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	<title>Last Tuesday &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Last Tuesday &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;Man müsste wirklich mal was Kaputtes machen&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahissen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Last Tuesday]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Lütgert]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
Der &#34;First Tuesday&#34; der New Economy bekommt Konkurrenz. Seit letztem
Monat trifft man sich im Berliner _lab zum &#34;Last Tuesday&#34;. Sebastian
Luetgert, einer der &#34;Last Tuesday&#34;-Gruender, sprach mit politik-digital
über Sinn und Zweck der Veranstaltung und die Zukunft des Internet.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Der &quot;First Tuesday&quot; der New Economy bekommt Konkurrenz. Seit letztem<br />
Monat trifft man sich im Berliner _lab zum &quot;Last Tuesday&quot;. Sebastian<br />
Luetgert, einer der &quot;Last Tuesday&quot;-Gruender, sprach mit politik-digital<br />
über Sinn und Zweck der Veranstaltung und die Zukunft des Internet.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Gespräch mit Sebastian Lütgert, Mitbegründer des &quot;Last Tuesday&quot;</b><br />
</span></p>
<p>
<!--


<table border="0" align=left  width=120 cellpadding=0 cellspacing=0>
	

<tr>
		

<td width=120><img decoding="async" src="images/gbettin.jpg" width=117 height=158 border=1 hspace=0 vspace=0 alt="Grietje Bettin"></td>


		

<td rowspan=2><spacer type=block width=10 height=1></td>


	</tr>


	

<tr>
		

<td bgcolor=#e0e0e0><font FACE="Arial,Helvetica" size=1 color="#333333">
		Grietje Bettin </font></td>


		

