<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kommunikationswissenschaft &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/kommunikationswissenschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Jun 2014 15:09:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Kommunikationswissenschaft &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Rezension &#034;Digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitale-gesellschaft-partizipationskulturen-im-netz-140617/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitale-gesellschaft-partizipationskulturen-im-netz-140617/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 15:09:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Beteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[User]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Avaaz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Engagementformen]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Fallstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konsument]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[kultureller Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezipient]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=140617</guid>

					<description><![CDATA[Wie fasst man zwischen zwei Buchdeckeln den Wandel vom Medienkonsumenten zum -produzenten und deren Wechselwirkung zusammen? In der Reihe „Bonner [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/im-netz.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140618" alt="im netz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/im-netz.png" width="639" height="337" /></a>Wie fasst man zwischen zwei Buchdeckeln den Wandel vom Medienkonsumenten zum -produzenten und deren Wechselwirkung zusammen? In der Reihe „Bonner Beiträge zur Online-Forschung“ ist ein Sammelband erschienen, der zahlreiche wissenschaftliche Zugänge zu den Veränderungen in der Herstellung, Verbreitung und Nutzung medialer Inhalte versammelt. Wie schwierig diese Aufgabe sein kann, zeigt sich bereits im Titel. politik-digital.de stellt das Buch vor.<br />
Die „Digitale Gesellschaft“ ist zunächst eine unpräzise Zuschreibung für alles Mögliche. Sei es die <a href="https://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seit 2011 aktive netzpolitische Interessenvertretung</a> oder das derzeitige vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene <a href="https://www.digital-ist.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wissenschaftsjahr 2014“ </a>gleichen Namens. Ist dies also ein mutiger Titel für eine neue Buchveröffentlichung? Schließlich gilt die Tatsache, dass unser berufliches und privates Umfeld von den Chancen und Risiken des digitalen Wandels durchsetzt ist, inzwischen als Binsenweisheit.<br />
Und auch der Terminus Partizipation wird, die Herausgeber konstatieren es im Vorwort selbst, „beinahe inflationär und oftmals unspezifisch“ verwendet, wenn dieser Tage vom Wandel politischer Engagementformen im Zuge der Digitalisierung die Rede ist. Julia Serong schreibt im selben Band in diesem Zusammenhang sogar von einer „Begriffshyperinflation“.<br />
Der Leser nimmt den von Jessica Einspänner-Pflock, Mark Dang-Anh und der renommierten Bonner Medienwissenschaftlerin Caja Thimm herausgegebenen Sammelband also in gespannter Erwartung zur Hand, hofft er doch, hinter einem nur sehr unpräzisen Titel eine tiefergehende Analyse vorzufinden.<br />
<figure id="attachment_140620" aria-describedby="caption-attachment-140620" style="width: 213px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cover_Partizipationskulturen.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-140620  " alt="12109-7_Einspänner.indd" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cover_Partizipationskulturen.jpg" width="213" height="308" /></a><figcaption id="caption-attachment-140620" class="wp-caption-text">Einspänner-Pflock, Jessica / Dang-Anh, Mark / Thimm, Caja (Hg.): Digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz. Reihe: Bonner Beiträge zur Onlineforschung, Band 4, 2014, 256 Seiten. Preis: €24.90<br />ISBN: 978-3-643-12109-7</figcaption></figure><br />
In dem rund 250 Seiten starken Buch wird der Wandel  des Users vom passiven Konsumenten hin zum aktiven Nutzer und (Mit-)Gestalter digitaler Angebote anhand verschiedener Fallstudien untersucht. Bislang geläufige Analysekategorien der Kommunikationswissenschaft wie „Rezipient“ oder „Publikum“ wirkten in diesem Zusammenhang „wie aus einer anderen Zeit“, stellen die Autoren Katrin Jungnickel und Wolfgang Schweiger richtig fest.</p>
<h3>Vielfältige Beiträge klar strukturiert</h3>
<p>Die einzelnen Beiträge behandeln neben der mobilisierenden Wirkung von YouTube-Videos in Wahlkampfzeiten oder der Kampagnenarbeit von Greenpeace Deutschland durch virale Mobilisierung <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ToGK3-2tZz8=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Videoform</a> auch das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher oder die Möglichkeiten und Grenzen des SocialTV hierzulande anhand des <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundshow/rundshow102.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BR-Experiments „Rundshow“</a>.<br />
Der Aufbau des Sammelbandes erfolgt klar strukturiert und nachvollziehbar. Die Beiträge sind nach einem einführenden Kapitel der drei Herausgeber in die Bereiche „Theoretische Perspektiven und Systematiken“, „Partizipation: Strategien und Netzkulturen“ sowie ein drittes Kapitel zu “Partizipation und Anschlusskommunikation“ untergliedert.<br />
Inhaltlich vergleichen und somit in eine wertende Rangfolge bringen lassen sich die Beiträge selbstverständlich nicht; dafür sind die Erkenntnisinteressen und Fragestellungen zu unterschiedlich. Den für netzpolitisch Interessierte gewinnbringendsten Beitrag liefern Tobias Bürger und Esther Dorn-Fellermann mit ihrer Studie zu politischer Partizipation im Netz. Gewinnbringend vor allem deshalb, weil der für den gesamten Band erkenntnisleitende Begriff der Partizipation hier nicht nur in den beiden Dimensionen der politischen und medialen Mitbestimmung verwendet wird, sondern anhand zweier Online-Beteiligungstools auch in der Praxis überprüft wird.<br />
Die Plattformen <a href="http://bundestag.de/">bundestag.de</a> und <a href="http://avaaz.org/de/">avaaz.org</a> werden unter den Gesichtspunkten medialer, politischer sowie medialer politischer Kommunikation untersucht. avaaz.org bietet demnach „mehr Möglichkeiten zur Politikproduktion“, wohingegen bundestag.de stärker als Informationsangebot verortet wird. Wenig überraschend zudem, dass „die Plattformpolitik der Betreiber einen großen Einfluss auf die Bereitstellung medialer Beteiligungsmöglichkeiten hat“.</p>
<h3>Fazit: Von Experten für Experten<b><br />
</b></h3>
<p>Die Lektüre überrascht den netz- und medienpolitisch interessierten Leser in Anbetracht des zunächst beliebig wirkenden Titels durchaus positiv. Mit „Die digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz“ liegt zu einem ungemein fluiden Thema ein Sammelband mit sorgfältig ausgewählten Beiträgen vor, der seine  Leserinnen und Leser vornehmlich im akademischen Bereich finden wird. Gezeigt werden kann, dass die Kommunikations- und Medienwissenschaft trotz der enorm schnellen Wandlungsprozesse keine gänzlich neuen Analyseinstrumente entwickeln muss. Vielfach reicht es, bestehende Instrumente neu anzuwenden. Der vorliegende Sammelband bietet hierzu zahlreiche wichtige Impulse. Für die populärwissenschaftlich-interessierte Leserschaft erscheint die Orientierung entlang einer Vielzahl oftmals sperriger kommunikationswissenschaftlicher Fachtermini und Analysemuster hingegen zu rigide.<br />
Als das größte Manko erscheint jedoch die Form des Buches selbst: Den Leserinnen und Lesern der Beiträgen fehlt &#8211; außer auf den Foren einschlägiger Konferenzen im akademischen „Elfenbeinturm“ &#8211; die Gelegenheit, zum Ende der jeweiligen Beiträge selbst die eigene Meinung, Anregungen oder Ergänzungen beizutragen, Fragen zu stellen und Verbesserungsvorschläge zu machen.<br />
