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	<title>Justin Timberlake &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Vergessene Online-Welten &#8211; Teil 3: Second Life</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2013 07:38:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Social Media und Online-Plattformen… da denkt jeder an Facebook, Twitter, Google +. Diese Namen gehören heute zum Internet wie die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-130965" alt="bild" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bild-630x405.jpg" width="630" height="405" /></a>Social Media und Online-Plattformen… da denkt jeder an Facebook, Twitter, Google +. Diese Namen gehören heute zum Internet wie die Predigt in die Kirche. Doch es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der von Facebook (noch) keine Rede war, es andere digitale Treffpunkte gab, um miteinander zu kommunizieren und in Verbindung zu bleiben. Viele sind in Vergessenheit geraten. Dabei waren sie in ihren Glanzzeiten das zweite Zuhause für ihre Mitglieder. Für einige kam irgendwann das jähe Ende, andere dümpeln bis heute vor sich hin und wieder andere wagen ein Comeback. Für unsere Sommerreihe haben wir in die Mottenkiste der sozialen Medien geschaut und ein paar Schätze ausgegraben.Im dritten Teil unserer Reihe widmen wir uns der fast vergessenen virtuellen Welt Second Life.</p>
<h3>Wie es wurde, was es war</h3>
<p>Damals wollten alle dabei sein: Adidas verkaufte Schuhe an Second-Life-Bewohner, die schwedische Regierung schuf eine virtuelle diplomatische Vertretung und sogar Baden-Württemberg eröffnete eine eigene Second-Life-Dependance. Die Bildzeitung veröffentlichte die Second-Life-Zeitung “AvaStar” und der damalige französische Präsidentschaftskandidat Nicholas Sarcozy ließ die “Sarkozy Island” einrichten, um auf Stimmenfang im Netz zu gehen. Genauso übrigens wie seine Kontrahentin Segolène Royal, die nämlich längst schon drin war, in der virtuellen Welt von Second Life. Die Betonung liegt dabei auf “war“. Denn der große Hype um Second Life ist längst passé. Zunächst aber stellt sich die Frage: Wie ging es eigentlich los?<br />
Vor genau zehn Jahren schuf das kalifornische Unternehmen Linden Lab die 3D-Weltsimulation Second Life. Dieses Kunstuniversum war von Anfang an nicht als einfaches Spiel konzipiert, sondern eher als eine Plattform, die kreativen Austausch und Interaktion ermöglicht. Der Besucher kann die Umwelt und sein  virtuelles Selbst, den Avatar, mithilfe unterschiedlicher Gestaltungsfunktionen und einer internen Programmiersprache nach eigenen Wünschen gestalten. In Form ihrer Avatare können die User in Echtzeit miteinander kommunizieren und anderweitig agieren. Von Gesprächen über gemeinsames Tanzen oder Shoppen bis hin zu virtuellem Sex ist nahezu jede Form der Interaktion möglich. Während die Basis-Registrierung und das grundsätzliche Spielen bei Second Life kostenlos ist, kann der User über kostenpflichtige Premium-Accounts unterschiedliche Privilegien erhalten. Ein Premium-Mitglied ist beispielsweise von der monatlichen Landmiete in Höhe von 5 Dollar für eine bestimmte Quadratmeteranzahl an Land befreit. Außerdem haben die Nutzer die Möglichkeit, sogenannte Linden-Dollars, die Second-Life-Währung, durch Jobs im Second Life und virtuelles &#8220;Taschengeld&#8221; seitens der Betreiber zu erwerben. Diese lassen sich in eine reale Währungen umzutauschen und umgekehrt. Das ermöglicht den Handel zwischen den Bewohnern. Und gehandelt wird alles Vorstellbare und mehr: Kleidung, Autos und Dienstleistungen aller Art genauso wie Nahkampfwaffen oder „zuchttaugliche Feen“. Das schuf den Mythos des schnellen Geldes: Zwar wurden einige Bewohner durch Geschäfte in Second Life auch im realen Leben zu vermögenden Personen, der Großteil der User aber träumte vergeblich vom Reichtum durch den virtuellen Handel.<br />
