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	<title>Kündigungsschutz &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Kündigungsschutz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Das größte soziale Problem in unserem Land ist die Perspektivlosigkeit von über 4 Millionen arbeitslosen Me</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das-groesste-soziale-problem-in-unserem-land-ist-die-perspektivlosigkeit-von-ueber-4-millionen-arbeitslosen-me-296/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerreform]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarktpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Josef Laumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/klaumann.jpg" alt="Karl-Josef Laumann" align="left" border="0" height="116" width="98" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Karl-Josef Laumann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Union, ist am 
8. Juli 2003</b></b></span></span> <b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/klaumann.jpg" alt="Karl-Josef Laumann" align="left" border="0" height="116" width="98" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Karl-Josef Laumann, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Union, ist am<br />
8. Juli 2003</b></b></span></span> <b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>M</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">anu</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">:<br />
Wie bewerten Sie die heute erschienenen Arbeitslosenzahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karl-Josef Laumann</b>:<br />
Ich bin der Meinung, dass die Arbeitslosenzahlen keine Entspannung für<br />
den Arbeitsmarkt bedeuten. Die traurige Realität ist, dass heute<br />
in Deutschland rund 300.000 Menschen mehr arbeitslos sind als vor einem<br />
Jahr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Heinz Müller</b>: Herr Laumann, einige sehen in den neuen Arbeitslosenzahlen<br />
einen konjunkturellen Aufschwung, da ein doppelt so starker Rückgang<br />
zu verzeichnen war wie im Schnitt der letzten 10 Jahre. Stimmen Sie dem<br />
zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Nein, dem stimme ich nicht zu, weil dieser<br />
Rückgang auf ein sehr hohes Niveau &#8211; nämlich der höchsten<br />
Arbeitslosigkeit in Deutschland seit Kriegsende &#8211; bezieht.</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Arbeitnehmer</b>: Worauf führen Sie den Rückgang der Arbeitslosenquote<br />
im Juni gegenüber Mai zurück?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Auf einen stetigen Beschäftigungsanstieg,<br />
der rein saisonal zu begründen ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu den Reformplänen der Bundesregierung<br />
in Sachen Steuer und Gesundheitsreform?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Bei der Gesundheitsreform versuchen wir ja<br />
gerade notwendige erste Reformschritte gemeinsam mit der Bundesregierung<br />
zu verabreden. Was ich höre, verlaufen diese Gespräche durchaus<br />
erfolgversprechend. Was die Steuerreform anbelangt, bin ich sehr gespannt,<br />
wie Schröder sie gegen finanzieren will. Eine Steuerreform auf Pump<br />
ist gegenüber der jüngeren Generation unverantwortlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissen ist Macht</b>: Herr Laumann, schadet eine innerparteiliche Auseinandersetzung,<br />
wie jüngst wegen der Steuerreform geschehen, dem Image der Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Natürlich hat das das Image der CDU beschädigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Sehen sie den Haushaltsplan für 2004 als verfassungswidrig<br />
an?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Der Haushaltsplan ist deshalb verfassungswidrig,<br />
weil die Verschuldung die Höhe der Investitionen übersteigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissen ist Macht</b>: Wie sehen Sie den Ausweg aus der Finanzmisere?<br />
Der Großteil der Union fand den Ansatz, auf Pump zu leben, doch<br />
gar nicht mal so schlecht, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich sehe den Ausweg aus der Misere zunächst<br />
einmal in einer Reform des Arbeitsmarktes und klare Finanzierungsperspektiven<br />
für die sozialen Sicherungssysteme. Dieses zusammen mit einer gegenfinanzierten<br />
Steuerreform würde sicherlich Impulse für Wachstum und Beschäftigung<br />
bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Anni</b>: Sie haben sich auch für Steuersenkungen ausgesprochen.<br />
dies bedeutet für die Kommunen deutliche Mindereinnahmen. Glauben<br />
Sie dass ein paar Euro mehr im eigenen Säckel besser sind als intakte<br />
Schulen, Kindergärten, soziale Einrichtungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Wir brauchen dringend eine Reform der kommunalen<br />
Finanzen. In den letzten Jahren haben Bund und Länder den Kommunen<br />
