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	<title>Lebenslanges Lernen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Lebenslanges Lernen &#8211; politik-digital</title>
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		<title>“Unsere Vision heißt virtueller Schreibtisch“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Feb 2018 15:03:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Uni noch mit dem Rechenschieber gelernt und zu Hause schon mit dem ersten „Heimcomputer“ gearbeitet. Hermann Schumacher, Leiter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weiterbildung.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154216" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Weiterbildung.jpeg" alt="Weiterbildung" width="619" height="280" /></a><br />
In der Uni noch mit dem Rechenschieber gelernt und zu Hause schon mit dem ersten „Heimcomputer“ gearbeitet. Hermann Schumacher, Leiter der School of Advanced Professional Studies (SAPS) der Universität Ulm, argumentiert im Interview, warum einmal studieren im Leben vielleicht nicht mehr ausreicht.</p>
<p>Der Wandel der Arbeitswelten ist in diesem Jahr Thema des Wissenschaftsjahres 2018. Auch auf der Bildungsmesse didacta wird vermehrt der Frage nachgegangen, inwiefern die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert bzw. verändern wird, welche Jobs durch die Automatisierung noch in 10 Jahren existieren und wie sich beispielsweise Unternehmen und Universitäten auf diese Veränderungen vorbereiten können. Gerade die berufliche Weiterbildung rückt hier immer mehr in den Vordergrund. Doch wie genau sieht ein Weiterbildungsprogramm aus? Und für wen ist so ein Programm sinnvoll? Hermann Schumacher erklärt die Bedeutung und Chancen von Weiterbildungsprogrammen für Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Er veranschaulicht, wie Lernformate wie „Blended-Learning“ die Lehre bei solchen Programmen unterstützen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/schumacher_hermann-Kopie.jpg"><img decoding="async" class="  alignnone wp-image-154227" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/schumacher_hermann-Kopie.jpg" alt="" width="180" height="238" /></a><strong>Hermann Schumacher ist Professor für Elektrotechnik und Leiter der School of Advanced Professional Studies (SAPS) der Universität Ulm.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital e.V.: Die Universität Ulm hat seit 2011 ein Zentrum für berufsbegleitende universitäre Weiterbildung. Was ist der Hintergrund dieser Weiterbildungseinrichtung?</h3>
<p><em>Hermann Schumacher:</em> Die Universität Ulm bietet bereits seit 1997 Weiterbildungskurse an, vor allem im Bereich der Medizin (zum Beispiel für den Fachkundenachweis Notfallmedizin) oder auch Finanzdienstleistungen (zum Beispiel Lebensversicherungsmathematik). Diese Angebote machte und macht ein eingetragener Verein, die Akademie für Wissenschaft, Wirtschaft und Technik an der Universität Ulm e.V. Es tauchte aber mehr und mehr der Wunsch auf, auch echte Studienabschlüsse (Master) anzubieten. Das ist aber für einen privaten Verein schwierig. Deshalb haben wir die School of Advanced Professional Studies aus der Taufe gehoben, die eine Einrichtung der Universität ist und deshalb im öffentlich-rechtlichen Bereich agiert. Hier bieten wir aktuell vier Master-Studiengänge an.</p>
<p>Hochschulen bieten Weiterbildung an, weil es zunächst einmal ihre gesetzliche Aufgabe ist. Zudem wird Weiterbildung für die Hochschulen immer wichtiger, weil unsere Arbeitswelt sich immer stärker und schneller wandelt, sodass das einmal Gelernte immer schneller ergänzt werden muss. Und wer könnte das besser als die Hochschulen, an denen ja viel von dem neuen Wissen durch Forschung entsteht?</p>
<h3>Wie sieht so eine berufsbegleitende Weiterbildung konkret aus?</h3>
<p>Berufsbegleitend bedeutet, dass das Studieren mit dem Beruf vereinbar sein muss. Deshalb bieten wir vieles online an, sodass unsere Studierenden in ihrer Freizeit, zuhause oder auch auf Dienstreise, lernen können. Aber es ist auch wichtig, ab und zu mal mit den Lehrenden zusammenzutreffen oder vielleicht auch mal was im Labor zu machen. Deshalb gibt es vereinzelte „Präsenztermine“, meist freitags und samstags. Diese Kombination aus Online und Präsenz nennt man „Blended Learning“.</p>
