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	<title>Konrad-Adenauer-Stiftung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Konrad-Adenauer-Stiftung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>KI, Wissenschaft und Wirtschaft: Eine Bestandsaufnahme. (Teil 1/3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Constantin Estorff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2019 09:22:43 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Künstliche Intelligenz bewegt heutzutage nicht nur Autos, sondern seit einiger Zeit auch die Politik. Letzten Herbst hat man sich noch große Ziele gesetzt, was innerhalb der interessierten Öffentlichkeit nicht nur Neugier, sondern auch ernsthafte Bedenken um die Umsetzbarkeit der Pläne geweckt hat. Aber was hat sich seitdem getan? Eine Bestandsaufnahme von Sein und Selbstbewusstsein.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es ist ganz offiziell: <a href="https://www.ki-strategie-deutschland.de/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschland soll KI-Weltmeister werden</a> – zumindest wenn es nach der Bundesregierung geht. Die Veröffentlichung der ambitionierten KI-Strategie seitens der Bundesregierung, sowie die Einberufung der KI-Enquete-Kommission im Bundestag sollte allen zeigen: „Wir sind dran, macht euch keine Sorgen!“. Während die Regierung mit ihrer Strategie die Bundesrepublik KI-tauglich machen will, soll die Kommission beraten und gleichzeitig auf Seiten der Bevölkerung und auch bei der Politik selbst Vertrauen schaffen.  Einen herben Rückschlag gab es jedoch schon: Das für die Strategie angesetzte Zusatz-Budget von 3 Milliarden Euro wurde bereits im März von Finanzminister Scholz <a href="https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/millionen-statt-milliarden-fuer-ki-strategie-a-1258401.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf 500 Millionen Euro zurechtgestutzt.</a></p>
<p>Mit Blick sowohl auf die KI-Strategie, als auch auf die Themensetzung der Enquete-Kommission kann man vier Themen-Schwerpunkte erkennen: Man will die KI-Forschung fördern, die wirtschaftliche Umsetzung sicherstellen, gesellschaftliche Akzeptanz schaffen und nicht zuletzt bei all dem auch noch ethisch verankert sein. Die folgenden Zeilen widmen sich den ersten beiden Schwerpunkten.</p>
<h3>Die großen Digitalunternehmen sind in der Forschung taktgebend</h3>
<p>Die Mittel der klassischen Forschungsförderung – Forschungsgelder, Professuren und Forschungscluster- fanden sich in der Strategie wenig überraschend wieder, doch bei der Umsetzung hagelte es bisher von vielen Seiten Kritik: Von den <a href="https://taz.de/Hemmnisse-in-der-KI-Forschung/!5623727/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">100 KI-Professuren</a>, die das BMBF besetzen wollte,  konnten beispielsweise bisher nur für etwa 30 überhaupt ein Plan zur Besetzung vorgelegt werden. Auch ein zuvor groß angekündigtes neues virtuelles deutsch-französisches KI-Forschungszentrum wurde im Haushaltsentwurf 2019 <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kooperation-deutsch-franzoesisches-prestigeprojekt-zur-ki-forschung-droht-zu-versanden/22906856.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mit keinem Wort mehr erwähnt</a>. Man wolle stattdessen bestehende Kooperationen weiter verstärken.</p>
<p>Besonders interessant dürfte aber vor allem der Umgang mit der ungeheuren Dynamik in der Digitalbranche sein, die weltweit die Forschungslandschaft verändert. Das wissen auch die Sachverständigen der KI-Kommission auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung zu berichten. Dr. Tina Klüwer, Gründerin des KI-Unternehmens <em>parlamind </em>und selbst lange Jahre KI-Forscherin, bescheinigt, dass auch in der KI-Grundlagenforschung längst nicht mehr altgediente Forschungseinrichtungen, sondern die größten Digitalunternehmen taktgebend seien. Diese Entwicklung dürfe man nicht verschlafen.</p>
<p>Der preisgekrönte Robotiker Prof. Sami Haddadin konstatiert ebenfalls die schwere Trennbarkeit und hohe Dynamik zwischen digitaler Grundlagenforschung und ihrer wirtschaftlichen Verwertung. Gleichzeitig betont er jedoch die für Deutschland so zentrale Rolle der beharrlichen und zeitintensiven Grundlagenforschung. Das Problem seien hier in erster Linie fehlende Entfaltungsmöglichkeiten für junge Innovatorinnen und Innovatoren – sowohl finanziell, als auch rechtlich. Das Problem ist aber bekannt –  unter Vertretern des Forschungsministeriums wird als Beispiel hierfür gerne das MP3-Debakel genannt, bei dem die vom deutschen Fraunhofer-Institut entwickelte Technologie letztendlich in Japan und in den USA wirtschaftlich umgesetzt wurde. Harald Popp, Mitentwickler des in den 80er Jahren erforschten Kompressionsverfahrens teilte in einem <a href="https://www.mp3-history.com/content/dam/mp3history/de/documents/FraunhoferIIS_Produktbrosch%C3%BCre_mp3.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht des Fraunhofer-Instituts</a> diese Analyse und problematisiert an diesem Beispiel die Unterfinanzierung deutscher Digitalunternehmen.</p>
<figure id="attachment_161977" aria-describedby="caption-attachment-161977" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-161977 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash.jpg" alt="Zwar sieht man ihn heutzutage nicht mehr sehr häufig, dennoch ist er immer noch in den Erinnerungen vieler Forschungspolitiker*innen: der MP3-Player " width="1920" height="1280" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash.jpg 1920w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash-768x512.jpg 768w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ruijia-wang-lR-oW3b23cM-unsplash-1536x1024.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><figcaption id="caption-attachment-161977" class="wp-caption-text">Zwar sieht man ihn heutzutage nicht mehr sehr häufig, dennoch ist er immer noch in den Erinnerungen vieler Forschungspolitikerinnen und -politiker: der MP3-Player.</figcaption></figure>
<h3> „A.I. Made in Germany“</h3>
<p>Um einen Brain-Drain gut ausgebildeter, innovationsdurstiger und potentiell unterfinanzierter Wissenschaftlicherinnen und Wissenschaftler zu verhindern, will man momentan von allen Seiten Gegenkräfte mobilisieren. Das Siegel „A.I. Made in Germany“ soll gezielt etabliert werden. Man sieht unschwer: bei der KI geht es nicht nur um eine weitere Technologie, sondern auch um eine Frage der Identität. Die KI-Strategie will selbstbewusst an die sagenumwobene Herkunftsbezeichnung anknüpfen und Deutschlands globale Stellung in den Ingenieurswissenschaften noch für lange Zeit behaupten. Deshalb will sich die Regierung in der Wirtschaft sowohl als treibende, als auch als regelnde Kraft betätigen.</p>
<p>Neben der verstärkten Förderung des ohnehin schon bestehenden Gründungsprogramms <a href="https://www.exist.de/DE/Home/inhalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EXIST</a> findet sich hier neuerdings auch die staatliche <a href="https://www.bmbf.de/de/agentur-fuer-sprunginnovationen-9677.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agentur für Sprunginnovationen</a>, welche nach langen Diskussionen um den konkreten Ort nun endgültig in Leipzig angesiedelt werden soll. Deren Aufgabe ist es, Schlüsseltechnologien in der Forschung frühzeitig zu erkennen, um diese dann möglichst schnell in Deutschland zur Marktreife zu bringen, indem sie auch noch dabei hilft, das nötige Wagniskapital zu organisieren. Auf diesem Weg sollen die häufig noch eher selbstgenügsamen universitären Forschungseinrichtungen effizienter der Wirtschaft zuspielen können. Ob dies auch so funktioniert oder die enttäuschten Länder und Kommunen, welche sich ebenfalls um den Standort für die Agentur beworben hatten, nicht am Ende doch selbst eine Konkurrenz ins Leben rufen, ist momentan schwer absehbar und wird sich erst die nächsten Monate zeigen.</p>
<h3>Und was ist mit dem Mittelstand?</h3>
<p>Damit der technologische Wandel auch am heiligen deutschen Mittelstand nicht spurlos vorbei geht, sollen außerdem KI-Trainerinnen und Trainer engagiert werden. Dass dies tatsächlich notwendig ist beteuert der Berliner Unternehmer Rasmus Rothe im <a href="https://www.tagesschau.de/inland/kuenstliche-intelligenz-111.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit der Tagesschau</a>. Es vergingen Monate, bis ein Unternehmen verstanden hätten, was für ein Potential dahintersteckt, konstatiert Rothe. Hier lässt sich jedoch ein durchwachsenes Fazit ziehen: Zwar wurden die notwendigen 20 Stellen in den Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren mittlerweile besetzt und es wird auch schon fleißig daran gearbeitet, den Sollwert von 1.000 Unternehmenskontakten im Jahr zu bewerkstelligen. Doch ist nach wie vor fraglich, ob eine einzige Person alleine tatsächlich im Schnitt 50 Unternehmen im Jahr auf KI-Kurs trimmen kann.</p>
<figure id="attachment_161980" aria-describedby="caption-attachment-161980" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-161980 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ki2-TinaKluewer.png" alt="Sie kann in der Enquete-Kommission aus der Praxis erzählen: parlamind-Gründerin Tina Klüwer" width="640" height="480" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ki2-TinaKluewer.png 640w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/10/ki2-TinaKluewer-300x225.png 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-161980" class="wp-caption-text">Sie kann in der Enquete-Kommission aus der Praxis erzählen: parlamind-Gründerin Tina Klüwer</figcaption></figure>
<h3>Nicht nur für das Klima braucht man stabile Ökosysteme</h3>
<p>Sowohl für Neugründungen aus der Forschung heraus, als auch für neue Geschäftsfelder längst etablierter Unternehmen vernimmt man von allen Seiten die laute Forderung nach einem „Ökosystem“ für künstliche Intelligenz. Doch wie sieht so ein Ökosystem aus?  Dr. Tina Klüwer betont an dieser Stelle den rechtlichen Rahmen als zentrales Kriterium, in ihrem Fall vor allem den Datenschutz. In Form der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) stelle dieser sowohl Unternehmen, als auch Aufsichtsbehörden vor offene Fragen. Es sei teuer, Rechtssicherheit zu gewährleisten, was vor allem junge, aber auch mittelständische Unternehmen trifft. Befürworter der DSGVO würden aber entgegnen, dass sich auch hier längerfristig „best practices“ durchsetzen werden. Dass man die Forschung jedoch heutzutage überhaupt schwer kontrollieren könne, bescheinigt Prof. Haddadin indirekt, als er von eigenen Forschungsprojekten erzählt, bei denen die in Deutschland rechtlich nicht möglichen Parts schlichtweg in die USA ausgelagert worden sind.</p>
<h3>Werte sind kein Unique Selling Point?</h3>