immer mehr Aufgaben zugewiesen, ohne ihnen die dafür erforderlichen<br />
Mittel am Gesamtsteueraufkommen des Staates zur Verfügung zu stellen.<br />
Außerdem rächt es sich jetzt gewaltig, dass Schröder die<br />
deutschen Großbetriebe und Banken durch die faktische Abschaffung<br />
der Körperschaftssteuer nicht mehr an der Finanzierung des Gemeinwesens<br />
beteiligt. Wir reden hier immerhin über 20 Mrd. Euro.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Durch was kann man ihrer Meinung nach die Konjunktur ankurbeln,<br />
ohne dies auf Kosten der nächsten Generation zu tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Karl-Josef Laumann</b>: Reformen am Arbeitsmarkt, Stabilisierung der sozialen<br />
Sicherungssysteme, gerade im Hinblick der demographischen Entwicklung<br />
und einer Aufgabenkritik auf allen staatlichen Ebenen um auch zu einer<br />
schlankeren Verwaltung unseres Landes zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Für viele Bürger sind die Unterschiede der<br />
Konzepte von Regierung und Opposition im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit<br />
kaum feststellbar. Können Sie in wenigen Worten die wesentlichen<br />
Unterschiede verdeutlichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">1. Die CDU ist der<br />
Meinung, dass betriebliche Bündnisse für Arbeit, wenn sie der<br />
Beschäftigungssicherung dienen, auf betrieblicher Ebene durchgeführt<br />
werden müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Diese Abweichung vom<br />
Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung lehnt Rot-Grün kategorisch<br />
ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">2. Mittelständische<br />
Betriebe bis 20 Beschäftigte sollten für Neueinstellungen vom<br />
Kündigungsschutzgesetz freigestellt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">3. Überprüfungen<br />
aller Schwellenwerte im Betriebsverfassungsgesetz auf Einstellungshemmnisse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">4. Eine Zusammenführung<br />
von Arbeitslosen- und Sozialhilfe wo wir Fördern und Fordern stärker<br />
zusammenbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">5. brauchen wir eine<br />
Entkoppelung der sozialen Sicherungssysteme vom Faktor Arbeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">6. Stopp aller Frühverrentungsmodelle,<br />
weil sie die Beiträge zu stark belasten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>kai arbeitslos</b>: Sie wollen den Kündigungsschutz herabsetzen.<br />
Wie rechtfertigen Sie die massiven Eingriffe in die Arbeitnehmerrechte???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Dieses</b>: zu 1: Nehmen Sie dabei nicht leichtfertig die Lockerung<br />
des Kündigungsschutzes in kauf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich nehme keinen Arbeitnehmer mit unseren Vorschlägen<br />
seinen Kündigungsschutz, sondern alle unsere Vorschläge sollen<br />
nur für Neueinstellungen gelten&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">In der jetzigen Arbeitsmarktlage<br />
halte ich alles, was zu Einstellungen führt, für sozial.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Theo</b>: Meinen Sie nicht Herr Laumann, das Ihr Motto: &quot;Sozial<br />
ist, was Beschäftigung schafft&quot; zu einseitig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Nein. Das größte soziale Problem<br />
&#8211; ich möchte fast sagen: gesellschaftspolitische Problem &#8211; in unserem<br />
Land ist die Perspektivlosigkeit von über 4 Millionen arbeitslosen<br />
Menschen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Heinz Müller</b>: Aber neu eingestellte Arbeitnehmer sollten doch<br />
auch Kündigungsschutz erhalten, oder etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>sozial eingestellt</b>:<br />
Es soll also zwei Klassen von Arbeitnehmern geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Zwei Klassen von Arbeitnehmern gibt es heute<br />
schon, weil der Kündigungsschutz in Betrieben mit fünf Arbeitnehmern<br />
noch nie gegolten hat. Wir wissen aber, dass in diesen Betrieben nicht<br />
geheuert und gefeuert wird, sondern die Inhaber mit ihren Mitarbeitern<br />
sehr verantwortungsbewusst &#8211; gerade weil man sich persönlich kennt<br />
&#8211; umgehen. Und ich denke dieses Kriterium kann auch für Betriebe<br />
mit 20 Beschäftigten gelten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu Betriebstarifverträgen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Ich bin kein großer Anhänger von<br />
betrieblichen Tarifverträgen. Es hat sich bewährt, dass wir<br />
in Deutschland die Tarifauseinandersetzung außerhalb der Betriebe<br />
führen und bislang auch gelöst haben. Ich sage deshalb klar<br />
ja zur Ordnungsfunktion des Flächentarifvertrages&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">bin aber der Meinung,<br />