<p>Ein anderes Problem für Berufstätige ist, dass sie nicht immer gleich viel Zeit für das Studieren haben – in einem Semester mal mehr, in einem anderen weniger oder auch gar keine Zeit. Deshalb ist unser Studium in Modulen organisiert und man bezahlt nur für die Module, die man auch tatsächlich belegt.</p>
<p>Das berufsbegleitende Studium muss nämlich im Gegensatz zum grundständigen Studium bezahlt werden. Die Gebühren berechnen sich nach dem Aufwand, welches ein Modul macht, also im wesentlichen nach der Anzahl der Leistungspunkte.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Berufswelt ändert sich rasant, und wer sich da nicht weiterbildet, hat mittelfristig keinen Job mehr.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Welche Chancen bietet ein Weiterbildungsprogramm Studierenden für ihre Berufslaufbahn?</h3>
<p>Zunächst einmal sind unsere berufsbegleitende Studierende sehr zielorientiert, denn das Studium ist für sie ja ein ganz erheblicher finanzieller und zeitlicher Aufwand, neben dem Berufsleben und der Familie. Was sie sich erhoffen, hängt sehr vom Einzelfall ab – auch darauf muss die Weiterbildung flexibel eingehen. Für manche ist es die Möglichkeit, zu ihrem Bachelor-Abschluss noch den Master nachzuholen und dadurch bessere Aufstiegschancen zu haben. Manche wollen sich im Hinblick auf den aktuellen oder auch einen angepeilten Job das nötige Spezialwissen aneignen. Diese Studierenden absolvieren dann keinen ganzen Masterstudiengang, sondern nur einzelne Module oder auch ein Diploma of Advanced Studies, ein sogenanntes „Nano-Degree“, das mit 30 Leistungspunkten etwa 1/3 so lang ist wie ein Master. Für andere ist das berufsbegleitende Studium eine Chance, ihrer Karriere eine andere Richtung zu geben, beispielsweise eine Wissenschaftlerin, die sich durch einen Abschluss im Bereich Wissenschaftsmanagement die Möglichkeit eröffnet, in Zukunft eher im Management von Wissenschaftsorganisationen zu arbeiten. Oder der Pädagoge, der sich in unserem neuen Angebot „Instruktionsdesign“ auf die Realisierung von Online-Lehre vorbereitet, einer Sparte, die es zu seinen Studienzeiten vielleicht noch gar nicht gab.</p>
<h3>Warum sollten Arbeitgeberinnern und Arbeitgeber die berufliche Weiterbildung fördern?</h3>
<p>Ganz einfach: Weil in der Berufswelt Stillstand Niedergang bedeutet. Digitalisierung beispielsweise ist nicht nur ein Schlagwort. Datenanalyse oder der Einsatz großer Sensornetze machen die Produktion und auch andere Geschäftsprozesse transparenter, schneller, effektiver. Die Konkurrenz nutzt solche Verfahren. Wenn das eigene Unternehmen es nicht tut, wird es verschwinden. Und neue Prozesse brauchen neue Kompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.</p>
<h3>Inwiefern unterscheidet sich ihre Arbeit als Hochschullehrer für Weiterbildung Studiengängen zur „klassischen“ Hochschullehre?</h3>
<p>Die klassische Vorlesung gibt es dort nicht mehr. Die entsprechenden Inhalte sind als Videos aufbereitet und/oder in ausführlichen Skripten enthalten. Als Hochschullehrer sind wir eher Lernbegleiter, die die Studierenden per Email betreuen, Online-Sprechstunden in einem Videokonferenzformat abhalten, die Lösungen von Aufgaben kommentieren oder auch im Rahmen von Präsenzveranstaltungen Fallstudien besprechen. Allerdings muss ich sagen, dass sich diese Art von Lehre allmählich auch im „klassischen“ Studium breitmacht, vor allem in Masterstudiengängen. Studierende sollen schließlich lernen, mit dem Wissen kompetent umzugehen und nicht den Vorlesungsstoff nachzubeten.</p>
<h3>Wie nutzen Sie dabei MOOCs und andere e-Learning Plattformen?</h3>
<p>MOOCs, also Massive Open Online Courses, bieten wir nicht an. Alle unsere Angebote verfolgen das Blended-Learning-Modell, wie oben beschrieben, mit intensiver, individueller Betreuung. Dafür zahlen unsere Studierende gutes Geld.</p>
<p>E-Learning-Plattformen nutzen wir nicht nur, wir entwickeln sie weiter. Unsere Vision heißt „virtueller Schreibtisch“. Dazu haben wir eine ganze Reihe Werkzeuge mit einem Cloudspeicher verknüpft. Die bekannte e-Learning-Plattform „Moodle“ bildet einen Schwerpunkt. Hier werden Videos, Skripte, Selbsttests usw. angeboten. Moodle ist mit dem e-Portfolio-System „Mahara&#8221; verknüpft, in dem Studierende ihren Lernfortschritt dokumentieren und mit anderen teilen können. Ihre Dokumente können sie in der Cloud speichern (das Open-Source-System OwnCloud) und mit anderen gemeinsam bearbeiten. Wir stellen auch von Moodle unabhängige Kalender- und Forumslösungen bereit. Für Videokonferenzen steht, in Moodle integriert, die Open-Source-Lösung „Big Blue Button“ bereit.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Als Hochschullehrer sind wir eher Lernbegleiter, die die Studierenden per Email betreuen, Online-Sprechstunden in einem Videokonferenzformat abhalten, die Lösungen von Aufgaben kommentieren oder auch im Rahmen von Präsenzveranstaltungen Fallstudien besprechen.&#8221;</h4>
