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	<title>Kommunalfinanzen &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Kommunalfinanzen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Deine Stadt &#8211; Dein Geld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 14:15:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalfinanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gütersloh]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de/2010/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/buergerhaushalt01.png" height="60" width="440" /></a><span style="color: #ffffff"> <br />
</span>Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) unterstützt Kommunen bei der Realisierung von konsultativen Beteiligungsverfahren. Die Forscher entwickelten dazu eine Internet-Plattform, mit der Bürger in Haushaltsplanungen einbezogen werden können. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de/2010/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/buergerhaushalt01.png" height="60" width="440" /></a><span style="color: #ffffff"> <br />
</span>Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) unterstützt Kommunen bei der Realisierung von konsultativen Beteiligungsverfahren. Die Forscher entwickelten dazu eine Internet-Plattform, mit der Bürger in Haushaltsplanungen einbezogen werden können. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Das Projekt des IAIS wurde erstmals <a href="http://www.iais.fraunhofer.de/fileadmin/images/pics/Abteilungen/KD/Downloads/eGovernmentComputing_Koeln.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Herbst 2007</a> in der <a href="http://www.koelnagenda.de/buergerhaushalt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stadt Köln</a> erfolgreich <a href="http://www.kommune21.de/meldung_10131" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umgesetzt</a>. Der Projektfilm &quot;<a href="http://www.iais.fraunhofer.de/fileadmin/user_upload/Abteilungen/MP/videos/DSDG.flv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deine Stadt – Dein Geld</a>&quot; dokumentiert <a href="http://www.stadt-koeln.de/1/stadtfinanzen/buergerhaushalt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diese Art</a> der E-Partizipation durch die Bürger. Mittlerweile hat auch die Gemeinde Gütersloh das Projekt des IAIS für sich entdeckt. Gemeinsam mit <a href="http://www.zebralog.de/buergerhaushalt_guetersloh" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zebralog</a> wurde die interaktive Plattform &quot;<a href="https://www.buergerhaushalt.guetersloh.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerhaushalt Gütersloh</a>&quot; ins Leben gerufen.
</p>
<p align="center">
<a href="/wp-content/uploads/buergerhaushalt02.png" class="colorbox"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/buergerhaushalt02.png" title="Bürgerhaushalt in Gütersloh" alt="Bürgerhaushalt in Gütersloh" height="157" width="250" /></a>
</p>
<p align="center">
<strong>(Bitte zum Vergrößern auf das Bild klicken)</strong>
</p>
<p>
Dort reichten zwischen dem 26.11. und 22.12.2010 insgesamt 1664 Teilnehmer mehr als 300 Vorschläge zum städtischen Haushalt ein und bewerteten diese. Ziel war die Erreichung eines ausgeglichenen Haushalts ohne Defizit. Die Gütersloher Bürgerinitiative &quot;<a href="http://www.demokratie-wagen.org/artikel/warum_einen_buergerhaushalt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratie wagen!</a>&quot; war maßgeblich (u.a. durch eigene Anträge)  am Bürgerhaushalt beteiligt, der vergangenen Freitag vom Stadtrat <a href="http://www.demokratie-wagen.org/presse/kein_konsens_beim_haushalt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschlossen</a> wurde. Bei der Sitzung gab es auch eine kritische Auseinandersetzung der Parteien mit dieser Art der Bürgerbeteiligung, die von einer grundsätzlichen Ablehnung bis zur Verbesserung des Verfahrens reichte. Die dort gefassten Beschlüsse werden in den kommenden Wochen <a href="https://www.buergerhaushalt.guetersloh.de/inhalt/erreichte-summen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> eingepflegt werden. Auf der Webseite <a href="http://www.buergerhaushalt.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.buergerhaushalt.org</a> findet sich eine gute Übersicht vergleichbarer Projekte. