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	<title>Kinderpornographie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Kinderpornographie &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Wir sind das Netz: Kommentar des Autors</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenöffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pornographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<strong>Die auf politik-digital.de       erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches       &#8220;Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie       Software die Welt verändern&#8220; von Sonja Bonin kommentiert       der Autor Erik Möller.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die auf politik-digital.de erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches “Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern“ von Sonja Bonin kommentiert der Autor Erik Möller.<!--break--> </strong><br />
Kritisch merkt Sonja Bonin an, dass im Buch die alten Medien<br />
&#8220;verteufelt&#8221; werden, und die &#8220;klassischen Medien mit nichts anderem als Zensur und Manipulation beschäftigt zu sein scheinen.&#8221;<br />
Zweifellos haben Medien in der Vergangenheit fantastische<br />
Aufklärungsarbeit geleistet. Nicht umsonst findet sich im ersten Kapitel eine Vorstellung der Undercover-Journalistin Nellie Bly, die Ende des 19. Jahrhunderts die furchtbaren Zustände in einem amerikanischen Irrenhaus aufdeckte. Auch die Arbeit Günter Wallraffs wird beispielhaft beschrieben, ebenso nehme ich Bezug auf frühe Untergrundmedien wie Samisdat und auf Pioniere der Medientheorie.<br />
Eine ausführliche Geschichte des investigativen Journalismus würde ich auch gerne einmal lesen &#8211; Buchtipps nehme ich dankbar entgegen. Doch diese vereinzelten Erfolge zu sehr in den Vordergrund zu stellen, wäre grob irreführend in einer Welt, in der Krieg, Hunger, Epidemien, Umweltzerstörung, Genozid, Totalitarismus, religiöser Fundamentalismus und die Bedrohung durch Megatonnen-Wasserstoffbomben und biologische Waffen nach wie vor existieren. Resignation oder gar Selbstzufriedenheit sind nicht angebracht. Der schöne Schein muss zerschlagen werden, die Arroganz und Naivität der eigenen gefühlten Sicherheit muss einem globalen Problembewusstsein weichen.<br />
Denn ohne Zweifel für jeden kritischen Medienbeobachter stellt die<br />
massive Machtkonzentration der Medien in den Händen weniger eine<br />
Bedrohung für die freie Meinungsbildung dar. Diese Feststellung, die im Buch auch empirisch untermauert wird, als &#8220;naiv&#8221; oder abgedroschen abzukanzeln, sehe ich als Beispiel für die tatsächlich naive Präferenz für eine Scheinwelt, in der offensichtliche Probleme mit kindlicher Insistenz geleugnet oder ausgeblendet werden.<br />
Deshalb habe ich im ersten Kapitel dann auch Themen genannt, die ganz konkret in den traditionellen Medien zu kurz kommen, vom internationalen Rüstungshandel über den Alltag in Entwicklungsländern zur politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme der Ölindustrie, etwa bei der Unterstützung für Diktatoren und Todesschwadronen. Es fällt mir auf, dass diese Liste im ersten Kapitel bisher in keiner Rezension aufgegriffen worden ist.<br />
Das zeigt mir schon deutlich, dass es hier auch um Tabus geht. Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Leser eine solche Aufzählung im Wortsinne &#8220;peinlich&#8221; finden dürfte, sich also wirklich unangenehm berührt fühlt. Wer aber beim Lesen einer Liste verschwiegener Probleme Bauchschmerzen bekommt, sollte sich einmal fragen, woher dieses Gefühl stammt &#8211; und ob es nicht mitunter deckungsgleich mit den Interessen der Problemverursacher ist.<br />
Wer den tatsächlichen Einfluss und &#8220;Bias&#8221; der Medien auf solider<br />
empirischer Basis verstehen und ergründen möchte, dem empfehle ich als Einstiegslektüre &#8220;Manufacturing Consent&#8221; von Noam Chomsky. Kein anderes mir bekanntes Buch zeigt mit derartiger Akribie &#8211; detaillierte Tabellen vergleichen, mit wie vielen Zeitungszentimetern welches Thema behandelt wird &#8211; wie zumindest die amerikanischen Medien systematisch bestimmte Themen ignorieren. Und wer eine Prise medialer Realität in Deutschland möchte, der gebe doch einfach einmal bei news.google.de die Phrase &#8220;notwendige Reformen&#8221; ein: beeindruckend, wie viele Medien der Tages- und Wochenpresse sich diese ganz und gar nicht objektive Darstellung zu eigen machen. Auch ein bisschen googeln nach der &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; fördert Interessantes zu Tage.<br />
Sicherlich kann mein Buch hier nur Denkansätze liefern. Ich halte es<br />
aber umgekehrt für höchst naiv und gefährlich, sich nicht eingehend mit dieser Problematik zu befassen. Genau darin liegt die Hauptgefahr für die &#8220;Civil Society&#8221; &#8211; und nicht in den von der Rezensentin im nächsten Satz genannten Themen:<br />