dass die Betriebsvertragsparteien aus Gründen der Beschäftigungssicherung<br />
auch abweichen können</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>ach Herr Laumann</b>: Halten Sie es nicht für übertrieben,<br />
den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit komplett zu streichen? In anderen<br />
Ländern funktioniert das auch!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die CDU schlägt nicht vor, den gesetzlichen<br />
Anspruch auf Teilzeit zu streichen, sondern wir möchten diesen Anspruch<br />
begrenzen für Arbeitnehmer, die Erziehungspflichten für Kinder<br />
haben oder nahe Familienangehörige pflegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Noch eine Nachfrage zum Thema Tarifvertrag:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Manu</b>: Was genau meinen Sie mit einer Ordnungsfunktion für<br />
einen Flächentarifvertrag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die Ordnungsfunktion liegt darin, dass unterschiedliche<br />
Betriebe einer Branche zumindest in größeren Regionen einheitliche<br />
Lohnbedingungen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Noch eine Anmerkung zur Teilzeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>wißbegierig</b>: Aber Teilzeit schafft doch auch Arbeitsplätze,<br />
oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Teilzeit ist ein gutes Instrument, vorhandene<br />
Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Aber ich finde nicht, dass<br />
es hier auf ein Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber geben muss,<br />
es sei denn, es geht um Pflege oder Kinder.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>heinz Y</b>.: Warum pochen Sie so auf die Beibehaltung des Meisterzwanges?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Weil sich der Meisterbrief insbesondere in<br />
der handwerklichen Berufsausbildung sehr bewährt hat. Das deutsche<br />
Handwerk bildet zur Zeit 500000 junge Menschen breit handwerklich aus,<br />
und ich fürchte, wenn wir den Meisterzwang aufgeben, dass mittelfristig<br />
die breite Basis handwerklicher Fähigkeiten unserer Arbeitnehmer<br />
abnimmt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Wenn will noch ein<br />
Standortvorteil haben, ist es gerade dieses duale Berufsausbildungssystem.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Apropos Ausbildung: 70.000 Jugendliche werden &#8211; das<br />
meldet die Bundesanstalt für Arbeit heute &#8211; bei der Lehrstellensuche<br />
in diesem Jahr leer ausgehen. Eine dramatische Zahl, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Diese Zahl macht mir große Sorgen &#8211; dadurch<br />
dass die Bundesregierung mit der weitgehenden Zerschlagung der Handwerksordnung<br />
zu großer Unsicherheit gerade im Mittelstand beiträgt, befürchte<br />
ich, dass die Zahl noch eher größer wird. Im Notfall bin ich<br />
dafür, dass wir jeden Ausbildungswilligen, der keine Lehrstelle gefunden<br />
hat, im Herbst auch ein über den Staat finanziertes überbetriebliches<br />
Ausbildungsangebot machen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Vor allem in Ostdeutschland sieht es für Jugendliche,<br />
die eine Lehrstelle suchen, düster aus. Wie kann da der Staat helfen?<br />
Kann er überhaupt helfen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Der Staat hat gerade in Ostdeutschland schon<br />
in der Vergangenheit erhebliche überbetriebliche Ausbildungsplätze<br />
angeboten und in dieser Situation muss er dieses auch weiterhin tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Heinz Müller</b>: Wie wollen Sie Arbeitgeber davon überzeugen,<br />
mehr Lehrstellen zu schaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Indem durch eine verlässliche Politik<br />
gerade der Wirtschaft wieder eine verlässliche Grundlage für<br />
ihr Handeln gegeben wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Wissbegierig</b>: Herr Laumann, was würden Sie denn Ihren eigenen<br />
Kindern raten, um sich erfolgreich um eine Lehrstelle zu bewerben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Sich persönlich bei Ausbildungsbetrieben<br />
vorzustellen und sich vor allen Dingen mit diesen Unternehmungen vorher<br />
ein wenig beschäftigen. Das persönliche Gespräch und die<br />
Tatsache, dass man sich mit seinem zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt<br />
hat, macht immer noch einen guten Eindruck.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Manu</b>: Bestimmt die Politik wirklich die Wirtschaft? Ist es nicht<br />
eher andersherum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Die Politik kann nur dafür sorgen, dass<br />
es Rahmenbedingungen gibt, die es der Wirtschaft ermöglichen, sich<br />
zu entfalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
Wissen ist Macht</b>: Sind die Jugendlichen also selbst schuld, wenn sie<br />
