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	<title>Katholische Kirche &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Katholische Kirche &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2016 08:26:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149776 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg" alt="" width="639" height="312" /></a>Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen“. Heute ist das digitale Netz überall. Es ist allumfassend, was katholisch im Griechischen bedeutet. Über Glauben in Zeiten der digitalen Revolution sprachen wir mit dem Studenten der katholischen Theologie Andreas Feil.</p>
<h3>#Data unser- Unsere täglichen Bites gib uns heute</h3>
<p>„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch&#8221;, waren die ersten 120 Zeichen, mit denen der emeritierte Papst Benedikt XVI seine Follower am 12. Dezember 2012 begrüßte.</p>
<p>Damit war die katholische Kirche offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Angefangen von einer kleinen jüdischen Sekte hat sich die christliche Gemeinschaft zu einer Weltkirche gewandelt. In dieser Funktion stand und steht sie stets vor der Aufgabe, für ihre Gläubigen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen zu bieten.</p>
<p>Bereits früh hatte der Heilige Stuhl das Potenzial der neuen Technologien erkannt und schon 1995 eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Mittlerweile ist der Papst sogar auf <a href="https://www.instagram.com/franciscus/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>. Die digitale Revolution hält auch in den alten, traditionellen Strukturen der kirchlichen Instanzen Einzug. Jeder gläubige oder interessierte User kann auf <a href="https://www.franziskusdererste.eu/de/papst-franziskus/pope-app" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PopeApp</a> am Leben und Wirken von Papst Franziskus teilhaben.</p>
<p>Ob der Gottesdienst direkt auf dem Smartphone mit <a href="http://www.ibreviary.org/en/ibreviary/what-is-the-ibreviary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ibreviary</a>, Innehalten für ein kurzes Gebet auf sacred space oder <a href="https://www.jesuiten.org/angebote/online-fuerbitte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Fürbitten</a>: Glaube und Internet verschmelzen. Der Vatikan hat sogar einen päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel eingerichtet. Eines der führenden Mitglieder dieses Gremiums ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro. Unter anderem hat der Geistliche das Feld der Cybertheologie begründet und betreibt nun eine <a href="http://www.cyberteologia.it/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinezeitung</a> mit gleichen Namen.</p>
<h3>Wie im digitalem so auch hier und jetzt &#8211; Gemeinschaft leben</h3>
<p>Diese Entwicklung sieht der Student der katholischen Theologie Andreas Feil sehr positiv. Für sein Studium nutzt er die sozialen Medien. In gemeinsamen Facebookgruppen koordinieren sich die Theologiestudenten, informieren einander über Ereignisse rund um das Unileben. Sie nutzen die Gruppen aber auch, um darin einen Diskurs über politische, gesellschaftliche Fragen und die Rolle des Glaubens zu führen.</p>
<p>Neuerungen wie Predigten zum Nachlesen befürwortet er, da die Gläubigen eingeladen werden, noch einmal nachzulesen und sich selbst Gedanken zu machen. Feil betont: „Innovationen wie einem twitterenden Papst bin ich sehr aufgeschlossen.“ „Der Papst wird für jeden Menschen zugänglich, jeder kann einen Zugang zu ihm finden“, lobt der angehende Theologe diesen Schritt. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Kirche, die für ihre Gläubigen verständlicher, näher wird, bewertet er diese Entwicklungen.</p>
<p>Aber in einem Zeitalter der grenzlosen Kommunikation drohen wahre soziale Bindungen zugunsten der Anonymität des Internets verloren zu gehen. Es gibt Menschen, die haben tausend Facebookfreunde. Viele sind trotzdem einsam. Der Linzer Theologie Franz Kaineder meint gar, Facebook habe den Begriff Freunde verzerrt, viel eher handle es sich oft eher um Bekannte, die jeder und jede im Laufe des Lebens ansammle.</p>
<p>Ähnlich sieht dies auch Andreas Feil. Zwar ermöglichen die sozialen Medien eine schnelle Kontaktaufnahme. In dieser Eigenschaft seien die sozialen Medien nützliche Kontakte, um schnell und einfach Menschen anzusprechen. Jedoch bemängelt der angehende Theologe, dass eine zunehmend rein virtuelle Kommunikation zu einer Verflachung der allgemeinen Qualität der Kommunikation führe. „Die Kirche versteht sich als eine Gemeinschaft. Soziale Medien können den ersten Schritt in diese Gemeinschaft legen, aber es sollte immer zu einem persönlichen Kontakt kommen“, findet er. „Nur durch die unmittelbare persönliche Anwesenheit nicht mittelbar durch einen Bildschirm lassen sich die heiligen Sakramente erfahren“, führt er weiter aus.</p>
<h3>Dein Post in Gottes Ohr</h3>
<p><strong> </strong>Trotz dieses Updates verlassen jedes Jahr tausende von Gläubigen die Gemeinden. Allein 2015 sind in Deutschland wieder mehr als 200.000 Personen aus der Kirche ausgetreten, wenden sich von ihr ab. Es scheint, als ob die Digitalisierung des Glaubens die Menschen nicht für den Glauben begeistern kann. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Eine Frage, die man beispielsweise Papst Franziskus auf <a href="http://askpopefrancis.scholasoccurrentes.org/pope-francis-en-gb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AskpopeFrancis</a> stellen könnte.</p>
<p>„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet“, gab das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika Laudato Si eine erste Antwort.</p>
<p>„Eine Onlinekirche kann ich mir nicht vorstellen“, meint Andreas Feil. „In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war die Kirche stets die gesellschaftliche Macht, sie musste sich selbst kaum hinterfragen und auf die Menschen zugehen. Das hat sich geändert“, stellt Feil fest. Viele Menschen hätten zwar den Glauben durch Religionsunterricht und kirchliche Feste erlebt, aber keine persönlichen Glaubenserfahrungen gemacht, wie er bedauert. Genau hierin sieht der angehende Theologe die Ursachen für die steigende Zahl an Kirchenaustritten. „Die neuen Technologien können dazu eingesetzt werden, um die Menschen wieder zu erreichen. Ich wünsche mir eine Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie in ihren Nöten und Wünschen begreift und zu Christus bringt“, so Feil.</p>
<p>In Zukunft wird die Vernetzung immer weiter voranschreiten. Immer mehr Bereiche unseres Alltags werden auch oder nur noch im Netzt stattfinden. Das Internet wird zum digitalen Abbild unseres realen Lebens. Dies bringt auch neue Gefahren wie Shitstorms, Hatespeech oder Cybermobbing mit sich. Hier wünscht sich Feil, dass sich die katholische Kirche mit ihren Werten und Idealen dafür einsetzt, den Menschen auch im Netzt zu achten und zu schützen. „Wir müssen die neuen Technologien begreifen, können sie für uns und unseren gemeinsamen Glauben weise einsetzten, jedoch dürfen wir uns nicht durch die Technologie dominieren lassen“, liegt ihm am Herzen.</p>
<p>Es zeigt sich, die katholische Kirche hat ihr digitales Netz neu ausgeworfen. Papst Franziskus versucht, einen neuen unmittelbaren Zugang zu den Gläubigen und dieser untereinander zu finden. Die Zeiten ändern sich und die Gläubigen mit ihnen. In einer Institution, die häufig von Hierarchien und Machtgefällen geprägt zu sein scheint, ermöglichen es Twitter, Apps und Smartphones, eine neue Verbindung der Gläubigen mit ihrer Kirche einzugehen. Menschen sind kritischer gegenüber Behörden und Einrichtungen geworden. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstellung in den Köpfen vieler Kirchenvertreter. Papst Franziskus stößt diese Reformen mit an. Die Kirche (2.0) wird digitaler, ermöglicht es immer mehr Menschen daran teilzuhaben, kann jeden mitnehmen. Das wünscht sich auch Feil. „Nicht nur Bischöfe und Priester sollen den Glauben leben, sondern jeder soll, egal ob im Netz oder in der Realität sein spirituelles Lebensglück finden.“</p>
<p>Die Zeit bleibt nicht stehen, die Gesellschaft wird sich durch das Internet und die erst angebrochene digitale Revolution weiter verändern. Für die Zukunft der katholischen Kirche erhofft sich Andreas Feil: „Ich wünsche mir eine Kirche, die in den Herzen der Menschen erwacht, eine Kirche, die sich nach Christus ausrichtet. Die Kirche soll Glauben und Hoffnung in die Welt bringen, die Menschen in einer Gemeinschaft, ob virtuell oder real, vereinen.“</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die <a href="http://www.santatecla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heilige Tecla</a>, die Schutzpatronin des Internets, diese Wünsche erhört.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft<br />
<em>Teil 3:</em> <a title="Judentum und Internet – 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat" href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet- 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</a></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/14929855461/in/album-72157646006317609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst Franziskus in Korea</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Beten, beichten, surfen &#8211; Das Internet als Weg zu Gott</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_kirch_online050401-shtml-2418/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Chatten mit dem Papst, Multimedia-Predigt aus dem PC, Online-Beichte und virtuelle Pilgerfahrten - ist das die Kirche der Zukunft? Vieles davon ist bereits Realität, auch wenn die Internetseiten des 
                              Vatikan doch eher informativ als interaktiv sind. Die Positionen zu Kirche &#38; Internet sind gespalten: belächelt oder abgelehnt auf der einen Seite, mit Begeisterung umgesetzt und genutzt auf der anderen. Allerdings "stellt sich für die Kirche nicht die Frage, ob sie sich damit auseinandersetzen will, sondern nur wie".
