<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Karl-Josef Laumann &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/karl-josef-laumann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Mon, 07 Jul 2003 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Karl-Josef Laumann &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#8220;Das größte soziale Problem in unserem Land ist die Perspektivlosigkeit von über 4 Millionen arbeitslosen Me</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das-groesste-soziale-problem-in-unserem-land-ist-die-perspektivlosigkeit-von-ueber-4-millionen-arbeitslosen-me-296/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das-groesste-soziale-problem-in-unserem-land-ist-die-perspektivlosigkeit-von-ueber-4-millionen-arbeitslosen-me-296/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerreform]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarktpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Josef Laumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/das-groesste-soziale-problem-in-unserem-land-ist-die-perspektivlosigkeit-von-ueber-4-millionen-arbeitslosen-me-296/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/klaumann.jpg" alt="Karl-Josef Laumann" align="left" border="0" height="116" width="98" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Karl-Josef Laumann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Union, ist am 
8. Juli 2003</b></b></span></span> <b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/klaumann.jpg" alt="Karl-Josef Laumann" align="left" border="0" height="116" width="98" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Karl-Josef Laumann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Union, ist am<br />
8. Juli 2003</b></b></span></span> <b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>M</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">anu</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">:<br />
Wie bewerten Sie die heute erschienenen Arbeitslosenzahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karl-Josef Laumann</b>:<br />
Ich bin der Meinung, dass die Arbeitslosenzahlen keine Entspannung für<br />
den Arbeitsmarkt bedeuten. Die traurige Realität ist, dass heute<br />
in Deutschland rund 300.000 Menschen mehr arbeitslos sind als vor einem<br />
Jahr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Heinz Müller</b>: Herr Laumann, einige sehen in den neuen Arbeitslosenzahlen<br />
einen konjunkturellen Aufschwung, da ein doppelt so starker Rückgang<br />
zu verzeichnen war wie im Schnitt der letzten 10 Jahre. Stimmen Sie dem<br />
zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Nein, dem stimme ich nicht zu, weil dieser<br />
Rückgang auf ein sehr hohes Niveau &#8211; nämlich der höchsten<br />
Arbeitslosigkeit in Deutschland seit Kriegsende &#8211; bezieht.</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Arbeitnehmer</b>: Worauf führen Sie den Rückgang der Arbeitslosenquote<br />
im Juni gegenüber Mai zurück?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Auf einen stetigen Beschäftigungsanstieg,<br />
der rein saisonal zu begründen ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu den Reformplänen der Bundesregierung<br />
in Sachen Steuer und Gesundheitsreform?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Bei der Gesundheitsreform versuchen wir ja<br />
gerade notwendige erste Reformschritte gemeinsam mit der Bundesregierung<br />
zu verabreden. Was ich höre, verlaufen diese Gespräche durchaus<br />
erfolgversprechend. Was die Steuerreform anbelangt, bin ich sehr gespannt,<br />
wie Schröder sie gegen finanzieren will. Eine Steuerreform auf Pump<br />
ist gegenüber der jüngeren Generation unverantwortlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissen ist Macht</b>: Herr Laumann, schadet eine innerparteiliche Auseinandersetzung,<br />
wie jüngst wegen der Steuerreform geschehen, dem Image der Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Natürlich hat das das Image der CDU beschädigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Sehen sie den Haushaltsplan für 2004 als verfassungswidrig<br />
an?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Der Haushaltsplan ist deshalb verfassungswidrig,<br />
weil die Verschuldung die Höhe der Investitionen übersteigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissen ist Macht</b>: Wie sehen Sie den Ausweg aus der Finanzmisere?<br />
Der Großteil der Union fand den Ansatz, auf Pump zu leben, doch<br />
gar nicht mal so schlecht, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich sehe den Ausweg aus der Misere zunächst<br />
einmal in einer Reform des Arbeitsmarktes und klare Finanzierungsperspektiven<br />
für die sozialen Sicherungssysteme. Dieses zusammen mit einer gegenfinanzierten<br />
Steuerreform würde sicherlich Impulse für Wachstum und Beschäftigung<br />
bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Anni</b>: Sie haben sich auch für Steuersenkungen ausgesprochen.<br />
dies bedeutet für die Kommunen deutliche Mindereinnahmen. Glauben<br />
Sie dass ein paar Euro mehr im eigenen Säckel besser sind als intakte<br />
Schulen, Kindergärten, soziale Einrichtungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Wir brauchen dringend eine Reform der kommunalen<br />
Finanzen. In den letzten Jahren haben Bund und Länder den Kommunen<br />
immer mehr Aufgaben zugewiesen, ohne ihnen die dafür erforderlichen<br />
Mittel am Gesamtsteueraufkommen des Staates zur Verfügung zu stellen.<br />