<p>Für diese Fragen der Regulatorik hält sowohl die Kommission, als auch die Strategie der Bundesregierung eine im besten Sinne typisch deutsche Lösung bereit: Normierung. Michael Teigler von der deutschen Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (DKE) erklärt vor der KI-Kommission, dass das Normungssystem ein Erfolgsmodell für Deutschland sei, das es fortzusetzen gelte. Sowohl die DKE, als auch die DIN versuchen zum Teil mit der Hilfe des Bundeswirtschaftsministeriums sowohl technische, als auch ethische Aspekte der KI zu normieren. Man versucht der Wissenschaft und Wirtschaft Rechtssicherheit und Datenkonsistenz zu gewährleisten durch klare und verbindliche Vorgaben, welche rechtlich jedoch nicht festgeschriebene sind. Demgegenüber verbreitet sich die Kritik, dass sich die aus Deutschland stammenden Normen –insbesondere die ethischen – am Ende international nicht durchsetzen werden können. Mario Brandenburg von der FDP-Bundestagsfraktion fasst zusammen: „Werte sind kein USP“, wobei USP für „Unique Selling Point“ steht. Heißt auch: Man könne als Europa international nur Werte setzen, wenn man sich an der Spitze der Entwicklung befindet.</p>
<p>Inwieweit jedoch die Gesellschaft bereit ist, im Sinne eines globalen Wettbewerbs die eigenen Werte auszudehnen oder aber auch zu verwerfen und ob das überhaupt wünschenswert wäre, steht auf einem anderen Blatt. Genau dies wird Inhalt des zweiten Artikels über den Stand der KI-Kommission sein.</p>
<p>Hier geht es zum zweiten Teil der Reihe: <a href="https://politik-digital.de/news/ki-und-gesellschaft-eine-bestandsaufnahme-156825/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KI und Gesellschaft</a><br />
Hier geht es zum dritten Teil der Reihe: <a href="https://politik-digital.de/news/ki-und-ethik-eine-bestandsaufnahme-156842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KI und Ethik</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<div class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@franckinjapan?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Franck V.</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/robot?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></div>
<div class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Symbolbild MP3-Player:</strong> by <a href="https://unsplash.com/@sidem0n?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Ruijia Wang</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/ipod?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></div>
<div class="_1l8RX _1ByhS"><strong>Tina Klüwer</strong>: obs/parlamind</div>
</div>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>„Künstliche Intelligenz Made in Germany”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sara Daini]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2019 15:50:04 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Künstliche Intelligenz (KI) sei nicht nur die nächste Stufe nach der industriellen und der Informationsrevolution, ordneten Olaf Groth (Cambrian, Founder &amp; Managing Partner) und Tobias Straube (Cambrian, Senior Consultant) das Thema ein, aufgrund der Schnelligkeit und Komplexität handle es sich um eine völlig neue Dimension mit schnell wachsenden Herausforderungen. Angesichts des wirtschaftlichen Potenzials und der Rasanz der Entwicklungen ist längst ein globales Wettrennen entstanden, bei dem derzeit die USA und China die Nase vorn haben und ihren Vorsprung weiter ausbauen könnten.</p>
<h3>KI-Strategien im Vergleich: die USA</h3>
<p>In den USA umfasste die Strategie der Obama-Regierung langfristige Investitionen in die KI-Forschung, wie z. B. das Intergovernmental Personnel Act Mobility Program. Weitere Ansätze waren die Entwicklung effektiver Methoden für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, die Gewährleistung der Sicherheit von KI-System, die Entwicklung gemeinsamer öffentlicher Datensätze und Umgebungen für KI-Training und -Tests. Die letzte USA-Regierung hielt es auch für wichtig, die Auseinandersetzung mit den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von KI zu strukturieren. Für die neue Trump-Regierung spielen ethische Fragen keine zentrale Rolle. Die Förderung auf dem Gebiet der Anwendungsforschung bleibt aber erhalten, so werden Investitionen von jährlich 90 Mio. Euro in Grundlagenforschung und Arbeitsmarktforschung getätigt.</p>
<h3>China: Investitionen haben sich gelohnt</h3>
<p>China hat viel in Forschung und Bildung investiert und verzeichnet erste Erfolge: z. B. das Thousand Talents Programm, mit dem Forscher angeworben werden, und die Ausbildung in „KI-Berufen“in Berufsfeldern wie Wirtschaft, Soziales, Management und Recht. Ein Ergebnis ist, dass die Anzahl der Patentpublikationen in China höher ist als in den Vereinigten Staaten: Forschung und Innovationen sind schneller und auch kommerziell erfolgreich. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alibaba_Group" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alibaba</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tencent" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tencent</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Ant_Financial" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ant Financial</a> haben sich etabliert und auch die Start-ups sind gegenüber den amerikanischen Mittbewerbern konkurrenzfähig. Insgesamt kommen elf der zwanzig weltweit wertvollsten Technologieunternehmen aus den USA, neun kommen aus China. Wie kein anderes Land profitiert China von einem enormen Datenvolumen der chinesischen Internet-Nutzer. Im zentral gesteuerten China regelt der nationale KI-Plan des Staatsrates alle institutionellen Zuständigkeiten auf nationaler Ebene neu.</p>
<h3>Die deutsche KI-Strategie</h3>
<p>Deutschland ist eine der größten Wirtschaftsmächte und setzt KI vorrangig in der Industrie ein. Auch die Forschung konzentriert sich auf den Einsatz der Wirtschaft, erklärten Groth und Straube. Die deutsche KI-Förderung ist gut, aber nicht genug: Die Bundesregierung hat nur drei Milliarden Euro bis 2025 in die Entwicklung der KI investiert und muss mehr tun, fordert Olaf Groth. Zum Vergleich: in den USA gibt es 1.400 KI-Start-ups, in Deutschland 106. Wichtig sei zudem, die Förderung in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Klimaschutz. Langfristig müsse auch das Ziel sein, in einer globalen digitalen Magna Charta ethische Regeln zu verankern.</p>
<h3>Welche sind die Herausforderungen für die Zukunft?</h3>
<p>In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Ronja Kemmer (MdB, Obfrau der CDU/CSU Fraktion in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz) und Stefan Heumann (Stiftung Neue Verantwortung, Vorstand), welche Schritte nun unternommen werden müssen. Das föderale Staatssystem Deutschlands mit der Bürokratie und den Verteilungskämpfen um Fördergelder wird als herausfordernd für eine schnelle Umsetzung der KI-Strategie empfunden.</p>
<p>Wichtig sei eine enge Kooperation in Europa durch eine gemeinsame Plattform und eine offene Forschungspolitik, außerdem müsse in der Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für das Thema erschaffen werden. Zudem bräuchten Start-ups mehr Unterstützung und die Hochschulausbildung müsse in diesem Bereich gestärkt werden — hier können Deutschland und Europa von China lernen.</p>
<p>Die Studie lässt sich <a href="https://www.kas.de/einzeltitel/-/content/bewertung-der-deutschen-ki-strategie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> bei der Konrad-Adenauer-Stiftung herunterladen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Hands-free Driving by Steve Jurvetson via <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hands-free_Driving.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikimedia Commons,</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div>
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		<title>„Hate Speech“: Agieren statt reagieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2015 16:09:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Counter Speech]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Hassrede ist eines der zentralen Probleme sozialer Plattformen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete eine Podiumsdiskussion über die Frage, wie wir in sozialen Netzwerken kommunizieren wollen. Die Debatte im Rahmen des „forum digital“ behandelte letztlich jedoch vor allem den staatlichen und gesellschaftlichen Umgang mit der sogenannten „Hate Speech“.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Flüchtlingswelle wird hierzulande nicht nur mit Engagement und Hilfsbereitschaft begegnet. Vor allem im Netz herrscht eine angespannte und hasserfüllte Debattenkultur. Ein Blick in die Kommentare bei Newsseiten oder in den sozialen Medien macht das Problem mehr als deutlich. Die <a href="http://kas.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konrad-Adenauer-Stiftung</a> nahm sich dieser Problematik in einer Podiumsdiskussion an: «Wie wir in den Sozialen Netzwerken kommunizieren wollen».</p>
<h3>Facebook in der Kritik</h3>
<p>Vor allem Facebook wird seit geraumer Zeit dafür kritisiert, viel zu lax mit der ausufernden „Hate Speech“ auf seiner Plattform umzugehen. Die anwesende Eva-Maria Kirschsieper, Head of Public Policy bei Facebook Deutschland, versuchte jedoch zu relativieren. Nur ein „verschwindend geringer Anteil“ der Postings auf der Plattform seien der Hassrede zuzuordnen. Jedoch werde das Unternehmen „glaubhaften Gewaltandrohungen“ gegenüber Flüchtlingen künftig härter begegnen.</p>
<p>In erster Linie müssten aber strafrechtlich relevante Inhalte, beispielsweise Volksverhetzung, schnell gelöscht werden, so Kirschsieper. Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium, reagierte skeptisch: „Ich höre das gerne, nur fehlt mir der Glaube.“ Er forderte von Facebook auch mehr Transparenz im Melde-Prozess. „Facebook ist für uns lange eine Black Box gewesen“, stellte er bezüglich der Meldestellen des Sozialen Netzwerks fest. Auch aus dem Publikum wurden Stimmen laut, dass Transparenz mehr Vertrauen schaffen würde.</p>
<h3>„Hate Speech“ strafrechtlich verfolgen</h3>
<p>Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass hetzende Beiträge strafrechtlich verfolgt werden müssen. „Letztendlich muss ein Gericht entscheiden, ob ein Posting den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt“, so Billen. Die strafrechtliche Verfolgung habe dabei auch eine abschreckende Wirkung, betonte der Justiz-Staatssekretär. Es sei zwar zu begrüßen, dass Facebook solche Beiträge blockiert, jedoch muss der Staat mithilfe seines Rechtssystems durchgreifen. „Die Gemeinschaftsstandards von Facebook haben hier keine Rechtsgültigkeit.“ Eva-Maria Kirschsieper bekundete dabei auch den Kooperationswillen von Facebook, betonte jedoch, dass das Soziale Netzwerk „nicht der verlängerte Arm der Justiz“ sei. Billen sowie der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU) forderten für die Bewältigung des Problems mehr Ressourcen für die ermittelnden Behörden.</p>
