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	<title>Leichte Sprache &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Leichte Sprache &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Inklusion &#8211; Das Internet als Motor einer inklusiven Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2016 13:41:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie fühlt es sich an die Welt anders wahrzunehmen, als andere Menschen? Welche Anforderungen und Herausforderungen stellen sich dadurch – [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148182" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor.jpg" alt="subsidiaritaet-588508_640x320_Fotor" width="640" height="280" /></a>Wie fühlt es sich an die Welt anders wahrzunehmen, als andere Menschen? Welche Anforderungen und Herausforderungen stellen sich dadurch – gerade im digitalen Bereich? Das Internet ist der wichtigste Informations- und Kommunikationspool der Gegenwart. Viele Informationen sind nur noch oder wesentlich einfacher durch das Internet zugänglich. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, das Internet auch für Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung zugänglich zu machen, Stichwort Inklusion.</p>
<h3>Was ist Inklusion</h3>
<p>Mit Inklusion ist das <a href="http://www.inklusion-schule.info/inklusion/definition-inklusion.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autonome und gleichberechtigte Zusammenleben</a> aller Menschen gemeint. Der Mensch wird dabei als Individuum und die Gesellschaft als eine heterogene Mischung vieler Individuen verstanden. Außer Acht bleiben dabei gesellschaftliche Normen, durch welche Menschen kategorisiert und zum Teil stigmatisiert werden. Das bezieht sich vor allem auf die Einteilung von Menschen nach ihren Eigenschaften, Besonderheiten oder anderen Merkmalen. Eine solche Einteilung birgt die Gefahr des gesellschaftlichen Ausschlusses. Eine inklusive Gesellschaft versucht, diese individuellen Unterschiede zwischen den Menschen nicht zu beseitigen, sondern zu einem heterogenen Ganzen zu verbinden.</p>
<p>Damit stellt sich Inklusion den Forderungen nach einer homogenen Gesellschaft entgegen und tritt für ein gemeinsames Zusammensein in allen Lebensbereichen ein. Das spiegelt sich nicht nur in Schulen, Universitäten oder Ausbildungsstätten wider: neben diesen institutionellen Formen der Inklusion ist sie auch fester Bestandteil des Alltags geworden. Das zeigt sich beim Einkaufen, Kino- oder Theaterbesuchen, die Menschen mit verschiedenen körperlichen und geistigen Anforderungen ermöglicht werden müssen. Inklusion setzt demnach bei der Tatsache an, dass jeder Mensch ein Recht auf ein gleichberechtigtes Leben hat ohne sich einer Norm anpassen zu müssen.</p>
<h3>Inklusion im Internet: Wo anfangen?</h3>
<p>Im Rahmen der Inklusion gibt es vielfache Fragen und Herausforderungen, die aus den konkreten Anforderungen entstehen. Wie erleben zum Beispiel Menschen mit <a href="http://www.inklusion.bayern.de/erleben/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seh- oder Höreinschränkung</a> das Internet? Wie muss die Schriftgröße sein? Wie können Kontraste besser wahrnehmbar gemacht werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Musik „hörbar“ zu machen oder Texte „sichtbar“?</p>
<p>Weitere Aufgaben stellen sich bei Menschen mit geistigen oder anderen körperlichen Behinderungen. Einige Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen können beispielsweise teilweise nur die Pfeil-Tastatur nutzen. Bei geistigen Beeinträchtigungen besteht ein Defizit in der Rezeption von Texten. Daraus ergibt sich die Frage, wie Texte gestaltet sein müssen, damit sie diesen Ansprüchen gerecht werden?</p>
<p>Bereits dieser kurze Überblick, zeigt, welche unterschiedlichen Probleme bei der Inklusion im Internet auftreten. Ziel ist die <em>Barrierefreiheit im Internet</em>. Mögliche Maßnahmen müssen sich also gegen konkrete Zugangsbarrieren richten.</p>
<h3>Erste Schritte in die richtige Richtung</h3>