Außerdem rächt es sich jetzt gewaltig, dass Schröder die<br />
deutschen Großbetriebe und Banken durch die faktische Abschaffung<br />
der Körperschaftssteuer nicht mehr an der Finanzierung des Gemeinwesens<br />
beteiligt. Wir reden hier immerhin über 20 Mrd. Euro.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Durch was kann man ihrer Meinung nach die Konjunktur ankurbeln,<br />
ohne dies auf Kosten der nächsten Generation zu tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Karl-Josef Laumann</b>: Reformen am Arbeitsmarkt, Stabilisierung der sozialen<br />
Sicherungssysteme, gerade im Hinblick der demographischen Entwicklung<br />
und einer Aufgabenkritik auf allen staatlichen Ebenen um auch zu einer<br />
schlankeren Verwaltung unseres Landes zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Für viele Bürger sind die Unterschiede der<br />
Konzepte von Regierung und Opposition im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit<br />
kaum feststellbar. Können Sie in wenigen Worten die wesentlichen<br />
Unterschiede verdeutlichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">1. Die CDU ist der<br />
Meinung, dass betriebliche Bündnisse für Arbeit, wenn sie der<br />
Beschäftigungssicherung dienen, auf betrieblicher Ebene durchgeführt<br />
werden müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Diese Abweichung vom<br />
Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung lehnt Rot-Grün kategorisch<br />
ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">2. Mittelständische<br />
Betriebe bis 20 Beschäftigte sollten für Neueinstellungen vom<br />
Kündigungsschutzgesetz freigestellt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">3. Überprüfungen<br />
aller Schwellenwerte im Betriebsverfassungsgesetz auf Einstellungshemmnisse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">4. Eine Zusammenführung<br />
von Arbeitslosen- und Sozialhilfe wo wir Fördern und Fordern stärker<br />
zusammenbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">5. brauchen wir eine<br />
Entkoppelung der sozialen Sicherungssysteme vom Faktor Arbeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">6. Stopp aller Frühverrentungsmodelle,<br />
weil sie die Beiträge zu stark belasten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>kai arbeitslos</b>: Sie wollen den Kündigungsschutz herabsetzen.<br />
Wie rechtfertigen Sie die massiven Eingriffe in die Arbeitnehmerrechte???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Dieses</b>: zu 1: Nehmen Sie dabei nicht leichtfertig die Lockerung<br />
des Kündigungsschutzes in kauf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich nehme keinen Arbeitnehmer mit unseren Vorschlägen<br />
seinen Kündigungsschutz, sondern alle unsere Vorschläge sollen<br />
nur für Neueinstellungen gelten&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">In der jetzigen Arbeitsmarktlage<br />
halte ich alles, was zu Einstellungen führt, für sozial.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Theo</b>: Meinen Sie nicht Herr Laumann, das Ihr Motto: &quot;Sozial<br />
ist, was Beschäftigung schafft&quot; zu einseitig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Nein. Das größte soziale Problem<br />
&#8211; ich möchte fast sagen: gesellschaftspolitische Problem &#8211; in unserem<br />
Land ist die Perspektivlosigkeit von über 4 Millionen arbeitslosen<br />
Menschen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Heinz Müller</b>: Aber neu eingestellte Arbeitnehmer sollten doch<br />
auch Kündigungsschutz erhalten, oder etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>sozial eingestellt</b>:<br />
Es soll also zwei Klassen von Arbeitnehmern geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Zwei Klassen von Arbeitnehmern gibt es heute<br />
schon, weil der Kündigungsschutz in Betrieben mit fünf Arbeitnehmern<br />
noch nie gegolten hat. Wir wissen aber, dass in diesen Betrieben nicht<br />
geheuert und gefeuert wird, sondern die Inhaber mit ihren Mitarbeitern<br />
sehr verantwortungsbewusst &#8211; gerade weil man sich persönlich kennt<br />
&#8211; umgehen. Und ich denke dieses Kriterium kann auch für Betriebe<br />
mit 20 Beschäftigten gelten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu Betriebstarifverträgen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich bin kein großer Anhänger von<br />
betrieblichen Tarifverträgen. Es hat sich bewährt, dass wir<br />
in Deutschland die Tarifauseinandersetzung außerhalb der Betriebe<br />
führen und bislang auch gelöst haben. Ich sage deshalb klar<br />
ja zur Ordnungsfunktion des Flächentarifvertrages&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">bin aber der Meinung,<br />
dass die Betriebsvertragsparteien aus Gründen der Beschäftigungssicherung<br />
auch abweichen können</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>ach Herr Laumann</b>: Halten Sie es nicht für übertrieben,<br />
den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit komplett zu streichen? In anderen<br />
Ländern funktioniert das auch!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die CDU schlägt nicht vor, den gesetzlichen<br />
Anspruch auf Teilzeit zu streichen, sondern wir möchten diesen Anspruch<br />
begrenzen für Arbeitnehmer, die Erziehungspflichten für Kinder<br />
haben oder nahe Familienangehörige pflegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Noch eine Nachfrage zum Thema Tarifvertrag:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Manu</b>: Was genau meinen Sie mit einer Ordnungsfunktion für<br />