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Chatten mit dem Papst, Multimedia-Predigt aus dem PC, Online-Beichte und virtuelle Pilgerfahrten &#8211; ist das die Kirche der Zukunft? Vieles davon ist bereits Realität, auch wenn die Internetseiten des<br />
                              <a href="http://www.vatican.va" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vatikan</a> doch eher informativ als interaktiv sind. Die Positionen zu Kirche &amp; Internet sind gespalten: belächelt oder abgelehnt auf der einen Seite, mit Begeisterung umgesetzt und genutzt auf der anderen. Allerdings &#8220;stellt sich für die Kirche nicht die Frage, ob sie sich damit auseinandersetzen will, sondern nur wie&#8221;.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Angefangen bei den großen Webauftritten der<br />
                            <a href="http://www.ekd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelischen</a> und<br />
                            <a href="http://www.katholische-kirche.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">katholischen</a> Kirche über einzelne Gemeinden, Klöster und verschiedene Glaubensrichtungen bis hin zu Seelsorgeportalen, Datenbanken und Bildungsangeboten wird alles geboten, was das religiöse Herz begehrt. Spezielle christliche Suchmaschinen erleichtern das Auffinden der gewünschten Informationen, und wer etwas weiter ausschweifen möchte, kann sogar auf eine<br />
                            <a href="http://www.weltreligionen.de/religion_liste.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linksammlung Weltreligion</a> zurückgreifen. Doch wird die Umsetzung dem gerecht, was die Kirchen vermitteln wollen? Oder ist der Internet-Auftritt doch nur ein &#8220;Muss&#8221;, das notgedrungen umgesetzt wird, weil man ohne einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist?</p>
<p>So viele Webseiten es zu dem Thema gibt, so viele Antworten lassen sich wohl auch auf diese Frage finden. Allerdings spielt bei den &#8220;großen&#8221; Kirchen auch noch ein weiterer Aspekt eine Rolle: Die riesige Kommunikationsplattform Internet bietet allerlei Sekten und pseudoreligiösen Scharlatanen ein weites Aktionsfeld, auf dem vor allem junge Leute angesprochen und umworben werden. Dem möchte die Kirche mit einem eigenen Internetauftritt etwas entgegensetzen. Ob sie damit jedoch diese Zielgruppe erreicht, hängt sehr vom individuellen Auftritt ab.</p>
<p>Ein Blick auf die Internetseiten der katholischen Kirche vermittelt den Eindruck, dass eher ein gesetzteres Publikum angesprochen werden soll. Reich an aktuellen Berichten, Hintergrundinformationen und seriösen Diskussionsforen, lassen die Seiten jedoch das Lebenslustige vermissen, den etwas entspannteren Auftritt, der die Jugend eher ansprechen würde. Da ist &#8211; wen wurdert&#8217;s &#8211; die evangelische Kirche kompromissbereiter: sie bietet sowohl fundierte Informationen als auch Spaß. Bei<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/jesus_fragen/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Jesus fr@gen&#8221;</a>, im<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/paulus/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Paulus Online Spiel</a>, beim<br />
                            <a href="http://www.ekd.de/salomo/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Salomo Quiz</a> und ähnlichen Angeboten kann man sich spielenderweise vergnügen, etwas dazulernen und manchmal auch Preise gewinnen. Andere Anbieter haben noch kreativere Ansätze, so kann z.B., wer sich keine Blasen an den Füßen holen möchte, auf eine<br />
                            <a href="http://old.fatima.org/german/gfatima.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">virtuelle Pilgerreise</a> gehen.</p>
<p>Auch an interaktiven Angeboten mangelt es nicht: Auf allen größeren Portalen und vielen kleineren Webseiten bieten Diskussionforen die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Themen, die die Kirchenwelt oder die Gemeindemitglieder bewegen. Im<br />
                            <a href="http://www.bibelchat.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibelchat</a> tauscht man sich nicht nur über Neues und Altes Testament aus, sondern auch über Glaube und Unglaube, Enttäuschungen und Hoffnungen und alles, was die Chatteilnehmer persönlich bewegt. Wer sich ernsthaft mit dem Bibelstudium auseinandersetzen möchte oder in Ermangelung eines eigenen Exemplars &#8211; z.B. auf Reisen &#8211; Ersatz sucht, kann auch dies über das Netz abrufen. Eine<br />
                            <a href="http://alt.bibelwerk.de/bibel/?kbw_ID=43292340&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift</a>, Bibelstudium mit<br />
                            <a href="http://bibel.cid.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibel online</a> und kostenlose<br />
                            <a href="http://www.stimme-der-hoffnung.de/ibsi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bibelfernkurse</a> sind nur eine kleine Auswahl solcher Angebote.</p>
<p>Ein wesentliches Element im Netzauftritt der Kirchen ist der seelsorgerische Bereich. Auch hier ist umstritten, ob das Internet das leisten kann, was die Seelsorger in der Regel im persönlichen Kontakt vermitteln. Der Soziologe und frühere evangelische Pfarrer, Professor Reimer Gronemeyer von der Universität Gießen,<br />
                            <a href="http://www.heise.de/newsticker/data/jk-23.01.01-001/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">warnte</a> noch Anfang des Jahres 2001 vor der &#8220;Entkörperlichung&#8221; gerade im seelsorgerischen Bereich. Die große Zahl an virtuellen seelsorgerischen Angeboten scheint allerdings zu belegen, dass auch hierfür Bedarf besteht.</p>
<p>Anonymität wird in der Online-Seelsorge zu festen Terminen über einen geschlossenen Chat geboten, in dem der User mit dem Seelsorger für einen festgelegte Zeit im Chatraum alleine ist. Es ist allerdings auch möglich, sich per Email beraten zu lassen oder in einem offenen Chat mit anderen zu diskutieren. Wem ^das nicht zusagt, der kann sich auch dem internationalen ökumenische Seelsorge-Team der<br />
                            <a href="http://www.seelsorge.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Seelsorge</a> oder der<br />
                            <a href="http://www.telefonseelsorge.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telefonseelsorge</a> anvertrauen. Katholiken, die sich von ihren Sünden befreien möchten, können auch dies über das Netz tun: die<br />
                            <a href="http://www.beichte.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Beichte</a> offeriert nicht nur &#8220;innere Einkehr auf dem Computer&#8221;, sondern bietet auch autentisches Beichtstuhl-Feeling. Allederings handelt es sich dabei um ein Fake.</p>
<p>Für den Weg ins Netz bedarf es nicht unbedingt göttlicher Eingebung &#8211; kirchliche Gemeinden und christliche Einrichtungen können auf zahlreiche Hilfsangebote zurückgreifen. Wie man seine Kirchengemeinde ins Internet bringen kann und was dabei zu beachten ist, läßt sich in Tutorien erlernen, z.B. bei<br />
