonanz der CDU verhalten. Fangen wir mit den Ganztagsschulen<br />
an: Herr Mißfelder, ist es nicht richtig, viel Geld in eine<br />
Reform des Schulwesens zu stecken?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ganztagsschulen sind<br />
sehr wichtig um jungen Paaren die Möglichkeit zu geben Beruf<br />
und Familie miteinander zu vereinbaren. Deshalb sind wir als JU<br />
nicht dagegen, sondern dafür. Wir wollen allerdings auch, dass<br />
insgesamt mehr Geld für Bildung investiert wird und deshalb<br />
sprechen wir uns für Studiengebühren aus, weil dies die<br />
einzige Möglichkeit ist momentan, um weiteres Geld für<br />
die Universitäten zu bekommen. Der Staat ist bankrott und weitere<br />
Schuldenmachen wäre unverantwortlich, deshalb müssen die<br />
Studenten sich stärker an den Kosten mit beteiligen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir brauchen mehr Ganztagesschulen<br />
in Deutschland und das haben wir mit vier Milliarden Euro gefördert.<br />
Mir ist es lieber, dass schnell etwas für mehr Ganztagsschulen<br />
getan wird als über Länderkompetenz zu streiten. Es zeigt<br />
sich heute, dass die Unionsländer, insbesondere Kochs Hessen,<br />
die Mittel für den Bau von Ganztagsschulen in nur geringem<br />
Maße abfragen und damit die Strategie der Vereinbarkeit von<br />
Familie und Beruf konterkariert wird. Bei allen Unterschieden zwischen<br />
Mutterpartei und Jugendorganisation verschärft die Union mit<br />
ihrer rückständigen Familienpolitik die schwierige Situation<br />
vieler Mütter und Väter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also ein &quot;Boykott&quot; einer an sich richtigen<br />
Reform, Herr Mißfelder?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kein Boykott, sondern<br />
zielsichere Förderung. Wir dürfen das Geld nicht zum Fenster<br />
rausschmeißen, sondern müssen Projekte fördern,<br />
die tatsächlich eine Chance auf Erfolg haben. Reine Verwahranstalten<br />
für Kinder lehnen wir ab. Wir wollen dass Bildungsinhalte auch<br />
in Ganztagsangebote integriert werden und dort geht es eben nicht<br />
nur um den Bau von Schulgebäuden, sondern ganz klar um den<br />
Inhalt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir fördern die<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schaffen Bildungschancen<br />
und Herr Mißfelder nennt das Verwahranstalten. Das lasse ich<br />
mir auf der Zunge zergehen. Aber jenseits der Rhetorik brauchen<br />
wir in der Tat bildungspolitische Programme für die Ganztagsschulen,<br />
da sind die Länder in der Pflicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind denn die föderalen Strukturen eine Chance<br />
oder ein Hindernis für eine groß angelegte Bildungsreform?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein. Auch zukünftig<br />
ist Bildungspolitik Ländersache und dort wo die Union regiert<br />
sieht man, dass die Ergebnis weitaus besser sind als bei rot-grün<br />
regierten Ländern z.B. Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Bayern ist im internationalen<br />
Vergleich auch nur hintere Mittelklasse im Vergleich z.B. mit den<br />
skandinavischen Ländern. Auch hier gilt: Der Einäugige<br />
ist unter den Blinden König. Klar ist: die Länder, die<br />
ein integratives Bildungssystem haben, in dem länger gemeinsam<br />
gelernt wird, sind erfolgreich. Wir wollen deshalb mehr Förderung,<br />
auch frühkindliche Förderung. Ich persönlich bin<br />
der Meinung, die Durchsetzung dieser Themen ist mir wichtiger als<br />
irgendwelche Länderkompetenzen.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Die Situation in den<br />
skandinavischen Ländern kann man gar nicht vergleichen mit<br />
dem deutschen System. Es wird wesentlich mehr Geld in anderen Ländern<br />
ausgegeben als bei uns und deshalb hängt es auch stark davon<br />
ab, ob die Politik bereit ist in Bildung zu investieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Insgesamt aber, das zeigte die Pisa-Studie, hinkt Deutschland<br />
hinterher. Wird denn insgesamt genug Geld für Bildung ausgegeben?<br />
Wie viel Prozent des Bruttoinlandprodukts müsste denn in diesem<br />
Bereich ausgegeben werden, wenn man es „richtig“ machen<br />
wollte?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Dort gibt es keine Zahlen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Sechs Prozent am Bruttoinlandsprodukt<br />
für Bildung und Forschung.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Klar ist nur, dass Schüler<br />
nicht in heruntergekommenen Klassenzimmern sitzen sollen und mehr<br />
als 30 Schüler nicht in einer Klasse gehören von 6 Prozent<br />
ist übrigens die Bundesrepublik sehr weit entfernt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das stimmt, das stellt<br />
mich trotzdem nicht zufrieden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Würde der Bildungs- und Forschungsetat unter einer<br />
CDU Regierung denn wachsen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Forschungs- und Bildungsausgaben<br />
werden steigen aber eben nicht nur seitens des Staates, sondern<br />
der Einzelne muss auch bereit sein, mehr Geld für seine persönliche<br />
Bildung auszugeben. Und wir müssen Unternehmen animieren, dass<br />
Deutschland wieder zum Forschungsstandort Nummer 1 wird. Das hat<br />
gerade die grüne Partei mit ihrer Technikfeindlichkeit in den<br />
vergangenen 7 Jahren sehr stark verhindert&#8230; Windkraft, Dosenpfand,<br />
Technikfeindlichkeit!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Studiengebühren: Wie ist<br />
das denn mit den Studiengebühren, Herr Böhning: Wäre<br />
das wirklich so schlimm? Das bisherige System hat ja nun auch nicht<br />
wirklich dazu geführt, dass ärmere Schichten an die Unis<br />
strömen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die Einführung von<br />
Studiengebühren führt dazu, dass noch viel mehr Menschen<br />
aus bildungsfernen Schichten keine Chance haben, zur Uni zu gehen.<br />
Schon heute ist die Bildung stark vom Geldbeutel der Eltern abhängig.<br />
Das ist ein Skandal und wir müssen diese Entwicklung umkehren.<br />
Deshalb bin ich gegen Studiengebühren jedweder Art. Sie verhindern<br />
Chancengleichheit und gefährden den Wissenschaftsstandort Deutschland,<br />
denn es ist doch klar: wir brauchen mehr Fachkräfte statt weniger<br />
Fachkräfte.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es ist unsozial, dass<br />
der Geselle und der Handwerksmeister mit seinen Steuern das Studium<br />
des Zahnarztsohnes bezahlt. Gerade viele Auszubildende müssen<br />
große Teile ihrer Ausbildung selbst bezahlen. Deshalb ist<br />
es ungerecht, dass Studenten bisher sich nicht beteiligt haben und<br />
nachher als Akademiker wesentlich mehr Geld verdienen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, drängen Studiengebühren<br />
die bildungsfernen Schichten tatsächlich aus der Uni?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Studiengebühren<br />
sind nicht unsozial.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Es hat sich gezeigt in<br />
Ländern, die Studiengebühren eingeführt haben, wie<br />
z.B. Österreich, dass die Zahl derer. Studierenden aus Arbeiterhaushalten<br />
massiv eingebrochen ist. Da hilft auch nicht ein irgendwie geartetes<br />
Stipendiensystem, sondern Studiengebühren sind an sich ein<br />
Hemmnis, zur Universität zu gehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage von &quot;Blubber&quot;: Macht es denn<br />
überhaupt Sinn so viele Studenten auszubilden? Gibt es hier<br />
eine Nachfrage in absehbarer Zeit?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder: </b>Ja, wir brauchen in Zukunft<br />
wesentlich mehr Fachkräfte. Aber über Studiengebühren<br />
am 18. September gar nicht abgestimmt. Das entscheiden ganz allein<br />
die Bundesländer.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ja, es macht Sinn. Weil<br />
wir in der Wissensgesellschaft mehr Uniabsolventen statt weniger<br />
brauchen. Nur dann haben wir eine Chance im europäischen und<br />
internationalen Wettbewerb.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müssen Reformen im Bildungswesen nicht auch dazu<br />
führen, dass der Bund &#8211; und nicht die Länder &#8211; das Bildungswesen<br />
stärker steuert? Bislang liegt das in Länderhand.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Grundsätzlich bin<br />
ich für eine stärkere Bundeskompetenz im Bildungssystem,<br />
weil wir uns einen bildungspolitischen Flickenteppich in Zukunft<br />
nicht mehr leisten können. Wir fordern von jungen Menschen<br />
immer mehr Mobilität und Flexibilität ein, gleichzeitig<br />
gibt es 16 unterschiedliche Bildungssysteme in Deutschland, von<br />
den europäischen Dimensionen ganz zu schweigen. Das zeigt,<br />
wir brauchen mehr Einheitlichkeit.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es gibt kulturelle Unterschiede<br />
auch zwischen einzelnen Bundesländern. Baden-Württemberg<br />
arbeitet viel enger mit Frankreich zusammen, Schleswig-Holstein<br />
sehr eng mit Dänemark. Diese Unterschiede müssen berücksichtigt<br />
werden und deshalb lehne ich diesen Einheitsbrei, den die SPD plant,<br />
ab.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Was im übrigen nur<br />
Flensburg und Schleswig zutrifft. Wenn ich mich gegen einen Flickenteppich<br />
ausspreche, meine ich, dass der föderale Wettbewerb nicht zu<br />
Kosten der jungen Menschen existieren darf. Deshalb brauchen wir<br />
Rahmenbedingungen für einen deutschen und europäischen<br />
Bildungsraum, das ist dann nicht Einheitsbrei, sondern das sind<br />
Zukunftschancen für junge Menschen, unabhängig davon,<br />
in welchem Bundesland sie geboren sind oder wo sie hinziehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Ausbildung. Die Jusos forderten mal „Wer<br />
nicht ausbildet, wird umgelegt“. Dazu diese Frage an Sie beide:<br />
&lt;Maus&gt; Ich bin auch für mehr Ausbildungsplätze –<br />
Studieren ist natürlich nicht das non plus ultra. Wo sollen<br />
die denn herkommen, Herr Mißfelder, Herr Böhning? Herr<br />
Mißfelder, Sie haben das Wort.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ausbildungsplätze<br />
und Arbeitsplätze entstehen nur wenn Wirtschaftswachstum vorhanden<br />
ist. Dafür müssen wird die Rahmenbedingungen schaffen,<br />
d.h. Steuern runter, Bürokratie weg, weniger Öko-Schwachsinn!
