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	<title>Karl-Heinz Kunckel &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Karl-Heinz Kunckel &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Chat mit Karl-Heinz Kunckel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_karlheinz_kunckel-435/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cloesch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Heinz Kunckel]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">MDR:</th>
			<td>
			Herzlich willkommen zum Wahl´99-Chat bei MDR ONLINE mit Karl-Heinz Kunckel, Spitzenkandidat der SPD Sachsen.<br />
			</td>
		</tr>
		<tr valign="top">
			<th align="right">otti:</th>
			<td>
			Hallo, KarlHeinzKunkel, was soll das bloss werden?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">MDR:</th>
<td>
			Herzlich willkommen zum Wahl´99-Chat bei MDR ONLINE mit Karl-Heinz Kunckel, Spitzenkandidat der SPD Sachsen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Hallo, KarlHeinzKunkel, was soll das bloss werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			KarlHeinzKunCKel natuerlich, Verzeihung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Hallo Otti, alles wird gut. Geh zur Wahl. Das ist das beste, was du machen kannst
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td>
			Herr Kunckel, um gleich mit den aktuellen politischen Geschehnissen zu<br />
			beginnen: Wie schätzen Sie den Ausgang der Landtagswahl in Thüringen<br />
			ein? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			herbe Enttäuschung, Haupteinfluss Bundespolitik, Sparen alleine ist<br />
			kein Ziel, sondern Mittel. Wir müssen den Menschen beschreiben, wo wir<br />
			hin wollen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			KHK, sagst Du das auch all den anderen, die den Stift nicht für die SPD und nicht gegen sie in die Hand nehmen wollen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ja, das sage ich allen anderen. Es kann nicht nur SPD-Meinungen geben.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kurtb:</th>
<td>
			Herr kunckel, nach den Schlppen der SPD in den letzten Wochen sieht es<br />
			auch für sie nicht gut aus. Wie lebt es sich mit der Aussicht, bald<br />
			vielleicht nur noch 3. Kraft im Land zu sein?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Nicht gut. Ich kämpfe allerdings bis zum 19 und auch am 20. dreht sich die Welt weiter.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td>
			Womit erklaeren Sie sich die starke Position der PDS? Ist Ihnen hier<br />
			nicht das Thema der &quot;Sozialen Gerechtigkeit&quot; einfach aus der Hand<br />
			genommen worden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Nein, noch nicht. Unsere Wähler sind in Thüringen zu Hause geblieben.<br />
			Aber wir müssen jetzt deutlich sagen, dass Sodlidarität und<br />
			Gerechtigkeit unser Thema ist. Ohne diesen Wert ginge die SPD kaputt.<br />
			Das ist mit mir nicht zu machen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Was stört Sie denn am Sparpaket der Bundesregierung? Kann es sein, dass<br />
			der sächsische SPD-Export in die Bundesregierung, Schwanitz, die<br />
			Ost.-Interessen im Kabinett nicht gut genug durchsetzen kann?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Am Sparen stört mich nichts. Aber man muss den Menschen erklären, wofür<br />
			man spart und dass die breiten Schultern nicht die Noten, sondern das<br />
			Klavier tragen. Schwanitz ist ein hervorragender Mann. Seine<br />
			Pressearbeit ist verbesserungsbedürftig.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td>
			Wie laesst sich Ihrer Meinung nach der &quot;Sturzflug der SPD&quot;, wie das Hamburger Abendblatt heute titelt, verhindern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Wir dürfen jetzt nicht wackeln und müssen die soziale Gerechtigkeit<br />
			wieder in den Mittelpunkt rücken. Gelegentlich muss ein klares Wasser<br />
			durch einen tiefen Stein.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">krischan:</th>
<td>
			Herr Kunckel, können Sie mir in drei Sätzen die Ziele Ihrer Politik in Sachsen nennen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Erstens: Beschäftigungspakt für mehr Arbeitsplätze. Zweitens: Maximal<br />
			25 Schüler in einer Klasse. Drittens: Frauen am Erwerbsleben<br />