                            <a href="http://www.kirche-internet.de/index.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kirchliche Präsenz im Internet&#8221;</a> oder bei<br />
                            <a href="http://www.kirche-ans-netz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kirche @ns Netz&#8221;</a>. Als Provider mit zusätzlichen Serviceleistungen bietet sich der<br />
                            <a href="http://www.cid.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christliche Internet Dienst</a> an.</p>
<p>Offensichtlich betrachten die Kirchen schon lange den Internet-Auftritt nicht mehr als als &#8220;lästiges Muss&#8221;. Sie haben die vielfältigen Möglichkeiten des World Wide Web für sich entdeckt und erkannt, dass sie mit entsprechendem Einsatz und Phantasie hier auch Menschen ansprechen können, die zum Besuch im Gottesdienst nicht mehr zu bewegen sind. Dass dies nicht bedeutet, dass die aktive Gemeindearbeit mit persönlicher Zuwendung aufgegeben wird, ist dabei selbstverständlich. Der Schritt in die vernetzte Gesellschaft zeigt, dass sich die Kirchen von ihrem Image als &#8220;überholte, unzeitgemäße Institutionen&#8221; befreien wollten. Es scheint zu gelingen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kircheneintritt online</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_kirch_eintritt050407-shtml-2771/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kircheneintritt]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Führt der Weg heim in den Schoß der Kirche künftig über das Internet? Auszuschließen ist es nicht, dachten sich die deutschen Bistümer und richteten im Sommer 2004 das Pilotprojekt 
                              „kircheneintrittsstelle.de“ ein.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Führt der Weg heim in den Schoß der Kirche künftig über das Internet? Auszuschließen ist es nicht, dachten sich die deutschen Bistümer und richteten im Sommer 2004 das Pilotprojekt<br />
                              <a href="http://www.kircheneintrittsstelle.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„kircheneintrittsstelle.de“</a> ein.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Der Vorsatz für das Portal ist deutlich: „Vorrangiges Ziel ist die Herstellung einer unkomplizierten Schnittstelle zwischen Menschen, die Interesse an der katholischen Kirche haben, und Mitarbeiter/innen der Kirche in der Nähe des Wohnortes dieser Menschen,“ erläutert Matthias Heidemann, Pastoralreferent des Bistums Osnabrück. Nur die kurzen Hinweise zu Anlässen und Motiven, aber auch die Auskünfte dazu, wie der (Wieder-)Eintritt eigentlich funktioniert, vermögen wahrhaft Interessierte kaum zu überzeugen.</p>
<p class="tidy-3">Im Zentrum der Seite steht deshalb die Suche nach Ansprechpartnern. „Vielfach suchen Menschen, die ein Interesse an einem Wiedereintritt<br />
                            <img decoding="async" height="144" src="kircheneintritt.jpg" width="200" align="left" alt="" />haben, mit ihren Fragen nicht als erstes den Pfarrer in ihrem Ort auf, sondern verschaffen sich zunächst per eMail Informationen, bevor sie aus der Anonymität heraustreten.“</p>
<p>Mit Hilfe der Postleitzahl soll so der nächstgelegene Ansprechpartner gefunden werden. Eine an sich gute Idee, die jedoch durch den Pilotcharakter des Projekts derzeit nur sehr eingeschränkt funktioniert. Momentan ist die Ausbeute noch mager, denn „Nach einer Projektvorlage sind die soziologisch unterschiedlichen Räume der Metropole (Berlin) mit dem weitgehend ländlich strukturierten Bistum Osnabrück in die Pilotphase genommen worden“ erklärt der Pastoralreferent. „Die ‚Glaubensinformation der Jesuiten’ in München ist im Herbst 2004 als süddeutsche Adresse in den Postleitzahlensucher hinzugekommen. Wer hier nicht fündig wird, muss die Auskünfte weiterhin per eMail erfragen.</p>
<p>Durch die Arbeit in diesen Modellregionen sollten zunächst Erkenntnisse für eine angestrebte mögliche bundesweite Ausdehnung des Projektes gewonnen werden.“ Den Anstoß zur Einrichtung des Portals habe die Zahl der Wiedereintritte in die katholische Kirche gegeben, die sich von 1990 bis 2002 nahezu verdoppelt habe.</p>
<p>Eine Erfolgsprüfung konnte bislang noch nicht durchgeführt werden, denn durch das eingeschränkte Budget in der Startphase musste auf eine Logfile-Analyse verzichtet werden. Dies solle sich jedoch in der anstehenden Ausbauphase ändern, so Heidemann. Verwertbares Feedback gibt es bisher vornehmlich von Kirchen und Gemeinden, die noch nicht an das Portal angeschlossen sind. Heidemann ist überzeugt davon, dass vor allem die wissenschaftliche Fundierung, die das Projekt über die Betreuung durch Prof. Erich Garhammer (Lehrstuhl für Pastoraltheologie) von der Uni Würzburg erfährt, ihm die Arbeit erleichtert und auch die Chancen erhöht, das Projekt deutschlandweit durchzusetzen.</p>
<p>Wesentlich sei aber auch, den gesellschaftlichen Wandel innerhalb der kirchlichen Strukturen nachzuvollziehen. Insbesondere für Wiedereintritte und Konversionen müssten fachbezogene Strukturen geschaffen werden, um Interessenten nicht wieder zu verlieren. Heidemann wird lebhaft, wenn er solche Szenarien schildert: „Wenn eine Investmentbankerin Interesse am Eintritt in die katholische Kirche hat und einen Ansprechpartner sucht, lässt sie sich nicht mehr einfach mit einem Termin in zwei Wochen abspeisen. Eine schnelle Reaktion und Professionalität im Umgang ist das, was auch wir in diesen Fällen bieten müssen.“ Die ersten Schritte in diese Richtung werden bereits getan.</p>
<p>Bleibt noch, den Ausbau den Projektes voranzutreiben. Wie die Ausweitung des Portals aussehen soll und wann es dazu kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Dazu müssen die einzelnen Bistümer davon überzeugt werden, dass ein gemeinschaftliches Vorgehen allen nützt. Den Bistümern ebenso wie den Interessenten, die nicht verschiedene Angebote auf das für sie geeignete durchforsten wollen, sondern eine zentrale Anlaufstelle suchen.</p>
<p>Die evangelische Kirche macht das Gegenteil vor: Nahezu alle Landeskirchen und Gemeinden führen eigene Hinweise zum (Wieder-)Eintritt auf ihren Homepages. Bei der Google-Suche findet man zu den Stichworten Kircheneintritt und evangelisch mehr als 12.000 Ergebnisse. Gebündelte Informationen sucht man hier jedoch vergeblich – selbst unter der URL www.kircheneintritt.de sind die Informationen und Kontaktdaten auf die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche beschränkt. Hier besteht deutlicher Nachbesserungsbedarf.</p>
<p>Menschen, die aus der Kirche austreten möchten, finden ebenfalls – zwar mit Bedauern, aber dennoch – auf vielen Gemeindeseiten der evangelischen Kirche Erläuterungen zum Vorgehen. Von der katholische Kirche werden sie derzeit noch nicht versorgt, doch die Anregung ist gegeben: „Ein guter Hinweis!“ meint Matthias Heidemann.</p>
<p class="fett">
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Prälat Karl Jüsten zur Papstnachfolge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Jüsten]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Konklave]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, 5. April, war Prälat Dr. Karl Jüsten zu Gast 
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. 