Dieses Manko liegt hingegen in der Natur der Sache und ist der Darstellung akademischer Forschungsinhalte eigen. Bei den im vorliegenden Sammelband präsentierten medien- bzw. kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen wäre es jedoch naheliegend gewesen, dieses Muster zu durchbrechen und die behandelten Themen für eine breitere interessierte Leserschaft zu öffnen. Das Thema der medialen und / oder politischen Partizipation böte für Verleger oder Herausgeber diverse Möglichkeiten, auf Online-Foren oder vermittels Social Media die Fragestellungen des Buches fortzuentwickeln und somit das Erkenntnisinteresse des Buches zumindest partiell in die digitale Wirklichkeit zu tragen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/body-bytes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/tma_ev</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitale-gesellschaft-partizipationskulturen-im-netz-140617/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weblogs: Ein Analysemodell</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_ein_analysemodell-111/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_ein_analysemodell-111/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationssoziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Twoday.net]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/weblogs_ein_analysemodell-111/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2">(18. Mai 2006) Jan Schmidt entwickelt        in seinem Buch "Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie"        ein Modell, das Einsatzgebieten von privaten Aufzeichnungen über        Unternehmenskommunikation bis zu politischen Dokumentationen gerecht        wird. Der Bamberger Wissenschaftler liefert eine komplexe Analyse        auf dem neuesten Stand der Forschung. Julia Sommerhäuser hat das        Buch für politik-digital.de rezensiert.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;">(18. Mai 2006) Jan Schmidt entwickelt in seinem Buch &#8220;Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie&#8221; ein Modell, das Einsatzgebieten von privaten Aufzeichnungen über Unternehmenskommunikation bis zu politischen Dokumentationen gerecht wird. Der Bamberger Wissenschaftler liefert eine komplexe Analyse auf dem neuesten Stand der Forschung. Julia Sommerhäuser hat das Buch für politik-digital.de rezensiert.</span><!--break--></p>
<p class="normal">Wer das neue Buch von Jan Schmidt zur Hand nimmt, meint schnell zu wissen, worum es geht. Der Titel der Monografie ist jedenfalls nicht zu übersehen. In weißer Schrift auf rot-schwarzem Hintergrund steht dort: „Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie.“ Ein klarer Titel, gut zu erkennen. Und dennoch stellt sich die Frage: Was ist damit gemeint?</p>
<p>Eine kurze Begriffsklärung erscheint sinnvoll. Die Kommunikationssoziologie beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen, die durch Kommunikationsprozesse hervorgerufen werden. Der Forschungsansatz untersucht beispielsweise, ob Kommunikation ein Bindemittel zwischen einzelnen Personen sein kann und wie sozialer Wandel durch Kommunikation entsteht.<br />
Eben dieses Ziel verfolgt auch Jan Schmidt. Er möchte ein Analysemodell vorstellen und anwenden, mittels dessen man den Gebrauch von Weblogs und ihre Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche beschreiben kann. Bereits in der Einleitung präsentiert der Autor die Vorgehensweise, mit der er das oben genannte Ziel erreichen möchte. Zunächst werden Grundlagen der Weblogforschung vorgestellt. Darauf baut die Entwicklung eines Analysemodells auf, das die „Nutzung von Weblogs durch Verwendungsregeln, Netzwerke und technische Basis der Software dreifach gerahmt sieht“. Dieses Modell wird in den darauf folgenden Kapiteln auf unterschiedliche Einsatzgebiete der Weblogs übertragen (Journalismus, Politik etc.). In der anschließenden Fallstudie über den Weblog-Hoster twoday.net zeigt Schmidt, wie das Analysemodell in der Praxis anzuwenden ist.<br />
<strong>Strukturelle Faktoren bestimmen die Nutzung von Weblogs</strong><br />
Es lohnt sich, inhaltlich ins Detail zu gehen, stellt der Autor doch einige interessante Thesen und Vermutungen auf. Die Einleitung ist dahingehend hilfreich, dass sie einen umfassenden Überblick zum inhaltlichen und methodischen Stand der Forschung gibt. Schmidt gelingt eine sinnvolle Kategorisierung der zahlreichen Ansätze – das allein nimmt dem Leser angesichts der ausufernden Weblog-Forschung einigen Schrecken. Doch so eingänglich und verständlich geht es nicht weiter: Schmidt entwirft ein Analysemodell, dessen Sinn sich zwar nach und nach erschließt, das aber dennoch sehr komplex bleibt.<br />
Grundlage des Modells ist die Annahme, dass die Institutionalisierung von Weblogs nicht nur durch ihre technischen Möglichkeiten vorherbestimmt ist. Vielmehr geben auch strukturelle Faktoren vor, wie Weblogs in der Gesellschaft genutzt und etabliert werden. Für Schmidt ist es entscheidend, ein Modell zu entwerfen, das den unterschiedlichen Gebrauchsweisen der Weblogs gerecht wird. Weblogs werden nämlich ebenso in der internen Unternehmenskommunikation wie zur Verarbeitung persönlicher Erlebnisse eingesetzt, in der politischen Kommunikation ebenso wie zum Wissensmanagement.<br />
Die Anwendungsgebiete werden durch drei Faktoren bestimmt: durch technische Merkmale, durch geteilte Regeln und durch hypertextuelle Netzwerke. Diese drei Elemente geben den so genannten „Nutzungsrahmen“ vor, der die Nutzung von Weblogs rahmt und selbst wiederum durch die Nutzung verändern wird.<br />
Wer das Analysemodell von Jan Schmidt erst einmal verstanden hat, kann die restlichen Ausführungen gut nachvollziehen. Immer nimmt er nämlich auf das Modell Bezug– es zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Sei es bei der Beschreibung verschiedener Blogarten (Tagebücher, K-Blogs) oder bei der Fallstudie zu twoday.net – durch die wiederholte Anwendung des Modells erkennt der Leser, wie er das Modell in der Praxis anwenden kann.<br />
<strong>Theorie mit klarer Stellungnahme</strong><br />
Doch der Praxisbezug allein ist nicht entscheidend. Auch theoretische Ausführungen kommen nicht zu kurz. Angenehm ist, dass Schmidt dabei klar Stellung bezieht. So erhält der Leser ein deutliches Fazit, das zweigeteilt ist. Der erste Teil bezieht sich auf Weblogs: Schmidt hält fest, dass Weblogs seiner Meinung nach keine Revolution darstellen, da sie immer der Logik und den Zwängen ihrer Anwendung durch den Nutzer unterliegen. Dennoch möchte der Autor dem Angebotstypen eine Wirkung nicht völlig absprechen. Er stellt fest, dass Weblogs Handlungsoptionen eröffnen und erweitern. Es war beispielsweise noch nie so einfach, selbst Inhalte im Netz zu publizieren.<br />
Der zweite Teil betrifft den technologischen Wandel allgemein: Hier macht der Autor deutlich, dass die Folgen des technischen Fortschritts nicht von der Technik an sich bestimmt werden, sondern in erster Linie von ihrem tatsächlichen Einsatz und Gebrauch. „Erst in der Aneignung durch den Menschen“, so Schmidt, „realisieren sich die Potentiale des Internets und der Weblogs&#8221;.<br />
Jan Schmidt ist selbst ein Weblogger und Wissenschaftler, der sich an der Universität Bamberg mit Netzwerken und Weblogs auseinandersetzt. Aus diesem Grund basiert das Buch auf einem enormen Wissensschatz zu diesem Thema, was sich in einer hohen Detailfreudigkeit widerspiegelt. Der Autor ist Experte – und das merkt man.<br />
Aus diesem Grunde ist das Buch auch vorwiegend für Experten geeignet. Der Verfasser richtet sich nach eigenen Angaben „vorrangig an einen sozialwissenschaftlich orientierten Leserkreis, aber auch an diejenigen Blogger, die an einer wissenschaftlichen Reflexion über ihr [&#8230;] Tun interessiert sind“. Die Blogger sollten dabei jedoch ein fundiertes wissenschaftliches Know-How haben, denn sonst besteht die Gefahr, dass sie ihr eigenes Tun nicht wieder erkennen, so verwissenschaftlicht erscheint es.<br />
Der akademische Stil findet sich auch im Sprachgebrauch wieder. Es gibt kaum Auflockerungen durch Beispiele; auch an die zahlreichen Fußnoten muss sich der Leser erst gewöhnen. Das motiviert nicht immer zum Weiterlesen. Der Autor jedenfalls scheint es nicht darauf angelegt zu haben, auch für Einsteiger und Fachfremde populär zu sein.<br />
<strong>Auf dem neuesten Stand der Forschung</strong><br />
Ist man jedoch selbst Wissenschaftler oder Weblog-Kenner, bietet das Buch einigen Service. Besonders hilfreich ist das umfangreiche Literaturverzeichnis, das auf dem neuesten Stand der Forschung ist. Der Forschungsstand über Weblogs kann zwar nur eingeschränkt aktuell sein, weil beinahe täglich neue Weblog-Studien vor allem im Internet publiziert werden. Dennoch bietet das Verzeichnis eine gute Basis für weitere Recherchen.<br />
Insgesamt erscheint das Buch zu einem Zeitpunkt, an dem die Weblog-Forschung beginnt, sich zu institutionalisieren. Das zeigt sich an den zahlreichen Sammelbänden und Studien, die derzeit erscheinen und an den vielen Konferenzen und Lesungen, die immer beliebter werden. Jan Schmidts Buch erscheint zu diesem Zeitpunkt demnach folgerichtig als Beitrag zu einer höchst aktuellen Forschungsdiskussion.</p>
<p class="normal">
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_ein_analysemodell-111/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weblogs &#8211; die neuen Meinungsmacher</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher_0-109/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher_0-109/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/weblogs_die_neuen_meinungsmacher_0-109/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> Die Kommunikationswissenschaftler        Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe        quadratischen Buch &#8222;Die neuen Meinungsmacher&#8220; das Format        Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien        auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es        für politik-digital.de gelesen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> Die Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe quadratischen Buch „Die neuen Meinungsmacher“ das Format Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es für politik-digital.de gelesen.</span><!--break--></p>