			beteiligen. Viertens: Wirklich autonome Hochschulen. Fünftens: Moderne<br />
			Verwaltung ohne Bürokratie.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kurtb:</th>
<td>
			warum ist die bundespolitik ihrer meinung nach so wichtig für die<br />
			landtagswahlen geworden? warum wird die Arbeit in den Ländern so wenig<br />
			beachtet?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Das Klima wird in den Hauptnachrichten-Sendungen 19 und 20 Uhr gemacht.<br />
			Im Osten ist es noch nötig, die Funktion von Landespolitik zu erklären.<br />
			Was kann das Land, was kann es nicht. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">krischan:</th>
<td>
			Warum nur 25 Schueler in einer Klasse? Wir waren 40 und es war wunderbar!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Zum Fussballspielen sind 40 besser, zum Lernen sind 25 genug. 20 wären<br />
			noch besser, aber das lässt sich leider im Moment nicht bezahlen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Herr Kunckel, von den SPD-Wählern ist ein Drittel zu Hause geblieben.<br />
			Entweder die SPD schafft es, diese Menschen wieder anzusprechen und zu<br />
			überzeugen, oder die wählen das nächste Mal ganz was anderes. Gerhard<br />
			Schröder verkörpert für viele den (Brioni-gestärkten) Schulterschluß<br />
			mit den falschen Leuten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich kaufe meine Anzüge bei Karstadt. Eine Hose, zwei Sakos 700 DM.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kurtb:</th>
<td>
			wie schaffen es ihrer meinung nach so viele Westler, wie biedenkopf und<br />
			vogel, zu so beliebten landesvätern aufzusteigen? was machen die<br />
			Politiker, die aus den ländern kommen, falsch?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Diese Zeiten gehen langsam vorbei. Wir sind im Osten genauso gescheit<br />
			wie unsere Landsleute im Westen. Vieles mussten wir lernen, manches<br />
			gute, manches böse. Jetzt sprechen wir uns frei.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Ist Kurt Biedenkopf nicht nur der beste PR-Arbeiter in eigener Sache<br />
			und vielleicht auch unter den deutschen Ministerpräsidenten? Er redet<br />
			immer von Innovation, handelt aber am Ende stets genauso konservativ<br />
			wie die, die er kritisiert. Beispiel Schulpolitik, Hochschulpolitik,<br />
			Leuchtturm-Förderung&#8230; Warum greifen Sie Biedenkopf nicht schärfer an?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Sie haben völlig recht. Die Publicity ist deutlich besser als die<br />
			Performance. Ich greife Kurt Biedenkopf in der Sache an, aber<br />
			vordergründiges In-die-Waden-Beißen ändert nichts. Ohne überheblich zu<br />
			sein: Der Typus der Politiker der Zukunft ist ein sachlicher,<br />
			redlicher, ehrlicher.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">kurtb:</th>
<td>
			wie beurteilen sie die Regierungsarbeit der CDU?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Nicht alles war falsch, aber schmerzlich ist, dass wir in sachsen nicht<br />
			mehr die Lokomotive der neuen Länder sind. Das ist Moment Thüringen.<br />
			Das muss sich ändern. Wir haben die besten Voraussetzungen, aber mit<br />
			neoliberaler Wirtschaftspolitik funktioniert das nicht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td>
			Was halten Sie von der Aktion &quot;Sachsen für Sachsen&quot;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Einige meiner Freunde haben die mit unterschrieben. Vielleicht läuft es jetzt auch aus dem Ruder.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">maximoff:</th>
<td>
			Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten der Kommunikation durch das Internet? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">maximoff:</th>
<td>
			Waren Sie schon einmal in einem Chat oder ist dies hier Ihre erste virtuelle Diskussion? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Heute ist doch ein gutes Beispiel. Das ist nicht mein erster Besuch im Chat-room.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">maximoff:</th>
<td>
			Ein gutes Beispiel wofuer?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ja, ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten, die es im Internet gibt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">maximoff:</th>