Jüsten stellte sich den Fragen rund um den Tod von Papst Johannes 
Paul II., die anstehende Papstwahl und mögliche Kirchenreformen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 5. April, war Prälat Dr. Karl Jüsten zu Gast<br />
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Jüsten stellte sich den Fragen rund um den Tod von Papst Johannes<br />
Paul II., die anstehende Papstwahl und mögliche Kirchenreformen.<!--break--></p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat. Die<br />
Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Zum Chat ist heute<br />
der Leiter des katholischen Büros der deutschen Bischöfe,<br />
Prälat Karl Jüsten ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen.<br />
Herr Jüsten, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat mit<br />
unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><span class="fett">Karl Jüsten:</span> Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Fritzchen:</b> Hallo Herr Jüsten,<br />
wie sehen Sie die Chancen für Kardinal Ratzinger, wenn man<br />
bedenkt, dass die Kirche einen älteren Papst will, der nicht<br />
allzu viele Veränderungen macht und das Werk von Johannes Paul<br />
II. fortsetzen soll?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich glaube Kardinal Ratzinger wird wichtig sein für das Konklave,<br />
aber ich glaube nicht, dass er selbst Ambitionen hat auf dieses<br />
Amt, denn er hat in der Vergangenheit schon häufiger Papst<br />
Johannes Paul II. darum gebeten, ihn von der Bürde seines bisherigen<br />
Amtes zu befreien.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Zugbringer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss der nächste Papst sich weiter auf die weltlichen Bedürfnisse<br />
der Bevölkerung einlassen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ja, der Papst muss sich schon deshalb darauf einlassen, da er für<br />
Frieden und Gerechtigkeit in der Welt eintritt. Viele Menschen leben<br />
in bitterster Armut. Da muss er sich Gehör verschaffen, um<br />
diese Nöte zu beheben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Zugbringer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was ist Ihr Rat für den nächsten Papst um die Kirchenaustritte<br />
zu stoppen und in Kircheneintritte zu verwandeln?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das ist eine schwierige Frage. Wenn wir das in Deutschland selber<br />
wüssten, dann hätten wir damit sicher schon angefangen.<br />
Aber ich glaube, es ist besonders wichtig, die Kirche mit einem<br />
menschenfreundlichen Antlitz zu vertreten. Wenn er eine solche Ausstrahlung<br />
hat und darüber hinaus die Menschen mit seiner Botschaft auch<br />
im Herzen erreicht, dann kann er viel bewegen. Sicher muss er auch<br />
einige neue Antworten finden auf Fragen, die die Menschen unserer<br />
Zeit umtreiben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachfrage zu Kardinal Ratzinger:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">fritzchen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss denn Ratzinger selbst Ambitionen haben, oder ist es nicht vielmehr<br />
ein &#8216;MUSS &#8216; wenn er vorgeschlagen werden sollte? Kann er sich dessen<br />
entziehen? Wissen auch die anderen Kardinäle, dass Kardinal<br />
Ratzinger &#8216;nicht will&#8217;, und nehmen sie darauf Rücksicht?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Jeder ist frei das Amt anzunehmen oder auch nicht. Und jeder der<br />
weiß, welche Bürde dieses Amt mit sich bringt, wird sich<br />
gut überlegen ob er auf Grund seines Alters und seiner Kraft<br />
sich das zumuten möchte. Es ist ja noch nicht ausgemacht, dass<br />
es ein alter Kardinal werden soll. Wenn es ein Deutscher werden<br />
sollte, wovon allerdings nur wenige ausgehen, dürfen wir in<br />
Deutschland stolz sein.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Apropos Alter:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">GertFroebe552:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Meine Frage: Besteht bei den langen Amtszeiten des Papstes nicht<br />
die Gefahr, dass die Kirche sich nicht schnell genug reformieren<br />
und sich dem Zeitgeist nicht mehr anpassen kann?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Nicht<br />
alle Päpste haben ein so lange Amtszeit gehabt wie der letzte.<br />
Ein langes Pontifikat hat die Chance, dass der Amtsinhaber mit langem<br />
Atem in der Kirche wirken kann. Ein älterer Papst, der vielleicht<br />
davon ausgeht, dass aufgrund seiner Lebenszeit die Amtszeit kürzer<br />
bemessen ist, wird vielleicht schneller auf die Umsetzung seiner<br />
Ideen pochen. So hat z.B. Johannes XXIII, der schon zu Beginn seines<br />
Papstamtes um seine labile Gesundheit wusste, das Zweite Vatikanische<br />
Konzil einberufen, das die Kirche erheblich veränderte. Die<br />
Wirksamkeit eines Papstes bemisst sich also nicht nach der Länge<br />
des Pontifikats.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Kommen<br />
wir zu inhaltlichen Fragen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Arkonia: </span></span><span style="font-size: x-small">Meinen<br />
sie nicht auch, dass es endlich einmal Zeit wird, besonders für<br />
den nächsten Papst, die Rolle der Frau in der katholischen<br />
Kirche zu ändern?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Sie fragen nicht enggefügt auf die Übernahme des Priesteramtes<br />
für Frauen. Bei dieser Frage tut sich die Kirche in der Tat<br />
schwer, weil sie nicht aus dem Blickwinkel der Geschlechtergerechtigkeit<br />
beantwortet wird, sondern aus theologischen Gründen. Im Sinne<br />
der Geschlechtergerechtigkeit müsste die Frage sicher anders<br />
beantwortet werden, denn die Kirche tritt für die Geschlechtergerechtigkeit<br />
ein. Deshalb muss auch sicher noch mehr daran getan werden, die<br />
Rolle der Frau neben dem Priesteramt neu zu klären. Da, glaube<br />
ich, ist in der Tat noch ein großer Spielraum. In Deutschland<br />
könnten z. B. viele Führungspositionen schon jetzt problemlos<br />
auch von Frauen begleitet werden. Da bleibt noch viel zu tun.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Aber die Frauen sind doch nicht geweiht? Deshalb sind sie weiter<br />
von wichtigen Dingen ausgeschlossen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das stimmt. Dieses Problem müssen wir aushalten.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Es gibt noch weitere Felder zu beackern? Stichwort Zölibat.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Lutwin:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ist davon auszugehen, dass ein neuer Papst den doch konservativen<br />
Kurs seines Vorgängers weiter verfolgt, oder wird es Reformen<br />
geben, etwa in Form der Abschaffung des Zölibats?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Den bisherigen Papst einfach nur als konservativ zu bezeichnen,<br />
halte ich für zu kurz. Aber er hat sicher in Fragen, die die<br />
Kirche im Inneren betreffen, einen Kurs gefahren der auf das Bewahren<br />
der Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils ausgerichtet<br />
war. Manche in der Kirche wünschen sich, dass man über<br />
das, was in diesem Konzil gewünscht war, hinausgeht. Und da<br />
schauen wir mal, ob der neue Papst das auch so sieht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Dfbdb:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Für die Gleichberechtigung spricht: Vor Gott sind alle Menschen<br />
gleich. Was spricht theologisch dagegen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Im Chat ist es nicht so einfach eine komplizierte Frage einfach<br />
zu beantworten, aber ich werde mich bemühen: Nach Auffassung<br />
des Lehramtes hat Jesus in seiner Nachfolge neben Jüngerinnen<br />
und Jüngern die Apostel berufen. Die Apostel waren beauftragt<br />
die Kirche zu führen, die nach der Himmelfahrt Jesu entstand.<br />
Die Apostel wiederum haben als ihre Nachfolge die so genannten Episkopen<br />
(Bischöfe) berufen. Wegen der schnell wachsenden Gemeinden<br />
haben sie sich zur Hilfe so genannte Presbyteroi (Priester) hinzugezogen,<br />
die sie dazu auch weihten. Neben den Priestern gab es immer auch<br />
Diakone. Es ist unwahrscheinlich, dass unter den Bischöfen<br />
und Priestern Frauen waren. Für die Diakone lässt sich<br />
das nicht so einfach sagen. Deshalb sagt die Kirche, dass für<br />
das Amt des Bischofs und des Priesters nur Männer ausgewählt<br />
werden können. Beim Diakonamt ist es zur Zeit Praxis. Viele<br />
Wissenschaftler und die Würzburger Synode von 1972 sagen, dass<br />
das Amt des Diakons auch für Frauen offen stehen kann. Da können<br />
wir mal sehen, wie das so weitergeht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Harold1977:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Kann/Darf ein neuer Papst überhaupt von grundsätzlichen<br />
Lehrmeinungen wie der Frauenordination oder z.B. dem gemeinsamen<br />
Abendmahl abweichen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Können darf der Papst, denn das lehrt ja das Dogma der Unfehlbarkeit.<br />
Aber er ist natürlich an das gebunden, was die Kirche immer<br />
schon gelehrt hat. An der Friedensethik der Kirche kann man sehen,<br />
dass sich eine Sichtweise auch schon mal ändern kann. So war<br />
die Kirche immer für das Ideal des Friedens, glaubt aber in<br />
früheren Zeiten, dass dieser auch durch einen Krieg hergestellt<br />
werden kann. Und der jetzige Papst hat das korrigiert, indem er<br />