&#8220;Probleme wie Pornographie und Waffenhandel im Internet werden nur am Rande gestreift.&#8221;<br />
Dann streife ich sie jetzt einmal etwas ausführlicher. Zunächst einmal<br />
ist Pornographie für Erwachsene legal. Man kann sie mögen oder nicht, aber unsere moderne Gesellschaft akzeptiert sie schon seit langem. Das gilt sogar in den prüden USA, wo die Zugangsbeschrän-kungen lockerer gehandhabt werden als in Deutschland.<br />
Was die Wirkung von Pornographie auf Kinder und Jugendliche angeht, so habe ich mich bereits in der Vergangenheit intensiv mit der Thematik befasst, unter anderem in Vorträgen vor der Humanistischen Union in Mainz und dem Kongress der European Federation of Sociology in Berlin. Dabei referierte ich auf der Basis einer von mir durchgeführten Analyse die Ergebnisse der Medienwirkungsforschung der vergangenen 30 Jahre. Die Zusammenfassungen können auf meiner Homepage nachgelesen werden (<a href="http://scireview.de/efs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/efs/,</a> <a href="http://scireview.de/vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/vortrag/</a>).<br />
Um es kurz zu machen &#8211; die Beweislage, dass ein Kind oder ein<br />
Jugendlicher durch das Betrachten eines (gewaltfreien) Sexualakts<br />
irgendeinen Schaden nimmt, ist mit Verlaub gesagt äußerst dürftig.<br />
Insofern weigere ich mich, mir die Problematisierung der Pornographie als Ganzes zu eigen zu machen. Wenn die Autorin an Kinderpornographie dachte und &#8220;Pornographie&#8221; schrieb (ein häufiger Fehler), ist die Sachlage natürlich anders.<br />
Aber auch hier pflege ich eine differenzierte und kritische Ansicht, die<br />
sich z.B. in meinen Artikeln &#8220;Computer sind Waffen&#8221; und &#8220;Kinder sind<br />
Pornos&#8221; niederschlug, in denen ich über eine Tagung der damals noch &#8220;Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften&#8221; genannten Institution berichtete (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4147/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 1;</a> <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4158/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 2</a>).<br />
Zunächst einmal wird das Thema massiv seitens der Politik<br />
instrumentalisiert, um Zensur und Kontrollen, gerade im Internet,<br />
durchzusetzen. Da es sich um ein Tabuthema handelt, ist es ideal dazu geeignet. Und das Beste: Man kann danach sagen, die Bürger hätten es ja so gewollt &#8212; schließlich haben die Medien zuvor durch eine oftmals hysterische und sachlich falsche Berichterstattung für Stimmung gesorgt.<br />
Natürlich ist die sexuelle Misshandlung von Kindern ein grauenvolles<br />
Delikt. Das gleiche gilt übrigens für die nichtsexuelle Misshandlung von Kindern, die bis auf wenige Ausnahmefälle weit geringere Aufmerksamkeit erfährt. Weder kriminologische Untersuchungen noch therapeutische Erfahrungen bestätigen jedoch das Vorurteil, die Situation habe sich durch das Internet signifikant verschlimmert. Was sich zweifellos erhöht hat, ist die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte. Das hängt aber auch nicht allein mit dem Internet zusammen, sondern insgesamt mit dem technologischen Fortschritt, etwa der Möglichkeit, Tausende von Bildern auf eine DVD zu brennen.<br />
Die These, die Verbreitung von Kinderpornographie führe zwangsläufig zu höheren Inzidenzraten sexueller Delikte, ist bislang ohne Beleg. Man könnte sogar umgekehrt spekulieren, dass die große Verfügbarkeit von kinderpornographischem Material im Gegenteil die Nachfrage nach neuem Material senkt, da die pädophilen Konsumenten nicht wie zuvor direkt mit Produzenten in Kontakt treten müssen, sondern sich z.B. in Peer-to-Peer-Netzen Fotos und Videos herunterladen. Eine Analogie zu anderen Inhalten wäre geschmacklos, aber nicht falsch. Die Probleme mit der &#8220;Anfix-Hypothese&#8221;, Konsumenten von Kinderpornographie steigerten<br />
sich zu immer härteren Materialien, habe ich im Übrigen in den o.g.<br />
Artikeln diskutiert.<br />
Schließlich bin ich der Meinung, dass man auch darüber reden können muss, was Kinderpornographie eigentlich ist: Nacktfotos von 13jährigen? Gewalttätige sexuelle Misshandlungen von kleinen Kindern? Virtuelle 3D-Bilder oder Photoshop-Ergebnisse, bei deren Produktion kein Kind zu Schaden kam? Leider werden diese völlig verschiedenen Arten kinderpornographischer Inhalte oft in der Presse gleichgestellt. Wenn man realisiert, dass Pädophile auch eigene Fantasien einfach als Geschichten niederschreiben, oder sich im Katalog Babyfotos ausschneiden können, wird klar, wie absurd diese Vermischung ist.<br />