<p>In ihrem neuen Buch „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“ gelingt den Kommunikationswissenschaft-ler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter ein kompakter Einstieg in das Thema \&#8217;Weblogs im Unternehmensbereich’, in dem sie die entscheidenden Merkmale von Weblogs herausarbeiten. Hierbei unterstützen zahlreiche praktische Beispiele das Verständnis der Materie. Auf das Wesentliche beschränkt beschreiben die Autoren die technischen Hintergründe. Mit der Lektüre des ersten Teils ist der Leser gerüstet, um die Autoren bei ihrem Einblick in die Blogosphäre zu begleiten.<br />
<strong>Blogger, Journalisten und Rezipienten</strong><br />
Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren die sozialen Aspekte hinter der Technik. In Bezugnahme auf jüngste Umfrageergebnisse wird die Soziodemografie und Motivation von Weblogbetreibern beschrieben. Die Auswirkungen des Webloggens auf den professionellen Journalismus befindet sich ebenfalls im zweiten Teil.<br />
<strong>Meinungsbildung in der Kommunikationstheorie</strong><br />
Im dritten Teil betrachtet Ansgar Zerfaß Weblogs aus kommunikationstheoretischer Sicht und erklärt, wie sich in der Blogosphäre Meinungen bilden und wie der Austausch zwischen Blogospähre und etablierten Massenmedien funktioniert. Die spezielle Art von Kommunikation, die in Weblogs stattfindet, wird ebenfalls beschrieben.<br />
<strong>Von der &#8220;Gutenberg-Galaxis&#8221; zur &#8220;Google-Welt“</strong><br />
Um die Dynamik der Blogosphäre und die Gefahren und die Chancen, die darin liegen, geht es im vierten und fünften Teil. Besonders interessant ist hierbei die prognostizierte Medienentwicklung von der „Gutenberg-Galaxis“ zur „Google-Welt“. Zerfaß rät der Wirtschaft und der Politik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weblog-Format: „Das Management der digitalen Reputation ist das Leitprinzip der Google-Welt – dies ist der tiefere Grund, warum sich die für das Reputationsmanagement in Politik und Wirtschaft zuständigen Funktionen Public Relations und Marketing intensiv mit dem Bedeutungszuwachs von Weblogs und Social Software auseinandersetzen sollten.“ Beispiele von in der Blogosphäre verbreiteten Gerüchten über mangelhafte Produkte mit massiven Auswirkungen auf unternehmerische Schicksale verdeutlichen die Bedeutung einer solchen Auseinandersetzung ebenso wie Positivbeispiele bei der Nutzung von Weblogs im Marketingbereich.<br />
<strong>Ein Kapitel online und gratis<br />
</strong><br />
Das Kapitel „Neue Kommunikationspartner: Blogger als Gatekeeper und Meinungsmacher“ stellen die Autoren gratis online als PDF-Datei zur Verfügung. Hier geht es um Formen der Zusammenarbeit zwischen Bloggern auf der einen Seite und Unternehmen und Politikern auf der anderen Seite.<br />
<strong>Nutzen für Unternehmen, Organistation und Parteien/Politiker</strong><br />
Auf den letzten 90 Seiten geht es um Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unternehmens- und Politikbereich mit einem deutlichen Fokus auf unternehmensbezogenen Analysen. Diese Seiten kann der nicht an ökonomischen Zusammenhängen interessierte Leser getrost überblättern und sich direkt dem letzten Teil des Buches zuwenden. Für Unternehmen/Organisationen ist dies sicherlich der interessanteste Teil des Buches. Hier werden aus organisationstheoretischer Sicht Nutzen, Funktion, Typologie und mögliche Zielgruppen von Weblogs im Organisationsbereich analysiert und Schritte zur Entwicklung einer Weblog-Strategie aufgezählt.<br />
<strong>Bloggen und bloggen lassen</strong><br />
Zum Schluss gibt es dann noch eine Dienstleistung der Autoren oben drauf. Sie erklären, wie man ein Weblog erstellt und es betreibt. Sie geben Tipps, wie Weblogs abonniert und gelesen werden können, wie sich aktuelle Inhalte von Weblogs beobachten lassen und wo sich Online-Informationen rund um Weblogs in Wirtschaft und Politik befinden.<br />
<strong>Ein Name schwirrt durch die Blogospäre</strong><br />
Wenig bleibt bei diesem kompakten Buch zu wünschen übrig. Einzig den Namensgeber des Begriffs „Weblog“ haben auch Zerfaß und Boelter nicht richtig recherchiert. Nicht Jon Barger, sondern <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jorn_Barger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jorn Barger</a> lautet der Name des Programmierers, der als erster im Dezember 1997 seine Website „Robot Wisdom“ mit dem Begriff „Weblog“ bezeichnete. Mit dem Recherchefehler stehen die beiden Kommunikationswissenschaftler allerdings nicht alleine da. In der „Bloggospähre taucht der Namensgeber in den verschiedenen Möglichkeiten einer Kombination der Namen John, Jorn, bzw. Jon und Barger, bzw. Borger auf.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher_0-109/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Identität im Kontext von Medienkultur</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/identitaet_im_kontext_von_medienkultur-71/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/identitaet_im_kontext_von_medienkultur-71/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/identitaet_im_kontext_von_medienkultur-71/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">Die Beschäftigung mit dem Begriff Identität        boomt &#8211; in vielen Disziplinen wird sie geführt und entsprechend        unübersichtlich ist das Feld mittlerweile geworden. Das Buch        &#8222;Medienidentitäten&#8220; will mit der Unübersichtlichkeit        aufräumen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Die Beschäftigung mit dem Begriff Identität boomt – in vielen Disziplinen wird sie geführt und entsprechend unübersichtlich ist das Feld mittlerweile geworden. Das Buch „Medienidentitäten“ will mit der Unübersichtlichkeit aufräumen.<!--break--></p>
<p>Bei der Untersuchung des Begriffs Identität stellt man schnell fest, da man bei diesem Forschungsgegenstand interdisziplinär vorgehen muss. Es gibt keine geschlossene Theorie, sondern mehrere übergeordnete Herangehensweisen, deren Ursprung sehr vielfältig ist und die aus zahlreichen Disziplinen kommen. Die Rolle der Identität in einer globalisierten Welt ist vielgestaltig. Ganz besonders dann, wenn der Einfluss der Medien berücksichtigt wird. Identität und Medien sind fast nicht mehr zu trennen. Diesem spannenden Feld versucht das von Carsten Winter, Tanja Thomas und Andreas Hepp herausgegebene Buch „Medienidentitäten“ gerecht zu werden. Aufgrund der aktuellen Diskussionen rund um die Identität verdient dieser Sammelband gegenwärtig eine genauere Betrachtung.<br />
Auf rund 400 Seiten kommen namhafte Experten zu Wort, die in fünf Abschnitten erklären, wie die zentralen Diskurse um den Begriff der Medienidentität in der Medien- und Kommunikationswissenschaft aussehen und wie die Vielschichtigkeit dieses Feldes deutlich zu machen ist. Nach einer Einleitung wird zuerst die Theorie angesprochen, danach werden mediale Angebote aufgeführt, im nächsten Schritt werden Alltagsbeobachtungen wie Talkshows, Soap Operas und andere populäre Phänomene empirisch analysiert. Schließlich werden die Chancen und Risiken angesprochen, die sich beispielsweise in politischen Protestplakaten, Globalisierungskritik oder Fanidentitäten ausdrücken.<br />
In der Einleitung diskutieren die Herausgeber die Frage, woher der Boom der Identitätsforschung in den Medienwissenschaften kommt und erörtern die Diskussionsfelder der kulturellen Identität und der Medien. Schließlich kommen die Autoren auf die theoretischen und empirischen Positionen des Bandes zu sprechen, die hier kurz umrissen werden sollen.<br />