</blockquote>
<p>Besonders stolz sind wir auf unseren Remote-Tool-Server auf Basis des Open-Source-Programms Guacamole. Hier kann der Studierende über einen (fast) beliebigen Web-Browser eine virtuelle Windows- oder Linux-Maschine starten, auf der dann leistungsfähige Simulationssoftware zur Verfügung steht, ohne Installationsaufwand. Dort erarbeitete und dokumentierte Ergebnisse landen dann wieder im eigenen Cloud-Speicher. So wird Online-Lernen von überall und zu jeder Zeit möglich – zuhause, am Arbeitsplatz, aber auch im Internet-Café (wo es so etwas noch gibt &#8230;).</p>
<h3>Ist eine Weiterbildung in jeden Fachbereich möglich und auch sinnvoll?</h3>
<p>Absolut! Unsere Angebote zum Beispiel kommen aus den Fachbereichen Wirtschafs-, Ingenieur-, Naturwissenschaften und aus den Bereichen Psychologie oder Pädagogik. Auch geisteswissenschaftliche Angebote sind absolut denkbar. Lediglich die Methoden werden sich von Fach zu Fach unterscheiden. Dafür halten wir eine ganze Palette von Möglichkeiten bereit.</p>
<h3>Zum Schluss: Werden solche Programme in Zukunft zur Regel für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden?</h3>
<p>Mit Sicherheit. Das Schlagwort vom „Lebenslangen Lernen“ wird immer mehr zur Notwendigkeit. Einmal studieren und dann das ganze Leben ausschließlich von diesem Wissen zehren, das geht nicht mehr (wenn es denn überhaupt mal so war). Die Methoden, die ich beispielsweise im Ingenieurstudium Ende der siebziger Jahre gelernt habe, sind schon noch gültig, aber neue sind hinzugekommen. Und ich musste im Studium noch mit Rechenschieber arbeiten, zuhause hatte ich einen der ersten „Heimcomputer“. Heute sind Computer überall. Und die Revolution durch künstliche Intelligenz hat gerade erst begonnen. Ob es uns gefällt oder nicht, unsere Berufswelt ändert sich rasant, und wer sich da nicht weiterbildet, hat mittelfristig keinen Job mehr.</p>
<h3>Vielen Dank für das Gespräch!</h3>
<p>Titelbild via <a href="https://pxhere.com/de/photo/1065872" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pxhere</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Beitragsbild: Hermann Schumacher, © Universität Ulm, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>&#8220;Natürlich wird dann mal Instagram gecheckt&#8221; – ein Schulleiter im Gespräch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/smartphones-in-der-schule-ein-schulleiter-im-gespraech-150965/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2017 15:49:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenslanges Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Großteil der deutschen Schulen wird mit digitalen Inhalten noch immer vorsichtig umgegangen. Die aktive Einbindung von Apps und Online-Programmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ipad-907577_1280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150969 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ipad-907577_1280-630x420.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a>Im Großteil der deutschen Schulen wird mit digitalen Inhalten noch immer vorsichtig umgegangen. Die aktive Einbindung von Apps und Online-Programmen in den Unterricht ist selten zu finden. An der deutsch-skandinavischen Gesamtschule in Berlin sieht das anders aus. Wir haben den Schulleiter Jacob Chammon zum Gespräch getroffen.</p>
<p>Digitale Inhalte in jedem Unterrichtsfach und WLAN ohne jegliche Einschränkung auf dem gesamten Schulgelände. Das ist der Alltag für Schüler an der deutsch-skandinavischen Gesamtschule. Was genau das beinhaltet und wie die Digitalisierung und Pädagogik zusammenspielen, hat uns der gebürtige Däne erklärt.</p>
<p><strong>Herr Chammon, an Ihrer Schule können die Schüler das WLAN nutzen. Welche Einschränkungen gibt es dabei? </strong></p>