Natürlich ist es abartig, wenn Erwachsene kleine Kinder sexuell begehren oder gar Gewaltfantasien hegen. Es muss aber doch immer an allererster Stelle die Frage stehen: Wie können Kinder am besten vor sexueller Misshandlung geschützt werden? Ich glaube nicht, dass Medien oder Politik ein ernsthaftes Interesse daran haben, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht die Antwort nicht in einer verschärften Zensur des Internet.<br />
Wir müssen verstehen, warum Pädophile pädophil sind, und wie sie durch Therapie von der Misshandlung von Kindern abgehalten werden können. Dass die dafür notwendige Versachlichung des Themas nicht stattfindet ist wiederum primär das Verschulden der Medien. Statt dessen fördern sie eine &#8220;Schwanz-ab&#8221;-Mentalität, die dann wiederum von der Politik mit entsprechenden Gesetzentwürfen nach Schily-Manier beantwortet werden kann.<br />
So traurig das Thema ist, das nachfolgende Beispiel der Rezensentin<br />
entlockte mir dann doch ein leichtes Schmunzeln: &#8220;Waffenhandel im<br />
Internet&#8221;. (Witzig: die Rezension auf politik-digital.de ist derzeit in<br />
Google an erster Stelle für diese Suchabfrage.) Man sollte vielleicht<br />
doch einmal einen Blick auf die Liste der größten Rüstungsexporteure der Welt werfen und sich die Frage stellen, woher etwa Saddam Hussein seine chemischen Waffen bekam, für deren Gebrauch er jetzt vor Gericht steht.<br />
Rüstungskontrolle ist gerade in Deutschland zu allererst ein ganz und<br />
gar innenpolitisches Thema, das mit dem Internet nun wirklich nicht viel zu tun hat. Das ist offensichtliche Stimmungsmache, und diese zu<br />
übernehmen, ohne das um Größenordnungen bedeutsamere Thema<br />
Rüstungsexport (und Umgehung von Exportkontrollen) auch nur<br />
anzuschneiden (schon ein Hinweis etwa auf die immer noch ausstehende Ächtung von Landminen durch die USA oder den florierenden globalen Kleinwaffenhandel hätte ja genügt), ist genau das, was mir die Rezensentin unterstellt: &#8220;naiv und unkritisch&#8221;. Wer wissen will, wie schamlos auf dem internationalen Parkett mit Waffen und Söldnern Handel betrieben wird, dem empfehle ich die Lektüre z.B. von &#8220;Private Warriors&#8221; von Ken Silverstein.<br />
Ich lasse mir viele Vorwürfe machen &#8212; etwa Tabulosigkeit, Zynismus,<br />
Pathos und den übermäßigen Gebrauch von Passiven. Naiv und unkritisch zu sein gehört nicht dazu. Auch nicht bei den Entwicklungen, die ich bespreche. Ich habe im Buch beispielsweise sehr deutlich gemacht, dass ich mir unter einer Medienrevolution mehr vorstelle als<br />
Pubertäts-Tagebücher oder einfallsloses Wiederkäuen von Nachrichten bestehender Medien. Und es dürfte wohl keinen anderen ausführlichen Artikel über GNU/Linux im Netz geben, der als Beispiel für die mitunter zu findende idiotische Verblendung innerhalb der Open-Source-Bewegung ein Foto einer öffentlichen Verbrennung von Microsoft-Handbüchern zeigt und auch einzelne Fanatiker beim Namen <a href="http://www.humanist.de/erik/rza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nennt</a>.<br />
Ganz wie beim oben angesprochenen Thema investigativer Journalismus wäre es aber grob irreführend, etwa den gerichtlich nachgewiesenen massiven und wiederholten Monopolmissbrauch durch Microsoft und die von wahnwitzigen Patenten auf einfachste Mechanismen ausgehende Bedrohung für Entwickler freier Software nicht in aller Klarheit und Deutlichkeit zu dokumentieren. Es geht dabei niemals um blinde Verteufelung, sondern wieder um die Zerstörung von schönen heilen Scheinwelten.<br />
Auch an Wikipedia habe ich schon viel harte Kritik geübt, meist jedoch<br />
in Form konstruktiver Lösungsvorschläge, da das Projekt dafür in der<br />
Regel offen ist. Trotzdem ist es z.B. bemerkenswert, dass es auch nach fast 5 Jahren immer noch nicht den schon sehr früh beschworenen Peer-Review-Mechanismus für Artikel gibt. Die Qualität der Artikel hat eine enorm große Schwankungsbreite, und manchmal ist der Einfluss von Lobbygruppen deutlich spürbar. Wikipedia ist in dieser Hinsicht jedoch sehr selbstkritisch. So findet sich etwa in der englischen Ausgabe ein harter Text mit dem Titel &#8220;Criticism of Wikipedia&#8221;, der auch Außenseiterpositionen ausführlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Wikipedia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wiedergibt</a>.<br />
Schließlich begleite ich auch das von mir initiierte Projekt Wikinews<br />
analytisch und habe versucht, Stärken und Schwachstellen auszuloten. Um es ganz klar zu sagen: Ich bin weder mit der Technik noch mit den Inhalten von Wikinews zufrieden &#8212; wir müssen hier noch deutlich besser werden, um eine Alternative darzustellen. Ob das mit diesem Modell überhaupt möglich ist, wage ich noch nicht zu prognostizieren. Ich finde aber Wikinews persönlich spannender als viele andere Bürgerjournalismus-Projekte, die auf sachliche Richtigkeit, Objektivität und Stil oft wenig Wert legen.<br />
Und zur nahe liegenden Frage, warum ich als Autor nicht selbst die<br />