Die Theoriediskussionen beginnen mit einem Beitrag von Friedrich Krotz, der Medien als Konstitution von Identität untersucht Dabei greift er auf die Theorie des symbolischen Interaktionismus zurück und plädiert für eine mediale Durchdringung der alltäglichen Lebenswelt. Carsten Winter widmet sich der konfliktären Artikulation von Identität im Kontext der Globalisierung von Medienkulturen, während Kurt Imhoff das Zusammenwirken von Öffentlichkeit und Identität betrachtet. Andreas Hepp beendet den Theorieexkurs mit der Frage der Deterritorialisierung: ihm geht es dabei vorrangig um die ethnischen, kommerziellen und politischen Aspekte von Medienidentitäten in Zeiten der Globalisierung. Nachdem die Theoriediskussionen eine differenzierte Einführung in das Thema ermöglichen, widmen sich weitere Autoren konkreten Identitätsangeboten in den Medien. Diese Beispiele sind rundweg passend und einwandfrei analysiert, doch entfalten sie oft erst auf den zweiten Blick ihre wahre Wirkung. Denn es ist überraschend, wenn man als Leser zuerst ein wenig irritiert von der Zeitschrift „Kolonie und Heimat“, der österreichischen Mediensituation am Beispiel des Atomkraftwerks Temelin in Tschechien oder der Darstellung von Dresdnern in Stadtvideos zu lesen bekommt. Nicht weit entfernt ist der Weg von den Identitätsangeboten hin zu den Medienidentitäten im Alltag. Nach einem Beitrag, der sich unter anderem der theoretischen Analyse kultureller Identität in den Cultural Studies widmet, liefert der Autor konkrete Beispiele: so wird sehr differenziert über die Identitätskonstitution italienischer Migrantenjugendlicher und über Talkshows und Daily Soaps gesprochen. Nach all diesen Beispielen werden Risiken und Potenzialen von Medienidentitäten dargestellt. Lothar Mikos erörtert die Risiken der öffentlichen Selbstdarstellung im Fernsehen, beispielsweise bei „Big Brother“, und widmet sich der durch die Medien ausgelösten Identitätsarbeit. Horst Niesyto und Peter Holzwarth beschäftigen sich mit der Jugendforschung im Bereich der Videoproduktionen als Möglichkeit interkultureller Kommunikation. Christian Wenger untersucht die Identitätsstiftung in Fangemeinden am Beispiel der Star-Trek-Fans und Jeffrey Wimmer und Sebastian Haunss diskutieren politische Fragen der Liberalisierung des Welthandels und Protestplakate und ihre Wirkung in Bezug auf die kollektive Identität sozialer Bewegungen.<br />
Die Schwerpunktsetzung vieler Beiträge auf zeitgenössische Medienanalysen und besonders in den Cultural Studies bedeutenden Themen wie Soaps oder Talkshows helfen dem Leser, die Verknüpfungen von Theorie und Praxis herzustellen. Auch wenn die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Identitätsbildungsprozessen als alltägliches Problem empirisch einleuchtend daherkommt, kann der Prozess der Identitätsbildung mit seinen Ausmaßen schnell allzu mächtig erscheinen. Doch nicht nur die gutsortierte Literaturliste und die beeindruckende Zahl der Mitwirkenden machen diesen Sammelband zu einer wichtigen Quelle in Sachen Medienidentität. Vor allem die Zusammenführung der verschiedensten Themen und der gelungene Überblick, der dadurch entsteht. Die Diskussionen rund um den Begriff der Identität haben sich seit Georg Simmel und George Herbert Mead exponentiell vervielfacht und sind unübersichtlicher und verstreuter geworden. Das Buch „Medienidentitäten“ bietet durch eine gelungene Zusammenfassung zugleich auch fortgeschrittenen Interessenten einen aufschlussreichen Einblick in die Identitätsdiskussionen der letzten Jahre.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/identitaet_im_kontext_von_medienkultur-71/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Politiker in den Fesseln der Medien?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien_0-32/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien_0-32/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Massenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/politiker_in_den_fesseln_der_medien_0-32/</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Politische Akteure in der Mediendemokratie - Politiker in den Fesseln der Medien?</strong> <strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Politische Akteure in der Mediendemokratie &#8211; Politiker in den Fesseln der Medien?<strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong><br />
Politische Millieus lösen sich zunehmend auf. Weder das Arbeiterstrandbad, noch der Kirchenchor oder Jugendparteiorganisationen sind mehr so stark, dass Politiker eine große Zahl an Wählern über sie erreichen können. Klassische Opinion Leader wie der Dorfpfarrer oder der Arzt haben ihren Einfluss eingebüßt, spätestens seitdem sich das Massenmedium Fernsehen als politische Hauptinformationsquelle etabliert hat. Politikvermittlung findet zunehmend in und über die Medien statt. Dieser grundlegende Wandel wird als Transformation hin zur Mediendemokratie diskutiert, die die Logik der Politik verändert und an ihre Akteure neue Anforderungen stellt. In Wahljahren wird die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien besonders augenscheinlich und ein großer Teil der Hintergrundberichterstattung im Wahlkampf widmet sich der Reflexion über dieses Thema. Die Medien werden nicht mehr als neutrale Informationsvermittler betrachtet, sondern als intervenierende Variable auf dem Kommunikationsweg vom Politiker zum Bürger. Wie weit ist die Entwicklung zur mediatisierten Demokratie schon vorangeschritten? Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Die Hauptakteure sind Politikern und Journalisten: wer hat wen am Gängelband?<br />
Pünktlich zum Wahlkampf 02 erscheint ein Sammelband, der sich damit wissenschaftlich auseinandersetzt.<br />
<strong>Politische Akteure in der Mediendemokratie</strong><br />
Die Herausgeber Heribert Schatz, Partick Rössler und Jörg Uwe Nieland, ihres Zeichens Politologen mit Schwerpunkt Politikvermittlung, dokumentieren eine Tagung zum Thema Politik und Kommunikation im Frühjahr 2001. Ziel der Tagung war, den aktuellen Stand der Forschung zur Mediendemokratie zu erheben.<br />
Obwohl der Begriff noch nicht klar definiert werden kann, so das Fazit der Herausgeber, herrscht doch ein Konsens über dessen Phänomene. Es läßt sich eine Liste von Merkmalen aufstellen, die eine Mediendemokrate zwingend erfüllen muss:<br />
&#8211; politisches Handeln muss vermehrt medial kommuniziert werden, um als legitim zu gelten,<br />
&#8211; das Fernsehen entwickelt sich zum einflussreichsten Medium<br />
&#8211; dadurch passt sich Politik immer mehr der medialen Logik an, vor allem der des Fernsehens,<br />
&#8211; hohes Maß an Medienkompetenz wird für Politiker zur conditio sine qua non.Der Band versucht, das Phänomen Mediendemokratie sehr umfassend zu ergründen. Dabei wird sowohl Augenmerk auf den abstrakten institutionellen Wandel des politischen Systems gelegt, also auf gesellschaftliche, politische, ökonomische und vor allem mediale Entwicklungen, als auch ganz konkret auf die Auswirkungen auf die politischen Akteure aller Art und die neuen Anforderungen an sie.<br />
Die einzelnen Beiträge sind um 4 Fragestellungen groupiert, die das Phänomen erhellen sollen:<br />
<strong>Die institutionelle Wandlung</strong><br />
Der erste Teil des Bandes fragt nach dem Wandel von politischem Handeln angesichts der vermehrt medialen Ausrichtung von Politik. Karl-Rudolf Korte diskutiert neue Handlungsmuster von Politkern und Christian Schicha und Carsten Brosda die Interaktion von Politik, Public Relations und Journalismus. Illustriert wird das Thema von Marion Müller durch einen Vergleich der Trends der Inszenierung von Parteitagen in Deutschland und den USA, sowie durch einen Bericht von Marco Althaus über die Rolle Politischer Berater im US- Präsidentschaftswahlkampf 2000.<br />
<strong>Das Internet – neue Spielregeln für die Politik?</strong><br />
Der zweite Teil widmet sich der Frage, welche Anforderungen das neue System an politische Akteure stellt. Herauszugreifen ist hier der Beitrag über das Internet von Christoph Bieber, der sich mit der Alternativen Position von politischen Akteueren in der Netzöffentlichkeit beschäftigt. Bieber stellt sein Konzept der Netzöffentlichkeit vor und beschreibt die internetspezifischen Mechanismen nach denen Politikvermittlung funktioniert. Netzöffentlichkeit, so die These, verhält sich nicht kongruent zur massenmedialen Öffentlichkeit. Mit Hilfe eines Zentrum-Peripherie-Modells wird gezeigt, dass Akteure, die sich an der Peripherie des politischen Systems befinden und massenmedial weniger präsent sind, in der Netzöffentlichkeit näher zum Zentrum rücken und dadurch kommunikative Vorteile generieren können.<br />
Andere Beiträge sind unter anderem Stefan Marschalls Diskussion der Stellung des Parlamentes in einer durch Medien bestimmten Demokratie und Jörg Uwe Nielands Beschreibung der Entwicklung von der verfahrens- und institutionszentrierten Bonner zur medienzentrierten Berliner Demokratie.<br />
<strong>Die Logik des Streits – Konflikte in der Mediendemokratie</strong><br />
Die dritte Fragestellung ist dem dynamischsten Element jeder Demokratie gewidmet: dem Konflikt. Dieser Teil behandelt die Frage, wie Konflikte in den Medien präsentiert (Hartmut Weßler) und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden (Peter Hocke). Jürgen Maier widmet sich der Frage, welchen Einfluss die ständige mediale Präsenz von politischen Konflikten in den Medien auf die Einstellungen der Wähler zur Politik haben. Medien fokussieren ihre Berichterstattung immer stärker auf Konflikte und spitzen diese zu. Die Parteizentralen hingegen produzieren immer konfliktgeladenere Nachrichten, um sich im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit zu behaupten.<br />
