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	<title>Kinderpornografie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Kinderpornografie &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 28)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 16:31:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[W-Lan]]></category>
		<category><![CDATA[Justizministerium]]></category>
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		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Katastrophenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Forum]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sun Chronicle will seine Leser erziehen, Wowereit will W-Lan für Alle in Berlin, eine Internetseite will den humanitären Einsatz revolutionieren und das BKA will sperren und löschen: Die Linkliste mit allerhand Interessantem aus einer Woche Netzwelt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Sun Chronicle will seine Leser erziehen, Wowereit will W-Lan für Alle in Berlin, eine Internetseite will den humanitären Einsatz revolutionieren und das BKA will sperren und löschen: Die Linkliste mit allerhand Interessantem aus einer Woche Netzwelt.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-99-Cent-fuer-Meinungsaeusserung-im-Web-1038210.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sun Chronicle: pay per comment</a>
</p>
<p>
Der <a href="http://www.thesunchronicle.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sun Chronicle</a> will seine Leser zur Netiquette erziehen. Deswegen müssen diese nun einmalig 99 Cent zahlen, um auf der Homepage der US-amerikanischen Online-Zeitung Kommentare abgeben zu dürfen. Dazu müssen sich die User mit Name, Adresse, Telefonnummer sowie der Kreditkartennummer registrieren. Der Schritt sei nötig gewesen, da es in der Vergangenheit „eklatante Verletzungen der Forenregeln, falsche Anschuldigungen und grundlose Unterstellungen“ gegeben habe. Bereits im April wurde das Forum deswegen stillgelegt, berichtet <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-99-Cent-fuer-Meinungsaeusserung-im-Web-1038210.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise.de</a>.
</p>
<p>
<a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/wowereit-will-kostenloses-wlan-netz-in-berlin/1883688.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wowereit: W-LAN Berlinweit kostenbefreit</a>
</p>
<p>
Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit spricht sich abermals für ein kostenloses W-Lan Netz in der Berliner Innenstadt aus. Der SPD-Politiker will die Umsetzung nochmals prüfen lassen, nachdem ein erster Antrag für ein solches Vorhaben bereits vor Jahren scheiterte. In der Zwischenzeit hat die Stadt Aachen innerhalb von acht Monaten ein flächendeckendes W-Lan Netz aufgebaut. Wie Wowereit dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/wowereit-will-kostenloses-wlan-netz-in-berlin/1883688.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesspiegel</a>  sagte, gebe es also ein gutes Beispiel, wie dies in der Praxis funktioniere.
</p>
<p>
<a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~EFD5AC6300AB848A4A291F1D3C1ABB6B2~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage rettet Leben</a>
</p>
<p>
Die Website <a href="http://ushahidi.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ushahidi.com</a> hilft beim Katastrophenschutz. Auf dem Online-Portal werden verschiedenste Nachrichten über Plünderungen, Vertreibungen, Vulkanausbrüche oder Überschwemmungen gebündelt. Im Anschluss werden die Daten ausgewertet und die registrierten Nutzer in der Umgebung per SMS gewarnt. Zudem werden Rettungskräfte – soweit vorhanden – an diesen Ort geschickt. Somit konnte die Seite vor allem beim Erdbeben in Haiti viele Menschenleben retten. Wie <a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~EFD5AC6300AB848A4A291F1D3C1ABB6B2~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">faz.net</a> berichtet, gab es durch ushahidi.com „1800 geographisch exakt bestimmten Notfallmeldungen, denen die Hilfsdienste vor Ort nachgehen konnten.“
</p>
<p>
<a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article8465932/BKA-kann-Kinderpornografie-nicht-zuegig-loeschen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BKA: Zuerst sperren, dann löschen</a>
</p>
<p>
Das Bundeskriminalamt (BKA) ist mit dem Löschen von kinderpornografischen Inhalten im Internet nicht zufrieden. In der Praxis zeige sich, dass das Löschen von Internetseiten mit einem solchen Inhalt zu lange dauere. Laut einem BKA-internen Bericht dauere es bei 40 Prozent der Homepages über eine Woche, bis die Seite gelöscht würde. Gerade in dieser Zeit wird die Website aber enorm oft angeklickt, so der Bericht, der <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article8465932/BKA-kann-Kinderpornografie-nicht-zuegig-loeschen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">welt.de</a> vorliegt. Das BKA fordert deswegen, Inhalte bis zu deren Löschung zu sperren. Anders sieht das die Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger. Sie hält am Grundsatz „Löschen statt Sperren“ fest und machte indirekt das BKA für zu lange Löschfristen verantwortlich. „Die kurze Laufzeit des neuen BKA-Arbeitsschwerpunktes „Löschen statt Sperren“ lässt sicher keine Rückschlüsse hinsichtlich der Effektivität zu“, wird die Ministerin auf <a href="http://www.golem.de/1007/76493.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">golem.de</a> zitiert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wir brauchen weltweite Mindeststandards</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir-brauchen-weltweite-mindeststandards-912/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 1998 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Filtersoftware]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Provider]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Somm]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dr.
Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
im politik-digital-Interview über wirksame Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz,
den Fall Felix Somm und die Verantwortung der Provider.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dr.<br />
Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,<br />
im politik-digital-Interview über wirksame Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz,<br />
den Fall Felix Somm und die Verantwortung der Provider.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Über wirksamen Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet wird viel diskutiert, wo sehen Sie als Ministerin für Kinder<br />
und Jugend konkreten Handlungsbedarf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Die Entwicklung zur Informationsgesellschaft ist auch für Kinder und Jugendliche<br />
mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen verbunden. Sie müssen zum<br />
einen die Möglichkeit haben, die Chancen dieser Entwicklungen wahrzunehmen<br />
&#8211; zugleich müssen sie vor Gefährdungen geschützt werden. Der Kinder- und<br />
Jugendschutz im Multimediazeitalter stellt deshalb neue nationale und<br />
internationale Anforderungen. Nach meiner Überzeugung ist Medienkompetenz<br />
neben den Vorschriften des gesetzlichen Jugendmedienschutzes und den Maßnahmen<br />
der Freiwilligen Selbstkontrolle eine der wichtigsten Voraussetzungen<br />
für einen effektiven Jugendschutz in diesem Bereich. Deshalb ist die Vermittlung<br />
von Medienkompetenz an Eltern, Kinder und Jugendliche ein Schwerpunkt<br />
der Arbeit meines Hauses. Junge Menschen sollen lernen, zu problematischen<br />
Medieninhalten kritische Distanz zu wahren und zu einem eigen-verantwortlichen<br />
Umgang mit ihnen zu kommen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Was könnten Ihrer Meinung nach sinnvolle Schutzmaßnahmen<br />
sein? Sollten alle Provider zum Angebot von Filtersoftware verpflichtet<br />
werden? Sollte es staatliche Cyberpolizisten geben, die das Angebot kontrollieren?<br />
Oder sind andere Ansätze denkbar? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Bei der Suche nach notwendigen Schutzmaßnahmen muß zwischen Straftaten<br />
einerseits und dem Kinder- und Jugenschutz andererseits unterschieden<br />
werden.Die Bekämpfung von Straftaten im Internet &#8211; und hier liegt mir<br />
die Bekämpfung von Kinderpor-nographie ganz besonders am Herzen &#8211; ist<br />
zu allererst Aufgabe der Strafverfolgungsbehör-den, das heißt, Aufgabe<br />
der Länder. Das Bundeskriminalamt wird hier überwiegend in seiner Zentralstellenfunktion<br />
tätig. Ihm obliegt unter anderem die Durchführung des nationalen und internationalen<br />
Nachrichtenaustausches &#8211; z.B. mit EUROPOL, INTERPOL &#8211; sowie die zentrale<br />
Sammlung und Auswertung aller verfügbaren Daten und Bilder aus dem In-<br />
und Ausland. Hier sind sich Bund und Länder darüber einig, daß zu den<br />
Aufgaben des Bundeskriminalam-tes als Zentralstelle auch gehört, im offenen<br />
Bereich des Internet anlaßunabhängige Recherchen durchzuführen. Stößt<br />
es bei seinen Recherchen auf konkrete Verdachtsfälle, so werden diese<br />
zur Bearbeitung an die zuständigen Landespolizeidienststellen weitergeleitet.<br />
Die Suche &#8211; z.B. nach Kinderpornographie &#8211; auch ohne eine Anzeige halte<br />
ich für einen sehr erfolgversprechenden Weg zur Bekämpfung dieser abscheulichen<br />
Verbrechen. Im übrigen tragen auch die Provider eigene Verantwortung,<br />
und wir setzen darauf, daß sie Filtersoftware freiwillig verwenden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeiten für den Kinder- und Jugendschutz<br />
im Internet sind unklar. Sowohl Polizei, als auch Bundesprüfstelle und<br />
Jugendschutz.net befassen sich mit dem Thema. Halten Sie eine Neuordnung<br />
der Kompetenzen für sinnvoll? Sollte es eine zentrale staatliche Institution<br />
geben? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Für den Bereich des Jugendschutzes im Internet hat der Bund mit dem Informations-<br />
und Kommunikationsdienstegesetz aus dem Jahr 1997 bereits wichtige rechtliche<br />
Änderungen vorgenommen. Die Bundesregierung wird dem Bundestag darüber<br />
berichten, an welcher Stelle Anpassungs- und Ergänzungsbedarf besteht.<br />
Der Abstimmungsprozeß innerhalb der Ministerien ist derzeit im Gange,<br />
und ich möchte dem Ergebnis, das in 10 Monaten vorliegen wird, nicht vorgreifen.<br />
Aber Sie können versichert sein, daß ich alles tun werde, um zu erreichen,<br />
daß Kinder und Jugendliche vor jeder Art von Beeinträchtigungen und Gefährdungen<br />
geschützt werden. Zeitgleich mit diesem Gesetz des Bundes haben die Länder<br />
auf der Grundlage des Mediendienstestaatsvertrages in ihrem Zuständigkeitsbereich<br />
eine zentrale Stelle &#8211; Jugendschutz.net &#8211; eingerichtet. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Werden Sie als Ministerin sich mit einer eigenen<br />
(gesetzlichen) Initiative in die Debatte einschalten? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Als Jugendministerin gehört es zu meinen Aufgaben alles dafür zu tun,<br />
daß unsere Kinder und Jugendlichen vor Gefährdungen geschützt werden.<br />