&#8220;Geschenke-Ökonomie&#8221; für die Veröffentlichung meines Buches nutze: ganz einfach &#8211; weil sie noch nicht existiert. Gerade in Deutschland mangelt es an der Verbreitung der dazu erforderlichen elektronischen<br />
Zahlungssysteme, wie aber auch an Plattformen, die zur Verbreitung und Bewertung von freien Inhalten genutzt werden könnten. Dieser Wandel vollzieht sich nur sehr langsam, und je aufwändiger ein Werk ist, desto schwieriger ist es, von klassischen Verwertungsmodellen Abstand zu nehmen. Die Entscheidung für eine freie Lizenz etwa ist nicht allein mir überlassen &#8211; der Verlag möchte da ein Wörtchen mitreden. Wir verhandeln hier schon seit einiger Zeit über eine beiderseitig akzeptable Lösung und werden hoffentlich bald zu einer Übereinkunft kommen.<br />
Vor fünf jahren ging ich davon aus, dass die neue Ökonomie der<br />
Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit schon viel früher entstehen wird.<br />
Während es vor allem in den USA einige beeindruckende Erfolgsgeschichten gibt (vielleicht Material für ein neues Buch oder zumindest eine tiefgreifendere Analyse), kann von einer eigenständigen Ökonomie noch kaum eine Rede sein. Ob diese möglich ist, wird sich zeigen. Ich bin davon überzeugt, bin aber auch bereit, meine Ansichten zu revidieren. Auch alternative Vorschläge existieren, bei denen kein Teenager wegen &#8220;Raubkopien&#8221; ins Gefängnis wandern muss &#8212; etwa die &#8220;Kultur-Flatrate&#8221;, eine monatliche Abgabe, die zur freien Nutzung von Inhalten aller Art ermächtigen würde und deren Gesamtsumme entsprechend eines intelligenten<br />
Schlüssels verteilt würde.<br />
So schwierig es manchmal ist, einen gewissen Optimismus gönne ich mir dennoch. Das mag man für naiv halten &#8212; oder aber auch staunend feststellen, wie unterschiedlich die Welt 2005 doch schon von der Welt 1985 ist, und dass uns möglicherweise noch weitaus tiefgreifendere Umwälzungen in den nächsten 20 Jahren bevorstehen. Wikipedia ist das beste Beispiel dafür, wie fundamental Neues praktisch aus dem Nichts entstehen kann. Im letzten Kapitel habe ich deutlich gemacht, dass es kaum möglich ist, realistische Prognosen über positive oder negative Technikfolgen abzugeben.<br />
Optimismus ist deshalb natürlich nicht unbedenklich. Solange man ihn als Chance auf positive Veränderung begreift und nicht als ihre<br />
Unvermeidlichkeit (und damit als Rechtfertigung für die eigene<br />
Untätigkeit), halte ich ihn dennoch für eine sehr gesunde und<br />
motivierende Geisteshaltung.<br />
Mit dieser Replik möchte ich im Übrigen keineswegs den insgesamt<br />
positiven Ton der Buchbesprechung ins Gegenteil interpretieren. Vielmehr ist es mir wichtig, deutlich zu machen, dass ich mir der verschiedenen Problem- und Spannungsfelder durchaus bewusst bin und ich auch keineswegs schon jubelnd dabei bin, die Revolutionsfahne zu hissen. Den kritischen Blick zu schärfen, sowohl für die &#8220;neue Welt&#8221; als auch für die alte, das ist eines der Anliegen meines Buches.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Belgien lässt Kinderpornographie in Second Life unbestraft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/belgien-laesst-kinderpornographie-in-second-life-unbestraft-2134/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Mar 2007 07:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Cybersex]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Die belgische Justizministerin Laurette Onkelinx erklärte letzten Freitag im belgischen Parlament, dass Belgien nichts gegen Kinderpornographie in der virtuellen Welt Second Life unternehmen kann. Alles, was mit virtuellen Kindern passiert, ist in Belgien nicht strafbar. Das heißt: Man kann in Second Life mit Kinderpornographie sogar Geld verdienen. Es gibt einfach keine Gesetze für virtuellen Sex mit virtuellen Kindern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Die belgische Justizministerin Laurette Onkelinx erklärte letzten Freitag im belgischen Parlament, dass Belgien nichts gegen Kinderpornographie in der virtuellen Welt Second Life unternehmen kann. Alles, was mit virtuellen Kindern passiert, ist in Belgien nicht strafbar. Das heißt: Man kann in Second Life mit Kinderpornographie sogar Geld verdienen. Es gibt einfach keine Gesetze für virtuellen Sex mit virtuellen Kindern.<!--break--> Auch in den Niederlanden diskutiert man dieses <a href="http://www.netwerk.tv/archief/4037675/433/Kinderporno_in_Second_Life.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Problem</a> (Link auf eine niederländischsprachige Reportage. Pass auf: Manche Bilder können schockieren). Laut dem Psychologen Jos Buschman ist Second Life per Definition ein Übungsplatz für Pädophile. In den Niederlanden wird in der nächsten Zeit untersucht, welche Gesetzeshindernisse es gibt und was man dagegen machen kann.