<p>Seit dem Sommer haben wir ein flächendeckendes WLAN, auf das mit allen Geräten zugegriffen werden kann. Einschränkungen wie einen Adult Content Filter haben wir nicht. Das war eine pädagogische Entscheidung. Gerade wenn es einen Filter gibt, wird es für die Schüler zum Sport, diesen zu umgehen und sich trotzdem schöne Frauen anzuschauen. Deswegen liegt unser Fokus darauf, mit den Schülern über Netz-Ethik zu sprechen: Was kann und darf ich machen? Wo landen meine Sachen wenn ich etwas poste? Welche Konsequenzen kann das haben?</p>
<p><strong>An vielen Schulen ist die Smartphone Nutzung verboten. Wie stehen Sie dazu?</strong></p>
<p>Ich bin fest davon überzeugt, dass das Handyverbot das größte Hindernis für die Digitalisierung in Deutschland ist. Denn eigentlich ist alles, was wir brauchen, bei den Schülern in der Tasche. Dabei ist natürlich wichtig, dass die Geräte sinnvoll eingesetzt werden. Schüler dürfen bei uns nicht immer und überall online sein. Natürlich müssen sie im Unterricht das Handy weglegen. Aber wenn die Schüler recherchieren müssen oder eine Präsentation erstellen sollen, und wenn sie in ihrer Tasche sowieso ein Tablet haben, warum soll es dann nicht benutzt werden? Natürlich wird dann auch mal ab und zu Instagram gecheckt, aber vor der Digitalisierung haben die Kinder eben Blumen auf das Arbeitsblatt gemalt. Die Ablenkung gibt es immer und wird es auch immer geben.</p>
<p><strong>Das bedeutet, sie haben eine “Bring Your Own Device” (Anm. d. Red: Die SchülerInnen bringen eigene Endgeräte wie zB Tablets und Smartphones mit, die dann im Unterricht genutzt werden) Regel für die Nutzung digitaler Inhalte.</strong> <strong>Wie gehen Sie mit einer möglichen Ungleichheit um, wenn manche Kinder keine Smartphones oder nur sehr alte besitzen? </strong></p>
<p>Das ist kein Problem bei uns. Natürlich haben die Schüler unterschiedliche Sachen, aber deswegen haben wir ja auch schuleigene Geräte. Das sind Computer, Laptops,Tablets und sogar Smartphones. Da wir keinen großen finanziellen Träger hinter uns haben, können wir nur begrenzt einkaufen. Aber mit dem, was die Schüler haben, und dem was wir dazu kaufen können, deckt das alle ab. Wir versuchen eher noch, das BYOD ein bisschen voranzutreiben. Wir haben Spinde aufgestellt, wo die Schüle ihre Geräte nicht nur sicher einschließen können, sondern auch per USB aufladen können. Es ist nämlich eigentlich super, diese Vielfalt an unterschiedlichen Geräten zu haben. Wenn ein Schüler zum Beispiel mit einem Mac zuhause arbeitet, muss er sich hier mit einem PC auseinandersetzen. So lernen die Schüler verschiedene Formate kennen, was sehr wichtig ist.</p>
<h3 style="text-align: right;"><div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jacob_Chammon.jpg"><img decoding="async" class="     alignnone wp-image-150966 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jacob_Chammon-305x457.jpg" alt="" width="187" height="281" /></a><strong> Jacob Chammon </strong>ist Schulleiter der <a href="http://dsg-schule.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsch Skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin</a> und gebürtiger Däne. Er ist ausgebildeter Lehrer in den Fächern Dänisch, Deutsch, Geschichte und Musik und arbeitet seit Jahren als Coach und Berater für Qualitätssicherung und Veränderungsprozesse für Lehrer, Fachbereichsleiter und Schulleitungen. </div></div></h3>
<p><strong>Wie genau bringen Sie Ihren Schülern im Unterricht gezielt digitale Kompetenzen bei?</strong></p>
<p>Im neuen Rahmenlehrplan in Berlin-Brandenburg gibt es eine Basiskompetenz Medien. Das bedeutet, dass sich alle Lehrer mit dem Thema Medien auseinandersetzen müssen und Digitales in ihren Unterricht einbauen. Darüber hinaus haben wir in unserer Oberstufe das Fach Medien. Dort lernen die Schüler Kompetenzen, die in die anderen Fächer eingebunden werden können. Ein Beispiel sind unterschiedliche Präsentationsformate, d.h. nicht nur Powerpoint sondern noch 3-5 andere. Ein anderes Beispiel  ist das Bearbeiten von Videos und Fotos und das Erstellen von Online-Quizzes und Grafiken. Darüber hinaus haben wir auch AGs zum Thema Coding und Programmierung, die am Nachmittag angeboten werden, jedoch keinen Informatikunterricht.</p>
<p><strong>Benutzen Sie Lern-Apps, gerade um den individuellen Lernprozess zu leiten, die Sie besonders gut finden? </strong></p>
