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	<title>Lebensmittelskandal &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Lebensmittelskandal &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Die Gefahr einer Einschleppung besteht&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 11. Januar, war Julia Klöckner, 
MdB der CDU, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. 
Mit den Teilnehmern sprach sie über die Gefahr der Vogelgrippe 
und über Verbraucherschutz bei Lebensmitteln.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 11. Januar, war Julia Klöckner,<br />
MdB der CDU, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Mit den Teilnehmern sprach sie über die Gefahr der Vogelgrippe<br />
und über Verbraucherschutz bei Lebensmitteln.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tagesschau-Chat. Unsere Chat-Reihe wird veranstaltet<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de. Heute chatten wir mit<br />
Julia Klöckner. Sie ist für die CDU Abgeordnete im Deutschen<br />
Bundestag. Zu ihren Spezialgebieten zählen der Verbraucher-<br />
und Umweltschutz. Guten Tag, Frau Klöckner, können wir<br />
starten?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, können wir!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Horst Seehofer sieht trotz Ausbreitung<br />
der Vogelgrippe in der Türkei keine erhöhte Gefahr einer<br />
Einschleppung nach Deutschland. Andere Experten und Politiker sind<br />
da klar anderer Meinung. Was stimmt?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Erst mal die Frage: Welcher<br />
Meinung sind Ihrer Meinung nach die anderen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die anderen sehen eben diese erhöhte<br />
Gefahr einer Einschleppung &#8211; im Gegensatz zu Seehofer. Wer hat Recht?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Die Gefahr einer Einschleppung<br />
besteht durch die Nähe zur Türkei natürlich. Aber<br />
die Gefahr ist nicht derart, dass Panikmache angebracht ist. Wir<br />
müssen den nationalen Krisenplan, den Horst Seehofer erarbeitet<br />
hat, nun konsequent anwenden. Zum Beispiel stehen erhöhte Kontrollen<br />
an Flughäfen, Busbahnhöfen und eine Deklarationspflicht<br />
auf der Tagesordnung.
</p>
<p>
<b>Bauer Möller:</b> Hallo Frau Klöckner, wie<br />
wahrscheinlich ist es, dass ich meine Gänse und Hühner<br />
im Frühling wieder in den Stall sperren muss?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Wo ist Ihr Hof? Die Wahrscheinlichkeit<br />
wird recht hoch sein, denn gerade im Frühjahr, wenn der Vogelzug<br />
beginnt, steigt die Gefahr einer Ansteckung. Deshalb bin ich für<br />
Prophylaxe.
</p>
<p>
<b>olaf:</b> Wenn dieser Virus so gefährlich ist,<br />
sollten dann nicht die Städte und Gemeinden zuallererst mal<br />
etwas gegen die unzähligen Stadttauben, die sich jetzt auch<br />
schon in den Dörfern breit machen und sowieso Krankheitsüberträger<br />
sind, unternehmen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Stadttauben mögen zwar<br />
nicht jedermanns Sache sein, dennoch sie sind nicht Überträger<br />
der Vogelgrippe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachtrag des Users:
</p>
<p>
<b>Bauer_Möller:</b> In der Nähe von Rendsburg.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, auch Rendsburg ist nicht<br />
vor einer möglichen Ansteckungsgefahr gefeit.
</p>
<p>
<b>Bern4912 aus Kanada:</b> Viele Menschen reagieren<br />
auf relativ eingrenzbare Vorkommnisse (Vogelgrippe, Sars und andere)<br />
crazy und neurotisch. Und es gibt immer Politiker, die das politisch<br />
ausschlachten. Hier wäre eine gemeinsame, an die Vernunft der<br />
Menschen appellierende Sprache angebracht und keine politischen<br />
Spielchen. Ich erinnere mich noch an Tschernobyl, wo Menschen so<br />
viele Jodtabletten gegessen haben, dass sie wegen Jodvergiftung<br />
ins Krankenhaus mussten.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Grüße nach Kanada!<br />
Hoffentlich geht es den Hühnern dort gut. Panikmache und politische<br />
Show sind immer unangebracht. Dennoch ist es wichtig, dass sich<br />
Politiker über Vorgehensweisen &#8211; wie zum Beispiel heute Nachmittag<br />
in einer Bund-Länder-Runde &#8211; verständigen. Sollen Ihrer<br />
Meinung nach Politiker denn auf Anfragen keine Auskunft geben, um<br />
somit auch nicht zitiert und den Verdacht des &quot;Ausschlachtens&quot;<br />
ausgesetzt zu werden?