<tr>
		</table>


		-->
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine leere Fabrikhalle, ein paar PCs, ein Kaffeautomat: Das ist das _lab in Berlin. &quot;Keine<br />
		Scholz&amp;Friends -Etage&quot; wie es Sebastian Lütgert, Berliner Kulturwissenschaftler, formuliert.<br />
		Trotzdem &#8211; oder gerade deshalb? &#8211; arbeiten hier einige der hellsten Köpfe, die die Internetszene<br />
		in Deutschland hervorgebracht hat.<br />
		<br />
		Vor kurzem hat man den &quot;Last Tuesday&quot; ins Leben gerufen. Anders als beim ungleichen<br />
		Zwillingsbruder, dem&quot;First Tuesday&quot;, wo sich die new economy regelmäßig zum Monatsanfang selber<br />
		auf die Schulter klopft, geht es hier nicht um&#8217;s Geld verdienen. Außer beim Getränkeverkauf.<br />
		Ansonsten kann man laut Einladung&quot;mp3-cds mitbringen und tauschen&quot;, &quot;neue viren aus asien testen&quot;<br />
		oder einfach nur &quot;den duemmsten dotcom brand waehlen&quot;.<br />
		<br />
		Was die Macher des &quot;Last Tuesday&quot; ein wenig verblüfft hat, ist die starke Presse-Resonanz auf<br />
		die Veranstaltung. Es scheint, als sei die Medienwelt die immer neuen Jubelmeldungen aus der<br />
		Start-up-Branche müde. Der SPIEGEL zum Beispiel richtete bereits hämisch einen<br />
		&quot;Friedhof der dotcoms&quot; ein. Folglich stürtzt man sich jetzt auf<br />
		jene, die scheinbar das Gegenteil der aalglatten dotcom Karrieristen verkörpern. Aber war das<br />
		wirklich so gemeint? Sebastian Lütgert sieht die ganze Angelegenheit, wie überhaupt die Euphorie<br />
		um Internet und co, eher unaufgeregt.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
		<b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Wo ist die Idee zum &quot;Last Tuesday&quot; geboren worden?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Also, wenn ich mich nicht ganz täusche ist es mal geboren worden in irgendeinem<br />
		nächtlichen Gespräch in irgendeinem Hof. Da war einfach die Idee: was gibt es im Moment für<br />
		Optionen Veranstaltungen in Zeiten von &quot;First Tuesdays&quot; zu machen. Man hört ja auch schon, dass<br />
		diese ganze First Tuesday-Sache niemanden mehr so richtig begeistert und man konnte schon fast<br />
		so ein bisschen mitleidig beobachten, wie schlecht das in Deutschland geht, wirklich Erfolg zu<br />
		haben im Netz. Die Überlegung war: man müßte wirklich mal was Kaputtes machen. Es ist auch aus<br />
		so einem Gedanken heraus, dass es für die kritische Debatte über  Netzthemen eigentlich gar<br />
		keinen Ort in Berlin gibt, wo man das offline machen kann. Man kann toll im Netz debattieren,<br />
		aber so einen offenen, etwas formalisierteren Ort, wo das nicht ständig über Präsentationen<br />
		läuft, gibt es noch nicht.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b>Was steht denn eher im Vordergrund, sich mit anderen austauschen oder<br />
		soll &quot;Last Tuesday&quot; auch ein Zeichen setzen gegen den Kapitalismus im Netz?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Gegen den Kapitalismus im Netz Zeichen zu setzen ist, glaub ich, ein bisschen<br />
		schwierig. Und andererseits wäre bloß Zeichen zu setzen auch wieder nicht genug. Ich bin selbst<br />
		ziemlich  mißtrauisch gegenüber allen, die versuchen sich zu schmücken mit Oppositions- oder<br />
		Widerstandsbegriffen, solche angeblichen Netz-Medien-Guerillas. Zumindest  wäre es mir in<br />
		unserem Fall ziemlich suspekt, weil ich glaube, dass Opposition oder Guerilla oder gegen den<br />
		Kapitalismus zu sein  etwas anderes bedeuten würde, als hier einmal im Monat den Leuten ein paar<br />
		Bier zu verkaufen. Aber ich denke schon, dass es natürlich um eine Beschreibung oder Kritik von<br />
		kapitalistischen Zuständen geht.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Waren sie schon mal auf einer &quot;First Tuesday&quot; &#8211; Veranstaltung? Haben<br />
		sie da Kontakte?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Nein, da war ich noch nicht. Kontakt&#8230;ist ein bisschen viel gesagt. Aber diese<br />
		ganzen Felder sind ja unglaublich dicht benachbart. Von daher ist auch jetzt dieser &quot;Last Tuesday&quot;<br />
		keine Bastion gegen etwas anderes. Also das ist jetzt nicht so scharf gegen den &quot;First Tuesday&quot;<br />