So oder so, die Gemeinschaft wuchs, und zwar schnell. Schon 2006 hatte Second Life über zwei Millionen Bewohner – auch wenn davon weniger als eine Million User tatsächlich und häufig am virtuellen Leben teilnahmen. 2007 war der Hype um Second Life auf seinem Höhepunkt– da waren es bereits über sieben Millionen „Lifers“. Denn auch Unternehmen hatten die neue virtuelle Welt als Marketingplattform für sich entdeckt. In der Hoffnung, Kunden noch gezielter ansprechen zu können, schufen sich mehr und mehr Firmen eine “zweite Existenz” in Second Life. Mit dabei waren zum Beispiel BMW und Toyota. Auch Künstler und Bands nutzten Second Life, um auf sich aufmerksam zu machen. Dass die Politik folgte, schien nur logisch: Neben den beiden ehemaligen französischen Spitzenkandidaten für das Präsidentschaftsamt versuchten vereinzelt auch deutsche Politiker, virtuellen Wahlkampf zu betreiben. Sogar politische Initiativen entstanden, beispielsweise für die  Einführung des Mindestlohns in Deutschland. In der Folge befassten sich renommierte Wissenschaftler und natürlich die Medien mit der Online-Spielwiese. „Das Spiel hat Potenzial und könnte noch ungeahnte Möglichkeiten zur Kommunikation entwickeln, zu Experimenten – und zur Zukunft des Internets. Einige Experten gehen davon aus, dass Second Life das World Wide Web komplett verändern wird – und User sich in ein paar Jahren so durchs Netz bewegen werden wie heute durch das Onlinegame“, prophezeite der Fokus im April 2007. Für den Spiegel bedeutete Second Life gar &#8220;den Beginn einer völlig neuen Anthropologie, eines neuen Menschenbildes. Nach dem freibestimmten Individuum der Renaissance und dem Massenmenschen des Industriezeitalters betritt nun der virtuelle Prototyp die Arena: ewig jung, ewig agil, metropolitan einsam und gleichzeitig unendlich vernetzt.“  Second Life schien das nächste große Ding zu sein, die Möglichkeiten nahezu grenzenlos.</p>
<h3>Aus der Traum</h3>
<p>Enthusiasten malten sich also die Vision einer besseren Welt aus, während Skeptiker vor einer massiven Realitätsflucht einsamer Nutzer warnten. Letztendlich bewahrheitete sich keines der beiden Szenarien. Denn so schnell der Hype entstanden war, so schnell flaute er auch wieder ab.<br />
Second Life wurde größer geschrieben als es tatsächlich war. Tatsächlich bestand die Plattform auch auf ihrem (medialen) Höhepunkt zu großen Teilen aus sogenannten „Account-Leichen“. 2007 loggten sich nur 0,8 Prozent der Spieler mindestens einmal in der Woche ein. Was auch daran liegen könnte, dass Steuerung und Grafik schon zum Zeitpunkt des Erscheinens von Second Life nicht auf der Höhe der Zeit war. Dazu kamen technische Mängel der Plattform. Bugs und Ausfälle machten den „Lifern“ das Leben schwer. Wer Second Life eher passiv als reines Online-Spiel nutzte, musste außerdem schnell feststellen, dass es außer Shopping, wenig aufregenden Club-Nächten, virtuellem Sex und Small-Talk nicht viel zu tun gab. Darüber hinaus wurde vermehrt Kritik an der Kommerzialisierung von Second Life laut. Insbesondere die treuesten Fans sträubten sich gegen das zunehmende Statusdenken und die Invasion der Unternehmen. Die idealistische Vision einer „zweiten“, besseren Welt ohne  soziale Unterschiede ging nicht in Erfüllung.  Wer kein (virtuelles und reales) Geld hatte, konnte die angesagten Clubs nicht besuchen, sich weder neue Kleidung  noch Land kaufen. Virtuelle Zäune und Absperrungen taten ihr Übriges. In der Folge sank zwar zunächst nicht die Zahl der Bewohner, wohl jedoch die Zahl der gleichzeitig aktiven User langsam aber stetig.<br />