Deshalb werde ich mich selbstverständlich in die Diskussion einschalten<br />
und mich dort, wo Gesetzesänderungen notwendig werden, dafür einsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Der ehemalige Compuserve-Geschäftsführer Felix<br />
Somm ist wegen der Verbreitung von Kinderpornographie in erster Instanz<br />
verurteilt worden. Das Urteil und seine Begründung haben in Deutschland<br />
und vor allem im Ausland Widerspruch ausgelöst. Halten Sie die Verurteilung<br />
für gerechtfertigt? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
In diesem Fall läuft das Verfahren noch. Eine Bewertung ist erst nach<br />
Abschluß des Verfahrens möglich. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Reicht angesichts der Globalität des Internets<br />
ein nationales Vorgehen zum Kinder- und Jugendschutz im Internet aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bergmann:</b><br />
Angesichts des grenzüberschreitenden Mediums Internet reichen nationale<br />
Maßnahmen natürlich nicht aus. Deshalb müssen sie durch internationale<br />
Maßnahmen flankiert werden. Unser Ziel muß die Schaffung eines internationalen<br />
Übereinkommens über Computer- und Datennetz-Kriminalität sein, in dem<br />
strafrechtliche Mindeststandards und einheitliche Rechtshilferegelungen<br />
weltweit verbindlich festgelegt werden. Weltweite Mindeststandards brauchen<br />
wir auch zur wirksamen Bekämpfung jugendgefährdender Netzinhalte. Darüber<br />
hinaus halte ich hier die Stärkung der Medienkompetenz, die Entwicklung<br />
von Filter- und Bewertungssystemen sowie die freiwillige Selbstkontrolle<br />
der Diensteanbieter für überaus wichtig. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Das Interview mit<br />
Dr. Christine Bergmann führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Netz gegen Kinderpornografie&#034; erfolgreich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netz-gegen-kinderpornografie-erfolgreich-940/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Meldestelle]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiative führte zu über 300 Ermittlungsverfahren</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Hannover, 10. November 1998 &#8211; Aufgrund von Hinweisen, die bei der Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot;<br />
eingegangen sind, hat die Staatsanwaltschaft Hannover bereits über 300 Ermittlungsverfahren eröffnet und weitere<br />
Vorgänge an die zuständigen Behörden in anderen Bundesländern weitergeleitet. Über 450 Hinweise sind bisher bei<br />
der provisorischen neutralen Meldestelle eingegangen, die seit Anfang August unter<br />
<a href="http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno">Netz gegen Kinderporno</a> im Internet erreichbar ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei den gemeldeten Fundstellen handelt es sich weniger um Newsgroups und Internet Relay Chats (IRC), die als<br />
Hauptumschlagsplätze für Kinderpornographie gelten, sondern hauptsächlich um das World Wide Web. Dort wird das strafbare<br />
Material zwischen harmlosen Angeboten versteckt; es handelt sich bei den Meldungen also um Zufallsfunde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Landeskriminalämter eröffnen<br />
nach eigener Aussage generell keine Ermittlungsverfahren gegen<br />
Zufallsfinder, die<br />
Kinderpornographie zur Anzeige bringen. Liegen jedoch Anhaltspunkte<br />
dafür vor, daß der Hinweisgeber mit der Anzeige von<br />
seinem eigenen strafbaren Verhalten ablenken will, so wird auch gegen<br />
ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Dies war in vereinzelten<br />
Fällen geschehen und hat potentielle Hinweisgeber stark verunsichert.<br />
Die provisorische Meldestelle leitet die eingegangenen<br />
Hinweise daher anonymisiert an die Behörden in Hannover weiter. Der<br />
dort zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Finke hatte die<br />
Einrichtung der neutralen Meldestelle ausdrücklich befürwortet,<br />
&quot;solange Zeugen verunsichert sind und vor einer Anzeige<br />
zurückschrecken&quot;.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Initiative &quot;Netz gegen Kinderporno&quot; wurde von heise online zusammen mit dem Forum InformatikerInnen für Frieden und<br />
gesellschaftliche Verantwortung (FifF), dem Deutschen Kinderschutzbund, Spiegel Online und Stern Online ins Leben gerufen. Sie<br />
steht nicht in Konkurrenz zu anderen Aktivitäten im Internet, sondern will lediglich durch die Link-Logos einen Knotenpunkt<br />
schaffen, der bestehende Aktionen miteinander verbindet. Unter anderem verweist die Initiative auch auf Online-Meldestellen der<br />
zuständigen Behörden.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weltweiter Polizeieinsatz gegen Kinderporno-Ring im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/weltweiter-polizeieinsatz-gegen-kinderporno-ring-im-internet-939/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/weltweiter-polizeieinsatz-gegen-kinderporno-ring-im-internet-939/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 1998 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Strafverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In einer international abgestimmten Aktion
