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	<title>Klaus Töpfer &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Klaus Töpfer &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Töpfer: &#8220;Herkulesaufgabe&#8221; in Kopenhagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jasmin Reitzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 16:53:35 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Klaus Töpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 23.11.09 beantwortete Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) die Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Beim Klimagipfel in Kopenhagen „zu einer gesamten, überzeugenden Strategie zu kommen, ist eine Herkulesaufgabe“, so Töpfer. Im tagesschau-Videochat sprach er außerdem über finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer und die Rolle Deutschlands im weltweiten Wettlauf zur Entwicklung erneuerbarer Energien. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23.11.09 beantwortete Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) die Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Beim Klimagipfel in Kopenhagen „zu einer gesamten, überzeugenden Strategie zu kommen, ist eine Herkulesaufgabe“, so Töpfer. Im tagesschau-Videochat sprach er außerdem über finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer und die Rolle Deutschlands im weltweiten Wettlauf zur Entwicklung erneuerbarer Energien. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
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<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/t__pfer1.jpg" alt="Töpfer" title="Töpfer" height="167" width="219" /></a>
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Wenn sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken sie einfach auf das Bild. 
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		<item>
		<title>&#034;Merkel will keine faulen Klima-Kompromisse&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/merkel_will_keine_faulen_klima_kompromisse-488/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jun 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Töpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Klaus Töpfer war am 4. Juni zu Gast im
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der ehemalige
Leiter des UN-Umweltprogramms und Ex-Bundesumweltminister sprach
über den Einfluss der G8-Staaten auf den Klimawandel und den
neuen klimapolitischen Weg von USA und China.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Klaus Töpfer war am 4. Juni zu Gast im<br />
tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der ehemalige<br />
Leiter des UN-Umweltprogramms und Ex-Bundesumweltminister sprach<br />
über den Einfluss der G8-Staaten auf den Klimawandel und den<br />
neuen klimapolitischen Weg von USA und China.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Liebe Globalisierungs- und Klima-Interessierte,<br />
herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist unser Chat-Gast heute Klaus Töpfer, langjähriger Bundesumweltminister,<br />
langjähriger Leiter des UN-Umweltprogramms und damit einer<br />
der fachkundigsten Politiker bei den Themen Klimaschutz und Globalisierungsproblematik.<br />
Vielen Dank fürs Kommen, Herr Töpfer, kann es losgehen.</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ja. Ich freue mich, dass ich<br />
hier bin. Hoffentlich haben wir viele Interessierte an der anderen<br />
Seite der Leitung. </p>
<p><b>arzt im einsatz:</b> Was könnte es denn für<br />
Auswirkungen haben, wenn sich die USA nicht am Klimaschutz beteiligen?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Die Auswirkungen wären<br />
erstens, dass die Schwellenländer dies als Signal nehmen, selbst<br />
Anstrengungen zu einer kohlenstoffärmeren Energieversorgung<br />
mit einer geringer Priorität zu behandeln. Zweitens, dass auch<br />
andere entwickelte Länder in Europa die Besorgnis hätten,<br />
dadurch Wettbewerbsnachteile zu haben. Drittens, dass viele Menschen<br />
in der Welt die Rolle und die Aufgaben der Vereinigten Staaten von<br />
Amerika extrem kritisch betrachten und an der Leistungsfähigkeit<br />
demokratischer Systeme zweifeln könnten. Letztlich, dass über<br />
25 Prozent der globalen CO²-Emissionen, die von der USA verursacht<br />
werden, in den Kampf gegen den Klimawandel nicht einbezogen würden.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ktoepfer85x.jpg" alt="Klaus Töpfer" height="120" width="85" /><br />