<p>Da wir jahresgemischte Klassen haben, arbeiten wir generell sehr individuell, weil ein Frontalunterricht durch die vielen Niveaustufen ausgeschlossen ist. Wir unterrichten auf fünf unterschiedlichen Sprachen, dabei sind bei uns Lernportale sehr wichtig, weil wir eine unglaubliche Vielfalt von Materialien brauchen. Wir können nicht alle Fachbücher in fünf unterschiedlichen Sprachen in unserer kleinen Bibliothek unterbringen. Durch das Internet können wir uns die Materialien aus den verschiedenen Portalen der unterschiedlichen Länder holen. Wir nutzen natürlich auch Apps, vor allem Wörterbücher-Apps, mit denen die Schüler Sprachen lernen können.</p>
<p><strong>Sehen Sie Ihre Schüler nach der Ausbildung an Ihrer Schule sowohl für den zukünftigen Arbeitsmarkt, als auch für das Leben ausreichend vorbereitet?</strong></p>
<p>Meines Erachtens ist es am wichtigsten, den Schülern Flexibilität und Kreativität beizubringen. Wir haben einen ganz anderen pädagogischen Blickwinkel, weil wir es den Schülern überlassen, ihre Kurse auszuwählen und ihren eigenen Stundenplan zusammenzustellen. So sollen sie lernen, sich selbst einzuschätzen und dort zu arbeiten, wo es nötig ist, anstatt nach einem festen Schema. Diese Selbsteinschätzung halte ich für eine wichtige Kompetenz für die Zukunft.</p>
<p><strong>Wie beurteilen Sie die Zukunft der schulischen Ausbildung? </strong></p>
<p>Man kann viel über das deutsche Bildungssystem sagen, aber Berlin und Brandenburg sind wirklich fortschrittlich mit dem neuen Rahmenlehrplan. Dadurch müssen sich die Schulen jetzt anpassen und fortschrittlicher werden. Im Radio wurde dafür plädiert, dass in Brandenburg dass BYOD-System eingeführt werden soll, was ich super fände. Aber wenn vermehrt in das Digitale investiert wird, muss auch mehr in die Weiterbildung der Kollegen investiert werden. Erstaunlicherweise sind gerade die jungen Lehrer, die frisch aus der Uni kommen, oft sehr eingeschränkt und haben nicht den Mut zu freieren Aufgaben.</p>
<p><strong>Schicken Sie ihre Lehrer denn oft zu Fortbildungen? </strong></p>
<p>Ja das machen wir auch. Am effektivsten ist aber der interne Austausch. In den Lehrersitzungen werden Apps gezeigt, die die anderen Lehrer dann auch mal ausprobieren sollen. Das wird dann auch immer wieder angesprochen, damit die Kollegen dass auch wirklich verstehen. Wie bei den Schülern einmal Prozentrechnen erklären nicht reicht, so ist das auch bei den Kollegen. Man muss es immer begleiten und ansprechen.</p>
<p><strong>Sie sagten, dass gerade in Berlin und Brandenburg viele Fortschritte gemacht werden. Sehen Sie es als Problem, dass Bildung in Deutschland Ländersache ist? </strong></p>
<p>Das ist ein riesiges Problem. Es gibt ja eine Bundesbildungsministerin, und die sollte viel mehr Macht haben.</p>
<p><strong>Unter anderem wegen des schnellen technologischen Wandels müssen Menschen lebenslang lernen. Ist das Ihrer Einschätzung nach überhaupt im nötigen Maße bis ins hohe Alter für alle Menschen machbar? </strong></p>
<p>Es geht hier hauptsächlich darum, auch älteren Leuten etwas zuzutrauen. Sie können viel mehr als wir oft glauben. Beim lebenslangen Lernen wachsen auch ältere Menschen mit ihren Ansprüchen, man muss ihnen nur die Chance geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: by <a href="https://pixabay.com/de/users/lcr3cr-1336922/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lc3cr</a> via <a href="https://pixabay.com/de/ipad-lernen-tablette-computer-907577/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, licenced CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>E-Learning: Euphorie oder Ernüchterung?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/hats-geklickt/elearningeuphorie-shtml-2608/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Dec 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort "learning-on-demand": Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus- und Weiterbildung im Netz, Lernen in virtuellen Gemeinschaften; Teleteaching und e-Learning in virtuellen Klassenräumen: Das neue Lernen ist schnell, günstig und problemorientiert. Kurzfristiges, problemnahes Lernen wird von den Kunden in der Wirtschaft gewünscht. Stichwort &#8220;learning-on-demand&#8221;: Gelernt wird nur das, was das Unternehmen und seine Angestellten gerade brauchen. Lernen ohne Nebenwirkungen?<!--break-->
                    </p>