Aber nicht nur die Quantität von konflikthafter Berichterstattung steigt, auch die Qualität nimmt zu, indem Konflikte immer zugespitzter dargestellt werden. Ist diese zunehmend auf Konflikt ausgerichtete Politikberichterstattung die Quelle der Politikverdrossenheit? Maier kommt zu einem eher zurückhaltenden Ergebnis. Während das Vertrauen in Politiker tendenziell sinkt, bleibt die Zufriedenheit mit der Demokratie stabil. Der mediale Fokus auf politische Skandale stärkt unter Umständen die Zufriedenheit sogar, da das Aufdecken von Skandalen durch die Medien eben als Selbstregulierung des demokratischen Systems gedeutet wird.<br />
<strong>Praxis ist unersetzlich!</strong><br />
Der vierte Teil hält sich an die Praktiker: Jens Tenscher präsentiert eine Studie über das Selbstverständnis der Regierungssprecher im Wandel der Zeit und Miriam Meckel, Regierungssprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung erklärt die Regeln der Mediendemokratie, nach denen Politiker und Journalisten spielen. Uwe-Karsten Heye, Sprecher der Rot-Grünen Regierung, erklärt, dass nach dem umzug von Bonn nach Berlin sich zwar einige Rahmenbedingungen im Umgang der Regierung mit den Medien verändert haben, dass das aber die Grundsätze des politischen Systems unverändert läßt.<br />
Der Band zeichnet sich durch seine Aktualität aus. Er schafft es sehr umfassend, den Stand der Forschung zu präsentieren. Viel Wert wurde darauf gelegt, Praktiker aus allen besprochenen Bereichen zu Wort kommen zu lassen anstatt sie, wie öfters in wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema, zum stimmlosen Forschungsgegenstand zu degradieren. Leider haben die praxisorientierten Beiträge meist nur dekorativen Charakter und illustrieren essayistisch die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Beiträgen.<br />
Das Buch ist dennoch nicht als Einführung zu empfehlen, da die einzelnen Beiträge oft sehr spezifische Problemstellungen der Mediendemokratiedebatte behandeln.<br />
Für eine generelle Einführung in das Thema sei hier auf den von Ullrich von Allemann und Stefan Marschall ebenfalls 2002 herausgegebenen Band Parteien in der Mediendemokratie verwiesen, in dem die grundlegenden Fragen der Debatte von teilweise denselben Autoren aktuell besprochen werden.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien_0-32/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Politiker in den Fesseln der Medien?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien-23/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien-23/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Massenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/politiker_in_den_fesseln_der_medien-23/</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Politische Akteure in der Mediendemokratie - Politiker in den Fesseln der Medien?</strong> <strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Politische Akteure in der Mediendemokratie &#8211; Politiker in den Fesseln der Medien?<strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong><br />
Politische Millieus lösen sich zunehmend auf. Weder das Arbeiterstrandbad, noch der Kirchenchor oder Jugendparteiorganisationen sind mehr so stark, dass Politiker eine große Zahl an Wählern über sie erreichen können. Klassische Opinion Leader wie der Dorfpfarrer oder der Arzt haben ihren Einfluss eingebüßt, spätestens seitdem sich das Massenmedium Fernsehen als politische Hauptinformationsquelle etabliert hat. Politikvermittlung findet zunehmend in und über die Medien statt. Dieser grundlegende Wandel wird als Transformation hin zur Mediendemokratie diskutiert, die die Logik der Politik verändert und an ihre Akteure neue Anforderungen stellt. In Wahljahren wird die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien besonders augenscheinlich und ein großer Teil der Hintergrundberichterstattung im Wahlkampf widmet sich der Reflexion über dieses Thema. Die Medien werden nicht mehr als neutrale Informationsvermittler betrachtet, sondern als intervenierende Variable auf dem Kommunikationsweg vom Politiker zum Bürger. Wie weit ist die Entwicklung zur mediatisierten Demokratie schon vorangeschritten? Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Die Hauptakteure sind Politikern und Journalisten: wer hat wen am Gängelband?<br />
Pünktlich zum Wahlkampf 02 erscheint ein Sammelband, der sich damit wissenschaftlich auseinandersetzt.<br />
<strong>Politische Akteure in der Mediendemokratie</strong><br />
Die Herausgeber Heribert Schatz, Partick Rössler und Jörg Uwe Nieland, ihres Zeichens Politologen mit Schwerpunkt Politikvermittlung, dokumentieren eine Tagung zum Thema Politik und Kommunikation im Frühjahr 2001. Ziel der Tagung war, den aktuellen Stand der Forschung zur Mediendemokratie zu erheben.<br />
Obwohl der Begriff noch nicht klar definiert werden kann, so das Fazit der Herausgeber, herrscht doch ein Konsens über dessen Phänomene. Es läßt sich eine Liste von Merkmalen aufstellen, die eine Mediendemokrate zwingend erfüllen muss:<br />
&#8211; politisches Handeln muss vermehrt medial kommuniziert werden, um als legitim zu gelten,<br />
&#8211; das Fernsehen entwickelt sich zum einflussreichsten Medium<br />
&#8211; dadurch passt sich Politik immer mehr der medialen Logik an, vor allem der des Fernsehens,<br />
&#8211; hohes Maß an Medienkompetenz wird für Politiker zur conditio sine qua non.Der Band versucht, das Phänomen Mediendemokratie sehr umfassend zu ergründen. Dabei wird sowohl Augenmerk auf den abstrakten institutionellen Wandel des politischen Systems gelegt, also auf gesellschaftliche, politische, ökonomische und vor allem mediale Entwicklungen, als auch ganz konkret auf die Auswirkungen auf die politischen Akteure aller Art und die neuen Anforderungen an sie.<br />
Die einzelnen Beiträge sind um 4 Fragestellungen groupiert, die das Phänomen erhellen sollen:<br />
<strong>Die institutionelle Wandlung</strong><br />
Der erste Teil des Bandes fragt nach dem Wandel von politischem Handeln angesichts der vermehrt medialen Ausrichtung von Politik. Karl-Rudolf Korte diskutiert neue Handlungsmuster von Politkern und Christian Schicha und Carsten Brosda die Interaktion von Politik, Public Relations und Journalismus. Illustriert wird das Thema von Marion Müller durch einen Vergleich der Trends der Inszenierung von Parteitagen in Deutschland und den USA, sowie durch einen Bericht von Marco Althaus über die Rolle Politischer Berater im US- Präsidentschaftswahlkampf 2000.<br />
<strong>Das Internet – neue Spielregeln für die Politik?</strong><br />
Der zweite Teil widmet sich der Frage, welche Anforderungen das neue System an politische Akteure stellt. Herauszugreifen ist hier der Beitrag über das Internet von Christoph Bieber, der sich mit der Alternativen Position von politischen Akteueren in der Netzöffentlichkeit beschäftigt. Bieber stellt sein Konzept der Netzöffentlichkeit vor und beschreibt die internetspezifischen Mechanismen nach denen Politikvermittlung funktioniert. Netzöffentlichkeit, so die These, verhält sich nicht kongruent zur massenmedialen Öffentlichkeit. Mit Hilfe eines Zentrum-Peripherie-Modells wird gezeigt, dass Akteure, die sich an der Peripherie des politischen Systems befinden und massenmedial weniger präsent sind, in der Netzöffentlichkeit näher zum Zentrum rücken und dadurch kommunikative Vorteile generieren können.<br />
Andere Beiträge sind unter anderem Stefan Marschalls Diskussion der Stellung des Parlamentes in einer durch Medien bestimmten Demokratie und Jörg Uwe Nielands Beschreibung der Entwicklung von der verfahrens- und institutionszentrierten Bonner zur medienzentrierten Berliner Demokratie.<br />
<strong>Die Logik des Streits – Konflikte in der Mediendemokratie</strong><br />
Die dritte Fragestellung ist dem dynamischsten Element jeder Demokratie gewidmet: dem Konflikt. Dieser Teil behandelt die Frage, wie Konflikte in den Medien präsentiert (Hartmut Weßler) und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden (Peter Hocke). Jürgen Maier widmet sich der Frage, welchen Einfluss die ständige mediale Präsenz von politischen Konflikten in den Medien auf die Einstellungen der Wähler zur Politik haben. Medien fokussieren ihre Berichterstattung immer stärker auf Konflikte und spitzen diese zu. Die Parteizentralen hingegen produzieren immer konfliktgeladenere Nachrichten, um sich im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit zu behaupten.<br />
Aber nicht nur die Quantität von konflikthafter Berichterstattung steigt, auch die Qualität nimmt zu, indem Konflikte immer zugespitzter dargestellt werden. Ist diese zunehmend auf Konflikt ausgerichtete Politikberichterstattung die Quelle der Politikverdrossenheit? Maier kommt zu einem eher zurückhaltenden Ergebnis. Während das Vertrauen in Politiker tendenziell sinkt, bleibt die Zufriedenheit mit der Demokratie stabil. Der mediale Fokus auf politische Skandale stärkt unter Umständen die Zufriedenheit sogar, da das Aufdecken von Skandalen durch die Medien eben als Selbstregulierung des demokratischen Systems gedeutet wird.<br />
<strong>Praxis ist unersetzlich!</strong><br />