		gerichtet. Vielleicht eher am &quot;First Tuesday&quot; vorbei.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Steckt eine bestimmte politische Richtung hinter dem &quot;Last Tuesday&quot;?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Da verbindet sich schon eine politische Richtung mit, aber jetzt nicht so im<br />
		klassischen Sinne. Ich glaube, dass es so einen linken Affekt gibt gegen Risikokapital und gegen<br />
		Spekulation, der dann auch Internetökonomie als Spekulationsblase beschreibt und zu ehrlicheren<br />
		Formen von Arbeit zurück will. Der ist mir einerseits völlig fremd  und den halte ich andererseits<br />
		auch nicht für links. Ich glaube eher, wenn das etwas politisches hat, dann auf einer formalen<br />
		Ebene. Dass man sich natürlich keine farbigen Sticker ans Revers heftet und über Geld, Ideen und<br />
		Kontakte redet, sondern sich hin setzt und guckt: was ist in der letzten Woche im Netz passiert,<br />
		was ist interessant?  Wie schafft man es, keine Mysterien aufzubauen um dieses Ding &quot;Internet&quot;?<br />
		Wie zeigt man das Netz auf eine Art und Weise wie es ja auch eigentlich ist: schmutzig und kaputt<br />
		und oft funktioniert es nicht und ist langsam. Das finde ich dann eher politisch oder links.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Der &quot;First Tuesday&quot; wird ja eher aus dem liberalen Spektrum heraus<br />
		unterstützt. Wenn jetzt hier einer reinkäme von den Grünen oder von der PDS, die sich ja auch<br />
		gerne mit solchen Projekten schmücken, und würde sagen: &#8216;Wir promoten das&#8217;,  würdet ihr darauf<br />
		einsteigen?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Das würde keinen Sinn machen, weder für uns noch für die Partei. Es kann<br />
		natürlich jeder kommen, weil ihn das Thema interessiert, aber zur Parteipolitik, ich glaube<br />
		nicht, dass es da auch nur irgendeinen Link gibt. Ich halte jetzt auch die Grünen nicht für<br />
		weniger liberal als die FDP oder die SPD für weniger rechts was netzpolitische Vorstellungen<br />
		angeht als die CDU. Ohne gleich sagen zu wollen: das ist alles gleich. Es gibt schon noch<br />
		Unterschiede, aber der Last Tuesday ist viel zu brüchig und viel zu fragil und wir können ja<br />
		auch ganz schnell wieder verschwinden. das ist politisch einfach auf einer Ebene, die mit<br />
		Parteipolitik nichts zu tun hat.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Was ist denn eure Vorstellung vom Internet, wenn man kein Geld damit<br />
		verdient?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>:Ich finde es gibt einfach unglaublich viele interessante Dinge, die man mit dem<br />
		Internet machen kann. Und nur bei ganz wenigen davon fällt Geld ab. Ich finde es frappierend,<br />
		und das ist in Deutschland vielleicht noch stärker als in den USA, was für ein konzeptuelles<br />
		Elend herrscht bei Buisiness-Ideen fürs Internet. Ich finde das nicht interessant. Ich glaube<br />
		unsere Vorstellung vom Netz wäre dann schon, die von Sachen, die ziemlich interessant sind, die<br />
		diesem Businessmodell entgegenlaufen. Wie das relativ freie Verteilen von allem, was digitale<br />
		Daten sind, das Herstellen von Software die wirklich interessant ist.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Und was macht ihr mit dem Internet?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Ich mache zum Beispiel rolux.org. Das ist ein Art Archiv und eine Mailingliste,<br />
		wo man einen Einblick in ein paar Formen von Kritik, die das Internet möglich macht, bekommen<br />
		kann. Nicht primär um irgendetwas zu verkaufen. Das ist viel interessanter als irgendwelche<br />
		Websites, wo andere ökonomische Modelle herrschen, wo sich andere Formen von Intensität<br />
		herstellen, die mir echt abgehen. Es gibt viel zu wenig Glamour, es ist irrsinnig bieder,<br />
		irrsinnig dünn, irrsinnig esoterisch, so dass man mit Leuten nicht sprechen kann, ein<br />
		irrsinniges Brimborium um Business-Pläne. Nicht dass ich es nicht schick fände, wenn man mit<br />
		nichts Geld verdienen kann. Das ist natürlich toll, aber meistens ist das dann auch noch so<br />
		geerdet in  eine blöde 50er- Jahre mäßige Ärmelhochkrempeln, Häuslebauen-Konzeption wie man so<br />
		Start-ups macht. Und grade so ist Internet nicht. Internet würden wir vielleicht als Medium von<br />