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bürgerhaushalte: Sparen angesagt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/buergerhaushalte-sparen-angesagt-4990/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 09:43:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Haushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerhaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalfinanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Positiv betrachtet: Wegen der klammen Kassen haben deutsche Bürger mehr Mitspracherecht – zumindest auf kommunaler Ebene. Negativ betrachtet wollen viele Kommunen durch Online-Bürgerhaushalte aber lediglich Sparvorhaben rechtfertigen. Ein Überblick über ePartizipation an kommunalen Haushalten.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Positiv betrachtet: Wegen der klammen Kassen haben deutsche Bürger mehr Mitspracherecht – zumindest auf kommunaler Ebene. Negativ betrachtet wollen viele Kommunen durch Online-Bürgerhaushalte aber lediglich Sparvorhaben rechtfertigen. Ein Überblick über ePartizipation an kommunalen Haushalten.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die Zahl der aktiven Bürgerhaushalte wächst kontinuierlich. Laut Daniel Kraft waren es im Jahr 2007 rund 30 Kommunen, die ihre Einwohner um Mithilfe bei der Haushaltsplanung gebeten haben. Mittlerweile sind es 67 Städte und Gemeinden &#8211; nahezu alle mit begleitenden Online-Partizipationsverfahren, so der Sprecher der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
</p>
<p>
<b>Online-Partizipation wegen Schuldenberg</b>
</p>
<p>
Die Zahlen stammen von der Online-Plattform <a href="http://www.buergerhaushalt.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">buergerhaushalt.org</a>, betrieben von der bpb und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/InWEnt. Auf der Seite ebenfalls ersichtlich: Die Zahl der Stadtverwaltungen, die über einen Bürgerhaushalt nachdenken, wächst noch stärker. 2008 waren es 13, inzwischen sind es ganze 69 Kommunen. Laut buergerhaushalt.org ein deutliches Anzeichen dafür, dass „das Thema Bürgerhaushalt besonders in Zeiten knapper Kassen in immer mehr Kommunen zum Thema wird.“
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.buergerhaushalt.org/karte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/b__rgerhaushalte_karte.jpg" alt="Karte buergerhaushalt.org" title="Karte buergerhaushalt.org" height="280" width="420" /></a>
</p>
<p>
Ein Blick auf die <a href="http://www.buergerhaushalt.org/karte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karte der Bürgerhaushalte</a> zeigt, dass  besonders Kommunen im notorisch klammen Nordrhein-Westfalen (NRW) aktiv sind. Knapp ein Drittel aller aktiven Bürgerhaushalte werden von Städten im bevölkerungsreichsten Bundesland durchgeführt. In NRW fordern Kommunen ihre Bürger auch explizit zur Mitarbeit bei Sparhaushalten auf.
</p>
<p>
Allen voran die Städte Solingen, Essen und neuerdings auch Bonn. Der ehemaligen Bundeshauptstadt drohen massive Einnahmeverluste aufgrund der Finanzkrise. Als Kommune sei man „auf Gedeih und Verderb auf die Gewerbesteuer angewiesen“, so Dirk Lahmann, Projektleiter für Bürgerbeteiligung in Bonn. In Zeiten, in denen die Unternehmen keine Gewinne machen, falle diese Steuer entsprechend gering aus. Lahmann betont, die geplante Bürgerbeteiligung samt eKonsultation sei deswegen zunächst nur auf Konsolidierungsmaßnahmen ausgerichtet &#8211; also auf Sparen.
</p>
<p>
<b>Bonn auf den Spuren von Solingen und Essen</b>
</p>
<p>
Konzeptuell orientiere man sich in Bonn sehr an den Modelle von <a href="http://www.solingen-spart.de/dito/web?action=content&amp;journal=223&amp;view=cnt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Solingen</a> und <a href="http://www.essen-kriegt-die-kurve.de/dito/web?action=content&amp;journal=22&amp;view=cnt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Essen</a>, so der Mitarbeiter der Stadtverwaltung weiter. Konkret können Bürger Sparvorschläge der Stadtverwaltung kommentieren und bewerten, aber auch eigene Einsparideen einbringen. Diese werden dann veröffentlicht und den Sparvorschlägen aus der Stadtverwaltung gleichgestellt.