keinen Arbeitsplatz bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Zur Zeit haben wir in Deutschland objektiv<br />
gesehen zu wenig Arbeitsplätze. Allerdings bin ich der Meinung, dass<br />
einen jungen Menschen vorübergehend auch jede Arbeit zuzumuten ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Rounm</b>: Wie stehen sie zu einer Sondersitzung des Bundestages, wie<br />
es Angela Merkel am letzten Donnerstag dem Bundeskanzler angeboten hatte,<br />
während der Sommerpause?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Karl-Josef Laumann</b>: Damit habe ich kein Problem, denn der Bundeskanzler<br />
sollte seinen vielen Ankündigungen endlich in Gesetzestexten ganz<br />
konkret dem Bundestag vorlegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator</b>: Unsere Zeit ist leider um. Vielen Dank an alle User<br />
für das Interesse. Vielen Dank Herr Laumann, dass Sie sich die Zeit<br />
für den Chat genommen haben. Entschuldigung nochmals für die<br />
Verspätung zu Beginn. Die Technik&#8230;</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karl-Josef Laumann</b>:<br />
Es hat Spaß gemacht. Beschäftigen Sie sich weiter mit Politik,<br />
schließlich geht es um unser aller Zukunft.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur einen kurzen Gedanken an eine große Koal</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmir_ist_kein_einziger_aktueller_unionsvorschlag_bekannt_der_auch_nur_einen_kurzen_gedanken_an_ei-302/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmir_ist_kein_einziger_aktueller_unionsvorschlag_bekannt_der_auch_nur_einen_kurzen_gedanken_an_ei-302/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Pronold]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotmir_ist_kein_einziger_aktueller_unionsvorschlag_bekannt_der_auch_nur_einen_kurzen_gedanken_an_ei-302/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian 
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am 
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span> 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian<br />
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am<br />
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><br />
<!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b><br />
Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der bayerischen Jusos, Florian<br />
Pronold, ist heute im ARD-Hauptstadtstudio unser Chat-Gast. Herr Pronold,<br />
sind Sie bereit?<br />
Florian Pronold: Ja. klar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Guten Tag, Herr Pronold, wie wollen Sie die Agenda 2010 verbessern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es gibt zwei Bereiche. Als erstes will ich Sie ergänzen, das ist<br />
die Frage der gerechten Verteilung. Das Zweite ist die Frage, wie man<br />
Konjunktur ankurbelt, um tatsächlich mehr Wachstum und Beschäftigung<br />
zu erzielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sie<br />
sind ja offensichtlich gegen die Agenda 2010 des Kanzlers. Welche Möglichkeiten<br />
sehen Sie, um die hiesige Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und<br />
somit neue Arbeitsplätze zu schaffen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Richtig ist, dass ich gegen Teile der Agenda 2010 bin. Die Ankurbelung<br />
der Konjunktur, zum Beispiel durch die Stärkung der Kommunen, ist<br />
ein richtiger Schritt. Wir müssen aber mehr tun, um die derzeitige<br />
Rezession mittels Konjunkturpolitik zu überwinden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Sie brauchen<br />
67.000 Unterschriften für ihr Mitgliederbegehren. Die Zeit läuft<br />
gegen Sie. Glauben Sie, Sie können es noch schaffen? (Sie haben ja<br />
gerade mal 12.000)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir sind jetzt fast bei 20.000 und bei Volksbegehren in Bayern ist es<br />
so, dass 50 Prozent der erforderlichen Unterschriften in den letzten zwei<br />
Tagen eingehen (von 12 Tagen).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dennoch: Die Unterschriftenaktion verläuft eher schleppend. Haben<br />
Sie nicht mit mehr Zustimmung von Seiten der Basis gerechnet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn Sie die inhaltlichen Fragestellungen anschauen und die aktuelle FORSA-Umfrage<br />
zu Grunde legen, dann sehen Sie, dass wir in vielen Einzelpunkten die<br />
Mehrheit der Partei hinter uns haben. In den anderen stimmen uns immerhin<br />
40 bis 50 Prozent zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Denken<br />
Sie nicht, dass ihre Aktion (Mitgliederbegehren) die Partei spaltet und<br />
das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler stört?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Demokratie braucht Diskussion.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nicht-mitglied:</b><br />
Rechnen Sie sich noch Chancen aus, ihre Positionen gegen Schröder<br />