		Verschwendung benutzen.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Finden der Start-up Boom und die Internet-Euphorie irgendwann mal ihr<br />
		Ende? Momentan herrscht ja die Stimmung vor, dass ein jeder überall vernetzt sein muss, wenn er<br />
		es zu was bringen will.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Ich kann mir das nicht vorstellen, dass das so hipp ist. Man scheint das<br />
		manchmal schon so zu imaginieren, wenn man Zeitungen liest, in denen Internet als hipp<br />
		dargestellt wird. Aber die Hauptattribute des Internet sind im Grunde doch: dreckig , langsam,<br />
		ungesund. Es gehen immer Daten verloren. Der &quot;Last Tuesday&quot; beruht letztendlich auf der Annahme,<br />
		dass immer Daten verloren gehen. Aus einem bestimmten Blickwinkel sind wir auch viel<br />
		optimistischer als der &quot;First Tuesday&quot;. Der &quot;First Tuesday&quot; ist wenn ich mir das so überlege<br />
		wirklich eine pessimistische Veranstaltung, weil sie immer schon, zumal in Deutschland, davon<br />
		ausgeht, dass es bald vorbei ist. Diese Vorstellung von einer Blase, die bald platzt und dass<br />
		man jetzt noch grade alles mitnimmt. Das ist eine völlig pessimistische Veranstaltung, während<br />
		der &quot;Last Tuesday&quot; optimistischer ist. Weil man drauf vertraut, dass Daten verloren gehen, dass es<br />
		einen Netzstau gibt, dass es länger dauert, man vom Wege abkommt, wenn Links veralten, die<br />
		Verbindungen nicht mehr stimmen, die Browser nicht mehr erhältlich sein werden. Das ist schon<br />
		eher so ein Optimismus&#8230;oder vielmehr so eine Fassungslosigkeit oder so ein Erheiterung<br />
		gegenüber dieser Internet-Euphorie.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Wo liegt denn jetzt der Unterschied zwischen First und Last Tuesday?<br />
		Gibt es den überhaupt?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Eigentlich steht unser Denken nicht in der Opposition zum &quot;First Tuesday&quot;.<br />
		Wir machen bloß etwas völlig anderes. Was gibt es für einen größeren Gegensatz als einen Optimismus<br />
		gegenüber einem Pessimismus?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Und warum ist euer Modell optimistisch und das andere pessimistisch?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Der First Tuesday geht aus von einer extremen Knappheit. Von einer Knappheit an<br />
		Geld, deswegen muss man sich anstrengen welches zu kriegen, von einer Knappheit an domains, an<br />
		Zeit, wenn du in zwei Jahren nicht verkauft hast bist du raus. Es ist alles knapp und in Eile,<br />
		während hier alles im Überfluss vorhanden ist. Es gibt einen Überfluss an Internet, obwohl wir<br />
		hier bis jetzt erst eine ISDN-Leitung liegen haben. Es gibt Überfluss an Zeit, eine Vergeudung<br />
		an Energie, dass ist viel optimistischer, finde ich. Insofern ist Überfluss natürlich immer<br />
		schon &quot;links&quot;, irgendwie, Knappheit ist immer &quot;rechts&quot;. Aber das lässt sich jetzt schwer<br />
		runterbrechen auf so ein Parteienspektrum.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Aber das Konzept ist nicht unbedingt erfolgsorientiert, Erfolg im<br />
		materiellen Sinne.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Was heißt Erfolg? Diese Konzeption von Erfolg, wie sie bei Start-ups herrscht,<br />
		die teile ich nicht. Ich halte das nicht für gut da mit solchen grünen, gelben, blauen Teilen am<br />
		Revers in irgendeinem Hotel rumzulaufen, mit der Gewissheit, dass es neun von zehn Start-ups<br />
		binnen einem Jahr raus haut. Für mich sieht Erfolg anders aus als &quot;lets-buy-it dot com&quot;. Anders<br />
		als an irgendwas drei Jahre zu sitzen und es dann doch nicht an die Börse zu schieben.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Und wie sieht Erfolg aus?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Erfolg sieht so aus, dass du es schaffst, in einer Stadt beispielsweise wie<br />
		Berlin, verbindliche Zusammenhänge zu schaffen, von Leuten und Orten. Neue Vorstellungen zu<br />
		initiieren, wie Leute arbeiten können, publizieren können, ihre Kunst, ihre Texte oder ihre<br />
		Websites herstellen können und diese Menschen auszustatten mit einer Infrastruktur, die<br />
