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	<title>Krystian Woznicki &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Krystian Woznicki &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Das Gespenst der Kontrolllosigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 08:06:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was weiß ich über mich (nicht)? Die Ausstellung SIGNALS wirft diese Frage im Rahmen der von Edward Snowden und Glen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/HilljeArtikel.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-153200" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snowden-ausstellung.png" alt="TitelbildRezensionArte" width="640" height="280" /></a><em>Was weiß ich über mich (nicht)? </em>Die Ausstellung SIGNALS wirft diese Frage im Rahmen der von Edward Snowden und Glen Greenwald veröffentlichten NSA-Dateien neu auf. Kuratiert wird die bis Anfang November verlängerte Ausstellung von den Journalisten Magdalena Taube und Krystian Woznicki. SIGNALS zeigt die Arbeiten von Künstlern aus dem Katalog A Field Guide to the Snowden Files. Media, Art, Archives<em>, </em>dessen Arbeiten in den Jahren von 2013 bis 2017 entstanden sind.</p>
<h3>Signale setzen</h3>
<p>Für <a href="http://berlinergazette.de/signals/">SIGNALS</a> haben sich Künstler mit den NSA-Dateien auseinandergesetzt. Es handelt sich dabei um Werke aus einem internationalen Umfeld von u.a. Zeljko Blace (CRO), Simon Denny (NZL), Deborah Natsios (USA), Geert Lovink (NED), Naomi Colvin (GBR), Henrik Moltke (DEN), Christoph Hochhäusler (GER), M.C. Stephen Tiron (ROU), Maria Xynou (ESP), Julian Oliver (NZL). Im Zentrum ihrer künstlerischen Auseinandersetzung steht die Frage, welche Auswirkungen die Enthüllungen durch den Whistleblower Edward Snowden für den Einzelnen haben. Dabei wird die Konfrontation und Reflexion über die Überwachung des Bürgers durch den Staat gesucht.</p>
<h3>What about me?</h3>
<p>Das zeigt exemplarisch die Arbeit von Zeljko Blace, der sich in seinem Projekt mit den Konsequenzen der Überwachung für das Individuum beschäftigt. Blace überspitzt die Möglichkeiten des Staates anhand der Kreation eines Sexualprofils aus den vorhanden NSA-Informationen. Auf beklemmende Weise konfrontiert Blace mit den Möglichkeiten und der Reichweite von Informationen über die eigene Person. Es stellt sich die Frage, inwiefern der Einzelne tatsächlich noch Kontrolle über seine Informationen hat und auf welche Weise dabei bereits die Grenzen der Intimität überschritten werden.</p>
<h3>Das Gespenst der Kontrolllosigkeit</h3>
<p>Das Programm PRISM sammelt, systematisiert und kanalisiert relevante persönliche Informationen aus dem Internet in Realzeit. Die Arbeit THE BLACK BOX stellt Auszüge aus den in den Jahren 2008 und 2013 entstandenen Präsentationen dar. Aus ihnen geht die Weitergabe von Informationen durch die <a href="https://web.archive.org/web/20130731050902/http:/www.theguardian.com/world/2013/jun/06/us-tech-giants-nsa-data">Internetkonzerne Microsoft, Google, Facebook, AOL, Yahoo, Apple und Paltalk</a> hervor. Die Beziehung zwischen NSA und den größten Internet-Unternehmen lässt durch die Reichweite und die Möglichkeiten der Überwachung die bedrückenden Gefühle des Misstrauens und der Schamlosigkeit gegenüber dem Bürger als Objekt staatlicher Machtgefälle zurück.</p>
<p>Der interaktive Austausch zwischen Besucher und den von Snowden enthüllten NSA-Dateien macht SIGNALS zu einem provozierenden und dynamischen Prozess. Der Besucher kann innerhalb des künstlerischen Kontextes direkt auf die Dateien zugreifen. Durch diese Interaktion verliert sich die Hemmung in dem Umgang mit den NSA-Dateien, die zum einen Zeugnis über das Ausmaß der Überwachung sind. Zugleich ist der zumeist gescheute Umgang mit den Snowden-Dateien Kennzeichen für die Angst vor der totalen Überwachung und deren tatsächlichem Ausmaß.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digital.jpg"><img decoding="async" class=" size-medium wp-image-153337 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digital-305x203.jpg" alt="digital" width="305" height="203" /></a></p>
<p>SIGNALS wendet sich gegen die Vermeidung dessen, was als Konsequenz einer immer vernetzteren Welt zu sehen, aber nicht zu akzeptierten ist. Der technologische Fortschritt muss hier als das Resultat einer komplexeren Welt betrachtet werden, die im Angesicht der ihr eigenen Kontrolllosigkeit mit immer extremeren Mitteln eine Kontrolle evoziert. Die Frage, was dem Schutz des Einzelnen dient, verdreht sich in diesem Kontext in die Frage, was dem dient, der die Macht über die Informationen hat. In ihren paradoxen Konsequenzen ist der Einzelnen innerhalb dieser Vernetzung kontrolllos gegenüber seinen eigenen Informationen. Öffentlicher, sozialer und intimer Bereich verschwimmen miteinander und machen aus den Menschen eine Datei.</p>
<h3>SIGNALS benennen</h3>
<p>Auf beklemmende und eindringliche, aber auch aktive Weise setzt sich SIGNALS mit dem Diskurs über die Snowden-Enthüllungen auseinander. Dabei verschiebt die Ausstellung den bisherigen Diskurs um die Frage nach Reichweite und Auswirkungen der NSA-Enthüllungen. Sie lässt die unangenehme Frage zurück: Was bedeuten Informationen und Kontrolle im Zeitalter der Überwachung?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>SIGNALS</p>
<p>Exhibition of the Snowden Files in Art, Media and Archives curated by Magdalena Taube and Krystian Woznicki | DIAMONDPAPER Studio | Köpenicker Straße 96, Berlin</p>
<p>Opening: 12/9-1/11/2017</p>
<p>Bilder: Copyright by <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/36821290210/in/album-72157689026514315/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner.Gazette/ flickr.com</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TitelbildRezensionArte.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>&#034;Slow Politics&#034;: Der neue Geist des Politischen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 13:57:09 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
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		<category><![CDATA[Slow Politics]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Vorzeichen „What Europe needs in the Age of Crisis“ nahm die 14. Jahreskonferenz der Berliner Gazette die Vielfalt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-2332d615-0694-408a-feb0-7c17088631fa"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-143405" alt="Gazette_crop2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg" width="640" height="280" /></a>Unter dem Vorzeichen „What Europe needs in the Age of Crisis“ nahm die 14. Jahreskonferenz der Berliner Gazette die Vielfalt von Bürgerbewegungen unter die Lupe. Themen waren unter anderem: Die Konsequenzen der NSA-Affäre, die Vernetzung von Aktivistengruppen und der Umgang mit Migranten in Europa. Seit heute ist eine umfangreiche <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz-Dokumentation</a> mit Dokumenten, Projekten, Videos etc. online. politik-digital.de sprach mit Krystian Woznicki, dem Gründer der Berliner Gazette, über die Ergebnisse.</p>
<p><em><strong>politik-digital.de</strong>: Was ist &#8220;Slow Politics&#8221;? Was verbirgt sich hinter dem Namen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Es ist der Versuch, den neuen Geist des Politischen einzufangen. Die Leute engagieren sich wieder verstärkt. Noch nie in der Geschichte waren so viele auf den Straßen, um zu protestieren. Gleichzeitig war die Unsicherheit noch nie so groß darüber, ob das Aufbegehren ein Echo findet, ob sich daraufhin etwas verändert. &#8220;Slow Politics&#8221; setzt an dieser Stelle an und versucht die Kraft des Politischen in nachhaltige Bahnen zu lenken. &#8220;Slow&#8221; bedeutet hier: Wir müssen zwar schnell handeln, aber Ergebnisse nicht genauso schnell erwarten. Wir brauchen einen langen Atem und wir müssen verschiedene Bewegungen besser vernetzen, damit wir wieder anfangen, an einem größeren gemeinsamen Projekt zu arbeiten.<br />