Der vierte Teil hält sich an die Praktiker: Jens Tenscher präsentiert eine Studie über das Selbstverständnis der Regierungssprecher im Wandel der Zeit und Miriam Meckel, Regierungssprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung erklärt die Regeln der Mediendemokratie, nach denen Politiker und Journalisten spielen. Uwe-Karsten Heye, Sprecher der Rot-Grünen Regierung, erklärt, dass nach dem umzug von Bonn nach Berlin sich zwar einige Rahmenbedingungen im Umgang der Regierung mit den Medien verändert haben, dass das aber die Grundsätze des politischen Systems unverändert läßt.<br />
Der Band zeichnet sich durch seine Aktualität aus. Er schafft es sehr umfassend, den Stand der Forschung zu präsentieren. Viel Wert wurde darauf gelegt, Praktiker aus allen besprochenen Bereichen zu Wort kommen zu lassen anstatt sie, wie öfters in wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema, zum stimmlosen Forschungsgegenstand zu degradieren. Leider haben die praxisorientierten Beiträge meist nur dekorativen Charakter und illustrieren essayistisch die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Beiträgen.<br />
Das Buch ist dennoch nicht als Einführung zu empfehlen, da die einzelnen Beiträge oft sehr spezifische Problemstellungen der Mediendemokratiedebatte behandeln.<br />
Für eine generelle Einführung in das Thema sei hier auf den von Ullrich von Allemann und Stefan Marschall ebenfalls 2002 herausgegebenen Band Parteien in der Mediendemokratie verwiesen, in dem die grundlegenden Fragen der Debatte von teilweise denselben Autoren aktuell besprochen werden.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/politiker_in_den_fesseln_der_medien-23/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weblogs &#8211; die neuen Meinungsmacher</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher-19/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher-19/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:40:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/weblogs_die_neuen_meinungsmacher-19/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> Die Kommunikationswissenschaftler        Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe        quadratischen Buch &#8222;Die neuen Meinungsmacher&#8220; das Format        Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien        auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es        für politik-digital.de gelesen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> Die Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe quadratischen Buch „Die neuen Meinungsmacher“ das Format Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es für politik-digital.de gelesen.</span><!--break--></p>
<p>In ihrem neuen Buch „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“ gelingt den Kommunikationswissenschaft-ler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter ein kompakter Einstieg in das Thema \&#8217;Weblogs im Unternehmensbereich’, in dem sie die entscheidenden Merkmale von Weblogs herausarbeiten. Hierbei unterstützen zahlreiche praktische Beispiele das Verständnis der Materie. Auf das Wesentliche beschränkt beschreiben die Autoren die technischen Hintergründe. Mit der Lektüre des ersten Teils ist der Leser gerüstet, um die Autoren bei ihrem Einblick in die Blogosphäre zu begleiten.<br />
<strong>Blogger, Journalisten und Rezipienten</strong><br />
Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren die sozialen Aspekte hinter der Technik. In Bezugnahme auf jüngste Umfrageergebnisse wird die Soziodemografie und Motivation von Weblogbetreibern beschrieben. Die Auswirkungen des Webloggens auf den professionellen Journalismus befindet sich ebenfalls im zweiten Teil.<br />
<strong>Meinungsbildung in der Kommunikationstheorie</strong><br />
Im dritten Teil betrachtet Ansgar Zerfaß Weblogs aus kommunikationstheoretischer Sicht und erklärt, wie sich in der Blogosphäre Meinungen bilden und wie der Austausch zwischen Blogospähre und etablierten Massenmedien funktioniert. Die spezielle Art von Kommunikation, die in Weblogs stattfindet, wird ebenfalls beschrieben.<br />
<strong>Von der &#8220;Gutenberg-Galaxis&#8221; zur &#8220;Google-Welt“</strong><br />
Um die Dynamik der Blogosphäre und die Gefahren und die Chancen, die darin liegen, geht es im vierten und fünften Teil. Besonders interessant ist hierbei die prognostizierte Medienentwicklung von der „Gutenberg-Galaxis“ zur „Google-Welt“. Zerfaß rät der Wirtschaft und der Politik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weblog-Format: „Das Management der digitalen Reputation ist das Leitprinzip der Google-Welt – dies ist der tiefere Grund, warum sich die für das Reputationsmanagement in Politik und Wirtschaft zuständigen Funktionen Public Relations und Marketing intensiv mit dem Bedeutungszuwachs von Weblogs und Social Software auseinandersetzen sollten.“ Beispiele von in der Blogosphäre verbreiteten Gerüchten über mangelhafte Produkte mit massiven Auswirkungen auf unternehmerische Schicksale verdeutlichen die Bedeutung einer solchen Auseinandersetzung ebenso wie Positivbeispiele bei der Nutzung von Weblogs im Marketingbereich.<br />
<strong>Ein Kapitel online und gratis<br />
</strong><br />
Das Kapitel „Neue Kommunikationspartner: Blogger als Gatekeeper und Meinungsmacher“ stellen die Autoren gratis online als PDF-Datei zur Verfügung. Hier geht es um Formen der Zusammenarbeit zwischen Bloggern auf der einen Seite und Unternehmen und Politikern auf der anderen Seite.<br />
<strong>Nutzen für Unternehmen, Organistation und Parteien/Politiker</strong><br />
Auf den letzten 90 Seiten geht es um Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unternehmens- und Politikbereich mit einem deutlichen Fokus auf unternehmensbezogenen Analysen. Diese Seiten kann der nicht an ökonomischen Zusammenhängen interessierte Leser getrost überblättern und sich direkt dem letzten Teil des Buches zuwenden. Für Unternehmen/Organisationen ist dies sicherlich der interessanteste Teil des Buches. Hier werden aus organisationstheoretischer Sicht Nutzen, Funktion, Typologie und mögliche Zielgruppen von Weblogs im Organisationsbereich analysiert und Schritte zur Entwicklung einer Weblog-Strategie aufgezählt.<br />
<strong>Bloggen und bloggen lassen</strong><br />
Zum Schluss gibt es dann noch eine Dienstleistung der Autoren oben drauf. Sie erklären, wie man ein Weblog erstellt und es betreibt. Sie geben Tipps, wie Weblogs abonniert und gelesen werden können, wie sich aktuelle Inhalte von Weblogs beobachten lassen und wo sich Online-Informationen rund um Weblogs in Wirtschaft und Politik befinden.<br />
<strong>Ein Name schwirrt durch die Blogospäre</strong><br />
Wenig bleibt bei diesem kompakten Buch zu wünschen übrig. Einzig den Namensgeber des Begriffs „Weblog“ haben auch Zerfaß und Boelter nicht richtig recherchiert. Nicht Jon Barger, sondern <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jorn_Barger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jorn Barger</a> lautet der Name des Programmierers, der als erster im Dezember 1997 seine Website „Robot Wisdom“ mit dem Begriff „Weblog“ bezeichnete. Mit dem Recherchefehler stehen die beiden Kommunikationswissenschaftler allerdings nicht alleine da. In der „Bloggospähre taucht der Namensgeber in den verschiedenen Möglichkeiten einer Kombination der Namen John, Jorn, bzw. Jon und Barger, bzw. Borger auf.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_die_neuen_meinungsmacher-19/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der virtuelle Gartenzaun &#8211; Nachbarn plaudern im Netz Teil 1</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_1-shtml-2516/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_1-shtml-2516/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cmeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_1-shtml-2516/</guid>

					<description><![CDATA[
                              Die überwiegende Zahl der Nachrichten-Journalisten in den USA steht den Veränderungen in der Medienwelt ablehnend oder gar fassungslos gegenüber, hat der Kommunikationswissenschaftler Adam Clayton Powell III in seiner aktuellen Untersuchung heraus-gefunden.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Die überwiegende Zahl der Nachrichten-Journalisten in den USA steht den Veränderungen in der Medienwelt ablehnend oder gar fassungslos gegenüber, hat der Kommunikationswissenschaftler Adam Clayton Powell III in seiner aktuellen Untersuchung heraus-gefunden.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Adam Clayton Powell III spart nicht mit pathetischen Worten: „Historiker werden auf das frühe 21. Jahrhundert als einen Wendepunkt zurückschauen, an dem jahrzehntelange Verhaltensmuster des Lesens, Hörens und Sehens von einer neuen, mächtigen und kostengünstigen Technologie durcheinander gebracht wurden.&#8221; Powell ist Professor der Annenberg School for Communication an der University of Southern California in Los Angeles. Und hat im Oktober die Studie &#8220;Reinventing Local News: Connecting Communities Through New Technologies&#8221; vorgestellt. Fazit: „Mehr noch als überregionale Nachrichten, Politik, Sport, Unterhaltung oder Verkehrsnachrichten wollen Amerikaner lokale News.&#8221;</p>