<p>Problematisch seien aber vielmehr jene Beiträge, die keinen Straftatbestand erfüllen. „Das mag uns nicht gefallen, aber viele Postings fallen unter die Meinungsfreiheit“, konstatierte Staatssekretär Billen. Löschen hilft nur bedingt, vielmehr sei eine engagierte Gegenrede (Counter Speech) viel sinnvoller, so Kirschsieper. Zwar sei diese in Deutschland noch schwach ausgebildet, jedoch zeigen Beispiele wie der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=i9kv-rmvGKg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommentar NDR-Journalistin von Anja Reschke</a>, dass Counter Speech auch hierzulande effektiv sein kann. Es ginge vor allem darum, Mythen mit Fakten zu entkräften. Auch Staatssekretär Gerd Billen plädierte für diese Form der Problembewältigung. Dabei geht es auch um Kritik im Umgang mit Quellen. Vor allem Jüngere sind mittlerweile sehr wohl in der Lage, seriöse Gegenmeinungen im Netz zu recherchieren, so Otto Vollmers von der <a href="http://www.fsm.de/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freiwilligen Selbstkontrolle der Multimedia-Dienstanbieter</a>.</p>
<h3>Problem an der Wurzel bekämpfen</h3>
<p>Wichtig ist auch, das Rassismus-Problem an der gesellschaftlichen Wurzel zu bekämpfen. Denn letztendlich liegt die Verantwortlichkeit für Hasspostings nicht bei Facebook, sondern bei ihren Verfassern. Mittels politischer Bildung, so die einhellige Meinung, müsse dem Problem begegnet werden. Jedoch „braucht [es] viele Maßnahmen im Köcher“, so Otto Vollmers, einfache Lösungen gebe es nicht. Die Digitalisierung ist schneller als die Gesellschaftsentwicklung. Deutschland sei generell eher skeptisch eingestellt gegenüber neuen Medien, sodass Anpassungsprozesse oft sehr lange dauern. Wir müssen uns fragen, so der Geschäftsführer der FSM, wie wir neuen Phänomenen effektiver und schneller begegnen. Agieren statt reagieren sei die Devise.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/rtgregory/1332596877" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Roger Gregory</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div>
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		<title>Im Schatten des Plakats &#8211; das Internet in Wahlkämpfen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/im-schatten-des-plakats-das-internet-in-wahlkaempfen-129863/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2013 14:36:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Stauss]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Etzold]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[BITKOM]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetwahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Jungherr]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Rolle spielt das Internet in Wahlkämpfen? Können Online-Kampagnen wahlentscheidend sein oder sind sie nicht mehr als Stimmungsbarometer? Kann man [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KAS_Veranstaltung.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129865" alt="KAS_Veranstaltung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KAS_Veranstaltung.jpg" width="640" height="371" /></a>Welche Rolle spielt das Internet in Wahlkämpfen? Können Online-Kampagnen wahlentscheidend sein oder sind sie nicht mehr als Stimmungsbarometer? Kann man überhaupt von einem “Internet-Wahlkampf“ sprechen? In der vergangenen Woche diskutierten Experten aus dem klassischen und Internet-basierten Wahlkampf diese und andere Fragen auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer Stiftung.<br />
Auf dem Podium mit dem Thema „Das Internet in Wahlkämpfen“ saßen neben dem Autor des <a href="http://politik-digital.de/buchkritik-das-internet-in-wahlkaempfen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gleichnamigen Buches,</a> dem Politikwissenschaftler <a href="http://andreasjungherr.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Jungherr,</a> der Geschäftsführer des Bereichs Kreation bei der Berliner Kreativagentur Butter und Autor des Bestsellers „Höllenritt Wahlkampf“, <a href="http://frank-stauss.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frank Stauss,</a> sowie <a href="http://www.mslgroup.de/agentur/beirat/peter-radunski.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Radunski,</a> der ehemalige Senator des Landes Berlin für Bundes- und Europaangelegenheiten und für Wissenschaft und Kunst und langjähriger Geschäftsführer der CDU. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Journalisten und Google-Community Manager <a href="https://twitter.com/MEtzold" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marc Etzold.</a></p>
<h3>Das Internet als Wahlentscheider?</h3>
<p>Eine im Mai veröffentlichte <a href="http://politik-digital.de/wie-wahlentscheidend-ist-das-internet-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der BITKOM</a> stellte fest, dass ein Drittel der Deutschen es als wahlentscheidend empfindet, wie die Parteien das Internet im Wahlkampf nutzen. Die Referenten der Diskussionsrunde maßen diesem Ergebnis jedoch nicht viel Gewicht bei. Frank Stauss etwa widmet dem Internet in seinem Buch kein eigenes Kapitel, da er es als „normalen“ Bestandteil des Wahlkampfs versteht. Nicht das Internet, sondern alles, was zum Wahlkampf dazugehöre, entscheide die Wahl, ist Stauss überzeugt. Auch Andreas Jungherr meint, dass das Internet die Stimmenabgabe nicht beeinflusst und die interessierte Öffentlichkeit sich nicht durch das Internet vermehrt hat. „Viele Facebook-Fans bedeutet nicht zwangsläufig viele Wähler. Internettrends sind nicht wahlentscheidend“, bekräftigte der Bamberger Wissenschaftler. Der Berliner Senator Peter Radunski ergänzte, dass politische Aktivität in sozialen Medien jedoch als eine Art Stimmungsbarometer fungieren könne. So könne man Anhänger auf Facebook oder Twitter durchaus mit den traditionellen Umfragewerten vor einer Wahl vergleichen.<br />
Wenn das Internet nicht wahlentscheidend ist, wie beeinflusst es dann den traditionellen Wahlkampf? Andreas Jungherr stellte <a href="http://andreasjungherr.net/2013/06/18/das-internet-im-wahlkampf-vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drei Funktionen des Internets für politische Kampagnen </a>vor: (1) Das Internet schafft eine Präsenz für politische Akteure und ihre Inhalte im Internet; (2) Parteien können sich mithilfe des Internets und digitaler Werkzeuge besser organisieren; und (3) Parteien und Kandidaten können sich im Internet inszenieren und somit das Momentum von Kampagnen unterstützen.<br />
Obwohl sich laut Peter Radunski „der Wahlkampf nicht grundsätzlich durch das Internet ändert“, biete es doch einige neue Möglichkeiten im Wahlkampf. So gebe es insbesondere vermehrte Ansprachemöglichkeiten von Erstwählern, denn „die Jugend ist im Internet“. Mithilfe von YouTube könne ein Mangel an teuren TV-Spots ausgeglichen werden, und man habe die Möglichkeit, im Internet verstärkt den Negativ-Wahlkampf zu führen, eine weit verbreitete Strategie in den USA, die allerdings in Deutschland keine Tradition habe.</p>
<h3>Das Plakat schlägt das Internet</h3>
<p>Trotz des Hypes um das Internet als noch junges Wahlkampfmedium bleibt die effektivste Methode, Wähler anzusprechen, der knappe Slogan auf einem Plakat. „Unsere klassischen Wahlkampfmedien sind das Plakat und das &#8216;direct mailing&#8217;“, erklärte Agenturchef Frank Stauss. Der häufige <a href="http://andreasjungherr.net/2013/06/18/das-internet-im-wahlkampf-vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergleich mit dem Wahlkampf in den USA</a> sei, so Andreas Jungherr, demnach schon deshalb unangebracht, weil es dort andere traditionelle Wahlkampfmethoden gebe.<br />
Während man sich in Deutschland einen Wahlkampf ohne Plakat nicht vorstellen kann, werden die Wähler in den USA gezielt mit TV Spots und per Haustürwahlkampf angesprochen, das sogenannte Micro-Targeting. Das Internet kann in den USA effektiver im Wahlkampf genutzt werden, da jenseits des Atlantiks eine Datenspeicherung möglich ist, die &#8216;data-driven campaigning&#8217; (also die Ausrichtung der Kampagne nach generierten Daten) ermöglicht und den Parteien verrät, wer genau hinter der Haustür wohnt, bevor man überhaupt angeklopft hat.<br />
In Deutschland hingegen ist es nicht einmal üblich, zu fragen, wen man wählt. Peter Radunski betonte: „In Deutschland kennen wir unsere Wähler nicht. Zu fragen, welche Partei jemand wählt, ist vergleichbar mit der Frage nach dem Kontostand“. Kaum jemand trage hierzulande einen Anstecker mit dem Slogan „Ich wähle die CDU“ oder „Ich wähle Grün“. In deutschen Internet-Foren wird zudem meist anonym diskutiert. Trotzdem sei es aber wichtig, die Meinung der User ernst zu nehmen und nicht zu erwarten, dass Wähler den Visionen der Politiker einfach blind folgen.<br />
Der traditionelle Wahlkampf verändert sich trotz Internet demnach nicht. „Wenn Sie in Deutschland auf ein Plakat verzichten, haben Sie ein riesiges Problem“, beteuerte Radunski. Das Internet werde jedoch vielfach genutzt, um die Inhalte der traditionellen Medien wiederzugeben. So werde das TV-Duell der Kanzlerkandidaten immer am stärksten online begleitet und kommentiert.</p>
<h3>Botschaft und Politikerpersönlichkeit müssen stimmen</h3>
<p>Ob Plakat, Brief oder Internet, entscheidend sei die Botschaft der Partei. „Die Botschaft ist wichtiger als der Kanal“, betonten sowohl Frank Stauss als auch Peter Radunski immer wieder. Das Internet könne eine unzureichend fokussierte Botschaft nicht aufwerten. Im Gegenteil: Auf die Reizüberflutung im Internet müsse durch eine Verknappung und Simplifizierung der Botschaft reagiert werden. Frank Stauss nannte als Beispiel den SPD-Slogan zur letzten Berliner Abgeordnetenhauswahl „Berlin verstehen“. Statt Taten anzupreisen, konzentrierte sich die Botschaft auf ein extrem simplifiziertes, reines „Verstehen“.<br />
Auch ein Mangel an Charisma einer Politikerpersönlichkeit könne das Internet nicht begleichen. „Das Internet bringt nichts ohne Obama“, versicherte Peter Radunski und ergänzte, es sei „beunruhigend, dass die Parteien drei Monate vor der Wahl ihr Thema noch nicht gefunden haben“. Auch Frank Stauss betonte neben der Bedeutung der politischen Botschaft die Vermarktung von Politikerpersönlichkeiten. So hätte das Internet das Charisma eines Willy Brandt noch hervorgehoben. Doch es bleibe eben reines Medium: „Wenn es nicht fliegt, fliegt es weder online noch offline“.<br />