</p>
<p>
Beide Länder stoßen damit eine interessante Diskussion an. Inwieweit kann man Gesetze in virtuellen (unechten) Welten anwenden? Schließlich könnten die virtuellen Kinder ja auch reale Erwachsene sein und anders herum. Kann man die virtuellen Avatare bestrafen?</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Karlheinz Moewes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kwahl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 1998 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Karlheinz Moewes]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Peter_K:</th>
			<td> Wann geht es los? </td>
		</tr>
		<tr valign="top">
			<th align="right">LynX:</th>
			<td> Es kann losgehen </td>
		</tr>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moewes:</th>
			<td> KHK Moewes aus München begrüßt die chat-Teilnehmer </td>
		</tr>
		<tr valign="top">]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Peter_K:</th>
<td> Wann geht es los? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">LynX:</th>
<td> Es kann losgehen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> KHK Moewes aus München begrüßt die chat-Teilnehmer </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Peter_K:</th>
<td> Wieviele Leute arbeiten in Ihrem Team </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> In meinem Team sind 7 Leute aktiv </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> es soll aber aufgestockt werden um 20 Leute, oder? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Larsandl:</th>
<td> das ist ja schon kanpp die haelfte vom BKA 🙂 </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Gibt es eine Aufgabenverteilung im Team? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wie schon geschrieben, wir sind ein Team und jeder hat die gleichen<br />
			Aufgaben </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">PSchlueter:</th>
<td> Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Euch aus? Geht ihr auf &quot;virtuelle&quot;<br />
			Streife durch das Internet? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Eine feste Tagesplanung ist nicht vorhanden </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">PSchlueter:</th>
<td> Wie hoch ist die Erfolgsquote bei Eurer Arbeit? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wir haben im Jahr mehrere Hundert Treffer im Bezug auf alle kriminellen<br />
			Handlungen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> herr moewes, beschäftigt sich ihr team auch schon mit mp3-kriminalität<br />
			in deutschland ? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Was ist mp-3-Kriminalität? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> mp3 =mpeg-layer3 1:12 audio komprimierung! </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Das fällt unter das Urheberrechtsgesetz und wird selbstverständlich<br />
			auch bearbeitet. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> werden Sie bei der Suche nach mp3-Straftaetern auch von der Industrie<br />
			unterstuetzt? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> und wie siehts in BRD aus,, gibts schon anklagen wegen mp3? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die Frage stellt doch besser an die Gema </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Larsandl:</th>
<td> Setzen Sie in Deutschland auch &#8216;Lock-Server&#8217; ein&#8217;? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wir halten uns bei der Arbeit streng an die gesetzlichen Vorgaben
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> sie haben also keine arbeitsplan halten sich aber an die vorschriften<br />
			? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> genau &#8211; management by chaos </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerhard:</th>
<td> Wie findet man Internet_kriminalität? Wo suchen Sie denn da? Und<br />
			was ist eigentlich kriminell? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Sie beschaffen sich eine Suchbegriffsliste mit Slangausdrücken und<br />
			arbeiten sich dann durch die Welt der Suchmaschinen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> bnd per suchamschine also </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> kriminell = was nach den geltenden Gesetzen strafbar ist </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MiTo:</th>
<td> Werden Ihre Mitarbeiter jetzt zum BKA versetzt? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Zum BKA kein Kommentar &#8211; meine Mitarbeiter bleiben in München </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerhard:</th>
<td> Finden die Suchmaschinen denn Kriminalität in den newsgroups und<br />
			emails? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Kriminalität wird da gefunden, wo sie anfällt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Schulen Sie die BKA-Leute? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Das BKA hat bisher nicht angefragt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MiTo:</th>
<td> Machen diese Arbeit denn dann in Zukunft 27 Polizisten? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Ja, die Arbeit wird dann auf mehr Schultern verteilt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Kommt man sich nicht vor, wie Sissiphos? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> reicht die derzeitige Anzahl der Schultern aus, um dem Arbeitsvolumen<br />
			gerecht zu werden? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> JAAAaaaaaaa </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> herr moewe? muß man erst (entschuldigung) bulle werden bevor man<br />
			cyberbulle wird? schon oder ? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Sie müssen -zumindestens in München- die gesamte Ausbildung der Polizei<br />
			absolvieren </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Teahage:</th>
<td> gibt es eine Kontaktstelle wo man Verdächtige Adressen melden kann<br />
			? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Eine der URL ist: http://www.polizei.bayern.de </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerhard:</th>
<td> Was war denn zuerst da, der Polizist oder der Internet-Freak? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die frage nach Huhn oder Ei geht in Richtung Ei </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> herr moewe..vor zwei jahren war in nem aol chatraum mal ein polizist<br />
			aus berlin oder hamburg der hat kinderpornojäger gejagt, war das recht<br />
			maessig, oder wissen sie was von solchen (lotsen) funktionen ? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wir sind zwar &quot;CYBERCOPS&quot; aber keine Schnüffelbehörde </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">buko:</th>