und Co. durchzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir haben schon einige Erfolge erzielt. Es gilt der alte Spruch: Wer kämpft,<br />
kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was für Erfolge rechnen Sie ihrer Initiative an?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Erstens, dass es überhaupt einen Sonderparteitag gibt. Zweitens,<br />
dass nicht nur ein Ja oder Nein möglich ist, sondern dass jetzt schon<br />
in den Leitantrag für den Parteitag konkrete Änderungsanträge<br />
eingearbeitet sind. Und inhaltlich: In den Punkten Tarifautonomie, Umlagefinanzierung<br />
für mehr Ausbildungsplätze und bei der Ausgestaltung des zukünftigen<br />
Arbeitslosengeldes II.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fenzz:</b> Herr<br />
Pronold, was ist Ihnen wichtiger, das Festhalten an überholten und<br />
nicht mehr bezahlbaren Sozialleistungen oder der Machterhalt von Rot-Grün?<br />
Im Falle einer nicht zustande kommenden Koalitionsmehrheit würde<br />
Gerhard Schröder doch zurücktreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mike:</b> Wären<br />
Sie auch bereit, die Regierung mit ihrem Votum zur Agenda 2010 scheitern<br />
zu lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir kämpfen dafür, dass die SPD weiterhin regierungsfähig<br />
ist. Und dafür braucht es eine Politik, die mehr bewirkt als derzeit<br />
die Agenda 2010 verspricht. Wir wollen den Kanzler stützen, nicht<br />
stürzen und deshalb müssen wir das Vertrauen vieler enttäuschter<br />
Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen. Fast alle wollen<br />
mehr soziale Gerechtigkeit in die Agenda 2010 bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine direkte Nachfrage zu Ihrer Äußerung zu Diskussionen in<br />
der Demokratie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Demokratie<br />
braucht Diskussion??? Kann man das nicht auch intern austragen, und somit<br />
nicht das Ansehen der Partei verletzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ja. Meine Erfahrung ist, dass dies in einer Mediengesellschaft nicht mehr<br />
hinter verschlossenen Türen geht. Und erst recht nicht geht, wenn<br />
die Parteispitze &#8211; wie ursprünglich geplant &#8211; ja überhaupt keine<br />
Mitentscheidung der Parteimitglieder zulassen wollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>testat:</b> Herr<br />
Pronold, haben Sie sich viele Feinde in der SPD gemacht, seitdem Sie das<br />
Begehren gestartet haben? Wie gehen Sie damit um?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mir geht es um eine inhaltliche Diskussion. Ich habe versucht, keine persönlichen<br />
Verletzungen entstehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass fast alle in<br />
der SPD auch eine solche Diskussionskultur pflegen. 😉</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dann kommen wir mal zu den Inhalten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>faulpelz:</b> Die<br />
Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes will der Kanzler verkürzen. Das<br />
finde ich richtig. Warum sind Sie dagegen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn jemand 30 Jahre gearbeitet hat, mit über 50 arbeitslos wird,<br />
hat er keine Chance, einen neuen Job zu kriegen. Nach den ursprünglichen<br />
Plänen wäre er nach einem Jahr in der Sozialhilfe gelandet,<br />
was bedeutet, er müsste sein gesamtes Vermögen &#8211; Eigentumswohnung,<br />
Erspartes &#8211; aufbrauchen, bevor er irgendeine staatliche Unterstützung<br />
kriegt. Und das, obwohl er 30 Jahre einbezahlt hat, um sich gegen dieses<br />
Risiko zu versichern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>suzi:</b> Wäre<br />
es nicht im Interesse der Arbeitnehmer den Kündigungsschutz zu lockern<br />
und Billigjobs anzubieten? Für kleinere Unternehmen wäre es<br />
sicherlich förderlich, da Sie so bei guter Auftragslage mehrere Leute<br />
einstellen könnten. So könnte man mehrere Leute von der Straße<br />
nehmen. Das Sozialhilfe Niveau müsste dann angepasst werden. Gewährleistet<br />
muss sein, dass Sozialhilfe nie mehr sein darf, als ein Einkommen aus<br />
einem Minijob + einem entsprechenden Bonus aus der Sozialkasse. Was denken<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jung_dynamisch:</b><br />
Der SPD-Reformplan zielt auf die Lockerung des Kündigungsschutzes<br />
ab. Ist das unsozial in ihren Augen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold</b>:<br />
Es ist wirkungslos. 1996 haben die Unternehmen 500.000 neue Jobs versprochen,<br />
wenn der Kündigungsschutz gelockert wird. Kein einziger wurde damals<br />
zusätzlich geschaffen. Unternehmen stellen nicht Leute ein, weil<br />
sie sie nachher wieder kündigen wollen, sondern wenn sie sich dadurch<br />
mehr Gewinn erwarten. Zur Frage Sozialhilfe &#8211; Minijobs: Sozialhilfe deckt<br />