Offenbar trat hier wohl der Effekt ein, dass sich Medienhype und das massive Marketinginteresse der Unternehmen gegenseitig bedingten. Als die hehren Erwartungen nicht in Erfüllung gingen, beendeten viele Firmen ihr Engagement wieder. Weder Bild noch Adidas sind heute noch im Second Life aktiv. Und die Medien? Weniger als zwei Jahre nach den Jubelschriften wurde Second Life von vielen Journalisten praktisch für tot erklärt.  Schlagzeilen wie „Second Life liegt im Sterben“ dominierten die Presse. Es wurde wieder leise um Second Life. 2010 musste Linden Lab 30 Prozent seiner Belegschaft entlassen. Die Welt schrieb dazu: „Es gibt etwas, das ist noch vernichtender als schlechte Presse: gar keine Presse. (…) Obwohl sich &#8220;Second Life&#8221; ins Nichts schrumpft, scheint das niemanden zu interessieren. Oder es wundert sich einfach keiner.“</p>
<h3>Geht da noch was?</h3>
<p>Ins Nichts geschrumpft hat sich Second Life nicht. Im Juni dieses Jahres feierte die Plattform ihren zehnten Geburtstag. Wirklich ansprechend und modern ist die Plattform zwar noch immer nicht. Ebenso wenig hat das, was im Second Life passiert,  starken Einfluss auf den medialen Diskurs über das Web.  „Second Life, die Zukunft des Internets“, diese Aussage wird man in der Form nicht mehr lesen. Und wir wären doch sehr überrascht, wenn plötzlich eine virtuelle Merkel gegen einen Steinbrück-Avatar zu Felde ziehen würde. Die tatsächlich teilnehmende Bevölkerung von Second Life scheint geschrumpft zu sein &#8211; trotz einer Zahl von insgesamt <del>20 Millionen</del> 36 Millionen Registrierungen seit Gründung laut Aussage der Betreiber  (korrigiert, vgl. Kommentar).<br />
Andere bauen  derweil schon an neuen Welten. Das ist vielleicht auch gut so. Denn der durchschnittliche Second Life-User ist Mitte dreißig oder älter. Jüngere Generationen stellen durch mehr Erfahrung mit modernen Konsolenspielen häufig höhere Anforderungen an Technik und Grafik. „Cloud Party“ heißt der neue Versuch, das totgesagte Genre  wieder zum Leben zu erwecken. In der 3-D-Anwendung bewegen sich die Avatare durch eine Welt mit riesigen Blasen, die jeweils eine abgeschlossene Welt umfassen. Im Vergleich zu Second Life scheint das Spiel flüssiger zu laufen und einfach zu verstehen zu sein. Medien und User reagieren allerdings noch verhalten auf die neue Welt. Bis zum nächsten Hype um 3-D-Universen wird wohl noch einige Zeit vergehen.<br />
Trotzdem: Second Life hat nach wie vor seine Fans, und die sind treu. Meist sind 35.000 bis 60.000 Nutzer gleichzeitig in das System eingeloggt. Man trifft auf Künstler, Designer und Wissenschaftler, die gemeinsam an „ihrer“ Welt basteln und detailverliebte Landschaften oder Gebäude entstehen lassen. Noch immer werden Vorträge oder Referate  im Second Life gehalten. Die Zahl der zeitgleich aktiven Nutzer steigt zwar nicht an. Aber solange die bestehenden Anhänger von Second Life der Plattform auch weiterhin die Treue halten, kann das virtuelle Universum vermutlich noch länger bestehen.<br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-1-die-vz-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: Was macht eigentlich StudiVZ?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-2-myspace/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 2 der Reihe: Was macht eigentlich MySpace?