<p>Die Studie „<a href="https://www.einfach-fuer-alle.de/studie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chancen und Risiken des Internets der Zukunft aus Sicht von Menschen mit Behinderungen</a>“ setzt sich in Interviews und Online-Befragungen mit dem Thema Inklusion und Web 2.0 auseinander. Der Großteil der Befragten hatte eine Seh- oder Hörbehinderung. Die Studie zeigte, dass Menschen mit Beeinträchtigung das Internet überdurchschnittlich oft nutzen. Es erleichtert ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und kann zum Teil auch behinderungsbedingte Nachteile kompensieren.</p>
<p>Als relevanteste Barriere im Umgang mit dem Internet wurden folgende Aspekte genannt: Captchas, Sprache, Inkonsistenz, Nutzerführung.</p>
<p>Diese Barrieren umgehen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/LeichteSprache/leichteSprache_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentliche Einrichtungen</a>, indem sie beispielsweise Texte auch in leichter Sprache anbieten. Zugleich werden Gebärdensprache und eine Vorlese-Option angeboten. Jedoch bezieht sich das Angebot weitestgehend auf die Seiten öffentlicher Einrichtungen. Offen bleibt weiterhin, wie eine umfassende Lösung zu einem barrierefreien Internet aussehen kann.</p>
<h3>Inklusion auf europäischer Ebene</h3>
<p>Diese Herausforderungen der Inklusion im Internet stellen sich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer Ebene. In der Europäischen Union leben knapp <a href="http://fra.europa.eu/de/theme/menschen-mit-behinderungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">80 Millionen Menschen</a>, die mit den Problemen eines nicht-barrierefreien Zugangs konfrontiert sind. Die Bedeutung der Inklusion für die EU kommt in der UN-<a href="http://www.un.org/disabilities/convention/conventionfull.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Behindertenrechtskonvention</a> (CRPD) zum Ausdruck. Die CRPD legt den Fokus auf die Selbstbestimmung und Teilhabe aller Menschen an einer gemeinsamen Gesellschaft.</p>
<p>Auf der Grundlage der Konvention erarbeitete die Europäische Kommission ein Strategiepapier zur Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es bezieht sich auf acht Felder, die den Zugang, Teilhabe, Gleichheit u.a. betreffen. Ein Programm zur Inklusion ist <a href="http://www.eucrea.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EUCREA</a>, mit dem das kreative Handeln von Menschen mit Behinderung gefördert wird. Das Ziel von EUCREA ist, Programme zu entwickeln und zu fördern, die sich mit inklusiven Formaten in der Kunst beschäftigen. Dazu gehört auch die Unterstützung von Weiterbildungsmöglichkeiten für professionelle KünstlerInnen mit Behinderung.</p>
<p>Ein weiteres europäisches Netzwerk ist <a href="http://personcentredplanning.eu/index.php/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neue Wege zur InklUsion</a>, an dem 20 Partnerorganisationen beteiligt sind. Dazu gehören Universitäten wie auch Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Auch mit diesem Programm sollen Angebote für ein selbstbestimmtes Leben aller BürgerInnen entwickelt und implementiert werden.</p>
<h3>Lösungen finden – Lösungen umsetzen</h3>
<p>Abseits dieser Programme fehlt es jedoch oftmals an praktischen Ansätzen und einer generellen Umsetzung. Als wichtigste Punkte gelten die Vereinfachung der Sprache wie auch der Einbezug von Bildern. Das wird auch von der Aktivistin Petra Groß betont, die sich bereits seit langem für die Einbeziehung <a href="https://www.aktion-mensch.de/blog/beitraege/wahlprogramme-in-leichter-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leichter Sprache in der Gesellschaft einsetzt</a>. Viele Sätze seien aufgrund ihres langen Satzbaus oder der verwendeten Fremdwörter nur schwer verständlich. So sind z. B. Wahlprogramme für einige Menschen unverständlich. Ein Lösungsansatz ist die Verwendung von Bildern, die dem Leser einen vereinfachten Zugang zum Text bieten, erläutert Groß.</p>
<p>Beide Aspekte von Inklusion müssen sowohl für Soziale Netzwerke wie auch für Verkaufsportale gelten, die zu den wichtigsten Formen der Internetnutzung gehören. Insbesondere „müsste es einen rechtlichen Schutz bei dem Einkauf“ auf verschiedenen Verkaufsportalen geben, betont Groß. Hier liegen rechtliche Lücken, da sich der Nutzer der Tragweite seines Handelns nicht bewusst ist oder Verkaufsprozesse zu intransparent gestaltet sind.</p>