gesagt hat: Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">28:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ist es nicht so, dass über neunzig Prozent aller Katholiken<br />
jeden Tag ganz bewusst gegen Kirchengesetze verstoßen, weil<br />
sie nicht anders können und wollen? Bei aller Zuneigung zum<br />
verstorbenen Papst: Ist die Kirche innen nicht völlig hohl?<br />
Hat sie überhaupt noch ein Volk?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ob 90 Prozent aller Katholiken täglich gegen Kirchengebote<br />
verstoßen, weiß ich nicht. Aber selbst wenn dem so wäre<br />
gilt in der Kirche der Grundsatz: Die Kirche liebt nicht die Sünde<br />
aber den Sünder/die Sünderin. Also man kann guten Gewissens<br />
mit der Kirche sein und wissen, dass man nicht alle Gebote einhält.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Zum<br />
Dialog der Kulturen und Religionen:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ichausberlin: </span></span><span style="font-size: x-small">Was,<br />
meinen Sie, wird die Haltung des neuen Papstes gegenüber anderen<br />
Religionen sein. Johannes Paul II. hat da ja wohl weitestgehend<br />
Neuland betreten. Wird sich die Dialogkultur, die er initiiert hat,<br />
fortsetzen lassen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich gehe davon aus, dass der künftige Papst das so machen wird.<br />
Wichtig ist allerdings auch, dass er alle Mitglieder der Kirche<br />
und insbesondere alle Menschen der Christenheit weltweit davon überzeugt,<br />
dass das der einzige Weg ist, um friedlich miteinander zu leben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss der nächste Pontifex nicht vor allem den Dialog mit dem<br />
Islam suchen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Ja.<br />
Allerdings wird in Deutschland nicht genügend wahrgenommen<br />
wie viele Strömungen es im Islam gibt. Der Islam kennt keine<br />
Autorität wie den Papst und deshalb ist es schwer für<br />
ihn, einen geeigneten Partner zu finden. Aber diese Frage ist ja<br />
nicht nur eine Frage des Papstes, sondern aller Christen. Jeder<br />
sollte an dem Ort, an dem er lebt, den Dialog mit gläubigen<br />
Muslimen führen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Etwas Literaturkritik:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">verboomen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich habe das Buch &#8216;Wir klagen an &#8216; gelesen. Es war in Italien Anfang<br />
2000 ein Bestseller. Die nackte Wahrheit über den Vatikan wurde<br />
dargestellt. Einer der Autoren, Luigi Marinelli, hat viele Probleme<br />
mit dem Vatikan gehabt. Das Buch handelt von Cliquen, die Macht<br />
haben und entscheiden, wer der nächste Papst wird. Man redet<br />
nie darüber in den Medien, aber das Verlangen nach Änderungen<br />
in den Machenschaften im Vatikan existiert.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Über mögliches Fehlverhalten in Vatikan wird, wenn es<br />
denn zu Tage tritt, recht breit in den Medien berichtet. Das es<br />
dann doch nicht so oft vorkommt kann ja vielleicht auch daran liegen,<br />
dass der Vatikan doch besser ist als in solchen Büchern behauptet<br />
wird. <br />
Aber ich bin mit ihnen der Meinung, wenn durch Vertreter der Kirche<br />
Fehler gemacht werden, dann soll das auch offen gelegt werden und<br />
die Schuldigen müssen auch auf jeden Fall zur Rechenschaft<br />
gezogen werden.<br />
Aber als Kirche können wir ja nicht von den Gläubigen<br />
erwarten, dass sie sich an die Maßstäbe unserer Moral<br />
halten und die Verantwortlichen können sich vor der Moral drücken.<br />
So geht es nicht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Lehmer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was halten Sie von der Darstellung der Papstwahl in dem Roman von<br />
Dan Brown &#8216;Illuminati &#8216; &#8211; auch wenn die Verschwörungstheorien<br />
nicht im Sinne der Kirche sein dürften, haben so doch Millionen<br />
Leser etwas über Kirchengeschichte erfahren, oder? Sind Sie<br />
auch für den Boykott des Buches?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Bücher<br />
dieser Art haben den Charme, dass sie immer etwas über den<br />
Vatikan berichten, was zutrifft. Aber wie das bei Romanen so ist,<br />
entspringt auch manches, was darin beschrieben wird, der Phantasie.<br />
Aber ich bin grundsätzlich dagegen, das Bücherlesen zu<br />
verbieten. Wir haben das Recht auch Quatsch zu schreiben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachfrage zum Dialog mit dem Islam:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">chilla:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was ist mit dem Dialog mit Extremisten. Der Papst hat ja in der<br />
Vergangenheit viel Takt und Verständnis gezeigt. Wird das so<br />
bleiben?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Mit Extremisten jedweder Art tun wir uns schwer einen Dialog zu<br />
führen, weil sie in der Regel nicht dialogfähig sind.<br />
Wenn sie das auf den Islam beziehen, dann muss ich mich schützend<br />
vor die meisten Gläubigen dieser Religion stellen, denn es<br />
gibt nur eine kleine Minderheit, die extremistisch ist.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">nicht_katholisch:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Würden sie sich vom neuen Papst auch erhoffen, dass er so &#8216;gnadenlos<br />
&#8216; mit Kritikern umgeht wie es Johannes Paul II: das mit dem Theologen<br />
Hans Küng gemacht hat?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Bewertung, ob das gnadenlos war, sei dahin gestellt. Herr Küng<br />
hatte ein ordentliches Lehrverfahren gehabt. Dass er selbst mit<br />
dem Ergebnis nicht zufrieden war, liegt sicher nicht nur am Papst.<br />
Küng hat die Gelegeheit gehabt, seine Position zu erläutern.<br />
Kardinal Lehmann hat immer wieder darauf verwiesen, dass Küng<br />
ein faires Verfahren hatte. Es gibt sicher immer wieder theologische<br />
Fragen, die in der Kirche kontrovers diskutiert werden. Und es kann<br />
immer wieder vorkommen, dass ein Theologe irrt. Da muss ein künftiger<br />
Papst auch das Recht haben, das so zu benennen. Allerdings gebe<br />
ich gerne zu, dass in Stilfragen manches besser sein kann. Und ich<br />
würde mich auch freuen, wenn ein Dialog mit kritischen Theologen<br />
geführt wird.<br />
Denn Wissenschaft besteht auch darin, dass man mal über etwas<br />
Neues denkt ohne das gleich mit Denkverboten zu belegen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Zur Dritten Welt:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">verboomen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Der Vatikan hat eine doppelte Politik der Dritten Welt gegenüber.<br />
Er ist gegen die Globalisierung, unterstützt aber gleichzeitig<br />
Diktaturen wie Chile oder früher Spanien und sogar Waffenlieferungen.<br />
Halten Sie diese Politik für bibeltreu und klug?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Solche Politik, die sie da beschreiben, hat der letzte Papst nie<br />
betrieben. Im Gegenteil er ist weltweit für die Menschenrechte<br />
die Demokratie und den Frieden eingetreten und stand immer auf der<br />
Seite der Unterdrückten und Entrechteten.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Kommen wir gegen Ende wieder zu Ablauffragen:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ichausberlin:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Stichwort Strategie oder Profilierung. Mit welchen Schritten wird<br />
der neue Papst in die Öffentlichkeit treten? Gibt es ein &#8216;Protokoll&#8217;,<br />
das es einzuhalten gilt? An wen, meinen Sie, wird sich der neue<br />
Papst anfänglich in erster Linie wenden?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachdem er gewählt ist, wird er auf dem Petersplatz zur Öffentlichkeit<br />
treten. Dieser Gang wird sicher begleitet durch Gebete. Der neue<br />
Papst kann dort sicher schon einige auch persönliche und politische<br />
oder auch theologische Worte sagen. Aber es wäre eine Überforderung<br />
für ihn, wenn er schon dabei auf eine Art Regierungsprogramm<br />
festgestellt würde. Das braucht dann sicher noch etwas Zeit,<br />
denn er wird ja sicher nicht damit rechnen, wenn er ins Konklave<br />
reingeht, dass er als Papst rausgeht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">krak le chevalier:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was, wenn der Islam irgendwann die Vormachtstellung in Europa einnimmt?<br />
Gibt es eine christliche Legitimation sich dagegen zu stellen oder<br />
müssen wir tatenlos zusehen, praktisch neutestamentarisch handeln?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Die<br />
Frage, ob das Christentum mehr als Religion bleibt, ist eine Frage<br />
der inneren Kraft der Christen. Wenn wir diese Kraft nicht mehr<br />
aufbringen, was ich bedauern würde, dann wären wir ja<br />
selbst schuld, wenn andere Religionsgemeinschaften oder Ideologien<br />
vordringen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Dieter Fischer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Es gibt leider vielerorts die Meinung, dass die päpstliche<br />
Nachfolge schon vor der Wahl feststeht. Diese Meinung hat wohl auch<br />
ihre Ursache in dem undurchdringlichen Zusammenhalt des Vatikans.<br />
Wie überraschend ist dann ein Ergebnis, das eigentlich nicht<br />
wirklich unerwartet kommt. &#8211; Sprich, wie hoch (gering) ist die Chance<br />
einen z.B. afrikanischen Papst zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Die<br />