Die Kehrseite des Arguments sollte nicht unbeachtet bleiben: Das Internet bietet nicht nur Chancen der Unterstützung, sondern kann der Politikerpersönlichkeit und der Botschaft auch schaden. Alles, was nicht funktioniert, multipliziert sich im Internet.</p>
<h3>Es gibt keinen “Online-Wahlkampf“</h3>
<p>Aber was ist eigentlich gemeint, wenn wir von „dem Internet“ sprechen? Spiegel Online? Twitter? Facebook? E-Mail? Genauso sei der Begriff “Internet- oder Onlinewahlkampf“ ein missverständlicher, so Andreas Jungherr. „Man sagt ja auch nicht TV-Wahlkampf“. Das Internet sei eines von vielen Medien und sollte seiner Ansicht nach keine Sonderstellung haben. „Wir haben in Deutschland einen extrem provinziellen Diskurs über das Internet. Das Internet ist normal geworden und ein Wahlkampfmedium wie jedes andere auch“.<br />
&nbsp;<br />
Bild: Christina zur Nedden (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-3.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Präsidentschaftswahl 2012: Konferenz zu US-Kampagnentrends</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2012 14:47:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#US2012]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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					<description><![CDATA[Targeting, TV und Türschwellen-Wahlkampf: Mit einer internationalen Konferenz warf die Konrad-Adenauer-Stiftung einen intensiven Blick auf die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen und die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Targeting, TV und Türschwellen-Wahlkampf: Mit einer internationalen Konferenz warf die Konrad-Adenauer-Stiftung einen intensiven Blick auf die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen und die Kampagnen der beiden großen Kandidatenlager. Eine Vielzahl internationaler Referenten fing aktuelle Entwicklungen beim Online-Wahlkampf ein und diskutierte das Potenzial sozialer Medien.</p>
<p>&#8220;Ground War&#8221; vs. &#8220;Air War&#8221; lauten die beiden Schlachtfelder, auf denen vor einer US-Wahl leidenschaftlich um Wählerstimmen gekämpft wird und die am ersten von zwei <a title="IKPK 2012, Programmflyer" href="http://www.kas.de/wf/doc/kas_7605-1442-1-30.pdf?120917102028" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenztagen</a> genauer unter die Lupe genommen werden sollten. &#8220;Ground War&#8221; als Arena, in der sich verstärkt die Aktivitäten des &#8220;Tür-zu-Tür&#8221;-Wahlkampfs abspielen. &#8220;Air War&#8221; als Kommunikationsraum, der vor allem durch das Fernsehen, Radio oder Internet strukturiert wird.</p>
<h3>&#8220;Ground War&#8221; – personalisierte Kommunikation in politischen Kampagnen</h3>
<p><a title="Homepage Rasmus Kleis Nielsen" href="http://rasmuskleisnielsen.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rasmus Kleis Nielsen</a>, Assistenzprofessor für Kommunikation an der Roskilde Universität in Dänemark, machte gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich, worauf es bei einer guten Kampagne ankommt. Entscheidend sei die erfolgreiche Verzahnung unterschiedlicher Kommunikationskanäle. So sei es wichtig, die eigene politische Botschaft über alle verfügbaren Kanäle an den Wähler zu bringen &#8211; sei es über TV, Radio, via E-Mail, per Telefon oder eben auch durch den klassischen &#8220;face to face&#8221;-Kontakt mit dem Wähler auf der Türschwelle seines Hauses. Stets gelte es, geeignete Kanäle zu identifizieren und sinnvoll in einen Medienmix zu integrieren.</p>
<p>Nielsen verdeutlichte, dass im Wahljahr 2004 rund 45 Prozent aller amerikanischen Wähler persönlich von einem Volunteer, also einem freiwilligen Wahlkampfhelfer, kontaktiert wurden. Eine beeindruckende Zahl, die klar macht, welch großen logistischen Aufwand es braucht, um einen solchen Wahlkampf zu koordinieren. Insgesamt seien zur Wahl 2004 rund 1,4 Millionen ehrenamtliche Helfer unterwegs gewesen, die versucht hätten, neue Wähler zu gewinnen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div>Ihre Erfolgsquote ist dabei gar nicht so hoch, wie man annehmen könnte: Nur etwa jeder 14. Kontakt zwischen ehrenamtlichem Helfer und Bürger führte zu einer neuen Wählerstimme. Zudem muss man die Zeit für eine solch intensive Überzeugungsarbeit mit etwa fünf Stunden kalkulieren. Ein mühsames Unterfangen also, das sich aber dennoch lohnt. Nielsen wies darauf hin, dass die Mobilisierung der eigenen Sympathisanten nach wie vor die zentrale Herausforderung im amerikanischen Wahlkampf sei. Und dabei spiele die persönliche Ansprache eine zentrale Rolle, wenn es darum gehe, den Bürger Richtung Wahlkabine zu bewegen. &#8220;Wahlmüde Bürger erreichen Sie nur sehr schlecht über die sozialen Netzwerke&#8221;, lautete die Einschätzung des dänischen Wissenschaftlers. Denn um mit Bürgern auf Facebook in einen Dialog zu treten, bedürfe es bereits einer virtuellen Freundschaft. Unentschlossene Bürger erreiche man auf diesem Weg also nur unzureichend.</p>
<h3>US-Wahlkampf auf Deutschland übertragbar?</h3>
<p>Spannend in diesem Kontext ist auch die Frage, ob die Erfahrungen aus dem amerikanischen Wahlkampf für deutsche Kampagnen relevant sein könnten. Oder ob der persönliche Wahlkampf an Haustür und Telefon dann doch eher eine spezifisch amerikanische Disziplin ist. Nielsen konstatierte, dass zwar bestimmte datenschutzrechtliche Voraussetzungen hierzulande einem Telefonmarketing &#8211; wie in den USA praktiziert &#8211; im Wege stünden, es aber an belastbaren Daten bislang fehle. Solange wir in Europa nicht mehr direkte Kommunikation ausprobierten, solange könne man auch kein abschließendes Urteil fällen, resümierte der Wissenschaftler.</p>
<h3>Negative Botschaften dominieren amerikanische Wahlwerbespots</h3>
<p>Aufschlussreiche Ergebnisse hatte auch <a title="Website Travis N. Ridout" href="http://public.wsu.edu/~tnridout/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Travis N. Ridout</a>, Politikprofessor an der Washington State University, im Gepäck. In seiner Präsentation beschäftigte er sich mit Wahlwerbung im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf. &#8220;Air War – The New Wild West&#8221; so sein pointierter Vortragstitel. Ridout hat untersucht, wie sich politische Wahlwerbung über die vergangenen Jahrzehnte verändert hat, und kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Anteil von &#8220;Negative Campaigning&#8221; seit Jahren stets erhöht hat. So sind im aktuellen Wahlkampf rund 60 Prozent aller untersuchten Werbespots mit einer negativen Botschaft versehen, lediglich 12 Prozent weisen einen positiven Grundton auf. Das liege nicht zuletzt an einer veränderten Gesetzeslage, die den <a title="Wikipedia-Eintrag zu PACs" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Political_Action_Committee" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Super-PACs</a> neue Spielräume eröffnet habe, erklärte Politikprofessor Ridout. So gehen mittlerweile über ein Drittel aller Werbespots auf das Konto dieser Unterstützerorganisationen, denen damit ein wesentlicher Einfluss bei der Kampagnengestaltung zukommt.</p>
<p>Verblüffend scheint jedoch die Erkenntnis, dass negative Wahlwerbung dabei nur vergleichsweise geringe Auswirkungen auf die politische Willensbildung hat. Ihre Stärke liegt vielmehr darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen und mit hohen Verbreitungsraten in kurzer Zeit viele Wähler zu erreichen.</p>
<h3>TV dominiert weiterhin die Kampagnenarena</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/praesidentschaftswahl-2012-konferenz-zu-us-kampagnentrends/vincent-harris-ikpk-2012/" rel="attachment wp-att-121915"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-121915" title="Vincent Harris IKPK 2012" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vincent-Harris-IKPK-2012.jpg" alt="" width="300" height="241" /></a>Zum Konferenzschwerpunkt &#8220;Social-Media&#8221; plauderte <a title="Homepage Harris Media" href="http://www.harrismediallc.com/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vincent Harris</a>, Experte für Online-Videos, aus dem Nähkästchen eines Kampagnenmanagers. In seinem Vortrag &#8220;Digital 2012: The 24 Seconds News Cycle&#8221; stellte Harris das Potenzial sozialer Medien für den amerikanischen Wahlkampf heraus. Seine klare Einschätzung: In einem TV-dominierten Land wie den USA könne man zwar keine Wahl mit dem Internet alleine gewinnen. Aber sehr wohl könne eine schlechte Onlinekampagne eine Wahl verloren gehen lassen. So kritisierte Harris – der u.a. im Kampagnenteam der beiden republikanischen Präsidentschaftsbewerber Rick Perry und Newt Gingrich tätig war -, dass die Republikaner noch immer zu wenig in die Kommunikation via Internet investieren. Zwar gebe es in der Frage der Internetnutzung keine Unterschiede zwischen demokratischen und republikanischen Wählern, dennoch sei Obamas Online-Kampagne dem Konkurrenzangebot deutlich überlegen. &#8220;Laden Sie sich die aktuelle Obama Wahlkampf-App herunter. Es ist das derzeit beste Kampagnentool der Welt&#8221;, lautete deshalb auch die ungewöhnliche Empfehlung des überzeugten Republikaners.</p>
<p>Lachen müsse er immer dann, wenn Kunden zu ihm kämen und verlangten, er solle ihnen ein &#8220;virales Internetvideo&#8221; produzieren. In solchen Momenten gelte es darüber aufzuklären, dass man den Erfolg eines Internetvideos nur bedingt steuern könne. Vielmehr müsse man seine kostbare Zeit auf gute Botschaften und kreative Ideen verwenden, lautete der Rat des Texaners.</p>
<h3>Social Media in deutschen Kampagnen</h3>
<p>Den Abschluss der Konferenz bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema: &#8220;Social Media in den deutschen Kampagnen&#8221;. Unter der Moderation von <a title="Twitterprofil Adrian Rosenthal" href="https://twitter.com/neurosenthal" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adrian Rosenthal</a> diskutierten der Google-Berater <a title="Google-Profil Carsten Grueber" href="https://plus.google.com/105836257363745906459/posts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carsten Grueber</a>, <a title="Facebook Berlin" href="http://www.facebook.com/PublicPolicyOfficeBerlin?ref=ts&amp;fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eva Maria Kirschsieper</a>, Managerin Privacy und Policy bei Facebook, und <a href="http://politik-digital.de/andreas-jungherr-zwischen-wahlkampf-und-hoersaal/http://" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Jungherr</a>, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bamberg.<br />