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> &#8230;ist ja interessant:<br />
Ausbildungschancen gibt es also nur, wenn wir Wirtschaftswachstum<br />
haben. Das glaube ich nicht. Bildungschancen müssen unabhängig<br />
von der wirtschaftlichen Gesamtsituation bereit gestellt werden.<br />
Leider haben die Unternehmen in der Vergangenheit sich ihrer Verantwortung<br />
zur Schaffung von genügend Ausbildungsplätzen entzogen.<br />
Deshalb bleibt es richtig, dass die Unternehmen, die nicht ausbilden,<br />
zahlen für die Unternehmen, die ausbilden.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ohne Wirtschafswachstum<br />
gibt es keinen Weg aus der Wirtschaftskrise. Die Unternehmen müssen<br />
erst einmal wieder Luft zum Atmen bekommen, um überhaupt an<br />
neue Jobs denken zu können. Der Mittelstand muss deshalb besonders<br />
entlastet werden.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> &#8230;und junge Menschen,<br />
die einen Ausbildungsplatz suchen, sollen dann auf der Straße<br />
bleiben?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein. Wirtschaftswachstum<br />
führt sofort zu einer Einstellungswelle, wenn wir bürokratische<br />
Hemmnisse, z.B. im Arbeitsrecht abbauen. Björn Böhning:<br />
Das heißt nichts anders, als die Abschaffung von Arbeitnehmerrechten<br />
wie dem Kündigungsschutz oder der Tarifautonomie. Das schafft<br />
zwar keine Arbeit, dafür aber Ungerechtigkeit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kann man nicht beides machen? Für Wirtschaftswachstum<br />
sorgen und durch sanften Druck mehr freie Ausbildungsplätze<br />
garantieren? Stehen diese beiden Positionen sich wirklich so unversöhnlich<br />
gegenüber?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Nein. Beides ist möglich<br />
und muss gleichzeitig durchgesetzt werden.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sanfter Druck O.K. Weitere<br />
Zwangsmaßnahmen nein. Der Mittelstand leidet so sehr unter<br />
den bürokratischen Hürden, die gerade Rot-Grün aufgebaut<br />
hat. Noch weitere Belastungen sind nicht vertretbar.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Wir haben 130.000 Mitglieder<br />
in der JU. Wir haben zum erstem Mal seit über 20 Jahren wieder<br />
steigende Mitgliederzahlen. Von Politikverdrossenheit kann daher<br />
gar keine Rede sein. Die jungen Menschen wollen sich engagieren<br />
und deshalb müssen die Parteien wesentlich attraktiver werden<br />
für die Jugend.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Seit dem 22. Mai (NRW-Wahl)<br />
haben die Jusos über 3000 neue Mitglieder gewonnen. Das zeigt,<br />
es gibt keine Politikverdrossenheit, sondern eher eine Parteienverdrossenheit.<br />
Dem müssen wir uns ernsthaft stellen und offene Formen der<br />
Mitarbeit anbieten. Das heißt z.B. im Wahlkampf nicht im Hinterzimmer<br />
zu verbleiben, sondern dort hinzugehen, wo junge Menschen sind.<br />
In der Kneipe oder an der Küste.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber Sie wollen doch nicht bestreiten, dass die Parteibindung<br />
insgesamt abnimmt. Was sind da Konzepte, dieser Entwicklung entgegenzuwirken?<br />
Zwischen den Wahlterminen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir haben zwei zentrale<br />
Dinge bereits angegangen. Erstens kümmern wir uns programmatisch<br />
und organisatorisch stärker als in der Vergangenheit um junge<br />
Auszubildende. Mittlerweile sind dadurch wieder deutlich mehr Azubis<br />
bei den Jusos aktiv. Und zweitens müssen wir viel stärker<br />
als in der Vergangenheit das Internet nutzen, um mit jungen Menschen<br />
in Dialog zu treten und sie anzusprechen.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Politik muss Glaubwürdigkeit<br />
zurück gewinnen, deshalb ist es richtig, was Angela Merkel<br />
macht, nämlich vor der Wahl zu sagen was nach der Wahl Sache<br />
ist. Diese Strategie der Ehrlichkeit ist der entscheidende Schlüssel,<br />
um junge Menschen wieder für Politik zu begeistern. Denn viele<br />
fragen sich, warum über Jahrzehnte falsche Versprechungen gemacht<br />
wurden, die ohnehin nicht einzuhalten waren. Merkel hat aus unserer<br />
Sicht damit den Nerv der Jugend in Deutschland getroffen und deshalb<br />
unterstützen wir sie mit voller Kraft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten Live-Chatduell der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung! Vielen Dank für Ihr Interesse.<br />
Herzlichen Dank an Herrn Mißfelder und Herrn Böhning,<br />
dass Sie sich kurz vor Wahlkampfende die Zeit genommen haben. Es<br />
sind viele Fragen übrig geblieben. Der dritte und letzte Chat<br />
in dieser Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung findet<br />
am Freitag, den 16. September ab 16 Uhr statt. Den Fragen stellen<br />
sich dann die Jugendreferenten von PDS / Linkspartei und vom Deutschen<br />
Gewerkschaftsbund. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch dann<br />
wieder dabei sein könnten!