letzten Päpste waren eigentlich immer Überraschungspäpste,<br />
mit Ausnahme vielleicht von Paul den VI. Deshalb ist vielleicht<br />
auch das Konklave für Überraschungen gut. In Italien werden<br />
zur Zeit 60 Kardinale als zukünftige Päpste gehandelt,<br />
darunter auch Afrikaner. Ich persönlich kann mir gut vorstellen,<br />
dass es diesmal ein Nichteuropäer wird. Für den afrikanischen<br />
Kontinent wäre eine solche Wahl sicher ein Signal des Aufbruchs<br />
&#8211; und das wäre gut. Denn in Europa und in der westlichen Welt<br />
insgesamt wird der afrikanische Kontinent in der Außenpolitik<br />
viel zu stark vernachlässigt.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">thomas.musik:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Welchen Kardinälen räumen Sie mehr Chancen ein, aus ihren<br />
Reihen den Papst zu stellen? Denen der Kurie oder denen der Welt<br />
(also mit Bischofssitz)?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Kurienkardinäle sind vor allem für die &quot;Regierungsgeschäfte&quot;<br />
des Vatikans verantwortlich, die anderen sind Leiter einer Diözese<br />
als Bischöfe. Es muss nicht so sein das ein Kurienkardinal<br />
von vornherein keinen pastoralen Blick hat, wie umgekehrt einem<br />
Ortsbisschoff nicht von vornherein unterstellt werden darf, er könne<br />
die Kurie nicht führen. Es hängt also mehr von der Persönlichkeit<br />
ab, als von der Funktion, ob jemand geeignet ist oder nicht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
In Sachen Papstwahl gibt es immer noch &quot;Ungläubige&quot;:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">zool667: </span></span><span style="font-size: x-small">Waren<br />
die letzten Päpste Überraschungen für das Volk oder<br />
auch eine Überraschung für die katholische Kirche als<br />
Organisation?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Wenn es eine Überraschung für das Volk ist, dann ist es<br />
auch eine Überraschung für die Organisation. Denn so weit<br />
ist die Organisation doch nicht vom Volk entfernt.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Verboomen: </span></span><span style="font-size: x-small">Das<br />
Christentum hat sich nach Süd-Amerika verschoben. Gibt es nicht<br />
die Gefahr, dass das Christentum in Europa und das Christentum in<br />
Süd-Amerika sich von einander sehr trennen, innerhalb des Katholizismus?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das ist sicher eine der großen Aufgaben des Papstes, die Kirche<br />
zusammenzuhalten und zu verhindern, dass die Kirche auseinander<br />
driftet. Er hat deshalb den Titel &quot;Pontifex Maximus&quot; –<br />
Brückenbauer. So muss er die Brücke zwischen den Kontinenten<br />
immer wieder schlagen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Sumo:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Der Vatikan besteht ja nicht nur aus EINEM Menschen. Wie wird sich<br />
die Machtstruktur des Vatikans durch die Einführung eines neuen<br />
Papstes verändern? Ist das so wie in der Politik?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Da mahlen die Mühlen der Kirche meistens etwas langsamer. Das<br />
hat den Vorteil, dass es zunächst einmal in der Kirche weitergeht.<br />
Aber ich kann mir vorstellen, dass der Papst neue Akzente setzen<br />
möchte und das dann auch tut.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Sammy80:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Wie empfanden Sie die Berichterstattung der Medien über den<br />
sterbenden Papst?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Berichterstattung über den sterbenden Papst war das beherrschende<br />
Thema der letzten Tage. Das was ich mitbekommen habe, fand ich sehr<br />
seriös &#8211; wobei die öffentlich-rechtlichen gründlicher<br />
waren als die privaten. Aber bei aller Liebe zur ARD war das ZDF<br />
manchmal noch besser. Was mich allerdings störte, war dass<br />
die Echo-Preisverleihung auf RTL so weiterlief als wäre nichts<br />
gewesen, nur unterbrochen durch kleine Flashs. Da sieht man doch,<br />
wie banal das ist, was manchmal über den Sender läuft.<br />
Hervorragend fand ich die Reaktion von Phoenix. Dieser Sender leistete<br />
sich den Luxus, einfach nur Glocken läuten zu lassen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ires diae:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Herr Dr. Jüsten, wie bewerten Sie die Tatsache, dass erst nach<br />
dem Tod des Papstes eine solche Begeisterung für seine Person,<br />
seine Taten und für die Kirche &#8216;aufflammt &#8216;?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Es<br />
hängt sicher mit unserer Neigung zusammen, dass wir Menschen,<br />
die uns ans Herz gewachsen sind, im Tod so in Erinnerung bewahren,<br />
wie wir ihn vor allen Dingen mochten. Das ist so bei unseren nächsten<br />
Angehörigen, das erleben wir aber besonders bei herausragenden<br />
Persönlichkeiten. So erinnere ich mich an den Tod von Mutter<br />
Teresa, als die Trauer weltweit auch sehr groß war. Aber der<br />
Papst hat sicher in besonderer Weise die Herzen der Menschen angerührt,<br />
weil der die Menschen an seinem Leben immer hat teilnehmen lassen.<br />
Wenn er froh war, zeigte er seine Freude, wenn er traurig war seine<br />
Trauer, wenn er sich ärgerte zeigte er seine Wut. Und er ließ<br />
uns sogar teilhaben an seinem Sterben. Er tat das ohne Voyeurismus<br />
zu provozieren und darin war er sicher &#8211; verglichen mit anderen<br />
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens &#8211; einzigartig.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Unsere<br />
Zeit ist bereits um. Vielen Dank an alle User für das große<br />
Interesse. Etliche Fragen sind leider unbeantwortet geblieben. Vielen<br />
Dank, Prälat Jüsten, dass Sie sich Zeit für den Chat<br />
genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden Sie auf den Seiten<br />
der Veranstalter. Den nächsten Chat gibt es am Montag, den<br />
7. April, ab 3.00 Uhr mit SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter.<br />
Am 14. April ist die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth im Chat.<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen angenehmen Tag!</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Auf<br />
Wiedersehen und danke für die interessanten und kritischen<br />
Fragen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Internet ist einfach eine schöne Möglichkeit für uns, Präsenz zu zeigen.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/das_internet_ist_einfach_eine_schoene_moeglichkeit_fuer_uns_praesenz_zu_zeigen-559/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster Hegne]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Josefa Harter]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entrücktes Leben in aller Abgeschiedenheit, fern von allen weltlichen Einflüssen 
- das ist die Vorstellung, die gemeinhin vom Leben der Brüder und Schwestern 
im Kloster vorherrscht. Doch <a href="http://www.orden-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden 
online</a> und <a href="http://www.orden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden.de</a> belehren 
eines Besseren: Das Gros der deutschen Ordensgemeinschaften nutzt das Internet 
als modernes Kommunikationsmittel. Wie das ins Klosterleben passt, wie Ordensschwestern 
den Weg ins Internet finden und was dabei herauskommt, erzählte Schwester Josefa 
Harter von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz im Interview mit politik-digital.de</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entrücktes Leben in aller Abgeschiedenheit, fern von allen weltlichen Einflüssen<br />
&#8211; das ist die Vorstellung, die gemeinhin vom Leben der Brüder und Schwestern<br />
im Kloster vorherrscht. Doch <a href="http://www.orden-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden<br />
online</a> und <a href="http://www.orden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden.de</a> belehren<br />
eines Besseren: Das Gros der deutschen Ordensgemeinschaften nutzt das Internet<br />
als modernes Kommunikationsmittel. Wie das ins Klosterleben passt, wie Ordensschwestern<br />
den Weg ins Internet finden und was dabei herauskommt, erzählte Schwester Josefa<br />
Harter von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz im Interview mit politik-digital.de</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Schwester<br />
Josefa, wie sind Sie dazu gekommen, sich mit dem Internet zu befassen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Wir sind seit 1996 im Internet, zunächst nur mit Email,<br />
seit 1997 auch mit einer eigenen Homepage. Als Ausbildungsleiterin war ich auch<br />
für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und da stellt sich immer wieder die Frage,<br />
wie verstehen wir uns, was ist in der heutigen Zeit unsere Aufgabe, wie geben<br />
wir nach außen Auskunft. Es war für uns naheliegend, uns auch in diesem neuen<br />
Medium zu präsentieren, denn dies ist eine unaufdringliche Form, die auch Menschen<br />
erreicht, die sonst nicht direkt ins Kloster kommen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wieviel<br />
Zeit verwenden Sie auf die Internetgestaltung &#8211; machen Sie das nebenbei?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Als Ausbildungsleiterin war ich persönlich beteiligt<br />
an der Gestaltung der Internetseiten. Intensiv beschäftige ich mich erst seit<br />
etwa einem halben Jahr mit dem Internet, seit ich nicht mehr Ausbildungsleiterin<br />