</p>
<p>
<b>Marc:</b> Wie lange schätzen Sie, wird es noch<br />
dauern, bis sich der Vogelgrippenvirus in eine von Menschen auf<br />
Menschen übertragbare Variante verwandelt hat?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ich hoffe, dass dies auf<br />
Grund globaler Abstimmungen und Vorsichtsmaßnahmen niemals<br />
geschehen wird. Kann Ihnen aber, da ich keine Virologin bin, dazu<br />
keine genauen Zeitfenster nennen.
</p>
<p>
<b>Wagenheber:</b> Ist es nicht paranoid, jetzt auf den<br />
Genuss von Geflügel zu verzichten?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> In der Tat, das wäre<br />
es. Die Frage ist nur, woher das Geflügelfleisch kommt. Ich<br />
würde zurzeit weder welches aus Asien noch aus der Türkei<br />
verzehren. Aber beim Bauern um die Ecke gibt es unbedenklich gutes.
</p>
<p>
<b>geisha21:</b> Wie kann man den Notfallplan noch optimieren<br />
&#8211; mit Medikamenten für nur knapp 20% der Bevölkerung wird<br />
es ja wohl noch nicht getan sein. Gerade heute stand in der FAZ,<br />
dass selbst große Firmen eigene Notfallpläne haben, um<br />
ihre Mitarbeiter vor Erkrankungen schützen.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Den Notfallplan kann man<br />
durch konsequente Anwendung der Prophylaxe-Maßnahmen optimieren.<br />
Im Übrigen ist auch gar nicht gesichert, dass uns das passende<br />
Medikament bei einer möglichen Übertragung der Viren vom<br />
Tier auf den Menschen zur Verfügung stünde. Das Robert<br />
Koch Institut sagt selbst, man benötige erst einmal das vermeintlich<br />
menschliche Überträgervirus, um einen Impfstoff entwickeln<br />
zu können.
</p>
<p>
<b>ddandra:</b> Welche Maßnahmen bespricht denn<br />
die Bundesregierung heute?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Unter anderem wird über<br />
eine allgemeine Aufstallungspflicht im Frühjahr gesprochen.<br />
Ebenso über die Maßnahmen, die die einzelnen Bundesländer<br />
im Kontrollbereich von Reisenden und Importen durchführen.<br />
Es wird auch über eine so genannte Deklarationspflicht von<br />
Einreisenden gesprochen, die Lebensmittel bei sich tragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel:
</p>
<p>
<b>Jonas:</b> Wird es einen neuen Anlauf für das<br />
in der vergangenen Legislaturperiode gescheiterte Verbraucherinformationsgesetz<br />
geben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, der Anlauf befindet sich<br />
schon fast auf der Zielgeraden. Es liegt ein Entwurf vom Verbraucherschutzministerium<br />
vor, welcher von den Fraktionen und den Ländern diskutiert<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Dornfelder:</b> Wieso interessieren Sie sich als junge<br />
Frau für das Thema Landwirtschaft? Das Themengebiet beinhaltet<br />
immerhin nicht ausschließlich den Weinanbau.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das stimmt. Zum einen komme<br />
ich aus einer ländlichen Region und bin intensiv mit der Landwirtschaft<br />
im Kontakt und weiß um deren Arbeit, Ziele und politische<br />
Aufgabenstellungen. Und zum anderen fällt in diesen Bereich<br />
auch der Verbraucherschutz und die Ernährung, welche uns alle<br />
angeht &#8211; und im Übrigen schließt es sich ja nicht aus:<br />
Junge Frau mit intellektuellem Verständnis für männliche<br />
Landwirtschaft 🙂
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zum Verbraucherinformationsgesetz:
</p>
<p>
<b>Jonas:</b> Wird es in dem Gesetz auch einen direkten<br />
Informationsanspruch gegen Unternehmen geben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Wenn es nach mir ginge, nein.<br />
Denn was vielleicht für große Unternehmen zu leisten<br />
wäre (Info-Hotlines), ist für kleine mittelständische<br />
Unternehmen nicht leistbar. Deshalb plädiere ich für einen<br />
Auskunftsanspruch an Behörden. Doch letztlich ist die Frage<br />
noch nicht entschieden. Wir möchten uns sowohl die Seite der<br />
Anbieter als auch der Verbraucher noch einmal anhören und beurteilen.