<em><strong>politik-digital.de</strong>: Wie unterschied sich das Format der Konferenz von anderen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir versuchen einen starken Akzent auf Zusammenarbeit zu legen. Die Konferenz diente damit nicht nur als Plattform zum Socializing, sondern auch als einmalige Gelegenheit, Menschen an einen Tisch zusammenzubringen, die sonst nicht zusammenarbeiten, geschweige denn an einem gemeinsamen Produktionsprozes beteiligt sind.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong> Wen wolltet Ihr mit der Konferenz errei</em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-143411 alignright" alt="Gazette640" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg" width="321" height="214" /></a><em>chen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> VertreterInnen von Bürgerbewegungen, Medienleute und ForscherInnen. Also Menschen, die  sich politisch engagieren, und Menschen, die das im Bereich der Wissensproduktion begleiten und unterstützen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em></b><em> Zu welchen Ergebnissen sind die verschiedenen Arbeitsgruppen gekommen? Was waren die Highlights?<br />
</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Die Arbeitsgruppen waren sehr produktiv. Entstanden sind multimediale Geschichten über die unbekannten Gesichter der Migration in Europa. Positionspapiere zu der Eingliederung der Snowden-Papiere in öffentliche Bibliotheken sowie zu Organisationsstrategien von Bürgerbewegungen. Dazu gibt es auch Anleitungen für Einsteiger und experimentelle Apps. Spannend sind auch &#8220;Netzwerk&#8221;-Karten, die Beziehungen unter den AktivistInnen sichtbar machen, die vorher unbekannt waren und somit neue Grundlagen für Zusammenarbeit legen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie fließen diese Ergebnisse in zivilgesellschaftliche Institutionen zurück?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir haben diese Projekte zusammen mit diversen Dokumenten wie Videos, Fotos, Pressestimmen und einem Twitter-Archiv auf einer Website gebündelt und stellen sie zur freien Nutzung und weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Hier der Link: <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://berlinergazette.de/slow-politics-results/</a><br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie war die Resonanz auf den dritten, öffentlichen Konferenztag?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Bei den Panels und Vorträgen haben wir versucht, das Publikum von Anfang an in die Debatten einzubinden, und das hat erstaunlich gut geklappt. Was nicht selbstverständlich ist, bei so einer heterogenen Crowd, in der Menschen aus den USA und Afrika, aber auch unterschiedlichen Teilen Europas sowie aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern vertreten sind. Das Gefühl eines vielstimmigen Gesprächs war für diesen Tag prägend.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Auf welche Konferenz können wir uns als nächstes freuen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Auf die Berliner Gazette-Jahreskonferenz 2015 natürlich, die wird wieder im Herbst stattfinden, voraussichtlich Anfang November.<br />
Bilder: Berliner Gazette, 1: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15682908778/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Postcard for &#8220;Slow Politics&#8221;</a> 2: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15844554406/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Poster for Public Talks at &#8220;Slow Politics&#8221;</a><br />
Dieses Interview entstand unter der Mitarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/fwiesner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziska Wiesner</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>&#034;Slow Politics&#034;: Der neue Geist des Politischen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/slow-politics-der-neue-geist-des-politischen-2-143405/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 13:57:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unter dem Vorzeichen „What Europe needs in the Age of Crisis“ nahm die 14. Jahreskonferenz der Berliner Gazette die Vielfalt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-2332d615-0694-408a-feb0-7c17088631fa"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-143405" alt="Gazette_crop2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette_crop2.jpg" width="640" height="280" /></a>Unter dem Vorzeichen „What Europe needs in the Age of Crisis“ nahm die 14. Jahreskonferenz der Berliner Gazette die Vielfalt von Bürgerbewegungen unter die Lupe. Themen waren unter anderem: Die Konsequenzen der NSA-Affäre, die Vernetzung von Aktivistengruppen und der Umgang mit Migranten in Europa. Seit heute ist eine umfangreiche <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz-Dokumentation</a> mit Dokumenten, Projekten, Videos etc. online. politik-digital.de sprach mit Krystian Woznicki, dem Gründer der Berliner Gazette, über die Ergebnisse.</p>
<p><em><strong>politik-digital.de</strong>: Was ist &#8220;Slow Politics&#8221;? Was verbirgt sich hinter dem Namen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Es ist der Versuch, den neuen Geist des Politischen einzufangen. Die Leute engagieren sich wieder verstärkt. Noch nie in der Geschichte waren so viele auf den Straßen, um zu protestieren. Gleichzeitig war die Unsicherheit noch nie so groß darüber, ob das Aufbegehren ein Echo findet, ob sich daraufhin etwas verändert. &#8220;Slow Politics&#8221; setzt an dieser Stelle an und versucht die Kraft des Politischen in nachhaltige Bahnen zu lenken. &#8220;Slow&#8221; bedeutet hier: Wir müssen zwar schnell handeln, aber Ergebnisse nicht genauso schnell erwarten. Wir brauchen einen langen Atem und wir müssen verschiedene Bewegungen besser vernetzen, damit wir wieder anfangen, an einem größeren gemeinsamen Projekt zu arbeiten.<br />
<em><strong>politik-digital.de</strong>: Wie unterschied sich das Format der Konferenz von anderen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir versuchen einen starken Akzent auf Zusammenarbeit zu legen. Die Konferenz diente damit nicht nur als Plattform zum Socializing, sondern auch als einmalige Gelegenheit, Menschen an einen Tisch zusammenzubringen, die sonst nicht zusammenarbeiten, geschweige denn an einem gemeinsamen Produktionsprozes beteiligt sind.<br />
<em><strong>politik-digital.de:</strong> Wen wolltet Ihr mit der Konferenz errei</em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-143411 alignright" alt="Gazette640" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Gazette640.jpg" width="321" height="214" /></a><em>chen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> VertreterInnen von Bürgerbewegungen, Medienleute und ForscherInnen. Also Menschen, die  sich politisch engagieren, und Menschen, die das im Bereich der Wissensproduktion begleiten und unterstützen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em></b><em> Zu welchen Ergebnissen sind die verschiedenen Arbeitsgruppen gekommen? Was waren die Highlights?<br />
</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Die Arbeitsgruppen waren sehr produktiv. Entstanden sind multimediale Geschichten über die unbekannten Gesichter der Migration in Europa. Positionspapiere zu der Eingliederung der Snowden-Papiere in öffentliche Bibliotheken sowie zu Organisationsstrategien von Bürgerbewegungen. Dazu gibt es auch Anleitungen für Einsteiger und experimentelle Apps. Spannend sind auch &#8220;Netzwerk&#8221;-Karten, die Beziehungen unter den AktivistInnen sichtbar machen, die vorher unbekannt waren und somit neue Grundlagen für Zusammenarbeit legen.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie fließen diese Ergebnisse in zivilgesellschaftliche Institutionen zurück?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Wir haben diese Projekte zusammen mit diversen Dokumenten wie Videos, Fotos, Pressestimmen und einem Twitter-Archiv auf einer Website gebündelt und stellen sie zur freien Nutzung und weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Hier der Link: <a href="http://berlinergazette.de/slow-politics-results/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://berlinergazette.de/slow-politics-results/</a><br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Wie war die Resonanz auf den dritten, öffentlichen Konferenztag?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Bei den Panels und Vorträgen haben wir versucht, das Publikum von Anfang an in die Debatten einzubinden, und das hat erstaunlich gut geklappt. Was nicht selbstverständlich ist, bei so einer heterogenen Crowd, in der Menschen aus den USA und Afrika, aber auch unterschiedlichen Teilen Europas sowie aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern vertreten sind. Das Gefühl eines vielstimmigen Gesprächs war für diesen Tag prägend.<br />