<p>Nachdem e-Learning als die bedeutende Entwicklungsstufe im e-Business angekündigt wurde (&#8220;Edu-Commerce&#8221;), bleibt zu fragen, was nach der allgemeinen Ernüchterung um die New Economy davon übrig geblieben ist und wohin die Reise im Bildungsmarkt geht. Als einen Ort für Antworten bietet sich die siebte &#8220;Online Educa&#8221; in Berlin an (28.-30. November). Die von der Europäischen Kommission unterstützte Konferenz erwartet 1200 Fachleute aus Wirtschaft, Industrie und Politik, die in zahlreichen Workshops, Diskussionsforen und Vorträgen über den neusten Stand des technisch gestützten Lernens diskutieren werden. Die internationale Konferenz wird zudem von einer Fachmesse begleitet, auf der Fachanbieter ihre neusten Produkte präsentieren.</p>
<p>In den letzten Jahren bestimmten Themen wie die Entstehung eines globalen Bildungsmarktes, Virtualisierung von Bildung via Internet, Konzentrationsprozesse und strategische Partnerschaften der Bildungsanbieter die Diskussionen der Veranstaltungsteilnehmer. Es bleibt die Frage, was von den optimistischen Marktprognosen für e-Learning übrig geblieben ist. Denn Pleiten von Bildungsanbietern haben die e-Learning-Gemeinde gehörig aufhorchen lassen. Welche technischen Standards werden sich durchsetzen, welche Geschäftsmodelle sind rentabel und wer wird im Rennen um die Kunden der Zukunft vorne dabei sein &#8211; all das wird auf dem Branchentreffen die Gemüter erhitzen.</p>
<p>Das bisher gültige Postulat vom &#8220;Lernen auf Vorrat&#8221; wird durch das neue Postulat vom &#8220;lebenslangen Lernen&#8221; abgelöst. Durch Stichworte wie &#8220;Globalisierung&#8221;, &#8220;Internetrevolution&#8221;, und &#8220;New Economy&#8221; ausgelöst, stehen wir am Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, die auch als Wissens- bzw. Informationsgesellschaft bezeichnet wird. Wissen wird zum wichtigsten Rohstoff und zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.</p>
<p>Mit diesen Schlagwörtern soll der rasante Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und die rasche Entwicklung von Kommunikationstechnologien und Medien begrifflich gefasst werden. Bildungsexperten haben festgestellt, dass in den letzten dreißig Jahren mehr Informationen entstanden sind als in den letzten fünftausend Jahren zusammen. Sie schätzen, dass sich die Wissensbestände alle fünf Jahre verdoppeln werden. Hinzu kommt die wesentlich geringere Haltbarkeit von Wissen, die durch den Einzug der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in Beruf und Alltag immer mehr Menschen weltweit betrifft. Die Verkürzung von Produkt- und Produktionszyklen kennt jeder, der sich vor vier Jahren etwa einen PC oder ein Mobiltelefon gekauft hat: Die Geräte sind langsam, groß und inkompatibel &#8211; halt schrecklich veraltet. Und wer arbeitet noch mit Floppy-Disks ?</p>
<p>Bezogen auf die Wirtschaft bewirkt das einen hohen Anpassungsdruck an neue Geschäftsabläufe, der sie zwingt, sich zu verändern und neue Geschäftsideen zu entwickeln. Wollen Unternehmen im internationalen Vergleich nicht Marktanteile verlieren, müssen sie sich den neuen Bedingungen anpassen. Ein anderer entscheidender Faktor ist die Internationalisierung der Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklungen der Unternehmenskultur. Es entstehen vielfältige, neue Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter und deren Wissensverarbeitung.<br />
                    <br />Wie schult man beispielsweise 90.000 Mitarbeiter, die sich weltweit auf verschiedene Standorte verteilen? Da wundert es nicht, dass e-Learning als das Allheilmittel Linderung schaffen soll. So schätzte beispielsweise Dr. Joachim Schaper, SAP AG, in seiner Keynote auf dem Kongress &#8220;Innovations for an e-Society. Challenges for Technology Assessment&#8221; in Berlin, 17. &#8211; 19. Oktober 2001, dass 80 Prozent aller Angestellten in den nächsten zehn Jahren eine Weiterbildung benötigen.</p>
<p>Betriebliche Weiterbildung ist daher eine der wichtigsten Aktivitäten im Rahmen der Umsetzung von &#8220;lebenslangem Lernen&#8221; &#8211; und für viele Erwachsene oft die einzige Gelegenheit, die eigene Qualifikation aufzufrischen. Dieser Ansicht ist auch die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in Deutschland: 85 Prozent sind sich der Bedeutung betrieblicher Weiterbildung als Beitrag zum lebenslangen Lernen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst. Gleichzeitig erkennen die in den Unternehmen für die Weiterbildung Verantwortlichen jedoch auch die Belastungen, die sich aus dem Konzept des &#8220;lebenslangen Lernens&#8221; für ihre Mitarbeiter/innen ergeben:<br />
