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	<title>Landesmedienanstalten &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Landesmedienanstalten &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 14:44:32 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die digitale Revolution wartet auf niemanden – sie schreitet einfach voran. Und wir als Mediennutzer müssen uns anpassen. Gesagt, getan? Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur 38 Prozent der Deutschen ihre Internetkenntnisse als „gut“ oder „mittelmäßig“ einschätzen. So einfach ist es also wohl nicht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Schon wieder einer dieser schwammigen Begriffe, die einen viel zu großen Themenkomplex umfassen. Doch wie auch immer man den Begriff definiert: Medienkompetenz beschreibt eine Fähigkeit, die mit zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft immer wichtiger wird. MediennutzerInnen – egal ob alt oder jung – wird zunehmend abverlangt, nicht nur mehr Informationen zu konsumieren, sondern das Konsumierte auch weiter zu verarbeiten und kritisch zu hinterfragen. Aber auch das Wissen um die Entstehung von Technologie wird immer wichtiger. „Jeder muss ein Auto fahren können, aber nicht wissen, wie es zusammengesetzt ist“  &#8211; so wurde 2013 in Hamburg der Einführung von Informatik als Pflichtfach eine <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116363150/Protest-gegen-Kuerzungen-bei-Informatik.html">Absage erteilt.</a> Indessen stellen sich einige Bundesländer die Frage, ob Informatik obligatorischer Bestandteil des Lehrplans oder der kompetente Umgang mit Medien in alle Schulfächer integriert werden sollte. Für ältere Menschen hingegen geht es schlichtweg darum, ob sie in der Lage sein werden, weiterhin aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.</p>
<h3>Worum geht es also?</h3>
<p>Die Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags hat Medienkompetenz in ihrem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">Zwischenbericht</a> 2011 wie folgt <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">definiert</a>:</p>
<blockquote>
<p><i>„[Medienkompetenz ist] die Fähigkeit zum richtigen, angemessenen Umgang mit Medien und [gilt] somit als Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft.“</i></p>
</blockquote>
<p>Eine Wortbedeutung meint also das nötige Know-how für die Nutzung digitaler Medien. Wenn man der viel zitierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz">Definition der Medienkompetenz von Dieter Baacke</a> folgt, kann dieser Aspekt unter dem Begriff <b>Mediennutzung</b> subsumiert werden. Neu ist, dass User insbesondere im Hinblick auf digitale Medien zu  „Prosumenten“ werden, also zu Verbrauchern, die zugleich Produzenten sind. So ist Twitter beispielsweise mit seinem Retweet-Button voll auf die Reproduktion von Konsumiertem ausgelegt. Die meisten Online-Ausgaben deutscher Tageszeitungen oder Videoportale geben ihren Nutzern die Möglichkeit, das Gelesene oder Gesehene zu kommentieren – Interaktivität ist hier das Motto.<br />
Hand in Hand mit Mediennutzung geht, folgt man Baacke, die <b>Medienkunde</b>. Der Mediennutzer sollte ein Wissen darüber besitzen, welche Informationsquelle für welchen Informationszweck die richtige Wahl ist. Dass ein Wörterbuch und nicht ein Lexikon über ein fremdsprachliches Wort informiert, ist zwar ein einfaches Beispiel, muss aber in der Tat irgendwann erlernt werden. Das geschieht spätestens in der Schule, wenn SchülerInnen mit verschiedenen Informationsquellen und -methoden konfrontiert werden.<br />