</p>
<p>
Ein positiver Nebeneffekt sei, dass die Bürgerschaft für die Sparmaßnahmen senisbilisiert werde, so Lahmann weiter. Durch die aktive Beteiligung werde das Bewusstsein geschaffen und die Akzeptanz erhöht für die teils drastischen Einschnitte in die Lebenswelt der Einwohner. Voraussetzung ist deswegen laut Bonner Verwaltung immer, dass die Ergebnisse transparent und nachvollziehbar gestaltet seien. „Jeder Bürger muss wissen, was aus seinen Ideen geworden ist“, so Lahmann.
</p>
<p>
<b>Vorbildliches Berlin</b>
</p>
<p>
Allerdings sollte sich Bonn in Sachen Sparen nicht Solingen zum Vorbild<br />
nehmen. Dort fertigte die Stadtverwaltung einen ersten Rechenschaftsbericht innerhalb von zwei Tagen im Schnellverfahren an. In<br />
dem immerhin 240 Seiten langen Bericht ist deswegen zu lesen, dass die<br />
Bürgervorschläge (<a href="http://www.solingen-spart.de/dito/web/Bürgervorschläge-www.solingen-spart.de_240-Seiten.pdf?action=openattachment&amp;id=235&amp;attachmentid=66&amp;rootid=14" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pdf 1,8 MB zum Download</a>) ein Einsparpotential von nur 85.000 Euro hätten. Viele der Ideen sind<br />
aber noch nicht bearbeitet, sondern wurden nur weitergeleitet an die<br />
Fraktionen im Rat. Was die aus den Vorschlägen machen, bleibt offen –<br />
seit dem 6. Mai 2010.
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/index.php?page=viewcompiler_aktuelles&amp;id_view=157&amp;menucontext=32&amp;submenucontext=157" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/tracking-nummer.jpg" alt="Eingebrachter Vorschlag mit &quot;Tracking-Nummer&quot;" title="Eingebrachter Vorschlag mit &quot;Tracking-Nummer&quot;" height="121" width="420" /></a>
</p>
<p>
Besser macht es ein Bezirk der Hauptstadt. Der Berliner Stadtbezirk Lichtenberg startet am 1. September 2010 die zweite Phase seines mittlerweile <a href="http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/index.php?page=viewcompiler_aktuelles&amp;id_view=157&amp;menucontext=32&amp;submenucontext=157" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünften Bürgerhaushaltes</a>. Bis zum 16. September 2010 kann man über die bisher gesammelten Vorschläge zum Haushalt abstimmen. Die Vorschläge selbst konnten die Bürger von April bis Juni 2010 online einbringen. Eine detaillierte Dokumentation des Ablaufs ist dabei stets online. Für die Zukunft soll jeder Bürgervorschlag eine Nummer erhalten, mit der jederzeit nachvollziehbar sein soll, was aus der Idee wurde.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ohne Neuverschuldung geht es derzeit nicht.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Steuer]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Dieckmann]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalfinanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jdieckmann.jpg" alt="Jochen Dieckmann" align="left" height="103" width="85" /> 
Jochen Dieckmann, NRW-Finanzminister (SPD), ist am 13. März 2003 
zu Gast im tacheles.02-Live-Chat </b><b>von tagesschau.de und politik-digital.de</b><b>.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jdieckmann.jpg" alt="Jochen Dieckmann" align="left" height="103" width="85" /><br />
Jochen Dieckmann, NRW-Finanzminister (SPD), ist am 13. März 2003<br />
zu Gast im tacheles.02-Live-Chat </b><b>von tagesschau.de und politik-digital.de</b><b>.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Wir haben eine Stunde Zeit, Herr Dieckmann sitzt in Köln und tippt<br />
selber. Kann es losgehen, Herr Dieckmann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Ja, ich bin soweit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Herr Dieckmann, Sie waren von 1990 bis 1999 Hauptgeschäftsführer<br />
des Deutschen Städtetages und Geschäftsführer des Städtetages<br />
NRW. Sie kennen daher die schwierige Finanzlage der Städte und Gemeinden.<br />
Welchen Ausweg wollen Sie wählen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Es wird darauf ankommen, die Einnahmen zu verstetigen und zugleich alles<br />
zu tun, um die Entwicklung der Ausgaben weiter &quot;im Griff zu halten&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi_Hammer:<br />
</b>Ein Teil des Geldes für das Investitionsprogramm der Kommunen<br />
soll aus verbrauchten Flutopfer-Hilfen kommen sowie aus der geplanten<br />
Steuer-Amnestie für Schwarzgeld. Weitere 300 Mio. Euro sollen mit<br />