das zum Leben notwendige Minimum ab. Ich weiß nicht, was man da<br />
noch kürzen soll. Vor allem, wenn bereits nach geltendem Recht diese<br />
gestrichen werden kann, wenn jemand eine zumutbare Arbeit verweigert.<br />
Und um vernünftig leben zu können, braucht man mindestens drei<br />
Minijobs. Da wären mir ordentliche Beschäftigungsverhältnisse<br />
lieber.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Müntefehrings-Jünger:</b><br />
Und wie soll ein Staat einen Rentner bei der EnBw, der mit 53 in den Vorruhestand<br />
geht, dauerhaft finanzieren? Wie sieht es da europäisch aus? Kennen<br />
Sie einen Nachbarstaat, in dem eine solche Geschichte möglich wäre?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:<br />
</b>Richtig ist, dass Blüm mit der langen Bezugsdauer von Arbeitslosengeld<br />
eine Möglichkeit geschaffen hat, ältere Arbeitnehmer leichter<br />
und früher in Rente gehen zu lassen. Die Idee war auch, dass jüngere<br />
nachrücken. Dort besteht Reformbedarf, aber das Kernproblem ist,<br />
dass viele krankheitsbedingt früher in Rente gehen. Die Lösung<br />
liegt bei der Humanisierung der Arbeitswelt, nicht bei Rentenkürzungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Es ist doch so, dass Unternehmen bei guter Auftragslage eher mehr Leute<br />
einstellen, und da ist es der Sache doch förderlich, wenn der Arbeitgeber<br />
bei Bedarf diese Personen wieder entlassen darf. Oder sehe ich das falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein, das entspricht dem geltenden Kündigungsschutzrecht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Trotz ihrer Wünsche: Eine tiefgreifende Veränderung der Agenda<br />
wird es wohl nicht mehr geben. Werden Sie dann im Bundestag bei der Abstimmung<br />
der Reform-Gesetze gegen Kanzler Schröder stimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir werden mindestens sechs verschiedene Gesetzesvorschläge auf dem<br />
Tisch liegen haben. Bevor ich nicht weiß, wie diese im Detail aussehen,<br />
kann ich schlecht etwas über mein Abstimmungsverhalten sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nervt es Sie nicht, dass der Kanzler ständig Entscheidungen über<br />
politische Sachfragen mit seiner Person verknüpft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nerven ist der falsche Ausdruck. Ich halte es für falsch, weil damit<br />
keine Überzeugung durch inhaltliche Argumente mehr stattfinden kann<br />
und ein demokratischer Prozess sollte doch gerade von inhaltlichen Argumenten<br />
bestimmt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Erhoffen<br />
Sie sich in der Nach-Schröder-Ära Punkte durch ihre Aktion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Wer in der Politik etwas verändern will, muss auch mal anecken.<br />
Wenn man dann zuviel Sorgen hat, ob man noch &quot;Everybody`s Darling&quot;<br />
ist, ist man vielleicht am Ende &quot;Everybody`s Depp&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, Sie leisteten nur Widerstand gegen Schröders<br />
Reformen, um sich bekannt zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin 15 Jahre ehrenamtliches und aktives Mitglied meiner Partei. Daraus<br />
leite ich meine Berechtigung her, mich in inhaltliche Debatten einzumischen.<br />
Wenn Inhalte mit Personen verknüpft sind, halte ich Bekanntheit für<br />
ein notwendiges Übel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Welche politische Stellung möchten Sie anpeilen? Wenn Sie dies geschafft<br />
haben, welche Ziele wollen Sie erreichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Der zweite sozialdemokratische Ministerpräsident in der Geschichte<br />
Nachkriegs-Bayerns. <br />
Zu den Zielen: Die CSU für all ihre Skandale strafrechtlich zur Rechenschaft<br />
zu ziehen, auch auf die Gefahr hin, wesentlich mehr Gefängnisse bauen<br />
zu müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>140jahre:</b> Die<br />
SPD ist ja letzte Woche 140 Jahre alt geworden. Wie sehen denn die nächsten<br />
Jahre Sozialdemokratie aus? Neoliberal oder Sozialismus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Im Kaffeesatz lesen war ich noch nie besonders gut. Ich kämpfe dafür,<br />
dass die SPD sich weiterhin für eine Gesellschaft mit mehr Gleichheit<br />
und mit mehr Gerechtigkeit einsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>werter:</b> Welche<br />
Grundwerte der Sozialdemokratie sehen Sie in Gefahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich befürchte, dass die Werte Solidarität und Gerechtigkeit<br />
eine andere Bedeutung bekommen, ähnlich wie Sie bisher von konservativen<br />
oder liberalen Politikern verwandt worden sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zurück zur Realpolitik:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Realist:</b> Ist<br />
es sozial gerecht, wenn nicht mehr finanzierbare Sozialsysteme gegen die<br />