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wichtig ist, dass möglichst<br />
viele junge Menschen wählen gehen, denn jede Stimme zählt!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir lassen den Talkraum unten noch<br />
etwas offen, schlage ich vor. Herr Mißfelder, was sind Ihre<br />
Vorschläge?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Wählen gehen ist<br />
das Wichtigste.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich hätte mir ein größeres Ergebnis gewünscht.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thofsaess]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Niels Annen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/nannen.jpg" alt="Niels Annen" align="left" border="0" height="119" width="84" /></b> 
<b><span style="color: #000000"> Niels Annen, Bundesvorsitzender der Jusos, </span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
am 16. Dezember 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b> 
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/nannen.jpg" alt="Niels Annen" align="left" border="0" height="119" width="84" /></b><br />
<b><span style="color: #000000"> Niels Annen, Bundesvorsitzender der Jusos, </span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
am 16. Dezember 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b><br />
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Moderator: Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Heute ist Niels Annen in die Redaktionsräume von tagesschau.de in<br />
Hamburg gekommen. Herr Annen ist Bundesvorsitzender der Jusos und sitzt<br />
seit kurzem auch im Vorstand der SPD. In der kommenden Stunde haben Sie<br />
die Möglichkeit, Ihre Fragen an Niels Annen zu richten. In fünf<br />
Minuten legen wir los! Einen schönen Guten Tag Herr Annen, sind Sie<br />
startbereit?</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Aber sicher!</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Beginnen wollen wir mit dem innenpolitischen Thema der vergangenen Wochen,<br />
den Reformbemühungen im Vermittlungsausschuss. &quot;Die Ergebnisse<br />
des Vermittlungsausschuss bleiben in der Gesamtschau ernüchternd&quot;<br />
&#8211; so ihr Fazit auf der Webseite der Jusos. Was ist denn so ernüchternd?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ernüchternd ist, dass die Union die Frage der Steuersenkungen mit<br />
der Arbeitsmarktreform verknüpfen konnte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>p_baecker</b>:<br />
Nils, was sagst du zu den Ergebnissen des Vermittlungsausschusses? Können<br />
die Jusos mit dieser Steuerreform leben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir finden es erst einmal gut, wenn der Eingangssteuersatz stärker<br />
abgesenkt wird als der Spitzenssteuersatz. Insgesamt bin ich aber nicht<br />
zufrieden, wenn Langzeitarbeitslose jetzt jeden legalen Job annehmen müssen.<br />
Das hat die Union zu verantworten!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>a_walter</b>:<br />
Führende Ökonomen und Wirtschaftsverbände halten den jetzt<br />
erzielten Reformkompromiss für nicht ausreichend. Arbeitgeberpräsident<br />
Dieter Hundt hält zum Beispiel die vereinbarte Lockerung des Kündigungsschutzes<br />
für nicht ausreichend. Was entgegnen sie solchen Äußerungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist reine Propaganda. Was in Deutschland fehlt ist eine konjunkturelle<br />
Belebung. Die Menschen brauchen mehr Geld in ihren Taschen und nicht weniger<br />
soziale Sicherheit. Die Rezepte von Herrn Hund haben schon die letzten<br />
20 Jahre nicht funktioniert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>idaober</b>:<br />
Das Ifo-Institut sagt ganz klar: Kein konjunktureller Effekt. Wie sehen<br />
Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Dem stimme ich zu. Aber es hätte auch mehr sein können, wenn<br />
die Union nicht nur auf Parteitagen Steuersenkungen versprechen würde,<br />
sondern sie auch mit auf den Weg brächte, im Vermittlungsausschuss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>turnundtaxis</b>:<br />
Es scheint aber, dass die Leute auch mit mehr Geld in den Taschen das<br />
nicht so richtig auf den Kopf hauen. Das reicht wohl nicht zum Konjunktur<br />
beleben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das werden wir dann ja sehen. Aber richtig ist: Wir brauchen auch weitere<br />
Impulse für Wachstum. Da muss die Politik etwas leisten, Wirtschaft<br />
und Forschung zusammenbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Henry M. Weiler</b>:<br />
Sie sagen: „Die alltägliche Sparlogik beraubt gerade der jungen<br />
Generation die notwendigen Handlungsspielräume. Immer wieder wird<br />
die These erneuert, es gebe keinen gesellschaftlichen Verteilungsspielraum<br />
mehr. Diese These ist weder richtig noch stichhaltig und hält keiner<br />
empirischen Untersuchung stand“. Wie sieht denn dann die tatsächliche<br />
Situation auf empirischer Grundlage tatsächlich aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Nun ich bin kein Wissenschaftler, aber Deutschland ist ein reiches Land<br />
und alle Untersuchungen zeigen: Wenn wir den Reichtum gerechter verteilen<br />
belebt dies auch die Wirtschaft. Wir müssen in produktive Bereiche<br />
investieren, Bildung und Forschung in den Mittelpunkt stellen, das schafft<br />
auch Arbeitsplätze.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wer hat sich im Vermittlungsausschuss besser durchsetzen können?<br />
Dazu drei Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jungeUnion</b>:<br />
Hallo Niels, der Kompromiss ist ja wohl ein Sieg nach Punkten für<br />
Merkel und Stoiber. Wie ist denn da die Stimmung an der SPD-Basis?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>idaober</b>:<br />
Aber die Taktik der CDU ist doch aufgegangen: Sie sind nicht mehr die<br />
Blockierer und haben der Regierung eine faule Reform aufgezwungen. Ein<br />
voller Erfolg der Union, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sonja</b>:<br />
Hat nicht die CDU im Vermittlungsausschuss ihre Interessen besser durchsetzen<br />
können als die SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Es geht nicht um Punktsiege. Die Union wird sich noch wundern. Sie hat<br />
den Menschen Entlastung versprochen und sie dann verhindert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>calista</b>:<br />
Hallo Niels, für mich ist das Verhandlungsergebnis nur ein fauler<br />
Kompromiss, der die Probleme nicht löst. Was ist mit der Generationengerechtigkeit<br />
und wo bleibt der Beitrag der Jusos zur Zukunft der BRD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Mehrheiten können wir uns nicht schnitzen. Das ist manchmal bitter<br />
und ich bin auch nicht zufrieden aber wichtig ist: Die Tarifautonomie<br />
ist nicht angetastet worden. Das ist unser Erfolg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>markus</b>:<br />
Die SPD-Linken haben Schröder vor so einer Bundestagsabstimmung wie<br />
am Freitag eine Menge Nerven gekostet. Jetzt geht das wieder los, die<br />
ersten Links-Denker haben schon wieder gesagt, sie stimmen dagegen. Man<br />
kann sich auch richtig das Reformimage selbst verhageln was?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Die Stimmung an der Basis ist nicht euphorisch, aber wenn wir jetzt unsere<br />
Punkte wie Bürgerversicherung, Umlagefinanzierung angehen, gewinnen<br />
wir auch Vertrauen zurück.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Franz Müntefering droht erneut den Abweichlern. Das ist ja wohl verfassungswidrig,<br />
weil der Parlamentarier laut Verfassung nach eigenem Gewissen entscheiden<br />
darf. Finden Sie das nicht unfair?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich gebe den Abgeordneten keine Empfehlungen, aber eine große Mehrheit<br />
ist ja wohl sicher, denn die Union stimmt zu. Letztlich muss es aber jeder<br />
selbst entscheiden. In einer großen Partei müssen auch unterschiedliche<br />
Meinungen vorkommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Frage war, ob sie das Verhalten von Müntefering, die Abgeordneten<br />
zu beeinflussen, &quot;unfair&quot; finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Niels Annen</b>: Ich halte gar nichts von Drohungen, auch<br />
nicht in der Fraktion. Da ist die Meinung der Jusos eindeutig!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Glauben Sie es wird Gegenstimmen gegen diese Reform in Reihen der SPD<br />
geben am Freitag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich habe von meinem Freund Ottmar Schreiner gelesen, dass er dagegen stimmen<br />
will. Warten wir es ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Sollte die SPD angesichts dieser faulen Reformen nicht sofort weitere<br />
und weitergehende Änderungen fordern, um die Blockierer aus CDU/CSU<br />
wieder ihre Rolle zuzuweisen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das werden wir tun bei der Gesundheitspolitik. Da will die Union die Kopfprämien<br />
und die SPD das solidarische System weiterentwickeln zu einer Bürgerversicherung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Strahleman</b>:<br />
Kompromiss: Ich lese: Es ist halt nur ein Bündel, kein Paket und<br />
erst recht kein Meilenstein. Mit dem größtmöglichen Aufwand<br />
wurde das geringst mögliche Ergebnis erzielt.&quot; Was antworten<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich hätte mir ein größeres Ergebnis gewünscht. Aber<br />
offensichtlich hat auch der Machtkampf innerhalb der Union eine Entscheidung<br />