<b><em><strong>politik-digital.de:</strong></em> </b><em>Auf welche Konferenz können wir uns als nächstes freuen?</em><br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> Auf die Berliner Gazette-Jahreskonferenz 2015 natürlich, die wird wieder im Herbst stattfinden, voraussichtlich Anfang November.<br />
Bilder: Berliner Gazette, 1: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15682908778/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Postcard for &#8220;Slow Politics&#8221;</a> 2: <a href="https://www.flickr.com/photos/berlinergazette/15844554406/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Poster for Public Talks at &#8220;Slow Politics&#8221;</a><br />
Dieses Interview entstand unter der Mitarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/fwiesner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franziska Wiesner</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>„Complicity“ – Berliner Gazette Konferenz 2013: „Das Internet ist eine Wir-Maschine“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/complicity-berliner-gazette-konferenz-2013-das-internet-ist-eine-wir-maschine-133585/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 14:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Gazette]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Gazette Conference 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Complicity]]></category>
		<category><![CDATA[Komplizenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Jahreskonferenz 2013 der Berliner Gazette möchte die heillos vereinzelten Individuen und Akteure der heutigen Netzwerk-Gesellschaft vereinen. Unter dem programmatischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Kraftwerk-Wir.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133587" title="Kraftwerk im Kraftwerk. Wir sind die Roboter" alt="Sonkran, cc-by-sa-nc" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Kraftwerk-Wir.jpg" width="640" height="371" /></a></p>
<div id="stcpDiv">
Die Jahreskonferenz 2013 der Berliner Gazette möchte die heillos vereinzelten Individuen und Akteure der heutigen Netzwerk-Gesellschaft vereinen. Unter dem programmatischen Titel „Complicity &#8211; How can Pirates &amp; Capitalists, Hackers &amp; Journalists, Amateurs &amp; Pros work together?“ finden sich vom 7. bis 9. November in Berlin Interessierte zur “Komplizenschaft” zusammen.<strong> </strong><br />
Im Kurzinterview mit politik-digital.de stellt <a href="http://berlinergazette.de/author/krystian-woznicki/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krystian Woznicki</a>, Gründer und Herausgeber der <a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a>, die <a href="http://berlinergazette.de/symposium/complicity/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz </a>vor. Und erklärt nebenbei, wie das Internet helfen könnte, der „Ego-Kultur“ Komplizenschaften entgegenzusetzen, ohne die vorhandenen Konflikte auszublenden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> „Complicity“ – Komplizenschaft – ist der Titel der Berliner Gazette Konferenz 2013. Der Begriff hat einen kriminellen oder konspirativen Anklang. Warum haben Sie diesen Titel ausgewählt?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Krystian-Woznicki-by-Yasuhiro-Yamaguchi_2013-Sapporo.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-133625 alignleft" alt="Krystian Woznicki by Yasuhiro Yamaguchi_2013 Sapporo" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Krystian-Woznicki-by-Yasuhiro-Yamaguchi_2013-Sapporo-195x119.jpg" width="176" height="107" /></a>Krystian Woznicki:</strong> Wir wollen eine neue, unkonventionelle Perspektive auf Zusammenarbeit eröffnen. Das ist ja gerade ein großes Thema: Kritik der Ego-Kultur, die uns u.a. in den Finanzcrash geführt hat und infolgedessen Lob einer Wir-Kultur, die auf Vertrauen, Solidarität und Verantwortung setzt. Wir erleben all das in einer Zeit, in der das Internet zu einem Massenmedium wird und die Gesellschaft sich im Zuge dessen immer mehr zu einer Netzwerk-Gesellschaft entwickelt. Es ist deutlich einfacher geworden, sich zusammenzutun, Dinge zusammen zu machen. Das Internet ist eine Wir-Maschine. Die Konferenz greift diesen Trend auf und sagt: Bei all dem Lob des konstruktiven Zusammenseins bitte nicht den Konflikt vergessen. Eine Kultur des Wir, eine Kultur der Zusammenarbeit ist eben auch von Unterschieden, Antagonismen und Widersprüchen geprägt. Sie lebt auch ganz maßgeblich davon.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> An wen richten sich die Konferenz und die Einladung zur Komplizenschaft?<br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> An Menschen, die Wissen sowie Kultur konsumieren und produzieren. Hier tut sich derzeit eine ganze Menge. Wer ist eigentlich noch im klassischen Sinne Urheber von Werken? Wie sollen die finanziert und verwertet werden? Wie kann ihre Relevanz sinnvoll und demokratisch in der Öffentlichkeit sichtbar werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die drei Hauptstränge unserer Konferenz: „Amateure &amp; Profis“, „Piraten &amp; Kapitalisten“, „Hacker &amp; Journalisten“. Wir wollen Leute zusammenbringen, die entweder das eine oder das andere sind oder beides zugleich.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Konflikte zumindest zwischen Amateuren und professionellen Journalisten sowie zwischen „Piraten“ und „Kapitalisten“ sind vorprogrammiert. Was erhoffen Sie sich diesbezüglich von der Konferenz?<br />
<strong>Krystian Woznicki:</strong> In erster Linie eine rege Auseinandersetzung mit &#8220;values&#8221; und &#8220;practices&#8221;. Auf welchen Werten und Praktiken basiert Zusammenarbeit idealerweise, sprich “wenn es nur nach mir geht“? Wie kann und muss diese Basis neu gedacht und erweitert werden, wenn ich meinen persönlichen Wunschrahmen verlasse und Herausforderungen auf Augenhöhe mit anderen angehe? Die Konferenz will diesen Prozess initiieren, greifbar machen und zeigen: Wir können unsere Kompetenz zur Zusammenarbeit deutlich weiterentwickeln, wenn wir gegensätzliche &#8220;values&#8221; und &#8220;practices&#8221; reflektieren. Am Beispiel konkreter Projekte wollen wir in den Workshops Probleme analysieren und konkrete Lösungen entwickeln. Wir glauben, dass die Konfrontation von Gegensätzen neue, unverhoffte Lösungsansätze zu Tage fördert, zu individuellen Vorhaben und zu so wichtigen Dingen wie &#8220;digitale Universalbibliothek&#8221; und &#8220;demokratische Aggregation&#8221;.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://berlinergazette.de/symposium/complicity/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Complicity &#8211; How can Pirates &amp; Capitalists, Hackers &amp; Journalists, Amateurs &amp; Pros work together?“</a> findet statt vom 7. bis zum 9. November im <a href="http://www.supermarkt-berlin.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SUPERMARKT</a> in der Brunnenstraße 64 in Berlin. Für die <a href="http://berlinergazette.de/wp-content/uploads/Complicity_Workshop_Programm8.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Workshops</a> ist eine Anmeldung bis zum 30.10. erforderlich.<br />
Zum Thema der Konferenz wird politik-digital.de vorraussichtlich am 12. November gemeinsam mit <a href="http://www.netzpiloten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpiloten.de</a> und der <a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a> in der Reihe <a href="http://www.youtube.com/playlist?list=PLxRsKyODYBMU1BYKwcrn3Gy61q53eeuwk">Berliner Hinterhofgespräche</a> einen Google Hangout veranstalten.<br />