<i>Klaus Töpfer, <br />
ehemaliger Leiter des UN-Umweltprogramms <br />
und Ex-Bundesumweltminister</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das heißt: Klimaschutz-Förderung<br />
ist auch Demokratieförderung?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass ist sehr, sehr<br />
ernst zu betrachten. Wir müssen sehen, dass gegenwärtig<br />
das hohe Wohlstandsniveau der entwickelten Länder auch zu einem<br />
Teil über die Klimafolgekosten durch die Ärmsten der Armen,<br />
etwa in Afrika, durch Wetteränderungen, durch Wüstenbildung,<br />
durch Veränderung der Niederschläge, bezahlt wird. Dies<br />
hat weitreichende Konsequenzen für Spannungen und Krisen in<br />
dieser Welt, auch für Flüchtlingsströme und &#8211; wie<br />
gesagt &#8211; für die Glaubwürdigkeit und moralische Integrität<br />
der hoch entwickelten Demokratien. </p>
<p><b>Moderator:</b> Doppelt zum Thema:</p>
<p><b>davidper: </b>Glauben Sie persönlich an eine konstruktiven<br />
Mitwirkung der Bush-Administration in Sachen Klimaschutz?</p>
<p><b>dreigradkälter:</b> Wie lange können sich<br />
Bush bzw. die USA eigentlich noch weigern, das Kyoto-Protokoll zu<br />
unterzeichnen? Wird der internationale Druck nicht irgendwann zu<br />
stark?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Der internationale Druck ist<br />
Grund dafür, dass Präsident Bush jetzt zum ersten Mal<br />
die Notwendigkeit eines quantitativen Ziels auch für die USA<br />
akzeptiert hat. Nach wie vor bedeutet das nicht die Annahme einer<br />
rechtlichen Verbindlichkeit. Nach wie vor ist dies nicht eingebunden<br />
in den rechtlichen Prozess im Rahmen der Vereinten Nationen. Und<br />
es war in besonderer Weise der Druck in den USA, der in der jüngsten<br />
Vergangenheit drastisch angestiegen ist. Die Aktivitäten großer<br />
Unternehmen, etwa des weltweit größten Unternehmens,<br />
General Electric, ja selbst General Motors, auf die Bush-Administration<br />
für eine Klimapolitik bestätigen das. Ebenso die Entwicklung<br />
in den Bundesstaaten, so vor allem in Kalifornien mit Gouverneur<br />
Schwarzenegger und in den Neuenglandstaaten. Nicht zuletzt aber<br />
in einem breiten Druck der Zivilgesellschaft, der in besonderer<br />
Weise durch den Film von Al Gore völlig neue Dimensionen erreicht<br />
hat.
</p>
<p>
<b>Erneuerbare Energien sichern die Wettbewerbsfähigkeit</b></p>
<p><b>malnor:</b> Spätestens seit dem „Stern-Review“<br />
dürften doch die wirtschaftlichen Risiken eines ungebremsten<br />
Klimawandels angekommen sein. Wieso weigern sich die sonst immer<br />
so wirtschaftlich denkenden Amerikaner dann, endlich aktiv zu werden?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Es ist richtig, die wirtschaftliche<br />
Dimension nicht mit Hinblick auf die Amerikaner, sondern auch mit<br />
Hinblick auf die wachsenden Schwellenländer zu sehen. Zum einen<br />
mit Blick auf die Anpassungskosten an den Klimawandel. Der Bericht<br />
von Sir Nicolas Stern belegt dies und hat gerade auch in der Wirtschaft<br />
der USA, wie bereits zuvor kurz angesprochen, Wirkung gezeigt. Zum<br />
anderen: Die globale wirtschaftliche Entwicklung, so vor allem auch<br />
in China und Indien, bedeutet einen massiven Anstieg der Energienachfrage.<br />
Sie kann nur bei massiv steigenden Preisen und bei erheblicher Versorgungsunsicherheit<br />
bewältigt werden, wenn sich das Energieangebot nur auf Kohle,<br />
Erdöl und Gas begrenzt. Auch die Energieeffizienz ist Voraussetzung<br />
für die Wettbewerbsfähigkeit. Daher sind erneuerbare Energien<br />
und Energieeffizienz auch für die USA eine Grundvoraussetzung,<br />
auch für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. </p>
<p><b>DasWetter:</b> Was ist von Bushs Plan zu halten, mit<br />
China und Indien einen Alleingang in Sachen Klimaschutz zu starten?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dieser Ansatz ist ja gemeinsam<br />
mit Japan und Australien bereits vor einiger Zeit als gemeinsame<br />
Technologie-Initiative gestartet worden. Als Ergänzung zu erfolgreichen<br />
Klima-Verhandlungen im Rahmen der UN ist dieses sinnvoll. Auch Europa<br />
hat mit den asiatischen Staaten und darüber hinaus diese energiebezogene<br />
Technologie-Kooperation deutlich verstärkt. Die Initiative<br />
der USA ist jedoch kein Ersatz, sondern eben nur eine Ergänzung,<br />
eine wichtige Ergänzung, des Klimaprozesses.