Dieter Baacke konnte sich in den 1970er Jahren, als er seine Definition verfasste, sicher nicht vorstellen, welchen Wandel der Medienkompetenzerwerb durch die Entstehung neuer Technologien und Geräte durchmachen würde. Umso wichtiger ist im vergangenen Jahrzehnt die „instrumentell-qualifikatorische“ Dimension der Medienkunde geworden. So führt die Enquete-Kommission richtig an, dass derjenige <i>„[m]edienkompetent ist, [d]er mit vertretbarem Zeitaufwand selbstständig in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm Serienbriefe erstellen kann, ohne es zuvor gelernt zu haben“. </i>Es geht also nicht darum, zu verstehen, wie ein Gerät einer bestimmten Marke funktioniert – sondern darum, zu verstehen, wie Laptops, Tablets oder Smartphones generell strukturiert sind. Medienkunde ermöglicht die Teilnahme an der Informationsgesellschaft durch technisches Verständnis der Empfangsgeräte. Noch weiter gehen diejenigen, die Informatikkenntnisse für alle fordern – damit auch die „Technologie hinter der Technik“ verstanden wird und entsprechend selbstständig verändert werden kann.<br />
Diese Kompetenz würde die Menschen auch zur <b>Mediengestaltung</b> befähigen, namentlich die Fähigkeit, neue, kreative und ästhetische Varianten von bereits bestehenden Werken zu schaffen. Auch hier ist die Definition <a href="https://www.bpb.de/veranstaltungen/format/kongress-tagung/medienkompetenz-2014/181193/dieter-baackes-definition-von-medienkompetenz">nicht ganz klar umrissen</a> und kann erst durch das Aufkommen neuer Technologien umgesetzt werden. Bildbearbeitungsprogramme gelten als Paradebeispiel; der Umgang mit ihnen erfordert zugleich auch Medienkunde.<br />
Ein weiteres Element ist die <b>Medienkritik</b>, sie ist zentral für Informationsgesellschaften. In der schnelllebigen digitalisierten Welt kann jeder Akteur Informationen erzeugen und veröffentlichen. Der mündige Mediennutzer sollte in der Lage sein, diese zu bewerten und das analytische Wissen reflexiv auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Auch muss er in der Lage sein, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu begreifen.</p>
<h3>Warum das so wichtig ist</h3>
<p>Die Enquete-Kommission stellte fest: <em>„Kompetenz wird grundsätzlich überall dort zum Thema, wo sie nicht hinreichend vorhanden ist.“</em> Was die generellen Internetkenntnisse angeht, landen <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/8477_80451.aspx?utm_content=bufferc249e&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die Deutschen im europäischen Vergleich auf Platz 27</a>, wie eine aktuelle Bitkom-Studie festgestellt hat. Lediglich 38 Prozent der Deutschen geben an, mittelmäßige bis gute Internetkenntnisse zu haben, bei den Jüngeren sind es immerhin 72 Prozent. Gegen die Spitzenreiter Island (95 Prozent), Dänemark und Litauen (94 Prozent) sehen aber selbst die Jungen blass aus.<br />
Im internationalen Vergleich wird erneut deutlich, dass Kinder nicht als <a href="http://politik-digital.de/digital-natives-von-ureinwohnern-und-einwanderern/">„Digital Natives“</a> geboren werden. Auch wenn die frühe Gewöhnung an Technik es leichter macht, Neues zu erlernen, müssen sich auch die vermeintlichen Ureinwohner digital-mediale Kompetenzen erarbeiten. Das scheint in den Ländern an der Spitze des Rankings besser zu klappen. Der Vergleich zeigt auch, dass Kompetenzen zwar zum Teil vorhanden, aber durchaus ausbaufähig sind. Gerade Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, sollten großes Interesse an der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. In der Technologie- und Informatikbranche gibt Deutschland schon längst nicht mehr den Ton an. Länder wie Estland, Israel oder Südkorea hingegen sind in diesen Bereichen höchst innovativ, was der schulischen Förderung ebenso wie kontinuierlichen Fortbildungen zu verdanken ist.<br />