<td>
			Ich meinte: Nutzen Sie eMail zur Kommunikation, das WWW zur Recherche, etc&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Privat nein, dienstlich ja. Aber ich habe die Möglichkeiten zu Hause &#8211;<br />
			der Kinder wegen. Ansonsten habe ich als Grafik-Sammler eine besondere<br />
			Beziehung zu gutem Papier, auf das ich gerne mit Tinte schreibe. Jeder<br />
			hat halt so seinen Splin.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Publicity und Performance klingt gut, aber verstehen die Wähler solche<br />
			Begriffe auch? Mir scheint Medien und Politik sind in ihrer<br />
			Kommunikationsweise generell einem nicht irrelevanten Anteil des<br />
			Publikums &quot;zu hoch&quot;.. was zu Verdrossenheit führt..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Nyx, da magst du recht haben. Also: Raus mit den Fremwörtern. Die<br />
			öffentliche Darstellung ist besser als die tatssächliche leistung des<br />
			Ministerpräsidenten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Welchen Chancen haben Sie als sachlicher, redlicher, ehrlicher<br />
			Landespolitiker, den Leuten reinen Wein einzuschenken (wie Eichel es<br />
			versucht???) und trotzdem ein achtbares Wahlergebnis zu erreichen? Was<br />
			sagen Sie den Menschen zur Vermögenssteuer, zum Subventionsabbau, zum<br />
			demografischen Faktor in der Rentenpolitik?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Was meine Chancen betrifft, kann ich noch nicht abschließend<br />
			beurteilen, aber ich bleibe bei dieser Art, Politik zu machen.<br />
			Vermögenssteuer bin ich dafür. Subentionsabbau, das muss man sich im<br />
			Einzelnen ansehen. Forschung zu subventionieren, das ist nötig. Es ist<br />
			schön, dass die Menschen immer älter werden. Das Problem ist, wir<br />
			müssen beim Generationenvertrag bleiben &#8211; als eine wichtige Säule der<br />
			Altersversorgung, aber es kann auch nicht sein, dass auf den Schultern<br />
			eines Jungen zwei Rentner sitzen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Hmm.. immernoch zu hochdeutsch.. Wie wärs mit &quot;Er redet viel, aber was er tut is nich besser als die andern..&quot; *kicher*
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Was hast du gegen hochdeutsch? Deutsch ist eine wunderschöne Sprache.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Übrigens: Es ist auch die Sprache, die ich am besten kann.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Siegfried:</th>
<td>
			Wie wäre es eigentlich mit einer Zweit-Stimmen-Kampagne für die Grünen,<br />
			dann hätten sie doch nach der zu erwartenden Wahlschlappe gleich eine<br />
			Erklärung für das schlechte Abschneiden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich stehe zu meinen Niederlagen &#8211; sollten sie eintreten. Ich suche<br />
			keine Entschuldigung. Übrigens sind mir die Grünen sehr sympathisch,<br />
			Gunda Röstel zum Beispiel. Aber ich brauche selbst jede Zweitstimme.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Warum Sie immer so abweisend gegenüber der PDS? Im Punkt sozialer<br />
			Gerechtigkeit muss sie doch viel verbinden. Und PDS-Spitzenkandidat<br />
			Porsch war doch zu DDR-Zeiten kein Bonze, dem man auch heute nicht über<br />
			den Weg trauen dürfte&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Kein Bonze gewesen zu sein, genügt nicht. Im übrigen arbeiten wir im<br />
			Landtag punktuell mit der PDS zusammen. Aber ein Projekt der Moderne<br />
			ist mit dieser Partei gegenwärtig nicht zu realisieren &#8211; mit großen<br />
			Teilen der CDU aber auch nicht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Ich formuliere ja selbst so hochgestochen.. Muß man als Politiker<br />
			rethorisch fähig sein die Sprach des jeweils zuhörenden Publikums zu<br />
			sprechen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich glaube, mann muss ich verständlich ausdrücken ohne auf die Breite seines Vokabulars zu verzichten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Welche Auswirkungen hat das Sparpaket für Sachsen,  besonders für die Landwirtschaft ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Es belastet neben der Agenda 2000 Bauern in &quot;unwirtlichen&quot; Gegenden<br />