in der Sache verhindert. Sicher gibt es Einsparpotentiale, aber in einer<br />
solchen wirtschaftlichen Krise muss man notfalls auch kreditfinanzierte<br />
Programme auflegen, denn es ist auch nicht gerecht gegenüber den<br />
heute Jungen, notwendige Investitionen, in der Bildung, nicht zu tätigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Die SPD wollte die Reformen ja durch Schulden finanzieren. Ist der Einwand<br />
der CDU, dass nicht noch mehr Schulden gemacht werden sollten, nicht berechtigt?<br />
Es gibt immer noch genügend Fälle, in denen meiner Meinung nach<br />
zu wenig getan wird, um wirklich Einsparungen vorzunehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Warum konnte sich die SPD nicht durchringen, weitere Subventionen zu kürzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist so nicht ganz richtig: Die SPD hat am Anfang des Jahres das berühmte<br />
Steuervergüngstigungs-Abbaugesetz eingebracht. Die Union hat es so<br />
gefleddert, dass fast nichts übrig geblieben ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Hat die USA nicht erfolgreich vorexerziert, wie durch ungehemmtes Schuldenmachen<br />
ein wirtschaftlicher Aufschwung herbeigezaubert wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die USA sind in dieser Frage durchaus ein Vorbild. Im Mutterland des Kapitalismus<br />
scheint es weit weniger ideologische Vorbehalte zu geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Sind Bürgerversicherung und eine Umlagefinanzierung die einzigen<br />
Perspektiven für eine Einflussnahme auf den politischen Entscheidungsprozess<br />
durch die Jusos, oder siehst du noch weitere Politikfelder, die im Sinne<br />
einer forcierten Reformdiskussion von den Jusos bearbeitet werden können<br />
?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Einer aktiven Konjunkturpolitik zu geben. Wir möchten eine Idee von<br />
Sozialstaat entwickeln, die auf die heutigen Risiken eine Antwort gibt.<br />
Also: Absicherung von Übergängen von Ausbildung in Arbeit; Absicherung<br />
von Erziehungszeiten, Fortbildung etc. also einen flexiblen Sozialstaat<br />
für den flexiblen Kapitalismus schaffen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Franziska<br />
H</b>.: Sie fordern eine zusätzliche Verbrauchersteuer von 6%<br />
auf Luxusgüter. Wo würden Sie die Grenze ziehen, was Luxus ist<br />
und was nicht? So genannte Luxusgüter sind doch letztlich immer auch<br />
Statussymbole. Sind darin auch schon die Markenklamotten der Kids von<br />
heute inbegriffen, die ihren Eltern dadurch das Geld aus der Tasche ziehen?<br />
Wer kann in dieser, eher verwöhnten Gesellschaft entscheiden, was<br />
Luxus ist und was nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Idee ist, die Mehrwertsteuer zu splitten und Luxusgüter stärker<br />
zu belasten. Dafür gibt es in Belgien ein gutes Vorbild.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Was sagen sie zu der Tatsache, dass die SPD Gesetze, die bereits 98 existierten,<br />
und die nach dem Machtwechsel zurückgenommen wurden, plötzlich<br />
doch wieder einbringen will? Ich denke da an den Kündigungsschutz,<br />
der ja gelockert wurde. Hat da die SPD nicht grundlegende Fehler gemacht,<br />
wenn diese Rücknahme nur 5 Jahre gehalten hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bin eindeutig gegen diese Veränderung. Wir wollen als Jusos keine<br />
Lockerung, aber das war wohl nicht durchzusetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Strahleman</b>:<br />
Verschärfte Zumutbarkeitsregel für Arbeitslose und die Lockerung<br />
des Kündigungsschutzes sind &quot;bittere Pillen&quot;, die aber<br />
im Blick auf das Gesamtergebnis vertretbare Zugeständnisse darstellten,<br />
sagen die Grünen. Ist das auch ihre Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Mein Eindruck ist, wir werden diese Kröten wohl schlucken müssen,<br />
aber ich kann mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass Wolfgang Clement<br />
nicht gerade engagiert für unsere Position gekämpft hat, wenn<br />
sich in Deutschland gegen unseren Willen ein Niedriglohnsektor etablieren<br />
sollte, müssen wir offen über die Konsequenzen reden, brauchen<br />
wir z. B. dann einen Mindestlohn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen, gleiche Stoßrichtung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Wann wacht die SPD endlich auf und befreit sich vom dogmatischen Einfluss<br />
der Betonköpfe in den Gewerkschaften?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Consensus</b>:<br />
Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände haben sich für eine<br />
Zementierung des Tarifkartells ausgesprochen. Warum wurde hier nicht mehr<br />
Flexibilität erreicht? Ist die Macht der beiden Lobbygruppen durch<br />
die Politik nicht zu brechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bin selber Gewerkschafter und ich glaube nicht, dass dieses Klischee<br />
richtig ist. Schon heute gibt es über 50.000 flexible Regelungen<br />
im Rahmen von Tarifverträgen. Die Frage, wie man mit Lobbygruppen<br />
umgeht, muss sich die Politik immer stellen, aber es ist normal in einer<br />
Demokratie, dass sich Interessen organisieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Meiner Meinung nach sind die Gewerkschaften zu gierig. Eine Forderung<br />
nach 4,5% Lohnerhöhung ist schon unverschämt, wäre ich<br />
Arbeitgeber würde ich mich weigern, mit diesen Leuten überhaupt<br />
zu verhandeln. Wie wollen sie Flexibilität in den Arbeitsmarkt bringen,<br />
wenn Arbeitgeber an diese Löhne gebunden werden und gleichzeitig<br />
kaum eine Chance haben, nach Auftragslage Leute einzustellen und zu entlassen?<br />
Brauchen wir nicht mehr Flexibilität?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich glaube, da liegen Sie falsch. Die Arbeitgeber sind genau so interessiert<br />
daran, das Tarifsystem aufrecht zu erhalten. Denn es garantiert ihnen<br />
sozialen Frieden und einen klaren Ansprechpartner auf der Seite der Arbeitnehmer.<br />
Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn reicht aus, um sich von<br />
den Vorzügen des deutschen Systems zu überzeugen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Was sagen Sie den Kollegen in kleinen Firmen, die für weniger Geld<br />
arbeiten würden, wenn sie dadurch ihren Arbeitsplatz sichern könnten,<br />
durch den Flächentarifvertrag so eine Einigung aber verhindert wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Deutschland hat keine Zukunft als Niedriglohnland, und die Flächentarifverträge<br />
stellen sicher, dass die Lohnspirale sich nicht weiter nach unten dreht.<br />
Unternehmen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, haben auch<br />
heute schon die Möglichkeit vom Tarifvertrag abweichende Regelungen<br />
zu treffen. Übrigens fast immer in enger Zusammenarbeit mit Betriebsrat<br />
und Gewerkschaften. Ich finde, das sollte so bleiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Kommentare dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>UweK</b>:<br />
Herr Rogowski sieht das wohl anders.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>looser</b>:<br />
Aber die Betriebe sind abhängig von den Funktionären beider<br />
Seiten. Das wurde nicht geändert!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und noch einer:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Umpf</b>:<br />
Ist es (hinter vorgehaltener Hand) nicht so, dass die Wirtschaft mittlerweile<br />
bestimmt, was hier an politischen Entscheidungen (für sie, die Wirtschaft,<br />
noch) zulässig bzw. besonders wünschenswert (oder: &quot;das<br />
kleinere Übel&quot;) wäre? <br />
Niels Annen: Worum es Herrn Rogowski geht, ist doch klar. Die wirtschaftlich<br />
schwierige Lage will er ausnutzen, um das Lohniveau in Deutschland generell<br />
zu drücken. Dabei wird mit der Angst der Kollegen um ihre Arbeitsplätze<br />
leichtfertig gespielt. Die Lösung liegt nicht in niedrigeren Löhnen,<br />
sondern in einer hohen Innovationsfähigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nun wechseln wir mal das Thema: Viele User im Chat wollen über die<br />
Studentenproteste diskutieren:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Franziska<br />
H</b>.: Wo bleibt die Uni, Sie sind doch auch noch Student, äußern<br />
Sie sich doch auch mal zu dieser Problematik!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>demonstrant</b>:<br />
Was halten sie von den Studentenprotesten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir Jusos unterstützen die Studenten, haben zu der großen Demo<br />
am 13. mit aufgerufen. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass<br />
die Politik &#8211; auch meine eigene Partei &#8211; nicht nur über Bildung redet,<br />
sondern Investitionen in Forschung und Ausbildung wirklich zum Schwerpunkt<br />
macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Da redet die SPD immer von Forschung und Bildung, und dann wird erst einmal<br />
der Bildungsetat gekündigt. Wie soll ich das verstehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist genau, was ich meine: Es klafft eine große Lücke zwischen<br />
dem, was die SPD an guter Bildungspolitik auf Bundesebene verkündet,<br />
und dem, was sie in den Ländern umsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>studentenseele</b>:<br />
Wie sollen die Hochschulen aus ihrer Finanzmisere kommen &#8211; Studiengebühren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tina_goettingen</b>:<br />
Wie stehst Du zu den wohl im nächsten Wintersemester kommenden Studiengebühren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