<td> Wie stellen Sie sich die Koordination der Kriminalitätsbekämpfung<br />
			im Netz vor? BKA, Landespolizei, Europol, ggf. der Zoll&#8230;Das muß doch<br />
			vernünftig abgestimmt werden, wer da was zu machen hat. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Diese Frage wird durch politische Entscheidungen gesteuert </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Hat sich der Bereich Internet-Pornos in letzter Zeit verändert: Sind<br />
			Anbieter und Nachfrager gerissener und geschmackloser geworden? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die Anbieter werden immer mehr, die Angebote immer perverser &#8211; über<br />
			die Nachfrager kann ich nichts sagen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ann98:</th>
<td> Herr Moewes, setzen Sie bei Ihrer Arbeit eigentlich auch Lock-Server<br />
			ein? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Diese Frage wurde indirekt schon einmal verneint </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateRed:</th>
<td> Wie sieht die Ausbildung zum &quot;Cyberpolizisten&quot; aus? Braucht man eine<br />
			bestimmte Qualifikation fuer die &quot;Lizenz zum Surfen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Ich erwarte Mindestkenntnisse über Computer, Betriebssysteme und<br />
			DFÜ </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateRed:</th>
<td> Fühlen Sie sich als eine Art Vorkämpfer gegen &quot;das Böse&quot; im internet?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Eigentlich nicht &#8211; Wir erledigen polizeiliche Arbeit, nur in einem<br />
			anderen Medium </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Mindestens 95% des Internet ist positiv, nur durch die Berichterstattung<br />
			entsteht ein negatives Bild </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateRed:</th>
<td> Tatsache ist aber, dass es sehr wenige POlizisten gibt, die in diesem<br />
			Bereich tätig sind. Pionier sind Sie also zumindest. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Es ist richtig, daß wir von seiten der Polizei eine gewisse Vorreiterposoition<br />
			haben </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Arbeiten Sie auch mit Ihren Kolegen in den USA eng zusammen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wir versenden unsere Vorgänge weltweit &#8211; ein direkter Kontakt mit<br />
			ausländischen Behörden besteht von hier aus nicht </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Wäre der denn von Ihnen gewünscht? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Auch wir müssen uns an die vorgegebenen Behördenwege halten </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Hat der Wechsel in der Politik Schwung in Ihre Tät Tätigkeiten gebracht?<br />
			Sind die zufrieden mit den bundespolitischen Richtlinien? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Mein Arbeitgeber ist der Freistaat Bayern. Die Bundespolitik hat<br />
			bisher keinen Einfluß auf meine Arbeit </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Peter_K:</th>
<td> Wieviele Leute sind Was halten Sie von entpsrechender Software, die<br />
			vor &quot;Schmutz im Netz&quot; schützen soll? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Sogen. Kinderschutzprogramme setzen Computerkenntnisse bei Eltern<br />
			und Erzieher voraus &#8211; gegen das grundsätzliche Übel wird dabei nicht<br />
			angekaämpft &#8211; ein etwas merkwürdiger Weg </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">LynX:</th>
<td> Wie ist ihre persönliche Meinung zum Fall Felix Somm. Haben die Richter<br />
			angemessen entschieden? Ist ihre Meinung unverändert damals und heute?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Über schwebende Verfahren kann ich leider keine Auskunft geben. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> somm wegen was verurteilt? sorry hab davon nix mitbekommen! </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> ich dachte das Urteil sei bereits gefaellt? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> hallo: wegen was wurde somm belangt ? handel/vertrieb/ produktion<br />
			?? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Beihilfe zur Verbreitung </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> Weil CompuServe als Provider auch Zugang zu Internet-Angeboten mit<br />
			kriminellen INhalten bot, wurde Somm verurteilt, nuernberg. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Was verstehen Sie darunter? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Urteil liegt bei politik-digital </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">jens3:</th>
<td> Meinen Sie´, das sogenannte &quot;Self-Rating&quot; kann mittelfristig den<br />
			Jugendschutz voranbringen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ann98:</th>
<td> Was ist Self-Rating? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">LynX:</th>
<td> nue: Somm war Geschäftsführer von CompuServe Deutschland, und wurde<br />
			verurteilt weil er Usenet-Foren nicht hat sperren lassen, welche kinderpornographischen<br />
			Inhalt hatten. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Bitte &quot;Self-Rating&quot; erklären! </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Alles was mit &quot;FREIWILLIG&quot; zusammenhängt bietet einzelnen Mißbrauchsmöglichkeiten
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die Einhaltung der Netiquette würde uns im Internet arbeitslos machen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Wünschen Sie sich schärfere Gesetze, was ins Netz darf, wer das kontrolliert<br />
			usw? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">halley:</th>
<td> Ist deshalb eine freiwillige Selbstkontrolle abzulehnen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Keine schärferen Gesetze &#8211; Aufhebung der Anonymisierung würde das<br />
			Problem lösen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Peter_K:</th>
<td> Ist das nicht eine Debatte wie beim sogenannten &quot;Kinderfernsehen&quot;?<br />
			Wenn Kinder fernsehen, dann ist das Kinderfernsehen! Einzelne Sendungen<br />
			so zu titulieren erscheint da schon fast lächerlich. Beim Internet ist<br />
			das doch eigentlich nicht sehr viel anders, oder? Was für den normalen<br />
			User erreichbar ist, ist erreichbar &#8211; unabhängig vom Alter etc. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die FSK ist ein Schritt in die richtige Richtung </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Niemand kann sagen, wie alt der User am Bildschirm ist &#8211; eine neue<br />
