<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Klaus Zimmermann &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/klaus-zimmermann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 15 Jul 2003 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Klaus Zimmermann &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#8220;Die Stabilitätsprobleme werden zunehmen. Das Maastrichtkriterium wird deutlich überschritten, es wird mindes</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_stabilitaetsprobleme_werden_zunehmen_das_maastrichtkriterium_wird_deutlich_ueberschritten_es_w-295/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_stabilitaetsprobleme_werden_zunehmen_das_maastrichtkriterium_wird_deutlich_ueberschritten_es_w-295/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerreform]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Stabilitätspakt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[Neuverschuldung]]></category>
		<category><![CDATA[Subventionsabbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdie_stabilitaetsprobleme_werden_zunehmen_das_maastrichtkriterium_wird_deutlich_ueberschritten_es_w-295/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/kzimmermann.jpg" alt="Klaus Zimmermann" align="left" border="0" height="99" width="74" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b> 
Klaus Zimmermann, Präsident des DIW Berlin, ist am 16. Juli 2003 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/kzimmermann.jpg" alt="Klaus Zimmermann" align="left" border="0" height="99" width="74" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b><br />
Klaus Zimmermann, Präsident des DIW Berlin, ist am 16. Juli 2003<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Moderator</b>: Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Der Präsident des Deutschen Instituts für<br />
Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, ist heute in den Büroräumen<br />
von politik-digital zu Gast im Chat. Der Live-Chat kann über die<br />
geschaltete Webcam mitverfolgt werden. Herr Zimmermann, sind Sie bereit?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann:</b> Selbstverständlich.</p>
<p><b>Frage</b>: Bundeskanzler Schröder hat heute erklärt,<br />
dass die Finanzierung der dritten Stufe der Steuerreform ab 2005 durch<br />
&quot;darin vorgesehene Maßnahmen&quot; gedeckt sei. Was sind denn<br />
das für Maßnahmen?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Ja, zu den Maßnahmen gehören<br />
der Abbau von Subventionen in der Landwirtschaft und beim Bau sowie wahrscheinlich<br />
auch die Kürzung der Unterstützung für die Entfernungsgeldpauschale.</p>
<p><b>Moderator</b>: Heute hat Herr Eichel die Eckpfeiler seiner<br />
Steuerreform bekannt gegeben. Wie soll diese in Zeiten flauer Wirtschaft<br />
finanziert werden?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann:</b> Es ist vorgesehen, zunächst einmal<br />
Kredite auf zu nehmen und Bundesbesitz zu privatisieren. Das ist gut,<br />
weil deshalb die Konjunktur im nächsten Jahr leichter anspringen<br />
kann. Für die Jahre danach muss man dann aber daran denken, Subventionen<br />
ab zu bauen, etwa in der Landwirtschaft und beim Bau.</p>
<p><b>Ursula</b>: Nach Eichels Konzept will der Bund im kommenden<br />
Jahr 5 Milliarden Euro zusätzlichen Kredit aufnehmen. Wird die vorgezogene<br />
Steuerreform also deutlich schuldenfinanziert sein?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Ja, und damit haben die Menschen netto<br />
mehr Geld in der Tasche und werden stärker konsumieren und in neue<br />
Unternehmungen investieren.</p>
<p><b>Nicole</b>: Schröder meinte, dass es lediglich darum<br />
ginge, ein Jahr finanziell über die Runden zu kommen. Aber jetzt<br />
mal ehrlich: Nach einem Jahr, also 2005, wird die Wirtschaft doch nicht<br />