dem Gesetz zum Abbau von Steuervergünstigungen aufgebracht werden.<br />
Kritische Stimmen zweifeln, ob bei den letztgenannten Maßnahmen<br />
tatsächlich derartige Summen eingenommen werden. Wie sieht ihrer<br />
Einschätzung aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Einnahmen aus der<br />
&quot;Steueramnestie&quot; nicht präzise im Vorhinein ermitteln lassen.<br />
Jeder Euro ist willkommen. Aber man sollte keine überhohen Erwartungen<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mechtersheimer:</b><br />
Der Kanzler will ja nun angeblich die Kommunen mit billigen Krediten unterstützen.<br />
Wie soll das denn zum Beispiel in Duisburg gehen? Die Stadt ist vollkommen<br />
pleite. Die darf gar keine Kredite mehr aufnehmen. Was soll das bringen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ja. Deshalb reicht ein Kreditprogramm allein nicht aus. Dazu<br />
muss der Verzicht auf die Flutopferhilfe kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wenn Sie keine hohen Erwartungen haben, was schlagen Sie konkret<br />
vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Einen Mix: Verstetigung der Gewerbesteuer, Zusammenlegung von<br />
Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, Steuervergünstigungsabbaugesetz<br />
(auch das hilft ja den Kommunen, weil sie an den Mehreinnahmen beteiligt<br />
sind!!).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist die Zusammenlegung in der SPD durchsetzbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das wird zu diskutieren sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mechtersheimer:<br />
</b>Wie viel wird denn der Verzicht auf die Flutopferhilfe bringen.<br />
Ist das nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein &#8211; gerade in Nordrhein-Westfalen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Bundesweit bringt das einen 3stelligen Millionenbetrag, für<br />
NRW erfahrungsgemäss davon etwa 10%. Genaueres weiß man aber<br />
erst Ende Mai, weil bis dahin noch Anträge gestellt werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Accountability:<br />
</b>Mehr Geld für die Kommunen &#8211; also, den Kuchen zu vergrößern<br />
&#8211; das ist doch einfach nicht &quot;drin&quot;, maximal eine Rückführung<br />
auf das Einnahmeniveau von 2000. Wie sollen die Kommunen aus Ihrer persönlichen<br />
Sicht unter den gegebenen Rahmenbedingungen noch mehr sparen &#8211; und welche<br />
Rahmenbedingungen würden Sie ändern, damit Kommunen ihre Ausgaben<br />
noch mehr senken können (als bisher)?.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wenn das Jahr 2000 der Bezugsrahmen wird, ist schon einiges erreicht.<br />
Rahmenbedingungen zu überprüfen, ist eine Aufgabe auf allen<br />
Ebenen. Die Landesregierung NRW hat vorgestern eine Aktion gestartet,<br />
alle Landesgesetze auf den Prüfstand zu stellen. Das kann auch den<br />
Kommunen nutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist das Entbürokratisierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch. Im Kern ist das eine Aufgabenkritik. Wir müssen uns<br />
die Frage stellen, welche Aufgaben Staat und Kommunen in Zukunft unbedingt<br />
weiter erfüllen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Welche stehen zur Diskussion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Der Finanzminister hat da keine Vorgaben zu machen. Ich lade<br />
alle ein, ihrerseits Vorschläge zu machen. Man wird dann schnell<br />
sehen, wie schwer das ist. Es ist leichter, den Status quo zu verteidigen<br />
als an Einschnitte heranzugehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Nachfrage zu ihrer Rechnung von eben:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>z-werner:<br />
</b>Ein dreistelliger Millionenbetrag und davon zehn Prozent &#8211; das<br />
macht bestenfalls 99 Millionen Euro. Wie viel Schulden haben die Ruhrpott-Städte?<br />
Das bringt doch keinen Spielraum.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin ja Realo. Man kann auch keine Wunder erwarten. Es kommt<br />
darauf an, jede Chance zu nutzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rg90: </b>Die<br />
kommunalen Steuereinnahmen brechen ein (2001 &#8211; 5,4 %, 2002 &#8211; 4,1 %). Das<br />
ist deutlich mehr als bei Bund (2002 &#8211; 1,6 %) und Ländern (2002 &#8211;<br />