</p>
<p>
<b>g-Achter:</b> Ist die Bundeskanzlerin in Sachen Klimaschutz<br />
zu zögerlich, was ein Ergebnis beim G8-Gipfel angeht?</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass die Bundeskanzlerin<br />
sehr herausfordernd in die Verhandlungen eines Schlussdokumentes<br />
in das Thema hineingegangen ist. Sie konnte dies von einer guten<br />
Basis tun, nämlich von dem Beschluss der EU, 20 Prozent &#8211; bei<br />
gemeinsamem Handeln sogar 30 Prozent &#8211; des CO²-Ausstoßes<br />
zurückzuführen. Auch die Akzeptanz der wissenschaftlichen<br />
Fakten, so vor allem die Begrenzung des Klimaanstiegs auf maximal<br />
zwei Grad, sind als nicht verhandlungsfähig gestellt worden.<br />
Dies ist sicherlich keine Zögerlichkeit. Der neue Ansatz aus<br />
Washington führt natürlich dazu, das gemeinsam Erreichbare<br />
so kurz vor dem Gipfel zu analysieren und das Nötige auch als<br />
Untergrenze festzulegen. Zu Recht hat Angela Merkel unmissverständlich<br />
klar gemacht, dass sie faule Kompromisse nicht zu unterzeichnen<br />
gedenkt. </p>
<p><b>Moderator:</b> War der Klimaschutzplan von Bush ein<br />
Versuch, Merkel den Wind aus den Segeln zu nehmen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Es war sicherlich der Versuch,<br />
wieder Wind in die eigenen Segel zu bekommen. Die USA waren und<br />
sind nach wie vor in der Klimafrage unter den hoch entwickelten<br />
Ländern weitgehend isoliert, verbunden mit Australien und neuerdings<br />
auch mit Kanada. Die Chancen der Führerschaft auf diesem Gebiet<br />
wurden vertan. Die technologischen Möglichkeiten der USA sind<br />
für eine wirksame Klimapolitik dringlich erforderlich. </p>
<p><b>Substitut:</b> Sind die Treffen der G8 überhaupt<br />
noch zeitgemäß? Müssen nicht viel mehr Interessenvertreter<br />
beteiligt werden, um über die Themen zu beraten?</p>
<p><b>tom l.: </b>Denken Sie, dass die Teilnehmer des G8-Gipfels<br />
legitimiert sind, für die Völker dieser Welt zu entscheiden?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Die G8 entscheiden nicht für<br />
die Völker dieser Welt. Noch einmal ist zu betonen, dass die<br />
Beratungen und Überlegungen der G8, wie die auch anderer Staatengemeinschaften,<br />
etwa die der Gruppe der 77 &#8211; also der Entwicklungsländer &#8211;<br />
in den rechtlichen Prozess der UN einzubinden sind. Die G8 hat keine<br />
rechtlich verbindliche Entscheidungsmöglichkeit für die<br />
globale Staatengemeinschaft.