über den Berg sein, Herr Zimmermann, oder?!</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Da haben Sie Recht. Die Regierung muss<br />
weiter ihre Hausaufgaben machen, dazu gehört die Durchführung<br />
konsequenter Strukturreformen, etwa am Arbeitsmarkt. Weitere Maßnahmen<br />
sind die Reform der sozialen Sicherungssysteme und die Haushaltssanierung.</p>
<p><b>öltanker</b>: Wie viel Wachstum brauchen wir wirklich,<br />
um am Arbeitsmarkt Effekte zu erzielen, die auch die vielen schlecht ausgebildeten<br />
Arbeitslosen mitziehen?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Richtig durchgeführt wird dies<br />
die Bereitschaft der Unternehmen zu Investitionen erhöhen. Um am<br />
Arbeitsmarkt wirkliche Effekte zu erzielen, brauchen wir mindestens zwei<br />
Prozent Wachstum. Soviel werden wir demnächst nicht bekommen, das<br />
heißt die Arbeitslosigkeit wird auch in den nächsten Jahren<br />
eher anwachsen.</p>
<p><b>peterter</b>: Warum brauchen wir zwei Prozent Wachstum?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Weil erst mit mehr als zwei Prozent<br />
mehr Menschen eingestellt werden.</p>
<p><b>kohl</b>: Ist das in anderen Ländern anders? Gibt es<br />
da früher Arbeitsplätze bei weniger Wachstum?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: In Amerika und in England beispielsweise<br />
brauchen wir viel weniger Wachstum, um mehr Beschäftigung zu erreichen.</p>
<p><b>Moderator</b>: Hier kommt wieder eine Frage zur Situation<br />
in Deutschland:</p>
<p><b>Rudi</b>: Aber wenn die Arbeitslosigkeit wächst, haben<br />
die Menschen doch nicht mehr Geld um zu investieren, oder?!</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Richtig. Wir müssen vermeiden,<br />
dass noch mehr Menschen arbeitslos werden. Gleichzeitig soll durch die<br />
Steuerreform mehr Geld in die Taschen von Konsumenten und Unternehmern<br />
gelangen, damit mehr Nachfrage entsteht.</p>
<p><b>igmetalla</b>: Bringt denn nur Arbeit mehr Wachstum? Oder<br />
nur anders herum?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Beides ist möglich. Wichtig ist<br />
allerdings, dass Wachstum entsteht, damit mit mehr Gütern auch mehr<br />
Menschen in Arbeit kommen. Steigt andererseits die Arbeitsbereitschaft,<br />
dann führt dies auch zu einer Kostensenkung bei den Unternehmen und<br />
die Güterpreise können sich so günstig entwickeln, dass<br />
auch mehr abgesetzt wird.</p>
<p><b>Mirijam</b>: Aber ist es nicht auch ein psychologisches Problem?<br />
Die Menschen werden doch nur mehr investieren, wenn sie auch tatsächlich<br />
das Gefühl haben, nicht mehr in einer Konjunkturschwäche zu<br />
stecken? Kann man dieses Problem mit der Steuerreform lösen?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Wenn die Steuerreform hilft, dass der<br />
Konjunkturaufschwung tatsächlich für die Menschen spürbar<br />
wird, dann wächst das Vertrauen in die Zukunft und es wird mehr investiert.</p>
<p><b>susip</b>.: Alle reden von Wachstum, aber warum muss die<br />
Wirtschaft eigentlich immer wachsen? Kann sie nicht auf dem heutigen Niveau<br />
bleiben?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Nein, sonst würde das Arbeitslosigkeitsproblem<br />
immer größer werden. Nur Wachstum sichert, dass sich neue Märkte<br />
entwickeln und zusätzliche Beschäftigung entsteht.</p>
<p><b>kohl</b>: Muss das Problem nicht EU-weit angegangen werden?<br />
Was machen etwa Frankreich und Chirac?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Auch die Franzosen haben Probleme mit<br />
der Sparpolitik und verfolgen eine ähnliche Politik, die Konjunktur<br />
durch zusätzliche Budgetdefizite anzuregen. Generell gilt, dass ganz<br />
Europa in einer Wachstumsschwäche steckt. Deutschland muss als größte<br />
Nation mit helfen, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.</p>