</p>
<p>
<b>Lillyfee:</b> Welcher Charaktereigenschaft beziehungsweise<br />
welchem Persönlichkeitsmerkmal haben Sie es Ihrer Meinung nach<br />
zu verdanken, dass Sie bei der Bundestagswahl 2005 als erste CDU-Kandidat(in)<br />
seit 50 Jahren das Direktmandat in Ihrem Wahlkreis gewonnen haben?<br />
Oder führen Sie den Direktmandatsgewinn auf äußere<br />
Umstände zurück?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Was meinen Sie mit &quot;äußeren<br />
Umständen&quot;?
</p>
<p>
<b>Marsmensch:</b> Hat Ihre Herkunft mit Ihrer Sympathie<br />
für die CDU zu tun?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Sie schließen sich<br />
nicht aus. Aber diese Verbindung ist nicht zwingend.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Noch mal zum Direktmandat:<br />
Ich gehe davon aus, dass ich auf Grund meiner Präsenz und Arbeit<br />
gewählt worden bin. Und wenn die Bürger in meinem Wahlkreis<br />
mich auch noch sympathisch finden, habe ich kein Problem damit.<br />
So ist Demokratie, junge Frauen können ältere Herren auch<br />
besiegen.
</p>
<p>
<b>Anna:</b> Wie stehen Sie zur Agrarpolitik Horst Seehofers?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Horst Seehofer ist ein Glücksgriff<br />
sowohl für die Landwirte (ökologisch wie konventionell<br />
wirtschaftende) als auch für Deutschlands Verbraucher. Im Übrigen<br />
hat er sich sehr schnell um die brennenden Themen unmittelbar nach<br />
Ministeriumsübernahme gekümmert und hat zudem noch einen<br />
unterhaltsamen Humor.
</p>
<p>
<b>Dirk Nowitzki:</b> Stimmen Sie mit der Absicht Seehofers<br />
überein, den Anbau genveränderter Pflanzen voranzutreiben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Nicht unmittelbar den Anbau,<br />
sondern die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen<br />
sollte meiner Meinung nach nicht weiter ideologisch abgelehnt werden.<br />
Wir müssen Chancen wie Risiken verantwortungsvoll abwägen<br />
und weder auf dem einen noch auf dem anderen Auge in dieser Frage<br />
den blinden Mann / die blinde Frau spielen.
</p>
<p>
<b>Homer J. Simpson:</b> Wie sieht die Zukunft der Gentechnik<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Hallo Simpson, gewiss nicht<br />
wie Homer. Die Zukunft der Gentechnik &#8211; an ihr muss gearbeitet werden.<br />
Wichtig ist, dass bei Produkten, die mit gentechnisch veränderten<br />
Organismen versehen sind, die Kennzeichnung stimmt und dass diejenigen,<br />
die keine gentechnisch veränderten Organismen nutzen möchten,<br />
dazu auch die tatsächliche Freiheit haben. Dennoch sollte man<br />
nicht aus Glaubensgründen die Gentechnik als solche verdammen.<br />
Wir haben wertvolle Fortschritte auf dem Feld der roten Gentechnik<br />
erzielt, aber genauso öffnen sich Türen, die man meiner<br />
Meinung nach nicht hätte öffnen sollen. Nicht anders wird<br />
es wahrscheinlich auch bei der grünen Gentechnik aussehen.
</p>
<p>
<b>Dr. Ruhrpott:</b> Welche Risiken sehen Sie?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Dass der Verbraucher keine<br />
Informationen darüber hat, wo gentechnisch veränderte<br />
Organismen drin ist oder nicht.