&nbsp;<br />
Bild (Banner): <a href="http://www.flickr.com/photos/thomasbrauner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Brauner</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY SA NC 2.0) </a><br />
Bild (Porträt): Yasuhiro Yamaguchi 2013<br />
Text:</p>
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<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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		<title>Krystian Woznicki: Netzpionier als Autodidakt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 08:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
		<category><![CDATA[Autodidakt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpionier]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Journalist, Buchautor und Netzaktivist Krystian Woznicki ist schon viel um den Globus gereist und dabei am stärksten mit der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/krystian-woznicki-netzpionier-als-autodidakt/krystian_woznicki_slider/" rel="attachment wp-att-10942"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-10942" title="Krystian Woznicki" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/krystian_woznicki_slider.png" alt="" width="630" height="317" /></a>Der Journalist, Buchautor und Netzaktivist Krystian Woznicki ist schon viel um den Globus gereist und dabei am stärksten mit der Kultur Japans in Berührung gekommen – ganze sieben Jahre lebte er dort. Im Gespräch mit dem „Berliner Gazette“-Herausgeber kristallisiert sich heraus, dass es für ihn keine Heimat oder Nationalität im klassischen Sinne gibt.</p>
<p>Der Einstieg in das Gespräch mit dem Gründer der „<a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a>“ verläuft nicht ganz glatt. In den Redaktionsräumen seiner Online-Zeitung im Prenzlauer Berg auf seine polnischen Wurzeln angesprochen, ist Krystian Woznicki anzumerken, dass er die Frage für überflüssig hält. Woznicki fühlt sich zuerst als Weltbürger, nicht als Pole oder Deutscher. Die politischen Unruhen in Polen und die daraus hervorgehende Solidarność-Bewegung Anfang der 1980er Jahre erlebte der 1972 in dem polnischen Dorf Kłodzko Geborene und Aufgewachsene nur am Rande. Zumal er in eben diesem historischen Moment im Alter von acht Jahren nach Deutschland übersiedelte: ins hessische Bad Pyrmont. Das Leben auf dem Dorf habe ihn geprägt. Seine Liebe zu ländlichen Gebieten – zu Stille, Natur und der Konzentration auf das Lokale – rührt daher. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Landbewohner, die intimer und weniger anonym seien als im Stadtleben, sind etwas, was er am Leben auf dem Land schätze und in einem Kiez wie dem Prenzlauer Berg in der urbanen Variante wiederfinde, ohne sich dabei auf den lokalen Horizont festzulegen. Gerade im Netz finde er den nötigen Ausgleich: eine weitgehend offene, teils anonyme Form der weltweit verzweigten Kommunikation.</p>
<p><strong>20 Jahre selbst erlebte Netz-Geschichte</strong></p>
<p>Auch auf die stereotype Rolle des „Netzaktivisten“ habe er sich nie reduzieren lassen wollen, denn bei seinem Schaffen geht es Woznicki um eine ganzheitliche und gesamtkulturelle Perspektive. Inzwischen hat er jedoch kein Problem mehr damit, als Internet-Experte oder Netzpionier bezeichnet zu werden. Schließlich sei das Internet längst auch ein gesamtgesellschaftliches Thema. Wenn es etwas wie ein Kontinuum oder einen roten Faden in seiner Arbeit gibt, dann ist es nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit den digitalen Medien: „Für mich ist das auch deshalb wichtig, weil ich das seit bald 20 Jahren mache und die ganze Entwicklung selbst erlebt habe, die die digitale Welt seit den 1990er Jahren durchlief. Vor diesem Hintergrund weiß ich auch, dass die Dinge, die jetzt passieren, keineswegs aus dem Nichts kommen und es schon so einige Hypes rund ums Netz gegeben hat.“ Mit diesem mittlerweile historischen Wissen ließe sich auch besser verstehen, was das Besondere an dem jeweiligen aktuellen Internet-Hype sei. Beispielsweise seien Überwachung und Kontrolle von oben schon vor der Vernetzung aller Haushalte durch Firmen wie AOL ein Thema gewesen und von Intellektuellen wie Bruce Sterling angeprangert worden. Das Neue der gegenwärtigen Entwicklung bestehe laut Woznicki nicht nur darin, dass dieses Thema kein Randphänomen in gesellschaftlichen Debatten sei, wie etwa die Causa des &#8220;Staatstrojaner&#8221; zeige, sondern dass nicht mehr nur Leit-Intellektuelle mitreden, sondern alle, die es auch betrifft: die Masse. Dass es in der Debatte um „totale Transparenz“ keine einfachen Lagerbildungen gäbe, kein einfaches Pro und Contra, müsse als Errungenschaft gesehen werden. Wo viele mitreden, gäbe es auch viele Meinungen, und, so hofft Woznicki, auch neue Horizonte, die gesamtgesellschaftlich angesteuert werden können – jenseits alter Holzschnittschemata.</p>
<p><strong>Der Einstieg ins Digitale</strong></p>
<p>Krystian Woznicki ist Autodidakt. Er agiert gerne selbstbestimmt: „Ich brauche kein Lehrbuch, um eine Zeitung im Internet zu machen.“ Die Formel „Learning by doing“ bringt seine Motivation sehr gut auf den Punkt. Dieses Lebensmotto hat er auch mit dem Sammelband „<a href="http://www.panama-verlag.de/programm/modell-autodidakt/index.html">Modell Autodidakt</a>“ aufgegriffen, das er zusammen mit der Journalistin und Medienwissenschaftlerin Magdalena Taube im Sommer 2011 herausgegeben hat. Die Anthologie versammelt Texte von Philosophen, Journalisten, Künstlern und Architekten, die das selbstbestimmte Lernen an ihrer eigenen Person kritisch reflektieren. Das erste Mal loggte sich Woznicki Anfang der 1990er Jahre im Internet ein. Nachdem er im Technologie- und Elektronikviertel der Stadt Tokio in einem Second-Hand-Laden ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/PowerBook_100" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Apple Powerbook</a> erworben hatte, begann er, das sich eben erst entwickelnde Web zu nutzen – anfangs rein beruflich. Damals war er am Anfang seiner journalistischen Laufbahn. Von Tokio aus schrieb er für das Kulturmagazin Spex, das Netzmagazin Telepolis sowie die Japan Times und Wired Japan zu Themen im Spannungsfeld von Kultur, Gesellschaft und Internet. Seine bevorzugten Interviewpartner waren Philosophen und Künstler, darunter der Filmemacher Takeshi Kitano und der Komponist David Grubbs. Zur selben Zeit startete Woznicki auch seine ersten Webprojekte: 1995 wirkte er aktiv an der von <a href="http://www.medienkunstnetz.de/kuenstler/u.gabriel/biografie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienkünstlerin Ulrike Gabriel</a> entwickelten Online-Plattform „Views“ mit, auf der Persönlichkeiten aus Kultur und Medien ihre Gedanken und Beiträge veröffentlichten und sich untereinander vernetzten, darunter der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Grassmuck" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialwissenschaftler Volker Grassmuck</a> oder der japanische <a href="http://www.t0.or.at/0ntext/tokyogas.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturtheoretiker Sawaragi Noi</a>. Die Inhalte und Texte wurden digital visualisiert – als Kartographie der Gedanken und Ideen.</p>
<p><strong>Die Berliner Gazette: Nur die Leser dürfen reinreden</strong></p>
<h5><a href="http://politik-digital.de/krystian-woznicki-netzpionier-als-autodidakt/berliner-gazette-team/" rel="attachment wp-att-10884"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-10884 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/berliner-gazette-team-305x214.png" alt="" width="305" height="214" /><br />
</a><a href="http://berlinergazette.de/ueber-uns/was-ist-die-berliner-gazette/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Team der Berliner Gazette</a></h5>