<p><b>Moderator</b>: Nun zu einer europaweit bedeutsamen Frage:</p>
<p><b>Dieter Schmidt</b>: Hält Eichels Steuerreform dem Stabilitätspakt<br />
stand, oder sprengt sie ihn damit?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Die Stabilitätsprobleme werden<br />
zunehmen. Der Pakt kann im nächsten Jahr nicht gehalten werden. Das<br />
Maastrichtkriterium wird deutlich überschritten, es wird mindestens<br />
3,7 Prozent betragen.</p>
<p><b>Sucher</b>: Die marginale Grenze von 3% an Neuverschuldung<br />
soll nicht gesprengt werden. Was besagt diese Zahl genau? Ist sie nicht<br />
willkürlich gewählt und könnte in flauen Zeiten wie diesen,<br />
die ja ganz Europa auf dem Magen liegen, nach oben korrigiert werden?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Bei dieser Grenze geht es um den Anteil<br />
der Neuverschuldung am Bruttoinlandsprodukt. 3 % heißt, dass das<br />
Defizit so groß ist wie 3 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Zahl<br />
ist vertraglich vereinbart und kann nicht einfach verändert werden.<br />
Allerdings kann die Grenze überschritten werden, wenn eine Regierung<br />
die Finanzpolitik begründen kann. Im Fall für Deutschland kann<br />
man mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage, mit der Steuerreform selbst<br />
sowie mit den Strukturreformen erfolgreich argumentieren. Dann kann man<br />
die drohenden finanziellen Strafen vermeiden.</p>
<p><b>Moderator</b>: Ist sie also eine beliebige Zahl, die vertraglich<br />
vereinbart wurde? Könnten es auch 3,5% sein?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Es gibt keine wissenschaftliche Begründung<br />
für diese genaue Zahl, es könnte auch 5 % heißen. Allerdings<br />
galt sie bei Vertragsabschluß als politisch tragfähig und finanzpolitisch<br />
wirksam.</p>
<p><b>libero</b>: Chirac hatte angedeutet, den Stabilitätspakt<br />
nicht einhalten zu wollen? Warum soll sich Eichel daran halten?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Eichel hat das Probleme, dass die Deutschen<br />
den Stabilitätspakt erfunden haben. Wir wollten diese Regelungen,<br />
damit wir die Aufgabe der DM leichter verkraften. Jetzt zeigt sich, dass<br />
kritische Länder wie Griechenland stabilitätsbewusster handeln.<br />
Allerdings hat Eichel in Brüssel erreicht, dass ein Reißen<br />
des Kriteriums dann akzeptiert wird, wenn Strukturreformen eingeleitet<br />
werden und der mittelfristige Stabilisierungspfad nicht verlassen wird.</p>
<p><b>Moderator</b>: Nun zwei Fragen in die gleiche Richtung&#8230;</p>
<p><b>Sucher</b>: Was hat die Überschreitung denn für<br />
Konsequenzen?</p>
<p><b>Mumpitz</b>: Jedes Land hat doch Probleme, diese Zahl einzuhalten.<br />
Hätte man das nicht vorher absehen können?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Nicht jedes Land hat Probleme, nur<br />
die großen Länder neben Deutschland und Frankreich auch Italien.<br />
Das war nicht voraus zu sehen, da damals größeres Wachstum<br />
herrschte, deshalb sollte man den Pakt bald sinnvoll reformieren, um Konjunkturschwankungen<br />
besser Rechnung zu tragen.<br />
Zu Sucher:<br />
Das kann zu Strafzahlungen in Milliardenhöhe führen.</p>
<p><b>Moderator</b>: Nun ein Schwenk zur Innenpolitik Deutschlands&#8230;</p>
<p><b>Mirijam</b>: Um was für Subventionskürzungen geht<br />
es denn inhaltlich? Was bedeutet das für den Normalbürger?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Die derzeit diskutierten Subventionen<br />
sind die Eigenheimzulage, das Entfernungsgeld beim Weg zur Arbeit, die<br />
Steuerbefreiung von Überstunden und Nachtarbeit sowie die Landwirtschaft.<br />
Größenordnungsmäßig geht es um Beträge in Höhe<br />
von 15 &#8211; 20 Milliarden Euro, die zunächst zur Diskussion stehen.</p>
<p><b>Moderator</b>: Wo soll das Geld genau herkommen?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Aus den Taschen der Haushalte und Unternehmungen.</p>