		benutzbar ist. Erfolg ist, wenn es klappt, über Jahre hinweg Sachen oder Räume zu machen, in<br />
		denen verbindliche Debatten stattfinden und man weiß, dass man nicht verarscht wird. Man weiß,<br />
		es spielt keiner ein blödes Spiel mit einem. Nicht, dass das beim First Tuesday so wäre, das<br />
		weiß ich nicht. Aber so was herzustellen über eine längere Zeit und davon dann auch Leben zu<br />
		können, das wäre schon Erfolg. &quot;Last Tuesday&quot; soll schon erfolgreich sein.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Wie geht es weiter mit dem Internet? Müssen wir alle online gehen?<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Diese Frage ob man das muss, dieser Druck, das ist vielleicht ein bisschen so<br />
		wie mit der Raumfahrt in den 60ern. Damals haben alle gesagt, Raumfahrt ist das große Ding und<br />
		wir werden auf den Mond fliegen und auf den Mars&#8230;<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b>  Aber da hat man doch nicht gesagt, jedes Kind kriegt seine Mondsonde.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Doch. Ich hatte in den 70er Jahren so ein Kinderbuch, das hieß &quot;Unsere Welt&quot; und<br />
		da war beschrieben, dass es Raumstationen geben würde, da würden dann Millionen von Menschen<br />
		drin wohnen. Also ein bisschen ist das mit dem Netz ja dann auch so. Die Situation jetzt ist<br />
		besser, weil jeder so ein bisschen mitmachen kann. Ich glaube nicht, dass es das Internet in zehn<br />
		Jahren noch geben wird. Und ich glaube nicht, dass das Verschwinden auf die Weise geschehen wird,<br />
		wie das jetzt diese wireds und dotcoms hoffen, nämlich dass jeder sein kleines Netzgerät in der<br />
		Tasche haben wird und dass man das Netz gar nicht mehr wird sehen können, weil es überall ist.<br />
		Ich glaube das wird noch mal ganz anders verschwinden. Also, ich finde diesen Hype schon<br />
		ziemlich lächerlich. Das trägt es nicht. Es ist halt ein Hype und das sagt ja auch schon<br />
		irgendwie aus, dass es irgendwann wieder vorbei ist. Dass man hinterher so ein bisschen<br />
		ernüchtert vor dem ganzen steht. Und das macht Last Tuesday sicher nicht. Der &quot;Last Tuesday&quot; ist<br />
		von diesem Hype nicht abhängig. Er beobachtet ihn, er schrammt an ihm lang, er wärmt sich<br />
		vielleicht so ein bisschen daran oder er ist ganz angewidert, aber er ist nicht davon abhängig.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b> Wie geht&#8217;s jetzt weiter mit dem &quot;Last Tuesday&quot;? Die erste<br />
		Veranstaltung war ja ein Erfolg.<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Lütgert</b>: Also ich fand das echt überraschend. Wir haben auch erst gemerkt, seit wir<br />
		diesen &quot;Last Tuesday&quot; machen, dass einem dann plötzlich Leute die Türen einrennen, so<br />
		Wirtschafts- und Internet-Wirtschaftsmagazine, die das echt klasse finden. Wo du erst mal merkst<br />
		auf was für einem dünnen Eis dieser &quot;First Tuesday&quot; operiert. Da machst du einmal was, also das<br />
		war wirklich nichts Großes, und  solche Leute fahren dann so schnell darauf ab. Was eigentlich<br />
		schade ist, weil ein Last Tuesday braucht ja auch einen &quot;First Tuesday&quot; irgendwie, sonst macht<br />
		das keinen Sinn. Es sieht echt ein bisschen so aus, als hätte der &quot;First Tuesday&quot; drauf gewartet.<br />
		Na, dann muss man eben gucken, wie bei einer Ehe, wie man miteinander auskommt. Da kann man<br />
		dann ja vielleicht so eine Art Botschafter entsenden. Der &quot;Last Tuesday&quot;-Botschafter auf dem<br />
		&quot;First Tuesday&quot;&#8230;<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
		politik-digital:</span></b>  Herr Lütgert, wir danken ihnen für dieses Gespräch.<br />
		<br />
		</span>
		</p>
<p>
		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
		Der &quot;Last Tuesday&quot; (www.rolux.org/lasttuesday) findet jeden letzten Dienstag im Monat ab 20 Uhr<br />
		im _lab, Ziegelstraße 23, statt, wird unterstützt von mikro e.V. (www.mikro.org) und zur Zeit<br />
		organisiert von Sebastian Lütgert, Natascha Sadr Haghighian, Pit Schultz und Erik Stein.<br />
		<br />
		</span>
		</p>
<p>		<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview führte Alexandra Hissen.</span></p>
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