<p>Insgesamt fehlt es noch immer an einer umfassenden Umsetzung von Inklusion im Internet, die mehr die Ausnahme als die Regel ist. Der Zugang zu Webseiten muss jedem Menschen offenstehen – unabhängig von den persönlichen Voraussetzungen. Es bedarf also keiner abstrakten Generierung neuer Programme oder Webseiten für Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern einen inklusiv gestalteten Zugang der bestehenden Angebote. So kann das Internet nicht nur Plattform, sondern auch Motor einer inklusiven Gesellschaft sein.</p>
<p>Bild: <a href="http://www.muenchner-trichter.de/mt/wp-content/uploads/2013/11/subsidiaritaet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Werth</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Aktion Mensch testet: Freie Wahl auch für Menschen mit Behinderung?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aktion-mensch-testet-freie-wahl-auch-fuer-menschen-mit-behinderung-131876/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 15:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Leichte Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Raúl Krauthausen]]></category>
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		<category><![CDATA[Behindertenrechtskonvention]]></category>
		<category><![CDATA[Guildo Horn]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder deutsche Bürger ab 18 Jahren darf wählen – aber nicht jeder kann, was er darf. Für Menschen mit Behinderungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KrauthausenWaehlt.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-131879" alt="Wahllokal Tester Aktion Mensch" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/KrauthausenWaehlt.jpg" width="600" height="400" /></a><br />
Jeder deutsche Bürger ab 18 Jahren darf wählen – aber nicht jeder kann, was er darf. Für Menschen mit Behinderungen ist das Wählen eine mitunter nicht zu überwindende Hürde. Wie groß sie ausfällt? Die Aktion Mensch hat ein Expertenteam in Wahllokale fünf deutscher Städte geschickt, um nach Hindernissen zu suchen. Ergebnis: Mit einer Rollstuhlrampe ist es oft nicht getan.<br />
Auf einer Pressekonferenz der Aktion Mensch beschrieb Entertainer und Mit-Tester Guildo Horn treffend eine Erfahrung, die wohl jeder macht, der sich als Mensch ohne Behinderung mit dem Thema des barrierefreien Wählens befasst: „Man wird auf Sachen aufmerksam, an die man vorher gar nicht denkt.“ Dabei ist die Wahlteilnahme für eine große Gruppe von Bürgern deutlich schwieriger als für den Rest, d. h. ohne Hilfestellung nicht zu schaffen. Dazu zählen etwa Menschen, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, die nicht gut sehen können oder denen die Aufnahme neuer Informationen schwer fällt. Ebenfalls vor Barrieren stehen Eltern mit Kinderwagen und Ältere.<br />
Welche Hürden das im Detail sind, wollte die Aktion Mensch mit ihrer fünftägigen Test-Tour durch fünf Großstädte aufzeigen und dem unterrepräsentierten Thema auf diese Weise etwas Öffentlichkeit verschaffen. Hierzu passend wurde ein kleines <a href="https://www.facebook.com/media/set/?set=vb.75159424764&amp;type=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videotagebuch </a>auf Facebook veröffentlicht. Dort ist u. a. zu sehen, wie Guildo Horn als Fahrer die Experten Petra Groß, <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raúl Krauthausen</a> und Michael Wahl von Berlin über Kassel bis nach München chauffierte. Die drei Letztgenannten leben selbst mit Behinderungen.</p>
<h3>Die Qual der Wahl</h3>
<p>In Deutschland haben mehr als sieben Millionen Menschen eine Schwerbehinderung. Sie treffen im Wahllokal auf Barrieren – aber nicht nur da. Es beginnt schon in dem Moment, in dem sich die Betroffenen über Politikinhalte informieren. Sehbehinderte Menschen brauchen Informationen in Brailleschrift, Menschen mit Gehörproblemen sind oft auf Untertitel oder Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Hat jemand Lernprobleme, können Texte in sogenannter Leichter Sprache nützlich sein, aus kurzen Sätzen und einfachem Vokabular. Wirklich frei sind Informationen eben nur, sobald alle sie verstehen.<br />