<p><b>Moderator</b>: Nun zur Opposition:</p>
<p><b>kohl</b>: Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel warf Rot-Grün<br />
eine &quot;Flucht in neue Schulden&quot; vor. Aber anders geht es doch<br />
nicht?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Es geht nicht anders, wenn man jetzt<br />
im kommenden Jahr die Konjunktur etwas stützen will. Natürlich<br />
könnte man durch eine Kürzung von Subventionen oder auch durch<br />
Haushaltseinsparungen eine Gegenfinanzierung schaffen. Dann müssten<br />
sich Regierung und Opposition allerdings darauf einigen, was gestrichen<br />
werden soll. Das fällt allen Parteien derzeit denkbar schwer. Dazu<br />
kommt, dass diese Einsparungen gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Gütern<br />
und Dienstleistungen reduzieren würden, und es uns somit wirtschaftlich<br />
schlechter ginge. Das kann niemand wollen, also sollte sich rasch eine<br />
Einigung auch im Bundesrat auf Vorziehen der Steuerreform ohne Ausgabenkürzung<br />
finden.</p>
<p><b>peterter</b>: Die überwiegende Kreditfinanzierung und<br />
die fehlende Entlastung für Kommunen und Länder seien &quot;nicht<br />
hinnehmbar&quot;, sagt Stoiber. Abgesehen davon, das er kein eigenes Konzept<br />
hat, hat er inhaltlich recht und was schlagen sie vor?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann:</b> Die fehlende Entlastung für die<br />
Kommunen müssen bei der Gemeindefinanzreform kommen. Es ist ein großes<br />
Problem, dass die kommunalen Investitionen bereits seit Jahren schrumpfen.<br />
Das wird auf Dauer zu einem schwerwiegenden Wachstumshemmnis für<br />
die deutsche Wirtschaft. Die Länder haben dagegen eine konjunkturpolitischen<br />
Auftrag und würden bei einem mittelfristigen Subventionsabbau auch<br />
erhebliche Vorteile haben. Damit löst sich das Problem mittelfristig</p>
<p><b>jung</b>: Die Opposition sagt: Eine Steuerreform auf Pump<br />
sei gegenüber der jüngeren Generation unverantwortlich. Stimmt<br />
das? Bezahlen wir Jungen die Schulden von morgen?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Die Jungen stehen vor großen<br />
Belastungen. Das kann nur vermieden werden, wenn jetzt Strukturreformen<br />
gemacht werden. Diese sind aber nur erträglich und praktikabel, ja<br />
sogar wirksam, wenn die wirtschaftliche Dynamik anspringt. Wer mit dem<br />
Fahrrad voran kommen will, muss zwar die Handbremse lösen, er muss<br />
aber auch in die Pedale treten.</p>
<p><b>cher</b>: Wenn der Staat jetzt neue Schulden, d.h. Kredite,<br />
aufnimmt, macht er das in Deutschland oder im Ausland? Denn Kredite im<br />
Inland fördern doch letztlich auch die deutsche Volkswirtschaft,<br />
oder?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Das geschieht überwiegend im Inland.<br />
Der Staat tritt aber in Konkurrenz zu privaten Investoren, die dann höhere<br />
Zinsen zahlen müssen, um an ihre Kredite zu kommen. Auch sind höhere<br />
Staatsschulden mittelfristig über Steuern zurück zu zahlen.<br />
Die Haushalte haben also nicht dauerhaft mehr Geld in der Tasche.</p>
<p><b>Moderator</b>: Ein Schwenk zu einer von Eichel angekündigten<br />
Privatisierungsmaßnahme:</p>
<p><b>Frodo</b>: Wie wird sich der geplante Verkauf der Telekom-<br />
und Post-Aktien auf den Börsenmarkt auswirken? Muss dann nicht wieder<br />
der kleine Mann, in diesem Fall die Kleinaktionäre, dran glauben?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Das wird wohl über die Kreditanstalt<br />
für Wiederaufbau langsam in den Markt eingebracht, keinesfalls wird<br />
das Bundeseigentum jetzt billig verschleudert. Somit kann sicher gestellt<br />
werden, dass die Aktien dann in den Markt kommen, wenn auch Nachfrage<br />
besteht. Aber natürlich ist es richtig, dass die Aussichten auf kurzfristige<br />