			Opfergeneration wartet demnach an den Monitoren </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Stehen sie in Kontakt mit den OnlineDiensten wie AOL, T-online, etc<br />
			um hier preventiv tätg zu sein? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> es giebt doch praktisch niemanden der noch nie einen film über seinem<br />
			alter gesehen hat (als kind naturallement) </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">halley:</th>
<td> FSK: also jede web-site muß vorgelegt werden? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> FSK -freiwillige Selbstkontrolle- ist ausschließlich Sache des Anbieters
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moichi:</th>
<td> jeder ist doch wohl fuer das, was er aufruft, selbstverantwortlich
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">MiTo:</th>
<td> So anonym ist das Internet auch wieder nicht! Die Polizei kann doch<br />
			mit einer IP-Adresse schon eine Menge anfangen, oder? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Wir haben Kontakt zu diversen Providern &#8211; aber ich glaube über Einzelheiten<br />
			der Arbeit lasse ich mich besser nicht aus &#8211; wir wollen doch keine Anleitung<br />
			liefern, wie man die Polizei aufs Kreuz legt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> kompt drauf an ob feste ip oder dynamisch vergebene ip benutz wird!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> ip ist ip </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> ach ja? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> meine e-mail-adresse: 100656.3626@compuserve.com </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sniefer:</th>
<td> Was halten Sie von den neuen 20 Beamten die gerade für &quot;Suchaktionen<br />
			im Netz &quot; eingestellt wurden, ist das nciht nur ein Tropfen auf denheissen<br />
			Stein ? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Es ist immerhin ein Schritt nach vorn &#8211; besser als nichts zu tun
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">halley:</th>
<td> Nennen Sie doch einmal Zahlen aus Ihrer Arbeit: Wieviele Straftaten<br />
			können Sie aufklären? Wieviele der indizierten Seiten werden von den<br />
			Providern wirklich gesperrt? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Ein Beispiel: Jährlich ca. 100 Personen wegen Verbreitung von Kinderpornographie<br />
			&#8211; alle Fälle werden von den Behörden weltweit vervolgt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Peter_K:</th>
<td> Herr Moewes, Sie sind in erster Linie von Bayern aus tätig. Was machen<br />
			die anderen Bundesländer? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Auf die Sperrung von WEB-SITES haben wir keinen Einfluß </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">halley:</th>
<td> Macht sich ein Provider strafbar wenn er indizierte Seiten zugängich<br />
			hält? Beispiel Zündel? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateRed:</th>
<td> Gibt es in anderen Bundesländern überhaupt schon Kommissariate, die<br />
			sich mit Fragen der Internetkriminalität beschäftigen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die anderen Bundesländer werden von hier aus über Täter in ihrem<br />
			Bereich informiert &#8211; Ob in den Ländern vergleichbare Dienststellen bestehen<br />
			ist mir nicht bekannt </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">LynX:</th>
<td> Übeltäter kaschieren ihre Spuren mittels Schlängelrouten durch anonymisierende<br />
			Netzdienste oder geknackte Rechner. Sie schlagen eine Erweiterung des<br />
			Internet-Protokolls vor, welche die Markierung derer Datenpakete ab<br />
			Ursprung ermöglicht welche nicht durch andere Maschinen gelöscht werden<br />
			kann. Auf welcher technischen Ebene haben Sie sich das vorgestellt,<br />
			HTTP? Tiefer? Haben Sie ihren Wunsch schon mal dem Internet-Engineering-Task-Force<br />
			vorgetragen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Mein Vorschlag war die Beseitigung der Anonymität &#8211; z.B. durch das<br />
			einbrennen einer IP-Nummer in die e-mails </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kaii:</th>
<td> Herr Moewes, wollen oder können Sie die Sperrung der Sites nicht<br />
			durchsetzen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> können nicht </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> Muesste es nicht auf Bundesebene wesentlich mehr Aktivitaeten in<br />
			diesem Bereich geben, um dem Aufkommen von Straftaten gerecht zu werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kaii:</th>
<td> Stimmt mein Eindruck, daß die Arbeit noch recht unkoordiniert verläuft?<br />
			Internet als Bundesland-Zuständigkeit ist doch ein Witz. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> München hat bisher Bundesweit als einzige Stelle die Recherche übernommen<br />
			&#8211; also schon koordiniert &#8211; man soll Neuem auch eine Chance geben </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> noch drei Minuten! </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kaii:</th>
<td> Wer kann denn die Sperrung durchsetzen? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">pab:</th>
<td> Ich fordere damit ja nicht gleich einen Internetminister, der sich<br />
			um solche Dinge kuemmert. Doch sollte das Thema doch ein wenig hoeher<br />
			aufhaengen, als im naechsten Bierzelt. Was waere Ihr Vorschlag, Herr<br />
			Moewes, nach den Erfahrungen, die Sie jetzt gemacht haben? </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Vieleicht sollten Politiker verstärkt Praktiker befragen, bevor sie<br />
			Gesetze beschließen </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> So wir kommen jetzt zum Ende des Chats </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> Danke für die Auskünfte und die Zeit, Herr Moewes! </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Herr Moewes, wir con Politik-digital würden Sie gerne noch um Schlußwort<br />
			bitten. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Bitte &#8211; ich danke ebenfalls &#8211; Grüße aus München KHMoe </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">LynX:</th>
<td> Servus 🙂 </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moewes:</th>
<td> Die Diskussion über Mißstände im Internet sollte auf eine realistische<br />
			Basis gestellt werden, um das Netz nicht weiter in Verruf zu bringen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td> Vielen Dank und auf Wiedersehen. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sniefer:</th>