<a href="http://politik-digital.de/praesidentschaftswahl-2012-konferenz-zu-us-kampagnentrends/podiumsdiskussion-ikpk-2012/" rel="attachment wp-att-121920"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-121920" title="Podiumsdiskussion IKPK 2012" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Podiumsdiskussion-IKPK-2012.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Kirschsieper erklärte, dass es auf Facebook derzeit über 20 Millionen deutsche Nutzer gibt, von denen rund 10 Millionen täglich auf ihr Profil zugreifen. Diese Zahlen böten Politikern ein großes Potenzial, um sich in dem sozialen Netzwerk zu präsentieren und mit ihren Wählern Themen zu diskutieren. Aber nur etwa 60 Prozent der Bundestagsabgeordneten seien 2011 mit einem eigenen Profil in dem sozialen Netzwerk gezählt worden, erklärte Kirschsieper. Für die bevorstehende Bundestagswahl 2013 plane Facebook kein eigenes Angebot, vielmehr verstehe man sich als eine Plattform, die zwar ein Kommunikationsinstrument bereit halte, sich inhaltlich aber nicht einmischen wolle.</p>
<h3>Google mit eigenem Angebot zur Bundestagswahl 2013</h3>
<p>Anders hingegen sieht die Planung im Hause Google aus. Dessen Vertreter verkündete, dass der Suchmaschinenbetreiber derzeit an einer &#8220;Election-Site&#8221; für die Bundestagswahl 2013 arbeite. Wie die am Ende genau aussehen werde, wollte Grueber noch nicht verraten. Man sei noch in der Konzeptionsphase. Gleichzeitig ermahnte er deutsche Kampagnenmanager, nicht nur neidisch in die USA zu blicken, schließlich gebe es auch in Deutschland bereits innovative Kampagnen. Dennoch wünschte er sich mehr Experimentierfreude, die es erlaube, neue Formate einfach mal auszuprobieren.</p>
<p>Auf die Frage von Moderator Rosenthal nach dem Erfolgsgeheimnis amerikanischer Wahlkämpfe attestierte Andreas Jungherr den Kampagnenmachern jenseits des Atlantiks ein gutes Gespür für den kreativen und effizienten Einsatz von Online-Instrumenten, um Unterstützer zu organisieren. Den entsprechenden Organisationsebenen deutscher Parteien stellte Jungherr hingegen kein gutes Zeugnis aus: &#8220;Wir müssen noch stärker lernen, wie man Unterstützer auf die Straße bringt.&#8221; Das gelänge den Kampagnenmachern deutscher Parteien nämlich noch viel zu wenig.</p>
<h3>Zielgenaue Wähleradressierung als Herausforderung</h3>
<p>Möchte man ein Fazit über die <a title="Homepage IKPK 2012" href="http://www.kas.de/eichholz/de/events/51369/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beiden Konferenztage</a> ziehen, lässt sich festhalten, dass das Thema &#8220;Targeting&#8221;, also die zielgerichtete und maßgeschneiderte Wähleransprache, die große Herausforderung amerikanischer Kampagnen ist. Dabei geht es darum, den Wähler mit gezielten Botschaften zu erreichen und so mit ihm individuell in Kontakt zu treten. Und dafür bietet das Internet mit seiner Vielzahl an kreativen und innovativen Formaten beste Voraussetzungen. Ebenso herrschte große Einigkeit unter den Referenten darüber, dass trotz ständig wachsender Bedeutung von Onlinekommunikation das Fernsehen noch lange nicht tot ist. Vielmehr wird man künftig eine stärkere Verschmelzung von TV und Internet beobachten können. Auch wird sich das Smartphone als &#8220;dritter Bildschirm&#8221; dauerhaft etablieren, bietet es doch den Kampagnenmachern neue und spannende Möglichkeiten, die Wähler individuell und zielgerichtet zu erreichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Menschenrechte und Internet: Offline gilt auch online!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 12:28:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frank La Rue]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Fleischer]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Kettemann]]></category>
		<category><![CDATA[Owen Pringle]]></category>
		<category><![CDATA[Rikke Frank Jørgensen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Co:llaboratory]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag wurden die Ergebnisse der 5. Initiative des von Google geförderten „Internet und Gesellschaft Co:llaboratory“  präsentiert. Drei Monate lang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/menschenrechte-und-internet-offline-gilt-auch-online/p10009721/" rel="attachment wp-att-43128"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-43128" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P10009721-630x354.jpg" alt="" width="630" height="354" /></a>Am Dienstag wurden die Ergebnisse der 5. Initiative des von Google geförderten „Internet und Gesellschaft Co:llaboratory“  präsentiert. Drei Monate lang hatten sich Experten aus Wissenschaft, Verbänden, Daten- und Verbraucherschutz sowie aus Internetunternehmen intensiv mit dem Thema Menschenrechte und Internet beschäftigt.</p>
<p>Wie lassen sich klassische Menschenrechte auf das Netz übertragen? Können die Menschenrechte als Basis für globale polyzentrische (Internet-)Governance-Strukturen dienen? Welchen Beitrag kann das Internet für die Durchsetzung von Menschenrechten leisten? Dies waren die entscheidenden Fragen, die in den vergangenen drei Monaten von einer Vielzahl von Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft diskutiert worden waren. Antworten unterschiedlichster Art, aber auch neue Fragen wurden  in den einzelnen Expertengruppen erörtert. Den Satz des Tages steuerte Matthias Kettemann vom Institut für Völkerrecht der Universität Graz bei,  mit dem er UN Special-Rapporteur Frank La Rue zitierte: „Whatever States May Do to Curtail Human Rights, the Internet Will Prevail!“</p>
<p>In einer Reihe von Workshops beschäftigten sich die Arbeitsgruppen bei ihrem Abschlusstreffen am Dienstag unter anderem mit der Rolle der Technik, den zentralen Internetakteuren, aber auch mit den etablierten Social Media-Plattformen sowie Videobloggern und deren Einfluss auf die Menschenrechte im Internet. Eine eindeutige Erkenntnis, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zog, war die klare Diskrepanz zwischen bestehendem (Menschen)Recht und der rasanten Entwicklung des Internet. Owen Pringle, Direktor &#8220;Digitale Kommunikation&#8221; bei Amnesty International in London und Stargast des Abends, veranschaulichte diese Tatsache eindrucksvoll mit einer Zahl: 90 Prozent der heute existierenden Daten gab es vor 2010 noch nicht. Man müsse die Entwicklung der Technik abwarten, um dann Rechtsvorschriften zu erlassen, die dem gewaltigen Umfang auch gerecht werden. In dem Workshop war man sich weitgehend darüber einig, dass zumindest das bestehende Recht dynamischer ausgelegt werden müsse.</p>
<h3>Vier zentrale Akteure bestimmen die Regeln des Internet</h3>
<p>Regierungen, Unternehmen, die Zivilgesellschaft und die technische Community sind aktuell die bedeutendsten Akteure im Internet. Zu diesem Schluss kam die Expertengruppe „Zentrale Internetakteure“. Weil es keine nationale Regulierung gibt, bestimmen diese vier die Spielregeln für die User im Netz. Mit ihnen wird man sich auch in Zukunft in allen Menschenrechtsfragen auseinandersetzen müssen.</p>
<p>Einen Lösungsansatz für die Vielzahl technischer Hürden, denen sich die User oftmals ausgeliefert sehen, lieferte die Gruppe, die sich mit der Verwendung von Technologie im Internet beschäftigte. Zum Schutz persönlicher Daten empfiehlt die Gruppe,  die „default“-Einstellungen sozialer Netzwerke auf die maximale Sicherheit zu stellen und dem User die Wahl zu lassen, welche Daten er wem preisgibt.</p>
<h3>Eine neue Republik!</h3>
<p>Die Experten der Gruppe „Zukunft der Internet Governance“ haben sich der Ideologie der EURA (End User Rights Agreement) verschrieben, welche an die bereits bekannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endbenutzer-Lizenzvertrag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EULA</a> (End User License Agreement) angelehnt ist. Sie wollen eine transnationale (also staatenunabhängige) Republik ausrufen. Dabei handelt es sich  nicht um eine echte, territorial gefestigte und anerkannte Republik, sondern um eine Republik in den Köpfen der Menschen, die auf den Menschenrechten basiert, in der sich ein Bewusstsein für Normen entwickelt und die mit genügend Engagement einen normativen Charakter entwickeln soll.</p>
<p>Die Idee ist durchaus sehr ernst gemeint und die Euphorie innerhalb der Gruppe war während der Präsentation deutlich zu spüren. Schließlich wolle man schon im Mai bei der Bloggerkonferenz re:publica &#8220;Pässe&#8221; für die neue Gemeinschaft ausgegeben. Der Eindruck, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe voll dahinter stehen, lässt die Zuhörenden zumindest für einige Minuten verstummen. Doch schnell machten sich erste kritische Stimmen laut, die den ideellen Ansatz zwar anerkennen, aber gleichzeitig auch bemängeln. Konsens herrschte jedoch darüber, dass man den weiteren Verlauf der Bemühungen dieser Gruppe abwarten müsse. Wirklich wegweisend würde die Idee erst, wenn sie sich etabliert habe.</p>
<h3>Blogger aller Länder, vereinigt euch!</h3>
<p>In einem ambitionierten Projekt sammelte die Gruppe „Videoblogger“ Meinungen verschiedener Aktivisten aus allen Teilen der Welt. Blogger aus Pakistan, Chile, Nepal und den Philippinen äußerten sich zu der Frage, wie das Internet die Menschenrechte schützen kann. Das hehre Ziel: ein etablierter Videokanal, auf dem sich Menschen aus aller Welt zu ihren aktuellen Problemen in Form von Kurzvideos äußern können. Eine Partnerschaft mit Amnesty International wäre wünschenswert. Im Herbst soll das Projekt der Bundesregierung vorgestellt werden.</p>
<h3>Viele Fragen – wenige klare Antworten</h3>
<p><strong></strong>Während der Abendveranstaltung stellten Owen Pringle und Rikke Frank Jørgensen vom <a href="http://www.humanrights.dk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Danish Institute of Human Rights</a> ihre Ergebnisse zum Thema vor. Pringle erwähnte dabei die Fortschritte des Internet und dessen neue Rolle als Problemlöser im Hintergrund. Allerdings mahnte er auch vor übersteigerten Erwartungen. Man befinde sich noch am Anfang der digitalen Revolution. Es gehöre dazu, dass man Risiken eingehen und Fehler in Kauf nehmen müsse, um die Entwicklung voranzubringen. Eine große Bedrohung für die Menschenrechte sieht er in den riesigen Informationsmengen („Big Data“), die durch staatliche und wirtschaftliche Stellen gesammelt würden. Rikke Frank Jørgensen äußerte sich im Anschluss positiv über die bisherige Arbeit des Co:llaboratory. Sie forderte ein strukturierteres Design der internationalen Menschenrechte, um diese besser mit dem Internet zu verflechten. Ein großes Problem sieht sie auch in der Inpflichtnahme von Verantwortlichen.</p>
<p>Bei der abschließenden Podiumsdiskussion argumentierte unter anderem Martin Fleischer, Leiter des Bereichs Cyberpolitik im Auswärtigen Amt, dass die bestehenden Menschenrechte im Prinzip ausreichen, aber noch bewusster im Internet eingesetzt werden müssten. Matthias Kettemann beendete die Veranstaltung so, wie er sie vormittags begonnen hatte – mit dem Zitat „Whatever States May Do to Curtail Human Rights, the Internet Will Prevail!“</p>