<p>Sein verstärktes (netz-)politisches Engagement verbindet Woznicki mit der Gründung der Berliner Gazette. Er hob die Online-Zeitung im Jahre 1999 aus der Taufe – von seinem damaligen Home Office in der Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg. Der Ideengeber und Initiator war von Anfang an auch Chefredakteur der digitalen Zeitung, bis 2009 <a href="http://berlinergazette.de/author/magdalena-taube/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magdalena Taube</a> die Funktion übernahm; seitdem agiert Woznicki in erster Linie als Herausgeber: Projekte entwickeln, Fundraising betreiben, etc. Die Idee hinter der Gründung der Berliner Gazette sei ganz banal gewesen: „Wir wollten damals herausfinden, ob und wie man mithilfe des Mediums Internet eine neue Form des Vermittelns von Inhalten kreieren kann.“ Eine der Prämissen war damals, dass die journalistische Arbeit ergebnis- und zeitoffen sein sollte – politisch wie ökonomisch. Von Anfang an unabhängig von wirtschaftlichen Überlegungen und gegen die Launen des Mainstreams gerichtet war die Haltung, die Berliner Gazette ohne Druck und Erwartungen von außen zu entwickeln. Getreu dem Motto: „Wir lassen uns hier nicht reinreden!“ Ausgenommen davon waren natürlich die Leser. Im ersten Jahr ihrer Existenz wurde die digitale Zeitung ausschließlich per E-Mail verbreitet. Die Kommunikation mit den Lesern war sehr direkt. „Da hast du sofort das Leser-Feedback gehabt, das mich teilweise auch sehr hart, weil vollkommen ungeschützt traf.“ Im Fokus der thematischen Ausrichtung stand damals Berlin: „Es ging anfangs immer um kritische Diskurse rund um Berliner Themen, zum Beispiel Stadtentwicklung, Gentrifizierung, Festivalisierung der Kultur. Dabei ging es stets darum, das mit der digitalen Interaktivität verbundene Versprechen einzulösen, in einen Dialog mit den Lesern zu treten.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/krystian-woznicki-netzpionier-als-autodidakt/berliner-gazette-international/" rel="attachment wp-att-10897"><img decoding="async" class="size-large wp-image-10897 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/berliner-gazette-international-630x304.png" alt="" width="630" height="304" /></a></p>
<h5 style="text-align: center;">Die Grafik zeigt das internationale Netzwerk der Berliner Gazette<br />
im Jahre 2006: je dichter die Kreise, desto dichter das Netzwerk</h5>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die weltweit immer größere Verbreitung des Internet sorgte dafür, dass die Berliner Gazette auch international wahrgenommen wurde. Die Redaktion erhielt Leserbriefe aus Marseille, war im Dialog mit Kulturschaffenden aus Russland und führte Online-Interviews mit Intellektuellen aus New York. Bis heute seien rund 800 Autorenprofile in der Berliner Gazette angelegt worden, mit Beiträgen aus so gut wie allen Kontinenten. Inspiriert von der eigenen Erfahrung, startete die Berliner Gazette im Jahre 2006 „<a href="http://berlinergazette.de/feuilleton/jahresthemen/mcdeutsch2006" target="_blank" rel="noopener noreferrer">McDeutsch</a>“ &#8211; ein interdisziplinäres Projekt zur Kartierung der deutschen Sprache und deren Globalisierung.</p>
<p><strong>Lektionen aus Japan: „Auch das Geistige ist Boulevard“</strong></p>
<p>Ganz anders als seine Kindheit in Polen habe ihn das Leben in Japan geprägt, bekräftigt Woznicki. Beispielsweise seien seine Sensibilität und auch das Bewusstsein für das in Japan hoch entwickelte Alltagsdesign größer geworden. Es gehöre zur dortigen Kultur, auch auf kleine Dinge zu achten – ob nun im eigenen Haushalt oder im Stadtbild. „Wo gestaltet werden kann, wird kaum etwas dem Zufall überlassen“, so Woznicki. Er habe insbesondere erfahren, was man aus wenig Platz machen könne: So lebte er mit seiner damaligen Partnerin in einer 25 Quadratmeter kleinen Wohnung, was in etwa die durchschnittliche Wohnungsgröße für eine japanische Familie in Tokio sei. „Man überlegt sich sehr genau, was man aus den Mitteln macht, die einem zur Verfügung stehen. Man nutzt Dinge multifunktional. Beispielsweise ist es üblich, dass es keine Schlafzimmer im eigentlichen Sinne gibt, sondern die Betten aus dem Schrank geholt werden“. Diese Philosophie sei auch in seine Arbeit als Macher der Berliner Gazette eingeflossen. Wie bei Low-Budget-Produktionen in Film und Theater müsse der Herausgeber Woznicki auch bei seiner digitalen Zeitung immer genau überlegen, wie er mit begrenzten Mitteln möglichst ökonomisch und effizient arbeitet und dabei zugleich seinen Qualitätsansprüchen gerecht wird.</p>
<p>In Japan habe er auch gelernt und erfahren, dass intellektuelle Fragen nicht nur einer Elite vorbehalten sein müssen. Dort können auch Philosophen mit sehr existenziellen und komplexen Themen ein Massenpublikum erreichen, was hierzulande – wie im Fall Peter Sloterdijk – noch ein Ausnahme-Phänomen darstelle. „Es gibt in Japan eine Massenkultur, auch Philosophen und Denker im Mainstream wahrzunehmen. Jemand wie der sehr von mir geschätzte Dietmar Dath, der hierzulande vielleicht noch vielen Menschen als zu elitär vorkommen mag, könnte in Japan ein Massenpublikum erreichen.“ So sei es auch nicht verwunderlich, dass es in Japan mit Hiroki Azuma derzeit einen sehr populären Intellektuellen gibt, der eine Art „Mischung aus Sascha Lobo, Peter Sloterdijk und Daniel Kehlmann“ ist. Woznicki hat in den 1990er Jahren mit ihm zusammengearbeitet und kann sehr gut den literarischen, medialen und philosophischen Horizont dieser gesellschaftlichen Resonanz nachvollziehen: „Auch das Geistige ist Boulevard“.</p>
<p>In Reaktion auf die Katastrophe von Japan im März 2011 hat er im vergangenen Herbst das internationale Symposium „<a href="http://berlinergazette.de/symposium/learning-from-fukushima" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Learning from Fukushima</a>“ in Berlin organisiert. Dabei ging es primär um die Frage, wie in Krisenzeiten eine kritische (Netz)Öffentlichkeit entsteht. Spätestens seitdem kann wohl auch Krystian Woznicki selbst die Bezeichnung Netzaktivist nicht mehr von sich weisen.</p>
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		<title>Symposium: Learning from Fukushima</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/symposium-learning-from-fukushima-5464/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 16:07:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Gazette]]></category>
		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/fukushima-logo.png" height="269" width="480" /><br />
Unter dem Titel „Learning from Fukushima“ richtete die Berliner Gazette am vergangenen Samstag in Berlin ein ganztägiges internationales Symposium aus. Dabei kamen u.a. die Online-Chefs von „CNN&#34;, &#34;taz&#34; und &#34;Global Voices Japan&#34; zu Wort. Der Herausgeber der Berliner Gazette Krystian Woznicki berichtet im Gespräch vom Ablauf der Konferenz.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/fukushima-logo.png" width="480" height="269" /><br />
Unter dem Titel „Learning from Fukushima“ richtete die Berliner Gazette am vergangenen Samstag in Berlin ein ganztägiges internationales Symposium aus. Dabei kamen u.a. die Online-Chefs von „CNN&#8221;, &#8220;taz&#8221; und &#8220;Global Voices Japan&#8221; zu Wort. Der Herausgeber der Berliner Gazette Krystian Woznicki berichtet im Gespräch vom Ablauf der Konferenz.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Am vergangenen Samstag wurden auf der <a href="http://berlinergazette.de/symposium/learning-from-fukushima/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internationalen Konferenz „Learning from Fukushima“</a> in Vorträgen, Präsentationen und Publikumsgesprächen insbesondere folgende Fragen diskutiert: Wie entsteht in Zeiten der Krise eine kritische Öffentlichkeit? Wie können wir als Bürger Einfluss darauf nehmen? Und welche Rolle spielt das Internet dabei? Medienmacher wie die Online-Chefin von CNN Lila King sowie Frank Patalong von Spiegel Online sprachen dabei über ihre Arbeit im Krisenfall und diskutierten mit Informationsdesignern, digitalen Kartografen, Programmierern und Netzaktivisten aus aller Welt. Das von der Berliner Gazette ausgerichtete Symposium wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert. Es gliederte sich in drei Themenblöcke:</p>
<ul>
<li>Die Online-Katastrophe – business as usual?</li>