			ziemlich heftig. Vielleicht so etwa 50 Dm pro Hektar zusätzlich. Da<br />
			muss man noch einmal darüber nachdenken.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Porsch war bei der SED, kaufte im Intershop und fährt heute Mercedes.<br />
			Alles relativ. Steht übrigens im Chattranscript von vor einigen Tagen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Ab wann ist man Bonze? Was waren Sie damals?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich war sicher kein Bonze. Bin das heute übringes auch nicht und will<br />
			es auch nie werden. Ich war zu DDR-Zeiten Hochschullehrer, parteilos,<br />
			aber kein Oppositioneller. Ich kann in den Spiegel gucken.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MDR:</th>
<td>
			Wie lautet Ihre Wahlprognose für Sonntag? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich kämpfe bis zum Schluss. Es könnte aber so sein, dass es ähnlich wie 1994 ausgeht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Hat nicht die PDS einen unheilbaren Erbschaden namens SED, setzt sie<br />
			nicht mit ihren Lowlevel-Kampagnen gegen die SPD nur diese lähmende<br />
			Nölerei auf anderer Ebene fort?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Die PDS macht in Sachsen einen Wahlkampf gegen die SPD. Sie verkündet<br />
			Ziele, die selbst von ihrer obersten Leitung als nicht bezahlbar<br />
			eingestuft werden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Was muss geschehen damit für sie die PDS eine &quot;normale Partei&quot;  ist ? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Sie muss klar und zweifelsfrei auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.<br />
			Das heißt u.a. der Zugang zur Macht erfolgt ausschließlich über<br />
			Mehrheiten, nicht nach dem Prinzip der Betroffenheit.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Siegfried:</th>
<td>
			Wenn sie das nicht hinkriegen mit einem anständigen Wahlergebnis, dann<br />
			steht doch wohl schon Tiefensee als neuer SPD-Spitzenmann bereit. Und<br />
			wie man aus dem Leipzig Rathaus weiss, kann der ja mit der PDS, oder<br />
			sehen sie das anders?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Wolfgang Tiefensee gehört zu den großen Talenten der sächsischen SPD.<br />
			Er wird noch eine große Zukunft haben. Im Moment will er das Amt des OB<br />
			engagiert und mit Erfolg ausfüllen. Talentierte Politiker in den<br />
			eigenen Reihen zu haben ist ein besonders gutes Gefühl. Auf kommunaler<br />
			Ebene sage ich immer: Es gibt keine christdemokratische, keine<br />
			sozialdemokratische und keine kommunistische Wasserleitung. sondern ein<br />
			zu lösendes Problem.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Zu Nyx: Das kann ja wohl nicht das Argument sein. Millionen waren in<br />
			der SED, Millionen haben im Intershop eingekauft und wer kann (und<br />
			will), fährt heute Mercedes. Sind die Leute in der Regel denn heute<br />
			weniger angepaßt als zu DDR-Zeiten? Schön wäre es, aber&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Warum ist so ein anerkannter Politikprofi und Sachkundiger wie der<br />
			parteilose Geschichtsprofessor Bramke aus Leipzig bei der PDS und nicht<br />
			bei Ihnen? Haben Sie nicht zu lange Leute, die sich in der DDR<br />
			engagiert haben, zu schnell für unannehmbar erklärt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich habe das nicht erklärt. Wer sozialdemokratisch orientiert ist, ist<br />
			bei mir herzlich willkommen. Das gilt für Herrn Bramke und für andere.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			ich wollte nur ein gespräch in der hinsicht ankurbeln. kann gut sein, daß ich genauso gehandelt hätte
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Wie sollte sich ihrer Meinung nach die Hochschulen  in Sachsen leistungsfähiger weden ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Sie brauchen in erster Linie Haushaltautonomie. Ich würde zwischen<br />
			Staat und Hochschule Leistungsverträge abschließen, für eine Reihe von<br />
			Jahren eine gesicherte Finanzierung anbieten und die Hochschulen selbst<br />
			entscheiden lassen, wie sie das Geld zwischen personal und Sachkosten<br />
			aufteilen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			Andererseits, bei Herrn Porsch finde ich es etwas kurioser, denn er *hatte* ja die Wahl nicht in dem Lande zu leben