<td> by, und beachten Sie bitte meine Email an Ihre Adresse </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> tschuess sagt ermi asu nürnberg </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJS:</th>
<td> DJS sagt Danke und Servus 🙂 </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kaii:</th>
<td> Ich bin enttäuscht über die zum Teil ausweichenden Antworten von<br />
			Ihnen, Herr Moewes. </td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">nuernberg:</th>
<td> er durft doch nicht alles verraten!! ;-))</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-mit-karlheinz-moewes-498/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Cyberpolizist</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der_cyberpolizist-649/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[spourhassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Hauptkommissar Karlheinz Moewes fahndet nach
den Kinderpornographen im Netz -eine Jagd aus
Überzeugung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Hauptkommissar Karlheinz Moewes fahndet nach<br />
den Kinderpornographen im Netz -eine Jagd aus<br />
Überzeugung</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/moewes/images/moewes.jpg" alt="Karl-Heinz Moewes" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Karl-Heinz Moewes</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">20 Beamte des Bundeskriminalamtes werden künftig<br />
das Internet nach kriminellen Inhalten überprüfen.<br />
Grünes Licht zur Gründung dieser neuen Zentralstelle<br />
gaben die Innenminister der Länder erst in der<br />
vergangenen Woche. Gefordert wurde sie von Karlheinz<br />
Moewes schon lange. Seit Anfang 1995 leitet er die<br />
bundesweit einzige Dienststelle zur Überprüfung des<br />
weltweiten Netzes, die beim Polizeipräsidium München<br />
angesiedelt ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Hauptkommissar überrascht zunächst. Ein<br />
eingefleischter Internet-Gegner, wie man vielleicht<br />
vermuten würde, ist er nun wirklich nicht. &quot;Ich bin<br />
generell gegen jede<br />
Einschränkung des<br />
Internets&quot;, sagt er und<br />
bezeichnet sich selbst sogar<br />
als &quot;Internet-Fan&quot;. &quot;Die<br />
Kriminalität im Netz wird<br />
leider zu sehr in den<br />
Vordergrund gestellt.<br />
Mindestens 95 Prozent des<br />
Angebots sind doch positiv.&quot;<br />
Moewes will nicht zensieren,<br />
sondern kontrollieren. &quot;Die<br />
Täter sollen wissen, die<br />
Polizei ist da.&quot; Vornehmlich<br />
sind er und sein sechs<br />
Mitarbeiter umfassendes<br />
Team auf der Spur nach<br />
kinderpornographischen<br />
Angeboten. &quot;Hier sind<br />
internationale<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Standards notwendig, damit man an einem Strang<br />
ziehen kann&quot;, fordert der 51jährige und erläutert das<br />
Problem: &quot;Nicht einmal innerhalb Europas haben wir<br />
beispielsweise die gleiche Definition, bis zu welchem<br />
Alter es sich um ein Kind handelt. Während für die<br />
Briten alle bis zum 16. Lebensjahr als Kind gelten, liegt<br />
in Deutschland die Grenze bei 14 Jahren.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Beim Thema Kinderpornographie versteht der zweifache<br />
Familienvater keinen Spaß. Das Material sei<br />
widerwärtig. &quot;Die Leute ahnen gar nicht, welche<br />
Brutalitäten und Perversionen zu sehen sind. Teilweise<br />
sind es nicht einmal mehr Kinder, sondern Babys, die<br />
mißhandelt werden. Oft ist jedes Detail zu sehen&quot;,<br />
beschreibt Moewes das Angebot. &quot;Man wird mit Fotos<br />
und Videoklips konfrontiert, die eben die extremen<br />
Vorlieben dieser Randgruppen darstellen. Da muß man<br />
schon ein sehr dickes Fell haben, um das ganze Zeug<br />
zu behandeln.&quot;<br />
Zu finden sind die meisten Angebote dieser Art nicht im<br />
World Wide Web. Ein Großteil der Kommunikation<br />
findet in den Newsgroups, über Chats oder E-mails<br />
statt. &quot;In unsere Recherche müssen wir alle Dienste<br />
einbeziehen.&quot; Manchmal gibt es einen konkreten<br />
Hinweis. Meistens aber finden die Ermittlungen ohne<br />
einen Anlaß statt. Sind die Polizisten erst einmal<br />
fündig geworden, werden die Inhalte als Anzeige zur<br />
Staatsanwaltschaft weitergeleitet. &quot;Im Fall von<br />
Kinderpornographie konnten wir 1997 rund 110<br />
Anzeigen erstatten,&quot; zieht Moewes Bilanz. &quot;Ein Drittel<br />
der Fälle kam aus Deutschland, zwei Drittel mußten<br />
wir an unsere ausländischen Kollegen weiterleiten.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit, für<br />
das in Deutschland das BKA zuständig ist, wird neben<br />
solchen Informationen auch Know-how ausgetauscht.<br />
Erst vor kurzem besuchte eine japanische Delegation<br />
die Münchner Abteilung. Nun entstehen im gesamten<br />
Land Dienststellen nach diesem Muster.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               &quot;Es gibt nur einen Unterschied zwischen der virtuellen<br />
Welt und der Wirklichkeit: Die Anonymität&quot;, sagt<br />
Moewes. Pädophile Menschen hat es immer schon<br />
gegeben. &quot;Früher waren diese Menschen gezwungen,<br />
sich entsprechendes Material im Untergrund zu<br />
besorgen. Heute aber gibt es durch das Internet eine<br />
Vielzahl anderer Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.&quot;<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Sein Leben hat seine Arbeit nicht verändert. &quot;Ich<br />
mache das ja freiwillig&quot;, lacht er. &quot;Außerdem war es<br />
immer eine Frage der Zeit, wann ich so etwas machen<br />
würde.&quot; 1979 nahm Karlheinz Moewes seine Arbeit in<br />
der elektronischen Datenverarbeitung bei der Polizei auf<br />
zunächst im Rechenzentrum, dann als Experte im<br />
Bereich Computer-Kriminalität. Im Februar 1995 wurde<br />
seine Dienststelle gegen die Kriminalität im Internet<br />
eingerichtet, damals noch als Arbeitsgruppe. Seit 1996<br />
existiert sie als eigenständiges Kommissariat. Mit<br />
Schulungen und natürlich durch Learning by doing<br />
haben die Cyber-Polizisten sich entsprechendes<br />
Know-how angeeignet. Auf diese Erfahrung wird die<br />
neue BKA-Zentralstelle mit Sicherheit zurückgreifen.<br />
Arbeit wird es auf diesem Gebiet immer genug geben.<br />
Auf die Frage, was man gegen die Kriminalität im Netz<br />
tun könne, antwortet Moewes schließlich ganz<br />
nüchtern: &quot;Gar nichts.&quot;</span></p>
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