</p>
<p>
<b>vogefrei:</b> In Sachen Lebensmittelskandale: Warum<br />
weigert sich eigentlich Seehofer &#8211; vielleicht insgesamt die deutschen<br />
Behörden &#8211; die schwarzen Schafe zu benennen? Wer gammeliges<br />
Fleisch verkauft, verkauft bald nix mehr, wenn er als Verursacher<br />
beim Namen genannt wird. 35 Euro Bußgeld tun dagegen nicht<br />
weh.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Da sind Sie leider nicht<br />
auf dem neusten Stand. Horst Seehofer hat einen Zehn-Punkte-Plan<br />
vorgelegt, der Anwendung findet, nach dem sowohl Vertreiber als<br />
auch der Abnehmer von Gammelfleisch namentlich genannt werden und<br />
denen auch der Lizenzentzug drohen kann.
</p>
<p>
<b>Johannes:</b> Wann wird es eine Kennzeichnungspflicht<br />
für Fleisch und Milchprodukte geben, die von Tieren stammen,<br />
die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das macht keinen Sinn. Denn<br />
eine Kuh, die eine Pflanze gefressen hat, auf der zum Beispiel ein<br />
Pollen einer gentechnisch veränderten Pflanze lag, ist weder<br />
selbst danach gentechnisch verändert, noch ihre Milch. Denn<br />
wenn wir Geflügel essen, werden wir selbst ja auch nicht zum<br />
Huhn. Gentechnische Futtermittel werden ausgeschieden.
</p>
<p>
<b>BitteBio:</b> Ich komme auch aus einer ländlichen<br />
Gegend. Nach Allergieerkrankungen habe ich mich auch mit Ernährung<br />
beschäftigen müssen und bevorzuge heute Bioprodukte. Giftrückstände,<br />
Konservierungsmittel und Skandale lassen meines Erachtens nur noch<br />
das zu. Unterstützen Sie Bio auch persönlich oder sind<br />
Sie nur für den Status quo?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Bioanbau wie auch konventioneller<br />
Anbau haben gleichermaßen ihre Berechtigung. Ich unterstütze<br />
beide Arten des Anbaus, ohne die eine oder andere zu bevorzugen.<br />
Denn in Deutschland sind die Anforderungen für konventionell<br />
wirtschaftende Landwirte so streng und hoch wie in anderen Ländern<br />
etwa für Biobauern. Sie sehen, die Einteilung in Bio und Nicht-Bio<br />
ist relativ. Schwarze Schafe gibt es überall. Und ich bin der<br />
Meinung, dass unsere hohen Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards<br />
auch Richtschnur für andere Länder (WTO) sein sollten.
</p>
<p>
<b>grandezza:</b> Hallo Frau Klöckner, Sie plädieren<br />
für reinen Wein. Seehofer will die Biobauern nicht mehr so<br />
fördern, wie das Künast gemacht hat. Wie finden Sie das?<br />
(Einmal ab davon, dass im Wein schon genug fremdes Zeug erlaubt<br />
ist.)
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Sie unterstellen, dass in<br />
Nicht-Bio-Produkten &quot;fremdes Zeug&quot; drin ist. Diese Einschätzung<br />
teile ich pauschal nicht. Horst Seehofer wird auch Biobauern unterstützen.<br />
Aber nicht wie Renate Künast planwirtschaftlich den Verbrauchern<br />
20 Prozent vorschreiben. Die Bioproduktion beträgt in Deutschland<br />
zwischen drei und vier Prozent, viele Biobauern haben sich dadurch<br />
einen guten Markt und auch etablierte Nische geschaffen. Würde<br />
dieser Markt künstlich durch Staatslenkung ausgeweitet, hätten<br />
die jetzigen Biobauern &#8211; wie bereits von diesen beklagt &#8211; enorme<br />
Probleme.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ich bin gegen diese Schwarz-Weiß-Malerei<br />
und Einteilung in Gut und Böse.
</p>
<p>
<b>tobiasheck:</b> Vor wenigen Wochen wurde von Greenpeace<br />
eine Studie zu Pestiziden in Lebensmitteln präsentiert. In<br />
einigen Supermärkten wurde bei Obst und Gemüse über<br />
den zulässigen Grenzwert hinaus belastete Obst- und Gemüsesorten<br />
gefunden. Hat hier der Verbraucherschutz versagt? Was muss sich<br />
Ihrer Meinung nach verändern?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Die Kontrolle dieser Produkte<br />
muss effektiver werden. Meist sind es Waren, die aus dem Ausland<br />
importiert worden sind. Deshalb sollten die Import- und Grenzkontrollen<br />
auch schon vor Ort des Exportlandes effektiver sein.