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nyx:</th>
<td>
			ach egal
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Nach eigenem Bekunden wollte er in das Land mit marxistischer<br />
			Orientierung und außerdem war er in eine DDR-Frau verliebt. Das kann<br />
			ich nachempfinden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			In dem MDR ONLINE-Porträt über Sie steht, dass Sie früher mit<br />
			Biedenkopf lange Spaziergänge unternommen haben, um über Wirtschaft und<br />
			Kultur zu plaudern. Stimmt das? Wenn ja, wie ist Ihr Verhältnis heute?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ich meine das mit der Frau&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Das mit den Spaziergängen ist richtig. Biedenkopf ist mein politischer<br />
			Gegner, aber nicht mein persönlicher Feind. Auch heute ist mein<br />
			Verhältnis zu ihm von diesem Grundsatz bestimmt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Bei welchen Dingen sollte in Sachsen zuerst gespart werden ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Zum Beispiel gibt Sachsen um die 20 Millionen für seine &quot;Botschaft&quot; in<br />
			Berlin aus. Ich glaube, so viel muss man nicht repräsentieren.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Herr Kunckel, was sagen Sie den 50jährigen Dauerarbeitslosen, und was sagen Sie dem nölenden Rentner, dem nichts genug ist?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Dem 50jährigen Dauerarbeitslosen möglicherweise mit niedriger<br />
			beruflicher Qualifikation kann man nur noch im Sozialen helfen. Und so<br />
			viele nölende Rentner habe ich nicht erlebt. Eigentlich ganz wenige nur.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Und in welchen Bereichen spart der Freistaat zuviel, oder wo sind noch Reserven ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Er spart zu viel bei der Finanzausstattung der Kommunen. Er spart zu<br />
			viel bei der Zuwendung zum Mittelstand und er ist jetzt im Begriff, bei<br />
			den Schulen zu sparen. Das ist eine Katastrophe.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Absolutismus:</th>
<td>
			Die Preise der Leipziger Trambahn sind in den letzten Monaten gehörig<br />
			angestiegen. Vor einem Jahr kostete es noch wie in Rom, jetzt schon wie<br />
			in München. Haben Sie zu solchen Alltäglichkeiten auch eine Meinung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Steigende Preise bei den öffentlichen Verkehrsmitteln sind eine Folge<br />
			der unzureichenden Finanzausstattung der Kommunen. Den Kommunen steht<br />
			das Wasser Oberkante-Unterlippe und sie sehen sich so genötigt, in die<br />
			Taschen der Bürger zu greifen. Der Fehler wird aber nicht in den<br />
			Kommunen gemacht, sondern beim Freistaat.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Warum setzen Sie sich nicht öffentlich dafür ein, dass die<br />
			Bundesregierung ein zweites Integrationsprogramm für<br />
			Ost-Wissenschaftler auflegt. Viele Assistenten an den Hochschulen haben<br />
			bei der Unmstrukturierung zumeist für West-Professoren geackert und<br />
			verlieren nach dem Auslaufen der Zeitverträge ihre Arbeit. Der Effekt:<br />
			Die Hochschulen sind immer westdeutscher dominiert und begabte und<br />
			fleißige Ost-Leute stehen mit leeren Händen da. Ich kann Ihnen allein<br />
			für die Uni Leipzig auf Anhieb drei Beispiele nennen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Wir haben uns in den vergangenen Jahren für Ost-Wissenschaftler, die<br />
			keinen Deut schlechter sind als West-Wissenschaftler sind, eingesetzt.<br />
			Das wird auch in Zukunft so bleiben. Ob man dazu ein neues Programm<br />
			braucht, weiss ich im Moment nicht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schlegel:</th>
<td>
			Woher sollte der Freistaat diese Geld nehmen um all diese Dinge zu finazieren ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Alles, was ich fordere, kostet nicht mehr Geld, sondern ist eine Frage<br />
			der Umschichtung. Mehr Geld für die Kommunen heißt weniger im<br />
			Freistaat. Mehr Geld für den Mittelstand heißt weniger für Leuchttürme.<br />
			Das selbe gilt für Schulen. Das heißt bei sinkenden Schülerzahlen<br />