</p>
<p>
<b>Globalisierung bedarf der Auseinandersetzung</b></p>
<p><b>Räato: </b>Können Sie die (auch gewalttätigen)<br />
Proteste gegen den Gipfel nachvollziehen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer: </b>Ich kann gewalttätige<br />
Proteste nicht nachvollziehen. Und ich bin auch deswegen empört,<br />
weil durch solche Proteste eine Diskussion, die dringlich erforderliche<br />
Diskussion über die Gestaltung der Globalisierung, ganz verdrängt<br />
oder an den Rand gedrückt wird. Globalisierung bedarf auch<br />
der sehr strittigen Auseinandersetzung. Aber eben einer Auseinandersetzung<br />
mit Argumenten und mit Überzeugung, nicht mit Gewalt, die wiederum<br />
nur entsprechende Gegenreaktionen auslöst. So wird die Chance<br />
vertan, anlässlich eines solchen globalen Gespräches den<br />
Verantwortlichen der hoch entwickelten Staaten die Konsequenzen<br />
der Globalisierung vorzustellen und ergänzende Lösungsmöglichkeiten<br />
zu vermitteln. Globalisierung wird nur erfolgreich mit den Menschen<br />
gestaltet werden können. Dies wiederum ist nur möglich,<br />
wenn Globalisierung die Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter<br />
vertieft, sondern sie Stück für Stück abbaut. </p>
<p><b>Moderator:</b> Die Veranstalter der Demonstration in<br />
Rostock und Attac-Vertreter haben sich sehr deutlich von den gewalttätigen<br />
Demonstranten distanziert. Wie bewerten Sie das?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist eine gute Entwicklung.<br />
Ich bin sicher, dass sie auch in entsprechende Verhaltensweisen<br />
einmündet und dass man sich von diesen chaotischen Gruppen,<br />
denen die Argumente fehlen und die Gewalt suchen, bei Demonstrationen<br />
distanziert. Dies ist eine gute Voraussetzung für ernsten und<br />
auch fordernden Dialog, auch für Demonstrationen und Protest.<br />
Diese grundgesetzlichen Rechte dürfen in keiner Weise in Frage<br />
gestellt werden. </p>
<p><b>Daniel Fischer: </b>Wie schätzen Sie den Einfluss<br />
der Zivilgesellschaft und die Bedeutung von friedlichen, gewaltfreien<br />
Protesten ein, um den notwendigen Druck auf die Politik auszuüben,<br />
damit der Klimaschutz in der Praxis tatsächlich vorankommt?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dieser Einfluss ist sehr weit<br />
reichend und in demokratischen Staaten auch sehr wirksam. Die klaren<br />
Signale, dass ein wirksamer Klimaschutz auch von den Menschen definitiv<br />
und ultimativ eingefordert wird, ist für die politischen Entscheidungen<br />
in einem demokratischen System von entscheidender Bedeutung. Gerade<br />
deswegen bin ich so daran interessiert, dass diese friedlichen Demonstrationen,<br />
diese Artikulationen an politisches Handeln, sehr machtvoll bestätigt<br />
wird, und nicht durch Chaos und Gewalt erdrückt wird.
</p>
<p>
<b>Das Umweltkapital begrenzt das Wirtschaftswachstum</b>
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Sie haben die Kluft zwischen Arm und<br />
Reich angesprochen:</p>
<p><b>tom l.:</b> Herr Töpfer, glauben Sie, dass maximale<br />
Profite mit einem ehrlichen und kurzfristigen Umweltschutz vereinbar<br />
sind?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, verantwortliches<br />
wirtschaftliches Handeln kann sich nicht ausrichten an maximalen<br />
kurzfristigen Profiten. Die Stabilität der Gesellschaft im<br />
nationalen und globalen Bereich sind entscheidende Voraussetzungen<br />
für globale wirtschaftliche Entwicklung. Ohne diese Stabilität<br />
in Zeiten von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen<br />
werden auch wirtschaftliche Entwicklungen massiv beeinträchtigt.<br />
Dies gilt auch für den Umweltbereich. Nicht zuletzt in China<br />
ist klar geworden, dass man wirtschaftliches Wachstum nur über<br />