ich bin gegen Studiengebühren. Ich glaube, dass Bildung eine gesellschaftliche<br />
Aufgabe ist und deswegen auch von allen mitfinanziert werden sollte. Wir<br />
Jusos haben den Vorschlag gemacht, die Erbschaftssteuer zu erhöhen<br />
und das Geld in Bildung zu stecken. Der Bundeskanzler hat diesen Vorschlag<br />
auf unserem Parteitag aufgegriffen. Mal sehen, was daraus wird. Wir bleiben<br />
am Ball.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Studi1977</b>:<br />
Mal angenommen, es würden flächendeckend Studiengebühren<br />
eingeführt, und zwar nach dem Generationen-Prinzip (Jetzt studieren,<br />
später zahlen), so wäre das doch eine Lösung der Misere,<br />
vorausgesetzt, das Geld geht auch ohne Umwege direkt an die Unis und nicht<br />
an die Länder, die es &quot;Fremdverwenden&quot; würden. Wie<br />
stehst Du dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das wäre dann ja eine Akademiker-Steuer. Ich bin der Meinung, wer<br />
gut verdient, soll auch entsprechend viel Steuern zahlen. Das wäre<br />
gerechter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ferdinand<br />
von Ahnen</b>: Ist es nicht zu erwarten, dass die Eltern die heutzutage<br />
Unterbringungskosten für Kitas und Horte aufbringen, in Zukunft auch<br />
deren evtl. Universitätsstudium bezahlen müssen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich hoffe nicht! Wir haben ein großes Defizit in Deutschland bei<br />
der Betreuung von Kleinkindern. Wir müssten uns eigentlich vornehmen,<br />
die Versorgung zu verbessern und sie irgendwann auch einmal kostenfrei<br />
anbieten zu können, damit sich mehr Menschen, insbesondere Frauen,<br />
ihre Vorstellung von Beruf und Familie erfüllen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>calista</b>:<br />
Wie wollen die Jusos denn die Unis wettbewerbsfähiger machen? Protestieren<br />
allein hilft auch nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Bildung ist nicht nur eine Frage von Wettbewerb. Aber es ist schon richtig:<br />
Die Zustände an den Unis sind zum Teil katastrophal. Deswegen müssen<br />
wir mehr in die Hochschulen investieren. Vorschläge dazu liegen auf<br />
dem Tisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Soviel zum Thema Studentenproteste. Wir haben noch andere Fragen zu anderen<br />
Themen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dieter_h</b>:<br />
Niels, wie glaubst du im SPD-Vorstand die Meinung der Jusos vertreten<br />
zu können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Indem ich mich weiterhin zu Wort melde und mein Mandat ernst nehme. Der<br />
SPD ist mit Jasagern alleine nicht geholfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_w</b>:<br />
Wie kann man das Urvertrauen der SPD-Basis wieder zurück gewinnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir haben die Kompetenz in Sachen soziale Gerechtigkeit an die Union verloren.<br />
Das müssen wir durch politisches Handeln wieder korrigieren, sonst<br />
wird die SPD als Volkspartei auf Dauer keine Zukunft haben. Die Beteiligung<br />
von großen Vermögen an den Reformen wird da die erste Probe<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Holger Israel</b>:<br />
Welche Chancen siehst Du, dass die SPD kurz- oder mittelfristig zu ihren<br />
sozialen Werten zurückfindet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Ich glaube, die SPD, ihre immer noch über 600.000 Mitglieder stehen<br />
zu den Grundwerten der Sozialdemokratie. Es war immer unsere Stärke,<br />
diese Grundwerte an die aktuelle Situation anzupassen. Das werden wir<br />
auch dieses Mal schaffen können, aber nur, wenn sich die heute enttäuschten<br />
nicht abwenden!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Doch die Zahl der Mitglieder nimmt ständig ab. Wie lässt sich<br />
diese Dynamik aufhalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Es stimmt, 30.000 Leute sind in diesem Jahr ausgetreten und ich hoffe<br />
noch immer, dass wir sie zurück gewinnen können. Aber es gab<br />
auch über 10.000 Eintritte, davon fast die Hälfte junge Leute.<br />
Das ist nicht genug, aber ein Hoffnungsschimmer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Simone</b>:<br />
Wenn Sie aus der jetzigen Perspektive der politischen und ökonomischen<br />
Situation in Deutschland auf die nächsten Wahlen 2006 sehen. Für<br />
wie realistisch halten Sie es, dass die SPD nochmals als regierende Partei<br />
aus den Wahlen geht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wenn die SPD klar für die Idee der solidarischen Finanzierung des<br />
Sozialstaates steht, also für die Bürgerversicherung, und die<br />
Union auf der anderen Seite, den Sozialstaat komplett privatisieren und<br />
auch Kopfpauschalen umstellen will, bin ich sicher, dass wir gewinnen.<br />
Denn die Menschen wollen nicht weniger, sondern mehr Sicherheit im Wandel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>marlies</b>:<br />
Freuen Sie sich auf die Wahl in Hamburg? Kommt die Wahl nicht zu früh<br />
angesichts der schlechten Umfragewerte für die SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ja. Ole von Beust ist verantwortlich für das Desaster. Er hat nicht<br />
nur dem Ruf der Stadt geschadet, sondern auch einen unberechenbaren neurotischen<br />
Rechtspopulisten hoffähig gemacht. Ich bin mir sicher, die Hamburger<br />
werden sich gegen diesen Rechtssenat entscheiden und damit auch ein Zeichen<br />
für die Bundespolitik setzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>giorgos stamtsis</b>:<br />
Niels, welche ist die Meinung von Jusos zum Konflikt über die EU-Verfassung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bedauere das Scheitern des Gipfels. Ich bin aber überzeugt davon,<br />
dass Gerhard Schröder die richtige Position vertreten hat. Europa<br />
kann auf Dauer nur funktionieren, wenn die Bürger den Eindruck haben,<br />
dass die Entscheidungen demokratisch zustande kommen. Die Berücksichtigung<br />
der Bevölkerungszahl ist daher unumgänglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dieter_h</b>:<br />
Was hältst du von dem Medium, dass wir hier für den Chat gerade<br />
nutzen? Welche Rolle spielt das Internet für deine Parteiarbeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Das Internet hat schon heute die Arbeit der Parteien stark verändert.<br />
Wir Jusos waren in der SPD mit die ersten, die ein Großteil ihrer<br />
Kommunikation nach außen und nach innen über das Internet abgewickelt<br />
haben. Ich glaube nicht, dass dieser Prozess schon abgeschlossen ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>linke_offensive</b>:<br />
Hallo. Ich komme zwar etwas spät, mich hätte aber interessiert<br />
ob die Jusos Ottmar Schreiner dabei unterstützen werden, wenn er<br />
gegen den Kompromiss stimmen will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich teile die Kritikpunkte von Ottmar Schreiner in der Sache, aber letztlich<br />
muss jeder Abgeordnete selber entscheiden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Holger Israel:</b><br />
Was meinst Du mit &quot;Grundwerte anpassen?&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Grundwerte bleiben unverändert, aber die Bedingungen, unter denen<br />
wir Politik machen, haben sich seit 140 Jahren immer wieder verändert.<br />
Das müssen wir berücksichtigen oder, wie Willy Brandt gesagt<br />
hat, &quot;auf der Höhe der Zeit sein&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
So, liebe User, noch zwei Minuten, noch zwei Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Polo</b>:<br />
Gibt es häufig Treffen mit anderen Jugendorganisationen JU oder Jung-Liberalen<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich habe gerade vor einigen Tagen mit den Vorsitzenden der anderen Jugendorganisationen<br />
ein Streitgespräch gehabt. Wir sehen uns recht häufig und es<br />
gibt über die Parteigrenzen hinweg in der Jugendpolitik auch einige<br />
Punkte, die wir gemeinsam vertreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und nun die unvermeidliche Abschlussfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>fragezeichen</b>:<br />
Niels, wie stellst du Dir deine politische Zukunft vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich rüttle an keinen Toren 🙂 Zunächst mal habe ich mit meiner<br />
Aufgabe als Juso-Vorsitzender genug zu tun, und die Arbeit macht mir trotz<br />
der manchmal unerfreulichen Nachrichten weiterhin viel Spaß.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Lieber Herr Annen, Liebe User, die Stunde ist um. Wir bedanken uns ganz<br />
herzlich für die konstruktive Diskussion und die vielen Fragen, die<br />
uns erreicht haben. Leider konnten wir bei weitem nicht alle an Herrn<br />
Annen weiterreichen. Herr Annen, Ihnen vielen Dank, dass Sie sich für<br />
die Nutzer von tagesschau.de, politik-digital.de, tagesspiegel.de und<br />
sueddeutsche.de Zeit genommen haben. Ihnen und allen Chat-Teilnehmern<br />
wünschen wir noch einen schönen Tag.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Vielen Dank für die vielen Fragen. Es hat mir viel Spaß gemacht,<br />
und wer Weiteres über die Jusos wissen möchte, kann sich gerne<br />
über www.jusos.de an uns wenden. Tschüss und Frohe Weihnachten</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur einen kurzen Gedanken an eine große Koal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Pronold]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian 
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am 