                    <br />85 Prozent betonen die immer häufigere Mehrfachbelastung durch Arbeit, Familie und Lernen, 81 Prozent sehen den ständigen Druck auf die Belegschaft, Neues zu lernen, 56 Prozent stellen eine zunehmende Unsicherheit des Einzelnen im Hinblick auf die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten fest und 54 Prozent gehen von wachsenden privaten und finanziellen Belastungen aus, wenn das &#8220;lebenslange Lernen&#8221; aktiv betrieben wird. Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Zusammenhang mit der zweiten europaweiten Betriebsbefragung zur Weiterbildung (CVTS-II) durchgeführt hat. Im Rahmen der von der Europäischen Kommission finanzierten CVTS-II-Befragung wurden 10.000 Unternehmen in Deutschland (europaweit etwa 90.000 in 25 Ländern) zu ihren Weiterbildungsaktivitäten befragt.</p>
<p>Die Debatten über die Zukunft des Lernens müssen sich mit der Problematik eines weiterhin bestehenden Fachkräftemangels in Deutschland auseinandersetzen, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen behindert. Andererseits alarmieren Arbeitslosigkeit und neue Pleiterekorde die Öffentlichkeit, und machen eindrücklich den Handlungsbedarf von Politik, Verwaltung und Wirtschaft klar.</p>
<p>Die &#8220;Chancen neuer Bildungsstrategien für das Beschäftigungspotential in Deutschland&#8221; untersuchte jüngst das gleichnamige Hintergrundpapier von politik-digital, dass im Auftrag der Initiative D21 erstellt wurde. Durch e-Learning könnte lebenslanges Lernen finanziert und die Voraussetzungen für mehr Beschäftigung geschaffen werden. Mehr Beschäftigung sei langfristig nur zu erreichen, wenn die Leistungsfähigkeit der Bildungsinstitutionen verbessert und e-Learning konsequent in allen Bildungsbereichen eingesetzt würde. Eine Strategie besteht in einer verstärkten Vernetzung und Nutzung von Synergien. Denn die Versuche, die Anforderungen der neuen Wissensgesellschaft zu erfüllen, verlaufen innerhalb und zwischen staatlichen Bildungsträgern, Wirtschaft und Politik noch weitgehend unkoordiniert.<br />
                    <br />Mit e-Learning &#8220;kann eine Effizienzrevolution in der Qualifizierung erreicht werden&#8221;. Durch e-Learning könnten z. B. die öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung von derzeit 17 Milliarden Mark um bis zu 5 Milliarden Mark gesenkt werden, so Erwin Staudt von IBM Deutschland auf der D21 Pressekonferenz am 08.10.2001 in Nürnberg.</p>
<p>Ferner können mit Hilfe von e-Learning im Bereich der Aus- und Weiterbildung in Unternehmen enorme Einsparungen erzielt werden. Bei einer Fortbildung können Firmen nach Einschätzung der Unternehmensberatung Mummert + Partner bis zu 30 Prozent ihrer Kosten einsparen. Bei jährlich geschätzten Ausgaben der Wirtschaft von 60 Millionen Mark für Aus- und Weiterbildung wären das etwa 18 Milliarden Mark allein in Deutschland. Die Schulungs- und Logistikkosten sind dabei niedriger als beim Lernen im Klassenzimmer. Fehlende Reisezeiten und weniger Fehlstunden am Arbeitsplatz machen selbstgesteuertes Lernen zur Aus- und Weiterbildung mittels Internet/Intranet attraktiv. Aber die Firmen zögern noch: Der Markt für virtuelle Lernangebote und Lernportale wird der Studie zufolge erst ab 2004 boomen.</p>
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                      <strong>Bildung wird als Markt der Zukunft mit globaler Reichweite gesehen.</strong>
                    </p>
<p>Der deutsche e-Learning Markt wird nach einer Prognose der International Data Corporation (IDC) ein rasantes Wachstum erleben. Laut IDC wird der deutsche e-Learning Markt von 20 Millionen US-Dollar im Jahr 1999 auf 575 Millionen US-Dollar in 2004 anwachsen. Für ganz Europa wird das Marktvolumen auf 3,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 beziffert. Im gleichen Jahr soll der weltweite e-Learning Markt gar auf 23 Milliarden US-Dollar angewachsen sein. Dominiert wird der Markt auch weiterhin von nordamerikanischen Firmen, die nach Aussagen von IDC zweidrittel des weltweiten Marktes bestimmen werden. In Europa dominieren skandinavische und britische Anbieter. Voraussetzung für das Eintreffen der Prognosen sei eine weiter stark wachsende Zahl von Internetnutzern, schnellere und billigere Internetverbindungen und die Verbesserung der angebotenen e-Learning Produkte.</p>