eine begrenzte Zeit ohne Rücksicht auf die Umweltkonsequenzen<br />
maximieren kann. Inzwischen ist das Umweltkapital, also die Verfügbarkeit<br />
und die Sauberkeit von Wasser, die Belastung der Böden, die<br />
Auswirkungen chemischer Stoffe, aber auch die Folgen des Klimawandels,<br />
etwa auf die Wasserwirtschaft, zum begrenzenden Faktor für<br />
das Wirtschaftswachstum geworden. Investitionen in dieses Umweltkapital<br />
erweisen sich nicht als Luxus, sondern als Grundvoraussetzung weiterer<br />
wirtschaftlicher Entwicklung. Diese Erkenntnis wird nicht nur in<br />
China gewonnen und hat auch vor etwa 30, 40 Jahren die Entwicklung<br />
einer bewussten Umweltpolitik in den hoch entwickelten Ländern<br />
zwingend gemacht &#8211; nebenbei auch herausgefordert von einer sehr<br />
kritischen, sehr fordernden Zivilgesellschaft und Bürgerinitiativen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In diesem Zusammenhang: </p>
<p><b>Marbastmann: </b>Wie bewerten Sie den aktuellen chinesischen<br />
CO²-Plan? Wie wird sich China bei den Verhandlungen verhalten?<br />
Moderator: Ist dieser chinesische Plan ein echter Fortschritt?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Zunächst ist festzuhalten,<br />
dass sich China auch in der chinesischen Öffentlichkeit dieser<br />
Herausforderung des Klimawandels stellt. Die Rede des Premierministers<br />
im Parteikongress ist ein Zeichen dieser neuen Orientierung, die<br />
eben nicht mehr nur auf das Wirtschaftswachstum, sondern auch auf<br />
die sozialen Verwerfungen, regionalen Unterschiede zwischen Stadt<br />
und Land sowie auf die weit reichenden Umweltprobleme konkret eingeht.<br />
Der Plan ist umzusetzen und wird, nicht zuletzt auch aus der engen<br />
technologischen Zusammenarbeit mit den hoch entwickelten Staaten,<br />
deutlich weitergehen müssen. Die Entscheidung in China, 20<br />
Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu erhalten,<br />
entspricht der Zielsetzung, die sich auch die EU gegeben hat. <br />
Moderator: Sie sind ja einer der Menschen, der in Sachen Klimaschutz<br />
am meisten unterwegs war:
</p>
<p>
<b>Es gibt nur Verlierer des Klimawandels</b></p>
<p><b>Dogmatix: </b>Ich lebe hier in Irland &#8211; was von der<br />
Distanz nicht weit weg von Deutschland ist. Aber Umweltschutz ist<br />
hier nicht so präsent, man freut sich eher über wärmeres<br />
Wetter durch den Klimawandel. In Tschechien hat der Präsident<br />
sogar ein Buch über das Thema geschrieben. Wie sehr ist das<br />
Klimaproblem eigentlich global gesehen bei den Menschen angekommen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Eine ganz wichtige Frage. Nach<br />
wie vor gibt es die Meinung, dass vom Klimawandel auch viele Menschen<br />
positiv betroffen sind. Dies kann für eine Übergangszeit<br />
sicher auch der Fall sein. Mittel- und langfristig gibt es jedoch<br />
nur Verlierer des Klimawandels: Von den Klimaflüchtlingen bis<br />
hin zu den veränderten Eismassen auf dieser Welt und den damit<br />
verbundenen Veränderungen der Meeresspiegel. Nicht zuletzt<br />
wird auch durch die immer wieder erfolgende Überlegung einiger<br />
Wissenschaftler, dass Klimawandel nicht auf menschliche Aktivitäten<br />
zurückzuführen ist, der Handlungsdruck abgeschwächt.<br />
So ist Klimawandel sicherlich noch nicht überall auf diesem<br />
Globus angekommen. Auch in den Entwicklungsländern wie etwa<br />
in Afrika, die gegen den Klimawandel angesichts ihrer Energiestruktur<br />
nichts tun können &#8211; diesen auch nicht verursachen, wird der<br />
Kampf gegen den Klimawandel als Verpflichtung der hoch entwickelten<br />
Länder angesehen, der das Streben nach mehr wirtschaftlicher<br />
Perspektive nicht in Frage stellen darf. </p>