einen Flächentarifvertrag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die Ordnungsfunktion liegt darin, dass unterschiedliche<br />
Betriebe einer Branche zumindest in größeren Regionen einheitliche<br />
Lohnbedingungen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Noch eine Anmerkung zur Teilzeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>wißbegierig</b>: Aber Teilzeit schafft doch auch Arbeitsplätze,<br />
oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Teilzeit ist ein gutes Instrument, vorhandene<br />
Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Aber ich finde nicht, dass<br />
es hier auf ein Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber geben muss,<br />
es sei denn, es geht um Pflege oder Kinder.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>heinz Y</b>.: Warum pochen Sie so auf die Beibehaltung des Meisterzwanges?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Weil sich der Meisterbrief insbesondere in<br />
der handwerklichen Berufsausbildung sehr bewährt hat. Das deutsche<br />
Handwerk bildet zur Zeit 500000 junge Menschen breit handwerklich aus,<br />
und ich fürchte, wenn wir den Meisterzwang aufgeben, dass mittelfristig<br />
die breite Basis handwerklicher Fähigkeiten unserer Arbeitnehmer<br />
abnimmt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Wenn will noch ein<br />
Standortvorteil haben, ist es gerade dieses duale Berufsausbildungssystem.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Apropos Ausbildung: 70.000 Jugendliche werden &#8211; das<br />
meldet die Bundesanstalt für Arbeit heute &#8211; bei der Lehrstellensuche<br />
in diesem Jahr leer ausgehen. Eine dramatische Zahl, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Diese Zahl macht mir große Sorgen &#8211; dadurch<br />
dass die Bundesregierung mit der weitgehenden Zerschlagung der Handwerksordnung<br />
zu großer Unsicherheit gerade im Mittelstand beiträgt, befürchte<br />
ich, dass die Zahl noch eher größer wird. Im Notfall bin ich<br />
dafür, dass wir jeden Ausbildungswilligen, der keine Lehrstelle gefunden<br />
hat, im Herbst auch ein über den Staat finanziertes überbetriebliches<br />
Ausbildungsangebot machen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Vor allem in Ostdeutschland sieht es für Jugendliche,<br />
die eine Lehrstelle suchen, düster aus. Wie kann da der Staat helfen?<br />
Kann er überhaupt helfen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Der Staat hat gerade in Ostdeutschland schon<br />
in der Vergangenheit erhebliche überbetriebliche Ausbildungsplätze<br />
angeboten und in dieser Situation muss er dieses auch weiterhin tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Heinz Müller</b>: Wie wollen Sie Arbeitgeber davon überzeugen,<br />
mehr Lehrstellen zu schaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Indem durch eine verlässliche Politik<br />
gerade der Wirtschaft wieder eine verlässliche Grundlage für<br />
ihr Handeln gegeben wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissbegierig</b>: Herr Laumann, was würden Sie denn Ihren eigenen<br />
Kindern raten, um sich erfolgreich um eine Lehrstelle zu bewerben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Sich persönlich bei Ausbildungsbetrieben<br />
vorzustellen und sich vor allen Dingen mit diesen Unternehmungen vorher<br />
ein wenig beschäftigen. Das persönliche Gespräch und die<br />
Tatsache, dass man sich mit seinem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt<br />
hat, macht immer noch einen guten Eindruck.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Manu</b>: Bestimmt die Politik wirklich die Wirtschaft? Ist es nicht<br />
eher andersherum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die Politik kann nur dafür sorgen, dass<br />
es Rahmenbedingungen gibt, die es der Wirtschaft ermöglichen, sich<br />
zu entfalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Wissen ist Macht</b>: Sind die Jugendlichen also selbst schuld, wenn sie<br />
keinen Arbeitsplatz bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Zur Zeit haben wir in Deutschland objektiv<br />
gesehen zu wenig Arbeitsplätze. Allerdings bin ich der Meinung, dass<br />
einen jungen Menschen vorübergehend auch jede Arbeit zuzumuten ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu einer Sondersitzung des Bundestages, wie<br />
es Angela Merkel am letzten Donnerstag dem Bundeskanzler angeboten hatte,<br />
während der Sommerpause?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Damit habe ich kein Problem, denn der Bundeskanzler<br />
sollte seinen vielen Ankündigungen endlich in Gesetzestexten ganz<br />
konkret dem Bundestag vorlegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Unsere Zeit ist leider um. Vielen Dank an alle User<br />
für das Interesse. Vielen Dank Herr Laumann, dass Sie sich die Zeit<br />
für den Chat genommen haben. Entschuldigung nochmals für die<br />
Verspätung zu Beginn. Die Technik&#8230;</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karl-Josef Laumann</b>:<br />
Es hat Spaß gemacht. Beschäftigen Sie sich weiter mit Politik,<br />
schließlich geht es um unser aller Zukunft.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das-groesste-soziale-problem-in-unserem-land-ist-die-perspektivlosigkeit-von-ueber-4-millionen-arbeitslosen-me-296/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