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		<title>Jeff Jarvis: Das war erst der Anfang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Herzog]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 10:18:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Evgeny Morozov]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratiekongress]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[Public Parts]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/JeffJarvis_0.png" width="160" align="left" height="160" />Für den einen ist er Blogger und Journalist, für den anderen digitaler Visionär. Eines ist Jeff Jarvis jedoch zweifelsfrei: ein vehementer Verteidiger der freien Öffentlichkeit im Netz. Er warnt vor einem Rückzug in die Privatsphäre und vor dem deutschen „Verpixelungsrecht“. Ein Porträt und Videointerview.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/JeffJarvis_0.png" alt="" width="160" height="160" align="left" />Für den einen ist er Blogger und Journalist, für den anderen digitaler Visionär. Eines ist Jeff Jarvis jedoch zweifelsfrei: ein vehementer Verteidiger der freien Öffentlichkeit im Netz. Er warnt vor einem Rückzug in die Privatsphäre und vor dem deutschen „Verpixelungsrecht“. Ein Porträt und Videointerview.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Hände in den Hosentaschen &#8211; so steht Jeff Jarvis auf der riesigen Bühne, die die Konrad-Adenauer-Stiftung Ende November auf ihrem <a href="/sehnsucht-nach-der-analogen-welt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratiekongress 2011</a> für ihre Redner bereitgestellt hat. Auf den ersten Blick wirkt der hagere Mann dort etwas verloren, doch als er zu reden beginnt, verschwindet dieser Eindruck augenblicklich. Man registriert unmittelbar Jarvis&#8217; Selbstsicherheit, spürt, dass er regelmäßig vor einem großen Publikum spricht und seine Thesen zum Internet zu verteidigen weiß. Die Hände in den Hosentaschen zeugen nun eher von amerikanischer Lässigkeit als von Verunsicherung. Auch im anschließenden Gespräch zeigt sich Jarvis professionell und vor allem sympathisch. Er wiederholt geduldig seine Antworten, obgleich er diese zweifelsohne schon mehrere Male an diesem Tag formuliert hat. Man kann sich gut vorstellen, dass Jarvis als Professor der Graduate School of Journalism an der City University in New York bei seinen Studenten gut ankommt. Zurzeit macht er allerdings weniger in dieser Funktion und auch nicht als Journalist für diverse Zeitungen und Zeitschriften von sich reden, vielmehr wird er als Buchautor und Blogger auch außerhalb der Netzgemeinde immer bekannter. Im September dieses Jahres hat der 57-Jährige nach „What Would Google Do?“ sein zweites Buch, „Public Parts“, veröffentlicht. Darin erklärt er, wie virtuelles Teilen im digitalen Zeitalter unsere Art zu arbeiten und zu leben seiner Erfahrung nach verbessert. Auf seinem Blog <a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„BuzzMachine“</a> schreibt er regelmäßig über seine Ideen,neue Entwicklungen und über Projekte im Internet, die er interessant findet.</p>
<p><strong>Öffentlichkeit bringt jeden Einzelnen weiter</strong></p>
<p>Angefangen hatte Jarvis&#8217; Netzkarriere vor zehn Jahren, genau genommen am 11. September 2001. Er befand sich damals als „dummer Journalist“, wie er selbst sagt, nur einen Block entfernt vom Südturm des World Trade Centers in New York, als dieser einstürzte. „Das war eine Erfahrung, die mein Leben veränderte. Ich entschied mich, für einige Wochen zu bloggen, um Gedanken und Erinnerungen an das Geschehen teilen zu können“. Dabei ist es nicht geblieben. Jarvis erklärt, das Bloggen habe nicht nur geholfen, die Ereignisse zu verarbeiten, sondern es habe auch seine Auffassung von Medien verändert. Seither versteht er diese als Mittel, um mit anderen in Dialog zu treten. „Wir alle sind Schöpfer geworden, jeder von uns ist Medium. Die alten<br />
Verteiler von Informationen werden nicht mehr so sehr wie früher<br />
gebraucht, sie sind nicht mehr die Vermittler und die<br />
Zwischenhändler, die entscheiden konnten, was mit der Gesellschaft<br />
geteilt werden soll.“<br />
Dass das Internet allen Menschen &#8220;eine Gutenberg-Druckerpresse&#8221; zur Verfügung zu stellen vermag, begeistert ihn nach wie vor, und er sieht gewaltige Vorteile in der daraus entstehenden Öffentlichkeit. Sie schaffe nicht nur Transparenz und Zusammenarbeit, sondern verhindere auch das Schubladendenken. Mit dem Internet sei ein neuer Wissensfluss entstanden und man könne neue Beziehungen aufbauen. Alles, was geteilt werden kann, solle geteilt werden. Jarvis selbst hat damit auch persönlich gute Erfahrung gemacht, als er vor zwei Jahren an Prostatakrebs litt und dies auch auf Twitter und Facebook bekannt gab. Damit fand er nicht nur Unterstützung durch seine Leser, sondern sieht darin auch eine Gelegenheit, andere Männer auf die Risiken aufmerksam zu machen und mit den eigenen Krankheitsdaten einen Beitrag zur Forschung zu leisten. Das Internet sei eine einmalige Gelegenheit, um sich auszudrücken und zu organisieren, so Jarvis, und damit ein einmaliger Machtgewinn für jeden Einzelnen.</p>
<p><strong>Wir müssen nicht dem Internet vertrauen, sondern den Menschen</strong></p>
<p>Wenn man all diese Argumente hört, könnte man meinen, Jeff Jarvis sei blind für negative Aspekte des Internet. Tatsächlich sieht er in Google oder Facebook längst nicht nur die datenhungrigen Konzerne, die zahlreiche andere in ihnen sehen. „Ich finde es sehr wichtig, dass Facebook und Google+ die Art, wie wir teilen, verändert haben“. Wen etwas an diesen Netzwerken störe, der könne ja jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln. „Wir haben zu viel Angst“, meint Jarvis. „Wir müssen den Menschen vertrauen, das ist die Grundvoraussetzung für Demokratie, freie Märkte, für Bildung und Journalismus.“ Selbstverständlich gebe es gute und schlechte Menschen in der Netzwelt genauso wie im Leben. Diese voneinander zu unterscheiden, müssten wir lernen, und die Kompetenz auch an unsere Kinder weitergeben.</p>
<p><strong>Das Internet benötigt Schutz</strong></p>
<p>Nicht unsere Privatsphäre, sondern das Internet selbst sieht Jarvis in Gefahr. Die Öffentlichkeit habe viel zu wenige Beschützer. Anstatt neuer Gesetze für das Internet sei dringend eine Diskussion über dessen Regulierung notwendig, sagt Jarvis, und meint, sich damit der deutschen Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger anzuschließen. Ansonsten ist er aber weniger begeistert vom Umgang der Deutschen und ihrer Politiker mit dem Internet. In „Public Parts“ widmet er Deutschland und seiner Einstellung zum Datenschutz sogar ein eigenes Kapitel. Er mokiert sich darüber, dass Deutsche ein „Verpixelungsrecht“ für Google Street View fordern, sich aber mit wildfremden Menschen nackt in die Sauna setzen. Dass dies ein billiger Witz war, musste er sich mittlerweile selbst eingestehen. Seinem Ruf bei all den Fans, die ebenfalls genug von der Angst um die Privatsphäre haben, konnte dies trotzdem nicht schaden. Auch wenn <a href="/internet-freiheit-macht-nicht-frei" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Evgeny Morozovs</a> öffentliche Kritik an seinem Buch vor einigen Wochen zu einem regelrechten „Kritiker-Krieg“ zwischen den beiden bekannten Netz-Publizisten führte.</p>
<p>Worin Jarvis und Morozov sich wohl einig sein sollten, ist die Tatsache, dass Regierungen zur Gefahr für die Menschen werden können. Der Zugang zu einem freien Netz, zu unabhängigen Informationen und zu freier Rede im Internet stellt für beide Wissenschaftler ein Menschenrecht dar. Jarvis fügt hinzu, dass es einer Ethik bedürfe, die fordert, dass wir die uns im Netz anvertrauten Informationen vertraulich behandeln. Trotzdem müsse sich jeder der öffentlichen Sphäre bewusst sein und sollte auch nicht zum Teilen privater Informationen gezwungen werden. Facebook sei nun mal kein Platz für Geheimnisse. Jarvis hegt dennoch einen dringenden Wunsch: „Ich möchte nicht in einer privaten Gesellschaft leben, sondern in einer sozialen.“ Um diesen Wunsch verwirklichen zu können, müssten aber alle Menschen bereit sein, öffentlich Fehler zu machen und voneinander zu profitieren, statt das Wissen egoistisch für sich zu behalten.</p>
<p>Allen Skeptikern seiner Ideen gibt Jeff Jarvis auf seiner Tour stets einen Lieblingssatz mit auf den Weg, so auch an diesem Tag in Berlin: „We ain&#8217;t seen nothing yet“ – Das war erst der Anfang!</p>
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		<item>
		<title>Sehnsucht nach der analogen Welt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sehnsucht-nach-der-analogen-welt-5900/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Herzog]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 18:41:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Peter Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratiekongress]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/jarvis-demokratiekongress.png" height="317" width="480" /><br />
Unter dem Motto „Digitale (Un)Kultur und Demokratie“ veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung gestern ihren 3. Demokratiekongress. Mit Jeff Jarvis und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich als Redner standen sich zwei Personen gegenüber, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jarvis-demokratiekongress.png" height="317" width="480" /><br />
Unter dem Motto „Digitale (Un)Kultur und Demokratie“ veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung gestern ihren 3. Demokratiekongress. Mit Jeff Jarvis und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich als Redner standen sich zwei Personen gegenüber, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Um ihrem Veranstaltungsthema treu zu bleiben, passte die Konrad-Adenauer-Stiftung auch ihre Technik den Ansprüchen ihres <a href="http://www.kas.de/wf/de/71.9919/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratiekongresses 2011</a> in Berlin an. So wurde die politische Grundsatzrede „Politische Bildung im Zeitalter der Digitalisierung“ des Bundesinnenministers zu Beginn des Kongresses per Livestream von der Adenauer-Stiftung übertragen und gleichzeitig von tagesspiegel.de gebloggt. Zudem kommentierte Jeff Jarvis, Professor an der Graduate School of Journalism der City University of New York, Friedrichs Beitrag auf Twitter. Die Leser von tagesspiegel.de und die anwesenden Kongressteilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Redner zu richten.