<p><b>Gerhard123: </b>Gibt es noch wissenschaftlich ernstzunehmende<br />
Zweifel an den Ergebnissen des Weltklimarates?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Wissenschaft besteht immer<br />
darin, dass man bemüht ist, gesichertes Wissen wieder in Frage<br />
zu stellen. Wissenschaft ist nicht die Suche nach bestätigenden<br />
Ereignissen, sondern die gezielte Suche nach widerlegenden, nach<br />
falsifizierenden Fakten. Deswegen muss jeder Wissenschaftler auch<br />
die gesicherten Kenntnisse über den Klimawandel in Frage stellen.<br />
Dies ist nicht zu kritisieren, sondern herauszufordern. Nicht hinzunehmen<br />
ist allerdings, dass die geäußerten Vorbehalte oder Bedenken<br />
als Alibi für Nicht-Handeln missbraucht werden. Eine weniger<br />
kohlenstoffhaltige Energieversorgung ist unter allen Aspekten zwingend<br />
geboten. Wenige Felder politischen Handelns sind wissenschaftlich<br />
so gut abgesichert und erforscht wie die im Klimabereich. <br />
Moderator: Ein Problembereich, den wir im industrialisierten Deutschland<br />
vielleicht gelegentlich aus den Augen verlieren:<br />
mattes: Herr Töpfer, die Entwicklung der Landwirtschaft, vor<br />
allem der Kampf gegen Bodenerosion als erster Schritt, um Umweltkapital<br />
zu sichern, scheint unterzugehen. Welche Rolle spielt die Landwirtschaft<br />
beim G8-Gipfel?</p>
<p><b>baldur:</b> Für wie wichtig halten Sie den Beitrag,<br />
den eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft zum Thema<br />
Klimawandel machen kann?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Der Beitrag der Landnutzung<br />
insgesamt in der Beeinflussung des Klimas ist außerordentlich<br />
weit reichend. Es ist gesichert, dass sowohl die Ozeane als auch<br />
die Lebewesen in den Böden und die Biomasse so genannte Senken<br />
für Kohlendioxid sind. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang<br />
Wälder. Eine ökologisch bewusste Landbewirtschaftung,<br />
eine Erhaltung und Weiterentwicklung von Wäldern erhöhen<br />
damit auch die Senken und ist ein wichtiger Bestandteil jeder Klimapolitik.<br />
So wird zum Beispiel die Aufforstung auch in die Zusammenarbeit<br />
zwischen entwickelten und Entwicklungsländern im so genannten<br />
„sauberen Entwicklungsmechanismus“ (CDM) finanziell<br />
gefördert. Raubbau an Wäldern, Brandrodung und andere<br />
Eingriffe erhöhen dagegen die Risiken des Klimawandels. Nicht<br />
zuletzt ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass auch die Art<br />
der landwirtschaftlichen Produktion und der damit verbundenen Energienutzung<br />
sowie der Einsatz von Kunstdünger Rückwirkungen auf den<br />
Klimawandel haben. Etwas pointiert ist oft gesagt worden: &quot;Wir<br />
essen Öl&quot;. </p>
<p><b>malnor: </b>Sehen sie eine Gefahr in den steigenden<br />
Bestrebungen, Pflanzen als Treibstoffe und ähnliches zu benutzten?<br />
Wird mit diesen theoretisch nachhaltigen Energieträgern nicht<br />
der Druck auf die bestehenden Regenwälder erhöht und der<br />
positive Effekt damit wieder ausgeglichen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist eine sehr berechtigte<br />
Besorgnis. Es ist ein Fakt, dass etwa in Malaysia oder Indonesien<br />
der Anbau von Ölpalmen zur Erzeugung von Palmöl weitreichende<br />
Veränderungen in den Wäldern bewirkt hat. Deswegen ist<br />
es zwingend nötig, schnellstmöglich ökologische Standards<br />
als Voraussetzung für die Erzeugung von Biomasse zu verabschieden,<br />
die selbstverständlich auch bei uns selbst gelten müssen.<br />
Die Weiterentwicklung zu einer zweiten Generation der Treibstoffe<br />
aus Biomasse ist massiv in der Forschung und Entwicklung zu unterstützen.<br />
Der Konflikt zwischen &quot;vollen Tellern, vollen Tanks und intakter<br />
Natur&quot; ist stets zu beachten.