bin und mich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit widme.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wo<br />
haben Sie die nötigen Kenntnisse erworben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Selbst eingeben kann ich noch nicht, die technische Verwaltung<br />
macht Herr Luft für uns, der Lehrer an unserer Schule ist. Ich stelle ihm die<br />
Texte zur Verfügung, bespreche den graphischen Auftritt mit ihm und informiere<br />
ihn über die aktuellen Termine. Ich denke aber, dass ich in nächster Zeit auch<br />
lernen möchte, wie man die Inhalte eingibt.<br />
Es gibt übrigens Mitschwestern, die an der Schule schon seit mehreren Jahren Internet-Kurse<br />
geben. Jetzt haben wir auch hier im Kloster die Möglichkeit eröffnet, Grundkurse<br />
in Word, Excel, der Internet- und Email-Nutzung zu belegen. Alle sollen die Möglichkeit<br />
haben, den Computer und das Internet zu nutzen. Wer es beruflich braucht, also<br />
z.B. die Verwaltung oder auch die Öffentlichkeitsarbeit, hat eine eigene Email-Adresse.<br />
Die übrigen Schwestern können in den einzelnen Häusern über eine Sammeladresse<br />
erreicht werden bzw. mit einem Passwort Gebrauch von den Computern machen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was<br />
versprechen Sie sich von dem Internet-Auftritt Ihres Klosters?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Neben der bereits genannten Idee, auch Menschen zu uns<br />
zu führen, die auf anderen Wegen nicht kommen würden, verfolgen wir immer den<br />
Grundsatz &quot;Immer wieder neue Wege zu den Menschen finden&quot;. Wichtig ist das Internet<br />
als Medium besonders für unser Jugendhaus. Die dort angebotenen Programme kann<br />
man über das Internet abrufen, und die Anmeldungen erfolgen schon häufig über<br />
Email. Ein weiteres Beispiel sind unsere Konzerte, zu denen deutlich mehr Leute<br />
kommen als zu der Zeit, wo wir noch nicht im Internet zu finden waren. Wir haben<br />
außerdem auch von außen die Bitte bekommen, unsere Gottesdienst- und Gebetszeiten<br />
im Internet zu veröffentlichen, damit die Menschen auch spontan dazukommen können.<br />
Das Internet ist einfach eine schöne Möglichkeit für uns, Präsenz zu zeigen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Vielen Dank für das Gespräch.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Kreuz mit der Online-Beichte</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_beichteimnetz050401-shtml-2474/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sostermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Beichte]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit die Kirche im Internet tätig ist, ist auch die Online-Beichte ein heikles Thema. Virtuelle Beichstühle eröffnen immer wieder im World Wide Web, Otto-Normalbürger ernennt sich selbst zum Beichtvater. Doch die katholische Kirche sieht das gar nicht gern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Seit die Kirche im Internet tätig ist, ist auch die Online-Beichte ein heikles Thema. Virtuelle Beichstühle eröffnen immer wieder im World Wide Web, Otto-Normalbürger ernennt sich selbst zum Beichtvater. Doch die katholische Kirche sieht das gar nicht gern.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Die peruanische Bischofskonferenz sah sich zum Handeln gezwungen: Erst vor kurzem dementierte sie Gerüchte, nach denen die Beichte online abgelegt werden kann. „Es gibt keine Sakramente im Internet.&#8221;, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. Um das Sakrament der Beichte empfangen zu können, bedürfe es der physischen Anwesenheit des Gläubigen und der persönlichen Bekundung seiner Sünden gegenüber einem Priester. In ihrem Schreiben verweisen sie auf das Dokument<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_positionspapier050401.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kirche und Internet&#8221;</a>, das der „Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel“ im Februar 2002 veröffentlichte und das die Gültigkeit von Online-Beichten verneint.</p>
<p>Dennoch scheint das Bedürfnis, sich im Internet seiner Sünden zu entledigen, groß zu sein: Von Beicht-Weblogs über Beicht-Homepages bis hin zu virtuellen Beicht-Häusern ist alles vertreten. Aber geht es dabei wirklich um Buße im christlichen Sinne? Oder spricht die Online-Beichte vielmehr privaten Voyeurismus an, wenn Geheimnisse anderer preisgegeben werden?</p>
<p>
                              <strong>Online mit Jesus</strong>
                            </p>
<p>Auf der Internetseite<br />
                            <a href="http://www.beichte.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beichte.de</a> betreibt der Privatmann Hartmut Landwehr seinen eigenen virtuellen Beichtstuhl. Das Konzept ist simpel: Tippe deine Sünden ein und dir wird vergeben! Mehr als die Lektüre des „Vater unser“, das nach der Beichte erscheint, ist dafür nicht erforderlich. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man auch gleich eine virtuelle Kerze anzünden oder sich zum Gebet in die Rubrik „Rosenkranz“ zurückziehen. Für die passende Atmosphäre sorgt sakrale Orgelmusik, allerdings unterlegt mit weltlichen Elektro-Beats.</p>
<p>
                              <strong>Sünder unter Zeitdruck</strong>
                            </p>
<p>Für den modernen und gestressten Sünder bietet<br />
                            <a href="http://www.beichtstuhl-online.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beichtstuhl-online.de</a> alles, was das Herz begehrt. Neben dem obligatorischen Online-Beicht-Formular wird zusätzlich ein Tool zum stressfreien Bußen angeboten: der QuickPrayer.<br />
                            <br />Der QuickPrayer betet für den unter Zeitdruck stehenden Sünder ganz von allein. Nachdem der Sünder seine Beichte abgelegt hat, verhängt der VirtualBußMaster, der Beichtvater aus dem Cyberspace, die Buße – je nach Schwere des Vergehens mal fünf, mal zehn „Ave Maria“. Nach anschließendem Klick auf die „Bußtaste“ startet der QuickPrayer das Gebet. In der neusten Version bietet der Computer auch an, vorher formulierte Auftragsgebete zu einem festgesetzten Zeitpunkt zu sprechen.<br />
                            <br />
                            <strong><br />
                            <br />Über 6.000 Beichten online!</strong></p>
<p>Wer nicht nur selbst gerne Sünden offenbart, sondern sich auch an den Verfehlungen anderer ergötzen kann, ist auf der Seite<br />
                            <a href="http://www.beichthaus.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beichthaus.de</a> richtig. Dort findet man über 6.000 Beiträge zum nachlesen und schmunzeln. Jedoch beweisen Statements wie „Ich habe Heuschnupfen“ oder „Ich bin ein Alien“, dass nicht nur die Betreiber, sondern auch die Nutzer die Sache nicht ganz ernst nehmen. Für die Veröffentlichung der Beichthaus-Beichte müssen einige Regeln befolgt werden. So darf der Text zum Beispiel nicht mehr als 500 Wörter umfassen (empfohlen werden 10-50 Wörter), zudem werden pornografische und rassistische Begriffe gelöscht.</p>
<p>
                              <strong>Himmel hilf!</strong>
                            </p>
<p>Dass das Internet reich an Skurrilem ist, daran hat man sich längst gewöhnt. Und auch beim Thema Online-Beichte tut sich die Hölle auf. Auf der Internetseite<br />
                            <a href="http://www.gottergeben.q27.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gottergeben.q27.de</a> wird der reuige Sünder aufgefordert, sich eine Identität zu geben, bevor er die Möglichkeit hat, zu beichten. Doch gefragt wird nicht etwa nach seinem tatsächlichen Namen. Auf der Seite findet sich eine ganze Reihe von vorgefertigten Avataren. Die Auswahl reicht vom „Satansbraten“ über den „Höllenhund“ bis hin zur „blutrünstigen Bestie“ oder dem „nichtswürdigen Antichristen“.</p>
<p>
                              <strong>Die Beichtfunktion</strong>
                            </p>
<p>Auch in der Blogosphäre hat das Beichtfieber um sich gegriffen. Obwohl ein privates Weblog schon an sich einem sich täglich wiederholendem Geständnis gleicht, gibt es seit neuestem das<br />
                            <a href="http://beicht.blogg.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beichtblog</a>. Ob die Beichtblogger die Funktion der Beichte allerdings erkannt haben, ist zu bezweifeln. Beichtfunktion scheint hier eher als die technische Umsetzung des sich Offenbarens wahrgenommen zu werden. Kaum ein Blogger, der nach einem Sexgeständnis nicht den Satz „Ist das geil“ von sich gibt. Frei nach dem Motto: Sündigen ja, Buße tun lieber nicht.</p>
<p class="normal">
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Vatikan nutzt das Netz für seine Ziele</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_uebersichtsartikel_vatikanimnetz050401-shtml-2510/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
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		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit professionell gemachten Websites informiert der Vatikan seine Gläubigen und wirbt für die katholische Kirche. Doch das Internet könnte zu einer Bedrohung der Herrschaftsstrukturen der Kirche werden. Tatsächlich trägt das Internet zu einer Demokratisierung der alten Kirchenstrukturen bei.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Mit professionell gemachten Websites informiert der Vatikan seine Gläubigen und wirbt für die katholische Kirche. Doch das Internet könnte zu einer Bedrohung der Herrschaftsstrukturen der Kirche werden. Tatsächlich trägt das Internet zu einer Demokratisierung der alten Kirchenstrukturen bei.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Von bis zu zehn Millionen Besuchen pro Tag berichteten bereits zur<br />