<p class="fett">Defensiv und fassungslos</p>
<p>Powell ist als Analytiker neuer Formen von Lokaljournalismus mit der Sonderspielform Citizen Journalism eine überaus geeignete Persönlichkeit. Er ist der Sohn des prominenten Bürgerrechtlers Adam Clayton Powell Jr. und kommt zu harten Urteilen: „Zu viele Nachrichten-Journalisten stehen der Veränderung defensiv oder gar fassungslos gegenüber. Sie geben sich damit zufrieden, ihr Publikum dahinschwinden zu sehen &#8211; ihre Glaubwürdigkeit erodiert von außen durch Blogger und von innen durch Fehltritte in der Redaktion.&#8221;<br />
                            <br />Für „Reinventing Local News&#8221; untersuchte Powell lokale Nachrichten-formate im Fernsehen, Radio und Internet. Die Ergebnisse basieren auf einer einjährigen Recherche aus dem Jahr 2003. Obwohl nur elektronische Medien und keine Zeitungen zum Untersuchungs-gegenstand der Studie gehörten, lassen sich vor allem aus den Erkenntnissen über das Internet Folgerungen für die Printmedien ableiten.</p>
<p>Zu den wichtigsten Schlaglichtern der Studie zählen: Die besten lokalen TV-Nachrichten brachte eine Website &#8211;<br />
                            <a href="http://www.signonsandiego.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SignOnSanDiego.com</a> Die Internet-Seite der „Union Tribüne&#8221; im kalifornischen San Diego lieferte laut Untersuchung „die schnellste und umfassendste&#8221; Berichterstattung von einer Brandkatastrophe in Kalifornien im Jahr 2003 &#8211; mit eigenem Kamerateam. Umso beachtlicher, da der Zeitungsverlag keine eigene TV-Station besitzt. Online-Chef Chris Jennewein hat den Anspruch, die Nachrichtenquelle Nummer eins in der Community zu sein. Ziel sei, immer die Konkurrenten vom Fernsehen zu schlagen. SignOnSanDiego unterstützt zudem das Projekt „Envision San Diego&#8221;, eine Art kreatives virtuelles Bürgerforum.</p>
<p>Die besten lokalen Nachrichten im Internet fanden sich auf den Websites von Tageszeitungen &#8211; dafür seien die größeren Ressourcen verantwortlich, auf die Zeitungsredaktionen zurückgreifen könnten.<br />
                            <br />Die „mikrolokale&#8221; Berichterstattung wächst- also Nachrichten, die große Themen herunterbrechen und personalisieren.<br />
                            <br />Junge Zielgruppen haben Interesse an lokalen News &#8211; wenn sie in den Medien stattfinden, die sie nutzen (z. B. Internet oder Radio).</p>
<p>Lokale Nachrichten sind global &#8211; „mikrolokale&#8221; News haben eine höhere Reichweite als bisher angenommen. Lokale Nachrichten brauchen Innovation &#8211; „nicht alle Experimente glücken, aber ein Mangel an Experimentierlust führt häufig zu sinkenden Nutzerzahlen und Umsätzen&#8221;.</p>
<p>Powell hat bereits angekündigt, die Studie weiterzuführen, um Beispiele für innovative lokal Berichterstattung systematischer zu sammeln, und zwar weltweit. Bislang sei der Bericht noch „äußerst anekdotisch&#8221;. Die ersten Reaktionen auf die Untersuchung seien aber sehr positiv gewesen, berichtet der ehemalige TV-Manager, der als einer der wichtigste „digital leader&#8221; in den USA gilt. Der hohe Stellenwert von lokalen Nachrichten bei Zuschauern, Zuhörern und Lesern habe viele überrascht. Lokaljournalismus werde noch zu häufig als minderwertig betrachtet &#8211; ein Image, das weitgehend auf die Berichterstattung von Medienjournalisten zurückzuführen sei.</p>
<p>
                            <span class="fett">Mangelnde Beweglichkeit</span></p>
<p>Obwohl der Bedarf an Nachrichten aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Bürger groß ist, mangele den großen Medienunternehmen an Beweglichkeit kritisiert Powell. „Die müssen ihre Medien ändern wenn sie weiterhin den Stellenwert einnehmen wollen, den sie bislang hatten.&#8221;</p>
<p>Der Medienberater und Gründungsredakteur von msnbc.com, Merrill Brown, konkretisiert Powells Forderung. In einer Analyse des Carnegie-Repo „Abandoning the News&#8221;, der die massenhafte Abwanderung junger Leute von traditionellen Medien konstatiert, kommt Brown zu dem Schluss: „Organisationen, die mit Nachrichten handeln, müssen: über E-Mail und Instant Messaging Services mit Konsumenten Verbindung aufnehmen, sie müssen sich an virtuellen Online-Konversationen beteiligen, denn die sind ein zentraler Ort, wo Nachrichten diskutiert werden. Und sie müssen diese Herangehensweisen nicht nur begrüßen, sie müssen sich die neuen Technologien zu eigen machen, um jüngere Zielgruppen zu erreichen.&#8221;</p>
<p>Während sich etablierte Medien erst langsam auf die dramatischen Veränderungen im Kommunikationsverhalten vieler Bürger einstellen, haben Amateur-Journalisten bereits die Bedarfslücke gefüllt. Von Weblogs, Tagebüchern von Internet-Nutzern, zum Citizen Journalism war es nur ein kleiner Schritt. „Seit 2003 hat es einen dramatischen Anstieg von Citizen Journalism gegeben&#8221;, heißt es in dem Powell-Report.</p>
<p>Es sind vor allem tragische Ereignisse, die der Idee Antrieb geben, zuletzt die Bombenattentate auf die Londoner U-Bahn, Hurrikan Katrina im Süden der USA oder das Erdbeben in Pakistan. Immer greifen ambitionierte Hobby-Schreiber in die Tasten, um Nachrichten zu vermitteln, die andere erst gar nicht anbieten, weil sie nicht schnell oder nah genug dran sind. Was ist in meiner Straße passiert? Wie geht es den Müllers von nebenan? Wo gibt es Hilfe?</p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Weiter zum<br />
                                <a href="cmeier_lokalenews_060420_2.shtml">zweiten Teil..</a></strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_1-shtml-2516/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der virtuelle Gartenzaun &#8211; Nachbarn plaudern im Netz Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_2-shtml-2517/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_2-shtml-2517/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cmeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_2-shtml-2517/</guid>

					<description><![CDATA[Dieser Artikel erschien ursprünglich in "Redaktion", dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der 
                              Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. "Redaktion 2006" wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die 
                              Drehscheibe online bestellt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.<!--break--></p>
<p>
                            <span class="fett">Auf den Zug aufgesprungen</span></p>
<p>Gerade während der Hurrikan-Katastrophe in New Orleans sind professionelle Medien auf den Citizen-Journalism-Zug aufgesprungen. Der Sender CNN bat seine Zuschauer darum, Bild- und Videomaterial einzuschicken. Die Website der Tageszeitung<br />
                            <a href="http://www.nola.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Times-Picayune&#8221;</a> rief die Leser auf: „Erzähl&#8217; uns deine Geschichte &#8211; Bitte teile deine Geschichte von Katrina mit uns&#8221; . Auf der inzwischen von Yahoo gekauften Website<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, einer gigantischen Internet-Seite zur Präsentation und Archivierung von Fotos, waren sehr schnell Schnappschüsse vom überfluteten New Orleans zu sehen.</p>
<p class="fett">Netz mit menschlicher Stimme</p>
<p>Fast immer geht es bei Citizen-Journalism-Projekten um Community, um Gemeinschaft. Denn ein echtes Gemeinschaftsgefühl können die meisten Zeitungen, Sender und TV-Stationen ihren Konsumenten offenbar nicht mehr bieten. Craig Newmark, Gründer des Schwarzen Internet-Bretts<br />
                            <a href="http://www.craigslist.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Craigslist&#8221;</a> beobachtet einen Vertrauensverlust gegenüber professionellen Medien. Seine Website, die im Oktober 2005 die Marke von drei Milliarden Seitenaufrufen pro Monat erreichte, soll dazu beitragen, dem Internet wieder zu einer „menschlichen Stimme&#8221; zu verhelfen. Privatpersonen können umsonst Kleinanzeigen, Kontaktgesuche und Diskussionsbeiträge einstellen.<br />
                            <br />Es gehe darum, anderen Menschen zu helfen, eine nicht kommerzielle Alternative zu unpersönlichen „big media&#8221;-Seiten anzubieten, sagt Newmark, der davon überzeugt ist, dass professioneller und Amateur-Journalismus in Zukunft eine stärkere Verbindung eingehen werden. „Die ganze Idee von Citizen Journalism ist, eine Gemeinschaft zu bilden&#8221;, sagt Howard Finberg, New-Media-Experte vom Poynter-Institute in Florida.</p>
<p>Und die Communitys sprießen. Beispielsweise in den Wikis &#8211; frei zugänglichen Informationsquellen im Internet, an denen jedermann mitarbeiten kann. So heißt es im Konzept von<br />