</a><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lifesagamble/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jane </a><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<div id="stcpDiv"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Vergessene Online-Welten &#8211; Teil 2: MySpace</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/vergessene-online-welten-teil-2-myspace-130663/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2013 14:07:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Social Media und Online-Plattformen… da denkt jeder an Facebook, Twitter, Google +. Diese Namen gehören heute zum Internet wie die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sommerreihe_2.png"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-130665" alt="Sommerreihe_2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sommerreihe_2-630x405.png" width="630" height="405" /></a>Social Media und Online-Plattformen… da denkt jeder an Facebook, Twitter, Google +. Diese Namen gehören heute zum Internet wie die Predigt in die Kirche. Doch es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der von Facebook (noch) keine Rede war, es andere digitale Treffpunkte gab, um miteinander zu kommunizieren und in Verbindung zu bleiben. Viele sind in Vergessenheit geraten. Dabei waren sie in ihren Glanzzeiten das zweite Zuhause für ihre Mitglieder. Für einige kam irgendwann das jähe Ende, andere dümpeln bis heute vor sich hin und wieder andere wagen ein Comeback. Für unsere Sommerreihe haben wir in die Mottenkiste der sozialen Medien geschaut und ein paar Schätze ausgegraben.</p>
<h3>Wie es wurde, was es war</h3>
<p>Von einer der meist besuchten Websites des Internets zum Millionengrab. Und von Rupert Murdoch zu Justin Timberlake. Die Online-Community MySpace, ein Pionier des Web 2.0, hat turbulente Jahre hinter sich. Doch wie hat alles angefangen?<br />
Mit einer Gruppe junger eUniverse-Angestellter:  Tom Anderson, Brad Greenspan, Chris DeWolfe, Toan Nguyen und Josh Berman gründeten MySpace 2003 als „place for friends“. Von da an ging es steil bergauf: Innerhalb weniger Jahre waren über 200 Millionen Nutzer bei MySpace aktiv. Bekannt war das Neztwerk vor allem für seine individuell zu gestaltenden Profilseiten. Ganze Websites existierten nur zu dem Zweck, die schönsten oder hässlichsten MySpace-Profilseiten auszustellen oder bestimmte Designs zum Download bereitzustellen. Beliebt waren auch die vielfältigen Möglichkeiten, Videos und Musik in das eigene Profil einzubinden. Viele Künstler, Medienschaffende und vor allem Musiker nutzten das Portal, um auf sich aufmerksam zu machen. Das bot Fans die Chance, mit Bands aus aller Welt in Kontakt zu treten und einige ihrer Songs kostenlos online zu hören. 2005 wurde MySpace an den Medienkonzern News Corporation unter Rupert Murdoch für 580 Millionen Dollar verkauft, der aus dem Netzwerk eine Multimediaplattform mit filmischem Schwerpunkt im Sinn entwickeln wollte. Bereits im Jahr 2006 – also nur drei Jahre nach seiner Gründung &#8211; war MySpace die populärste Seite der USA und der unangefochtene Global Player unter den sozialen Netzwerken. Damals registrierten sich an einem typischen Tag über 230.000 neue User auf der Website. Ein interessantes Detail: Angeblich hat das Ausmaß der MySpace-Kommunikation zwischenzeitlich sogar die NSA auf den Plan gerufen.</p>
<h3>Aus der Traum</h3>
<p>Schon kurze Zeit später ging es dann allerdings ziemlich rasant und ziemlich steil bergab. MySpace stand ab 2008 vor mehreren Problemen: Das größte war Facebook, das mit seiner „Wall“ und anderen Features stärker auf soziale Interaktion abzielte und MySpace den Rang streitig machte. Bereits 2008 hatte Facebook mehr Nutzerzahlen zu verzeichnen als MySpace. Dazu kamen weitere Schwierigkeiten: Ausuferndes Spamming, scheinbar willkürlichen Löschungen von Fotos und Profilen durch den Betreiber, Sicherheitslücken und Vorwürfe wegen sexueller Belästigung durch User trugen weiter zu dem Imageverfall von MySpace bei. Trotz etlicher Überarbeitungen der Website und einem Relaunch 2010 waren im Jahr 2011 nur noch 63 Millionen User in dem Netzwerk registriert. Im Vergleich: Facebook hatte damals schon über 500 Millionen Mitglieder. Im selben Jahr entschied sich Murdoch, MySpace für den Preis von 35 Millionen Dollar an eine Investorengruppe zu verkaufen. Ein denkbar schlechtes Geschäft, hatte Murdoch 2005 doch mehr als das Zehnfache für die Online-Community gezahlt.</p>