ermittelte das BKA 18 Tatverdächtige</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In einer international abgestimmten Aktion<br />
ermittelte das BKA 18 Tatverdächtige</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Seit heute morgen 06.00 Uhr MESZ durchsuchen<br />
Polizei und Staatsanwaltschaft im Rahmen einer<br />
international abgestimmten Aktion zeitgleich in 21<br />
Staaten die Wohnungen von Tatverdächtigen, denen die<br />
Beteiligung an einem weltweit im Internet agierenden<br />
Kinderporno-Ring vorgeworfen wird. In Deutschland<br />
finden in den Bundesländern Baden-Württemberg,<br />
Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen,<br />
Sachsen und Rheinland-Pfalz Durchsuchungen bei<br />
insgesamt 18 Tatverdächtigen statt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Für die Maßnahmen in Deutschland hat das<br />
Bundeskriminalamt eine Koordinierungsstelle (KoSt)<br />
eingerichtet. Diese steuert Informationen aus dem<br />
Ausland an die zuständigen deutschen Behörden bzw.<br />
in der Bundesrepublik Deutschland gewonnene<br />
Erkenntnisse an die entsprechenden ausländischen<br />
Behörden. Die Ermittlungen werden von den<br />
Polizeibehörden der Länder geführt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Aufgrund der Ergebnisse eines in Großbritannien<br />
geführten Verfahrens gegen einen britischen<br />
Staatsangehörigen, der als Mitglied eines sogenannten<br />
privaten IRC- channels mit nahezu 200 Teilnehmern im<br />
INTERNET ermittelt worden ist, konnten die<br />
Polizeibehörden in monatelanger Arbeit die sich<br />
äußerst geschickt abschottenden Teilnehmer des<br />
Rings enttarnen. Diese werden verdächtigt, weltweit<br />
große Mengen kinderpornographischer Bild- und<br />
Filmdateien zu tauschen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Bereits 1996 sind in den USA Ermittlungen gegen eine<br />
Gruppierung wegen desselben Verdachts geführt<br />
worden. Damals nicht identifizierte Mitglieder haben<br />
sich teilweise im nunmehr aufgedeckten Ring<br />
reorganisiert. Einigen Mitgliedern konnte der sexuelle<br />
Mißbrauch von Kindern nachgewiesen werden; bei<br />
weiteren besteht ein diesbezüglicher Tatverdacht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Die Maßnahme zeigt, daß die<br />
Strafverfolgungsbehörden auch über Ländergrenzen<br />
hinweg in der Lage sind, diese abscheulichen Taten zu<br />
verfolgen. Sowohl die internationale Kooperation, die in<br />
diesem Fall durch eine bei der &quot;Internationalen<br />
Kriminalpolizeilichen Organisation (IKPO)&quot; eingesetzte<br />
Arbeitsgruppe initiiert worden ist, als auch die nationale<br />
Zusammenarbeit funktionieren hervorragend.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Die Auswertung des jetzt sichergestellten Materials<br />
wird einige Wochen in Anspruch nehmen, da mit<br />
besonderen Sicherungsmaßnahmen der Dateien durch<br />
die Tatverdächtigen zu rechnen ist.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Somm-Urteil Katastrophe für den Medienstandort Deutschland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/somm_urteil_katastrophe_fuer_den_medienstandort_deutschland-941/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Amtsgericht München]]></category>
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		<category><![CDATA[Felix Somm]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hoffnung auf Vernunft in Bayern war
trügerisch, schallende Ohrfeige für &#34;Zukunftsminister&#34; Rüttgers</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hoffnung auf Vernunft in Bayern war<br />
trügerisch, schallende Ohrfeige für &quot;Zukunftsminister&quot; Rüttgers</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als Katastrophe für den Medien- und Internet &#8211; Standort Deutschland wertet der SPD- Bundestagsabgeordnete Jörg<br />
Tauss (SPD) das Urteil des Amtsgerichts München gegen den Ex &#8211; Compuserve – Manager Felix Somm. Trotz der<br />
Forderung nach Freispruch von Verteidigung und Staats-anwaltschaft (!) wurde der Manager zu zwei Jahren Haft auf<br />
Bewährung verurteilt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Damit kommt einem bayrischen Amtsgericht das zweifelhafte Verdienst zu, das Internet in Deutschland zu ruinieren.<br />
Hierzu ist der offensichtlich Internet-unkundige Amtsrichter vermutlich auch durch das bayrische Justizministerium<br />
ermuntert worden, welches mit der absurden Forderung nach schärferen Gesetzen im Falle eines Freispruchs das Gericht<br />
offensichtlich überfordert hat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gleichzeitig ist das Urteil eine schallende Ohrfeige für &quot;Zukunftsminister&quot; Rüttgers, der die Befürchtungen der Opposition,<br />
daß mit dem Teledienstgesetz keine Rechtsklarheit für das Internet in Deutschland geschaffen worden sei, ignoriert hat.<br />
Bis zuletzt hat Rüttgers Forderungen nach klaren und sachgerechten Verantwortungs-regelungen als erfüllt angesehen. Für<br />
dieses Urteil trägt also nicht nur die bayrische Justiz, sondern auch Rüttgers unmittelbare Mitverantwortung. Das gesamte<br />
PR – Getöse des Ministers, eine weltweit vorbildliche Schneise für Multi – Media geschlagen zu haben, hat sich nun –<br />