</p>
<p>
<b>Roger:</b> Gentechnisch verändertes Gemüse<br />
schmeckt doch nach gar nichts. Würden Sie soweit gehen, Aromen<br />
in das Gemüse reinzuspritzen, damit es nicht nur nach Wasser<br />
schmeckt?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Interessante These. Ich kenne<br />
auch Gemüse, dem es gut stehen würde, wenn es gentechnisch<br />
verändert würde, damit es mal Geschmack bekäme. Ich<br />
bin gegen eine Aromatisierung. Wenn doch, dann sollte der Verbraucher<br />
das wissen und selbst entscheiden, ob er zu dem Produkt greift.
</p>
<p>
<b>Heinz-Holger_02:</b> Sehen Sie in der anstehenden<br />
&quot;Grünen Woche&quot; eine Chance, das durch den Fleischskandal<br />
verloren gegangene Vertrauen des Verbrauchers zurückzugewinnen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Interessant ist, dass das<br />
Vertrauen in Fleisch &#8211; laut Verzehrszahlen &#8211; gar nicht so erschüttert<br />
ist. Davon abgesehen, bietet die Grüne Woche eine gute Gelegenheit,<br />
die Landwirtschaft jeglicher Couleur dem Endverbraucher näher<br />
zu bringen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel: Überschreiten die<br />
Verbraucherschützer von der Stiftung Warentest nicht ihre Kompetenzen,<br />
wenn sie sogar Fußballstadien testen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Es kommt auf die Testkriterien<br />
und die Validität der Tests an. Warum sollte die Stiftung Warentest<br />
die Glaubwürdigkeit und Kompetenz nur bei Waschmaschinen haben?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was halten Sie von dem Studienergebnis?<br />
Panikmache oder ernster Hintergrund?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das kann ich nicht beurteilen,<br />
zumindest hat die Stiftung Warentest ein Thema aufgegriffen, das<br />
ins Schwarze getroffen hat und Herrn Beckenbauer unruhig werden<br />
lässt. Hat doch schon mal einen hohen Unterhaltungswert 🙂
</p>
<p>
<b>Callahan:</b> Frau Klöckner, herzlichen Glückwunsch<br />
dafür, die junge Generation im Bundestag zu vertreten. Meine<br />
Frage: Wann müssen wir aufhören, irgendetwas &#8216;Deutsches<br />
&#8216; zu essen? Die Frage deshalb, weil diese Skandale in letzter Zeit<br />
GERADE in Deutschland (das Land der strikten Gesetze) immer sehr<br />
spät herauskommen. Wer weiß, wie viele andere Skandale<br />
noch nicht entdeckt sind oder einfach unter den Teppich gekehrt<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Danke für das Kompliment.<br />
Das Leben ist bekanntlich tödlich. Wir haben sicherlich schon<br />
einiges nur deshalb überlebt, weil unsere Mess- und Analysekriterien<br />
vor zehn oder 20 Jahren nicht so genau waren, wie sie es heute sind.<br />
Es gibt keine klinisch reine Welt. Und obwohl unsere Nahrungsmittel<br />
noch nie so sicher und hochwertig waren wie heute, sind Allergene<br />
und Krankheiten entstanden, die Ausdruck unserer Zeit und Lebensweise<br />
sind. Ein gesundes Maß an Gelassenheit wie auch Informiertheit<br />
sind hilfreich für ein entspanntes Leben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unsere Chat-Stunde, vielen<br />
Dank für Ihr Interesse. Herzlichen Dank Frau Klöckner,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Am kommenden Dienstag, dem<br />
17. Januar, ist die Grüne Finanzexpertin Christine Scheel von<br />
13 Uhr an zu Gast im Chat. Wir wünschen allen einen schönen<br />
Tag!
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Vielen Dank &#8211; es hat mir<br />
sehr viel Spaß gemacht, über so viele Themen mit Ihnen<br />
zu chatten. Die Versorgung hier direkt vor Ort in der ARD war auch<br />
wunderbar.</p>
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