0,2 %). Reichen da die Maßnahmen der Regierung und was planen Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Schwierige Frage. Die Einnahmen in einzelnen Ländern sind<br />
ja auch massiv eingebrochen. NRW musste seine Erwartungen wesentlich stärker<br />
zurückschrauben als 0,2 %. Wir haben für den Landeshaushalt<br />
2003 zweimal 1,4, Mrd. € ausgleichen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist eine Neuverschuldung geplant?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ohne Neuverschuldung geht es derzeit nicht. Wir brauchen sie<br />
schon deshalb, weil nur sparen gleich &quot;kaputt sparen&quot; wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Letzte Frage zu dem Thema, danach zur morgigen Rede Schröders:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sfdfdg: </b>Haben<br />
die Kommunen nicht auch einfach über ihre Verhältnisse gelebt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das mag im Einzelfall so sein. Das Gute an der kommunalen Selbstverwaltung<br />
ist, dass die Wähler und Wählerinnen darauf eine Antwort geben<br />
(können).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Die Erwartungen an die Rede Schröders sind hoch. Einige<br />
Fragen der UserInnen dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinHanna:<br />
</b>Bundeskanzler Gerhard Schröder soll in seiner Regierungserklärung<br />
am Freitag ein 17-Mrd.-Euro-Programm ankündigen. Sollte der Staat<br />
nicht, wie vom BDI gefordert, seinen Konsolidierungskurs fortsetzen, anstatt<br />
sich neu zu verschulden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Er muss beides tun. Es gibt ja schon Einschnitte. Nur sparen bringt genauso<br />
problematische Ergebnisse wie eine unbedingte Kreditpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber die Gewichtung ist entscheidend. Wie soll er gewichten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Dafür gibt es kein Patentrezept oder eine mathematische<br />
&quot;Formel&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber ihre Meinung, die würde uns interessieren? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Die Obergrenze für eine Kreditpolitik ist das Stabilitätsziel<br />
nach Maastricht. Den Rest muss eine Konsolidierung bringen. Ich erinnere<br />
daran, dass wir auch eine Verstetigung der Einnahmen brauchen. Wer einen<br />
leistungsfähigen Staat mit Lehrern, Justiz, Uni, Straßenbau<br />
und Kulturangeboten will, muss auch bereit sein, Steuern zu zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das sind die meisten Bürger auch, nur wollen sie nicht mehr<br />
Steuern zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tut: </b>Wie<br />
kann Minister Eichel in einer Konjunkturkrise 48 Steuererhöhungen<br />
vorschlagen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wir haben die niedrigste Steuerquote seit Jahren und so niedrig<br />
wie kaum ein anderes europäisches Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Trienkens:<br />
</b>Wir sind doch auch bereit ,Steuern zu zahlen. Aber die Verhältnismäßigkeit<br />
muss gewahrt werden. Sonst driftet man ab in die Schattenwirtschaft. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Die Steuerquote in USA liegt bei 22,7, in der Schweiz (!) bei<br />
22,6 und bei uns sind es 21,7.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Trienkens:<br />
</b>Warum empfinden die Menschen das ganz anders?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Es ist wohl wie beim Chill-Faktor beim Wetter. Die Politik hat<br />
sicher auch nicht alles getan, um über die Steuerentlastungen aufzuklären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sonnenschein:<br />
</b>Wirtschaftsvertreter erwarten von der Regierungserklärung<br />
Schröders morgen einen radikalen Kurswechsel. Inwieweit wird Schröder<br />
einer solchen Forderung nachkommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:</b><br />
Da müssen Sie den Bundeskanzler fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ihre Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich glaube nicht, dass es dazu kommt. Die Bereitschaft zu Radikalität<br />
ist in Deutschland nicht sehr entwickelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonnenschein:<br />
</b>Was halten Sie vom Vorschlag des IWF, den Stabilitätspakt<br />
zu verletzen, wenn die konjunkturelle Lage so schlecht wie jetzt ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ist das radikal?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Nein, nicht radikal. Es ist mir zu einfach. Gerade die Deutschen<br />