wie von der SPD vorhergesagt – als Kahlschlag für die Wachstumsbranche Multi – Media erwiesen.Für den glücklosen<br />
Minister wäre es &quot;zumutbar und möglich&quot; gewesen, die Warnungen der Experten während der parlamentarischen<br />
Beratung des Gesetzes zur Kenntnis zu nehmen und sie nicht selbstherrlich mit den jetzt eingetretenen Folgen zu<br />
ignorieren.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Tauss hat von Rüttgers eine Stellungnahme zum Compuserve – Verfahren gefordert, die jedoch noch aussteht.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Ein Filter gegen Kinderpornos?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Kinderschutz und Kriminalität: DIE WOCHE lud vier Experten zum digitalen
Streitgespräch über Freiheit oder Zensur</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Kinderschutz und Kriminalität: DIE WOCHE lud vier Experten zum digitalen<br />
Streitgespräch über Freiheit oder Zensur</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Herzlich willkommen zur ersten &#8220;virtuellen Podiumsdiskussion&#8221;<br />
der WOCHE. Nach den Funden elektronisch gespeicherter und über Online-Medien<br />
vertriebener Kindersex-Pornografie im niederländischen Zandvoort stellt<br />
sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen digitalen Technologien und<br />
solchen kriminellen Handlungen. Zunächst quantitativ: Wie viel Prozent<br />
von allem, was übers World Wide Web, über Newsgroups*, Chatrooms* und<br />
E-Mails* ausgetauscht wird, lässt sich mit kriminellen Handlungen in Verbindung<br />
bringen, Herr Blottnitz? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Blottnitz:</b><br />
Zum Glück sehr, sehr wenig. 1 Prozent der Nutzung ist pornografisch und<br />
davon ist wiederum nur ein Bruchteil kinderpornografisch. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Stimmt das, Herr Richard? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das sind auch unsere Erkenntnisse, aber trotzdem müssen wir das Thema<br />
ernst nehmen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Das tun wir auch! </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Lassen sich eindeutige Zusammenhänge zwischen kriminellen<br />
Handlungen und digitalen Technologien herstellen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elke Wülfing:</b><br />
Nein, Kriminelle bedienen sich stets der modernsten Technologie, um ihre<br />
Ziele zu erreichen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Das sagt etwas über die Kriminellen. Was aber sagt es<br />
über die Technologie? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Allein in Deutschland gibt es Hunderte von Anbietern, die frei zugänglich<br />
strafbare Pornografie ins Netz stellen. Außerdem dient das Netz der extremistischen<br />
Szene als optimale Plattform für anti-demokratische Propaganda. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Lädt die Technologie durch ihre Schnelligkeit und die<br />
mögliche Anonymität zur Kriminalität ein? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Nein,<br />
unser Medium kann für einen Zwischenschritt missbraucht werden, ist aber<br />
auf keinen Fall die Ursache des Problems. Das Stichwort Anonymität ist<br />
aber wichtig. Irgendwann in der Kette der Handlungen wird allerdings die<br />
tatsächliche Identität sichtbar. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Aber technologische Neuerungen, das zeigt die Praxis, aktivieren stets<br />
bis dahin nur latent vorhandene kriminelle Veranlagungen oder bringen<br />
diese sogar erst hervor. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b>Welche Kanäle sind denn die gefährlichsten ­ das öffentliche<br />
World Wide Web, kommerzielle Online-Angebote, wie die von AOL, Compuserve<br />
und T-online, oder die Newsgroups*, etwa des Usenets*, also digitale schwarze<br />
Bretter? Oder sind es die Chatrooms*, in denen geplaudert wird, also schriftliche,<br />
kurze Nachrichten ausgetauscht werden? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das www nimmt in der Gesamtheit sicherlich den kleinsten Platz ein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Diejenigen, die sich strafbar machen, beispielsweise durch die Verbreitung<br />
von Kinderpornografie, wollen nicht erkannt werden und nutzen daher eher<br />
geschlossene Bereiche. Im frei zugänglichen Bereich finden sich allerdings<br />
auch strafbare Inhalte. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Vor allem Chat-Bereiche sowie das Usenet* gelten nach wie vor als hauptsächlicher<br />
Treffpunkt der Kriminellen. Der E-Mail*-Verkehr muss ganz ausgeklammert<br />
werden. Hier gilt einfach das Briefgeheimnis. Derzeit laufen allerdings<br />
Diskussionen, es bei Verdacht auf bestimmte Verbrechen wie Organisierte<br />
Kriminalität oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufzulockern.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Welcher Meinung sind Sie, Herr Richard ? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Ich bin der Meinung, dass die Strafprozessordnung in mehreren Teilen den<br />
neuen Techniken angepasst werden sollte: z. B. durch den Einsatz verdeckter<br />
Ermittler und zusätzliche ,Telefonüberwachung&#8221; des E-Mail-Verkehrs beim<br />