Wand gefahren werden und die Jüngeren dann trotz hoher Einzahlungen<br />
später kaum etwas bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist nicht so. Bloß weil dieses Schreckensbild fast täglich<br />
von interessierten Kreisen an die Wand gemalt wird, hat es mit der Realität<br />
wenig zu tun. Unser Sozialstaat basiert darauf, dass die Erwerbstätigen<br />
für alle (!) nicht Erwerbstätigen aufkommen. Der zu verteilende<br />
Kuchen wird laufend größer, er wird nur immer ungerechter verteilt.<br />
Da liegt das Problem.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mayer:</b> Die<br />
Reform der 400-Euro-Jobs nach den Vorschlägen von CDU und CSU erweist<br />
sich als Riesenerfolg: Nach ersten Schätzungen der zuständigen<br />
Bundesknappschaft in Cottbus sind seit dem vergangenen April rund 600.000<br />
neue Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor entstanden, davon circa<br />
30.000 im Privathaushalt. Was sagen Sie nun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Dass ich diese Zahl nicht glaube. In den Privathaushalten sind wir davon<br />
ausgegangen, dass Schwarzarbeit in legale Arbeit übergeführt<br />
wird. Neue Jobs haben dort kaum Platz gegriffen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Wäre eine große Koalition nicht das Gebot, um eine echte Agenda<br />
&quot;Ich helfe Deutschland&quot; auf den Weg zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Stichwort<br />
Bremen: Könnte eine Große Koalition auf Bundesebene die drängendsten<br />
Probleme nicht viel besser lösen als Rot-Grün contra Bundesrat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es kommt in erster Linie darauf an, was für eine Politik gemacht<br />
wird.<br />
Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur<br />
einen kurzen Gedanken an eine große Koalition rechtfertigen würde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Herr Pronold, was sagen Sie zu Herrn Steinbrück. Sind Sie persönlich<br />
ein Verfechter von Rot-Grün, oder kommt darauf an, dass genug rot<br />
dabei ist? Auch wenn etwas Gelb vielleicht die Stimmung in Berlin aufheizen<br />
würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mein Problem ist, dass bei Grün viel zu viel Gelb ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zur Agenda:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Die<br />
Parteispitze wird doch von den Parteimitgliedern gestützt und gewählt.<br />
Denken Sie wirklich, dass eine Mitentscheidung der Parteimitglieder auf<br />
solche Art und Weise stattfinden muss??? Ich als kleines Gemeinderatsmitglied<br />
trage die Entscheidungen mit, und durch die Wahl meines Delegierten entscheide<br />
ich, oder etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Parteispitze hat 1993 dafür gesorgt, dass es überhaupt ein<br />
Mitgliederbegehren in der SPD gibt. Viele Kommunalgesetze sehen auch Bürgerentscheide<br />
vor. Als Stadtratsmitglied habe ich nicht den Eindruck, dass Bürgerentscheide<br />
schlechtere Ergebnisse bringen, als Gemeinderatsbeschlüsse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie viele SPD-Abgeordnete werden denn Ihrer Ansicht nach mit Nein stimmen,<br />
oder knicken am Ende wieder alle ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das hängt davon ab, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie könnten es sich doch mal leisten, gegen den Kanzler zu stimmen.<br />
Die Agenda-Gesetze haben doch gute Chancen, dass auch Abgeordnete der<br />
Union zustimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union will die SPD von der Regierung wegbringen. Im Zweifelsfall wird<br />
es überhaupt keine Stimme von den Schwarzen geben. Wir brauchen eine<br />
eigene Mehrheit und die gibt es umso leichter, je mehr Kompromissfähigkeit<br />
auf allen Seiten da ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hat Sie Herr Müntefering in den vergangenen Tagen mal zum Thema &quot;Fraktionsdisziplin&quot;<br />
belehrt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Disziplin ist ja auch nicht bedingungslose Gefolgschaft.<br />
sondern hat für mich sehr viel mit dem Prozess vor der Mehrheitsentscheidung<br />
in der Fraktion zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Die Mehrheit<br />
der Deutschen will die Agenda 2010. Warum ignorieren Sie dies?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Mehrheit der Deutschen ist auch für Subventionsabbau. Als wir<br />
im Herbst das konkret in der Steuerpolitik angegangen sind, war die Mehrheit<br />
bei fast jeder Einzelmaßnahme dann für den Erhalt der Subventionen.<br />
Alle sind derzeit abstrakt für Reformen (ich übrigens auch).<br />
Die entscheidende Frage ist: Wie schauen die konkreten Schritte aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Wenn Schröder<br />
wieder die Vertrauensfrage stellen würde &#8211; würden Sie sich dann<br />