                            <a href="http://www.wikinews.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikinews</a>: „Wir streben an, eine freie Nachrichtenquelle zu schaffen, die jeden Menschen einlädt, Berichte über große und kleine aktuelle Ereignisse beizutragen, sei es aus direkter Erfahrung oder in Form einer Zusammenfassung aus anderen Quellen.&#8221; Zu den Prinzipien gehören Neutralität, freie Inhalte und ein „offener Entscheidungsprozess&#8221;.</p>
<p>Als eines der führenden Citizen-Journalism-Projekte sehen sich die Macher der Seite Backfence. In bisher drei Städten der USA in den Bundesstaaten Virginia und Maryland können Einwohner sich über die Seite miteinander austauschen. Auf der Startseite ist ein älteres Paar zu sehen, das in einer Sprechblase sagt: „Wir fragen uns, was unsere Nachbarn denken.&#8221; Die Benutzung ist umsonst und auch private Kleinanzeigen kosten nichts.</p>
<p class="fett">Beziehung neu definieren</p>
<p>Einfacher wäre es zwar, man würde selbst mal kurz in den Garten gehen, um die Nachbarn direkt nach ihrer Meinung zu fragen, aber die Zahl der Experimente und Projekte zeigt, dass offenbar ein Bedarf an solchen Angeboten besteht. Ob sich die Citizen Journalists in den USA durchsetzen, und ob der Trend auch hierzulande Fuß fassen kann, ist dennoch offen. Mehr als deutlich zeichnet sich aber ab, dass traditionelle Medien sich über ihn Beziehung zu Lesern, Hörern und Zuschauern klar werden &#8211; und diese gegebenenfalls neu definieren müssen.</p>
<p class="fett">
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Zurück zum<br />
                                <a href="cmeier_lokalenews_060420_1.shtml">ersten Teil..</a></strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p class="fett">
                              <strong>Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
<p class="fett">
                              
                            </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-cmeier_lokalenews_060420_2-shtml-2517/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Webwatching &#8211; das Netzkultur-Magazin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadawebwatching060202-shtml-3107/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadawebwatching060202-shtml-3107/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistik]]></category>
		<category><![CDATA[Webwatching]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wissensgesellschaftadawebwatching060202-shtml-3107/</guid>

					<description><![CDATA[
                              Wäre Tucholsky heute ein Weblogger? Verbreitet Wikipedia Falschinformationen? Der Einfluss des Internets auf den Journalismus, die Wissenschaft und die Weltbilder in unseren Köpfen wächst stetig. Neunzehn Journalistik-Studenten der Universität Hamburg haben Netz-Journalisten, Blogger, Medienwissenschaftler und Trend-Gurus befragt, um herauszufinden, welche Umwälzungen der Informationsgesellschaft bevorstehen. Ada von der Decken, selbst Teilnehmerin an dem Projekt Webwatching, hat einige Ergebnisse der am 1. Februar gestarteten Netzzeitung für politik-digital.de zusammengefasst.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              Wäre Tucholsky heute ein Weblogger? Verbreitet Wikipedia Falschinformationen? Der Einfluss des Internets auf den Journalismus, die Wissenschaft und die Weltbilder in unseren Köpfen wächst stetig. Neunzehn Journalistik-Studenten der Universität Hamburg haben Netz-Journalisten, Blogger, Medienwissenschaftler und Trend-Gurus befragt, um herauszufinden, welche Umwälzungen der Informationsgesellschaft bevorstehen. Ada von der Decken, selbst Teilnehmerin an dem Projekt Webwatching, hat einige Ergebnisse der am 1. Februar gestarteten Netzzeitung für politik-digital.de zusammengefasst.
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Welchen Einfluss hat das Internet auf den klassischen Journalismus genommen? Welche Chancen und Risiken birgt das Medium, das aus dem Korsett strikt linear organisierter Präsentation ausbricht? Neunzehn Journalistik-Studierende der Universität Hamburg begaben sich auf die Suche nach Antworten auf Fragen, die sich in Zeiten schwindender Auflagen der Printmedien und zunehmender Bedeutung von Online-Medien und Weblogs stellen. Das wöchentliche Seminar wurde zur Redaktionssitzung erklärt und nach drei Monaten ist im Netz eine Trendbeobachtung über das Netz entstanden – das Interviewmagazin Webwatching.</p>
<p>Auskunft geben unter anderem der Bildblogger Christoph Schultheis, Spiegel-Online Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron, Don Alphonso, Blogger der ersten Stunde, der Schriftsteller Peter Glaser, der Wikipedianer Erik Möller und der Journalistikprofessor Dr. Siegfried Weischenberg.</p>
<p>Webwatching wird dem Anspruch, die Trends der Netzkultur abzubilden, gerecht, indem es in den Interviews vielfältige und gegensätzliche Meinungen zu Wort kommen lässt – anekdotisch und ernst, streitbar und scharfzüngig.</p>
<p>Zahlreiche Experten widmen sich der Frage, ob die „Blogosphäre“ als Themengeber und Kontrollinstanz die klassischen Massenmedien bereichert oder sie kontaminiert, da sie die traditionellen Trennungslinien zwischen journalistischer Berichterstattung und subjektiven Kommentaren unterlaufen. Einig sind sich die Befragten darin, dass die Formel Journalismus = Blog nicht aufgeht.<br />
                            <br />Weblogs sind zwar einerseits als „Schmarrn“, „Modeerscheinung“ oder „Pseudojournalismus“ verschrien, sie gelten andererseits aber auch als „Frühwarnsystem für den Journalismus“, von dem die klassischen Massenmedien profitieren können.<br />
                            <br />Durch die Blogs bestehe ein Rückkanal, der den traditionellen Massenmedien ein Feedback gibt auf das, was geschrieben oder gesendet wurde, stellt Prof. Dr. Hans Jürgen Bucher fest. Man käme anders an Themen heran, als es „in der klassischen selbstreferentiellen Art des Journalismus“ der Fall sei. Blogger können Journalisten „Impulse und Ideen für die öffentliche Kommunikation liefern“ und somit eine Informationsquelle und Kommunikationsbasis darstellen“ meint Chefreporter des Südwestfunk Dr. Thomas Leif.</p>
<p>Das Internet biete durch den Online-Journalismus Möglichkeiten, die andere Medien nicht bieten, sagt Prof. Dr. Klaus Meier. Zum einen könnten Text, Bild, Ton und Video in allen möglichen Varianten zum multimedialen Erzählen kombiniert werden, zum anderen könnten die Leser direkt partizipieren. Durch Quotentools sei sehr genau ermittelbar, welche Artikel am häufigsten gelesen werden. Für die Recherche ergäben sich durch das Internet auch negative Tendenzen: „Dass Journalisten sich aus Zeit- und Geldmangel zunehmend auf die Ergebnisse der Suchmaschinen verlassen“, wertet Prof. Dr. Marcel Machill als Gefahr. „Eine gute Recherche kann bei Google beginnen, aber sie darf nicht bei Google aufhören.“</p>
<p>Rainer Meyer, der unter dem Pseudonym Don Alphonso in der Bloggerszene bekannt geworden ist, prognostiziert den Untergang des Journalismus, weil der heutige Journalist nur „in seinem Büro auf seinen fünf Buchstaben“ sitze und die Welt draußen nicht mehr mitbekomme. Bucher glaubt sogar, dass Journalismus mittlerweile gar kein spezieller Beruf mehr sei, sondern Element der Allgemeinbildung. Jeder müsse ein Mobile an journalistischen Kriterien entwickeln, um Informationen selbst prüfen und filtern zu können. Anderer Meinung ist wiederum Prof. Dr. Siegfried Weischenberg, für den der konventionelle Journalismus als Kuturgut nach wie vor unersetzbare Professionalität verkörpert.</p>
<p>Dadurch, „dass jeder im Internet publizieren kann, wird das Spektrum der Meinungsvielfalt erweitert“, sagt Florian Rötzer von Telepolis. Dennoch dominiere der Eindruck, dass „sich im Netz nur von einander abgekoppelte Unteröffentlichkeiten herausbilden“, beschreibt Goedart Palm das Phänomen. Eine deutlich vernehmbare öffentliche Meinung, „die sich aus dem Stimmengewirr der Millionen von Statements heraushören ließe“, entstehe „nur in und über die Massenmedien“, so Prof. Dr. Norbert Bolz. Es sei ihre Aufmerksamkeit, um die sich das Magazin Webwatching bemühen müsse, um erfolgreich und „ein Synonym für seriös recherchierte Information“ zu werden, rät der Medienphilosoph.</p>
<p>Das Projekt Webwatching entstand unter der Leitung von Dr. Bernhard Pörksen, der als Professor am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft in Hamburg lehrt. In einem minimalistischen Design präsentiert sich die Seite<br />
                            <a href="http://www.webwatching.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webwatching</a> mit dem Anspruch eine lesefreundliche Darstellungsform für die 19 Interviews gefunden zu haben.<br />
                            </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadawebwatching060202-shtml-3107/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