Verdacht auf bestimmte Straftaten. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das Netz ist kein rechtsfreier Raum; was im Offline-Bereich gilt, muss<br />
im Grundsatz auch online gelten. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Natürlich, aber die Frage ist doch, wie das durchgesetzt<br />
werden kann. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Im Netz ist es mitunter sehr schwierig, die Verursacher oder Verantwortlichen<br />
zu finden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Mit dem Multimedia-Gesetz und dem Mediendienste-Staatsvertrag* haben wir<br />
eine klare gesetzliche Grundlage geschaffen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wenn in Deutschland gefährdende oder strafbare Angebote ins Netz gestellt<br />
werden, reichen die deutschen Gesetze aus. Allerdings haben wir bei der<br />
globalen Vernetzung Schwierigkeiten, alle in Deutschland strafbaren Inhalte<br />
auch in anderen Ländern zu verfolgen, weil etwa Rassismus in den USA nicht<br />
in der Weise verfolgt wird wie bei uns. Auch die Provider*, also die Betreiberfirmen,<br />
die Internet-Zugänge anbieten, müssen ihre Verantwortung ernst nehmen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Was erwarten Sie konkret von den Providern? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die technischen Lösungen müssen von den Providern kommen, nicht vom Gesetzgeber.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Hier muss immer zwischen den beiden großen Themen Datenschutz und Ermittlung<br />
von Straffälligen unterschieden werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> An die Provider: Warum ist es nicht möglich, einfach<br />
einen großen Filter gegen Kinderpornografie zu entwickeln? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Weil es im Moment rechtlich und technisch nicht möglich ist, einen Filter<br />
zu entwickeln, der ständig alles, was ausgetauscht wird, scannt* und Strafbares<br />
kennzeichnet. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Weil immer gilt, dass von Menschen beurteilt werden muss, ob ein Straftatbestand<br />
wie Kinderpornografie vorliegt. Die Sichtung ist durch keine Maschine<br />
zu ersetzen. Allerdings gibt es schon technische Hilfsmittel wie die jetzt<br />
vorgestellte ,Suchsoftware&#8221; Perkeo*, um Kinderpornografie zu finden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Internationale Zusammenarbeit ist wichtig, z. B. in der OECD, der EU und<br />
den UN. Unserer Meinung nach ist so ein Filter zu entwickeln, Ansätze<br />
­ z. B. PICS* ­ gibt es bereits. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das Perkeo*-Programm des Hessischen Landeskriminalamtes scannt nur bereits<br />
bekannte Bilder ab. Es hat sich in der Praxis nicht als tauglich erwiesen,<br />
da es nach einem Prüfsummenverfahren arbeitet. Sobald auch nur ein Bit*<br />
verändert wird, greift das Programm nicht mehr. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es gibt zwar Software, die feststellen kann, ob auf einem Bild Haut abgebildet<br />
wird oder nicht, aber ob diese Abbildung von Haut nun Straftatbestände<br />
erfüllt oder nicht, kann zur Zeit nur ein Mensch entscheiden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wir haben festgestellt, dass Perkeo* ein wichtiges Hilfsmittel ist, weil<br />
viele bekannte kinderpornografische Fotos einfach gespiegelt sind und<br />
als neu verkauft werden. Das erkennt Perkeo. Im Umfeld findet man dann<br />
auch neue Fotos. Hier muss aber mehr getan werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wir erwarten von den Providern vor allem benutzerfreundliche Filtertechnologien<br />
und Kindersicherungen * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
AOL hat heute ein System, welches Kinder schon sehr gut davor schützt,<br />
in hässliche Bereiche zu gelangen * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
* z. B. bei Eingabe ,Porno&#8221;, ,XXX&#8221; usw. entsprechende Suchbefehle nicht<br />
ausführt. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Es<br />
muss aber zwischen dem Zugang zu diesen Inhalten und dem Handel unterschieden<br />
werden. Was den Zugang angeht, da ist AOL bereits sehr weit, beim Handel,<br />
der ausschließlich über E-Mail läuft ­ für die das Briefgeheimnis gilt<br />
­, fehlen allerdings die rechtlichen Mittel. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Der Handel wird nie ganz unterbunden werden können. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Lobenswert ist die Initiative, zur Suche krimineller Pornos Lotsen* einzusetzen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Über unsere Lotsen* unterstützen wir die Suche nach Kriminellen. Damit<br />
unterstützen wir aber nur die Behörden und ermitteln nicht selber. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Herr Blottnitz, ich denke auch, dass es nicht Ihre Aufgabe ist, Ihre Kunden<br />
zu überwachen. Aber die Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen<br />
sollte möglichst unbürokratisch sein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die Freiwillige Selbstkontrolle, wie z. B. die FSM*, ist ein Schlüssel<br />