<li>Ausnahmezustand in Japan – auch medial?</li>
<li>Digitale Publikumsbeteiligung – was hat Zukunft?</li>
</ul>
<p><b>Gespräch mit dem Projektverantwortlichen Krystian Woznicki</b></p>
<p>Über die Konferenz sprachen wir mit dem Herausgeber der Berliner Gazette und Projektverantwortlichen Krystian Woznicki, der bestätigte, dass eine kritische Öffentlichkeit nur durch die Zusammenarbeit zwischen sozialen und klassischen Medien entstehen kann. Die Berliner Gazette habe sich seit dem 11. März 2011 sehr intensiv mit den Folgen der Dreifachkatastrophe auseinandergesetzt und ein Offline-Forum für Austausch und Auseinandersetzung vermisst. Also hätte man sich selbst der Sache angenommen und die Konferenz organisiert.</p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/krystian_woznicki.png" width="214" height="210" align="left" />Laut Woznicki wurden auf dem Symposium alle Akteure zusammengebracht, die in der noch gegenwärtigen Krise in neuer und entscheidender Weise zusammenarbeiten, um eine kritische (Netz)Öffentlichkeit herzustellen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit beleuchtet und neue Allianzen für Weiterentwicklungen dieser Zusammenarbeit geschmiedet. Die wichtigste Erkenntnis sei: &#8220;Die Gesellschaft Japans durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Vergleichbare Veränderungen sind auch in anderen Regionen der industrialisierten Welt zu beobachten. Aber in Japan werden sie durch die Dreifachkatastrophe in besonders massiver, exponierter Weise virulent: Fast alle Grundlagen der Gesellschaft werden in Frage gestellt. Umwelt, Energie, Gesundheit, Wirtschaftsform, die Rolle des Bürgers, die Rolle und Funktion der Medien &#8211; auf geradezu unüberschaubar vielen Ebenen beginnen Prozesse der Infragestellung, Bewusstwerdung und Kritik.&#8221; Da der Wandel auf so vielen unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig ablaufe und die Gesellschaft durch die Dreifachkatastrophe und ihre Folgen stark geschwächt wäre, ginge alles sehr langsam und vielleicht kaum merklich voran. Umso wichtiger sei es, diesen Wandel sichtbar zu machen in einer solchen Veranstaltung. &#8220;Was wir herausarbeiten und weitervermitteln, kann dazu beitragen, ein Gefühl für langfristige Perspektiven zu gewinnen, das im Rauschen des Hier und Jetzt nur schwerlich aufkommt.&#8221;</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/fukushima_illustration.jpg" width="430" height="212" /></p>
<p align="center"><b>(Der Programmierer und Illustrator der Berliner Gazette <a href="http://berlinergazette.de/author/marcel-eichner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marcel Eichner</a> hat die obige farbige Illustration auf der Basis von Datenvisualisierungen des Kurznachrichtendienstes Twitter erstellt. Sie zeigt Daten, die am<br />
11. März 2011 zwischen Japan und der Welt zirkulierten.)<br />
</b></p>
<p>Jemand im Publikum sagte: &#8220;Alle Menschen sind Sensoren. Egal, ob es um Informationen über die Versorgungslage in einem Krisengebiet geht oder um Strahlenwerte.&#8221; Laut Woznicki könne das Internet dabei helfen, die Daten all dieser Sensoren zusammenzutragen, sichtbar zu machen, zu verbreiten und zu ordnen. Die Mechanismen dafür seien noch im Entstehen begriffen. Eine schwere Krise könne diesen Prozess beschleunigen. Tomomi Sasasaki, eine Referentin auf der Konferenz, habe ihr Land während der Krise einen &#8220;Crashkurs in Social Media&#8221; absolvieren sehen. &#8220;Eine kritische Öffentlichkeit entsteht allerdings nur dann, wenn die sozialen Medien und klassischen Medien zusammenarbeiten, sprich: wenn sich Wege und Methoden finden, die sozialen, d.h. kollaborativen Ansätze mit den autoritären Ansätzen der Medienarbeit in einen sinnvollen Dialog zu bringen, damit die Stärken und Vorteile des jeweiligen Ansatzes zur Geltung kommen.&#8221;</p>
<p><b>Das Fazit</b></p>
<p>Die Berliner Gazette wollte sich nach den Worten von Woznicki in den laufenden Prozess der Krisenbewältigung einschreiben. &#8220;Und so können wir unsere internationale Konferenz auch nur als einen Beitrag und für uns selbst nur als einen ersten Schritt begreifen. Es sieht so aus, als hätten wir nicht nur eine Lücke geschlossen, wenn es um den Bedarf geht, die Dreifachkatastrophe aufzuarbeiten. Es scheint, als hätten wir auch einen Anstoß für weiterführende Auseinandersetzungen und ganz konkrete Initiativen gegeben.&#8221; Die Konferenz war darüber hinaus auch eine Kontaktbörse für künftige Projekte. Woznicki hofft, dass daraus einiges Neues hervorgehen wird.</p>
<p><b>Abschließend noch der Hinweis auf <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1592025/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen aktuellen Beitrag</a> zum Thema von Philipp Eins bei dradio.de. Weiterführende Informationen gibt es hier: <a href="http://berlinergazette.de/symposium/learning-from-fukushima" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://berlinergazette.de/symposium/learning-from-fukushima</a>.<br />
</b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft der Bildung?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-zukunft-der-bildung-5291/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Jost-Westendorf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 09:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
		<category><![CDATA[Alain de Botton]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Gazette]]></category>
		<category><![CDATA[Magdalena Tauber]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Glaser]]></category>
		<category><![CDATA[Rupert Murdoch]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was heißt selbstbestimmtes Lernen heute und welche Rolle spielen digitale Medien dabei?  21 Autoren beschäftigen sich in Magdalena Taubes und Krystian Woznickis Sammelband „Modell Autodidakt“ mit Fragen rund um Medien, Bildung und Demokratie im digitalen Zeitalter. Heute wird das Buch in Berlin <a href="http://berlinergazette.de/lecture-concert-kriegserklaerung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgestellt</a>.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was heißt selbstbestimmtes Lernen heute und welche Rolle spielen digitale Medien dabei?  21 Autoren beschäftigen sich in Magdalena Taubes und Krystian Woznickis Sammelband „Modell Autodidakt“ mit Fragen rund um Medien, Bildung und Demokratie im digitalen Zeitalter. Heute wird das Buch in Berlin <a href="http://berlinergazette.de/lecture-concert-kriegserklaerung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgestellt</a>.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Vor einigen Tagen beanstandete der Verleger Rupert Murdoch in einem <a href="http://www.faz.net/artikel/C31373/zukunftspotentiale-bildung-ist-das-letzte-reservat-30434186.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gastbeitrag </a>für die FAZ, die Schulen seien der letzte Hort, der sich der digitalen Revolution widersetzt. Können oder müssen wir Bildung also heute selbst in die Hand nehmen?  In einer vernetzten und digitalisierten Welt ist der Zugang zu Bildung für fast jeden möglich geworden:  Bildung 2011 ist mobil, flexibel und offen. Bibliotheken werden digitalisiert, Universitäten werden für immer mehr Menschen weltweit frei zugänglich, Wissen entsteht nach dem Wiki-Prinzip, Intelligenz bildet sich im Schwarm. Alles ist für alle rund um die Uhr zugänglich. Und diejenigen, die öffentlich zugängliches fremdes Wissen nur allzu dreist als ihr eigenes ausgeben, werden im Internet als Plagiatoren überführt.  Macht diese Entwicklung den Weg zur Bildung aber auch leichter? Eines ist sicher: Die Menschen, die in bildungsfernen Milieus aufwachsen, haben kaum Vorteile aus diesem Prozess, weil sie die Möglichkeiten häufig schlicht nicht kennen. Für die gut Informierten aber – seien sie als sogenannte digital natives oder als digital immigrants mit den neuen Medien vertraut – bieten sich eine Vielzahl an Chancen. Eine Tatsache, die zugleich Ausgangspunkt für andere Probleme sein kann: Wie sollen wir mit den vielen Quellen des Wissens umgehen? Wie sie filtern? Und was bedeutet das alles für Lernende und Lehrende?