                            <br />Weihnachtszeit 2004 die Macher der offiziellen Website des<br />
                            <a href="http://www.vatican.va/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vatikans</a>. Diese Zahlen sind in Zeiten des Todesdkampfes von Papst Johannes Paul II offenbar weit überschritten worden: Am 1. April, der Papst liegt nach Berichten aus dem Vatikan im Sterben, waren auch Unterseiten des Internetangebots nicht mehr zu erreichen. Auch die Webcam, die den Petersplatz<br />
                            <a href="http://www.vatican.va/news_services/television/multimedia/ctv28.ram" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zeigt</a>, ist nicht verfügbar.</p>
<p class="normal">Die 30 nach Erzengeln benannten Großrechner des Vatikans, die im<br />
                            <br />Apostolischen Palast einige Stockwerke unter der Wohnung des Papstes untergebracht sind, halten dem Ansturm der Gläubigen nicht mehr stand. Zwar gab es noch im Dezember 2004<br />
                            <a href="http://www.stern.de/computer-technik/internet/533654.html?nv=cp_L1_aa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berichte</a>, wonach die Kapazität der Serverfarm verdoppelt werden sollte &#8211; ganz offensichtlich hat man es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Die ganze christliche Welt schaut auf den Vatikan, und im Jahr 2005 schaut die Welt zunächst ins Internet.</p>
<p>Auch die Kirche hat während der Amtszeit von Papst Johannes Paul die Chancen erkannt, die das neue Kommunikationsmittel ungeahnte neue Chancen der Massenansprache bietet. Bereits im Jahr 1995 schloss sich der Vatikan dem Internet an. Im Jahr 1999 gestattete der Vatikan den weltabgewandten Klöstern die Nutzung von Handys und Internet &#8211; allerdings in Maßen. Und im November des Jahres 2001 verschickte der Papst seine erste e-Mail unter den Augen der Weltpresse. In der Mail-Botschaft bat er um Vergebung für<br />
                            <br />Missetaten der katholischen Kirche in Ozeanien.</p>
<p>Inzwischen hat sich längst ein kirchliches Leben im Internet herausgebildet. Eine Website für Kircheneintritte in Zeiten des Austritts?<br />
                            <a href="http://www.kircheneintrittsstelle.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorhanden</a>! Online-Beichte? Zwar nicht von der Kirche bereitgestellt, aber: vorhanden! Kirchliche Nachrichtendienste wie &#8220;Radio Vatikan&#8221; bieten hochaktuelle<br />
                            <a href="http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/index.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News</a> in mehreren Sprachen an. Hintergründiges und Buntes über den Zwergstaat im Herzen Roms mit der eigenen Domain &#8220;.va&#8221; sind zu Hauf zu finden. Zudem plant die katholische Kirche für das Jahr 2005 ein erstes virtuelles Portal katholischer Gemeinden, auf dem Gläubiger aller Welt in Newsgroups miteinander chatten sollen.</p>
<p>Doch die erzkonservativen Kirchenfürsten können sich bei aller<br />
                            <br />Marketingprofessionalität nicht recht mit dem Medium anfreunden. Zwar sollen möglichst viele Schäfchen bei der Stange gehalten werden. Aber dass es im Internet von Sex, Seelenfängern und Verschwörungstheorien nur so wimmelt, hat sich längst auch bis nach Rom herumgesprochen. In seiner Skepsis gegenüber dem Medium gleicht der Vatikan dabei eben allen Staatsformen, die aristokratisch oder autoritär, jedenfalls nicht demokratisch legitimiert sind. Solange der Vatikan eine black box war, aus dem nur selten und oft mit<br />
                            <br />Verzögerung Nachrichten nach außen drangen, konnte die Informationspolitik leicht gesteuert werden. Doch heute sieht sich selbst der Vatikan gezwungen, Nachrichten über den Gesundheitszustand des Kirchenoberhauptes fast in Real<br />
                            <br />Time an die Öffentlichkeit weiterzugeben.</p>
<p>Der Grund: In Zeiten von Weblogs und Handys sind selbst die hohen Mauern von Vatikan-Stadt nicht mehr dicht zu halten. Vermutlich müssen die Kardinäle nun erstmals, wenn sie ihren Nachfolger in der Sixtinischen Kapelle küren, ihre Handys an der Pforte abgeben, damit weiterhin der aufsteigende schwarze Rauch aus dem Kamin den gefundenen Nachfolger deklamiert. Mit einer traditionellen Versiegelung der schweren Türen der Kapelle wird es auf jeden<br />
                            <br />Fall nicht mehr getan sein.</p>
<p>Dass Positionsbedarf besteht, hat der Vatikan bereits im Jahr 2000 erkannt, als eins von insgesamt drei Positionspapieren n (Dokumentation auf<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>) zum Umgang mit dem Internet veröffentlicht wurde. Zum einen warnt die katholische Kirche darin standardmäßig vor unseriöser Berichterstattung, Sex und Hassparolen, die sich heute schneller verbreiten können, als je zuvor.</p>
<p>Andererseits brechen die Autoren eine Lanze gegen &#8220;Kulturimperialismus&#8221; und Monopolbildung bei der Vermittlung kultureller Werte: Die Informationstechnologien könnten zwar zu einer besseren und (verteilungs-) gerechteren Welt führen. Allerdings dürfte das Internet nicht dazu führen, dass einzelne Kulturen die Definitionshoheit für gesellschaftliche Belange erlangen. Der Vatikan warnt damit vor der digitalen Spaltung und der Vormachtstellung der westlichen Welt im Internet.</p>
<p>Wie ernst gemeint diese Warnungen sind, ist nicht zu ermitteln. Der größte Teil der Internetnutzer dürften christliche Glaubensbrüder sein: So ist das eben in den USA oder Europa. Die religiöse Hegemonie im Internet wird damit derzeit noch von Werten geprägt, die der christlichen Lehre entspringen. An einer Stärkung von arabischen oder chinesischen Websites kann die katholische Kirche daher eigentlich kein Interesse haben.</p>
<p>Vom Internet könnte auch aus anderer Richtung für den Vatikan langfristig eine ernste Bedrohung seiner Struktur ausgehen. Forderungen nach einer Demokratisierung und Modernisierung der katholischen Kirche werden im Internet erhoben. Abtrünnige Glaubensgruppen innerhalb der Kirche können ihre Bewegungen weltweit vernetzen und organisieren. Auch die Gefahr eines<br />
                            <br />PR-Gaus erhöht sich durch die Vernetzung der Gläubigen: Heiss diskutiert wird zum Beispiel im Internet, ob der Boykottaufruf des Vatikans gegen das Buch &#8220;Illuminati&#8221; von Starautor<br />
                            <a href="http://www.danbrown.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dan Brown</a> gerechtfertigt sei. Brown unterstellt dem Vatikan in seinem Thriller unlautere Handlungen und erreicht damit ein Millionenpublikum.</p>
<p>Doch im Kampf um die Deutungshoheit im Netz hält der Vatikan vorerst mit: Die offiziellen Websites des Vatikans sind hochprofessionell. Selbst der erzkonservativen Opus Dei, eigentlich für extrem rückwärtsgewandte und konservative Glaubensinterpretation bekannt, erlaubt heutzutage einen Einblick in seine Arbeit durch ein<br />
                            <a href="http://www.opusdei.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Fensterchen</a>. Interessant wird sein, wie &#8211; im Falle des Todes von Papst Johannes Paul II &#8211; im Internet die Trauerbewältigung und die nächste Papstwahl begleitet wird. politik-digital.de wird ein Auge darauf werfen.</p>
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		<title>Papst-Kritik an Internet-Sex und Digital Divide</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uheimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Paul II.]]></category>
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					<description><![CDATA[Kritik an der Vormachtstellung westlicher Werte im Internet - ausgerechnet der Vatikan forderte in drei Thesenpapieren eine gerechtere Welt im Netz -und warnt vor Sex, Seelenfängern und Hasspredigern. Dokumentation der Texte des "Päpstlichen Rats für die Sozialen Kommunikationsmittel".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Kritik an der Vormachtstellung westlicher Werte im Internet &#8211; ausgerechnet der Vatikan forderte in drei Thesenpapieren eine gerechtere Welt im Netz -und warnt vor Sex, Seelenfängern und Hasspredigern. Dokumentation der Texte des &#8220;Päpstlichen Rats für die Sozialen Kommunikationsmittel&#8221;.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Der Papst über die schnelle Entwicklung der Technologie im Bereich der Medien (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Die_schnelle_Entwicklung_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 236 KB)</p>
<p>Der Päpstliche Rat für die sozialen pKommunikationsmittel zum Thema &#8220;Kirche und Internet&#8221; (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Kirche_und_Internet_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 64 KB)</p>
<p>Der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel zum Thema &#8220;Ethik in der sozialen Kommunikation&#8221; (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Ethik_in_der_sozialen_Kommunikation_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 116 KB)</p>
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		<title>Der Vatikan im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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