zum Erfolg gegen Netzmissbrauch. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Wie kann sich die Politik auf freiwillige Selbstkontrolle<br />
verlassen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Selbstkontrolle ist ein neues Zauberwort. Sie funktioniert nach unserer<br />
Erfahrungen aber nur, wenn mit den öffentlichen Stellen zusammengearbeitet<br />
wird, wenn es also doch Kontrolle gibt. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Freiwillige Selbstkontrolle allein reicht sicherlich nicht aus, deshalb<br />
haben wir ja einen entsprechenden rechtlichen Rahmen geschaffen und arbeiten<br />
auf internationaler Ebene mit unseren Partnern an einer besseren Ausstattung<br />
z. B. von Europol und der Justiz in der EU. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Leider wird der Datenschutz im Teledienste-Datenschutz-Gesetz (TDDG)*<br />
noch zu groß geschrieben. So sieht Art. 4 TDDG explizit einen anonymisierten<br />
Zugang von Kunden in die Datennetze vor. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Uns<br />
liegt aber auch der Datenschutz am Herzen. Auf keinen Fall wollen wir<br />
unseren Mitgliedern das Gefühl geben, dass sie überwacht werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wegen dieser Problematik ist das Gesetz auf dem Prüfstand (Evaluierung).<br />
Der Bundestag setzt auf praktische Erfahrungen, Mitte nächsten Jahres<br />
werden sie in einem ausführlichen Bericht ausgewertet. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Der Compuserve-Geschäftsführer Felix Somm wurde zu 2<br />
Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100 000 Mark verurteilt.<br />
Der Münchner Amtsrichter stützt das Urteil auf eben dieses Multimedia-Gesetz?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Es handelt sich um ein erstinstanzliches Urteil. Hier verbietet sich eine<br />
voreilige Bewertung. Eigentlich sind die Regelungen zur Verantwortlichkeit<br />
deutlich. Wir werden aber auch diese Regelungen im Rahmen der Evaluierung<br />
genauer unter die Lupe nehmen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Ich bin nicht sicher, ob die Verurteilung nicht deshalb so ausgefallen<br />
ist, weil zum Zeitpunkt der Untersuchungen das Informations-und-Kommunikationsdienste-Gesetz*<br />
noch nicht in Kraft war. Dessen Regeln sind eindeutig: Ein Anbieter ist<br />
verantwortlich, wenn er weiß, was er verbreitet, und wenn er technisch<br />
in der Lage ist, etwas dagegen zu tun. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Inzwischen ist die Urteilsbegründung ja bekannt. Der Richter urteilte<br />
so, weil Compuserve seinen Mitgliedern Newsgroups zur Verfügung gestellt<br />
hat, obwohl man wusste, dass dort Kinderpornografie verbreitet wird. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Muss ein Anbieter (AOL, T-online usw.) tatsächlich wissen,<br />
was er alles verbreitet? Und: Wie kann er das alles wissen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Nein.<br />
Er ermöglicht zu diesen Inhalten nur den Zugang. Er kann es nicht wissen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das kommt darauf an * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Im Bereich des Usenets* ist dies relativ einfach: Er kann explizit darüber<br />
entscheiden, welche News-Gruppen er seinen Kunden zur Verfügung stellt.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Klar ist, dass strafbare Inhalte im Usenet*, die man kennt, gesperrt werden<br />
müssen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wenn eine Stelle den Anbieter informiert, muss dieser alle Möglichkeiten<br />
nutzen, die technisch machbar und zumutbar sind. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Aber wenn man nicht weiß, was gerade verbreitet wird, kann man nicht auf<br />
Verdacht vorgehen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Eine News-Gruppe mit der Bezeichnung alt.sex.paedophilia dürfte relativ<br />
eindeutig sein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es könnte sich bei dieser Newsgroup* auch um einen Raum handeln, in dem<br />
sich Opfer austauschen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
In solchen, meiner Meinung nach eindeutigen Gruppen muss sich der Provider*<br />
dann eben auch selbst darum bemühen, die Inhalte zu prüfen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Herr Blottnitz, ist es machbar, einen abgrenzbaren Rechner ­ in Japan<br />
oder sonstwo ­, auf dem Kinderpornografie liegt, zu sperren? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Nur wenn es sich um Angebote des Usenets* handelt, können wir die entsprechende<br />
Newsgroup* als ganze sperren ­ und wir tun das auch. Unser Problem dabei<br />
ist, dass sich diese Inhalte beliebig oft kopieren lassen und wir immer<br />
hinterherlaufen müssen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Herr Richard, was ist die rechtliche Grundlage Ihrer<br />
Online-Recherchen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Für uns ist das jeweilige Polizeirecht des Bundeslandes die Grundlage<br />
zur präventiven Überwachung, zum Streife gehen auf dem Daten-Highway.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Bayern ist hier vorbildlich. Andere Länder sollten sich anschließen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Bei<br />