Wertzuwächse bei diesen Aktien zunächst verbaut.</p>
<p><b>Moderator</b>: Das heißt, die Kreditanstalt für<br />
Wiederaufbau steuert den Rückfluss der Aktien auf den Markt?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Richtig. Diese Bank des Bundes ist<br />
für die Marktpflege verantwortlich. Sie stellt der Regierung kurzfristig<br />
die benötigten Gelder für den Haushalt zur Verfügung.</p>
<p><b>Lara</b>: Herr Zimmermann, die Börsenkurse sind im Moment<br />
am Boden. Für verkaufte Telekomaktien wird nicht viel zu bekommen<br />
sein. Wo kommt der Rest des Geldes her, das die vorgezogene Steuerreform<br />
gegenfinanzieren soll?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Die Aktien werden nicht sofort verkauft.<br />
Die Kreditanstalt bringt sie erst in den Markt, wenn die Situation günstig<br />
ist. Derzeit erhält also die Regierung einen Kredit der Kreditanstalt.</p>
<p><b>Moderator</b>: Und zurück zu grundsätzlichen Fragen<br />
der User:</p>
<p><b>jäggi</b>: Nachfrage zum Stabilitätspakt: Sollte<br />
Eichel also die drei Prozent Grenze überschreiten?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Er hat keine andere Chance. Sonst würde<br />
er die Wirtschaft weiter abwürgen und mehr Arbeitslosigkeit schaffen.<br />
Allerdings muss er sehr genau begründen, warum er das tut.</p>
<p><b>Wundertüte</b>: Ist die Neuverschuldung überhaupt<br />
verfassungsmäßig?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Der Haushalt liegt über der normalen<br />
Grenze. Die Neuverschuldung ist größer als die Summe der Investitionen.´Das<br />
ist dennoch verfassungsgemäß, wenn Eichel gleichzeitig eine<br />
gesamtwirtschaftliche Notlage erklärt. Das wird er tun und dann ist<br />
es ganz legal.</p>
<p><b>jäggi</b>: Also hat die Union mit Ihrem Vorwurf der<br />
nicht Verfassungsmäßigkeit unrecht?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann:</b> Nein. Der Haushalt ist ohne diese Erklärung<br />
verfassungswidrig. Mit allerdings nicht, insofern ist das nur ein Spiel<br />
mit der Öffentlichkeit.</p>
<p><b>Moderator</b>: Vorletzte Frage: Aber ist das &quot;Gleichgewicht&quot;<br />
von Neuverschuldung und Investition vor dem Hintergrund der Steuerreform<br />
durchzuhalten?</p>
<p><b>Klaus Zimmermann:</b> Die Steuerreform wird kurzfristig zum<br />
Überschießen führen. Springt die Konjunktur aber an, gibt<br />
es weitere Steuereinnahmen und der Haushalt saniert sich.</p>
<p><b>Moderator</b>: Letzte Frage noch einmal zum Stabilitätspakt:</p>
<p><b>Spd</b>: Stabilitätspakt: Sie haben noch nicht präzisiert,<br />
warum die 3% in Maastricht vertraglich festgelegt wurden. Hat diese willkürlich<br />
gefundene Grenze eine ökonomische Basis? Ich lebe in Frankreich und<br />
dort werden seit drei Jahren die 3% überschritten. Dazu hat Frankreich<br />
seit 1997 mehr Wirtschaftswachstum erreicht als Deutschland.</p>
<p><b>Klaus Zimmermann</b>: Es gibt keine wissenschaftliche Basis.<br />
Das war eine politisch gegriffene Größe. Damit sollte eine<br />
restriktive Regelung gefunden werden, die nationalen Regierungen zu disziplinieren.</p>
<p><b>Moderator</b>: Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist<br />
vorbei. Vielen Dank für Ihre Fragen, vielen Dank Herr Zimmermann,<br />
dass Sie in die Redaktionsräume von politik-digital gekommen sind.<br />
Den nächsten Chat gibt&#8217;s am kommenden Montag, den 21. Juli, dann<br />
stellt sich der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände<br />
Hans-Günter Friese von 17.00 bis 18.00 Uhr Ihren Fragen. Wir freuen<br />
uns, wenn Sie wieder dabei sind. Einen schönen Abend wünscht<br />
das tacheles.02-Team.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_stabilitaetsprobleme_werden_zunehmen_das_maastrichtkriterium_wird_deutlich_ueberschritten_es_w-295/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