Ein anderer Aspekt betrifft die Teilhabe an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Es kann nicht ausschließlich die Aufgabe jedes Einzelnen sein, sich selbstständig in Medienkompetenz weiterzubilden. Hier ist auch der Staat gefragt, der Medienkompetenz mit zahlreichen Initiativen auf Bundes- und Länderebene fördert. So hat jedes Bundesland eine Landesmedienanstalt, die neben der Beaufsichtigung der Rundfunkanstalten auch für die Förderung von Medienkompetenz zuständig ist. Die durch Rundfunkgebühren finanzierten Landesmedienanstalten initiieren und betreuen Medienkompetenz-Projekte für verschiedene Zielgruppen.<br />
Die Landesanstalt für Medien in NRW gibt in Zusammenarbeit mit anderen Landesmedienanstalten das <a href="http://internet-abc.de/kinder/">Internet-ABC</a> heraus, das Eltern und Pädagogen Empfehlungen zur Medienerziehung ihrer Schützlinge gibt. Das Bundesfamilienministerium fördert die Kinder-Suchmaschine <a href="http://blindekuh.de/">„Blinde Kuh“</a>. <a href="http://www.klicksafe.de">Klicksafe</a>, eine Initiative der EU in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten, klärt über Sicherheit im Internet auf. Der Dachverband der Senioren-Organisationen gibt die Broschüre <a href="http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Wegweiser/rz_bagso_digitaler_wegweiser_84_seiter_einzelseiten_web.pdf">„Wegweiser durch die digitale Welt“</a> heraus, die vom ehemaligen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Eine Liste aller von Bund und Ländern geförderten Maßnahmen zum Erwerb von Medienkompetenz ist ab Seite 40 des Zwischenberichts der Internet Enquete <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">hier</a> abzurufen.</p>
<h3>Digitale Kompetenz ermöglicht Teilhabe</h3>
<p>Im Englischen heißt Medienkompetenz „digital literacy“, wörtlich übersetzt „digitale Alphabetisierung“. Es muss dafür gesorgt werden, dass nicht ein Teil der Bevölkerung zu digitalen Analphabeten wird. Denn diese Menschen könnten – wie jene, die nicht des Schreibens und Lesens mächtig sind – nicht voll an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben. E-Government-Maßnahmen oder Online-Wahlen stellen wichtige Chancen dar. Doch was, wenn ein älterer Mensch nicht die Medienkunde besitzt, um daran teilzuhaben? Das wäre eine vertane Chance, zumal virtuelle Behördengänge körperlich Eingeschränkten mehr Autonomie verschaffen könnten, weil sie nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen sind.<br />
Das Netz generiert Informationen in Echtzeit, aktueller als jede Tageszeitung oder Fernsehsendung. Wer nicht in der Lage ist, solche Angebote zu nutzen, hat einen Nachteil. Denn: Informationskultur bedeutet politische Teilhabe.<br />
Ebenso sind viele Menschen – spätestens seit dem NSA-Skandal – verunsichert, ob sie und ihre Daten online ausreichend geschützt sind. Verstärkte Aufklärung könnte zur Entdämonisierung des Netzes beitragen und dazu ermutigen, vertrauter mit der digitalisierten Welt zu werden und seine Vorteile stärker zur Erleichterung des täglichen Lebens zu nutzen.<br />
Oft wird die Digitalisierung der Gesellschaft mit der industriellen Revolution verglichen. Damals veränderten sich Fertigungsprozesse und -techniken – und mit ihnen die Lebenswelt der Menschen. Was damals ein Jahrhundert dauerte, geschieht heute um ein Vielfaches schneller. Die Menschen werden sich den rasanten technischen Veränderungen immer wieder anpassen müssen – ein Leben lang. Digitaler Medienkompetenzerwerb ist nichts für Ungeduldige und muss langfristig ein wichtiger Bestandteil bildungspolitischer Programme bleiben.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lukew/10430507184/in/photolist-gTH5oL-7vu4Uq-4Cf4Az-dYPPLV-qx9Kn-anHyXn-anLcHu-8272cg-anLArh-anLpJ5-4G6iyq-cSweR7-NRZZj-anHsXT-7t4jkq-cSf5LW-4KcxFC-dVKKrF-ob7eJr-bmbZgo-9s8vPL-dRfa29-ccjB1w-gS7w4S-eh7vF6-dRfa5C-9im8iV-3BMCAx-dakU8U-cJUp9j-dpu5tk-7A6MZA-gTHaLb-gVGFnK-dZzhhr-cJUpbJ-98iaso-nwWEow-anLiRL-ekYLQy-nSzmUw-fzT481-dT2ZE7-nSzG6L-9ipduJ-gS8eNF-gTH8Co-gTH2YL-cSf5UG-hQHV5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luke Wroblewski</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>&#034;Digital Natives&#034;: Von Ureinwohnern und Einwanderern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 14:35:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145433" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg" alt="girl_pc_bearb" width="640" height="280" /></a>Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn Jahren durch Internet und analoge Welt. Es ist an der Zeit, die Buzzwords beiseite zu legen und sich endlich mit den Inhalten zu beschäftigen.<b> </b><br />