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<p>
Die Herausgeber der Online-Zeitung &quot;<a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a>&quot; &#8211; <a href="http://berlinergazette.de/author/magdalena-taube/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magdalena Taube</a> und <a href="http://berlinergazette.de/author/krystian-woznicki/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krystian Woznicki</a> &#8211; haben 21 Autoren, Künstler, Wissenschaftler, Publizisten, Philosophen, Medienforscher, Kunst- und Kulturtheoretiker, Lehrende und Netzkritiker gebeten, sich diesen Fragen zu stellen. Die für das Buch erweiterten Texte entstanden im Rahmeneines Schwerpunkts der Berliner Gazette zum Thema Bildung und wurden mit dem AlternativenMedienpreis 2010 prämiert. Herausgekommen ist jetzt die Anthologie „<a href="http://www.panama-verlag.de/presse/modell-autodidakt/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Modell Autodidakt</a>“, in der die vielfältigen Ansätze des Lernens vorgestellt werden. Besonders charmant und den ansonsten sehr unterschiedlichen Texten gemein ist die persönliche Note der Texte. Alle Autoren beschreiben ihre eigene Bildungswege, erzählen von ihren  &#8211; positiven wie negativen – Erfahrungen mit Lehrern, Bildungsinstitutionen und selbst organisierten Wegen, Wissen zu erwerben und sich zu bilden.
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Der aus Österreich stammende Schriftsteller und Ehrenmitglied im Chaos Computer Club Deutschland <b>Peter Glaser </b><br />
schwärmt vom lebenslangen Lernen, von immer vielfältigeren Zugängen zu<br />
Wissen und von der demokratisierten Form des Lernens mit Facebook und<br />
Twitter, weil jeder zu einem Anbieter von potenziell Wissenswertem<br />
geworden ist – da Bildung nur zu einem kleinen Teil  eine Frage von<br />
Fakten sei.  Die Nachteile sieht Glaser lediglich in der schnelleren<br />
Entwertung von Wissen.
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Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung sowie des Deutschen Kinderhilfswerks <b>Thomas Krüger</b><br />
hält ein Unterrichtsfach Medienkompetenz, das seit längerem diskutiert<br />
wird, schlicht für „Blödsinn“, da digitale Medien Teil der Alltagskultur<br />
Jugendlicher seien und die Lehrerinnen und Lehrer hier wohl mehr lernen<br />
würden als die Schüler. Er plädiert für eine fächerübergreifende<br />
Medienpädagogik in der Lehrerausbildung. 
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Einen originellen Ansatz verfolgt der der in London lebende Schweizer Philosoph <b>Alain de Botton</b>. Er hat ein leidenschaftliches Plädoyer für die Geisteswissenschaften verfasst. Seit dem Siegeszug der Naturwissenschaften im vergangenen Jahrhundert seien wir dazu verdammt, zu Lernspeichern zu werden, statt zu guten und weisen Menschen. Mit seiner 2009 gegründeten Londoner Universität des Lebens, der  „School of Life“, setzt sich de Botton für die Auseinandersetzung mit Kultur ein, die lebensnahe Anleitung für die großen Fragen des Lebens geben könne. So sollten Universitäten auch Fächer wie Tod, Ehe, Karriere, Ehrgeiz und Kindererziehung anbieten. Vielleicht wäre das ja sogar eine Idee für die zunehmende Zahl sozial inkompatibler Internet-Freaks. 
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In der Einführung zum Kapitel „Wozu noch Schule“ bedauern die Herausgeber, dass Schule den dynamischen Veränderungen der Gesellschaft nicht Rechnung trägt.
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Unter dem Titel „Kultur ohne Technik“ beklagt der Autor, Künstler und IT-Berater <b>Manuel Bonik</b> hier die Naivität vieler „digital natives“, die sich ihr Wissen aus Bequemlichkeit &#8211; oder weil sie es nicht besser wissen – „ergooglen“, ohne richtig mit der Suchmaschine umgehen zu können. Bonik ist sich sicher, dass viele Jüngere auch schlicht überfordert sind mit der Wissensmasse, mit der das Internet sie konfrontiert. Anstatt den Dingen aber auf den Grund zu gehen, geben sie sich mit der Oberfläche und „Wissen à la Wikipedia“ zufrieden.
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Vielen fehlt offenbar eine Anleitung, wie sie mit der Vielzahl der Informationen umzugehen haben. Lehrer müssen in Zukunft noch vielmehr zu Vermittlern und Navigatoren durch den Wissensdschungel werden, um Lernende selbstständiger zu machen.
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Auch der Medienforscher, Aktivist und Autor <b>Konrad Becker</b> setzt sich dafür ein, eine kritische und mündige Rezeption von Medien zu fördern. Er fordert, neben vielen anderen Autoren des vorliegenden Bandes im Kapitel „Offline war gestern“ einen freien Zugang zu Bildung und Wissen im Netz.
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Der Mediendidaktiker <b>Wolfgang Neuhaus</b> befasst sich mit Formen des mediengestützten Lehrens und Lernens. Aktuell arbeitet er an einem Projekt der TU Berlin, das digitale Werkzeuge für ein kooperatives Lernen nutzbar macht. Zentrales Element auf der Learners‘ Garden-Plattform ist ein Wiki, in dem Inhalte online entwickelt, ergänzt und strukturiert werden können.  Außerdem werden hier kostenlose Werkzeuge zum Recherchieren, Strukturieren und Kommunizieren zur Verfügung gestellt.
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<b>Geert Lovink</b> ist  Medientheoretiker und Netzkritiker und möchte am liebsten „die Uni wachküssen“. Lovink bedauert, dass nicht mehr Innovationen aus den Universitäten kommen. Eine Chance für dezentrale Forschung sieht er in organisierten Netzwerken. Sie dienten dazu, auch langfristige (Online)-Beziehungen zwischen Forschenden aufzubauen, die über die Twitter-Schnelllebigkeit hinausgehe. Lovink wünscht sich Forschungs- und Bildungseinrichtungen, die wieder Brutstätten von Innovation und Subversion werden, zurzeit mache die Lehre nichts anderes als zu reagieren, und das sei tödlich. Die neuen Technologien seien weder zu verteufeln noch zu verherrlichen, man müsse schlicht mit ihnen umzugehen lernen und in den revolutionären Alltag einbauen.
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&quot;Modell Autodidakt&quot; hat keine allgemeingültigen Antworten auf die drängenden Fragen parat, denen sich Gesellschaft, Politik und Bildungseinrichtungen stellen müssen. Denn die gibt es (noch) nicht, hier werden aber zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen gestellt.  Die Anthologiegibt gibt Anregungen und zeigt Wege auf, wie wir das Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien in Zukunft nutzen können, um den Erwerb und Zugang zu Wissen zu erleichtern. Hoffen wir, dass Bildung nicht mehr lange das letzte Reservat bleibt, und wir schnell beginnen zu lernen, besser mit den neuen Entwicklungen umzugehen.
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<p><b>In einem <a href="http://berlinergazette.de/lecture-concert-kriegserklaerung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lecture Concert</a> mit dem Performance-Kollektiv andcompany&amp;Co wird &quot;Modell Autodidakt&quot; heute Abend um 19 Uhr im <a href="http://www.kunstraumkreuzberg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kunsthaus Bethanien/Kreuzberg</a> vorgestellt.</b></p>
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		<title>Das Internet als Krisenmedium in Japan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 19:25:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit knapp einer Woche sind die Nachrichten voll von Informationen über die Katastrophe in Japan und wir wissen nicht, was noch passieren wird. Wahrscheinlich ist kein anderes Land der Welt auf die Folgen einer solchen Katastrophe so gut vorbereitet gewesen, und dennoch sind die Auswirkungen so stark, dass der Mensch dem nur wenig bis gar nichts entgegensetzen kann. politik-digital.de bewertet die Rolle des Internet als Krisenmedium in Japan.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit knapp einer Woche sind die Nachrichten voll von Informationen über die Katastrophe in Japan und wir wissen nicht, was noch passieren wird. Wahrscheinlich ist kein anderes Land der Welt auf die Folgen einer solchen Katastrophe so gut vorbereitet gewesen, und dennoch sind die Auswirkungen so stark, dass der Mensch dem nur wenig bis gar nichts entgegensetzen kann. politik-digital.de bewertet die Rolle des Internet als Krisenmedium in Japan.</p>
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Auch wenn eine Woche nach dem Erdbeben und dem Tsunami noch längst keine abschließende Bilanz zur Krisenkommunikation gezogen werden kann, bewertet politik-digital.de heute die Rolle des Internet in dieser Notlage sowie die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Akteure.  