Andreas Vega vom VbA Selbstbestimmt Leben e. V. sagte im Rahmen der Test-Aktion, dass kein Mensch mit Behinderung sich bei der Wahl verstecken soll, etwa durch Abstimmung per Post. Ein Online-Votum liefe dem Inklusionsgedanken genauso zuwider, wie Raúl Krauthausen auf Anfrage ausführte: „Gleich der Briefwahl sehe ich die Online-Wahl als eine Option, aber nicht als Lösung. Ich möchte nicht vorgeschrieben bekommen, wie ich wähle, nur weil ein Wahllokal nicht zugänglich ist. Für viele ist der Wahlgang ein Event mit Familie und Freunden. Onlinewähler wären auch hier wieder außen vor.&#8221;<br />
Manchem wird jedoch ausschließlich der Postweg bleiben, denn vor Ort warten zahlreiche Beschränkungen: Treppen statt Rampen, fehlende Orientierungsschilder und Blindenleitsysteme, keine Behindertentoiletten, ein nicht speziell geschultes Personal.<br />
Nicht zu unterschätzen ist auch die Diskriminierung, die Menschen mit Gehbehinderung empfinden, können sie ausschließlich durch eine Rampe am Hintereingang ins Gebäude gelangen.<br />
Im Praxistest stieß das Team der Aktion Mensch mehrmals auf die skizzierten Barrieren. In dem Kasseler Wahllokal z. B. könnten Rollstuhlfahrer und Blinde bereits im Fahrstuhl scheitern, dessen Knöpfe nur mit Anstrengung zu erreichen und ohne Blindenschrift ausgestattet seien. In Köln dagegen erlebte der Tester Krauthausen einen bewegenden Moment, als er zum ersten Mal in seinem Leben einen Zettel in die Wahlurne werfen konnte. Sie stand niedrig genug.<br />
Nicht jedes Wahllokal ist behindertengerecht eingerichtet, weswegen gegebenenfalls auf eine andere Räumlichkeit ausgewichen werden darf. Allerdings bemängelt die Aktion Mensch, dass auf den Wahlbenachrichtigungen detaillierte Informationen darüber fehlen, wie zugänglich das betreffende Wahllokal ist. Mittlerweile schreibt die Gesetzeslage eine Kennzeichnung vor, doch Sätze wie &#8220;Zugang für Rollstuhlfahrer mit Hilfsperson möglich&#8221; oder &#8220;Ihr Wahllokal ist auch für Menschen mit Gehbehinderung barrierefrei zugänglich&#8221; nützen nicht allen Menschen mit Behinderungen.<br />
Personen etwa, die Probleme beim Sehen haben, werden alleine deswegen einem hohen Hindernis ausgesetzt, weil sie die Wahlbenachrichtigung nicht lesen können und in den Lokalen bloß selten Wahlschablonen ausliegen. Sie müssen die Stimmzettelschablonen verwenden, die der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband kostenlos ausgibt. Oder sie müssen von ihrem Recht Gebrauch machen, sich durch eine Hilfsperson unterstützen zu lassen.<br />
Ob es nun um Informationen geht, um Schablonen oder um personelle Unterstützung, stets ist es am Betroffenen selbst, sich zu kümmern.<br />
Lernbehinderte Menschen aber haben laut Aktion Mensch nicht mal mit Eigeninitiative die Chance, Wahlbenachrichtigungen, Wahlzettel oder Briefwahlunterlagen in Leichter Sprache zu lesen, da solche Dokumente gar nicht existierten. Laut Testerin Petra Groß wäre schon viel getan, würden Bilder neben die Kandidatennamen auf den Wahlzettel gedruckt.<br />
Immerhin: Die im Bundestag vertretenden Parteien &#8211; nebst den Piraten &#8211; sind dem Wunsch nach mehr Verständlichkeit nachgekommen. Ihre Wahlprogramme liegen auch in Leichter Sprache vor.</p>
<h3>Wahl statt Kampf</h3>
<p>Nach Meinung von Raúl Krauthausen ermöglichte die Grundschule in der Kölner Everhardstraße das „mit Abstand barrierefreieste“ Wählen. Nach eigenen Angaben ist die Stadt bemüht, Menschen mit Behinderungen den Wahlakt zu erleichtern. 566 von 800 Wahllokalen seien bis zur kommenden Bundestagswahl rollstuhlgerecht (nicht behindertengerecht), 2009 seien es gerade mal 50 Prozent gewesen.<br />
Zudem würden am bevorstehenden Wahltag Piktogramme den Weg zur Kabine weisen und zwei Wahlbusse durch die Stadt fahren. Die kommen im Falle eines geschlossenen Wahllokals zum Einsatz und seien auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet. Der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen sicherte außerdem zu, ausreichend Wahlschablonen zu organisieren – ebenfalls benötigte Hilfen wie etwa eine Audio-CD, auf der die Wahllisten zu hören sind, sollten die Betroffenen aber selbst und rechtzeitig beim zuständigen Blindenverband bestellen.<br />