Vor Kurzem veröffentlichte der Schweizer Blogger und Lehrer Philippe Wampfler einen Aufruf: „Bitte verzichtet auf den Begriff &#8216;digital natives&#8217;!“– und traf damit einen Nerv<b>. </b>Der Begriff „Digital Natives“ ist eigentlich ein alter Hut. Geprägt wurde er 2001 von dem Manager und Pädagogen Marc Prensky, der in einem Aufsatz mit dem Titel <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">„Digital Natives, Digital Immigrants“</a> forderte, Lehrer müssten sich auf eine Generation einstellen, die ihr ganzes Leben „umgeben von Computern, Videospielen, Handys und all den anderen Spiel- und Werkzeugen der Digitalen Ära“ verbracht hat. Prensky behauptete, Digital Natives verfügten als „Muttersprachler“ der digitalen Sprache nicht nur über profunde Kenntnisse im Umgang mit Technologie, sondern verarbeiteten Informationen auch fundamental anders als alle Generationen vor ihnen. Auch wenn Prensky seine Behauptungen nicht belegte und sich der Artikel vor allem wie ein Werbetext für die von ihm propagierte Methode des „Digital Game-based Learning“ liest, wurde die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants zu einem beliebten Aufhänger für Diskussionen über die Implikationen der Digitalisierung.<br />
Bis heute wird mit Vorliebe ein Generationenkonflikt heraufbeschworen zwischen denen, für die eine Trennung zwischen online und offline vermeintlich nicht mehr existiert, und denen, die nicht wie selbstverständlich bloggen, posten, twittern und chatten. Doch wie steht es eigentlich um die Fakten? Geht die „Netzgeneration“ wirklich so selbstverständlich und kompetent mit Technologie um? Und unterscheidet sich ihr Mediennutzungsverhalten tatsächlich grundsätzlich von dem der älteren User?</p>
<h3>Der Mythos bröckelt</h3>
<p>Laut <a href="http://www.initiatived21.de/2013/04/pressemitteilung-nonliner-atlas-2013-zahl-der-internetnutzer-steigt-wieder-nur-geringfugig-datenschutz-und-sicherheitsbedenken-sind-haufige-grunde-fur-nichtnutzung/">(N)Onliner Atlas 2013</a> haben 97 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen einen Internetzugang, von den 60- bis 69-Jährigen nutzen fast zwei Drittel das Netz, und bei den über 70-Jährigen sind die Offliner mit 70 Prozent deutlich in der Mehrheit. Dass jüngere Menschen das Internet stärker nutzen, ist also nicht abzustreiten. Die Studie fand allerdings noch mehr Ungleichheiten: zwischen Stadt und Land, Männern und Frauen, Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Bildungsabschluss, Armen und Reichen. Nicht nur das Alter hat einen Einfluss darauf, ob und wie man im Netz unterwegs ist, sondern eine Vielzahl sozioökonomischer Faktoren.<br />
Nun macht einen Menschen allein der Fakt, dass er einen Internetzugang besitzt, noch lange nicht zu einem Digital Native. <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-625126-2.html">Begeisterte Anhänger</a> des Begriffs preisen die „neue Generation“ als eine, für die das Internet nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein Kulturraum sei, den sie durch selbst generierte Inhalte, soziale Vernetzung und pausenlose Partizipation immer weiter ausbaue. Digital Natives hätten nicht nur eine ganz eigene Vorstellung von Freundschaft, Privatheit und Identität, sondern nutzten wie selbstverständlich die Möglichkeiten des Netzes, um ihre Meinung kund zu tun und aktiv Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Ein wirkmächtiges Bild &#8211; nur gibt es auch zur Mediennutzung junger Menschen mittlerweile zahlreiche Studien, die ganz deutlich dafür sprechen, dass es an der Zeit ist, den Begriff Digital Natives zu entmystifizieren.<br />