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span> 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian<br />
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am<br />
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><br />
<!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b><br />
Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der bayerischen Jusos, Florian<br />
Pronold, ist heute im ARD-Hauptstadtstudio unser Chat-Gast. Herr Pronold,<br />
sind Sie bereit?<br />
Florian Pronold: Ja. klar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Guten Tag, Herr Pronold, wie wollen Sie die Agenda 2010 verbessern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es gibt zwei Bereiche. Als erstes will ich Sie ergänzen, das ist<br />
die Frage der gerechten Verteilung. Das Zweite ist die Frage, wie man<br />
Konjunktur ankurbelt, um tatsächlich mehr Wachstum und Beschäftigung<br />
zu erzielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sie<br />
sind ja offensichtlich gegen die Agenda 2010 des Kanzlers. Welche Möglichkeiten<br />
sehen Sie, um die hiesige Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und<br />
somit neue Arbeitsplätze zu schaffen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Richtig ist, dass ich gegen Teile der Agenda 2010 bin. Die Ankurbelung<br />
der Konjunktur, zum Beispiel durch die Stärkung der Kommunen, ist<br />
ein richtiger Schritt. Wir müssen aber mehr tun, um die derzeitige<br />
Rezession mittels Konjunkturpolitik zu überwinden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Sie brauchen<br />
67.000 Unterschriften für ihr Mitgliederbegehren. Die Zeit läuft<br />
gegen Sie. Glauben Sie, Sie können es noch schaffen? (Sie haben ja<br />
gerade mal 12.000)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir sind jetzt fast bei 20.000 und bei Volksbegehren in Bayern ist es<br />
so, dass 50 Prozent der erforderlichen Unterschriften in den letzten zwei<br />
Tagen eingehen (von 12 Tagen).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dennoch: Die Unterschriftenaktion verläuft eher schleppend. Haben<br />
Sie nicht mit mehr Zustimmung von Seiten der Basis gerechnet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn Sie die inhaltlichen Fragestellungen anschauen und die aktuelle FORSA-Umfrage<br />
zu Grunde legen, dann sehen Sie, dass wir in vielen Einzelpunkten die<br />
Mehrheit der Partei hinter uns haben. In den anderen stimmen uns immerhin<br />
40 bis 50 Prozent zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Denken<br />
Sie nicht, dass ihre Aktion (Mitgliederbegehren) die Partei spaltet und<br />
das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler stört?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Demokratie braucht Diskussion.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nicht-mitglied:</b><br />
Rechnen Sie sich noch Chancen aus, ihre Positionen gegen Schröder<br />
und Co. durchzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir haben schon einige Erfolge erzielt. Es gilt der alte Spruch: Wer kämpft,<br />
kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was für Erfolge rechnen Sie ihrer Initiative an?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Erstens, dass es überhaupt einen Sonderparteitag gibt. Zweitens,<br />
dass nicht nur ein Ja oder Nein möglich ist, sondern dass jetzt schon<br />
in den Leitantrag für den Parteitag konkrete Änderungsanträge<br />
eingearbeitet sind. Und inhaltlich: In den Punkten Tarifautonomie, Umlagefinanzierung<br />
für mehr Ausbildungsplätze und bei der Ausgestaltung des zukünftigen<br />
Arbeitslosengeldes II.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fenzz:</b> Herr<br />
Pronold, was ist Ihnen wichtiger, das Festhalten an überholten und<br />
nicht mehr bezahlbaren Sozialleistungen oder der Machterhalt von Rot-Grün?<br />
Im Falle einer nicht zustande kommenden Koalitionsmehrheit würde<br />
Gerhard Schröder doch zurücktreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mike:</b> Wären<br />
Sie auch bereit, die Regierung mit ihrem Votum zur Agenda 2010 scheitern<br />
zu lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir kämpfen dafür, dass die SPD weiterhin regierungsfähig<br />
ist. Und dafür braucht es eine Politik, die mehr bewirkt als derzeit<br />
die Agenda 2010 verspricht. Wir wollen den Kanzler stützen, nicht<br />
stürzen und deshalb müssen wir das Vertrauen vieler enttäuschter<br />
Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen. Fast alle wollen<br />
mehr soziale Gerechtigkeit in die Agenda 2010 bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine direkte Nachfrage zu Ihrer Äußerung zu Diskussionen in<br />
der Demokratie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Demokratie<br />
braucht Diskussion??? Kann man das nicht auch intern austragen, und somit<br />
nicht das Ansehen der Partei verletzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ja. Meine Erfahrung ist, dass dies in einer Mediengesellschaft nicht mehr<br />
hinter verschlossenen Türen geht. Und erst recht nicht geht, wenn<br />
die Parteispitze &#8211; wie ursprünglich geplant &#8211; ja überhaupt keine<br />
Mitentscheidung der Parteimitglieder zulassen wollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>testat:</b> Herr<br />
Pronold, haben Sie sich viele Feinde in der SPD gemacht, seitdem Sie das<br />
Begehren gestartet haben? Wie gehen Sie damit um?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mir geht es um eine inhaltliche Diskussion. Ich habe versucht, keine persönlichen<br />
Verletzungen entstehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass fast alle in<br />
der SPD auch eine solche Diskussionskultur pflegen. 😉</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dann kommen wir mal zu den Inhalten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>faulpelz:</b> Die<br />
Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes will der Kanzler verkürzen. Das<br />
finde ich richtig. Warum sind Sie dagegen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn jemand 30 Jahre gearbeitet hat, mit über 50 arbeitslos wird,<br />
hat er keine Chance, einen neuen Job zu kriegen. Nach den ursprünglichen<br />
Plänen wäre er nach einem Jahr in der Sozialhilfe gelandet,<br />
was bedeutet, er müsste sein gesamtes Vermögen &#8211; Eigentumswohnung,<br />
Erspartes &#8211; aufbrauchen, bevor er irgendeine staatliche Unterstützung<br />
kriegt. Und das, obwohl er 30 Jahre einbezahlt hat, um sich gegen dieses<br />
Risiko zu versichern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>suzi:</b> Wäre<br />
es nicht im Interesse der Arbeitnehmer den Kündigungsschutz zu lockern<br />
und Billigjobs anzubieten? Für kleinere Unternehmen wäre es<br />
sicherlich förderlich, da Sie so bei guter Auftragslage mehrere Leute<br />
einstellen könnten. So könnte man mehrere Leute von der Straße<br />
nehmen. Das Sozialhilfe Niveau müsste dann angepasst werden. Gewährleistet<br />
muss sein, dass Sozialhilfe nie mehr sein darf, als ein Einkommen aus<br />
einem Minijob + einem entsprechenden Bonus aus der Sozialkasse. Was denken<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jung_dynamisch:</b><br />
Der SPD-Reformplan zielt auf die Lockerung des Kündigungsschutzes<br />
ab. Ist das unsozial in ihren Augen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold</b>:<br />
Es ist wirkungslos. 1996 haben die Unternehmen 500.000 neue Jobs versprochen,<br />
wenn der Kündigungsschutz gelockert wird. Kein einziger wurde damals<br />
zusätzlich geschaffen. Unternehmen stellen nicht Leute ein, weil<br />
sie sie nachher wieder kündigen wollen, sondern wenn sie sich dadurch<br />
mehr Gewinn erwarten. Zur Frage Sozialhilfe &#8211; Minijobs: Sozialhilfe deckt<br />
das zum Leben notwendige Minimum ab. Ich weiß nicht, was man da<br />
noch kürzen soll. Vor allem, wenn bereits nach geltendem Recht diese<br />
gestrichen werden kann, wenn jemand eine zumutbare Arbeit verweigert.<br />
Und um vernünftig leben zu können, braucht man mindestens drei<br />
Minijobs. Da wären mir ordentliche Beschäftigungsverhältnisse<br />
lieber.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Müntefehrings-Jünger:</b><br />
Und wie soll ein Staat einen Rentner bei der EnBw, der mit 53 in den Vorruhestand<br />
geht, dauerhaft finanzieren? Wie sieht es da europäisch aus? Kennen<br />
Sie einen Nachbarstaat, in dem eine solche Geschichte möglich wäre?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:<br />
</b>Richtig ist, dass Blüm mit der langen Bezugsdauer von Arbeitslosengeld<br />
eine Möglichkeit geschaffen hat, ältere Arbeitnehmer leichter<br />
und früher in Rente gehen zu lassen. Die Idee war auch, dass jüngere<br />
nachrücken. Dort besteht Reformbedarf, aber das Kernproblem ist,<br />
dass viele krankheitsbedingt früher in Rente gehen. Die Lösung<br />
liegt bei der Humanisierung der Arbeitswelt, nicht bei Rentenkürzungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Es ist doch so, dass Unternehmen bei guter Auftragslage eher mehr Leute<br />
einstellen, und da ist es der Sache doch förderlich, wenn der Arbeitgeber<br />
bei Bedarf diese Personen wieder entlassen darf. Oder sehe ich das falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein, das entspricht dem geltenden Kündigungsschutzrecht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Trotz ihrer Wünsche: Eine tiefgreifende Veränderung der Agenda<br />
wird es wohl nicht mehr geben. Werden Sie dann im Bundestag bei der Abstimmung<br />