zu einem Ja zur Agenda 2010 hinreißen lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Keine andere Antwort als oben. Es kommt darauf an, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was dann auf dem Tisch liegt, dürfte doch hinreichend klar sein,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich wäre dem Moderator dankbar, wenn er mir die konkreten Gesetzesentwürfe<br />
geben würde weil bisher sind Sie noch nicht da.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Sie sind in ihrem eigenen Landesverband nicht ganz unumstritten &#8211; wie<br />
haben die bayerischen Jusos eigentlich auf das Mitgliederbegehren reagiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die bayerischen Jusos haben das Mitgliederbegehren ja eigentlich initiiert.<br />
In meinem Wahlkreis habe ich deutliche Unterstützung durch die örtliche<br />
Partei. Ansonsten führt ein Konflikt ja oft dazu, dass vorübergehend<br />
eine Polarisierung eintritt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>AberHallo-Mann:</b><br />
Au Backe, mit der SPD geht es ja bergab. Herr Pronold, wollten Sie schon<br />
mal die Partei wechseln. Und wohin wären Sie gegangen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Ich wollte noch nie die Partei wechseln. Ich kann mir nicht vorstellen,<br />
wie in Deutschland mehr Gerechtigkeit durchgesetzt werden soll, wenn die<br />
SPD dabei nicht die treibende Kraft ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Mir als eingefleischter Sozialdemokrat gefällt nicht, wie die CDU<br />
Politik macht. Sie blockiert alles, klar Sie ist die Opposition, aber<br />
kann Sie nicht einmal zusammenarbeiten? Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union wird bald im Bundesrat Zugeständnisse machen müssen.<br />
Ihre eigenen Länderhaushalte sind oft schon verfassungswidrig. Deshalb<br />
wird in der Steuerpolitik noch einiges an Bewegung geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die SPD verliert massiv an Mitgliedern, in Umfragen erreicht Sie nur noch<br />
25 Prozent. Wegen Leuten wie Ihnen, oder würden ohne Politiker wie<br />
Sie noch mehr von der Fahne gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist schwer zu beurteilen, wenn man es wirklich ernsthaft beantworten<br />
will, würde es mehr Raum brauchen. Ich bin deshalb aber auf den Start<br />
des Mitgliederbegehrens gekommen, weil ich in den Monaten zuvor viele<br />
aktive und langjährige SPD-Mitglieder vom Austritt abhalten musste,<br />
die über den Kurs und den Umgang innerhalb der SPD alles andere als<br />
begeistert waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Sehen Sie Ottmar Schreiner nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine<br />
als neuen Anführer der Parteilinken??? Oder wollen Sie diese Stelle<br />
einnehmen ???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,<br />
uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun &#8211; so<br />
die Internationale.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>free__spd:</b><br />
Wie ist es so als mit Abstand junger Bundestagsabgeordneter? Werden Sie<br />
von den Alteingesessenen ernstgenommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Da müssten Sie die fragen, nicht mich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Aber in Ihrer Wahrnehmung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich kann mich nicht beschweren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sitzen<br />
Sie eigentlich in irgendeinem Ausschuss? Wie Sieht ihre Arbeit im Bundestag<br />
aus, wenn Sie nicht gerade Mitgliederbegehren starten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin Mitglied im Finanzausschuss und darüber hinaus &#8211; wenn ich<br />
es spöttisch ausdrücken darf &#8211; &quot;verteidige&quot; ich als<br />
Mitglied des Untersuchungsausschusses die Bundesregierung gegen den Vorwurf<br />
des Wahlbetruges.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
und eine allerletzte:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Gehört die eben zitierte &quot;Internationale&quot; nicht auch zu<br />
dem verstaubten Image der Jusos?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Frage ist ja nicht, ob etwas alt oder verstaubt ist, sondern richtig<br />
oder falsch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen, vielen Dank Herr Pronold, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind. Den nächsten Chat gibt&#8217;s am kommenden Dienstag, 3.<br />
Juni, dann stellt sich Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) von<br />
17.30 bis 18.30 Uhr Ihren Fragen. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei<br />
sind. Einen schönen Abend wünscht das tacheles.02-Team.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Schönen Gruß an die rote Renate!</span></p>
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