Zwar verbringen Jugendliche immer mehr Zeit im Netz, die Onlineaktivitäten ersetzen jedoch lediglich den Konsum klassischer Medien und nicht andere Freizeitaktivitäten. Nichtmediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden und Unternehmungen mit der Familie spielen weiter eine große Rolle. Wenn man die Nutzung des Netzes durch junge Menschen genauer betrachtet, wird außerdem deutlich, dass sie es eben nicht so proaktiv und andersartig anwenden, wie von Anhängern des Digital Natives-Konzepts behauptet. Den größten Stellenwert hat laut <a href="http://www.mpfs.de/?id=613">JIM-Studie 2013</a> der kommunikative Austausch über E-Mails, Chats und soziale Medien. Die kreative Produktion von Content ist im Alltag der jungen Generation unterdessen nur von marginaler Bedeutung.<br />
Es kann also keine Rede davon sein, dass die Nutzung des Internets durch alle seit 1980 Geborenen sich fundamental von der Nutzung durch ältere Menschen unterscheidet. Die Attribute, die den Digital Natives zugeschrieben werden, treffen höchstens auf eine kleine gesellschaftliche Elite zu, die sich nicht durch ihr Alter, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets auszeichnet. Einige „Silversurfer“ bewegen sich genauso sicher im Netz wie „Screenager“, entscheidend sind vor allem individuelle Interessen und sozioökonomische Faktoren.</p>
<h3>Digitale Kompetenz geht alle Altersgruppen etwas an</h3>
<p>Die Einteilung in Digital Natives und Digital Immigrants ist aber nicht nur faktisch falsch, sondern auch konzeptuell problematisch. Sie betreibt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering">„Othering“</a> und stellt unüberwindbare Gegensätze her, wo keine existieren. Nicht alle jungen Menschen lassen sich in eine Schublade stecken, <a href="http://henryjenkins.org/2007/12/reconsidering_digital_immigran.html">es gibt nicht die eine einzige Erfahrungswelt oder Identität</a>, die alle teilen. Vielmehr existieren in der Generation der vermeintlichen Digital Natives genauso wie im Rest der Gesellschaft Unterschiede im Bezug auf Online-Kompetenzen, Erfahrungen und Identitäten. Nur weil Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, möglicherweise weniger Hemmungen im Umgang mit neuen Medien haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sie auch kompetent anwenden können.<br />
Und das ist das eigentliche Problem an der Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants: Sie täuscht darüber hinweg, dass sich Kompetenzunterschiede im Umgang mit Medien durch das Nachrücken jüngerer Generationen nicht einfach von selbst erledigen, und sie vermittelt Älteren das Gefühl, sie seien qua Geburtsjahr vom technologischen Wandel ausgeschlossen. Bei all der berechtigten Euphorie über die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien darf aber nicht vergessen werden, dass das Wissen um die Potentiale, die die digitale Welt bietet, niemandem in die Wiege gelegt wird, sondern Jung wie Alt vermittelt werden muss. Womit wir beim Thema digitale Medienkompetenz oder „Digital Literacy“ angelangt wären – einem Bildungsbereich, der noch immer sträflich vernachlässigt wird.<br />