<p>Entgegen den optimistischen Prognosen zahlreicher Marktaguren sieht die Realität anders aus. Das ist sicherlich nicht e-Learning spezifisch, sondern eher typisch für den Hype um alle e-Anything bzw. e-Was-auch-immer-Entwicklungen wie e-Business, e-Government oder e-Society. e-Learning deckt auch heute nur einen Randbereich der Qualifizierungsmaßnahmen in deutschen Großunternehmen ab. Denn nur wenige Unternehmen verfügen bereits heute über eine Lernkultur oder wenden Erkenntnisse des Wissensmangements systematisch an, in der digitale Bildungs- und Wissensaktivitäten eine zentrale Rolle spielen.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis kommt die am gestrigen Mittwoch, den 28. November 2001 vorgestellte Studie &#8220;e-Learning zwischen Euphorie und Ernüchterung&#8221; der Unternehmensberatung KPMG. Erst wenige Beschäftigte deutscher Großunternehmen nutzen die Möglichkeiten des computergestützten Lernens am Arbeitsplatz, um sich weiterzubilden. Außerdem werden e-Learning-Projekte vergleichsweise selten effizient in die konventionelle Bildungsarbeit eingebunden. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Studie im Auftrag von KPMG Consulting, bei der bundesweit 604 Personalverantwortliche in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten befragt wurden. Lediglich knapp jedes zweite der befragten Großunternehmen (46 Prozent) bietet durch e-Learning gestützte Bildungsmaßnahmen an. Erreicht werden damit nur 18,4 Prozent aller Mitarbeiter, von denen wiederum weniger als die Hälfte (46,5 Prozent) schließlich Gebrauch von diesen Angeboten macht.</p>
<p>Die gesamte Qualifizierung der Mitarbeiter ist also weiterhin konventionell geprägt: Seminarangebote im Klassenzimmer, Informationsveranstaltungen und Handbücher/Dokumentationen dominieren, neben der individuellen Weiterbildung, die Bildungsarbeit. Nach den vorliegenden Zahlen der KPMG-Studie investieren die Unternehmen 1.500 bis 3.000 DM pro Jahr je Mitarbeiter in die berufliche Weiterbildung. Diese besuchen im Durchschnitt alle zwei Jahre eine vier- bis fünftägige Fortbildungsveranstaltung. Die Inhalte liegen überwiegend in der IT-Qualifizierung, gefolgt von Fremdsprachen, kaufmännischen Fachthemen und Produktschulungen.<br />
                    <br />Die Kosten für e-Learning-Projekte umfassen derzeit 10 bis 12,5 Prozent des gesamten Bildungsbudgets. Die Personalverantwortlichen erwarten in den kommenden drei Jahren lediglich eine Steigerung auf maximal 25 Prozent, wobei noch offen ist, wie sich die angespannte wirtschaftliche Lage auf die Größe des gesamten Bildungsetats auswirkt. Ob diese Investitionen ausreichen, um die optimistischen Prognosen des rasanten Wachstums des e-Learning Marktes zu erfüllen, muss stark bezweifelt werden.<br />
                    <br />Den größten Anteil an e-Learning-Unternehmen weist der Dienstleistungsbereich auf. Spitzenreiter ist hier das Kredit- und Versicherungsgewerbe, bei dem bereits mehr als zwei Drittel der Großunternehmen (68 Prozent) zu den Anwendern zählen. In der Branchengruppe &#8220;Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung&#8221; liegt der Anteil deutlich darunter (38 Prozent).</p>
<p>Wird in naher Zukunft der Computer das Klassenzimmer ersetzen und der Lernende allein auf dem Datenhighway zurückgelassen? Mit Sicherheit nicht. Experten sind sich einig, dass durch die Kombination von Präsenz- und virtuellen Lernphasen die Qualität ebenso wie die Effizienz einer Aus- und Weiterbildungsmaßnahme erheblich gesteigert wird. Der Fachbegriff dafür lautet &#8220;blended learning&#8221; oder &#8220;hybrid learning&#8221;. Der Bedarf an Bildung ist groß, die Rahmenbedingungen, sowie die Veränderung der Lernkultur stecken aber noch in den Kinderschuhen.</p>
<p>Auffällig ist die geringe Bedeutung politischer Fragen im Bereich e-Learning. Dabei geht es um nichts geringeres als die Zukunft des Wirtschaftstandortes Deutschland und die Modernisierung des Bildungswesen und seiner Institutionen. Dass der Zugang zu Wissen von entscheidender Bedeutung ist, steht beim Wandel der Gesellschaft von der Industrie zur Wissensgesellschaft außer Zweifel. Aber die entscheidende Frage dreht sich auch hier um die Machtbeziehungen: Wer entscheidet über Art und Weise des Zuganges zu Wissen, die Eigentumsrechte an Wissen, die Verteilung der zentralen Ressource für Wohlstand? Stichwort digitale Spaltung, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Eben eine politische Frage!</p>
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