der Reform-Gesetze gegen Kanzler Schröder stimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir werden mindestens sechs verschiedene Gesetzesvorschläge auf dem<br />
Tisch liegen haben. Bevor ich nicht weiß, wie diese im Detail aussehen,<br />
kann ich schlecht etwas über mein Abstimmungsverhalten sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nervt es Sie nicht, dass der Kanzler ständig Entscheidungen über<br />
politische Sachfragen mit seiner Person verknüpft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nerven ist der falsche Ausdruck. Ich halte es für falsch, weil damit<br />
keine Überzeugung durch inhaltliche Argumente mehr stattfinden kann<br />
und ein demokratischer Prozess sollte doch gerade von inhaltlichen Argumenten<br />
bestimmt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Erhoffen<br />
Sie sich in der Nach-Schröder-Ära Punkte durch ihre Aktion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Wer in der Politik etwas verändern will, muss auch mal anecken.<br />
Wenn man dann zuviel Sorgen hat, ob man noch &quot;Everybody`s Darling&quot;<br />
ist, ist man vielleicht am Ende &quot;Everybody`s Depp&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, Sie leisteten nur Widerstand gegen Schröders<br />
Reformen, um sich bekannt zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin 15 Jahre ehrenamtliches und aktives Mitglied meiner Partei. Daraus<br />
leite ich meine Berechtigung her, mich in inhaltliche Debatten einzumischen.<br />
Wenn Inhalte mit Personen verknüpft sind, halte ich Bekanntheit für<br />
ein notwendiges Übel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Welche politische Stellung möchten Sie anpeilen? Wenn Sie dies geschafft<br />
haben, welche Ziele wollen Sie erreichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Der zweite sozialdemokratische Ministerpräsident in der Geschichte<br />
Nachkriegs-Bayerns. <br />
Zu den Zielen: Die CSU für all ihre Skandale strafrechtlich zur Rechenschaft<br />
zu ziehen, auch auf die Gefahr hin, wesentlich mehr Gefängnisse bauen<br />
zu müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>140jahre:</b> Die<br />
SPD ist ja letzte Woche 140 Jahre alt geworden. Wie sehen denn die nächsten<br />
Jahre Sozialdemokratie aus? Neoliberal oder Sozialismus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Im Kaffeesatz lesen war ich noch nie besonders gut. Ich kämpfe dafür,<br />
dass die SPD sich weiterhin für eine Gesellschaft mit mehr Gleichheit<br />
und mit mehr Gerechtigkeit einsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>werter:</b> Welche<br />
Grundwerte der Sozialdemokratie sehen Sie in Gefahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich befürchte, dass die Werte Solidarität und Gerechtigkeit<br />
eine andere Bedeutung bekommen, ähnlich wie Sie bisher von konservativen<br />
oder liberalen Politikern verwandt worden sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zurück zur Realpolitik:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Realist:</b> Ist<br />
es sozial gerecht, wenn nicht mehr finanzierbare Sozialsysteme gegen die<br />
Wand gefahren werden und die Jüngeren dann trotz hoher Einzahlungen<br />
später kaum etwas bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist nicht so. Bloß weil dieses Schreckensbild fast täglich<br />
von interessierten Kreisen an die Wand gemalt wird, hat es mit der Realität<br />
wenig zu tun. Unser Sozialstaat basiert darauf, dass die Erwerbstätigen<br />
für alle (!) nicht Erwerbstätigen aufkommen. Der zu verteilende<br />
Kuchen wird laufend größer, er wird nur immer ungerechter verteilt.<br />
Da liegt das Problem.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mayer:</b> Die<br />
Reform der 400-Euro-Jobs nach den Vorschlägen von CDU und CSU erweist<br />
sich als Riesenerfolg: Nach ersten Schätzungen der zuständigen<br />
Bundesknappschaft in Cottbus sind seit dem vergangenen April rund 600.000<br />
neue Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor entstanden, davon circa<br />
30.000 im Privathaushalt. Was sagen Sie nun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Dass ich diese Zahl nicht glaube. In den Privathaushalten sind wir davon<br />
ausgegangen, dass Schwarzarbeit in legale Arbeit übergeführt<br />
wird. Neue Jobs haben dort kaum Platz gegriffen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Wäre eine große Koalition nicht das Gebot, um eine echte Agenda<br />
&quot;Ich helfe Deutschland&quot; auf den Weg zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Stichwort<br />
Bremen: Könnte eine Große Koalition auf Bundesebene die drängendsten<br />
Probleme nicht viel besser lösen als Rot-Grün contra Bundesrat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es kommt in erster Linie darauf an, was für eine Politik gemacht<br />
wird.<br />
Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur<br />
einen kurzen Gedanken an eine große Koalition rechtfertigen würde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Herr Pronold, was sagen Sie zu Herrn Steinbrück. Sind Sie persönlich<br />
ein Verfechter von Rot-Grün, oder kommt darauf an, dass genug rot<br />
dabei ist? Auch wenn etwas Gelb vielleicht die Stimmung in Berlin aufheizen<br />
würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mein Problem ist, dass bei Grün viel zu viel Gelb ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zur Agenda:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Die<br />
Parteispitze wird doch von den Parteimitgliedern gestützt und gewählt.<br />
Denken Sie wirklich, dass eine Mitentscheidung der Parteimitglieder auf<br />
solche Art und Weise stattfinden muss??? Ich als kleines Gemeinderatsmitglied<br />
trage die Entscheidungen mit, und durch die Wahl meines Delegierten entscheide<br />
ich, oder etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Parteispitze hat 1993 dafür gesorgt, dass es überhaupt ein<br />
Mitgliederbegehren in der SPD gibt. Viele Kommunalgesetze sehen auch Bürgerentscheide<br />
vor. Als Stadtratsmitglied habe ich nicht den Eindruck, dass Bürgerentscheide<br />
schlechtere Ergebnisse bringen, als Gemeinderatsbeschlüsse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie viele SPD-Abgeordnete werden denn Ihrer Ansicht nach mit Nein stimmen,<br />
oder knicken am Ende wieder alle ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das hängt davon ab, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie könnten es sich doch mal leisten, gegen den Kanzler zu stimmen.<br />
Die Agenda-Gesetze haben doch gute Chancen, dass auch Abgeordnete der<br />
Union zustimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union will die SPD von der Regierung wegbringen. Im Zweifelsfall wird<br />
es überhaupt keine Stimme von den Schwarzen geben. Wir brauchen eine<br />
eigene Mehrheit und die gibt es umso leichter, je mehr Kompromissfähigkeit<br />
auf allen Seiten da ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hat Sie Herr Müntefering in den vergangenen Tagen mal zum Thema &quot;Fraktionsdisziplin&quot;<br />
belehrt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Disziplin ist ja auch nicht bedingungslose Gefolgschaft.<br />
sondern hat für mich sehr viel mit dem Prozess vor der Mehrheitsentscheidung<br />
in der Fraktion zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Die Mehrheit<br />
der Deutschen will die Agenda 2010. Warum ignorieren Sie dies?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Mehrheit der Deutschen ist auch für Subventionsabbau. Als wir<br />
im Herbst das konkret in der Steuerpolitik angegangen sind, war die Mehrheit<br />
bei fast jeder Einzelmaßnahme dann für den Erhalt der Subventionen.<br />
Alle sind derzeit abstrakt für Reformen (ich übrigens auch).<br />
Die entscheidende Frage ist: Wie schauen die konkreten Schritte aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Wenn Schröder<br />
wieder die Vertrauensfrage stellen würde &#8211; würden Sie sich dann<br />
zu einem Ja zur Agenda 2010 hinreißen lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Keine andere Antwort als oben. Es kommt darauf an, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was dann auf dem Tisch liegt, dürfte doch hinreichend klar sein,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich wäre dem Moderator dankbar, wenn er mir die konkreten Gesetzesentwürfe<br />
geben würde weil bisher sind Sie noch nicht da.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Sie sind in ihrem eigenen Landesverband nicht ganz unumstritten &#8211; wie<br />
haben die bayerischen Jusos eigentlich auf das Mitgliederbegehren reagiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die bayerischen Jusos haben das Mitgliederbegehren ja eigentlich initiiert.<br />
In meinem Wahlkreis habe ich deutliche Unterstützung durch die örtliche<br />
Partei. Ansonsten führt ein Konflikt ja oft dazu, dass vorübergehend<br />
eine Polarisierung eintritt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>AberHallo-Mann:</b><br />
Au Backe, mit der SPD geht es ja bergab. Herr Pronold, wollten Sie schon<br />
mal die Partei wechseln. Und wohin wären Sie gegangen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Ich wollte noch nie die Partei wechseln. Ich kann mir nicht vorstellen,<br />
wie in Deutschland mehr Gerechtigkeit durchgesetzt werden soll, wenn die<br />
SPD dabei nicht die treibende Kraft ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Mir als eingefleischter Sozialdemokrat gefällt nicht, wie die CDU<br />
Politik macht. Sie blockiert alles, klar Sie ist die Opposition, aber<br />