</p>
<div align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/friedrich-demokratiekongress.png" height="302" width="480" />
</div>
<p>
<br />
Im Gegensatz zum relativ innovativen Format der Veranstaltung gab sich Innenminister Friedrich in Bezug auf die Chancen und Möglichkeiten des Internet skeptisch. Im Mittelpunkt seiner Rede standen stärker Themen wie Gefahren, Hierarchisierung und fehlende Gestaltungsfreiheit. Zwar schätze er E-Petitionen als Beteiligungsmöglichkeit, Skype als Mittel der Kommunikation mit Familienmitgliedern im Ausland und Google+, um sich Meinungen außerhalb seines Ortsverbandes einzuholen &#8211; einen vorantreibenden Input zum Thema Internet gab er jedoch nicht. Stattdessen vertrat er die These, dass die Digitalisierung die Sehnsucht nach Rückbindung in die analoge Welt erhöhe. Diese Rückbindung zu ermöglichen, solle auch Aufgabe der politischen Bildung sein. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Thomas de Maizière, der sich mit seinen <a href="/Netzpolitik+BMI+Thomas+de+Maiziere+Online-Konsultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">14 Thesen zur Netzpolitik</a> eine Reputation in der Netzgemeinde verschafft hatte, waren die Statements des Innenministers für eine politische Grundsatzrede zu hausbacken und allgemein gehalten. Der CSU-Politiker erhielt nicht nur <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/friedrichs-internet-grundsatzrede-wie-ein-innenminister-netzpolitik-simuliert-1.1222720" target="_blank" rel="noopener noreferrer">reichlich Kritik in den Medien</a>, sondern auch <a href="http://blog.stecki.de/archives/268-Friedrich-im-netzpolitischen-Tiefflug.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aus dem eigenen politischen Lager</a>. Lars Klingbeil (SPD), Mitglied der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages, sagte gegenüber politik-digital.de, dass die Rede des Ministers die Verzagtheit zeige, mit der auf Regierungsseite über Netzpolitik gesprochen wird. „Was fehlt ist ein Gestaltungsanspruch, der die Chancen der Digitalisierung für Bildung, Wirtschaft und für die offene und demokratische Gesellschaft insgesamt in den Mittelpunkt stellt. Progressive netzpolitische Ideen und wegweisende Gestaltungsvorschläge habe ich von ihm noch nicht vernommen“, so Klingbeil. </p>
<p>Als Generationenproblem lässt sich das aber nicht entschuldigen, blickt man auf Jeff Jarvis. Dieser konnte die Trennung von digitaler und analoger Welt, die der CSU-Politiker durchführte, nicht nachvollziehen und stellte fest, dass das Analoge digital werde. Seinem Auftritt am Nachmittag haben vor allem netzpolitisch aktive Kongressteilnehmer entgegengefiebert. Wie in seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Public Parts“ stellte er auch in seiner Rede heraus, wie wichtig freie Kommunikation im Internet sei und dass das Teilen von Wissen und Erfahrungen mehr Chancen biete als der Rückzug in die Privatsphäre. Eine gelebte Öffentlichkeit im Internet verbessere Beziehungen, sei gut für Transparenz und gegenseitiges Vertrauen, verhindere Schubladendenken und befördere die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik. Was Jarvis beunruhigt, ist nicht die Sorge um den Verlust unserer privaten Daten, sondern die Sorge um die Freiheit des Internet. Er weist darauf hin, dass das Zeitalter der Digitalisierung erst in der Anfangsphase ist. Das, was noch kommen wird, sei fernab aller unserer Vorstellungskraft.
</p>
<div align="center">
<a href="/wp-content/uploads/illustration-demokratiekongress.png" target="_blank" class="colorbox" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/illustration-demokratiekongress.png" height="256" width="480" /></a>
</div>
<div align="center">
<br />
<b>Eine Illustration von Mathias Weitbrecht vom Kongressablauf </b>
</div>
<p>
<br />
Der zweite Teil des Demokratiekongresses spielte sich in drei kleineren Gesprächsforen ab. Zusammen mit Experten konnten die Teilnehmer über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Politik, politische Bildung und die Medien diskutieren. Dr. Melanie Piepenschneider, Leiterin Politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung, zeigte sich in ihrem Schlusswort von deren Ergebnissen angetan und wertete den Demokratiekongress 2011 als großen Erfolg.</p>
<p><b>Hinweis:</b> </p>
<p>politik-digital.de wird in den nächsten Tagen Jeff Jarvis im Porträt vorstellen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Außer Spesen nichts gewesen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ausser-spesen-nichts-gewesen-5472/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 16:27:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Open-Source]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[„Online partizipieren, online arbeiten“ lautete der Titel einer am Freitag veranstalteten netzpolitischen Tagung. Doch so sehr sich Konrad-Adenauer- und Friedrich-Naumann-Stiftung auch bemühten: Über die Möglichkeiten der Online-Bürgerbeteiligung war nichts Neues zu erfahren. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Online partizipieren, online arbeiten“ lautete der Titel einer am Freitag veranstalteten netzpolitischen Tagung. Doch so sehr sich Konrad-Adenauer- und Friedrich-Naumann-Stiftung auch bemühten: Über die Möglichkeiten der Online-Bürgerbeteiligung war nichts Neues zu erfahren. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Auftakt fand in historischer Kulisse statt. Die beiden Stiftungen hatten für die Begrüßung und die anschließenden Keynotes den Robert-Koch-(Hör)Saal der Humboldt-Viadrina School of Governance angemietet. Das über 130 Jahre alte Holz knarrte, Steckdosen wurden verzweifelt gesucht. In Anbetracht des Themas wirkte die Räumlichkeit anachronistisch – schien dabei aber auch mit so mancher netzpolitischer Positionen der Veranstalter zu harmonieren. An die kurzen Begrüßungen durch die beiden Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (CDU/CSU) und Christian Lindner (FDP) schloss sich mit der Keynote von Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online, das unbestrittene Highlight der Veranstaltung an – und blieb der Höhepunkt dieser Tagung.
</p>
<p>
„Das Alte vergeht, bevor das Neue sichtbar wird“. Genau davor scheinen nach Einschätzung von Wolfgang Blau große Teile der politischen Elite Angst zu haben. In seiner Keynote zu den Sessions „Demokratie und Staat“ zog der Journalist einen einprägsamen Vergleich zwischen der Entwicklung des Internet und den Anfängen der Eisenbahn. Technologische Innovationen können demnach soziale Umwälzungen bedingen, die anfangs als gesellschaftszersetzend wahrgenommen werden. Bereits die Eisenbahn schürte Ängste vor einer kognitiven Überforderung der Menschen. Rasend vorbeiziehende Landschaften schienen manchem Zeitgenossen nicht geheuer und interessanterweise zählten auch damals die etablierten Eliten zu den schärfsten Kritikern der neuen Technik.
</p>
<p>
Die Angst vor Neuem sei zwar genetisch bedingt und beschränke sich nicht auf die politischen und intellektuellen Eliten, diese könnten jedoch im Gegensatz zum „einfachen Mann auf der Straße“ Veränderungen verhindern. Der Umgang mit dem Medium Internet müsse daher erst gelernt werden und mit der Etablierung neuer Denkstrukturen einhergehen. Ein Beispiel hierfür sei die Begründung einiger Politiker, den Microblogging-Dienst Twitter mit der Begründung zu verschmähen, man könne ja schließlich nicht alles lesen. Wer derart argumentiere, könne auch den Wissensfundus einer Bibliothek nicht nutzen – schließlich kann ein Mensch kaum alle Werke der deutschen Staatsbibliothek lesen. Was Deutschland zur Entwicklung neuer Denkstrukturen beitragen könne? „Einiges“, glaubt Blau und verweist auf die Vorreiterrolle Deutschlands in der Open Source-Bewegung. Die Bundesrepublik solle dementsprechend als Schutzmacht des offenen Internet auftreten. Viele Länder orientierten sich zudem an der hierzulande stattfindenden Diskussion um Privatheit und Öffentlichkeit im Netz. „Wenn die Deutschen es akzeptieren, dann auch alle anderen“, laute ein weit verbreiteter Slogan. Auch die Arbeit der <a href="https://enquetebeteiligung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft</a> des Deutschen Bundestags werde nach Einschätzung von Wolfgang Blau künftig international wahrgenommen.
</p>
<p>
Im Dialog mit dem Plenum gelang der Spagat zwischen den beiden Themenblöcken „Demokratie und Staat“ sowie „Wirtschaft, Arbeit, Green IT“. Thomas Stölzel von der WirtschaftsWoche sprach sich dabei für einen strengen Datenschutz „Made in Germany“ aus. Bei Google Street View hätten sich die deutschen Datenschützer zwar lächerlich gemacht, international könnten persönlichkeitsschützende Datenschutzstandards Deutschland gleichwohl einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Ein Zuschauer des Live-Streams wollte in Zusammenhang mit dem Beteiligungstool Adhocracy wissen, wie solche Instrumente einen größeren Personenkreis finden könnten. Darauf angesprochen, plädierte Wolfgang Blau jedoch nicht für eine Demokratie der Massen. Vielmehr verwies er auf die wenigen beteiligungsfreudigen Bürger, die es zu finden und zu fördern gelte. Thomas Stölzel gab zu bedenken, dass Beteiligung heutzutage auch Spaß machen müsse. „Mit den harten Themen bringt man die Leute zum Nachdenken, aber man muss ihnen auch ab und zu Spaß bereiten“.
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Der Sprecher des Vorstands der <a href="http://www.stiftung-nv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Neue Verantwortung</a> Lars Zimmermann referierte im Themenblock „Demokratie und Staat“ über politische Partizipation und Bürgerbeteiligung in der digitalen Gesellschaft. Wer jedoch erfahren wollte, wie die politische Beteiligung der Bürger durch das Internet verbessert werden könnte, wurde schnell enttäuscht. Zimmermann sieht im Internet lediglich ein Instrument der Kommunikation, dessen partizipatorische Potenziale überschätzt werden. Politische Beteiligung beschränke sich nicht auf die Meinungsäußerung  &#8211;  „man muss auch bereit sein, sich in organisatorischen Strukturen einzubringen, Kompromisse einzugehen und Verantwortung zu übernehmen“, meint Zimmermann. Die Beteiligung solle in den organisatorischen Strukturen der politischen Parteien stattfinden – denn Führung sei unerlässlich, während das von der Piratepartei propagierte Open Source-Prinzip nicht funktioniere. Was die Parteien vom Internet noch lernen können? Sie sollten sich laut Zimmermann für neue Formate öffnen und ihre eigene Parteibasis sowie Nichtmitglieder verstärkt einbinden. Parteitage könnten beispielsweise in Form von BarCamps veranstaltet werden, in denen jeder ein Thema auf die Agenda setzen kann. Internetbasierte Kommunikationsinstrumente sollten zudem effektiver zur Konsultation der Mitglieder eingesetzt werden – das Internet biete hier mit seiner zeitlich-räumlichen Unabhängigkeit vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung. Außer der Möglichkeit, Landeslisten für Bundestagswahlen im Internet zur Abstimmung zu stellen, blieb der Politologe jedoch weitere Praxisbeispiele schuldig.
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Zimmermanns Vorschläge hatten freilich keinen Neuigkeitswert. Mit Piratenwikis und der transparenten Gesprächskultur der politischen Senkrechtstarter hatte er sich wohl noch nicht ausreichend auseinandergesetzt. In Sachen Online-Partizipation waren neue Erkenntnisse Fehlanzeige. Wer wissen wollte, welche innovativen Möglichkeiten es im Bereich der onlinebasierten Partizipation gibt, erhielt daher leider keine Antworten.</p>
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		<title>&#8220;Wir kämpfen nicht um ein Stück Wurst, sondern um unsere Freiheit!&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Nick]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 14:58:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="173" height="108" align="left" alt="Bild" title="Bild" src="/sites/politik-digital.de/files/weissrussland_flagge.jpg" />
Seit mehreren Wochen rufen Oppositionelle in Weißrussland über soziale Netzwerke zum Protest gegen Präsident Lukaschenko und sein Regime auf. politik-digital.de sprach mit Stephan Malerius, Leiter des <a target="_blank" href="http://www.kas.de/belarus/" rel="noopener noreferrer">Auslandsbüros Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung</a>, über Unzufriedenheit im Volk, Angst vor Polizeigewalt, die Rolle der EU und einen möglichen Umsturz des Regimes.