Die Testergebnisse der Aktion Mensch unterscheiden sich von Stadt zu Stadt ein wenig. Insgesamt, so resümiert die Sozialorganisation, könne man nicht davon sprechen, dass die Wahl für Menschen mit Behinderung so frei ist wie für die anderen. In besonderem Maße seien es Bürger mit Lern- und Sehbehinderung, denen der Weg zur Wahlurne erschwert würde. Die Kritik wird durch eine repräsentative Umfrage untermauert, die Anfang 2013 stattfand und bei der nur zehn Prozent aller Befragten – mit und ohne Behinderung – angaben, dass ihr Wahllokal keine Barrieren habe.<br />
Als Anklage will die Aktion Mensch ihren Test jedoch nicht verstanden wissen. Im Vordergrund stünde die Empfehlung von Verbesserungen, die vier Punkte betrifft: barrierefreier Zugang, Beschilderung der Wahllokale bzw. Markierungen von Hindernissen, Wahlschablonen und Informationen in Leichter Sprache.</p>
<h3>Zu krank zum Wählen?</h3>
<p>In Deutschland ist denjenigen das Wählen untersagt, die vom Gericht dazu verpflichtet wurden, einen rechtlichen Betreuer zu haben, oder die nach einer bestimmten Anordnung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind. Das gilt für Menschen mit sehr schweren geistigen Behinderungen oder ähnlich stark eingestuften psychischen Erkrankungen. So kommt zu den physischen sowie sprachlichen Schranken bei Wahlen noch eine rechtliche Grenze hinzu &#8211; die Vertreter der Behindertenrechtsbewegung heftig kritisieren.<br />
Aus dem Bundestag kommt ebenfalls Kritik an der Ausschlussregelung. SPD, Grüne und Linke bekennen sich vorbehaltlos zur Forderung, auch Menschen als Wähler zuzulassen, denen ein Betreuer in allen Angelegenheiten zur Seite gestellt wurde. Die CDU/CSU sagt, für sie sei ein „klares Bewusstsein“ Bedingung zur Wahlteilnahme, die FDP hat sich noch nicht eindeutig positioniert.<br />
Beistand bekommen die Kritiker vom Deutschen Institut für Menschenrechte, das die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention anmahnt und die deutsche Gesetzeslage für völkerrechts- und verfassungswidrig hält. Die Konvention der UN sieht vor, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt und umfassend am politischen Geschehen teilhaben dürfen. In Leichter Sprache heißt das: freie Wahl für alle.<br />
Bild: Kolja Matzke / Aktion Mensch<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Sprache und Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 May 2011 16:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Behindertenpolitischer Sprecher]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/leichte_sprache_rand.jpg" align="left" height="137" width="154" />Bisher veröffentlichen Betreiber amtlicher Webseiten nur sehr zögerlich Teile ihrer Internetauftritte in Leichter Sprache. Kann man mit dieser vereinfachten Ausdrucksweise mehr Menschen erreichen? politik-digital.de hat bei Politikern aller Fraktionen nachgefragt.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/leichte_sprache_rand.jpg" align="left" height="137" width="154" />Bisher veröffentlichen Betreiber amtlicher Webseiten nur sehr zögerlich Teile ihrer Internetauftritte in Leichter Sprache. Kann man mit dieser vereinfachten Ausdrucksweise mehr Menschen erreichen? politik-digital.de hat bei Politikern aller Fraktionen nachgefragt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Warum gibt es Leichte Sprache und für wen ist sie gedacht? Welche Form des Dialogs ermöglicht sie? Für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gibt es neben Treppen oft Auffahrten. Ein ähnlicher barrierefreier Zugang sollte Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen geboten werden. politik-digital.de hat bei behindertenpolitischen Sprechern aller Bundestagsfraktionen  nachgefragt und sich deren Internet-Seiten angesehen. Die Qualität der Umsetzung variiert stark. Auf unsere Fragen geantwortet haben Abgeordnete von FDP, SPD, den Grünen sowie der Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen.