</p>
<p>
<b>Das Konsumverhalten muss sich verändern</b></p>
<p><b>Marko: </b>Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen<br />
Klimaschutz und Bevölkerungspolitik? Etwas platt gefragt: Muss<br />
die Weltbevölkerung nicht möglichst abnehmen, um einen<br />
effektiven Klimaschutz zu erreichen?
</p>
<p>
<b>Klaus Töpfer:</b> Ich glaube, dass wir zunächst<br />
einmal hinterfragen müssen, ob es sinnvoll ist, dass 20 Prozent<br />
der Weltbevölkerung, also die Menschen in den hoch entwickelten<br />
Ländern, 80 Prozent der Ressourcen für sich in Anspruch<br />
nehmen. Die Bevölkerungsfrage stellt sich bereits gegenwärtig,<br />
wenn jeder Mensch dieser Welt denselben Anspruch an Energie, Rohstoffen<br />
und Lebensmittelversorgung hätte wie der Durchschnitt in den<br />
hoch entwickelten Ländern. Es muss also der Einsatz auch bei<br />
einer Veränderung des Konsumverhaltens in diesen Ländern<br />
glaubwürdig in Angriff genommen werden. Es zeigt sich auch,<br />
dass die Zunahme der Bevölkerung in den einzelnen Regionen<br />
sehr eng geknüpft ist an die Lebensmöglichkeiten in diesen<br />
Ländern. </p>
<p><b>mpichemieAndreas:</b> Menschen, die den Klimawandel<br />
ernst nehmen und differenziert betrachten, tun dies oft, weil sie<br />
viel gereist sind und verschiedensten Landschaften und Kulturen<br />
begegnet sind. Andererseits sollten wir insbesondere Flugreisen<br />
einschränken. Ich würde mich über einen Kommentar<br />
zu diesem Widerspruch sehr freuen.</p>
<p><b>Klaus Töpfer:</b> Dies ist im Kern kein Widerspruch.<br />
Auch in Zukunft bedeutet Globalisierung immer die Möglichkeit,<br />
Kontakt zu haben mit anderen Menschen, andere Regionen kennen zu<br />
lernen, Verständnis zu entwickeln für unterschiedliche<br />
Kulturen, Werte und Überzeugungen. Dies ist durchaus in Einklang<br />
zu bringen mit einem sehr viel bewussteren, sparsameren Reisen,<br />
mit weniger Kurzzeittrips und längeren, aber wesentlich wenigeren<br />
Reisen. Es ist auch in Einklang zu bringen damit, dass Flugbenzin<br />
besteuert wird und dass die Kosten der Umweltnutzung auch bei diesen<br />
Reisen in den Preisen berücksichtigt werden. So wünsche<br />
ich Ihnen auch weiterhin viele gute Kontakte um die ganze Welt herum,<br />
die, wie sie ja wissen, auch sehr gut gepflegt werden können<br />
mit den modernen Techniken der Informations- und Kommunikationstechnologie<br />
&#8211; nicht zuletzt mit der Technologie, durch die ich mich heute mit<br />
ihnen unterhalten konnte. Nebenbei: Ohne Reisen, ohne CO²-Belastung,<br />
ohne Lärm &#8211; von Irland bis Deutschland, sicherlich auch rund<br />
um die Erde. Herzlichen Dank, dass Sie in dieser Stunde mitgewirkt<br />
haben.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren unsere 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wer ihn verpasst hat, kann wie immer das komplette Protokoll dieser<br />
Diskussion in Kürze auf www.tagesschau.de oder www.politik-digital.de<br />
nachlesen. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und die zahlreichen<br />
Fragen und herzlichen Dank an Herrn Töpfer, dass Sie sich die<br />
Zeit für den Chat genommen haben.</p>
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