haben auf dieses Limit hingewirkt. Das macht wenig Sinn, jetzt als erste<br />
dessen Aufhebung zu verlangen. Dieser &quot;Ausweg&quot; ist mir zu billig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Welchen Ausweg sehen Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Wir müssen die schon beschriebene &quot;Mischung&quot; von<br />
Konsolidierung, Kreditpolitik und Einnahmenverstetigung fortsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Zu den Reformen im Einzelnen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Legner: </b>Zur geplanten Lockerung des Kündigungsschutzes:<br />
Welche konkreten arbeitsmarktstimulierenden Impulse verspricht sich die<br />
Regierung davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Die Bereitschaft, mehr Arbeitnehmer einzustellen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gh***: </b>Aha.<br />
Und warum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Weil die Arbeitgeber augenscheinlich manchmal zögern, sich<br />
dauerhaft zu binden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dortmund:<br />
</b>Können Personal-Service-Agenturen ihrer Meinung die Arbeitsämter<br />
entlasten? Ich habe von einem Fall gehört, in dem eine verschuldete<br />
Firma verschwunden ist, dann wieder mit der selben Geschäftsidee<br />
auftauchte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin sicher, dass die Agenturen eine wichtige Bereicherung<br />
sind. Es gibt aber nicht den einen Weg in der Arbeitsmarktpolitik. Andererseits:<br />
Man darf auch von einem schwarzen Schaf nicht auf die Farbe der ganzen<br />
Herde schließen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>S.Solomon:<br />
</b>Führt eine Lockerung des Kündigungsschutzes aber wirklich<br />
zur Bereitschaft mehr Arbeitnehmer einzustellen, wenn die Lohnnebenkosten<br />
dadurch nicht gesenkt werden? Denn an ihnen hängt es doch eigentlich,<br />
oder liege ich da falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich sehe das Problem nicht nur in einer Ursache. Deshalb muss<br />
auch an der Senkung der Nebenkosten gearbeitet werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Mal ein ganz anderes Thema: Aus dem Bekanntenkreis höre<br />
ich von mittelständischen Unternehmern ganz ohne Jammerei herbe Kritik<br />
an den Flächentarifverträgen. Das ist für Leute, die fünf,<br />
sechs Menschen in einer schwierigen Branche (Verlag) beschäftigen,<br />
ein echtes Problem. Warum sind SPD und Gewerkschaften hier so unbeweglich?<br />
Das würde meines Erachtens mal wirklich Bewegung in den Arbeitsmarkt<br />
bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Tarifverträge sind keine Entscheidungen von Parteien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber auch der Länder, wo Berlin letztens ausgestiegen ist.<br />
Wollen Sie dem folgen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Nein. Eine Tarifgemeinschaft ist auch Schutz der Arbeitgeber<br />
&#8211; gegen punktuelle Arbeitskämpfe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Wie sieht es denn mit der Mehrwertsteuererhöhung aus. Die<br />
ist doch nur eine Frage der Zeit, oder? Würden Sie eine Wette dagegen<br />
halten, dass sie nicht kommt &#8211; sagen wir mal bis 2006?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ausschließen kann und sollte man das nicht. Im übrigen:<br />
ich wette nie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lordoftherings:<br />
</b>Wie viele SPD-Abgeordnete im Landtag in Düsseldorf sind<br />
in der Gewerkschaft? Wenn die SPD hier eindeutig Stellung beziehen würde,<br />
würde sich auch bei den Gewerkschaften in Sachen Flächentarifverträgen<br />
was ändern, oder glauben Sie etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eine Äußerung einer Partei würde &#8211; zu Recht &#8211;<br />
als Verletzung der Tarifautonomie (Art.9 GG) angesehen. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder<br />
kenne ich nicht. Das steht in www.landtag.nrw.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tut: </b>Drastische<br />
Steuersenkungen des Bundes scheuen die Länder wegen der Belastung<br />
ihrer Haushalt. Ein Konflikt zwischen Eichel und Ihnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch Herr Eichel weiß, dass die Länderhaushalte &quot;am<br />