</p>
<p>
Leichte Sprache wurde für Menschen mit Beeinträchtigung oder geringen sprachlichen Fähigkeiten entwickelt, damit komplizierte (Fach-)Texte wie Gesetze, <a href="http://www.ich-kenne-meine-rechte.de/index.php?menuid=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verträge</a> u.ä. für sie verständlich werden. Kennzeichen ist eine leicht verständliche Ausdrucksweise, dank einfacher Wörter und kurzer Sätze. Darüber hinaus werden meist Bilder in die Texte eingebaut, um deren Inhalt zu verdeutlichen und das Verständnis zu erleichtern. Das Umwandeln eines Textes in Leichte Sprache diene auch der Selbstkontrolle, da Unnötiges entfernt werden müsse, so <a href="http://nicolemaisch.de/service/leichte-sprache/verbraucherschutz-leichte-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicole Maisch</a>, Mitglied der Grünen-Bundestagsfraktion und eine von wenigen Abgeordneten, die einen Teil ihrer Website in Leichte Sprache übersetzt hat.
</p>
<p>
Texte in Leichter Sprache sind für kognitiv Beeinträchtigte und Menschen mit Lernbehinderungen verfasst, sie sollen aber auch ein Angebot für Leser mit geringen Deutschkenntnissen sein. Ziel ist es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und „ihnen politische und gesellschaftliche Prozesse zugänglicher und verständlicher“ zu machen, so <a href="http://www.hanka-kliese.de/leichte-sprache.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hanka Kliese</a>, SPD-Abgeordnete des Sächsischen Landtags, Sprecherin für Sportpolitik, Behindertenpolitik und Tourismus. Übersetzte <a href="http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Wahlprogramm/BTW_Programm_leichte_sprache.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogramme</a> oder ähnliche Texte in Behördendeutsch könnten auch von Schulklassen und für eine schnelle Information genutzt werden. <a href="http://www.markus-kurth.de/show/126893.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Kurth</a>, Sprecher für Sozial- und Behindertenpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, ergänzt „dass von leichter Sprache letztlich alle profitieren“. Auch <a href="http://www.huberthueppe.de/es/es_mein_lebenslauf.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hubert Hüppe</a>, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, sieht einen deutlichen Vorteil von Webseiten in Leichter Sprache, was „den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung immer wieder bewusst gemacht werden muss“ . Denn mit einem Angebot in Leichter Sprache können mehr Menschen angesprochen werden und gewinne jeder Internetauftritt an Attraktivität, so Hüppe.
</p>
<p>
Gerade für die Behindertenpolitischen Sprecher der Parteien sollte die Veröffentlichung eines Teils ihres Internetauftritts in Leichter Sprache also eine Selbstverständlichkeit sein. Doch nicht alle stellen diesen Zugang für einen Dialog bereit, das Angebot ist sogar ernüchternd gering. <a href="http://www.gabi-molitor.de/files/40685/Leichte_Sprache_Homepage.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gabriele Molitor</a>, Behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, die seit Mitte April einige Texte ihrer Website in Leichte Sprache übersetzen lassen hat, erklärt die mangelhafte Bereitstellung mit dem Zeitmangel der Abgeordneten. Nicole Maisch von den Grünen hingegen ist der Meinung, dass Politiker Menschen durch Sprache ausschließen können und es somit jeden angehe, für Inklusion, also die Einbeziehung durch Leichte Sprache, einzutreten.
</p>
<p>
Diejenigen Politiker, die Leichte Sprache auf ihrer Homepage integriert haben, sprechen von einer positiven Rückmeldung seitens Kollegen und Interessenvertretern. Anhand der untersuchten Webseiten wird deutlich, dass Inhalte in Leichter Sprache bei den einzelnen Abgeordneten unterschiedlich konsequent umgesetzt sind und dass es bei vielen noch einen enormen Nachholbedarf gibt. Von den Medien gab es bisher übrigens wenig Aufmerksamkeit für das Thema, da auch Journalisten kaum damit vertraut sind.
</p>
<p>
Für die Zukunft wäre ein Dialog zwischen Politik und Beeinträchtigen über das Medium Leichte Sprache eine Möglichkeit, die genutzt werden sollte, um Barrieren abzubauen und allen Menschen einen Zugang im Sinne der Chancengleichheit zu eröffnen. Denn das Problem könnte einfach gelöst werden, indem grundlegende Texte in Leichte Sprache übersetzt würden. Es wäre auch eine Chance, die <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a11/aktuelles/handbuch_behindertenrechtskonvention.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN-Behindertenrechtskonvention</a> durchzusetzen, die bereits seit März 2009 in Deutschland völkerrechtlich verbindlich ist und Barrierefreiheit vorsieht.</p>
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