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	<title>Klaus Böger &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Comeback für Momper?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 1998 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Berliner SPD kürt am 17. Januar Herausforderer
für Diepgen</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Berliner SPD kürt am 17. Januar Herausforderer<br />
für Diepgen</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Diepgen rennt &#8211; und die Konkurrenz gräbt<br />
die Startlöcher. In einer Urwahl entscheidet die Berliner<br />
SPD am 17. Januar, wer im Herbst als Herausforderer<br />
des CDU-Regierenden antritt. Startbereit sind Klaus<br />
Böger, Fraktionschef der Sozialdemokraten im<br />
Abgeordnetenhaus, und der frühere Regierende<br />
Bürgermeister Walter Momper: Der «Mann mit dem<br />
roten Schal» versucht noch einmal ein politisches<br />
Comeback. Mit Diskussionsrunden und<br />
Unterstützerkreisen, Telefon- und Briefaktionen werben<br />
beide im parteiinternen Endspurt um die Stimmen der<br />
22.000 SPD-Mitglieder. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Die CDU, Seniorpartner in der neun Jahre alten großen<br />
Koalition, hat den Wahlkampf bereits öffentlich<br />
gestartet. Überall kleben Großplakate mit Eberhard<br />
Diepgen als dynamischem Dauerläufer vor<br />
Großstadtkulisse und dem Slogan «Diepgen rennt &#8211; für<br />
Berlin». Die Anspielung auf den Kinohit «Lola rennt»<br />
geriet indes zum Flop, Regisseur Tom Tykwer verbat<br />
sich die Aktion per Gericht. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Auch der von Diepgen geführte Senat könnte sich bei<br />
der Abgeordnetenhauswahl &#8211; voraussichtlich am 10.<br />
Oktober &#8211; als Auslaufmodell erweisen. 71 Prozent der<br />
Berliner erwarten einer Forsa-Umfrage zur Jahreswende<br />
zufolge im Herbst einen Regierungswechsel. Bögers<br />
Anhänger werben gerne mit der Umfrage, zeigt sie<br />
doch, daß ihr Kandidat bei den Berlinern beliebter ist<br />
als Momper, und daß er die besseren<br />
Siegesaussichten hätte. «Mit Momper würde es die<br />
SPD schwer haben, mit Böger hätte sie eine Chance»,<br />
befand Meinungsforscher Manfred Güllner. Die Umfrage<br />
zeigt aber auch das Handicap des<br />
Fraktionsvorsitzenden: Er ist lange nicht so bekannt<br />
wie Momper, der als Berlins Regierungschef in den<br />
dramatischen Jahren 1989/99 auf jedem Fernsehschirm<br />
zu sehen war.<br />
Dann flog seine rot-grüne Koalition auseinander,<br />
Momper ging in die Bauwirtschaft. Den<br />
SPD-Landesvorsitz mußte er 1992 abgeben. 1995<br />
unterlag er in einer Urwahl um die Spitzenkandidatur<br />
gegen Senatorin Ingrid Stahmer, der gegen Diepgen<br />
auch kein Stich gelang. Voriges Jahr war er wieder als<br />
SPD-Landeschef im Gespräch, sah dann jedoch von<br />
einer Bewerbung ab. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Die Außenseiterrolle macht es Momper leicht, für sich<br />
ein «klares SPD-Profil» zu reklamieren und die große<br />
Koalition zu kritisieren. «Ich habe noch nie erlebt, daß<br />
eine Regierung so ein schlechtes Ansehen hat», rügte<br />
er kürzlich. Böger wiederum muß die Erfolge der<br />
Koalition herausstreichen, die schließlich von seiner<br />
Fraktion mitgetragen wird, und hält Momper schon mal<br />
«verzerrte Wahrnehmung» vor. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Bei den gemeinsamen Wahlkampfauftritten geht es<br />
jedoch fair und friedlich zu. Auf einem Mitgliederforum<br />
zum Thema «Lebenswerte Stadt Berlin» am<br />
Donnerstag im Rathaus Schöneberg etwa fiel es so<br />
manchem Genossen schwer, Unterschiede<br />
herauszufinden. Klaus stimmt Walter zu; Walter gibt<br />
Klaus recht und muß einmal gar die Koalition «in<br />
Schutz nehmen», weil er an der Privatisierung des<br />
Stromversorgers gar nichts auszusetzen hat. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Einig sind sich beide auch darin, daß sie Rot-Grün<br />
anpeilen und mit der PDS überhaupt nicht wollen.<br />
Böger sagt deutlicher, daß er eine neue große<br />
Koalition nicht ausschließt, falls das Wahlergebnis<br />
anders nicht reicht. Beide wissen, daß weiter gespart<br />
werden muß, und Arbeitsplätze Priorität haben. Beide<br />
empören sich über die Ausländerpolitik des<br />
CDU-geführten Innensenats. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Beide sind 53 Jahre alt, beide vor Jahrzehnten aus<br />
Westdeutschland nach Westberlin gekommen, beide<br />
sind Diplom-Politologen, beide verheiratet und haben<br />
zwei Kinder. Beide haben Wahlkampftruppen um sich<br />
geschart. Böger verteilt Buttons, Momper rot-grüne<br />
Ansteckschleifen in Anspielung auf das Markenzeichen<br />
roter Schal. «Zukunft für Berlin &#8211; Klaus Böger»,<br />
plakatiert der eine. Der andere hat seinen Slogan ganz<br />
oben abgeguckt: «Ich bin bereit &#8211; Walter Momper».</span></p>
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