Limit&quot; sind. Einige schon darüber hinaus.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Die Unionsmehrheit im Bundesrat hat angekündigt, dass so<br />
genannte Steuervergünstigungsabbaugesetz abzulehnen. Wie ist ihre<br />
Position zu dem Gesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich bin grundsätzlich dafür. Wenn es in den Vermittlungsausschuss<br />
geht, wird man über Kompromisse reden müssen. Insgeheim sind<br />
ja auch die CDU-Länder vielfach dafür.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wer genau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eingeplant hat die Mehreinnahmen in Höhe von 140 Mio. €<br />
z.B. Hessen. Ich bin gespannt, wie Herr Koch sich verhält.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Zur aktuellen weltpolitischen Lage gibt es Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>financialt**:<br />
</b>Welche Auswirkungen auf die Wirtschaft in NRW wären eigentlich<br />
mit einem Irak-Krieg zu erwarten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Genaues weiß man nicht. Jedenfalls wäre es sehr negativ.<br />
Zusätzlich zu der ohnehin schlechten Lage.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Im Falle eines Irak-Krieges hält jedoch Finanzminister Eichel<br />
ein erneutes Überschreiten der Drei-Prozent-Grenze durch Deutschland<br />
für denkbar. Im Falle eines Krieges werde man sich früher vom<br />
Versuch verabschieden, die drei Prozent einzuhalten. Das Ende des strengen<br />
Konsolidierungskurses?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Eine kriegerische Auseinandersetzung dieser Dimension ist immer<br />
eine Ausnahmesituation. Man darf sie aber nicht fest einplanen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Aber auch nicht nutzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Das ist doch nicht &quot;nutzen&quot;, wenn die Möglichkeiten<br />
durch Konjunktureinbruch geringer werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie würden Sie gegensteuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Dafür habe ich (noch) kein Rezept. Auch habe ich die letzte<br />
Hoffnung nicht aufgegeben, dass der Krieg vermieden wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lischen: </b>Was<br />
halten sie vom Irak-Kurs der Bundesregierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Der Kurs findet eine Unterstützung in der Bevölkerung,<br />
die mich beeindruckt und beruhigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pedropan:<br />
</b>Man muss aber inzwischen von so einer kriegerischen Auseinandersetzung<br />
ausgehen. Und als guter Planer haben Sie die Pflicht, worst- case-Szenarien<br />
in der Tasche zu haben. Dieser nähern wir uns gerade. Wie sieht das<br />
worst-case-Szenario aus, Herr Dieckmann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Ich halte es nicht für vertretbar, solche Szenarios, wenn<br />
man sie denn hätte, in der Öffentlichkeit auszubreiten. Das<br />
würde auch unzutreffenderweise den Eindruck erwecken, man hätte<br />
die Folgen eines Krieges &quot;im Griff&quot;. Das Gegenteil ist der Fall.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Benebiene:<br />
</b>Aber als Mensch mit einer öffentlichen Aufgabe haben Sie<br />
auch die Pflicht, wahrheitsgemäß zu informieren und nicht Politikerspielchen<br />
zu spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>So allgemein ist das zutreffend. Politiker haben aber auch die<br />
Pflicht, nicht vordergründig mit Ängsten und Emotionen der Öffentlichkeit<br />
zu spielen.<br />
Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank, Herr Dieckmann, dass Sie am Chat teilgenommen haben und vielen Dank<br />
an alle UserInnen für Ihr Interesse. Vielen Dank auch für die<br />
Unterstützung durch unseren Partner in Köln www.europa-digital.de.<br />
Noch ein Terminhinweis: Am Mittwoch, den 19.März, werden wir mit<br />
Friedbert Pflüger, dem außenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion<br />
im Bundestag, sprechen. Der Chat findet wieder zwischen 17:00 und 18:00<br />
Uhr statt. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind. Die<br />
Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen Dieckmann:<br />
</b>Auch ich sage Danke. Auf Wiedersehen! 8-):</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Vielen Dank und Tschüß!</span></p>
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