Digital Literacy meint die Fähigkeit, Inhalte und Kommunikationsprozesse in den digitalen Medien zu verstehen und einzuordnen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Umgang mit Medien wertvoll sind &#8211; damit ist der Medienkompetenzbegriff immer normativ. Bei der Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet darf es deshalb auch nicht darum gehen, aus einer elitären Perspektive heraus Menschen zu verurteilen, die kein Tech-Blog oder Twitteraccount betreiben und stattdessen lieber den neusten Promiklatsch lesen oder Kochrezepte herunterladen. Zu welchem Zweck und in welchem Umfang das Internet genutzt wird, ist schließlich immer noch Geschmackssache. Ziel muss es viel mehr sein, Menschen, jung wie alt, nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Mündigkeit im Umgang mit dem Medium Internet, also die kritische Rezeption der Inhalte und das Wissen über die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren, zu vermitteln. Denn obwohl das Erstellen von Content sicher nicht die einzig sinnvolle Nutzung des Netzes darstellt, gilt in der digitalen Welt genau wie in der analogen: Nur wer partizipiert, kann sich und seinem Anliegen Gehör verschaffen.</p>
<h3>Es fehlt ein schlüssiges Konzept</h3>
<p>Erst vor einigen Tagen erklärte die Bundesregierung in der <a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/">Digitalen Agenda</a>, die digitale Medienkompetenz aller Generationen stärken zu wollen, damit „sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann“. An koordinierten Programmen mangelt es aber bisher und die Digitale Agenda bietet auch nicht mehr als Absichtserklärungen. Einzig die Initiative „Ein Netz für Kinder“, die kindgerechte digitale Angebote fördert, wird als konkretes Projekt in dem Papier erwähnt. „Sichere Surfräume“ für Kinder zu schaffen, wie es das <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=131814.html">Bundesfamilienministerium</a> formuliert, ist eine nette Idee, viel relevanter wäre es jedoch, generationenübergreifend Kompetenzen für ein aufgeklärtes Surfen auch außerhalb von Schutzräumen zu vermitteln. Bereits im Oktober 2011 hatte die Internet-Enquete in einem Zwischenbericht angemahnt, die Förderung von Medienkompetenz sei eine wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, und hatte eine bessere Vernetzung einzelner geförderter Initiativen sowie neue Bildungskonzepte und Aufklärungskampagnen gefordert. Doch seither hat sich wenig getan. Dazu, wie Jugendlichen von klein auf ein aufgeklärter Umgang mit digitalen Medien mitgegeben werden kann oder wie ältere Menschen für digitale Entwicklungen begeistert werden können, fehlen kohärente Konzepte. Die Förderung der Medien- und Informationskompetenz in der Praxis wird weitgehend den Landesmedienanstalten, privaten Vereinen und einzelnen Initiativen überlassen. Inwieweit und vor allem wie tiefgreifend digitale Medienkompetenz in Schulen vermittelt wird, ist ebenfalls Glückssache und hängt häufig von den Kenntnissen und vom Einsatz einzelner Lehrer ab.<br />
Dabei wäre ein schlüssiges Konzept zur Kompetenzvermittlung für alle Altersschichten wichtiger denn je. Allein der Umstand, dass immer mehr Informationen nur noch online verfügbar sind, sei es zu Anträgen beim Jobcenter oder zu Versicherungspolicen, und Entscheidungs- wie Beteiligungsprozesse durch Online-Petitionen, Bürgerhaushalte oder öffentliche Konsultationen zunehmend digitalisiert werden, macht deutlich, wie wichtig ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien wirklich ist. Zudem ist die Vermittlung von Medienkompetenz die einzig praktikable Antwort auf viele „Gefahren“ des Netzes wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Falschinformationen, die durch technische Mittel schwer zu bannen sind. Deshalb reicht es nicht, auf binäre Kategorien zurückzugreifen und sich damit abzufinden, dass einige nun mal Digital Natives und andere Digital Immigrants sind. Bildungsangebote und ein gleicher Ressourcenzugang für alle können dafür sorgen, dass jeder im Netz „heimisch“ werden kann.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/benchan/10904338893" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benjamin Chan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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