kann Sie nicht einmal zusammenarbeiten? Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union wird bald im Bundesrat Zugeständnisse machen müssen.<br />
Ihre eigenen Länderhaushalte sind oft schon verfassungswidrig. Deshalb<br />
wird in der Steuerpolitik noch einiges an Bewegung geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die SPD verliert massiv an Mitgliedern, in Umfragen erreicht Sie nur noch<br />
25 Prozent. Wegen Leuten wie Ihnen, oder würden ohne Politiker wie<br />
Sie noch mehr von der Fahne gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist schwer zu beurteilen, wenn man es wirklich ernsthaft beantworten<br />
will, würde es mehr Raum brauchen. Ich bin deshalb aber auf den Start<br />
des Mitgliederbegehrens gekommen, weil ich in den Monaten zuvor viele<br />
aktive und langjährige SPD-Mitglieder vom Austritt abhalten musste,<br />
die über den Kurs und den Umgang innerhalb der SPD alles andere als<br />
begeistert waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Sehen Sie Ottmar Schreiner nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine<br />
als neuen Anführer der Parteilinken??? Oder wollen Sie diese Stelle<br />
einnehmen ???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,<br />
uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun &#8211; so<br />
die Internationale.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>free__spd:</b><br />
Wie ist es so als mit Abstand junger Bundestagsabgeordneter? Werden Sie<br />
von den Alteingesessenen ernstgenommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Da müssten Sie die fragen, nicht mich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Aber in Ihrer Wahrnehmung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich kann mich nicht beschweren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sitzen<br />
Sie eigentlich in irgendeinem Ausschuss? Wie Sieht ihre Arbeit im Bundestag<br />
aus, wenn Sie nicht gerade Mitgliederbegehren starten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin Mitglied im Finanzausschuss und darüber hinaus &#8211; wenn ich<br />
es spöttisch ausdrücken darf &#8211; &quot;verteidige&quot; ich als<br />
Mitglied des Untersuchungsausschusses die Bundesregierung gegen den Vorwurf<br />
des Wahlbetruges.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
und eine allerletzte:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Gehört die eben zitierte &quot;Internationale&quot; nicht auch zu<br />
dem verstaubten Image der Jusos?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Frage ist ja nicht, ob etwas alt oder verstaubt ist, sondern richtig<br />
oder falsch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen, vielen Dank Herr Pronold, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind. Den nächsten Chat gibt&#8217;s am kommenden Dienstag, 3.<br />
Juni, dann stellt sich Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) von<br />
17.30 bis 18.30 Uhr Ihren Fragen. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei<br />
sind. Einen schönen Abend wünscht das tacheles.02-Team.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Schönen Gruß an die rote Renate!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Wir wollen zeigen, dass man online etwas verändern kann.&#034;</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Jobelius]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Lennardt]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Sebastian Jobelius, Vorsitzender der Jusos in Nordrhein-Westfalen
und Stefan Lennardt, Pressesprecher der SPD in NRW im Gespräch
mit politik-digital zur Weboffensive &#34;ab16.de&#34;.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Sebastian Jobelius, Vorsitzender der Jusos in Nordrhein-Westfalen<br />
und Stefan Lennardt, Pressesprecher der SPD in NRW im Gespräch<br />
mit politik-digital zur Weboffensive &quot;ab16.de&quot;.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In dieser Zeit wird oft von den politisch desinteressierten<br />
Jugendlichen geredet, denken Sie, dass Sie ausgerechnet<br />
vor den Rechnern die politisch interessierten Jugendlichen<br />
antreffen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sebastian Jobelius</b>: Ich glaube nicht, daß Jugendliche per se politisch desinteressiert sind.<br />
In Gegenteil: Viele fühlen sich für ihre Umwelt verantwortlich, sie denken<br />
mit und haben eine Meinung. Was sie ablehnen sind die etablierten Formen<br />
der Politik, die Fratzen im Fernsehen und die ewig gleichen Floskeln der<br />
Politiker. Hier bietet das Internet eine Alternative, denn man muss sich<br />
von niemandem vollquatschen lassen. Mit einem guten Angebot kann man daher<br />
gerade im Netz interessierte Jugendliche erreichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stefan Lennardt</b>: Wir wissen aus Erfahrung, dass viele<br />
Internet-User das Web für politische Information nutzen. Man kann ja<br />
politische Infos nirgends so gut aufbereiten. Und: Wer auf unserer Site<br />
landet, wollte schließlich dahin. Mit wirklich Desinteressierten kriegen wir<br />
es also kaum zu tun.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Glauben Sie, dass Jugendliche durch das Internet eher auf ihr neues<br />
Recht aufmerksam werden als durch Zeitung und Fernsehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sebastian Jobelius</b>: Zeitung und Fernsehen informieren nur sehr verkürzt über das neue Wahlrecht<br />
für 16jährige. Im Netz dagegen kann man sich in aller Ruhe mit dem neuen<br />
Wahlrecht beschäftigen: wie geht das überhaupt, muß ich mich anmelden, was<br />
wollen die überhaupt von mir ? Unsere Seiten gehen natürlich noch weiter.<br />
Wir wollen zeigen, dass man etwas verändern kann und dass die Jusos was auf<br />
die Beine kriegen. Schließlich haben wir auch mit das Wahlrecht 16<br />
durchgesetzt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stefan Lennardt</b>: Es gehört alles zusammen. Manche lesen wenig und sehen nur fern, andere<br />
haben gar keinen Fernseher und stattdessen mit dem Web genug. Für die<br />
meisten bietet das Internet in Sachen Politik wohl eher Zusatz-Infos. Aber<br />
für uns ist das sehr attraktiv.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wie schätzen Sie allgemein das Engagement bei Jugendlichen ab 16<br />
Jahren im politischen Bereich ein? Auch aufgrund Ihrer<br />
persönlichen Erfahrungen bei den Jusos?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sebastian Jobelius</b>:Ich stelle fest, dass Jugendliche eigentlich an allen Ecken und Enden<br />
engagiert und aktiv sind. Das Angebot ist ja auch riesig. Natürlich würde<br />
ich mir oft wünschen, mehr Jugendliche wären bei den Jusos oder anderen<br />
Jugendorganisationen aktiv, doch das ist nicht immer der Fall. Wenn ich das<br />
Engagement der meisten Jugendlichen beschreiben sollte, würde ich sagen: es<br />
muss Spaß machen, konkret sein und bloß nichts Bindendes mit sich bringen.<br />
Das ist natürlich mit einer Jugendorganisation wie den Jusos nicht immer<br />
vereinbar, aber wir arbeiten daran.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Fordern Sie, dass auch auf Bundesebene ab 16 Jahren gewählt werden<br />
kann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sebastian Jobelius</b>: Ich setze mich für das Wahlrecht ab 16 auf Landes- und Bundesebene ein.<br />
Hierfür kann ich kurz drei Gründe nennen: 1. Die Probleme unserer<br />
Gesellschaft haben Ende der 90er Jahre in vollem Maße die Jugend erreicht.<br />
Man nehme nur die Krise auf dem Ausbildungsmarkt. Jugendliche haben das<br />
Recht zu sagen, wem sie am ehesten zutrauen derartige Probleme zu lösen.<br />
Politiker würden die Probleme ernster nehmen, wenn sie auf die Stimmen der<br />
16jährigen angewiesen sind. 2. Ich darf mit 16 meinen Beruf und meine<br />
Religion wählen, ich bin straffähig, kann Kinder kriegen und heiraten. Die<br />
Politik sollte sich hier nicht wichtiger nehmen als sie ist: wer das darf,<br />
darf auch einen Abgeordneten mitwählen. 3. Viele sagen: 16jährige<br />
interessieren sich noch nicht für Politik. Doch das ist eine vermessene<br />
Position. Es geht ja darum, eine politische Entscheidung zu treffen. Und<br />
dazu sind 16jährige sehr wohl in der Lage.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stefan Lennardt</b>: Das ist keine durchgängige Forderung in der SPD. Ist vielleicht auch ganz<br />
gut, jetzt erstmal ein paar Erfahrungen zu machen. Privat fände ich auch ein<br />
bundesweites Wahlrecht ab 16 absolut okay.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Haben Sie schon feedback von den Jugendlichen bekommen? Wie ist<br />
die Resonanz allgemein auf das Projekt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Sebastian Jobelius</b>: Das Feedback ist hervorragend. Wir hatten alleine in der ersten Woche über<br />
20.000 Besuche auf unserer Site. Die Jusos machen mit www.ab16.de<br />
Wahlkampf und stoßen dabei auf das Interesse vieler Jugendlicher. Das<br />
ermutigt uns, auf diesem Weg weiterzumachen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stefan Lennardt</b>: Die meisten Mails bekommen direkt die Jugendlichen, die auf unserer Site<br />
vorgestellt werden. Die Nutzung war in der ersten Woche schon höher als auf<br />
unserer klassischen &quot;SPD-Site&quot; &#8211; das hat uns gefreut und gewundert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital: </span></b>Vielen Dank für das Gespräch.<br />
<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Sebastian Jobelius und Stefan Lennardt führte Anne-Katrin Fischer.<br />
</span></p>
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