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Auf allen Nachrichtenkanälen wird über die aktuelle Situation in Japan informiert. Fast jede größere Zeitung, jeder TV-Sender hat auf der Homepage einen Live-Ticker eingerichtet, der eine Echtzeitkommunikation möglich macht. Aber &#8211; und das haben wir in dieser Form noch nicht erlebt – auch die sozialen Netzwerke spielen eine zentrale Rolle beim Austausch von Informationen. Japan als stark vernetztes Land konnte insbesondere diese Kanäle für sich nutzen. Trotz des teilweisen Zusammenbruchs des Telefonnetzes konnten Informationen über Twitter versendet werden, die es gleichzeitig erlaubten, die Katastrophe sehr schnell publik zu machen. Hierin kann eindeutig ein Vorteil des Social Media-Netzes gesehen werden, denn anders als beispielsweise nach dem Erdbeben auf Haiti ist eine unvergleichlich größere Informationsdichte möglich und Massen können über diese Netzwerke erreicht werden.
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Um sich gegenseitig zu informieren und zu vernetzten, nutzen viele Japaner Online-Tools und schaffen sich somit in gewisser Weise eine Unabhängigkeit von den öffentlichen Medien. Es entsteht folglich eine eigenständige Handlungsebene, eine Art Gegenmacht zur Regierung. Zu erwähnen ist insbesondere der <a href="http://japan.person-finder.appspot.com/?lang=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Personen-Finder</a> von Google, der nach der Katastrophe gelauncht wurde. Daneben werden private Strahlungsmessungen über das Netz öffentlich gemacht, beispielsweise über die Facebook-Gruppe „<a href="http://www.facebook.com/home.php?sk=group_195685977129326&amp;%3Bnotif_t=group_activity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tokyo Radioactive NOW</a>“. Dadurch wurden Austauschmöglichkeiten geschaffen, die informieren und ermutigen sollen. Der Microblogging-Dienst Twitter wird zum gegenseitigen Austausch aktueller Meldungen, Suchanzeigen und Benachrichtigungen genutzt, er hat zusätzliche Hashtags angelegt, für medizinische Information, für Informationen zur Evakuierung und für Hilferufe. Einen guten thematischen Überblick und Diskussionsverlauf bietet <a href="http://trendistic.com/japan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trendistic</a>.
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Doch neben den enormen Vorteilen, die das Internet als Krisenmedium in dieser Situation bietet, sollte der Aspekt nicht außer acht gelassen werden, dass eine unqualifizierte Masse an Informationen über die Japaner hereinbrach. Stephan Ruß-Mohl, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Lugano, macht in seinem bei <a href="http://carta.info/39164/gau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CARTA</a> erschienenen Artikel darauf aufmerksam, dass manche Facebook-Nutzer &quot;sich selbst mit einer Nachrichtenagentur verwechseln&quot;. Er stellt zur Diskussion, ob hierin nicht eine Herabsetzung des seriösen Journalismus gesehen werden könne und fragt: &quot;Darf man das?&quot; An diesem Punkt setzt auch Krystian Woznicki, Herausgeber der Berliner Gazette, an. In seinen &quot;<a href="http://berlinergazette.de/7-thesen-zum-erdbeben-in-japan-live-internet-crowdsourcing-und-der-disaster-capitalism-complex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">7 Thesen zum Erdbeben in Japan: Live-Internet, Crowdsourcing und der Disaster-Capitalism-Complex</a>&quot; ruft er  dazu auf, sich aktiv an der Gestaltung seines Textes zu beteiligen, um im Sinne des Bürger- und Prozessjournalismus am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen. Am Beispiel seines Textes wird ersichtlich, dass durch Crowdsourcing verschiedene Blickwinkel auf die Diskussion gerichtet werden können. So sind seit Erstveröffentlichung von Woznickis Thesen am 12.03. an die 100 Kommentare erschienen, die der Autor inzwischen in drei Updates eingearbeitet hat. 
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Indem Journalisten und Blogger informieren, können sie  unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen in Japan nehmen – jenseits von Panikmache und Betroffenheitsjournalismus. Substanzielle Informationen tragen im Gegenteil dazu bei, die Lage besser einschätzen zu können und den Betroffenen damit die Angst zu nehmen. Bei der Teilhabe durch das Live-Internet sollten nach Woznicki jedoch vier Forderungen erfüllt sein: 1. das Herausstellen der politisch relevanten Fragestellung, 2. die Sicherung der Qualität, 3. die Erstellung moderierter Plattformen, 4. die Initiierung von Informationsnetzwerken für die Kommunikation der Betroffenen und der Außenwelt. Im Gespräch mit politik-digital.de fordert Woznicki die breite Masse auf, Öffnungen innerhalb der Massenmedien zu nutzen, um aktiv am Geschehen teilzunehmen.
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Schließlich stellt sich die Frage, wie die japanische Regierung das Internet für die Krisenkommunikation nutzt. Die Menschen fühlen sich nicht ausreichend informiert und viele, gerade außerhalb Japans, halten die Informationspolitik der Regierung und des Atomkraftwerkbetreibers von Fukushima, Tepco, für wenig transparent. Diesbezüglich  bemerkt Woznicki gegenüber politik-digital.de, dass die Informationen durch die Beschleunigung früher und umfassender vorliegen, wodurch Medien und Regierung der Annahme unterliegen, die Kontrolle zu haben. Doch gerade mit dem Mittel des Ausnahmezustands setzt die Regierung ein zutiefst undemokratisches Mittel zur Kontrolle ein. Beide Seiten unterschätzen somit nicht nur die Katastrophe, sondern auch das Internet und hierbei besonders die Bedeutung sozialer Netzwerke. Woznickis Fazit besteht in der notwendigen Zusammenarbeit von Regierung und Medien: &quot;Erst die umfassende Kollaboration ermöglicht es Regierung und Massenmedien, von der Beschleunigung durch das Internet zu profitieren.&quot; An dieser Win-win-Situation könne auch die Zivilbevölkerung Anteil nehmen.
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Zur Erklärung des Handelns der Regierung führt Woznicki mehrere Begründungen an, unter anderem die Komplexität der Situation, die eine gewisse Zeit für die Reaktion beanspruche – ohne dass er das Verhalten der Regierung rechtfertigt. Gegenüber politik-digital.de ordnet er das Handeln der japanischen Regierung auch im kulturellen Zusammenhang ein: Die Regierung sei nicht unvorbereitet, sondern gefasst, und es gelte, das Gesicht zu wahren.
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Auch der Krisenforscher Frank Roselieb <a href="http://oe1.orf.at/artikel/272313" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meint</a>, dass die japanische Regierung angemessen gehandelt habe, da sie eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung habe und bei einer solchen Katastrophe nicht vorschnell<br />
der Alarmzustand ausgerufen werden dürfe. Spätestens eine Woche nach dem Unglück solle die Regierung jedoch mehr Informationen herausgeben und die Bevölkerung in &quot;Echtzeit&quot; über das Geschehen unterrichten – das Verschweigen von Tatsachen sei dabei nicht akzeptabel. 
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Japan hat die Chance, das Internet als das zentrale – auch grenzübergreifende &#8211; Krisenmedium zu nutzen und sich der Welt zu öffnen. Das Ausland hat dem gegenüber die Möglichkeit, mithilfe des Internet nicht mehr länger nur passiv, sondern – neben Spenden und logistischer Unterstützung &#8211; auch aktiv  über das Internet Anteil zu nehmen, etwa durch Web-Initiativen wie das <a href="http://love4japan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Home Project</a>, das Erdbebenopfern ein Bett in Berlin über das Netz anbietet. Das Nutzen sozialer Netzwerke und weiterer Online-Tools ermöglicht einen umfassenden und vielschichtigen Informationsfluss, um die Situation differenziert bewerten und entsprechend handeln zu können. Ob diese Chance in ihrer ganzen Dimension genutzt werden wird, wird sich erst zeigen.</p>
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