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" width="173" height="108" align="left" alt="Bild" title="Bild" src="/wp-content/uploads/weissrussland_flagge.jpg" /><br />
Seit mehreren Wochen rufen Oppositionelle in Weißrussland über soziale Netzwerke zum Protest gegen Präsident Lukaschenko und sein Regime auf. politik-digital.de sprach mit Stephan Malerius, Leiter des <a target="_blank" href="http://www.kas.de/belarus/" rel="noopener noreferrer">Auslandsbüros Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung</a>, über Unzufriedenheit im Volk, Angst vor Polizeigewalt, die Rolle der EU und einen möglichen Umsturz des Regimes.</p>
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Seit Anfang Juni treffen sich regelmäßig Demonstranten  in Minsk, um gegen den „<a target="_blank" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Revolutionaere-sagen-Lukaschenko-den-Kampf-an-1273724.html" rel="noopener noreferrer">letzten Diktator Europas</a>“  Alexander Lukaschenko zu protestieren. Doch man sieht keine Banner oder hört laute Parolen, lediglich gemeinsames Klatschen unterbricht von Zeit zu Zeit die Stille der Demonstrationen. Die Polizei jedoch reagiert auf diese friedlichen Zusammenkünfte mit härtester Gewalt. Ordnungshüter in Zivil nehmen Oppositionelle, Journalisten aber auch zufällige Passanten fest und pferchen sie in Einsatzwagen, die sie zur nächsten Polizeistation bringen. Dies geschieht oftmals unter Einsatz von Knüppeln und Tränengas. Allein bei den Protesten am 3. Juli, anlässlich des Tages der Unabhängigkeit Weißrusslands, die sich zum zwanzigsten Mal jährte, wurden knapp 400 Menschen festgenommen und zum Teil zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt. Bis zu 15 Tage Gefängnis stehen auf „Randale“ in der Republik Belarus.  Die Menschenrechtsorganisation <a target="_blank" href="http://www.amnesty.de/2011/7/5/schlaege-traenengas-und-festnahmen-bei-demonstrationen-belarus?destination=startseite" rel="noopener noreferrer">Amnesty Internationa</a>l erklärte auf ihrer Internetseite: &quot;Friedliche Demonstranten dürfen nicht festgenommen werden, Sicherheitskräfte dürfen keine übermäßige Gewalt gegen Protestierende anwenden.“ Und ihr Experte für Europa und Zentralasien John Dalhuisen forderte die „unverzügliche Freilassung“ aller sich noch in Haft befindlichen Demonstranten. Dass diesen Forderungen nachgekommen wird, ist unwahrscheinlich. Lukaschenko ließ nach Angaben der <a target="_blank" href="http://www.themoscowtimes.com/news/article/moscow-warns-minsk-about-barriers/439111.html" rel="noopener noreferrer">Moscow Times</a> verlauten, dass die Regierung „jede zukünftige Protestbewegung nicht nur als Angriff auf die Autoritäten, sondern auch als Angriff auf das Volk ansehen“ werde.
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Um den Demonstranten die Angst vor möglicher Gewalt und Inhaftierung zu nehmen, riefen die Initiatoren der Proteste am vergangenen Mittwoch dazu auf, sich in den Hauseingängen der Wohnblöcke zu sammeln. Zum einen sei es für die Polizei schwieriger, dezentral organisierte Proteste niederzuschlagen und zum anderen sollten die Bürger sich bewusst werden, dass es in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Menschen gibt, die ebenso denken wie sie und mit denen sie sich zusammenschließen können, erklärte der Leiter des Auslandsbüros Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung in Wilna Stephan Malerius im Interview mit politik-digital.de. Die Anonymität in den Wohnsiedlungen solle abgebaut werden, um das „Moment der Selbstorganisation zu stärken“.
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Die Organisation der Demonstrationen läuft weitgehend über soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder das russische Pendant Vkontakte. Die Revolutionäre, die sich, ähnlich wie in der arabischen Welt, im Internet zusammenfinden, erklären auf der Seite ihrer Gruppe „Bewegung Zukunft Belarus – Revolution über das soziale Netzwerk“: „Wir kämpfen nicht um ein Stück Wurst, sondern um unsere Freiheit!“ Laut <a target="_blank" href="http://www.internetworldstats.com/europa2.htm#by" rel="noopener noreferrer">Internet World Stats</a> befindet sich knapp die Hälfte der 9,5 Millionen Weißrussen im Internet, somit ist die Grundvoraussetzung gegeben, um möglichst viele Bürger auf diesem Wege zu erreichen. Momentan seien vor allem junge Internet-Nutzer beteiligt, bestätigte Stephan Malerius. Allerdings würde die Botschaft von diesen dann per Mund-zu-Mund Propaganda auch an solche Bekannte und Familienangehörige weitergeleitet, die das Internet nicht nutzen.
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Oppositionelle die ins benachbarte Litauen fliehen, um von dort aus über das Internet die Organisation der Protestbewegung zu unterstützen, können in Seminaren, beispielsweise im weißrussischen Menschenrechtshaus, lernen, wie sie es vermeiden, im Internet Spuren zu hinterlassen. Einer von ihnen ist Juri Aleinik. Im vergangenen Jahr war er Leiter des Wahlkampfbüros des Oppositionskandidaten Wladimir Nekljajew. Heute operiert er von Litauen aus, und sein Laptop sei dabei seine wichtigste Waffe, sagte er im Interview mit der <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/weissrussland-opposition-im-exil-mit-skype-gegen-den-alleinherrscher-1.1110898" rel="noopener noreferrer">Süddeutschen Zeitung</a>. „Mit Hilfe des Internet, Skype und sozialen Netzwerken wie Facebook ist es leicht, den Kontakt mit Aktivisten in ganz Weißrussland zu halten. Wir planen gerade Protestaktionen auf den Straßen und die Koordination läuft nur online.“
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Die Gefahren die das Internet für den seit 17 Jahren regierenden Präsidenten Lukaschenko darstellt, hat dieser längst erkannt und ließ bereits zum Zeitpunkt seiner umstrittenen Wiederwahl am 19. Dezember 2010 den Zugang zu sozialen Netzwerken sperren. Amnesty International berichtet, dass auch in den vergangenen Wochen Twitter und Facebook zeitweise gesperrt worden seien, um es den Oppositionellen zu erschweren, miteinander in Kontakt zu treten und neue Zusammenkünfte zu planen. Lukaschenko verkündete, dass Außenstehende falsche Informationen über den „Müll namens Internet“ versendeten und dass die aufkommende Panik in seinem Land größtenteils das Werk von Journalisten und Medien sei. Nach Angaben des <a target="_blank" href="http://www.freedomhouse.org/images/File/FotN/Belarus2011.pdf" rel="noopener noreferrer">Freedom on the Net Index 2011</a> und des <a target="_blank" href="http://www.freedomhouse.org/uploads/pfs/371.pdf" rel="noopener noreferrer">Press Freedom Index 2010</a> steht Weißrussland auf Platz 189 einer internationalen Rangliste der Pressefreiheit, und hat damit die fünft schlechteste Position im weltweiten Vergleich. Informations- und Pressefreiheit seien zwar offiziell in der Verfassung festgeschrieben, blieben aber in der Realität äußerst beschränkt. Das Internet stehe unter weitreichender Zensur durch den Staat. Viele Web 2.0-Applikationen seien blockiert und sowohl Journalisten als auch  regimekritische Blogger würden regelmäßig von der Polizei inhaftiert.
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Trotz aller Versuche seitens des Regimes sind die Protestaktionen der letzten anderthalb Monate aber konstant geblieben und konnten überdies einen starken Anstieg an Teilnehmern verzeichnen. Stephan Malerius erklärte, dass die Teilnehmerzahlen sich in den vergangenen zweieinhalb Wochen auf einem hohen Niveau von 2000 bis 3000 Menschen allein in der Hauptstadt Minsk eingependelt hätten. Dies sei vor allem deshalb erstaunlich, da in der Sommerpause normalerweise gesellschaftlich nicht viel passiere. Das trotz Urlaubs- und Semesterferienzeit eine solche Resonanz auf den Aufruf zum Protest zustande käme, sei bemerkenswert. Ebenfalls neu sei das Phänomen, dass es auch Proteste außerhalb der Wahlzyklen gebe. Zu derartigen Demonstrationen sei es bisher nur zu den Präsidentschaftswahlen 2006 und 2010 gekommen. Der Leiter des Auslandsbüros Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung sieht dies als Zeichen für die große „Unzufriedenheit  innerhalb der Bevölkerung mit dem Regime“.
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Dass es gerade jetzt vermehrt zu Unruhen kommt, ist hauptsächlich mit der ökonomischen Lage Weißrusslands zu erklären. Das Land befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Der Rubel hat eine Inflationsrate von über 30 Prozent,  Arbeiter streiken und die Revolutionäre rufen, nach Angaben von <a target="_blank" href="http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/675733/Weissrusslands-Regimegegner-wollen-WirtschaftsJihad-?from=suche.intern.portal" rel="noopener noreferrer">Die Presse</a> aus Österreich, zum „wirtschaftlichen Jihad“ auf. Einheimische Waren sollen boykottiert und Geld von den Banken abgehoben werden, um so den endgültigen Zusammenbruch der Wirtschaft herbeizuführen. Die Regierung hofft vor allem auf einen Kredit aus Russland, das die Unterstützung aber ablehnt. Lukaschenko gibt sich derweil unbeeindruckt und verkündete: „Wir werden die Situation in einigen Monaten überwinden, auch ohne die Kredite, die wir uns sichern konnten. Glaubt mir, wir werden es schaffen.“
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Die Reaktion der EU auf die Menschenrechtsprobleme in Weißrussland sei bis dato eher unbefriedigend gewesen, sagte Stephan Malerius. Brüssel „hat viele Chancen gehabt und viele Chancen versäumt.“ Die eingeführten Wirtschaftssanktionen und Waffenembargos seien zwar adäquate Mittel gewesen, aber was bislang fehle, sei ein Instrument, um die demokratischen Bewegungen „wirkungsvoll und vor allem flexibel zu unterstützen“. Dies sei in den nächsten Wochen eine wichtige Aufgabe der Staatengemeinschaft und der nationalen Regierungen. Auch Aktivisten üben Kritik am Verhalten der EU-Mitgliedsstaaten. Vadim Vileita, Mitarbeiter des Programmes „Visa-Free Belarus“ in Litauen, <a target="_blank" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1493781/" rel="noopener noreferrer">beanstandete</a>, dass es die größte Herausforderung für die Projekte sei, Einreisegenehmigungen für weißrussische Teilnehmer zu erhalten. Wenn dies nicht gelinge, sei das nicht die Schuld der Diktatur in Minsk, sondern die der Bürokratie in den EU-Ländern.
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Sollten die Proteste aller Schwierigkeiten zum Trotz den Sommer über andauern und im Herbst eine breite Bevölkerungsschicht erfasst haben, so dass eine kritische Masse mobilisiert werden kann, könnte dies zu einen Umsturz des Lukaschenko-Regimes führen. Die Indikatoren für einen Umbruch, so Malerius, seien jedenfalls gegeben, man müsse mit einem Regimewechsel rechnen.</p>
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