AOL können die Strafverfolgungsbehörden sich an die Lotsen* wenden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>MÜLLER: </b>Wir<br />
haben die Erfahrung gemacht, dass viele, vor allem kleinere Anbieter,<br />
die Gesetze nicht ausreichend kennen. Der Hinweis auf einen Verstoß reicht<br />
dann oft aus und sie verändern ihr Angebot. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, aber verfolgen die Übeltäter nicht,<br />
das müssen die Behörden selbst machen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Würde ein automatisches Scannen* des digitalen Datenverkehrs<br />
das Grundgesetz verletzen? Würde dann noch gelten: Eine Zensur findet<br />
nicht statt? Wo bleibt die gepriesene Freizügigkeit im Cyberspace, wenn<br />
überall Blockwarte umherstreifen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Es geht nicht um Blockwarte, sondern um Hinweise auf kriminelle Taten.<br />
Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Dem<br />
schließen wir uns ausdrücklich an. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Bevölkerung auf Grund der letzten<br />
Ereignisse sensibilisiert ist und auf kriminelle Inhalte achtet. Tagtäglich<br />
gehen bei unserer Dienststelle Hinweise auf strafbares Material ein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Auch Kinder, für die das Internet ein wichtiges Zukunftsmedium ist, haben<br />
Informationsfreiheit, können aber noch nicht mit allen Gefährdungen umgehen.<br />
Sie müssen besonders geschützt werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Gerade für Kinder brauchen wir Filter, damit diese gefahrenfrei surfen<br />
können. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Eine Forderung an die Provider. Die Eltern werden mit dem Problem allein<br />
gelassen und sind meist überfordert. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wir brauchen eine benutzerfreundliche Filtersoftware. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Also ,Kennwort Kindersicherung&#8221; versteht sogar meine Mutter. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die Software darf aber nicht allein von den Anbietern kontrolliert werden.<br />
Dann ist Missbrauch nämlich nicht auszuschließen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Reden wir über Grauzonen: Was in Bayern als nicht korrekt<br />
gilt, wird andernorts im globalen Dorf womöglich als Ausdruck sexueller<br />
Freiheit aufgefasst. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das kann ich nur bestätigen. Allein in Europa wird Pornografie völlig<br />
unterschiedlich aufgefasst. Was in Holland erlaubt ist, steht bei uns<br />
oder in anderen Ländern bereits unter Strafe. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die Moralvorstellungen sind weltweit zu unterschiedlich. Deshalb brauchen<br />
wir ja individuelle Filter beim User*. Elternverantwortung ist gefragt.<br />
Im Straßenverkehr müssen Kinder erzogen werden, ebenso auf dem Daten-Highway.<br />
Staatliche Instanzen allein können das Problem nicht lösen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Ich<br />
unterscheide zwischen zwei Bereichen: 1. Wie schützen wir unsere Mitglieder,<br />
besonders die Kinder, davor, Zugang zu strafbaren Inhalten zu bekommen?<br />
Das haben wir im Griff. 2. Wie spüren wir strafbare Inhalte auf und machen<br />
sie unzugänglich? Wir versuchen ein System zu installieren, mit dem wir<br />
zumindest teilweise die Datenflut durchsuchen, das haben wir aber noch<br />
nicht gelöst und können es auch unmöglich allein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die Zusammenarbeit zwischen Anbietern und staatlichen Stellen muss besser<br />
organisiert werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das ist mit FSM* bereits geschehen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die FSM* benötigt derzeit sehr viel Zeit, um Beschwerden zu bearbeiten.<br />
Außerdem ist nicht transparent, wie sie das tut. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Der Bundesforschungsminister hat einen Internet-Kodex<br />
gefordert, der Finanzminister eine Internet-Konvention. Wie kommt man<br />
im ,globalen Dorf&#8221; des Cyberspace zusammen, um gefundene Regeln auch einzuhalten,<br />
Regelverstöße zu ahnden ­ und die Schuldigen zu bestrafen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Stellen wie <a href="http://www.jugendschutz.net/">Jugendschutz.net</a><br />
sollten in Europa vernetzt werden, so dass Beschwerden schnell an die<br />
richtige Adresse kommen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wir sind mit allen relevanten internationalen Organisationen im Gespräch.<br />
Wir wollen auf der Unesco-Konferenz über ,Info-ethics&#8221;, die im Oktober<br />
in Monaco stattfinden wird, das Thema Kinderpornografie ganz oben auf<br />
die Tagesordnung setzen. Erste Schritte sind getan, weitere müssen folgen.<br />
Wenn es um Verbrechen an Kindern geht, lohnt sich jeder Aufwand. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es dauert lange, und die Schritte sind klein, aber wir müssen dranbleiben.<br />
Wir können uns keineswegs zurücklehnen, bis das Netz in Verruf gerät.<br />
</span></p>
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