			kleinere Klassen und keine Schulschließungen. Jedenfalls will ich keine<br />
			größeren Schulden machen. Die muss zum Schluss ohnehin der kleine Mann<br />
			bezahlen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">reini:</th>
<td>
			Herr Kunckel, wie stehen Sie zu den Plänen der Sächsischen<br />
			Staatsregierung und der Mibrag, die Gemeinde Heuersdorf zugunsten des<br />
			Braunkohle-Abbaus zu liquidieren?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Unser Bekenntnis zur Braunkohle macht dies erforderlich. Das bedeutet<br />
			aber gleichzeitig, dass man sich um die Menschen in Heuersdorf kümmern<br />
			muss.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Weil so viele Produktionsbetriebe perdu sind, reden viele von &quot;Kolonie&quot;<br />
			etc.. Was kann die Landesregierung tun, um Lebenswirklichkeit und<br />
			Lebensgefühl in Leipzig und in Braunschweig wenigstens in den<br />
			Grundzügen in Gleichklang zu bringen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Die Angleichung der Lebensverhältnisse ist das zentrale Thema deutscher<br />
			Innenpolitik. Lebensgefühle sollten allerdings unterschiedlich bleiben<br />
			und eine neue Industrie-Landschaft aufzubauen, relativiert sich an der<br />
			zu erwartenden Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. Also Vorsicht:<br />
			Wir brauchen neue Beschäftigungsfelder.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">reini:</th>
<td>
			Was meinen Sie mit: &quot;..dass man sich um die Menschen in Heuersdorf kümmern muss?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Umsiedlung und bei der Neuansiedlung helfen &#8211; das meine ich damit.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">augustbebel:</th>
<td>
			Gut, dann nenne ich Beispiele. Der Mittdreissiger Peter Geist musste<br />
			von der Uni Leipzig gehen, weil seine Westprofessorin ihn nicht länger<br />
			wollte. Er ist ein in Ost und West ausgewiesener Experte für DDR-Lyrik.<br />
			Der Anfangvierziger Jürgen Schlimper flog jetzt auch von der Uni<br />
			Leipzig. Er arbeitet an einer Geschichte der über 100 Jahre Leipziger<br />
			Volkszeitung. Ihm haben selbst Referenzen aus Österreich, Holland und<br />
			Israel nichts genutzt. An den Hochschulen läuft es so: Alles kommt von<br />
			Macht. Macht kommt von Seilschaften. Alle anderen sind verloren, wenn<br />
			sie nicht zufällige eine Feigenblattrolle spielen können. Zumindest für<br />
			sozialwissenschaftliche Bereiche gilt das.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			August Bebel, grüße mir Wilhelm Bracke!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Diese Fälle kann ich im Einzelnen nicht beurteilen. Und für DDR-Lyrik<br />
			habe ich immer viel übrig gehabt. Und die Geschichte der LVZ<br />
			interessiert mich auch.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Siegfried:</th>
<td>
			Wie stehen sie eigentlich zur Emanzipation der Frau?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Biedenkopf sagt: Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen deshalb so hoch,<br />
			weil die Erwerbsneigung der Frauen so hoch ist. Das ist Mittelalter.<br />
			Ich habe das meiner Frau gesagt, sie ist Ärztin, und sie hat nur mit<br />
			dem Kopf geschüttelt. Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die<br />
			männliche überwinden. Das ist nicht einfach und auch nicht nur mit<br />
			Politik zu erreichen. Aber es ist die Zukunft.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">reini:</th>
<td>
			Was würden Sie als Heuersdorfer machen? Würden Sie auch ihr Haus aufgeben und sich woanders ansiedeln lassen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">KarlHeinzKunckel:</th>
<td>
			Ja. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MDR:</th>
<td>
			Vielen Dank an unseren Gast Herrn Karl-Heinz Kunckel und allen<br />
			Teilnehmern in diesem Chat. Morgen 20 Uhr begrüssen wir an dieser<br />
			Stelle Gunda Röstel, Spitzenkandidatin von Bündnis90/DieGrünen in<br />
			Sachsen. Weitere Infos unter www.mdr.de.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">otti:</th>
<td>
			Vielen Dank auch, und &#8230;Tschüß.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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