<h3>Geht da noch was?</h3>
<p>Und wie geht es dem Netzwerk heute? Steigt MySpace wieder aus der Versenkung empor? Ernsthafte Versuche gibt es zumindest. Im Anschluss an eine öffentliche Betaphase wurde im Januar 2013 ein „neues“ und redesigntes MySpace für alle Nutzer zugänglich gemacht. Und siehe da: Die neue Version sei „elegant gestaltet“, schreibt Spiegel Online. Sogar von einem gewissen „Coolness-Faktor“ ist die Rede. Was ist da passiert?<br />
Dahinter steckt kein Geringerer als der amerikanische Popmusiker Justin Timberlake. Eine Investorengruppe, zu der auch Timberlake gehört, hatte die derangierte Website nämlich 2011 gekauft. Und die hat MySpace ordentlich umgekrempelt: Mit ihrem minimalistischen und Tumblr-ähnlichen Design präsentiert sich die Website heute ziemlich avantgardistisch. Außerdem richtet sich die Plattform nun noch stärker an Musiker, Bands und die Empfehlung von insbesondere neuer Musik. Musik-Streaming soll nun das Hauptgeschäft von MySpace werden. Mithilfe einer teuren PR-Kampagne, einer großen Auswahl Songs, individuellen Playlists und neuen Analyse-Tools für Musiker, die ihre digitale Präsenz managen wollen, möchten die Investoren auf den globalen Markt zurückkehren. Besonders vielversprechend scheint ein neues Radio-Feature zu sein: Seiteninhaber können aus Millionen von Songs auswählen, um individuelle Radiostationen zusammenzustellen.<br />
Die mediale Reaktion auf das „neue“ MySpace ist vergleichsweise positiv ausgefallen, ebenso die anfängliche Resonanz der User. Trotzdem: MySpace muss sich weiterhin gegen starke Konkurrenz zur Wehr setzen. Das ist heute weniger Facebook, als vielmehr die großen Musikdienste, allen voran Soundcloud und Spotify. MySpace schwächelt dabei im Vergleich (noch?): Die Streaming-Angebote seien bisher noch nicht ausreichend in die Plattform eingebunden. Von vielen bekannten Songs sind bisher außerdem nur Remixes zu finden, schreiben einige Blogger. Und während Soundcloud in den letzten Monaten weiter an Popularität gewonnen hat, hat der Online-Traffic bei MySpace in der gleichen Zeit nach den kurzzeitigen Zuwächsen wieder stark abgenommen.<br />
Und es zeichnet sich ein weiteres Problem ab: Seit dem Relaunch der Website können User mit alten Profilen nicht mehr auf ihre früheren Nachrichten, Videos, Blogs und Posts zugreifen. Damit hat MySpace einen Proteststurm ausgelöst und viele der verbliebenen loyalen User verprellt. Die Reaktion der Verantwortlichen: „Veränderung ist nicht einfach und es ist viel passiert in letzter Zeit. Wir verstehen, dass diese (Blog-) Information für euch sehr wichtig ist. Bitte versteht, dass eure Blogs nicht gelöscht wurden. Euer Content ist sicher. Aktuell diskutieren wir, auf welche Art und Weise wir euch die Blogs wieder zur Verfügung stellen können.“ Mal sehen, was mit den Daten passieren wird.<br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-1-die-vz-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ</a><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lifesagamble/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jane</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)</p>
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